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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.17

Zuhören und weitersagen

Wegweiser: Klaas Glenewinkel (46)
Dort, wo Kriege oder Katastrophen das Leben erschweren, versorgt der Radiotransmitter „Pocket FM“ die Bewohner mit lebenswichtigen Informationen. Er wiegt drei Kilo, ist kompakt wie ein Schuhkarton, staubresistent und wird mit Solarstrom betrieben: ein Mini-Funkturm, der in einem Radius von acht Kilometern zuverlässig sendet. Auf die Idee mit dem „Taschenradio“ kam Klaas Glenewinkel, als er Journalisten in Krisenregionen ausbildete und die Probleme der mangelhaften Medieninfrastruktur kennenlernte. Der Geschäftsführer der Organisation MiCT will mit dem Gerät vor Ort Stabilität und Sicherheit fördern, auch ohne Internet. „Unser Transmitter demokratisiert den Hörfunk“, sagt er. „Jeder kann selbst zum Radiosender werden.“ Die Apparate verkauft er an Hilfsorganisationen weltweit, fünfzig sind derzeit im Einsatz. Mit ihrer Hilfe verbreiten sich in Sierra Leone Tipps zum Schutz vor Ebola und in Syrien Hinweise, welche Straßen gefahrlos passierbar sind. Derzeit arbeitet Glenewinkel daran, mit Pocket FM auch Texte und Bilder an Smartphones schicken zu können. „Der Transmitter bringt ein Stück Normalität zurück“, sagt er.
pocket-fm.com