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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Welche Rolle spielt das Essen beim Ankommen in Deutschland?

fragt Stephanie Schwenkenbecher aus Greifswald

Wegweiser: Julia Wehmeier, 30, Welcome Dinner, Hamburg

Kantinenessen in der Erstaufnahme, Kochcontainer, Geld- und Platzmangel in den Folgeunterkünften: Viele Geflüchtete sind zwar versorgt, die Bedingungen erschweren ihnen aber das sinnliche Essen. „Dabei kann das einen ganz entscheidenden Teil zum Ankommen beitragen“, sagt Julia Wehmeier. Mit Freunden gründete sie 2015 die Initiative „Welcome Dinner“, die seitdem bereits 2000 gemeinsame Abendessen zwischen Geflüchteten und Einheimischen vermittelte. Die Idee ist simpel: Man kocht, isst und kommt ins Gespräch. „Viele Flüchtlinge wollen deutsches Essen und hiesige Gepflogenheiten kennenlernen. Die Einladung ist für sie ein wichtiger Schritt, um sich mit Land und Leuten vertraut zu machen“, sagt Wehmeier. Ihren ersten Gästen servierte sie Käsespätzle – „Spaghetti mit Zwiebeln“, wie die zwei jungen Männer aus Iran und Afghanistan das Gericht nannten. Bis heute ist Wehmeier mit ihnen in Kontakt. Doch auch ein einziges Essen ist ein starkes Zeichen für Gastfreundschaft. Für den Sommer hofft das Team deshalb auf zahlreiche Grilleinladungen.
welcome-dinner.de