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Di, 2016-05-31 13:30
München (Testbiotech)

Glyphosat: Wissenschaft als Spielball der Industrie

In einem Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert Testbiotech, dass industrienahe Experten aus dem Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) ausgeschlossen und die Standards für die Vermeidung von Interessenkonflikten verschärft werden. Anlass für diese Forderung ist die aktuelle Bewertung des Wirkstoffs Glyphosat durch das JMPR. Das Gremium, eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation und der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), kam in seiner Stellungnahme zu der Schlussfolgerung, dass der umstrittene Wirkstoff Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend sei, und widerspricht damit einer anderen Expertengruppe der WHO, die zuvor Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte.

Wie Testbiotech in seinem Schreiben zeigt, haben sowohl der Vorsitzende des Gremiums, Alan Boobis, als auch der Berichterstatter, Angelo Moretto, langjährige, intensive Verflechtungen mit der Industrie und mit industrienahen Organisationen. Alan Boobis gehört seit vielen Jahren der Führungsebene des International Life Sciences Institute (ILSI) an, das von Chemie- und Lebensmittelkonzernen finanziert wird. Laut Informationen des englischen Guardian erhielt das ILSI allein im Jahr 2012 rund eine Million US-$ an Zuwendungen von dem Glyphosathersteller Monsanto und vom Weltdachverband der Gentechnik- und Agrochemieindustrie, CropLife International.

Wie weitere Recherchen zeigen, war Alan Boobis auch an Lobby-Aktivitäten der Tabakindustrie beteiligt. Sowohl Boobis als auch Moretto, der ebenfalls bei ILSI aktiv ist, wurden schon vor einigen Jahren aufgrund ihrer Verbindungen zur Industrie von der Mitarbeit an der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) ausgeschlossen. Offensichtlich sind dagegen die Standards des JMPR nicht ausreichend, um den Einfluss industrienaher Experten auszuschließen. Insgesamt identifizierte Testbiotech mindestens fünf JMPR-Experten, die an der jüngsten Bewertung von Glyphosat beteiligt waren und Kontakte zu ILSI und/ oder der Tabakindustrie haben oder hatten.

Das JMPR-Gremium stand auch in der Vergangenheit bereits im Fokus der Industrie: Im Jahr 2000 stellte die WHO in einem internen Report fest, dass die Tabakindustrie das JMPR unterwandert hatte. Die Tabakkonzerne wollten damals erreichen, dass ein bestimmtes Fungizid nicht als krebserregend eingestuft wird. Auch Experten des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das wie das JMPR der Auffassung ist, dass Glyphosat gesundheitlich unbedenklich sei, sind seit vielen Jahren im JMPR aktiv.

„Das Beispiel Glyphosat zeigt besonders deutlich, wie massiv die Industrie Einfluss auf Gremien und Wissenschaft nimmt, um ihre Interessen durchzusetzen. Generell fehlen ausreichende finanzielle Anreize für eine wirklich kritische und unabhängige Risikoforschung. In der Konsequenz werden die meisten Untersuchungen von der Industrie in Auftrag gegeben und Wissenschaftler ebenso wie viele Gremien zum Spielball der Industrie“, sagt Christoph Then für Testbiotech.

Di, 2016-05-31 12:13
Hamburg (dpa)

Iglo ruft Rahm-Spinat der «Variante laktosefrei» zurück

Hamburg (dpa) - Der Tiefkühlkosthersteller Iglo Deutschland hat sein Produkt «iglo Rahm-Spinat, Variante laktosefrei, 550g» zurückgerufen. Zwei weiße Plastikteile von einem Transportband könnten sich in zwei Produkt-Chargen befinden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Es sei ausschließlich die laktosefreie Variante des Rahm-Spinats mit der Codierung L6101AJ005 und L6102BJ005 betroffen. Alle anderen Codierungen sowie weitere Iglo-Rahm-Spinat-Varianten könnten bedenkenlos verzehrt werden, hieß es. Die Produkte sollten vernichtet werden. Iglo erstattet den Kaufpreis sowie die Portokosten bei Einsendung der Codenummer zurück.

