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Das neue Kaffeeklima: Vorsicht heiß!

Das neue Kaffeeklima: Vorsicht heiß!

Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk. Leider ist sein Anbau auch besonders stark durch die Klimaerwärmung gefährdet. Weltweit suchen Experten nun nach neuen Anbauregionen und robusteren Sorten – mit überraschenden Zwischenergebnissen.

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Montag, 21. Januar 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Tausende fordern kli­ma­ver­träg­li­che Land­wirt­schaft, Deutsche versagen beim Plastik-Recycling und ein Plädoyer gegen das Klopapier

Liebe Leserinnen und Leser,

der Weiße Hai verbreitet ja einen ähnlichen Schrecken wie der Wochenbeginn. Wir beginnen diesen neuesten Navigator deshalb mit einer Geschichte gegen die Angst. Die amerikanische Meeresbiologin Ocean Ramsey befand sich in der vergangenen Woche mit einem Team vor der Küste von Oahu auf einem Tauchgang. Die Gruppe beobachte, wie sich Tigerhaie an einem toten Pottwal zu schaffen machten, als plötzlich ein weiterer, hungriger Ozeanbewohner auftauchte: ein sechs Meter langer Weißer Hai. Gerüchteweise soll es sich bei dem Weibchen um „Deep Blue“ handeln – den größten jemals beobachteten Weißen Hai. Begründet hatte den Mythos 2014 eine Folge der Discovery Channel-Dokureihe Shark Week. Ob die Hai-Dame vor Oahu nun „Deep Blue“ war oder nicht: Die Aufnahmen des Raubtiers, das entgegen seines Rufs ganz friedlich neben Ocean Ramsey schwimmt, sind atemberaubend (zu sehen beim Guardian). Und zudem dürften sie die beste Werbung für das Anliegen der Forscherin sein: den Schutz der Haie.

Damit werfen wir Sie ins kalte Wasser der neuen Woche. Bis morgen!

Das Team vom Navigator

PS: Sollten Sie den Montag gar nicht erwarten können und zur seltenen Spezies der Frühaufsteher gehören, empfielt sich ein Blick in den Himmel. Am frühen Montagmorgen kommen Supermond und Mondfinsternis zusammen. Was es mit dem Naturschauspiel auf sich hat, sagt Ihnen die SZ.

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Tausende demonstrieren in Berlin für klimaverträgliche Landwirtschaft

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Händeschütteln, Fototermine, die große Bühne. Die Grüne Woche verbringt Landwirtschaftsminis­terin Julia Klöckner (CDU) quasi im Dauer-Rampenlicht. Mal neben Bauern und Kühen, mal neben Merkel und den Landesagrarministern. Die Ministerin hat Charisma – aber damit kann sie nicht alle überzeugen. In Berlin protes­tier­ten am Samstag unter dem Motto „Wir haben es satt“ mehr als zehn­tausend Men­schen gegen die aktuelle Landwirtschaftspolitik. Die Initiatoren der Demo fordern, dass der Agrarindustrie „endlich der Geldhahn abgedreht werden muss“. Stattdessen solle eine „enkel­taug­­liche“ Landwirtschaft gefördert werden. „Steuergeld muss bäuer­liche Betriebe unterstützen, die Umwelt und das Klima schützen“, erklärte eine Sprecherin. Über eine Ministerin zwischen PR-Terminen und Protest berichtet die TagesschauZDF-heute wirft einen Blick auf die Folgen moderner Massenproduktion in der Landwirtschaft: Im Vordergrund steht das normierte Tier, das schnell Profit abwirft. Alte Nutztierrassen haben keinen Platz – ein unersetzbarer Genpool ist bedroht.

Bericht, 5 Minuten Lesezeit
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Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll

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Geht es um das Sammeln und Erfassen von Haushaltsabfällen, belegt Deutschland in fast jeder Statistik Spitzenplätze. Hennig Wilts, Abfall­experte am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, hält das deutsche Recycling­system dennoch für gescheitert. Beim Sammeln seien die Deutschen tatsächlich noch sehr gut, sagt Wilts im Spiegel (kostenpflichtig; eine frei zugängliche Meldung gibt es bei Spiegel Online). „Danach tun sich Abgründe auf.“ Besonders deutlich werde das Versagen beim Plastik. Die Bundesregierung spricht aktuell von einer Quote recycelten Plastiks von 39 Prozent. Wilts hält das für „Fiktion“. Der Experte macht eine andere Rechnung auf: Von den gut 14 Millionen Tonnen neuen Kunststoffs, die 2017 in Deutschland verarbeitet wurden, flossen demnach nur 0,8 Millionen Tonnen tatsächlich wieder in den Kreislauf zurück. Der große Rest wurde verbrannt oder exportiert. Allein im ersten Halbjahr 2018 verschifften die Deutschen 84.000 Tonnen Kunststoffreste nach Malaysia. Eine Reportage aus einem „vermüllten Idyll“ mit Hintergründen und eindrücklichen Fotos hat die SZ.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Verkehrswende: Streit um Tempolimit auf deutschen Autobahnen

