Fokus

Wat mutt, datt mutt.
Oder?

Süße Kutter, nette Leute: Krabbenfischerei im Nationalpark Wattenmeer wirkt ganz harmlos. Doch Naturschützer sehen das ein bisschen anders

Knochenjob: Azubi Thilo Reich ist auf der „Polaris“ fürs Klarmachen der Netze zuständig. Oben links: der Schlitten, der gleich über den Meeresgrund schleift
Knochenjob: Azubi Thilo Reich ist auf der „Polaris“ fürs Klarmachen der Netze zuständig. Oben links: der Schlitten, der gleich über den Meeresgrund schleift
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Wat mutt, datt mutt.
Oder?

Süße Kutter, nette Leute: Krabbenfischerei im Nationalpark Wattenmeer wirkt ganz harmlos. Doch Naturschützer sehen das ein bisschen anders

Text: Wolfgang Hassenstein

Fotos: Fritz Beck

Knochenjob: Azubi Thilo Reich ist auf der „Polaris“ fürs Klarmachen der Netze zuständig. Oben links: der Schlitten, der gleich über den Meeresgrund schleift
Knochenjob: Azubi Thilo Reich ist auf der „Polaris“ fürs Klarmachen der Netze zuständig. Oben links: der Schlitten, der gleich über den Meeresgrund schleift

Ein schöner Kutter, ein traditionelles Handwerk, ein Familienbetrieb – so, wie Uwe Abken sie betreibt, wünschen sich viele die Fischerei. Nun hat er mit 400 anderen Krabbenfängern in der Nordsee das Nachhaltigkeitssiegel des MSC erhalten. Doch der Streit darüber, ob man Schleppnetze über den Meeresboden im Nationalpark Wattenmeer ziehen darf, geht damit nur in eine neue Runde

Als Uwe Abken seinen Kutter durch die Hafenausfahrt von Neuharlingersiel in die Dunkelheit steuert, ist die See überraschend friedlich. Dabei hatte es in der Nacht noch so gepfiffen, dass selbst der sturmerprobte Käpt’n in seinem Bett „von ’ner heftigen Bö“ wachgeworden war, wie er jetzt erzählt. Im Schutz der Ostfriesischen Inseln ist vom Wind, der draußen über der offenen Nordsee noch immer kräftig bläst, kaum etwas zu spüren.

Doch er hat an diesem milden Dezembermorgen viel Nordseewasser in die Priele gedrückt. „Wir können uns Zeit lassen mit dem Auslaufen“, sagt Abken zu seinem Azubi Thilo Reich, der zugleich sein Stiefsohn ist. Ein Blick auf die Uhr: Es ist fast vier, als die „Polaris“ schließlich ihren Fanggründen entgegentuckert.

Weit haben es die Krabbenfischer aus dem Städtchen Esens ohnehin nicht: Sie wollen auf der Otzumer Balje bleiben, dem baumartig verzweigten Prielsystem zwischen Spiekeroog und Festland. „Weiter fahr ich im Winter nicht raus“, sagt Abken, ein Mann mit kurzem Haar und kurzen Sätzen. „Das können nur die Großen.“

Wie jeden Morgen lenkt er sein Schiff, 15 Meter lang und blau lackiert, über den Hauptpriel erst einmal in die Fahrrinne zum Spiekerooger Inselhafen. Kurz davor wendet er, gibt Thilo mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass er die Netze klarmachen soll, und beidseits der Polaris senken sich die Baumkurren ins Wasser – jene Markenzeichen der Krabbenkutter, deren Silhouette für viele Touristen zur Nordsee gehört wie die Kuckucksuhr zum Schwarzwald.

Uwe Abken ist seit Jahrzehnten Fischer und kennt das Wattenmeer wie seine Westentasche. Die Aufregung um die Krabbenfischerei im Nationalpark kann er nicht verstehen
Uwe Abken ist seit Jahrzehnten Fischer und kennt das Wattenmeer wie seine Westentasche. Die Aufregung um die Krabbenfischerei im Nationalpark kann er nicht verstehen
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Abkens Arbeit, die so malerische Bilder liefert, kommt in Zeiten der Industrialisierung der Meere dem Ideal einer handwerklichen Küstenfischerei sehr nahe. Die Boote der Krabbenfischer sind das Gegenbild zu den riesigen Trawlern auf hoher See, die hübschen Kutterhäfen ein Topargument für den Urlaub am Meer.