Di, 2016-05-31 12:20
Damaskus (dpa)

Luftangriffe auf syrische Provinzhauptstadt: Mindestens 23 Tote

Damaskus (dpa) - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Menschen gestorben. Unter den Opfern in der Provinzhauptstadt Idlib seien auch sieben Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Stadt wird von einem Bündnis mit überwiegend extremistischen Islamisten kontrolliert, darunter auch Kämpfer des syrischen Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra. Die Menschenrechtler sowie örtliche Rettungshelfer gehen davon aus, dass die insgesamt zehn Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Das Verteidigungsministerium in Moskau dementierte, dass in der Provinz Idlib russische Angriffe geflogen worden seien.

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Di, 2016-05-31 12:51
Kopenhagen (dpa)

Fehmarnbelttunnel nimmt Hürde: Milliarden-Bauverträge unterzeichnet

Das Mega-Projekt Fehmarnbelttunnel rückt näher. Vier milliardenschwere Bauverträge sind unterzeichnet. Doch damit sind längst nicht alle Gefahren gebannt.

Kopenhagen (dpa) - Der Bau des Fehmarnbelttunnels zwischen Dänemark und Deutschland hat eine wichtige Hürde genommen. Die dänische Regierung und die internationalen Baukonsortien unterschrieben am Montagabend vier Hauptbauverträge im Wert von vier Milliarden Euro, wie die Planungsgesellschaft Femern A/S am Dienstag mitteilte.

Die Unterzeichnung war ursprünglich für den 13. Mai geplant gewesen. Sie war aber kurzfristig abgesagt worden, weil leer ausgegangene Firmen Beschwerde gegen das Ausschreibungsverfahren eingereicht hatten. «Die Beschwerden werden derzeit von den dänischen Behörden geprüft», hieß es am Donnerstag. Bei den jetzt unterzeichneten Verträgen geht es nach Angaben von Femern A/S um den gesamten Absenktunnel und die Tunnelelementefabrik, den Bau von Portalen und Rampen sowie den Aushub des Tunnelgrabens und Landgewinnungsarbeiten.

Am Bau werden mehrere deutsche Unternehmen beteiligt sein.

Der Bau des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn soll frühestens 2019 starten. Noch fehlt dazu die Genehmigung aus Deutschland, die erst 2017 vorliegen soll. «Das Vorliegen des deutschen Planfeststellungsbeschlusses ist eine Bedingung, die für den Baustart erfüllt sein muss», machte Femern-Chef Claus F. Baunkjær am Dienstag klar.

In Deutschland begehren vor allem Umweltschützer gegen das Projekt auf. «Unserer Auffassung nach verstößt das Vorhaben der festen Fehmarnbeltquerung unter anderem gegen nationales und europäisches Umweltrecht», sagte Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland. Weil eine gerichtliche Klärung noch ausstehe, sei die Unterzeichnung der Bauverträge «eher eine Absichtserklärung». Werde das Projekt gestoppt, «wären wahrscheinlich horrende Entschädigungen fällig.»

Die Kosten des Tunnels, die Dänemark trägt, werden auf 7 Milliarden Euro geschätzt, davon sind 6 Milliarden Euro für den Bau eingeplant. Deutschland muss für die Hinterlandanbindung auf der eigenen Seite zahlen.

Di, 2016-05-31 12:31
Berlin (dpa)

Bund will Schlupflöcher bei Nachhaftung der AKW-Betreiber schließen

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will bei der Finanzierung des Atomausstiegs rasch mögliche Schlupflöcher für Energiekonzerne schließen. So soll verhindert werden, dass sich Betreiber der Atomkraftwerke wie Eon und RWE durch eine Aufspaltung der Konzerne bei der Nachhaftung davonstehlen und mögliche Risiken auf den Steuerzahler abwälzen können. Eine entsprechende Erklärung wolle das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen, verlautete am Dienstag aus Koalitionskreisen in Berlin. Darin solle die Absicht betont werden, das schon auf den Weg gebrachte Nachhaftungsgesetz zu ergänzen und dieses Jahr zu verabschieden. Mögliche Abspaltungen nach dem 1. Juni 2016 würden von dieser geplanten Regelung erfasst.

Di, 2016-05-31 12:52
München (dpa)

Weitere Schlappe für Stolperstein-Befürworter in München

München (dpa) - Die Befürworter von Stolpersteinen in München haben vor Gericht eine weitere Schlappe erlitten. Das Verwaltungsgericht wies am Dienstag die Klage dreier Männer ab, die mit den kleinen Messingtafeln in Gehwegen an ihre von den Nationalsozialisten ermordeten Vorfahren erinnern wollten. Sie wehrten sich gegen ein Verbot der Stadt, die Stolpersteine zu verlegen und pochten auf ein Sondernutzungsrecht.

