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Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Artenvielfalt zu schützen

Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Artenvielfalt zu schützen

Im größten Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens lernen Kinder, wie wichtig Insekten für die Pflanzenbestäubung sind – sodass sie vielleicht sogar ihre Eltern dazu bringen, weniger Pestizide zu spritzen. Unser Autor hat das pädagogische Artenvielfaltsprojekt besucht.

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Montag, 24. September 2018

Daily Navigator: Die­sel­gip­fel streitet über Nach­rüs­tun­gen, Schweizer schmettern Fair-Food-Initiative ab und ein dickes Meilen-Konto

Kindern wird gerne nachgesagt, dass sie bockig sein können – Erwachsene bekommen das mitunter aber auch ganz gut hin. Im Kanzleramt treffen sich in diesen Tagen Politik und Autobauer zum Dieselgipfel. Die Ziele sind ambitioniert: bessere Luft und klimafreundlichere Autos. Die Meinungsverschiedenheiten groß. Ob das bis Mitte der Woche klappt mit einer Einigung? In der Schweiz ist die Entscheidung dagegen schon gefallen: Die Eidgenossen haben eine Initiative zur Förderung von nachhaltigeren Lebensmitteln mehrheitlich abgelehnt. Dazu fällt einem nur noch eins ein: Schade Marmelade!

Im Navigator und auf unserer eigenen Seite ist außerdem der Hambacher Forst Thema: Auch nach dem tragischen Tod eines Bloggers haben am Wochenende wieder Tausende in der Nähe des besetzten Waldes gegen dessen Rodung protestiert. Wir haben mit einem Aktivisten über die Ereignisse der vergangenen Woche gesprochen – der Baumschützer widerspricht in einem zentralen Punkt den Aussagen der Polizei zu den Geschehnissen am Unfalltag.

Wir hoffen nach diesem konfliktreichen Wochenstart auf einen Dienstag mit weniger Dissens. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Dieselgipfel im Kanzleramt: Beim Thema Nachrüstung scheiden sich die Geister

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Politik und Autobranche verhandeln in Berlin über eine Lösung im Dieselstreit. Bis zum Mittwoch will die Bundesregierung eine Einigung über die beiden entscheidenden Probleme der Verkehrspolitik erreichen: bessere Luft in den Städten und mehr Klimaschutz bei Autos. Noch aber herrscht Uneinigkeit, wie die SZ schreibt. Verkehrsminister Scheuer (CSU) lehnt die Nachrüstung älterer Dieselautos strikt ab. Umweltministerin Schulze (SPD) sieht darin die einzige Chance, die Luft in 65 deutschen Problemstädten schnell zu verbessern. Auch Kanzlerin Merkel (CDU) befürwortete beim Krisengipfel eine Nachrüstlösung. Hinter den Kulissen ist nun von einem Deal die Rede: Kommen die Autobauer der Politik bei der Nachrüstung entgegen, könnte die Regierung bei den CO₂-Zielen gnädig sein. Hilft die Branche der Politik beim Diesel nicht, könnte die umgekehrt die Hilfe in Brüssel einstellen. Indes kündigt Porsche als erster deutscher Autobauer an, aus dem Diesel auszusteigen.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
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Schweizer schmettern Fair-Food-Initiative ab

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Sollen Lebensmittel in der Schweiz per Gesetz umwelt- und tierfreundlicher werden? Nein, hat jetzt die Mehrheit der Eidgenossen bei einer Volksabstimmung entschieden. Die Fair-Food-Initiative wollte den Staat verpflichten, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu fördern, die „umwelt- und ressourcenschonend, tierfreundlich und unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt werden“. In Umfragen hatte es zunächst nach einem klaren Vorsprung für die Befürworter ausgesehen. Am Sonntag lehnten dann jedoch etwa 60 Prozent der Wähler die Vorlage ab, wie Spiegel Online berichtet. Gegner der Initiative hatten ihre Ablehnung etwa damit begründet, dass beispielsweise italienische Hersteller von Mozzarella-Büffelkäse sich kaum an Schweizer Vorschriften bei der Tierhaltung halten würden. Käme die Initiative durch, würden weniger entsprechende Zutaten importiert oder die Zutaten aus anderen Quellen teurer.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Tausende protestieren gegen Rodung des Hambacher Forsts

