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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.17

Zukunft für Wildwasser

Wegweiser: Bernhard Steidl (35)
Die erste Kajakfahrt machte Bernhard Steidl schon im Bauch seiner Mutter. Noch heute verbringt der passionierte Paddler jede freie Minute in den Gebirgsbächen Sill und Ruetz. „Ich liebe die Wandelbarkeit der Alpenflüsse“, sagt er. Doch ihnen droht Gefahr: Um das Wasserkraftwerk Sellrain-Silz zu speisen, sollen Teile der Flüsse durch einen 28 Kilometer langen Tunnel ins Nachbartal abgeleitet werden. Die Folgen für das Stubaital: „Es könnten 60 Kilometer Gewässer und damit ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen versiegen“, fürchtet Steidl. Im gesamten Alpenraum sind nur noch wenige der alpinen Flüsse naturbelassen. Umso wichtiger sei es, die wenigen Wildwasserflüsse zu schützen, findet Steidl, gerade beim Ausbau der regenerativen Energien. Vor einem Jahr gründete er die Initiative „Wildwasser erhalten Tirol“. Auf ihr Betreiben hin prüft das Bundesverwaltungsgericht nun, ob der Ausbau des Kraftwerks umweltverträglich ist. Steidl und seine Mitstreiter hoffen auf eine baldige Entscheidung. Denn im Tal mag sich niemand vorstellen, wie es hier ohne die Flüsse aussehen soll. „Die Unterstützung der Bewohner ist groß“, sagt Steidl.
stubaiwasser.at