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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.15

Umweltschutz auf Türkisch

Sürdürülebilirlik. Das türkische Wort für Nachhaltigkeit ist auch für Muttersprachler ein Zungenbrecher. „Als ich 2006 mit meiner Arbeit anfing, kannte das keiner“, sagt Gülcan Nitsch. Die Gründerin der Initiative Yesil Cember – der grüne Kreis – hatte sich vorgenommen, die türkische Gemeinschaft in Berlin für den Umweltschutz zu begeistern. Ihr war aufgefallen, dass sie unter Umweltaktivisten immer die Einzige mit Migrationshintergrund war. Das wollte sie ändern. Doch die türkischen Vereine winkten zunächst ab: Die Einwanderer hätten andere Probleme, Umweltschutz sei für sie kein Thema. „Ich bekam keinen Fuß in die Tür, deshalb hab ich die Tür selbst gebaut“, sagt Gülcan Nitsch. Mit Beharrlichkeit gewann sie ehrenamtliche türkischstämmige Mitstreiter, mit denen sie Themen wie Energiesparen, umweltschonendes Waschen und verantwortungsvollen Konsum populärer machte. Heute arbeitet Yesil Cember deutschlandweit. Die Nachfrage nach Kursen und Weiterbildungen ist enorm. „Wenn wir mit Broschüren gezielt auf die Migranten zugehen, geht es um Respekt“, sagt Nitsch. „Bei den Menschen kommt an: Wir wollen euch dabeihaben.“
yesilcember.eu