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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Welches Essen ist gesund? Stimmt unsere Ernährungspyramide?

Text: Maike Ehrlichmann, Ernährungsberaterin

fragt Gerhard Schlabschi aus Dachau

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ein bestimmtes Verhältnis von Kohlehydraten, Eiweißen, Fetten und Vitaminen auf dem Speiseplan. Diese Regeln verdeutlicht sie anhand der Ernährungspyramide und des Ernährungskreises, die sich über die Jahrzehnte immer wieder leicht verändert haben. Viele Jahre lautete die Empfehlung, dass die Ernährung mit einem Anteil von etwa 30 Prozent relativ fettarm sein sollte. Gleichzeitig machen Kohlehydrate mit bis zu 60 Prozent den Löwenanteil aus. Dieses Dogma zerbricht gerade. Ärzte sehen, dass die pauschale Empfehlung, fettarm und kohlenhydratreich zu essen, nicht gut für den Stoffwechsel ist. Deshalb würde ich sagen: Die Ernährungspyramide stimmt so nicht. Wie sie stattdessen aussehen sollte, lässt sich aber gar nicht pauschal sagen. Was ein Mensch braucht, ist typabhängig, vor allem eine Frage des Lebensstils und wie viel sich derjenige bewegt. Außerdem sollte man wissen, dass rund 80 Prozent der Mengenempfehlungen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt sind.

Aber ein paar Wahrheiten über gesundes Essen gibt es: Wichtig ist, überhaupt regelmäßig richtige Mahlzeiten zu essen. Wenn ich mir angucke, wie die Leute durch den Tag hetzen, ist das unser größtes Problem: Wie kriegen wir ein Frühstück, Mittag- und Abendessen aus hochwertigen Zutaten so hin, dass wir wirklich zufrieden sind und nicht zwischendurch snacken müssen? Außerdem sollte jeder zusehen, dass er auf seine fünf Portionen Gemüse kommt. Automatisch verändern sich Gewicht, Blutdruck und Cholesterinwerte. Und natürlich spielt die Qualität des Essens eine Rolle: Milch ist nicht gleich Milch, Fleisch ist nicht gleich Fleisch, Tomate nicht gleich Tomate. Kaufen Sie hochwertige Sachen! Dann schmeckt es auch richtig gut. Geschmack ist ein Indikator für Nährstofffülle. Meiner Meinung nach gehen viele zu verkopft an das Thema Essen heran. Wir sollten unserem Bauchgefühl vertrauen.