Viele der rund hundert deutschen Fangbetriebe sind seit Generationen in Familienhand – auch Thilo plant, den Kutter seines Stiefvaters später einmal zu übernehmen. Und Landespolitiker halten schützend ihre Hände über die Branche, die zum festen Bestandteil der norddeutschen Identität geworden ist. Sogar Schleswig-Holsteins grüner Umweltminister Robert Habeck, inzwischen Bundesvorsitzender seiner Partei, hat sich einmal dabei fotografieren lassen, wie er das Tau eines anlegenden Kutters über den Poller einer frisch modernisierten Kaianlage wirft.

Und dennoch gibt es seit Jahren Streit um die Krabbenfischerei. Denn Naturschützer beklagen, dass Grundschleppnetze, zu denen auch die Kurren zählen, die Bodenfauna von Wattenmeer und Nordsee schwer schädigen. In den letzten Monaten ist die Debatte wieder einmal hochgekocht, weil die Krabbenfischer künftig das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei tragen sollen, was nicht jedem Meeresschützer einleuchtet.

Die meisten Krabben fangen die deutschen Fischer in den Nationalparks rund um die Ost- und Nordfriesischen Inseln. Die Frage ist, ob sie hier und im Naturschutzgebiet Sylter Außenriff überhaupt unterwegs sein sollten.

Uwe Abken aber, der übers Meer besser Bescheid weiß als jedes Landei, sagt mit der Selbstgewissheit des Fischers: „Wir machen nichts kaputt.“ Seit dreißig Jahren fische er Krabben, und noch immer seien genug davon da. Er habe Zeiten erlebt, „da konntste die Krabben mit der Unnerbüx fangen“, und dann wieder solche, in denen die Netze beinahe leer blieben. Für die jüngste Flaute hat er den Wittling in Verdacht, dessen gefräßige Jungfische in den letzten beiden Jahren massenhaft vor der Küste auftauchten.

Sobald die Fischer den Steertknoten am sackförmigen Netzende öffnen, gleitet der Fang heraus. Ist er so üppig und sauber wie heute, hat der Käptn nichts zu meckern
Sobald die Fischer den Steertknoten am sackförmigen Netzende öffnen, gleitet der Fang heraus. Ist er so üppig und sauber wie heute, hat der Käptn nichts zu meckern
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Während er erzählt, manövriert Abken die Polaris mit einer Art Joystick möglichst nah am Rand der Fahrrinne entlang. „Da sind die meisten Krabben“, erklärt der Ostfriese und nimmt, natürlich, einen Schluck Tee. Das Tempo ist gemütlich wie der Käpt’n selbst, nur zwei bis drei Knoten, „da kannste nebenherlaufen“. Als das Ende der Fahrrinne erreicht ist, wird gehievt.

Von seinem Schaltstand in der Kajüte aus zieht der Fischer die stählernen Kurrbäume hoch, mitsamt der Netze und der an ihnen befestigten Rollengeschirre, die während des Fangs über den Grund rumpeln und die Krabben aufscheuchen. Prallgefüllt schwingen die sackförmigen Steerts übers Deck. Ein Fingerzeig, doch Thilo weiß schon, was er zu tun hat. Jeder öffnet auf seiner Seite über einem Fangtrichter den sechsfach geschnürten Steertknoten am Netzende, und in einem graubraunen Schwall rutscht der Fang heraus.

Der erste Hol des Tages stellt die Fischer schon mal zufrieden: Zwar ist etwas Seegras darin, aber auch viele der begehrten, zuckenden Krebstierchen, dazu ein paar Fische, Seesterne und größere Krebse. Ratternd und zischend setzt sich nun eine raffinierte Abfolge von Förderbändern, Schüttelsieben und wasserumspülten Sortiertrommeln in Bewegung, die fast das ganze Deck einnimmt.

