Greenpeace Magazin

Ausgabe 4.17

4.17 - Vorneweg

Schön, dass Sie da sind, liebe Leserinnen und Leser!

Haben Sie schon mal einen frittierten Mars-Riegel gegessen? Nein? Dann stellen Sie sich das mal kurz vor, einen in Fett gebackenen Schokoriegel. Wenn man auf der Suche nach einem Sinnbild für die Absurdität unserer industrialisierten Ernährung wäre, dann wäre der frittierte Mars-Riegel ein recht guter Kandidat. Dessen Erfindung beansprucht die Imbissbude „The Carron Fish Bar“ im schottischen Stonehaven für sich. Als die sich mit ihrem Gericht vor einigen Jahren für eine geschützte Herkunftsangabe bei der EU bewerben wollte, sah sich Mars zu einer öffentlichen Distanzierung genötigt. Der fettige Snack passte nicht zum gesunden und aktiven Lifestyle, den der Süßwarenriese promoten wollte, der Imbiss sollte deswegen auf seine Karte schreiben, dass der frittierte Riegel nicht von Mars autorisiert sei. Darauf hagelte es Kritik, bis der Konzern umschwenkte und verlauten ließ, er sei sogar „stolz“ auf das Gericht. Ein PR-Desaster.

Nicht nur Mars hat seine liebe Not damit, seinen neuen Platz in einer Gesellschaft zu finden, die plötzlich wissen will, was in ihren Lebensmitteln steckt und wo sie herkommen. Die Global Player wollen nun gesund, bio, regional und saisonal sein, wenn nicht in der Realität, dann wenigstens in der Werbung. Unser Kollege Matthias Lambrecht beleuchtet sechs Lebensmittelgiganten zwischen Schein und Sein.

Was den Großen nicht gelingen mag, machen ihnen unzählige kleine Unternehmen, Start-ups, Kooperativen, Restaurants, Bauern und Essensliebhaber vor. Sie schützen Pflanzen und Tiere, zahlen faire Löhne, reduzieren Müll und Transportwege und vernetzen sich untereinander. Vorreitern wie ihnen ist es zu verdanken, dass nun sogar die großen Supermarktketten prüfen, wie man Verpackungen in den Frischeabteilungen durch mitgebrachte Behälter ersetzen kann. Die Vorreiter sind es deswegen auch, denen wir dieses Heft widmen. Lassen Sie sich inspirieren.

Werbung nervt. Also lassen wir sie weg, um Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, noch mehr Informationen und Lesegenuss zu bieten. Denn eins ist klar: Ohne Sie sind wir – nichts. Wir wollen es Ihnen gern einmal sagen: Wir finden Sie großartig! Einige von Ihnen begleiten uns seit 24 Jahren, noch immer wollen wir die Welt zu einem besseren Ort machen. Deshalb benennen wir nicht nur die Missstände, sondern berichten vor allem über positive Entwicklungen. Sie geben uns dafür den nötigen Freiraum. Tragen Sie unsere Idee weiter und verschenken Sie ein kostenloses Probeexemplar unseres Magazins an einen guten Freund, Nachbarn oder die Familie. Bestellen Sie online Ihre kostenlose Ausgabe zum Verschenken, wir kümmern uns um den Rest: greenpeace-magazin.de/verschenken

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Kerstin Leesch und Kurt Stukenberg