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Am Sonntag haben einmal mehr Tausende Menschen für den Erhalt des besetzten Waldstücks demonstriert. Das Bündnis Buirer für Buir, das zu der Veranstaltung aufgerufen hatte, ging einem Bericht von klimareporter° zufolge von 7.000 bis 7.500 Teilnehmern aus. Auch Spitzenpolitiker der Grünen nahmen teil, darunter die Landesvorsitzende der NRW-Grünen. Im Vorfeld hatte eine ausgefallene S-Bahn für Unmut gesorgt: Demonstranten sprachen von einem gezielten Versuch, das Demonstrationsrecht zu untergraben. Im WDR äußerte sich am Abend NRW-Innenminister Reul (CDU) zu den Räumungen im Hambacher Forst: Nach dem Tod des Bloggers – wir haben berichtet – sei er noch mehr überzeugt davon, dass die Baumhäuser eine Gefahr darstellten und weg müssten. „Die Räumungen werden weiter gehen“, so Reul. „Das hat ja auch mit den Rodungen gar nichts zu tun.“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Urteil: Massentierhaltung rechtfertigt keine Straftaten

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Ein Tierschützer aus Baden-Württemberg ist jetzt rechtskräftig wegen Hausfriedensbruchs verurteilt. Die taz berichtet über den Fall. Der Mann hatte in einem Putenstall die Missstände in der Massentierhaltung dokumentieren wollen. Vor Gericht machte der Aktivist geltend, sein Handeln sei als Nothilfe für die Puten rechtmäßig gewesen. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart wies diese Argumentation allerdings wie zuvor schon das Landgericht Heilbronn zurück und lehnte den Antrag auf Revision ab. Es sei „von der Mehrheit gesellschaftlich erwünscht, dass große Mengen an Fleisch günstig angeboten werden“, hatten die Heilbronner Richter in ihrer Urteilsbegründung geschrieben. Dies sei ein „vernünftiger Grund“, der laut Tierschutzgesetz erlaube, dass Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Einbrüche in Tierställe seien inzwischen ohnehin unnötig, schließlich gebe es schon genug Bildmaterial. Der Bundesverband der Geflügelwirtschaft begrüßte die „Signalwirkung“ der Entscheidung des OLG. Der Anwalt des Tübinger Tierschützers will nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Foodwatch fordert „Limo-Steuer“

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Mehr als 80 Liter Limonaden trinkt der Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Dass die zuckerhaltigen Getränke ein Gesundheitsrisiko darstellen, ist nicht neu – in einigen Ländern gibt es deswegen bereits Steuern auf entsprechende Produkte. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat sich jetzt zum zweiten Mal den Zuckergehalt von Limonaden in deutschen Supermärkten genauer angeschaut und kommt zu dem Ergebnis: In vielen Produkten von Lidl, Edeka und Rewe sind pro 250-Milliliter-Glas mehr als vier Stück Würfelzucker enthalten (zur Original-Studie hier). Negativer Spitzenreiter ist einem Bericht des Deutschlandfunks zufolge der Energy Drink „Monster Energy Assault“ von Coca-Cola. Die Verbraucherschützer fordern deshalb, die deutsche Politik müsse sich ein Beispiel an Großbritannien und Belgien nehmen und eine Strafsteuer für Zuckerwasser einführen. Der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft hält von solchen Plänen nichts. 

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Erik Solheim, Umweltchef der UN mit dickem Meilen-Konto

Er habe Gold-Status bei den Vielfliegerprogrammen aller drei großen Airline-Verbünde, prahlte Erik Solheim im August gegenüber einem norwegischen Magazin. Und überhaupt: Niemand sollte ein schlechtes Gewissen haben, weil er fliege. Höchst fragwürdige Aussagen für den höchsten Umweltschützer der Vereinten Nationen. So sah das möglicherweise auch die UN selbst – jedenfalls überprüfte die Organisation sämtliche Reisen des Norwegers.

Ergebnis: An 529 von 668 untersuchten Tagen war Solheim unterwegs. Mehr als 488.500 Dollar fielen für seine Reisen an, wie der Guardian unter Berufung auf einen internen Berichtsentwurf schreibt. Den Prüfern zufolge scherte sich der Umweltchef nicht um Regeln – viele Ausgaben seien ungerechtfertigt. Und damit nicht genug: Mitarbeiter sollen seinen Führungsstil als „planlos und diktatorisch“ beschreiben. Ausgerechnet Solheims Umweltabteilung hat im Gegensatz zu anderen UN-Organisationen kein Belohnungssystem für CO2-sparendes Verhalten.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Die Lage ist ernst: Die Insekten verschwinden aus unserer Umwelt und mit ihnen viele Vögel, Fische und Pflanzen. Warum auch wir die Artenvielfalt zum Überleben brauchen, zeigen wir in unserer neuen Ausgabe: Ein Jahr nach der Krefelder Studie über den drastischen Insektenschwund in Deutschland gehen wir der Frage nach, was wahrer Reichtum ist – und wie wir ihn erhalten können.

