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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.17

Ziele und Domizile

Anpacken

Förster auf Zeit
Die traditionelle Berglandwirtschaft geht zurück, Almweiden wuchern zu. Wer die alpine Kulturlandschaft erhalten möchte, kann beim Entbuschen von Weiden helfen oder sich andernorts an Wiederaufforstungsarbeiten beteiligen: Das Bergwaldprojekt lädt Freiwillige in mehrtägigen Kursen zum Mithelfen ein, um die Biodiversität der Alpenlandschaft in der Schweiz, Deutschland oder Österreich zu erhalten. Informationen über die Projekte und Möglichkeiten zur Kursanmeldung finden Sie auf der Seite der Initiative: bergwaldprojekt.ch

HIlfslandwirt
Martin Grüners Heimat ist der Biohof Bairlas in Sölden. Nach zwei Operationen ist er um jede Hilfe froh und nimmt seit einigen Jahren freiwillige Helfer auf seinem Hof auf. Vermittelt hat das der traditionsreiche österreichische Verein zur bäuerlichen Selbsthilfe „Maschinenring“. Tatendurstige, die für Kost und Logis einige Tage auf Bauernhöfen und Almen in Österreich mit anpacken wollen, können sich an Bauern wie Martin Grüner vermitteln lassen, die Hilfe gebrauchen können und sich freuen, ihr Wissen zu teilen.
Hier finden Sie weitere Informationen: bit.ly/gpm1610

Entdecken

Die Spur der Frauenschuhe
Orchideenwandern in den Bayerischen Voralpen – im Frühsommer ist es genau die richtige Zeit, um sich auf die Suche nach Frauenschuh, Knabenkraut, Waldvöglein und Co. zu machen. Routenvorschläge finden Sie hier: bit.ly/gpm1611

Im Takt der Grautiere
Sie wollen sich den Alpen in einem anderen Rhythmus annähern und einen neuen Blick beim Erwandern der Berge entwickeln? Dann ziehen Sie mit Tieren ins Gebirge – zum Beispiel mit Eseln: Sie tragen mit ruhigem Gemüt das Gepäck, geben den Takt vor und müssen nur beim ständigen Grasen etwas zurückgehalten werden – die Wanderer können derweil die Päuschen nutzen und die Aussicht auf die Savoier Alpen genießen.
eselwandern.de

Heilende Kräuter
Alpenkräuter sind nicht nur schön und schmackhaft, viele haben auch eine heilende Wirkung. Der Verein „Traditionelle Europäische Heilkunde“ will altes regionales Gesundheitswissen erheben, dokumentieren und zugänglich machen. In Fortbildungen können Interessierte die traditionelle Kräuterkunde auch erlernen.
teh.at

Knallbunte Magerwiesen
Die Menschen in den Alpen wissen um die Bedeutung der Biodiversität – und die Schönheit ihrer Alpenwiesen. Umwelt- und regionale Bauernverbände zeichnen bei der jährlichen „Wiesenmeisterschaft“ in der Schweiz die artenreichsten und schönsten Wiesen einer Region aus. 2015 gewann Stefan Näf aus dem Kanton St. Gallen mit seiner Bergweide, auf der Orchideen, Lilien, Primeln und Alpenhelm wachsen. Hier finden Sie Informationen zu den Gewinnern: wiesenmeisterschaften.ch

Eintauchen

Mein Leben als Ziege
Sie haben die Nase voll vom Menschsein? Dann ist das die richtige Lektüre: „Goat Man – How I Took a Holiday from Being Human“ ist die Geschichte des eigensinnigen Designers Thomas Thwaites, der sich mithilfe von Bein- und Armprothesen in eine Ziege verwandelte. Er schloss sich einer Herde in den Schweizer Alpen an und dokumentierte seinen Selbstversuch. Was er auf seiner Reise erlebt hat, erfahren Sie auf der Seite des Künstlers: thomasthwaites.com

