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PRODUKT
der Woche

Beutel-Set

15,50 €
12,40 €

Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Fr, 2015-07-31 13:54
Delhi (dpa)

Vier indische Wissenschaftler in Libyen entführt

Neu Delhi (dpa) - Vier indische Wissenschaftler sind in Libyen an einem Kontrollpunkt rund 50 Kilometer vor der Küstenstadt Sirte entführt worden. Dahinter dürften Aufständische stecken, sagte ein Sprecher des indischen Außenministeriums am Freitag in Neu Delhi. In dem zerrütteten Land sind sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch das Extremistennetzwerk Al-Kaida aktiv. Drei der vier Inder arbeiteten an der Universität von Sirte, einer in Al-Dschufra. Sie waren nach offiziellen Angaben auf dem Rückweg nach Indien; sie wollten nach Tripolis und dann über Tunesien ausfliegen. Erst in der vergangenen Woche waren vier Italiener in Libyen entführt worden.

Fr, 2015-07-31 13:54
Bagdad (dpa)

Irakische Luftwaffe tötet bei Luftangriff 16 Zivilisten

Bagdad (dpa) - Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die irakische Luftwaffe im Westen des Landes ein Haus bombardiert und mindestens 16 Zivilisten getötet. Die meisten der Opfer in dem Ort Al-Rutba in der Provinz Al-Anbar seien Frauen und Kinder, hieß es am Freitag aus Arztkreisen. 19 Menschen wurden demnach verletzt. Das Haus sei völlig zerstört worden.  

Die irakische Armee und schiitische Milizen hatten im Juli eine Offensive begonnen, mit der sie die sunnitische Terrormiliz aus Al-Anbar vertreiben will. Bislang ist es den Angreifern jedoch kaum gelungen, dauerhaft Gebiete unter Kontrolle zu bringen. In Al-Anbar leben überwiegend Sunniten.

Fr, 2015-07-31 14:37
Irving (dpa)

Ölpreisverfall: Gewinn bei ExxonMobil bricht um die Hälfte ein

Irving (dpa) - Die niedrigen Ölpreise haben den Gewinn beim US-Branchenprimus ExxonMobil weiter einbrechen lassen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Überschuss im zweiten Quartal um rund die Hälfte auf 4,2 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro), wie der gemessen am Börsenwert weltgrößte Ölkonzern am Freitag in Irving (US-Bundesstaat Texas) mitteilte. Es war das schwächste Ergebnis seit sechs Jahren.

Der Umsatz sank um etwa ein Drittel auf 74,1 Milliarden Dollar. Wegen des massiven Preisrückgangs bei Rohöl ergreift ExxonMobil drastische Sparmaßnahmen - die Investitionen wurden bereits kräftig gekürzt und sollen noch weiter sinken. Der Gewinn fiel etwas schwächer aus als am Markt erwartet. Die Exxon-Aktie gab vorbörslich um 1,6 Prozent nach.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Fr, 2015-07-31 14:22
Vilnius (dpa)

Grybauskaite zu Moskaus MH17-Veto: «Russland hat etwas zu verbergen»

Vilnius (dpa) - Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite hat das russische Veto gegen ein UN-Tribunal zum Abschuss des Passagierfluges MH17 als Zeichen für den fehlenden Aufklärungswillen Moskaus gewertet. «Ich glaube, es ist sehr ein klares Signal, dass Russland versucht, die Untersuchung zu vermeiden, und es zeigt, dass das Land etwas zu verbergen hat», sagte sie nach Angaben der Agentur BNS am Freitag in Vilnius.  

Russland hatte am Mittwochabend im UN-Sicherheitsrat in New York eine Resolution über ein UN-Tribunal mit dem Hinweis auf die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen blockiert. Die Boeing der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord war vor einem Jahr über der Ostukraine abgeschossen worden. Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für die Katastrophe verantwortlich.

Fr, 2015-07-31 14:09
Vilnius (dpa)

Litauens Präsidentin: Russland schadet mit Sanktionen nur sich selbst

Vilnius (dpa) - Mit dem vor knapp einem Jahr erhobenen Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der EU und den USA hat sich Russland nach Ansicht von Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite selbst am meisten geschadet. Das russische Volk leide unter dem Embargo, nicht die westlichen Staaten, sagte sie am Freitag im litauischen Rundfunk. Der Importstopp habe in Russland zu einem Preisanstieg und einer geringeren Auswahl von Produkten geführt. Für Litauen hingegen habe das Embargo keine schwerwiegenden Auswirkungen gehabt.

