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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Was steckt in Quark und Joghurt, dass sie so lange nicht verderben?

Text: Maike Ehrlichmann, Ernährungsberaterin

fragt Irene Egenlauf aus Ditzingen

Das liegt eher daran, was nicht mehr drinsteckt. Ungeöffneter Joghurt ist zum Teil noch fünf Jahre nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum „gut“. Denn Milchprodukte werden in der Regel schon aus pasteurisierter Milch hergestellt und nach dem Abfüllen normalerweise noch einmal bis zu 30 Sekunden auf 75 Grad Celsius erhitzt. Damit ist alles, was jemals an Keimen drin war, tot. Fruchtjoghurt und Quark dürfen in den Fruchtzusätzen außerdem Konservierungsstoffe enthalten, die nicht deklariert werden müssen. Dabei hat die Menschheit Joghurt und Quark einst entwickelt, um Milch länger haltbar zu machen: Gute Milchsäurebakterien unterdrücken gefährliche Keime. Nur hat dieses Prinzip natürliche Grenzen, die durch das Erhitzen weit überzogen werden. Nährstoffe gehen dabei zwar kaum verloren, aber wenn wir an Lebensmittel als etwas Lebendiges denken, muss man sagen: Die Lebendigkeit wird mit diesem Verfahren definitiv abgetötet – und alle guten Keime und Kulturen gehen kaputt.