Greenpeace Magazin

Ausgabe 4.18

4.18 – Vorneweg

Unser jährliches Essen Spezial, liebe Leserinnen und Leser...

KS     ...ist in diesem Jahr gar nicht mehr so spezial.
KL     Noch im letzten Frühsommer war das ja was ganz Besonderes: eine ganze Ausgabe nur zu einem Thema!
KS     Heute sind alle unsere Ausgaben Themenausgaben. Vielleicht auch, weil die Arbeit an den „Essen Spezial“ in den letzten Jahren oft eine besondere Freude war. Aus einem Guss ist immer einzigartig.
KL     Und das ist es auch jetzt wieder. Zum Editorial in unserer letzten Ausgabe kam die Rückmeldung, wir sollten doch nicht zuerst aufzählen, was sich in dem Heft alles nicht findet. Da sagen wir jetzt besser sofort: Hiergeblieben! Wird ganz toll – und natürlich sehr besonders.
KS     Wird es! Und das sage ich, obwohl ich zum Heftthema ein eher – sagen wir – wenig intuitives Verhältnis habe.
KL     Wer sein griechisches Stammlokal so liebt, wird es mit Veganismus auch schwer haben. Aber darum geht es auch nicht: Fleischesser zu bekehren oder fleischlos Glücklichen ein gutes Gefühl zu geben.
KS     Es geht schon wieder los mit den Sachen, um die es nicht geht.
KL     Okay, anders: Als wir uns entschieden haben, die vegane Ernährung in den Mittelpunkt einer Ausgabe zu stellen, war von Anfang an klar: Das soll grundsätzlich alle ansprechen, die sich für den Zusammenhang zwischen Essen und Umwelt interessieren.
KS     Denn die Tatsache, dass Veganismus vielleicht nicht für mich persönlich, aber insgesamt für immer mehr Menschen interessant wird, aus den unterschiedlichsten Gründen, wirft extrem spannende Fragen auf. Ob nun vegane Fertiggerichte oder Bio-Wurstwaren besser sind, um die Welt zu retten, ist nur eine davon.
KL     Das Streitgespräch zwischen der Köchin Sarah Wiener und dem Vegan-Unternehmer Jan Bredack, in dem es unter anderem genau darum geht, ist ja gleich eins meiner Highlights im Heft.
KS     Ich möchte diesmal noch weniger als sonst einzelne Texte und Bilderstrecken hervorheben. Ich finde, insgesamt greift alles gut ineinander: Dirk Gieselmann streift mit uns durch die vegane Geschichte und erklärt dabei, wie es von Anfang an um Ethik und erst seit relativ Kurzem auch um Gesundheit, Ökologie und Lifestyle geht. Kathrin Burger beantwortet die dringlichsten, aber auch die unterhaltsamsten Fragen zum Thema. Und sowohl Katja Morgenthaler als auch Vito Avantario zeigen uns, wie sich das Leben ohne Tiernutzung in anderen Ländern entwickelt: sei es bei der veganen Avantgarde in Israel oder – rechtzeitig zur WM – bei einem englischen Fußballclub.
KL     Mir gefallen auch einige visuelle und zugleich visionäre Dinge besonders gut. Hochspannend, was Christopher Piltz zu der Frage recherchiert hat, was es eigentlich mit der Landschaft macht, wenn die Nutztiere aus ihr verschwinden. Der Texteinstieg ist wunderbar – toll sind auch die Illustrationen von Jens Harder mit den potemkinschen Kühen und Schafen. Und Cédric Widmers fotografische Gedanken darüber, was eigentlich in der veganen Zukunft mit dem Fleisch und seinen Fans passiert, sind genau das, was ich mir davon versprochen habe.
KS     Bleibt die Frage, wie wahrscheinlich eine solche Zukunft tatsächlich ist. Ob man sich zum Würstchengrillen irgendwann heimlich im Wald treffen muss? Ich bin da immer noch skeptisch.
KL     Wir sind Journalisten, keine Orakel. Und worum es gerade uns beim Greenpeace Magazin geht, ist ja das: zu zeigen, welche Konsequenzen menschliches Handeln hat, positive wie negative.
KS     Da bietet dieses Essen Spezial wirklich eine Menge Futter.

Eine inspirierende Lektüre wünschen Ihnen die Chefredakteure
Kerstin Leesch (KL) & Kurt Stukenberg (KS)