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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Stimmt es, dass in Deutschland pro Jahr 1200 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt werden? 15 Gramm pro Einwohner?

Text: Bastian Henrichs

fragt Johann Jungbauer aus Landshut

Ja, das stimmt. Die genaue Zahl, 2014 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ermittelt, lautet: 1238 Tonnen. Das ist viel zu viel, aber immerhin ist die Menge um 468 Tonnen gesunken, seit 2011 begonnen wurde, die Daten transparent zu machen. Ein kleiner Erfolg – der jedoch das Hauptproblem überdeckt. Denn der Einsatz von „Reserveantibiotika“ steigt. Das sind Mittel, die die Weltgesundheitsorganisation eigentlich für den Menschen reserviert hat. Der Wirkstoff Fluorchinolone beispielsweise ist für die Behandlung der recht häufig vorkommenden Infektionen mit Kolibakterien oder Salmonellen von immenser Bedeutung. Der intensive Einsatz dieses Antibiotikums in der Tierhaltung erhöht die Gefahr, dass sich resistente Bakterien entwickeln, die auch auf den Menschen übertragen werden. Eine Behandlung dieser Infektionen ist dann nicht mehr möglich. Die Abgabemenge von Fluorchinolone ist zwischen 2011 und 2014 um fünfzig Prozent auf 12,3 Tonnen gestiegen.