Die Kammer war aber der Überzeugung, dass privatrechtliche Regelungen wie Verträge zwischen den Klägern und der Stadt hier greifen müssten. Das Verwaltungsgericht sei darum für die ganze Sache gar nicht zuständig. Außerdem liegt es nach Auffassung des Vorsitzenden Richters Thomas Eidam durchaus im Ermessen der Stadt, welche Form des Gedenkens sie zulässt.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1099 Orten Deutschlands und in 20 Ländern Europas. Die Stadt München hat sich offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden. Begründung: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden.

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Di, 2016-05-31 12:15
Berlin (dpa)

Ökostrom-Reform: SPD und Union liegen noch auseinander

Berlin (dpa) - Die Koalition liegt bei der Ökostromreform an wichtigen Punkten noch auseinander. Zur Vorbereitung des Bund-Länder-Spitzengesprächs an diesem Dienstagabend im Kanzleramt traf sich nach dpa-Informationen Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Fachpolitikern der Union. Umstritten blieb dabei vor allem, wie stark die Förderung neuer Windparks an Land künftig gekürzt werden soll.

Gabriel schlägt nun eine Einmalkürzung von fünf Prozent zum 1. April 2017 und weitere, zeitlich gestaffelte Einschnitte vor. Die Union ist ebenfalls für eine 5-Prozent-Kürzung, will aber weitere 10 Prozent einsparen, wenn die Branche mehr als 2500 Megawatt neue Windkraft an Land baut. Die SPD will grundsätzlich einen Zubau von 3000 Megawatt pro Jahr erlauben.

Erhebliche Differenzen gibt es bei Biogas-Anlagen, die vor allem im CSU-regierten Bayern verbreitet sind. Die Union will neue Anlagen mit einer jährlichen Leistung von 300 Megawatt zulassen, die SPD will das auf 100 Megawatt begrenzen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Kern der geplanten Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ist die Umstellung der Förderung von garantierten festen Vergütungen auf Ausschreibungen, in denen die günstigsten Anbieter den Zuschlag für neue Ökostrom-Anlagen erhalten sollen. 

Di, 2016-05-31 12:34
Kopenhagen/Kiel (dpa)

Fehmarnbelttunnel: Start mit angezogener Handbremse Von Wolfgang Schmidt und Sigrid Harms

Der Bau des Fehmarnbelttunnels nimmt eine wichtige Hürde: In Kopenhagen werden die Bauaufträge unterzeichnet. Doch auf deutscher Seite liegen noch viele Stolpersteine.

Kopenhagen/Kiel (dpa) - Endlich haben die Antreiber des Projektes Fehmarnbelttunnel einen Grund zum Feiern: In Kopenhagen wurden die ersten Verträge mit den Baukonsortien unterzeichnet. Seit 24 Jahren redet man nun schon über eine Tunnelverbindung zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland. Nach dem Ja des dänischen Parlaments im März kann die Planungsgesellschaft Femern A/S nun endlich die Baufirmen in die Spur schicken. Sollte man meinen. Aber der endgültige Startschuss fällt noch immer nicht.

Denn mit der Unterzeichnung der Aufträge zum Bau des rund 18 Kilometer langen Tunnels - die eigentlich schon am 13. Mai über die Bühne hatte gehen sollen - ist auf deutscher Seite längst nicht alles klar. Hier soll erst 2017 der Planfeststellungsbeschluss kommen. Rund 3000 Einwendungen sind bei den Planungen zu berücksichtigen, fast alle aus Deutschland. Und wenn der Beschluss vorliegt, werden neue Klagen kommen. Damit rechnet auch der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ganz fest. Das hätte zur Folge, dass wohl frühestens 2019 nach einem Spruch des Bundesverwaltungsgerichts das Baurecht vorliegt. Sollte das nicht erteilt werden, bekommen die Baufirmen eine Entschädigung ausgezahlt.

Naturschutzverbände und Grüne ziehen seit Jahren vehement gegen das Projekt zu Felde - weil sie es für ökologisch gefährlich und ökonomisch unsinnig halten. Dänemark ist aber wie die Regierungen in Berlin und Kiel entschlossen, das Vorhaben durchzusetzen. Nach derzeitigem Stand könnte der Tunnel 2028 eröffnet werden.