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Die Verkehrskommission soll vorgeschlagen haben, die Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen auf 130 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Weiter hieß es am Freitag in verschiede­nen Medien, mittelfristig sollten außerdem die Steuern auf Diesel und Benzin erhöht werden. Das sind unbeliebte Forderungen im Autoland Deutschland – Forderungen der Verkehrskommission scheinen es aber nicht zu sein. Zumindest noch nicht: Bei dem Papier, auf das sich die Berichte bezogen, handelt es sich klimareporter° zufolge lediglich um eine Sammlung älterer Vorschläge, sowohl aus dem Spektrum der Umweltverbände als auch aus Kreisen der Industrie. Wellen schlug die Nachricht trotzdem: CSU-Verkehrsminister Scheuer bezeichnete die Vorschläge als „gegen jeden Menschen­verstand“ gerichtet. SPD-Vize Stegner wider­sprach im Tagesspiegel: „Wenn ein Tempolimit einen nachweisbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, dann müssen wir das zumindest ernsthaft in Erwägung ziehen.“ Die Verkehrskommission hat den Auftrag, der Bundesregierung Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor zu empfehlen.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Plädoyer gegen das Klopapier

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Fünflagig, mit Rosenduft, Aloe vera oder lustigen Bildchen: Die Auswahl an Toilettenpapier wird immer größer. Dabei schadet die Nutzung nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit. 93 Rollen Klopapier, schätzt das Marktforschungsinstitut GfK, verbraucht der durchschnittliche deutsche Haushalt im Jahr. Die Bäume, die den Zellstoff für neues Toilettenpapier in Deutschland liefern, kommen meist nicht aus der Region, sondern zu einem großen Teil aus Südamerika. Der Transport der Bäume verbraucht enorm viele Ressourcen und Energie. Ebenso wie alles, was danach passiert: Zellulose aus den Bäumen zu lösen, die Fasern zu bleichen und so weiter und so fort. Dabei könnten und sollten wir uns all das sparen. Denn es gibt längst eine echte Alternative: Dusch-WCs. Jetzt.de erklärt, warum die ökologischer sind, als man denken könnte – und hygienischer als Klopapier dazu.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Der einsamste Frosch der Welt bekommt endlich eine Freundin

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Zehn Jahre lang lebte der Sehuencas-Wasserfrosch Romeo einsam in einem Aquarium in Bolivien. Die Zerstörung ihres Lebensraums, Umweltverschmutzung und der Klimawandel machen der ursprüng­lich in den Regenwäldern Boliviens beheimateten Art zu schaffen. Seit 2008 wurden keine der Wasserfrösche mehr in freier Wildbahn gesichtet – bis jetzt. Ein Expeditionsteam entdeckte in den Wäldern Boli­viens fünf weitere Frösche von Romeos Art und konnte sie einfangen, wie die NZZ unter Berufung auf die New York Times berichtet. Darunter befin­det sich auch ein Weibchen, das der Biologin und Froschexpertin Teresa Camacho Badani zufolge wie geschaffen ist für Romeo. Ihr Name? Julia, wie sollte es anders sein. Die Forscher hoffen nun, dass Romeo mit dem für ihn gefundenen Weibchen möglichst rasch Nachkommen zeugt. Es geht schließlich um das Überleben seiner Art.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Michael Vassiliadis, bester Kumpel der Kohleindustrie

Michael Vassiliadis ist derzeit einer der einflussreichsten Akteure in den Verhandlungen über die Zukunft der Kohleregionen. Seit zehn Jahren ist der Sohn eines griechischen Gastarbeiters und einer deutschen Mutter Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie – der drittgrößten deutschen Gewerkschaft. In der Kohlekommission vertritt er die Interessen von 20.000 Kumpeln.

Vassiliadis verfügt über exzellente Kontakte in die Politik. Als er im vergangenen September zu einer Konferenz zur Zukunft der Braunkohleregion Lausitz geladen hatte, liefen dort mit dem SPD-Mann Dietmar Woidke aus Brandenburg und seinem CDU-Kollegen Michael Kretschmer aus Sachsen gleich zwei Ministerpräsidenten auf. Obwohl er für mehr Geld für die Kohleländer kämpft, gilt der 54-Jährige auch bei Menschen, die ihm inhaltlich fernstehen, als freundlich und konstruktiv. Die taz hat ein Porträt.

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Reports / Meinungen / Interviews

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18.Jan 2019

Tierische Aha-Erlebnisse

Tierische Aha-Erlebnisse // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen sehr persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es um Schein und Sein bei sehr großen und sehr kleinen Tieren.

Global Risk Report
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16.Jan 2019

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„Schlafwandelnd in die Katastrophe“

Der neueste Risikobericht des Weltwirtschaftsforums liest sich wie ein Horror-Thriller. Demnach geht es an verschiedenen Fronten für die Welt ums Überleben. Hoffnung macht die Organisation nicht.

100 Jahre Frauenwahlrecht
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17.Jan 2019

Der nächste Coup: Parität in den Par­la­men­ten

Der nächste Coup: Parität in den Parlamenten

Vor hundert Jahren durften Frauen in Deutschland das erste Mal wählen. Es war ein Meilenstein im Kampf um Gleichberechtigung. Zum Jahrestag fordern Verbände wie der Deutsche Frauenrat oder der Deutsche Juristinnenbund mehr: sie wollen die gleichberechtigte Teilhabe an der Macht.

Neues Verpackungsgesetz
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14.Jan 2019

Besser recyceln: Neues Ver­pa­ckungs­ge­setz bietet Anreize für Hersteller

Besser recyceln: Neues Verpackungsgesetz bietet Anreize für Hersteller

Seit Anfang des Jahres gilt ein neues Verpackungsgesetz, am Montag stellte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) die „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ vor, die das Gesetz umsetzen soll. Doch nicht nur die Hersteller sind gefragt, auch die Konsumenten können einen Beitrag leisten.  

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Das weltweite Leiden, Töten und Sterben muss ein Ende haben. Wie Frieden statt Krieg möglich ist und was wir Menschen dafür tun können.

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