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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.14

Westantarktis erreicht Kipppunkt

Die Gleichgültigkeit der Menschheit steht in makabrem Kontrast zur Tragweite der Nachricht: Der Westantarktische Eisschild ist instabil geworden, sein Abschmelzen und damit ein Meeresspiegelanstieg um mehr als einen Meter wohl nicht mehr abzuwenden. „Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten“, kommentiert der Antarktisexperte Anders Levermann vom PotsdamInstitut (PIK). Satellitenbeobachtungen hätten bestätigt, was zuvor Computersimulationen gezeigt hatten – und wovor Forscher seit langem warnen: Das Erdsystem könne infolge des Klimawandels „Kipppunkte“ überschreiten. In der Amundsen-See ist der Eisschild offenbar von unten so weit geschmolzen, dass Bodenerhebungen die nachdrückenden Eismassen nicht mehr zurückhalten – über Jahrhunderte werden sie sich nun ins Meer entleeren. Zwar sei nicht völlig klar, ob der Mensch daran schuld ist, so Levermann. In den letzten 11.500 Jahren sei Derartiges aber nicht passiert. Nun warnt der Forscher, auch andere Teile der Antarktis könnten instabil werden. Ein neues Energiesystem sei „die letzte echte Hoffnung“ für den Planeten.