Vergangenes Almleben
Im Valsertal in Nordtirol wurde 2014 ein Spielfilm gedreht: „Vals“ handelt von der Almbäuerin Rosa (Gerti Drassl), die ihr ganzes Leben lang im Tal gelebt hat und versucht, im
Chaos des ausgehenden Zweiten Weltkrieges ihre Sehnsucht nach einem zurückgezogenen Almleben und ihren Freiheitsdrang zu vereinen.
vals-derfilm.com

Ein Dorf verschwindet
„Hinterrhein – Umbruch im Bergdorf“ ist das Porträt einer Gemeinde, die sich langsam auflöst. Still, mit poetischen Bildern zeigt die Regisseurin Lisa Röösli den Wandel des Ortes, der Jahrzehnt für Jahrzehnt, Straße für Straße seine Abgeschiedenheit einbüßt. Filmaufnahmen der Bergbewohner beim Heuen in den 40er-Jahren ergänzen die aktuellen Aufnahmen aus dem sterbenden Dorf.
bit.ly/gpm1607

Aus erster Hand
Einmal im Jahr geben in der Schweiz tätige Älplerinnen und Älpler Einblicke in ihre Zunft: Im Magazin „Zalp“ schreiben sie über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Alpwirtschaft. Die aktuelle Ausgabe zum Thema „Alpweiber“ erörtert, wie „weiblich“ das Almleben früher war und heute noch ist.
zalp.ch

Anwenden

Blumenkenner
Wie heißt die Pflanze am Wegesrand? Mit der App „Alpenblumen Finder“ laden Sie sich das Wissen über Alpenwildblumen aufs Smartphone und werden schnell selbst zum
Blumenkenner.

6 Tierrassen, die Sie nur in den Bergen sehen können
Im alpinen Gelände macht ihnen keiner was vor, und ihre Körper sind perfekt an das Klima des Hochgebirges angepasst. Dennoch sind viele alte Alpentierrassen vom Aussterben bedroht. Glücklicherweise halten und züchten einige Kenner alpine Originale, zum Beispiel: Braune Bergschafe, Brillenschafe, Blobe Ziegen, Tauernschecken, Pinzgauer Rinder, Tiroler Grauvieh oder Tirolerhühner. Das Netzwerk „Pro Patrimonio Montano“ kämpft für den Erhalt gefährdeter alpiner Nutztiere. Einige der geretteten Arten können Sie nun wieder besuchen, zum Beispiel auf Höfen in Südtirol, im Salzburger Land, bei Berchtesgaden oder in der Lombardei.
bit.ly/gpm1621

5 Naturnahe Berghütten: Ohne WLAN, ohne Bewirtung – und ohne Ende Aussicht

1. Die Gipfelhütte
Benediktenwand / Bayern
Auf 1801 Metern Höhe liegt diese Hütte in den Bayerischen Voralpen. Essen und Wasser sollte man mitbringen, der Rest ist schon da: Der Sonnenuntergang bietet bei gutem Wetter einen spektakulären Blick auf München.
Route: Vom Bahnhof Benediktbeuren über das Lainbachtal und die Tutzingerhütte bis zur Benediktenwand (4 Stunden, 1200 Höhenmeter).
Mehr Infos: bit.ly/gpm1616

2. Die Breitenkopfhütte
in der Mieminger Kette / Tirol
Versteckt unter einem Felsüberhang liegt diese Hütte auf 2040 Metern Höhe. Früher schliefen hier Erzbergarbeiter, nun ist die 16-Quadratmeter-Hütte die kleinste Selbstversorgerhütte des Deutschen Alpenvereins.
Route: Von der Talstation Ehrwalder Almbahn bis zur Immaplatte, dann zum Igelsee und über den Igelskar zur Breitenkopfhütte (3  Stunden, 940 Höhenmeter). Mehr Infos: bit.ly/gpm1617