Unerwünschte Tiere fallen auf halber Strecke in einen Eimer, während die Krabben erbarmungslos zur vollautomatischen „Kochstraße“ weitergeruckelt werden, einem dampfenden Edelstahlzylinder, der sie verschluckt und nach sieben Minuten – nun zartrosa und süßlich duftend – auf der anderen Seite wieder ausspuckt. Thilo, der die ganze Zeit umherläuft und mit dem harten Strahl aus einem Wasserschlauch nachhilft, falls es irgendwo klemmt, wirft noch einen prüfenden Blick auf die Ausbeute und verstaut sie dann kistenweise im Schiffsbauch.

Ein paar Tage später sitzen Dirk Sander, der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Deutscher Krabbenfischer, und Hans-Ulrich Rösner, Wattenmeerexperte des WWF, gemeinsam auf einem Podium in Hamburg. Die MSC-Referentin Vivien Kudelka gibt den wenigen erschienenen Medienleuten freudig bekannt, dass die deutschen, dänischen und niederländischen Krabbenfischer nun endlich das MSC-Zertifikat erhalten – jenes blaue Siegel des Marine Stewardship Council, das auf den Verpackungen von immer mehr Fischprodukten den umweltverträglichen Fang garantieren soll.

Fliegender Geleitzug: Möwen lassen den Kutter nicht aus den Augen und warten beharrlich darauf, dass für sie vom Fang etwas abfällt
Fliegender Geleitzug: Möwen lassen den Kutter nicht aus den Augen und warten beharrlich darauf, dass für sie vom Fang etwas abfällt
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Trotzdem ist die Atmosphäre bei der Pressekonferenz etwas angespannt. Dirk Sander, ein Ostfriese mit Ohrring, brummelt: „Wir freuen uns eigentlich, dass wir den blauen Fisch jetzt haben.“ Uneigentlich ist die von Sander vertretene Gemeinschaft – „400 Fischer, alle ’n eigenen Kopp, drei Länder, 35 Häfen“ – höchstens vorsichtig optimistisch, dass sich dieser Schritt für sie bezahlt macht. Schließlich gilt für die Krabbenfischerei nun erstmals ein Managementplan: Bei sinkenden Beständen sollen auch die Fangzeiten sinken – das müssen die Fischer erst mal verknusen.

„Die wollen nachhaltig fangen“, erklärt Sander, wie seine Kollegen ticken, „aber wenn man denen sagt ‚du musst...‘, dann gehen bei denen die roten Alarmleuchten an.“ Nun müsse man sogar mit den Umweltverbänden klarkommen. „Mit denen waren wir ja nicht immer gut zugange“, sagt er, und sein Blick wandert zum anderen Ende des Podiums.

Thilo Reich sortiert nach dem Kochen aus, was keine „echte“ Krabbe ist
Thilo Reich sortiert nach dem Kochen aus, was keine „echte“ Krabbe ist
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Dort sitzt, mit Panda am Revers, Hans-Ulrich Rösner. Er stellt erst einmal fest, dass die Krabbenfischerei im Nationalpark mit dessen wichtigstem Schutzziel, der ungestörten Entwicklung der Natur, „eigentlich“ nicht zusammenpasse – ein „eigentlich“ steht nun gegen das andere. Noch im September hatte der WWF deshalb mit anderen Naturschutzverbänden gegen die Zertifizierung Einspruch erhoben.

Doch nun würden die Verbände doch zustimmen – trotz einer „gewissen Unzufriedenheit“ darüber, dass die Fischerei in Schutzgebieten nicht angetastet worden sei, wie Rösner etwas umständlich einschiebt. Denn die Krabbenfischer haben den beteiligten Umweltverbänden Zugeständnisse gemacht und zum Beispiel versichert, bis zur Neuvergabe des Siegels in fünf Jahren die ungewollten Beifänge besser zu dokumentieren.