Artenvielfalt – 5.18

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Nachrichten

Hambacher Forst
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22.Sep 2018

„Von einem Räu­mungs­stopp kann keine Rede sein“

„Von einem Räumungsstopp kann keine Rede sein“

Im Hambacher Forst ist am vergangenen Mittwoch ein 27-jähriger Journalist aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt und verstorben. Die Räumung sei bis auf weiteres unterbrochen, teilte eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen mit. Wir haben mit einem Aktivisten gesprochen, dessen Baumhaus in den letzten Tagen geräumt wurde. Er widerspricht der Darstellung der Polizei.

Verkehrswende
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15.Sep 2018

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Für sieben Tage legen sich Städte und Gemeinden in Europa ins Zeug, um zu zeigen, wie man Verkehr alternativ gestalten kann: Neben kreativen Aktionen für eine Umnutzung des öffentlichen Raums geht es dabei vor allem um Werbung fürs Radfahren, für Elektromobilität und digitale Verkehrsvernetzung.

Wackersdorf-Film
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19.Sep 2018

„Wie eine grie­chi­sche Tragödie“

„Wie eine griechische Tragödie“

In der Oberpfalz spielten sich in den Achtzigerjahren bürgerkriegsähnliche Szenen ab: Die Proteste am Bauzaun der geplanten atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf veränderten die Bundesrepublik. Nun startet der Spielfilm „Wackersdorf“ in den Kinos, der die Geschichte des Widerstands aus Sicht eines Landrats erzählt. Im Interview mit dem Greenpeace Magazin spricht Regisseur Oliver Haffner darüber, warum es heute so schwer ist, Menschen zum Protest zu mobilisieren.

Interview mit Thomas Kuczynski
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14.Sep 2018

„Marx beschrieb die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

„Marx beschrieb die zerstörerische Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

Ein Marx-Jahr geht zu Ende. Am 5. Mai dieses Jahres hätte Karl Marx seinen 200. Geburtstag gefeiert, am 14. September vor einem Jahr ist sein Hauptwerk „Das Kapital“ 150 Jahre alt geworden. Marx-Experte Thomas Kuczynski zieht ein Resümee des Hypes und erklärt, warum wir Marx‘ Ideen brauchen, um die ökologische Krise unseres Planeten zu bekämpfen.

Klimaschutz
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25.Jun 2018

Was tun gegen die verpassten Klimaziele?

Was tun gegen die verpassten Klimaziele?

Je näher 2020 rückt, desto klarer wird: Deutschland ist kein Vorreiter beim Klimaschutz. Die CO2-Emissionen sind nicht stark genug gesunken, die Ambitionen der Bundesregierung nicht konsequent umgesetzt. Experten fordern rasches Umlenken – Aktivisten rufen zu Demonstrationen auf.

„Es ist bitter für mich, Ihnen sagen zu müssen, dass wir unsere selbst gesteckten Ziele für 2020 verfehlen werden", sagte die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) vergangene Woche vor Gästen aus China, Frankreich, Russland, den USA und rund dreißig anderen Ländern, die zu den Petersberger Klimadialogen angereist waren. Bei der jährlichen internationalen Konferenz auf Ministerebene, die Impulse für die UN-Klimakonferenz im Dezember geben soll, hat das wohl kaum jemanden überrascht. Denn dass es der deutschen Bundesregierung nicht gelingen wird, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um vierzig Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, war schon lange bekannt. Laut dem neuen, dritten Klimaschutzbericht 2017, den das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen hat, verfehlt der ehemalige Klimavorreiter die Emissionssenkung um acht Prozent.

Zwei Hindernisse scheinen sich zwischen Deutschland und sein bislang grünes Image geschoben zu haben: Das Festhalten an der Kohleenergie und die Liebe zu Brennstoff-Autos. Zwar werden heute schon 36 Prozent Strom in Deutschland aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne gewonnen, bis 2030 sollen es 65 Prozent werden. Doch um die Abkehr von der Kohleenergie habe man sich „nicht im gleichen Maße“ gekümmert, sagte Umweltministerin Svenja Schulze. „Weil es eben häufig schwieriger ist, sich vom Alten zu trennen als Neues aufzubauen“, so die Ministerin.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Verkehr: Sieben bis zehn Millionen Tonnen CO2 sollte im Bereich Mobilität bis 2020 eingespart werden, unter anderem mit der Verlagerung von Güter- und Personenverkehr auf die Schiene und durch mehr Elektroautos. Doch der Klimaschutzbericht spricht auch hier eine deutliche Sprache: Die Emissionen im Bereich Verkehr sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent gestiegen. Seit dem Jahr 2010 nähmen laut dem Bericht die Emissionen wieder kontinuierlich zu und hätten im Jahr 2016 mit 166 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente das Niveau des Jahres 1990 wieder leicht überschritten.

