Reports / Meinungen / Interviews

Mobilität nach Sylter Art

Mobilität nach Sylter Art

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal nimmt sie ihre Heimatinsel Sylt ins Visier.

Weiterlesen
Freitag, 19. Juli 2019

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Schulze will Fliegen verteuern, Posse um ein „Fridays for Future“-Bußgeld und Kunst­schnee für die Antarktis

Liebe Leserinnen und Leser,

Musikfestivals gehören zum Sommer wie der Geruch von Sonnencreme, labbrige Freibad-Pommes und vergebliches Vor-dem-Gewitterregen-Davonrennen. Doch so wildromantisch (oder einfach nur wild) Konzerte unter freiem Himmel sein können – das, was nach der Sause zurückbleibt, ist weniger schön. Nämlich: gigantische Abfallberge, darunter leere Getränkebecher und Kippen vor der Bühne, die Reste vom Crew-Catering dahinter. Beim „New Pop Festival“ des SWR soll das in diesem Jahr anders werden. Die Veranstalter haben sich nach eigener Aussage Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit gemacht und neben dem musikalischen Lineup eine Umwelt-Agenda auf die Beine gestellt. Aus den Lautsprechern schallt es demnach dank Ökostrom, und für eine hell erleuchtete Stage sorgen klimafreundliche LED-Scheinwerfer. Auf den nach eigener Aussage „größten Müllliefe­ran­ten“ wollte man allerdings aus Marketinggründen nicht verzichten: Während des dreitägigen Fes­ti­vals zieht sich traditionell ein 3,6 Kilometer langer roter Teppich durch Baden-Baden. Den wird es auch 2019 geben – aber er soll zumindest „umweltfreundlich recycelt“ werden.

Klingt unterm Strich ein bisschen schief. Bleibt für die Veranstalter zu hoffen, dass das am Ende nicht auch für die Darbietungen auf der Bühne gilt.

Wir schicken Sie jetzt ohne große Worte ins Wochenende. Am Montag sind wir zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator 

Schließen
emoji

Umweltministerin Schulze will Fliegen verteuern

mehr

Schon bevor Umweltministerin Svenja Schulze am Donnerstagabend im Klimakabinett offiziell vorschlug, die Flugpreise hochzusetzen, sorgte ihre Initiative für heftige Gegenwehr. Kritik kam ZDF-heute/dpa zufolge unter anderem von Wirtschafts­mi­nister Peter Altmaier: „Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, über Einzelmaßnahmen zu disku­tie­ren“, sagte der CDU-Politiker. „Vorpreschen“ trage nicht dazu bei, dass eine Einigung auf ein Gesamt­paket für mehr Klimaschutz gelinge. Die SPD-Politikerin will zunächst die Luft­verkehrsabgabe in Deutschland erhöhen und drängt auf eine europaweite stärkere finanzielle Betei­li­gung der Flugbranche am Klimaschutz. Schulze platzierte ihren Vorschlag unmittelbar vor der dritten Sitzung des Klimakabinetts – auch dieses Treffen endete ergebnislos. Bis spätestens zum 20. September wollen sich die Minister unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel darauf verständigen, wie Deutschland in Zukunft eigene und internationale Klimaziele erreichen kann. Dass Fliegen der klimaschädlichste Weg zu reisen ist, ist unbestritten. Doch wie viel müsste ein Passagier drauf­zah­len, damit die Abgabe keine Luftnummer wird? Die Tagesschau hat recherchiert.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Eltern von Klima-Demonstranten sollen Bußgeld zahlen – doch die Stadt interveniert

mehr

Erstmals haben Eltern von schulpflichtigen Kindern einen Bußgeldbescheid erhal­ten, weil sich die Schüler an den Klimademonstrationen „Fridays for Future“ beteiligt haben – der Mann­heimer Morgen berichtet. Demnach sollten vier Familien von Schülern des örtlichen Geschwister-Scholl-Gymnasiums jeweils eine Geldstrafe von 88,50 Euro zahlen. Das zuständige Regierungspräsidium in Karlsruhe bestätigte die vom Ordnungsamt angeordnete Sanktion zunächst. Dabei ging es um das unentschuldigte Fehlen der Schüler in jeweils zwei Schulstunden. Die Familien der betroffenen Kin­der hatten sich anonym bei der Zeitung gemeldet. In ihrem Brief schrieben sie: „Wie kann eine Schule, die sich nach Sophie und Hans Scholl benennt, so mit Kindern umgehen, die sich poli­tisch intere­ssie­ren und engagieren?“ Nach ersten Medienberichten befand dann auch die Stadt Mann­heim die Reaktion als unverhältnismäßig – und kassierte den Bescheid, wie Zeit Online meldet. Die Schule hätte andere Maßnahmen ergreifen können, hieß es in einer Mitteilung.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
emoji

