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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.13

Updates

Tödliche Geschäfte
Deutsche Firmen liefern Überwachungstechnik an diktatorische Regime. Das legen Dokumente nahe, die die Enthüllungsplattform Wikileaks kürzlich veröffent­lichte. Aus ihnen geht hervor, wann und wie oft Vertreter deutscher Anbieter von Spähtechnologie in Länder wie Turkmenistan, Oman oder Bahrain reisten – allesamt Staaten, die in Demokratie-Rankings auf den hinteren Plätzen landen. Obwohl die Überwachungs­software dazu führen kann, dass Regimekritiker verfolgt, gefoltert oder getötet werden, ist ihr Export legal. Trojaner und andere Hacker-Werkzeuge gelten nicht als Waffen. GPM 3.13


Schmutzige Luxusschiffe
Schlechte Noten vergab der Naturschutzbund (Nabu) Anfang August für die Kreuzfahrtindustrie: 17 von 20 neuen Luxuslinern, die ab 2016 in europäischen Gewässern unterwegs sein sollen, verfügen nach Angaben des Nabu über keinerlei Abgasreinigung. Nur drei Wochen später gibt die Kreuzfahrtindustrie, allen voran die Reederei Aida Cruises, hohe Investitionen in Umwelttechnologie bekannt. Ganz freiwillig geschieht das allerdings nicht: Die Internationale Maritime Organisation verpflichtet die Reedereien, ihre Schadstoffemissionen bis 2020 weiter zu reduzieren. GPM 2.12

Votum gegen Ölförderung
Die Idee war bahnbrechend: Um Regenwald, Menschen und das Klima zu schützen, wollte der südamerikanische Staat Ecuador die riesigen Ölvorkommen im geschützten Amazonasgebiet YasunÍ nicht antasten. Im Gegenzug verlangte Präsident Rafael Correa von der internationalen Gemeinschaft eine Ausgleichszahlung in Höhe der Hälfte des Ölexportwertes von sieben Milliarden Euro. Da bis August aber nur weniger als ein halbes Prozent dieser Summe auf einen UN-Treuhandfonds einging, erklärte Correa seine Initiative für gescheitert. Nun wollen Umweltschützer die Ölförderung in diesem sensiblen Gebiet per
Referendum verhindern. GPM 6.09

Norwegen fährt elektrisch
Auf Norwegens Straßen sind 11.000 Elektroautos unterwegs – das ist prozentual gesehen Spitze in Europa. Deutschland bringt es derzeit nicht einmal auf 8000 E-Mobile. Der Grund: In Norwegen sind E-Fahrer von der 25-prozentigen Mehrwertsteuer befreit, zahlen weder Zulassungs- oder Zollabgaben noch Mautgebühren, dürfen Busspuren nutzen, umsonst parken und sogar gratis tanken – der Strom kommt zu 99 Prozent aus Wasserkraft. GPM 2.11

Nachhaltige Fischzucht
Mit einem eiweißreichen Mehl, gewonnen aus den Larven der Soldatenfliege, will das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz die
Fischzucht in Aquakulturen nachhaltig machen. An die Fliegenlarven könnten Lebensmittelreste verfüttert werden. Mit einer Zulassung des Insektenmehls rechnet FiBL im kommenden Jahr. Bislang werden bis zu 20 Millionen Tonnen Fisch jährlich zu Fischmehl verarbeitet. GPM 4.05