Russland hatte mit dem Einfuhrverbot für Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte aus westlichen Ländern auf die Sanktionen von EU und USA wegen der Ukraine-Krise reagiert.

Fr, 2015-07-31 14:34
Berlin/Karlsruhe (dpa)

Bundesanwaltschaft lässt Ermittlungen gegen Netzpolitik.org ruhen

Berlin/Karlsruhe (dpa) - Im Verfahren wegen Landesverrats gegen die Journalisten von Netzpolitik.org lässt Generalbundesanwalt Harald Range die Ermittlungen vorerst ruhen. Seine Behörde verzichte mit Blick auf das hohe Gut der Pressefreiheit vorerst auf nach der Strafprozessordnung mögliche Exekutivmaßnahmen, wie er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» mitteilte.

In dem Ermittlungsverfahren sei zunächst zu klären gewesen, ob es sich bei den Veröffentlichungen um die Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses handelt, erklärte Range. Dazu werde ein externes Sachverständigengutachten eingeholt. Dies konnte laut Range nur in einem förmlichen Ermittlungsverfahren geschehen. «Bis zum Eingang des Gutachtens wird mit den Ermittlungen innegehalten», erklärte er.

Netzpolitik.org hatte über Pläne des Bundesamtes für Verfassungsschutz berichtet, Online-Netzwerke stärker zu überwachen. Dazu veröffentlichte das Blog vertrauliche Unterlagen. Der Verfassungsschutz selbst erstattete Anzeige. Die Journalisten berichten über Datenschutz, Urheberrecht, Überwachung und die Arbeit der Geheimdienste im Netz.

Fr, 2015-07-31 14:32
Berlin (dpa)

Schlechte Hygiene in Schlachthöfen führt zu mehr Darmerkrankungen

Berlin (dpa) - Geflügelfleisch ist häufig mit krankmachenden Keimen belastet: Die Zahl der von einem bestimmten Keim verursachten Darmerkrankungen ist laut einem Bericht des «Spiegel» in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Demnach infizierten sich im vergangenen Jahr 71 000 Menschen mit dem sogenannten Campylobacter-Keim, der häufig beim Verzehr von Geflügelfleisch übertragen wird. 2004 seien es nur 55 803 gewesen. Dies geht dem Magazin zufolge aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Im Gesundheitsministerium hält man demzufolge mangelnde Hygiene in den Schlachthöfen für den Grund der gestiegenen Infektionen. So habe sich die Menge des verunreinigten Hähnchenfleischs «deutlich erhöht», bei Stichproben im Jahr 2013 sei der Keim auf mehr als der Hälfte aller untersuchten Hähnchen festgestellt worden. Im Jahr 2011 sei das nur bei 40,9 Prozent der Fall gewesen.

«Das ist ein alarmierender Zustand. Erreger werden durch eine mangelhafte Schlachthygiene vom Tier auf den Menschen übertragen», zitiert der «Spiegel» den agrarpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff. Das Gesundheitsministerium sehe das ähnlich: Es sei «zwingend erforderlich», die Hygieneanforderungen in den Betrieben konsequent anzuwenden.

Fr, 2015-07-31 14:29
Nürnberg (dpa)

Noch nie gab es so viele Sonderangebote im Lebensmittelhandel Von Erich Reimann, dpa

Gute Zeiten für Verbraucher: Der Konkurrenzkampf zwischen Aldi und Lidl heizt den Wettbewerb im Lebensmittelhandel weiter an. Der Rotstift regiert und lässt immer öfter die Preise purzeln.

Nürnberg (dpa) - Rabatt-Rekord: Noch nie hat es im deutschen Lebensmittelhandel so viele Sonderangebote gegeben wie im ersten Halbjahr 2015. Das geht aus einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor.

Fast ein Fünftel der Umsätze mit Konsumgütern des alltäglichen Bedarfs - abseits der Frischetheken - sei in den ersten sechs Monaten im Rahmen von Rotstift-Aktionen erzielt worden, berichtete GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth am Freitag. Bei Markenprodukten entfielen demnach sogar 27,8 Prozent der erzielten Umsätze auf Sonderangebote - spürbar mehr als in den Jahren zuvor.