Élisabeth Borne – neue Superministerin für Klima und Verkehr in Frankreich

mehr

Frankreichs Medien waren noch mit dem Rücktritt des von Enthüllungsberichten diskreditierten fran­zösischen Umweltministers François de Rugy beschäftigt. Da präsentierte Präsident Emmanuel Ma­cron bereits die Nachfolge: Die bisherige Verkehrsministerin Élisabeth Borne wird das Amt überneh­men, gab der Élysée-Palast bekannt. Die 58-Jährige soll im Kabinett von Premierminister Édouard Philippe auch weiter zuständig für Verkehr sein. Prompt entbrannte in den französischen Medien eine Debatte um ihren Rang. Denn im Unterschied zu ihren beiden Vorgängern Nicolas Hulot und de Rugy wird Borne keine „Staatsministerin“ (ministre d'État) mehr sein. Die Grünen (EELV) schlossen daraus bereits, dass Klima- und Umweltpolitik in der Regierung keine Prio­rität mehr haben werde. Ein Mini-Porträt der neuen Ministerin hat die taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Klimafreundliches Bauen: Mehr Holz muss in die Hütten

mehr

Erst ist es flüssig, später dann in Form von Wänden und Decken dauerhaft fest. Noch wird vor allem mit Beton gebaut. In Tübingen könnten allerdings die letzten Großbauprojekte aus Beton und Stahl gebaut werden – denn die baden-württembergische Universitätsstadt will Vorreiter sein: Ab 2030 soll Holz als Baustoff Pflicht werden. „Beton ist extrem klimaschädlich, sehr energieintensiv“, sagt Tübingens grüner OB Boris Palmer. Er setzt deshalb auf den Naturbaustoff – gemäß dem Motto: „CO2 in Gebäuden speichern, statt es in die Luft zu blasen.“ Doch um flächendeckend auf Holz setzen zu können, muss sich in den deutschen Wäldern einiges ändern, berichtet die Tagesschau. Denn für den Hausbau braucht es besonders dicke Balken – darauf muss die Waldwirtschaft reagieren. Größtes Problem derzeit: Es wird zu früh geerntet.

Video, anderthalb Minuten Laufzeit
emoji

Klimaforscher wollen Antarktis künstlich beschneien

mehr

Die Meldung klingt fast zu fantastisch, um wahr zu sein – doch das Gedankenspiel, über das die BILD-Zeitung gewohnt reißerisch berichtet, stammt tatsächlich von Wissenschaftlern des angesehe­nen Think Tanks Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forscherteam um den Physiker Anders Levermann schlägt vor, die Westantarktis zu beschneien, um das weitere Abschmelzen des dortigen Eisschildes zu verhindern. So soll der Anstieg des Meeresspiegels begrenzt werden. Mit Billionen Tonnen zusätzlichen Schnees – erzeugt aus Meerwasser – könnten demnach die instabilen Gletscher beschneit und stabilisiert werden. Das Hochpumpen, Entsalzen und Erwärmen des Meer­wassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden jedoch eine Strommenge in der Größen­ord­nung von mehreren Zehntausend High-End-Windturbinen erfordern. Und damit den „Verlust eines einzigartigen Naturreservates bedeuten“, erklärt ein Mitautor der Studie. Levermann sagt deshalb im Hinblick auf das Gedankenexperiment: „Im Kern geht es um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten.“

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Fotos am Freitag: Die Amsel ist der Star

Hierzulande gehört die Amsel mit ihrem uni-schwarzen Gefieder zu den unscheinbareren Arten. Anders der in Nordamerika heimische „Red-winged Blackbird“. Die namensgebende rote Schulterpartie des Sängers ist aber nicht der einzige Grund, weshalb Fotos dieser Art besonders schön anzusehen sind.

Atmet der Rotflügelstärling, wie er auf Deutsch heißt, im Winter aus, produziert er in der kalten Luft kleine Ringe. Zu sehen ist das eindrucksvoll auf dem diesjährigen Gewinnerbild des Fotowettbewerbs der US-Vogelschutzorganisation National Audubon Society. Der Guardian dokumentiert die Siegeraufnahmen.