Auch soll in gründlicher Forschung, koordiniert vom Hamburger Thünen-Institut für Seefischerei, erkundet werden, wie sich der Krabbenfang denn nun wirklich auf die Meeresfauna auswirkt. Bisher hätten die Kenntnisse darüber nämlich eine „erstaunlich dünne Basis“, wie Institutsdirektor Gerd Kraus erklärt, der neben Kudelka zwischen den beiden Kontrahenten sitzt und das Forschungsprojekt leiten wird.

Über der Otzumer Balje ist es inzwischen hell geworden, bis zum Mittag wird sechsmal gehievt. Käpt’n Abken nutzt die ungewöhnlich hohe Flut für eine Abkürzung: Von einem landseitigen Prielende setzt er zum nächsten über, was bei normalem Hochwasser gar nicht geht. „Ich kenn’ hier jeden Stein“, witzelt er, es gibt ja auch kaum welche. Auf der elektronischen Seekarte ist die Route des Tages zu sehen: Die Polaris hat das Prielsystem fast vollständig abgefahren.

Neben dem Steuer liegt ein laminiertes Merkblatt mit den wichtigsten Regeln des MSC. So müssen die Fischer die Maschenweite ihrer Netze bis 2020 schrittweise von 18 auf 26 Millimeter erhöhen, damit mehr junge Krabben entwischen können. Dazu der Hinweis, dass Müll und Netzreste an Land zu entsorgen sind – und auf der Rückseite Abbildungen selten gewordener Arten wie Stör, Schnäpel und Hai, welche die „Fischer als Forscher“ künftig melden sollen.

Größeren Beifang – junge Heringe, Plattfische und Wittlinge – wirft er zwischendurch über Bord
Größeren Beifang – junge Heringe, Plattfische und Wittlinge – wirft er zwischendurch über Bord
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Draußen am gehievten Netz zeigt Abken eine Öffnung, in die ein großmaschiges Siebnetz eingenäht ist: Die Vorrichtung, die große Fische aus dem Netz leiten soll, hat er früher nur im Winter benutzt, weil sie oft verstopft. Künftig aber ist sie ganzjährig Pflicht, und Abken findet das gut. „Man sieht ja, dass ich kaum Beifang hab“, sagt er mit einem Blick auf den Eimer unter der Sortiertrommel.

Tatsächlich besteht der weit überwiegende Teil des Fangs an diesem Tag aus Krabben. Trotzdem gehen einige hundert Fische ins Netz – kleine Plattfische, ein paar Heringe, auch bizarre Geschöpfe wie die dicklichen Scheibenbäuche und gepanzerte Steinpicker. „Die meisten überleben“, sagt Uwe Abken. Allerdings wirken viele der Fische im Eimer lädiert und benommen, bevor Thilo sie wieder von Bord spült.

Auf der gesamten Fangfahrt wird die Polaris von Hunderten Möwen begleitet, die es auf tote oder verletzte Tiere abgesehen haben, welche nicht schnell genug abtauchen. Für Meeresbiologen sind die Schwärme im Schlepptau der Kutter ein weithin sichtbarer Beweis, dass der Eingriff ins Ökosystem eben doch erheblich ist.

Sandkorallenriffe, Katzenhaie, Nagelrochen – sie alle sind in den letzten hundert Jahren aus Wattenmeer und südlicher Nordsee verschwunden, und Meeresschützer wie Biologen haben kaum Zweifel daran, dass die Fischerei mit Schleppnetzen daran zumindest eine Mitschuld trägt.

Dagegen hat ein anderer Wattbürger offensichtlich kein Problem mit den Kuttern: Seehunde, Wittlingsjäger und deshalb laut Abken „beste Freunde des Krabbenfischers“, lümmeln in großen Gruppen auf Sandbänken herum. 2017 gab es so viel Nachwuchs wie noch nie. Für Abken sind sie die besten Zeugen dafür, dass trotz flächendeckender Fischerei im Watt noch immer das Leben tobt.

