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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.05

Von Schweinen und Schaben

Text: Kurt Stukenberg

Massentierhaltung ist das Markenzeichen des niedersächsischen Landkreises Vechta mit seinen 1,11 Millionen Schweinen. Nun kämpft er mit Massen eines weniger beliebten Tieres: Kakerlaken. Die Behörden wollen den Schaben mit Gift ein Ende machen – und alle Haushalte dazu verpflichten, auf eigene Kosten Kammerjäger kommen zu lassen. „Ungerecht“, findet der Grüne Jürgen Hillen aus Vechta, dass Privatleute für die Folgen der Schweinezucht zahlen sollen. „In Ställen herrscht das Entwicklungsoptimum für Schaben“, konstatiert Jona Freise vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Die Krankheitsüberträger seien „eine unterschätzte Gefahr der Massentierhaltung“. Da Blatta orientalis gegenüber einigen Insektiziden resistent ist, soll ein problematischer Cocktail eingesetzt werden: Er enthält unter anderem den Wirkstoff DDVP, den die Weltgesundheitsorganisation WHO als „hoch gefährlich“ einstuft.