Daily Navigator abonnieren?

Hier klicken! Jeden Tag die wichtigsten Umweltmeldungen direkt ins Postfach

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 4.19 Neues Essen

Veggie-Schnitzel, Bio-Trend und Milch-Ersatz: Was wir noch guten Gewissens essen können, ohne Tiere und Natur auszubeuten. Ab sofort im neuen Greenpeace Magazin. Jetzt lesen!

Neues Essen – 4.19

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Hier klicken! Jede Woche der ganz besondere Blick auf aktuelle Umweltereignisse – direkt ins Postfach

Reports / Meinungen / Interviews

Klimapolitik
/
09.Jul 2019

Deutsche Städte rufen den Kli­ma­not­stand aus – doch was bedeutet das?

Deutsche Städte rufen den Klimanotstand aus – doch was bedeutet das?

Nach Konstanz haben seit dem Frühjahr zahlreiche deutsche Kommunen und Gemeinden den Klimanotstand ausgerufen – eine Forderung der „Fridays for Future“-Bewegung. Nun muss sich zeigen, was das konkret für den Klimaschutz bedeutet.

Ernährung
/
25.Jun 2019

An alle Grillkönig*innen

An alle Grillkönig*innen

Mit dem Geschlechterklischee am Grill hat unsere Autorin schon mal in der Überschrift aufgeräumt. Wie Sie auch sonst zeitgemäß grillen – also ohne Tier und Umwelt zu schaden –, erklärt sie Ihnen gern.

Weltraum-Zoologie
/
03.Jul 2019

Projekt Icarus zur Tier­be­ob­ach­tung im All startet – „Wie ein Traum“

Projekt Icarus zur Tierbeobachtung im All startet – „Wie ein Traum“

Immer wieder verzögerte sich das deutsch-russische Mammutprojekt – nun soll Icarus endlich starten: Anfang Juli wird auf der ISS der Bordcomputer angeschaltet. Fast zwei Jahrzehnte hat Initiator Martin Wikelski auf die Forschung mit Tiersendern hingearbeitet.

Newsletter
/
21.Jun 2019

Von Bienen, Blüten und Jah­res­zei­ten

Von wegen Sommer: Fragen Sie mal die Biene // Unsere Leseempfehlung zum Wochenende

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal späht sie in einen Bienenstock.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Hier Klicken

Wem gehört der Brokkoli?

Eine Landwirtin kämpft für ihr Recht auf eigene Sorten.
Ein Portrait aus dem Greenpeace Magazin

Weiterlesen

Copycat

Von der Natur lernen - etwa von Schmetterlingsflügeln. Wir zeigen Beispiele aus dem aktuellen Heft

Weiterlesen

Paradies am Abgrund

Die Idylle täuscht – auf den Malediven richten Millionen Touristen verheerende Umweltschäden an. Ein Zustandsbericht aus dem Greenpeace Magazin

Weiterlesen

À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Köstliche Kartoffel

Köstliche Kartoffel

Gemüse von Welt und Arme-Leute-Essen, zartlila Blüte im Haar von Marie-Antoinette und Treibstoff der Industrialisierung. Solanum tuberosum steckt voller Stärken und ist in jeder Pelle zu Hause

Greenpeace Magazin - Saison: Ruchloses Radieschen

Ruchloses Radieschen

Kein Wurzelgemüse, aber radikal – die rote Radieschenfraktion geht über Leichen, wenn man sie lässt. Es ist an der Zeit, Raphanus sativus var. sativus mit Haut und Laub in die Pfanne zu hauen

Greenpeace Magazin - Saison: Launiger Lauch

Launiger Lauch

Früher Porree-Power im Pyramidenbau, heute Lauch-Lacher auf dem Pausenhof. Egal, durch welche Zeit er geistert – Allium porrum war, ist und bleibt: das Grün in unserer Suppe

Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: Sommer der (Natur-)Liebe

Sommer der (Natur-)Liebe

Klar, solange man beim Open-Air-Vergnügen auf sie achtgibt

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gebt der Jugend das Kommando

Gebt der Jugend das Kommando

Darf man Zwölfjährige entscheiden lassen, was mit einer Million Dollar geschehen soll? Dieses Beispiel zeigt: Man muss

Greenpeace Magazin - Geht doch: Wir schämen uns die Erde gesund

Wir schämen uns die Erde gesund

Ist das die Antwort auf den Klimawandel? Immer mehr Schweden empfinden „Flugscham“ – und bleiben am Boden