Greenpeace Magazin Ausgabe 2.99

Volldampf auf die Schiene

„In den letzten 40 Jahren ist die Dampftechnik sträflich vernachlässigt worden“, sagt der schweizerische Lokomotivenexperte Roger Waller, „dabei ist ihr technisches Potential längst nicht ausgeschöpft.“ Seit 1993 hat der Ingenieur nicht nur drei alte Loks generalüberholt, sondern auch fünf neue dampfgetriebene Zahnrad-Modelle auf die Schiene gesetzt. Seit Leichtöl statt Kohle den Kessel heizt, stoßen die Dampfloks weniger Ruß und Stickoxide aus als jede Diesellok. Im Streckenbetrieb reicht die Energieausbeute zwar noch nicht an die Werte der Diesel-Konkurrenz heran, doch im Rangierbetrieb, in dem ständig zwischen Vollast und Leerlauf gewechselt wird, ist sie überlegen, glaubt Waller. Die Dampfmaschine macht eine kontinuierlichere Verbrennung möglich, was Energie spart. Doch für die Weiterentwicklung der Technik, die sie auch auf der Strecke konkurrenzfähiger zum Dieselantrieb machen könnte, fehlt bislang das Geld. Noch werde in der Dieseltechnik für die Optimierung eines einzigen Ventils so viel ausgegeben, wie er für den Umbau ganzer Dampfloks ausgeben könne, sagt Waller.