«Das Thema Preise beherrscht in diesem Jahr den Wettbewerb viel stärker als in den vergangen Jahren», sagt Adlwarth. Auslöser sei der Preiskampf zwischen den Discountern Aldi und Lidl. Aldi liste derzeit immer neue Markenartikel ein, um von dem in Deutschland zu beobachtenden Trend zum höherwertigen Konsum zu profitieren.

Lidl fühle sich dadurch angegriffen, erklärt Adlwarth. Das Unternehmen fürchte um sein bislang überragendes Preis-Image bei Markenartikeln und schlage zurück - was wiederum Aldi nicht ruhen lasse: «Das ist ein Kampf, der über Tiefstpreise ausgetragen wird.»

Das Fachblatt «Lebensmittel Zeitung» sprach von einem «regelrechten Erdbeben», das die Marken-Listungen von Aldi ausgelöst hätten. Tatsächlich hat der Kampf der Giganten Auswirkungen auf den gesamten Lebensmittelhandel. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen laut GfK auch die klassischen Supermärkte und die Drogeriemärkte zumindest ein Stück weit mitziehen - etwa durch zusätzliche Sonderangebote. Und auch den kleineren Discountern bleibt nichts anderes übrig, als sich an den Marktführern zu orientieren.

Die Markenhersteller sehen die Entwicklung mit Sorge. Der Deutschland-Chef des Konsumgüter-Riesen Unilever (Langnese, Knorr, Axe), Ulli Gritzuhn, verlangte erst kürzlich in einem Interview: «Der Wahnsinn muss ein Ende haben.»

Die Preiskämpfe auf Kosten der Markenhersteller könnten die Unternehmen auf Dauer nicht verkraften. «Wir als Industrie und auch der Handel müssen einen Weg finden, wie wir die Wertvernichtung bei den Markenartikeln beenden können», verlangte Gritzuhn.

Auch Andreas Gayk, der Leiter Vertriebspolitik und Handelsbeziehungen beim Verband der Markenhersteller (Markenverband), ärgert sich über die aktuelle Entwicklung: «Das ist Wertvernichtung par excellence.» Was da passiere, sei weder notwendig noch sinnvoll: «Wir würden es ausgesprochen begrüßen, wenn der Lebensmittelhandel Möglichkeiten finden würde, sich im Wettbewerb mit Konkurrenten anders als über simple Preismechanik zu profilieren.»

Umsatzerfolge haben die aggressiven Rotstift-Aktionen den Discountern bislang ohnehin nicht gebracht. Laut GfK lagen die Erlöse der Billiganbieter im ersten Halbjahr um 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die klassischen Supermärkte glänzten dagegen mit einem Wachstum von 2,8 Prozent. Insgesamt verhalf die Kauflaune der Verbraucher der ganzen deutschen Einzelhandelsbranche von Januar bis Juni laut Statistischem Bundesamt zu einem realen (preisbereinigten) Umsatzplus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dass der Wunsch der Markenhersteller nach einem baldigen Ende der Preiskämpfe im Lebensmittel-Geschäft in Erfüllung geht, glaubt Handelsexperte Adlwarth nicht: «Die Preisspirale wird sich wohl noch eine Weile weiterdrehen.»

Fr, 2015-07-31 14:46
München (dpa)

NSU-Prozess: Zschäpe muss ihre ursprünglichen Verteidiger behalten

München (dpa) - Im NSU-Prozess muss die Hauptangeklagte Beate Zschäpe auch weiterhin mit ihren drei ursprünglichen Verteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm auskommen. Das Oberlandesgericht München lehnte einen Antrag Zschäpes ab, die drei Anwälte zu entpflichten, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Justizkreisen erfuhr.

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Fr, 2015-07-31 14:48
(dpa) 

Staatsanwaltschaft klagt mutmaßlich rechte Schläger an

Dessau-Roßlau (dpa) - Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat Anklage gegen sieben mutmaßlich rechte Schläger erhoben. Sie sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung an sechs Übergriffen auf Mitglieder der linken Szene in Bitterfeld-Wolfen beteiligt gewesen sein, wie das Landgericht Dessau-Roßlau am Freitag mitteilte.

