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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Wie viel Sauerkraut müsste ein Veganer essen, um seinen Tagesbedarf an Vitamin B12 zu decken?

fragt Hubert Trippmacher aus Panketal

Das Vitamin B12 wird nur von Mikroorganismen gebildet. Bakterien im Verdauungstrakt von Wiederkäuern stellen es aus Kobalt her, oder die Tiere nehmen es über das Futter auf. So gelangt es in großen Mengen in Fleisch und Innereien, etwas weniger in Milch und Eier. Auch in fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln wie Bier, Sauerkraut, Tee und Tempeh kommt das Vitamin vor, wenn auch in sehr unterschiedlichen Mengen. Zudem ist unklar, inwieweit die dort vorkommenden Vitaminvarianten vom Menschen genutzt werden können. Wie viel Sauerkraut man täglich essen müsste, um seinen Bedarf von drei Mikrogramm pro Tag zu decken, ist also nicht zu beantworten. Wichtig ist, dass Veganer sich nicht auf pflanzliche B12-Quellen verlassen, ihr Blut regelmäßig testen lassen und gegebenenfalls B12-Präparate einnehmen. Auch Nutztieren wird heute Vitamin B12 ins Futter gemengt. Allerdings weil sie es selber brauchen, um gesund zu bleiben und schnell zu wachsen – und nicht damit Fleischesser davon profitieren. Vor der industriellen Tierhaltung nahmen sie Vitamin B12 und Kobalt aus der Umwelt auf, über Kleintiere wie Insekten und Würmer oder über Mikroben aus Kot, Erde und Pflanzen. Weiderinder oder Schweine mit Auslauf versorgen sich also auch heute noch selbst. Trotzdem darf auch in der Biolandwirtschaft Vitamin B12 ins Futter, allerdings nur, wenn es nicht aus gentechnischen Verfahren stammt. Gleiches gilt für angereicherte Bio-Zahncremes für Veganer. Weil die Herstellung mittels Gentechnik einfacher und billiger ist, stammt das Vitamin in Pillen meist aber aus einer solchen Produktion.