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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.17

Umdenken und Müll vermeiden

Wegweiser: Michael Broglin (53)
Wer dieser Tage durch Freiburg schlendert, dem fallen sie schnell ins Auge: 57 Cafés und Bäckereien in der Innenstadt bieten seit Ende November bunte Pfandbecher für Kunden an, die ihre Heißgetränke gern „to go“ konsumieren. „Ich persönlich würde ja nie im Gehen trinken. Aber das ist wohl eine Generationenfrage“, sagt Michael Broglin. Weil allein in Freiburg zwölf Millionen leere To-go-Becher pro Jahr anfallen und das Stadtbild verschmutzen, griff der Geschäftsführer der städtischen Abfallwirtschaft den Impuls eines Cafés auf und entwickelte kurzerhand das erste kommunale Pfandbechersystem Deutschlands. Mit 15.000 Bechern aus voll recycelfähigem Polypropylen, die für je einen Euro Pfand an die eiligen Kaffee- und Teetrinker ausgegeben werden, erleichtert Broglin die Arbeit der Stadtreinigung und setzt gleichzeitig der Wegwerfkultur etwas entgegen. „Wenn es hier im grünen Freiburg nicht klappt, dann klappt es nirgends“, sagt er. Bisher macht die Stadt ihrem Ruf alle Ehre, der „Freiburg-Cup“ scheint ein voller Erfolg zu sein. Nun soll der Sitztrinker Broglin deutschlandweit Städte in Sachen Pfandbecher beraten.
abfallwirtschaft-freiburg.de