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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.15

Uni für alle

Das Kunstprojekt „The Silent University“ macht Flüchtlinge zu Dozenten
Viele Flüchtlinge kämpfen jahrelang um die Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse. Um ihnen einen Weg aus der berufli-chen Perspektivlosigkeit zu bieten, gründete der Künstler Ahmet Ögüt 2012 die „Silent University“ in London und Stockholm. Unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus können hier Akademiker ihr Wissen weitergeben: Ob Vorlesungen über kurdische Literatur, das uigurische Bildungssystem oder Unternehmensführung – das Programm der Universitäten ist vielfältig. Die Dozenten erhalten hochschulübliche Honorare. Auch in Hamburg soll es bald soweit sein: „Es ist hier gerade der richtige Moment, so eine Initiative zu starten“, sagt die Stadtkuratorin Sophie Goltz. Für rund ein Jahr finanziert unter anderem die Kulturbehörde das Projekt. Die ersten Dozenten stehen schon fest: Der Journalist Asuquo Udo und der Sozialkundelehrer Abimbola Odugbesan stammen aus Nigeria und sind Teil der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“. Ab Anfang 2015 vermitteln sie im Bildungs- und Kulturzentrum W3 ihr Wissen.


Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.
Robert Schuman(1886-1973), französischer Außenminister und ein Gründervater der EU


Pistolen zu Sägen
Venezuelas Regierung will ihre Bevölkerung entwaffnen. Im Tausch gegen Pistolen und Gewehre bietet Innenminister Miguel Rodrigues Torres Motorsägen, Laptops oder Universitätsstipendien an. „Die Waffe ist nicht die Lösung, sondern das Problem“, sagte er zum Start der staatlichen Tauschaktion. Schätzungsweise vier Millionen illegale Waffen sind im Umlauf. Venezuela verzeichnet die zweithöchste Mordrate der Welt. Nach Angaben der unabhängigen Beobachtungsstelle für Gewalt sind dort im Jahr 2013 mehr als 24.000 Menschen ermordet worden.


Essen ohne Grenzen
Wie könnte man besser miteinander ins Gespräch kommen als bei einem gemeinsamen Essen, dachte sich der Schweizer David Höner und gründete 2005 mit Freunden das Projekt „Cuisine sans frontières“ (CSF). In Orwa im Nordwesten Kenias baute die Hilfsorganisation das Restaurant Calabash als interkulturellen Treffpunkt auf. Hier, in ihrem Grenzgebiet, geraten die Volksgruppen Pokot und Turkana immer wieder aneinander, insbesondere wegen Viehdiebstahls. Ab 2015 soll ein kenianischer CSF-Ableger mit Vertretern beider Stämme das Restaurant in Eigenregie betreiben.


Eine Utopie nimmt Fahrt auf
Wer den Weltfrieden sucht, wird in Leipzig fündig. Er ist weiblich, nur 28 Quadratmeter groß und kann sogar schwimmen: Die 1945 gebaute „MS Weltfrieden“ tuckert von April bis Oktober den Karl-Heine-Kanal entlang. Wie das Boot zur Utopie wurde, weiß der heutige Betreiber Martin Schulte nicht. Dafür erinnert er sich, dass zu DDR-Zeiten ein  Schwesterschiff mit einem ähnlich weltbewegenden Namen auf dem Auensee verkehrte: die „MS Völkerfreundschaft“. Dieser Ausflugsdampfer konnte nicht vor der Verschrottung bewahrt werden – im Gegensatz zur MS Weltfrieden. Ein Förderverein hat sie gerettet, seit 1998 ist das Boot wieder unterwegs


Friedensarmreifen – gefertigt in Laos, aus dem Metall jener Bomben, die im Vietnamkrieg von den USA auf das Land abgeworfen wurden. Vom Erlös finanziert die US-Gruppe „Article 22“ sowohl Löhne für die laotischen Kunsthandwerker als auch Bombenräumung.
article22.com/peacebomb/peace-bomb.html