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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Wo bleibt die Experimentierfreude beim Konservieren von Lebensmitteln?

fragt Diether Sieghart aus Moosburg

Wegweiser: Björn Vondran (35) und Lisa Erdmann (28), Zentrum für Fermentation, Leipzig

Im Einwegglas blubbert und zischt es. Die Fermentation des Sauerkrauts ist in vollem Gange. „Viele Menschen haben Angst vor Bakterien im Essen“, sagt Björn Vondran. Um das zu ändern, haben Lisa Erdmann und er in Leipzig das Zentrum für Fermentation gegründet. Denn: „Bakterien machen nicht immer krank. Beim Fermentieren werden Bakterien, Pilze und deren Enzyme genutzt, um organische Stoffe haltbar zu machen und zu verfeinern“, sagt Erdmann. So entstehen Brot und Bier, eingelegtes Kimchi-Gemüse, Kefir und die Gär-Limo Kombucha. „Fermentation ist eine jahrtausendealte Kulturtechnik, die wir heute beinah verlernt haben“, sagt Erdmann. Sie stieß im Internet auf die Zubereitungsart, Vondran entdeckte sie in Korea. Seinen Sauerteig nennt er liebevoll „Siggi“: „Man baut eine Haustier-Beziehung zu seinen Kulturen auf.“ Die beiden geben ihre Faszination in Workshops weiter und verkaufen regional produziertes Kimchi. Ihr Zentrum soll ein Ort werden, an dem Wissen und nützliche Bakterienkulturen ausgetauscht werden können.
bit.ly/gpm1604