CO2-Emissionen im Verkehr steigen wieder

Experten sind von diesen Zahlen nicht überrascht: „Im Aktionsplan wurden optimistische Annahmen getroffen", sagt der Verkehrsexperte Andreas Knie vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel in Berlin. „Aber man hat es versäumt, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Umweltverbände sind sich indes sicher, dass die Ziele zur Emissionssenkung nicht um acht, sondern sogar um zehn Prozent verfehlt werden. „Die Berechnungen im neuen Klimaschutzbericht basieren auf veralteten Zahlen und sind deshalb keine ehrliche Bestandsaufnahme", sagt etwa Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

An diesem Montag berät der EU-Umweltrat in Luxemburg über die CO2-Grenzen für Autoflotten. Und das ist dringend notwendig, denn nicht nur Deutschland, die ganze EU hinkt beim Klimaschutz hinterher: Laut einer aktuellen Analyse der Nichtergierungsorganisation Climat Action Network (CAN) könnte ein Großteil der EU-Länder ihre im Pariser Klimaabkommen versprochenen Ziele verfehlen. Anhand der Entwicklung der Pro-Kopf-Emissionen in den Ländern, dem Fortschritt beim Ausbau der Erneuerbaren und dem politischen Einsatz für mehr Klimaschutz hat die NGO untersucht, welche Länder auf einem gutem Weg sind, um die Erderwärmung einzudämmen.

Die Ergebnisse waren ernüchternd: Schweden führte die Liste an, das skandinavische Land hätte noch gute Chancen, seine nationalen Klimaschutzziele bis 2020 zu erreichen. Auf Schweden folgt in der Rangliste Portugal, Frankreich, die Niederlande, Luxemburg, Dänemark. Dann erst kommt Deutschland auf Rang sieben (Rang eins wurde von der NGO nicht vergeben). Statt etwas dagegen zu unternehmen, dass die 2020 Klimaziele verfehlt werden, würde Deutschland drängende Veränderungen im Energie- und Verkehrssektor vertagen und striktere Zielsetzungen auf EU-Ebene verzögern, so die Organisation CAN.

Kohlekommission tritt am Dienstag erstmals zusammen

Ein positiver Schritt in diese Richtung war sicherlich die Einsetzung der sogenannten Kohlekommission Anfang Juni mit dem klingenden Titel „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“, welche diesen Dienstag das erste Mal in ihrer konstituierenden Sitzung zusammentreten wird: 31 Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Bis Dezember 2018 sollen sie ein Enddatum für die Kohlenutzung festlegen und klären, wie die Versorgungssicherheit gewährleistet wird und was für einen gelungenen Strukturwandel in den Braunkohle-Revieren notwendig ist. Eine umfangreiche Aufgabe mit großer Strahlkraft.

Ganz einig ist man sich über die Ziele der Kommission intern allerdings nicht. Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft IGBCE und Kommissionmitglied, sagt dazu: „Wer die Aufgaben auf einen radikalen Kohleausstieg reduziert, handelt unseriös und schadet dem Klimaschutz.“ Die Gegenseite, vertreten durch Abgesandte von Umweltverbänden wie Greenpeace, dem BUND und der Klima-Allianz Deutschland, sieht das anders. „Die Kommission wäre dann erfolgreich, wenn sie einen klaren Endpunkt für die Kohleverbrennung benennt“, so Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland.

Allerdings bewegt sich in der Politik derzeit nicht genug in Richtung Klimaschutz. Und der Mulitlateralismus, der für eine internationale Klimaschutzpolitik nötig wäre, bröckelt. Ein Lichtblick ist die strategische Klimakooperation von Deutschland und Frankreich, zu der sich Angela Merkel und Emmanuel Macron Anfang vergangener Woche in Meseberg bekannt hatten. Die drei wichtigsten Eckpunkte: Das Bekenntnis zur EU-Treibhausgasneutralität bis 2050, die Einsetzung eines deutsch-französischen Ministerrates und die Anhebung der EU-Klimaziele bis 2030.

