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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Womit beschäftigt sich ein „Ernährungsrat“?

fragt Franziska Fuchs aus Hamburg

Wegweiser: Christine Pohl, 38, Ernährungsrat, Berlin

Wenn es ums Essen geht, heißt es oft: Die Verbraucher entscheiden. Sie bestimmen, was im Supermarktregal steht und was im Kochtopf landet. Christine Pohl sieht das anders: „Der Einzelne kann wenig ausrichten“, sagt sie. „Wir haben so viel Auswahl und so wenig Durchblick!“ Also schloss sie sich mit Bauern, Einzelhändlern, Köchen und Wissenschaftlern zum Ernährungsrat Berlin zusammen, um die Lebensmittelversorgung ihrer Stadt zu ändern. Ihr Ziel ist umfassend: eine gerechte, nachhaltige Nahrungsmittelwirtschaft. Die Gruppe will faire Preise für Bauern ermöglichen und heimische Bioprodukte auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel erschwinglich machen. „In Berlin gibt es zu wenig regionales Biogemüse, weil im Umland Energiepflanzen und Großindustrie die Flächen dominieren.“ Darum tritt der Rat für eine grundsätzlich andere Landwirtschaftspolitik ein und scheut Herausforderungen nicht: „Was wir essen, hat weltweite Auswirkungen“, sagt Pohl. „Deshalb ist es höchste Zeit, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.“
ernaehrungsratschlag.de