Vielen Touristen erscheinen Kutter mit Möwen im Schlepptau als perfektes Nordseeidyll. Doch weil der Fang mit Grundschleppnetzen nicht zur Idee des Meeresschutzes passt, steuern die Krabbenfischer in eine ungewisse Zukunft
Vielen Touristen erscheinen Kutter mit Möwen im Schlepptau als perfektes Nordseeidyll. Doch weil der Fang mit Grundschleppnetzen nicht zur Idee des Meeresschutzes passt, steuern die Krabbenfischer in eine ungewisse Zukunft
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Nun hängt also viel davon ab, was das Forschungsprojekt rund um die MSC-Zertifizierung in den nächsten Jahren ergibt. Würden fischereifreie Zonen das Wattenmeer als Lebensraum entscheidend aufwerten? Könnten verschollene Arten gar zurückkehren, wenn man sie nur ließe?

Als Niedersachsen und Schleswig-Holstein in den Achtzigerjahren ihre Wattenmeer-Nationalparks gründeten, haben sie den Krabbenfischern Sonderrechte eingeräumt – die Parks wären sonst gar nicht durchsetzbar gewesen. Internationale Regularien für Nationalparks sehen jedoch den strengen Schutz von drei Vierteln ihrer Fläche vor. Außerdem ist das Wattenmeer inzwischen Weltnaturerbe der Unesco – und die Vereinten Nationen haben die Wiederherstellung der marinen Biodiversität zum globalen Ziel erklärt.

Der Konflikt zwischen Naturschutz, Tradition und Fischerinteressen hat sich derweil mit dem neuen MSC-Siegel erst einmal etwas beruhigt, so wie die See auf der Otzumer Balje. Dort neigt sich der Fangtag dem Ende entgegen: „Wir kriegen die zwanzig Kisten voll“, meldet der Azubi seinem Käpt’n.

Jede von ihnen fasst rund 15 Kilo, und pro Kilo hat Abken letzte Woche von seinem holländischen Abnehmer sieben Euro bekommen. Macht rund 2000 Euro brutto heute, ein guter Fang. „Morgen fahr ich wieder raus“, sagt Abken. „Solange das Wetter es zulässt.“ Und wenn ihm der Naturschutz keinen Strich durch die Rechnung macht, wird er es noch viele weitere Jahre tun – bis Thilo den Betrieb übernimmt.

Doch Abken weiß: Draußen über der Nordsee kann schon bald der nächste Sturm aufziehen.

 

Der weite Weg zum Verbraucher

Wer möchte, kann bei Uwe Abken Krabben direkt vom Kutter kaufen. Doch meist endet das Idyll kurz nach der Anlandung. Den weitaus größten Teil der Fänge kaufen niederländische Großhändler auf, transportieren ihn per Lkw nach Marokko, lassen ihn in riesigen Kühlhallen von schlecht bezahlten Arbeiterinnen schälen und dann nach Nordeuropa zurückkarren.

Sogar die Krabben im Fischimbiss von Neuharlingersiel haben diese Tour hinter sich. Damit die Ware unterwegs nicht gammelt, wird sie in Benzoesäure getränkt – in Konzentrationen, die Lebensmittelchemiker von übermäßigem Verzehr abraten lassen.

Der Verein „Sustain Seafood“ möchte alternative Vermarktungswege stärken und hat mit der Erzeugergemeinschaft Küstenfischer die „Wattenmeerkrabbe“ entwickelt. Bisher machen drei Fischer mit, sie kühlen die Garnelen an Bord nach dem Kochen schonend ohne Seewasser, sodass kaum Keime darauf landen und sie länger haltbar sind. Bisher sind die Krabben ohne Konservierungsstoffe in Restaurants und Feinkostläden in Ostfriesland sowie auf Bremer Wochenmärkten zu haben.

Im Internet kann man verfolgen, wo die Kutter zuletzt unterwegs waren – sollten fischereifreie Zonen im Wattenmeer ausgewiesen werden, wird sich bei den Öko-Krabben genau nachvollziehen lassen, ob diese auch wirklich gemieden wurden.

wattenmeerkrabbe.de