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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.16

Wald als Genossenschaft

Wegweiser: Markus Wolff (49), Volker Pleiß (50) und Jutta Velte (58)
Ein Förster, ein Banker, eine Politikerin – das passt auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen. Doch diese drei ergänzen sich bestens und haben als Trio ein Projekt gestartet: die Waldgenossenschaft Remscheid. „Wir beobachten, dass viele private Eigentümer ihren Wald vernachlässigen“, sagt Förster Markus Wolff. Die Genossenschaft kauft solche Flächen auf, um sie nachhaltig zu bewirtschaften. „Natürlich arbeiten wir dabei kostendeckend“, fügt Sparkassenmanager Volker Pleiß hinzu. „Wir wollen einen Holzerlös erzielen, um zumindest eine schwarze Null zu schreiben.“ Zehn Prozent des Waldes bleiben aber völlig ungenutzt. Hier soll Wildnis entstehen, sollen Tiere und Pflanzen ungestört leben – das haben die mittlerweile 170 Genossen entschieden. „Wir legen gemeinsam fest, ob ein Waldstück für die Holzwirtschaft, zum Naturschutz oder als Erholungsgebiet genutzt wird – ganz demokratisch“, sagt Jutta Velte, grüne Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag. So soll der Wald zur Gemeinschaftssache werden. Markus Wolff ergänzt: „Wir wollen, dass die Bürger mitreden und sich wieder mit ihrem Wald identifizieren.“
waldgenossenschaft-remscheid.de