In der Stadt in Sachsen-Anhalte hatte sich die Lage Anfang des Jahres durch rechte Gewalttaten immer weiter zugespitzt. Auf ein linkes Zentrum wurde ein Brandanschlag verübt, mehrmals wurden auch Büros von Abgeordneten der Linkspartei und der Grünen angegriffen.

Die Anklage wirft den 18 bis 25 Jahre alten Männern gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung vor. Demnach gingen sie äußerst brutal vor. In einem Fall sollen fünf der Angeschuldigten zunächst an der Tür ihres Opfers geklingelt haben. Als sie nicht hineingelassen wurden, sollen sie die Tür aufgebrochen haben und in die Wohnung gestürmt sein. Dort prügelten sie laut Anklage auf den Mann ein und traten ihn auch noch, als er bereits am Boden lag. In einem anderen Fall sollen sie einen Mann auf der Straße angegriffen und mit einem Baseball-Schläger geschlagen haben.

Zunächst muss jetzt das Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden. Der Prozess könnte dann im September beginnen. Den Beschuldigten drohen für gefährliche Körperverletzung bis zu zehn Jahre Haft.

Fr, 2015-07-31 13:01
Genf (dpa)

Nach Ebola-Krise: WHO leitet Reformen bei Krisenreaktion ein

Genf (dpa) - Als Lehre aus Fehlern während der Ebola-Krise mit mehr als 11 000 Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfangreiche Reformen eingeleitet. Damit soll ihre Fähigkeit zur raschen Reaktionen auf Gesundheitsnotlagen in allen Teilen der Welt verstärkt werden. Das erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Freitag bei einer Pressekonferenz in Genf. Zugleich gab sie bekannt, dass es inzwischen wichtige und «vielsprechende» Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Ebola gebe.

Nach Chans Worten ist die 194 Mitgliedstaaten umfassende Organisation dabei, ihre Strukturen und Ressourcen auf eine potente Krisenreaktion auszurichten. Die WHO habe mit dem Aufbau einer neuen ständigen Arbeitsgruppe für globale Gesundheitsnotlagen begonnen, die in solchen Fällen Ressourcen mobilisieren und Hilfe koordinieren soll.

Derweil gab UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York bekannt, dass die auf dem Höhepunkt der Ebola-Krise in Westafrika eingesetzte UN-Sondermission UNMEER ihre Arbeit einstellt. Vom 1. August an könne die Koordinierung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie wieder vollständig von der WHO gewährleistet werden.

Fr, 2015-07-31 13:38
Washington/Bagdad (dpa)

Kriege am Golf: Von der «Mutter aller Schlachten» zum IS-«Kalifat» Von Peer Meinert und Mey Dudin, dpa

Es begann mit einem Streit um Öl. Doch die irakische Invasion ins benachbarte Emirat Kuwait leitete eine neue Ära in der arabischen Welt ein. Eine Spätfolge ist der Aufstieg der Terrormiliz IS.

Washington/Bagdad (dpa) - Als irakische Soldaten im Morgengrauen des 2. August 1990 nach einem Öl-Streit das kleine Emirat Kuwait überfielen, ahnte niemand, dass sich hier eines der großen Dramen in Nahost anbahnte. Dem Zweiten Golfkrieg 1990/91 sollte ein weiterer im Jahr 2003 folgen - mit weitreichenden Auswirkungen, die letztlich zum Aufstieg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) führten.

Durch die irakische Invasion in Kuwait und die darauffolgende US-geführte «Operation Wüstensturm», von Iraks Diktator Saddam Hussein zur «Mutter aller Schlachten» erklärt, wurden nicht nur die Karten in Nahost neu gemischt. An dem Waffengang unter Führung der USA nahmen auch arabische Staaten wie Syrien, Ägypten und Saudi-Arabien teil: Araber kämpften gegen Araber. Noch Monate zuvor wäre das in dieser Form schlichtweg undenkbar gewesen.

Der Konflikt markiert zugleich den Beginn einer neuer Ära in den Beziehungen der Großmächte USA und der damaligen Sowjetunion sowie China. Moskau und Peking legten sich nicht gegen den Waffengang quer. Zugleich war die Breite der US-geführten Koalition ein Zeichen dafür, dass der Kalte Krieg zu Ende war. Ob London, Paris, ob Moskau und Peking: Keine Regierung wollte eine gewaltsame Gebietseinnahme in der strategisch-wichtigen Ölregion am Golf hinnehmen.