3. Die Biwakschachtel
am Wildalmkirchl / Salzburg
In den Berchtesgadener Alpen, am Südhang des „Steinernen Meers“, liegt dieses Biwak mit toller Aussicht. Wanderer sollten trotzdem nicht Wasser, Essen und Kocher vergessen.
Route: Vom Dorf Scharnitz über die Pirzlkapelle zur Larchetalm und über Neunerkar bis zum Biwak (5 Stunden, 1425 Höhenmeter).
Mehr Infos: bit.ly/gpm1618

4. Das Rheinland-Pfalz-Biwak
auf dem Wassertalkogel am Geigenkamm / Tirol
Die Hütte sieht aus wie ein Ufo und bietet gut ausgerüsteten Menschen auf 3252 Metern eine einzigartige Kulisse.
Route: Von der Gemeinde Plangeross im Pitztal zur Rüsselsheimer Hütte über das Weißmaurachjoch zum Wassertalkogel (7  Stunden, 2000 Höhenmeter). Mehr Infos: bit.ly/gpm1619

5. Die Arnspitzhütte
am Fuß der Großen Arnspitze / Bayern/Tirol
Die Hütte liegt auf 1930 Metern Höhe direkt an der Grenze zu Österreich, man überblickt von hier das Isartal.
Route: Vom Bahnhof Scharnitz bis zur Isarbrücke, über die Hasellähne bis zur Arnspitzhütte (2  Stunden, 1000 Höhenmeter). Mehr Infos: bit.ly/gpm1620

Glossar für Alm-Neulinge
Alm / Alp Grünlandflächen, die aufgrund ihrer Höhenlage und der klimatischen Verhältnisse nur während des Sommers als Weide bewirtschaftet werden. Alm oder Alp nennt man in manchen Regionen aber auch nur die bewirtschafteten Bergwiesen oder das Gebäude, die Alm- oder Alphütte. Auch der Begriff „Alpen“ geht auf die uralte Bewirtschaftungsform zurück.

Almabtrieb / Alpabzug / Viehscheid / Fehrschoid Im Spätsommer oder Herbst wird das Vieh von der Hochweide hinunter ins Tal getrieben – traditionell oft begleitet von einem Festzug.

Almauftrieb / Alpfahrt / Alpauffahrt / Poya Nach dem Winter, den die Tiere auf dem Hof verbringen, wird das Vieh im Frühsommer vom Tal auf die Hochweide getrieben (traditionell zu Fuß, heute mancherorts mit dem Viehtransporter). Dann beginnt der Almsommer.

Heuziehen Das Heu der Bergwiesen wird im Sommer auf der Alm in Scheunen (auch Schober/Schuppen/Heubühne/Heustadel/Schupfen genannt) gelagert und erst im Winter ins Tal gebracht. Die Bergbauern ziehen das Heu traditionell auf einem flachen Holzschlitten zum Hof.

Galtvieh Tiere, die keine Milch geben und darum „galt“ (trocken) genannt werden. Weil sie nicht gemolken werden müssen, stehen sie oft auch auf entlegenen Weiden.

Kaser Das Wort stammt vom lateinischen „casa“ (Haus) und bezeichnet in Bayern und Österreich Almhütten.

Magerwiese So bezeichnete nährstoffarme Wiesen liefern zwar einen geringeren Weideertrag und geringere Futterqualität. Sie sind aber ökologische Schätze, da hier viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben.

Matten Bezeichnen die zum Weiden und Heuen genutzten Bergwiesen und -weiden (auch Alm/Alpe/Alp/Bergmahd genannt), die für das Landschaftsbild der Alpen so charakteristisch sind.

Senn / Senner / Halter / Älpler So werden die Hirten genannt, die im Sommer eine Alm oder Alp bewirtschaften und dort Käse herstellen. Aus dem romanischen „Senior“, dem Ältesten, der dem Almbetrieb vorstand, ist das deutsche Wort „Senner“ geworden.

Sennalm Almen, auf denen nicht nur Galtvieh gehalten, sondern auch Almkäse hergestellt wird.

Viehgangeln Stufen in der Weidefläche, die durch hangparalleles Marschieren des Viehs entstehen.