Allerdings ist ein Alptraum noch nicht ausgeträumt: Von Fehmarn muss es über den Fehmarnsund weitergehen auf das deutsche Festland, und die Brücke über diese Meerenge ist marode. Ende 2012 hatten Statiker ermittelt, die 1963 eingeweihte Brücke werde den Belastungen nach Eröffnung des Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark nicht gewachsen sein. Es muss also für deutsche Verhältnisse zügig Ersatz her, damit der künftige Verkehr nicht auf Fehmarn und in Ostholstein kollabiert. Noch ist nicht einmal klar, wie der Ersatzbau aussehen soll. Die Bahn lässt vier Varianten prüfen: Eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, zwei Brücken für Straße und Schiene, einen kombinierten Absenktunnel und einen Bohrtunnel mit mindestens zwei Röhren. Wann dafür die Bagger anrollen werden? Abwarten.

Doch die Dänen lassen sich ihren Optimismus nicht nehmen. Nachdem die voraussichtlichen Kosten um eine halbe Milliarde auf rund 7 Milliarden Euro heruntergehandelt werden konnten, gibt es von politischer Seite kaum noch Widerstand. Sie sind zuversichtlich, dass bis zur geplanten Fertigstellung die Gleis- und Straßentrassen durch ihren Tunnel am Ende auch auf deutscher Seite weiterführen werden. «Dass Dänemark bereits ein Jahr nach Verabschiedung des Baugesetzes die Verträge mit den Baukonsortien schließt, unterstreicht einmal mehr den festen Willen des Königreiches, das Projekt umzusetzen», sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Gemeinsames Ziel sei es, bis Ende 2017 einen Beschluss zu erreichen.

Nach Auffassung der Verkehrsminister beider Länder überwiegen die Vorteile. Das Infrastrukturprojekt werde nicht nur die Wirtschaft in Deutschland und Dänemark beflügeln, sondern auch darüber hinaus ökonomische Strahlkraft entfalten, sagte der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Meyer aus Schleswig-Holstein.

Die Rede ist von 3500 Arbeitsplätzen jährlich während der Bauzeit und jeder Menge Aufträge für Zulieferbetriebe. So würden für die Fertigung der Tunnelelemente 3,2 Millionen Tonnen Beton benötigt. Auf den Baustellen bei Puttgarden und Rødbyhavn sollen rund 100 Kipper, Bagger und Kräne zum Einsatz kommen. Für die Gewinner der Ausschreibung eine lukrative Sache.

Di, 2016-05-31 12:18
Hamburg (dpa)

Nach den Unwettern kommen die Mücken

Hamburg (dpa) - Nach den schweren Unwettern mit viel Regen ist in den kommenden Wochen in Deutschland mit besonders vielen Mücken zu rechnen. Darauf hat am Dienstag die Deutsche Wildtier Stiftung in Hamburg hingewiesen. «Überflutete Wiesen und Äcker sowie große Pfützen sind perfekte Brutstätten für Mücken», sagte eine Sprecherin der Stiftung. «In kurzen Abständen legt eine einzige Mücke jetzt zwischen 80 und 200 Eier in stehende Gewässer; nach einem zweiwöchigen Larvenstadium schlüpft die nächste Generation.» Bei höheren Temperaturen nach dem Regen wirke die Wärme zusätzlich wie ein Brutbeschleuniger. Nur die weiblichen Mücken stechen; sie brauchen das Blut für ihre Brut.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Di, 2016-05-31 12:10
Abuja (dpa)

Rebellen in Nigeria drohen mit weiteren Angriffen auf Ölanlagen

Abuja (dpa) - Die Rebellengruppe Niger Delta Avengers hat mit weiteren Angriffen gedroht. Kämpfer der Gruppe hatten in jüngster Zeit in dem ölreichen Nigerdelta mehrfach Pipelines und Anlagen auch von internationalen Unternehmen wie etwa Chevron angegriffen. In einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Schreiben bezichtigte die Miliz zugleich das nigerianische Militär, das Blut unschuldiger Kinder, Schwangerer und älterer Menschen zu vergießen. Miliz-Sprecher Mudoch Agbinibo warf Soldaten im Kampf gegen die Rebellengruppe die Zerstörung von Häusern, Plünderungen und Vergewaltigungen vor.