Fast täglich erhöhte Saddam Hussein nach dem Überfall auf Kuwait den Einsatz: Er nahm westliche Touristen als Geiseln, drohte, sie als lebende Schutzschilde zu missbrauchen. Er rief zum Heiligen Krieg gegen die amerikanische Präsenz am Golf auf. Und er drohte Israel mit Raketenbeschuss, auch der Einsatz von Giftgas wurde befürchtet - die Welt hielt den Atem an.

Während der UN-Sicherheitsrat Resolutionen verabschiedete, fügte der damalige US-Präsident George Bush eine Koalition für den Waffengang zusammen. Mehr als 600 000 Soldaten aus über 130 Ländern standen schließlich bereit, gut eine halbe Million von ihnen aus den USA. Militärexperten sprachen von der größten Konfrontation seit dem Zweiten Weltkrieg.

In der Nacht zum 17. Januar 1991 (Ortszeit) begann die Luftoffensive auf Bagdad. Bush trat vor die Kameras: «Die Befreiung von Kuwait hat begonnen.» «Bagdad brennt wie ein Weihnachtsbaum», verkündeten US-Piloten, als sie von ihrem erstem Einsatz zurückkehrten. Erstmals wurden «smart bombs» (intelligente Bomben) eingesetzt. US-General Norman Schwarzkopf sprach bei seinen Pressekonferenzen von «chirurgischen Eingriffen» - die USA wollten den Anschein erwecken, als handele sich um einen sauberen Krieg.

Am 28. Februar endete die Operation «Wüstensturm» mit der Befreiung Kuwaits und der irakischen Niederlage. Saddam Hussein konnte sich an der Macht halten - bis zum Dritten Golfkrieg. Die US-Invasion 2003 unter Bushs Sohn, Präsident George W. Bush, brachte Saddams Sturz.

Heute leidet die Region unter den Spätfolgen jener Kriege. Die US-Invasion 2003 bereitete gar den Boden für das «Kalifat» der IS-Dschihadisten in Syrien und im Irak. So hat sich im Aufstand gegen die US-Truppen 2003 im Irak jene militante Gruppe gebildet, aus der später der IS hervorging. Und in dem von der US-Armee kontrollierten Militärgefängnis Camp Bucca im Südirak saßen Männer ein, die heute zur Führungsriege des Islamischen Staates gehören - auch IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi soll in der Haftanstalt Bündnisse geschmiedet haben.

2012 beendete US-Präsident Barack Obama den nach seinen Worten «dummen Krieg» seines Vorgängers. Doch nach Abzug der US-Truppen brach der Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in voller Härte aus. Sunniten, unter Saddam Hussein privilegiert, fühlten sich von der schiitisch dominierten Regierung diskriminiert. Viele wandten sich den IS-Extremisten zu, die dank der Hilfe von lokalen Stämmen und Strategen aus Saddam Husseins Machtapparat vor einem Jahr die Millionenstadt Mossul im Sturm erobern konnten.

Heute sind wieder mehrere Tausend US-Soldaten in dem arabischen Land im Einsatz - um der irakischen Regierung im Kampf gegen den IS zu helfen.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Fr, 2015-07-31 13:11
Washington (dpa)

Tötung von Löwe Cecil: Simbabwe fordert Auslieferung des Jägers

Washington (dpa) - Nach der umstrittenen Tötung des berühmten Löwen Cecil im südostafrikanischen Simbabwe will das Land die Auslieferung des Jägers aus den USA beantragen. Er müsse sich vor Gericht in Simbabwe dafür verantworten, einen «ikonischen» Löwen erlegt zu haben, sagte Umweltministerin Oppah Muchinguri am Freitag in der Hauptstadt Harare. «Wir haben den Prozess für die Auslieferung bereits eingeleitet», so die Politikerin. Es gebe in Simbabwe viele wütende Reaktionen auf die Tötung Cecils. «Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst», fügte Muchinguri hinzu.

Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer hatte den 13 Jahre alten Löwen, der als ein Wahrzeichen des Hwange-Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, offenbar mit einem perfiden Trick aus dem Park gelockt und getötet. Die Aktion löste unter Tierschützern und im Internet einen Sturm der Entrüstung aus.

