Greenpeace Magazin Ausgabe 2.99

Wildern im Schutz des Krieges

Die Welle kriegerischer Konflikte in Afrika wird zunehmend auch zu einem Problem für den Artenschutz. Bei einer bewaffneten Attacke auf patrouillierende Parkwächter im Garamba-Nationalpark im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, in dem noch einige der extrem vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashörner leben, wurden drei Wildhüter verletzt. Bei den Angreifern handelte es sich offenbar um Soldaten der „Sudanesischen Volksbefreiungsarmee“. „Wir versuchen, den verbliebenen Rangern Nahrungsmittel und Medikamente in das Krisengebiet zu liefern“, sagt WWF-Sprecher Javier Arreaza. „Die Patrouillen im Park wurden aber so reduziert, daß Wilderer dort jetzt freie Hand haben.“ Weil die Parkwachen wegen des Krieges nun auch auf Autos verzichten müssen, können sie das 5000 Hektar große Gebiet nur zu Fuß kontrollieren. Im vergangenen Mai, vor Ausbruch der neuen Kämpfe, wurden noch 25 Breitmaulnashörner im Garamba-Nationalpark gezählt.