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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Wo kaufe ich das beste Obst und Gemüse? Haben der Wochenmarkt und der kleine Händler bessere Qualität als der Supermarkt, oder kommt alles vom selben Großmarkt?

Text: Bastian Henrichs

fragt Nebo, per Mail

Die Vermutung, das Obst und Gemüse stamme vom selben Großmarkt, egal ob Sie es auf dem Wochenmarkt, beim Gemüsehändler oder im Supermarkt kaufen, ist nicht ganz falsch. 12,1 Milliarden Euro wurden 2014 in Deutschland mit Obst und Gemüse umgesetzt, knapp 63 Prozent davon auf den 19 Großmärkten. Dreiviertel aller Waren von dort landen bei Wochenmarkt- und Einzelhändlern, der Rest in Restaurants, Kantinen oder Krankenhäusern. Discounter und große Supermarktketten haben in aller Regel ihre eigenen Lieferanten und Zentrallager und füllen auf  Großmärkten lediglich ihr Sortiment auf. Dass Märkte und Gemüsehändler vom selben Großmarkt beliefert werden, bedeutet allerdings nicht, dass alle dieselben Tomaten verkaufen. Großmärkte präsentieren Vielfalt: Allein in den Markthallen München, dem drittgrößten Umschlagplatz für Obst und Gemüse in Europa, bieten rund 400 Großhändler, Importeure und Erzeuger ihre Ware an, die in Preis und Qualität sehr variieren kann. Etwa 10.000 Kunden kaufen dort ein und schätzen die große Auswahl.

Die Antwort auf die Frage, wo Sie nun „hochwertiges“ Obst und Gemüse finden, ist einfach: Kaufen Sie auf dem Markt direkt vom Erzeuger, am besten bio. Wenn das mal nicht klappt, beinhaltet die Antwort eine Herausforderung: Dann müssen Sie sich durchprobieren. Neben dem Preis ist entscheidend, ob Gurken oder Erdbeeren Saison haben und ob das Obst oder Gemüse aus der Region kommt. Kurze Wege stehen für eine gute CO2-Bilanz und für Frische, da Lager- und unnatürliche Reifezeiten wegfallen. Allerdings: In jeder Region wird auch geschmackfreies Gemüse angebaut. Im Zweifel dürfte die eigene Nase helfen.