Greenpeace Magazin Ausgabe 5.14

Updates

Neuland für Klimaopfer
Anote Tong, Präsident des pazifischen Inselstaates Kiribati, hat auf den Fidschi-Inseln fast 25 Quadratkilometer Land erworben. Dorthin sollen mehrere Tausend Kiribatier ziehen, wenn ihre Heimat infolge des Klimawandels durch den ansteigenden Meeresspiegel überschwemmt wird. Parallel lässt Tong die Idee prüfen, schwimmende Inseln für die rund 100.000 bedrohten Bewohner zu konstruieren. Erst vor einigen Monaten hatte Ioane Teitiota aus Kiribati als erster Klimaflüchtling Asyl in Neuseeland erbeten. Sein Antrag wurde abgelehnt. GPM 1.09, 5.00

Adidas will giftfrei produzieren
Eigentlich hatte Adidas im Rahmen der „Detox“-Kampagne schon vor drei Jahren versprochen, bis 2020 auf gefährliche Chemikalien zu verzichten. Doch passiert ist nichts. Kurz vor der WM untersuchte Greenpeace Sportartikel und fand wieder eine ganze Palette von Schadstoffen. Daraufhin erneuerte Adidas sein Versprechen und legte einen konkreten  Ausstiegsplan vor. Greenpeace bleibt dran und fordert Puma und Nike auf, nachzuziehen. GPM 5.09, 3.04

Attacke gegen Zivilgesellschaft
Das russische Justizministerium macht Ernst: Fünf NGOs, darunter Memorial und Ecodefense, wurden zu „ausländischen Agenten“ erklärt. Sie müssen nun mit schärferer Überwachung, Geldstrafen und sogar einem Gerichtsverfahren rechnen. „Statt Verletzungen von Bürgerrechten zu bekämpfen, führt der Staat Krieg gegen jene, die diese Verletzungen bekannt machen“, kritisiert Memorial dieses Vorgehen und fordert die Regierung auf, das sogenannte Agentengesetz aufzuheben. Greenpeace Russland ist bislang nicht betroffen. GPM 6.12

Reptilienflut in Tierheimen 
Deutsche Tierheime mussten in den vergangenen fünf Jahren rund 30.000 Reptilien aufnehmen. Die Exoten seien viel zu leicht zu bekommen, die Halter seien schnell überfordert und setzten die Tiere dann aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes. Er fordert die Politik auf, endlich – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – den Handel und die Haltung zu regulieren, gewerbliche Tierbörsen und die Einfuhr von Wildfängen zu verbieten. GPM 5.13, 3.06

Island jagt wieder Wale 
Der Finnwalbestand im Nordostatlantik steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Den isländischen Walfänger Kristjan Loftsson stört das nicht. Auch durch die Tatsache, dass kaum noch jemand Walfleisch isst, es im vergangenen Jahr zum Teil sogar zu Hundefutter verarbeitet werden musste, lässt sich der Mann nicht umstimmen. Greenpeace ruft Fischhandelsunternehmen wie beispielsweise die „Deutsche See“ dazu auf, ihre Verträge mit der Firma „HB-Grandi“, an der Loftsson beteiligt ist, zu kündigen. Frosta und Norma haben das bereits getan. GPM 3.07