Auch die USA haben Ermittlungen gegen Palmer aufgenommen. «Wir werden uns von den Fakten leiten lassen», teilte die Behörde für Fischerei und Tiere (UWFWS) auf Twitter mit. Sie forderte den Jäger, der sich zur Tötung der Raubkatze bekannt hatte, auf, sich umgehend bei der Behörde zu melden.

Fr, 2015-07-31 13:49
Moskau (dpa) 

Sanktionen gegen Russland setzen auch deutsche Wirtschaft unter Druck

Wirtschaftskrise, Rubelschwäche und Sanktionen machen Russland zu schaffen. Auch deutsche Unternehmer bekommen dies zu spüren. Müssen sie zudem wachsende Konkurrenz aus China fürchten?

Moskau (dpa) - Nach mehr als einem Jahr westlicher Sanktionen gegen Russland ist die Stimmung der deutschen Unternehmer im Riesenreich schlecht. «85 Prozent der Firmen beurteilen die Wirtschaftsentwicklung in Russland negativ oder leicht negativ», ergab eine Umfrage der Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau.

Schuld daran sind aber nicht nur die Strafmaßnahmen wegen der Ukraine-Krise. Vielmehr sei die schwache Gesamtsituation dem niedrigen Ölpreis und versäumten Strukturreformen geschuldet, teilte die AHK am Freitag mit. «Die Sanktionen verstärken diesen Trend nur, sie sind nicht der Auslöser», erklärte AHK-Präsident Rainer Seele. Vor allem der andauernd schwache Rubelkurs drücke auf das Jahresergebnis der Firmen.

Dennoch sei das Investitionsinteresse der rund 6000 deutschen Unternehmen in Russland ungebrochen. Für knapp drei Viertel sei das rohstoffreiche Land unter den Top Ten der Zielmärkte, für ein Viertel sogar auf Platz eins, geht aus der Umfrage hervor. An einen politischen Erfolg der Sanktionen glauben drei Viertel der Unternehmen demnach nicht.

Stattdessen fürchtet die deutsche Wirtschaft wachsende Konkurrenz aus China. Seit Beginn der Sanktionen 2014 hofiert die russische Führung verstärkt das Reich der Mitte und zielt auf chinesische Investitionen und engere Wirtschaftsverbindungen mit Peking ab.

«Wenn die Sanktionen verlängert werden und sie noch zwei oder drei Jahre gelten, dann können wir ein Problem bekommen», sagte der Moskauer AHK-Chef Michael Harms der Deutschen Presse-Agentur. Sollte indes ein Großteil der Strafmaßnahmen im Januar nicht verlängert werden, sehe er keine Schwierigkeiten.

Bislang gebe es noch keinen Grund zur Panik. «China verdrängt die Deutschen noch nicht», betonte Harms. «Dass Russland sich nach China orientiert, ist ein absolut natürlicher Prozess.» China sei schon seit einigen Jahren einer der wichtigsten Handelspartner Russlands.

«Was wir aber fürchten, ist eine unfaire Konkurrenz, die durch politischen Druck entsteht», sagte Harms. In Unternehmerkreisen heißt es, dass russischen Firmen von Behörden nahegelegt werde, sich alternative Lieferanten in Asien zu suchen. Eine solche Entwicklung könnte die Lage für deutsche Firmen verschärfen, meinte Harms.

Fr, 2015-07-31 13:31
Tunis (dpa)

Tunesien verlängert Ausnahmezustand um zwei Monate

Tunis (dpa) - Tunesien hat den nach der Ermordung Dutzender Urlauber durch einen Islamisten verhängten Ausnahmezustand um weitere zwei Monaten verlängert. Das teilte der Präsidentenpalast am Freitag in Tunis mit. Präsident Béji Caïd Essebsi hält die Maßnahme für notwendig, um Terroristen in dem Land besser bekämpfen zu können. Zunächst war der Ausnahmezustand für 30 Tage ausgerufen worden.

Vor gut einem Monat hatte ein 24 Jahre alter Täter in der Anlage des «Imperial Marhaba» des Badeorts Sousse 38 Urlauber getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Laut tunesischer Regierung wurde der Täter in Libyen ausgebildet, «vermutlich» von der Miliz Ansar al-Scharia. Die salafistische libysche Gruppierung steht auf der Terrorliste der USA.

Tunesien hatte erst im März 2014 den Ausnahmezustand, der seit dem Arabischen Frühling 2011 gegolten hatte, aufgehoben.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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