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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Was ist besser, bio oder regional?

fragt Anja Treitschke-Pahl aus Overath

Drei Faustregeln:

1. Bei tierischen Produkten und auch bei Getreide ist in der Regel bio besser für die Umwelt als regional. Denn Fleischprodukte haben einen so großen ökologischen Rucksack, dass der Transport kaum zu Buche schlägt. Der Biolandbau benötigt pro Hektar zwei Drittel weniger Energie als die konventionelle Landwirtschaft. Verantwortlich dafür ist der Futtermittelanbau auf gerodeten Regenwaldflächen und Mineraldünger, dessen Produktion und Einsatz Erdöl verschlingt und klimaschädliches Lachgas freisetzt. Zudem kommt es unter biologischer Bewirtschaftung zu Humusaufbau, was Kohlendioxid bindet. Auch der Artenreichtum ist auf Ökoäckern größer.

2. Bei Obst und Gemüse Saisonales wählen, das vermeidet Gewächshaus-, Flug- und Lagerware. Wenn man das beherzigt, ist tendenziell regional besser. Deutsche Tomaten, Gurken oder Erdbeeren, im Sommer gekauft, kommen wahrscheinlich aus dem Freiland. Heimischer Kopfsalat stammt bis zum ersten Frost im Herbst auch vom Feld. Danach lieber winterharte Sorten wie Feldsalat und Rucola kaufen. Denn eine Beheizung mit fossilen Brennstoffen im Gewächshaus verfünffacht den  CO2-Fußabdruck der Ware, muss jedoch nicht gekennzeichnet werden. Auch Biosalat kann im Winter je nach Witterung aus dem beheizten Treibhaus kommen.

3. Wasser aus dem Wasserhahn ist hundertmal umweltfreundlicher als Flaschenwasser aus einer regionalen Quelle und tausendmal besser als importiertes. Bei Apfelsaft hat nur der aus Streuobst eine bessere Ökobilanz als die importierte Bio-Alternative. Dieser regionale Konsum unterstützt zudem den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften.