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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.16

Vielfalt per Mausklick

Wegweiser: Viktoria Schmidt (29)
Früher waren die aggressiven Bienen ihres Opas der kleinen Viktoria ein Graus. Als der Großvater zu imkern aufhörte und die Kirschbäume auf dem Einödhof in Oberbayern fortan kaum noch Ertrag brachten, kam die junge Frau ins Grübeln. „Ich erkannte, dass ohne die Tausenden von Hobbyimkern die Artenvielfalt nicht erhalten werden kann“, sagt Viktoria Schmidt. Sie legte sich selbst Bienenkästen zu. Doch angesichts des Insektensterbens wollte die Münchnerin mehr tun, um den Imkern unter die Arme zu greifen und die Artenvielfalt zu erhalten. „Wenn Bienenhalter ihren Honig nicht mehr absetzen können, hören viele auf zu imkern“, sagt Schmidt. „Die Nutz- und Wildpflanzen werden dann nicht mehr flächendeckend bestäubt.“ Auf der Webseite der Produktdesignerin können Kunden den Honig darum direkt beim Hobbyimker ihrer Wahl bestellen. Der füllt sein süßes Produkt in einen Honigbeutel, so groß wie eine Buchsendung, und verschickt ihn mit der Post. „Das ist unkompliziert, günstig und trotz der Verschickung ressourcenschonend“, sagt Schmidt. Über tausend Imker hat sie bereits ins Boot geholt – und es werden immer mehr.
nearbees.de