Proteste können helfen

Damit Klimaschutz nicht nur auf Gipfeltreffen und Konferenzen verhandelt wird, fordern auch Experten mehr Druck aus der Zivilgesellschaft. Manuela Mattheß, Referentin für internationale Energie- und Klimapolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, bringt das auf den Punkt: „Zivilgesellschaftliche Akteure sind extrem wichtig. Sie weisen auf Missstände hin, unterbreiten konkrete Verbesserungsvorschläge und erzeugen so politischen Handlungsdruck.“

Getreu dieser Aussage lautet das Motto der europäischen Kimaschutzaktivisten: „Klimaschutz ist Handarbeit“. Gemeint sind damit Aktionen, die Öffentlichkeit schaffen – für die Probleme des Kimawandels und der Nutzung fossiler Energien: Demonstrationen, Infoveranstaltungen, Podiumsdiskussionen sowie Blockaden von klimaschädlicher Infrastruktur wie Kohletagebauten. Trotz oder gerade wegen der Rückschläge für den Klimaschutz auf institutioneller Ebene stehen in den kommenden Wochen und Monaten viele Proteste an, die sich für den Aussteig aus fossilen Energien und eine umfassende Umgestaltung der europäischen Klimaschutzpolitik stark machen.

Julia Lauter

Aufmacherbild: picture alliance/Photoshot

 

Ein kurzer Überblick, welche Proteste im Sommer geplant sind:

27. Juni bi 1. Juli: Tschechien
„Limity jsme my“ – „Die Grenzen sind wir“, unter diesem Motto protestieren in Tschechien Ende Juni Klimaschützer gegen den Kohleabbau und die damit verbundenen Umweltschäden. Inspiriert von direkten Aktionen der Klimagerechtigkeitbewegung wie etwa dem Aktionsbündnis „Ende Gelände" wollen Aktivisten den Betrieb im Kohletagebau Bílina in der Mostregion blockieren. Das Klimacamp, von dem die Aktionen ausgehen, soll in der Nähe einer der vielen Tagebaue oder Kraftwerke stattfinden. Dort finden auch Podiumsdiskussionen, Workshops und Kulturveranstaltungen statt. Mehr Informationen finden Sie hier.

28. Juli bis 5. August: Leipziger Land / Deutschland
Seit 2011 gibt es das Klimacamp in der Lausitz, 2016 sorgten in Porschim 4.000 Klimaaktivisten mit ihren Protesten dafür, dass das Kraftwerk Schwarze Pumpe gedrosselt werden musste. In diesem Sommer findet das erste Klimacamp im Mitteldeutschen Braunkohle Revier bei Leipzig statt. Ende Juli bis Anfang August treffen sich Engagierte aus ganz Deutschland und Europa in Pödelwitz, einem Dorf, das für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain abgebaggert werden soll. Neben Aktionen findet hier auch die Degrowth Sommerschule statt, bei der sich in Kursen und Podien mit Visionen und Utopien für eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft auseinandergesetzt wird. Mehr Informationen finden Sie hier und hier.

24. bis 31. August: Niederlande
„Code Rood“ ist eine Initiative von niederländischen Aktivisten die erstmals im Jahr 2017 in Erscheinung traten, als sie den Hafen von Amsterdam mit etwa 300 Teilnehmern kurzzeitig blockierten, um so gegen Kohleimporte zu demonstrieren. Ihre nächste Aktion findet im August in der Provinz Groningen statt: Hier liegt das größte Gasfeld Europas. „Code Rood“ will gegen die Gas-Förderung und die Nutzung von fossilen Energien allgemein demonstrieren und hat dafür ebenfalls ein Klimacamp ausgerufen, das Ende August stattfinden wird. Mehr Informationen finden Sie hier.

5. bis 9. September : München / Deutschland
Das Klimacamp München liegt nicht in der Nähe eines Tagebaus oder eines Gasfeldes – statt Aktionen des zivilen Ungehorsams geht es hier eher um Vernetzung und um die Mobilisierung der Klimagerechtigkeitsbewegung in der Region. Die Veranstalter wollen zunächst Alternativen des solidarischen Zusammenlebens und der Selbstorganisation erproben und darauf aufbauend direkte Aktionen und Proteste gestalten. Mehr Informationen finden Sie hier.

25. bis 29. Oktober: Rheinland / Deutschland
Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ ruft im Oktober dazu auf, den Hambacher Forst vor dem Kohleabbau zu bewahren. Der Wald, der nach erfolgreichen Rodungs-Verhinderung 2017 für viele Menschen zum Symbol des Widerstandes gegen den Kohleabbau in Deutschland geworden ist, soll mit einer Massenaktion zivilen Ungehorsams vor der weiteren Abholzung bewahrt werden. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

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