Den Ölkonzernen drohte Agbinibo: «Es wird blutig werden.» Er fügte hinzu: «Eure Anlagen und Euer Personal werden unter unserem Zorn leiden.» Die Niger Delta Avengers fordern eine Beteiligung der örtlichen Bevölkerung an den Gewinnen aus der Erdölförderung und eine selbstbestimmte Verwaltung der Region. In Afrikas größter Volkswirtschaft Nigeria hängen die Staatseinnahmen zu 70 Prozent von Erdöl und Erdgas ab. Die Ölproduktion war nach den Anschlägen massiv zurückgegangen. Das Militär ist mit verstärkter Präsenz vor Ort.

Di, 2016-05-31 12:51
Berlin (dpa)

Oxfam beklagt menschenunwürdige Zustände auf Obstplantagen

Berlin (dpa) - Die Hilfsorganisation Oxfam wirft den großen deutschen Lebensmittel-Handelsketten den Bezug von Bananen und Ananas von Plantagen vor, auf denen massiv gegen Menschenrechte verstoßen wird. Arbeiter seien dort hochgiftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert, Gewerkschafter würden unterdrückt und bedroht sowie Mindestlöhne unterschritten, teilte Oxfam in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie mit dem Titel «Süße Früchte, bittere Wahrheiten» mit.

Oxfam hatte für die Untersuchung nach eigenen Angaben Plantagen in Ecuador und Costa Rica besucht, mehr als 200 Arbeiterinnen und Arbeiter befragen lassen und mit zahlreichen Experten gesprochen. Auch auf Plantagen, die mit dem weit verbreiteten Nachhaltigkeitssiegel der Rainforest Alliance - erkennbar am grünen Frosch - zertifiziert wurden, seien die Zustände katastrophal.

Die Rainforest Alliance betonte in einer ersten Stellungnahme, man nehme die Anschuldigungen «sehr ernst». Erste Überprüfungen der Oxfam-Vorwürfe auf zwei Farmen in Costa Rica und Ecuador hätten die Anschuldigungen aber nicht bestätigt. Die Organisation lud Oxfam zu gemeinsamen Überprüfungen ein.

Der Handelskonzern Rewe betonte in einer Stellungnahme, das für alle Bananen und Ananas der Eigenmarken mit den Lieferanten eine verbindliche Zertifizierung nach dem Standard der Rainforest Alliance vereinbart worden sei. Sollte es Hinweise geben, dass es hier zu Verstößen komme, würden diese selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls geahndet. Rewe habe Oxfam deshalb um konkretere Informationen gebeten. Die Organisation habe die Vorwürfe aber «bis heute nicht belegen können». Von Edeka, Aldi und Lidl war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Di, 2016-05-31 12:13
Berlin (dpa)

Merkel: Beim Ökostrom Ausgleich verschiedenster Interessen finden

Berlin (dpa) - Vor einem Gipfeltreffen mit den Ländern zum Ökostrom-Ausbau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bedeutung des Netzausbaus für die Energiewende unterstrichen. «Energiewende findet nur statt, wenn der Strom, der produziert wird, auch zum Schluss durch eine Leitung dahin transportieren werden kann, wo er gebraucht wird», sagte Merkel am Dienstag auf der Jahreskonferenz des Rats für Nachhaltige Entwicklung in Berlin. Strom, der nicht gebraucht werde, sollte eigentlich nicht produziert werden. Es gelte, beim Treffen mit den Ministerpräsidenten «verschiedenste Interessenausgleiche zu bewältigen».

Das Tempo des Netzausbaus und daran gebundene Obergrenzen für die Erneuerbaren sind einer der Streitpunkte zwischen Bund und Ländern, um die es am Dienstagabend im Kanzleramt gehen sollte. Die jüngste Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll zudem mehr Wettbewerb in den Ökostrom-Markt bringen. Die Erneuerbaren seien «aus der Nische herausgekommen» und müssten nun in ein marktwirtschaftliches Umfeld geführt werden, sagte Merkel. 

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Di, 2016-05-31 12:29
Berlin (dpa)

Oxfam klagt über menschenunwürdigen Anbau von Supermarktfrüchten

Berlin (dpa) - Die Hilfsorganisation Oxfam wirft den großen deutschen Lebensmittel-Handelsketten den Bezug von Bananen und Ananas von Plantagen vor, auf denen massiv gegen Menschenrechte verstoßen wird. Arbeiter seien dort hochgiftigen Pestiziden schutzlos ausgeliefert, Gewerkschafter würden unterdrückt und bedroht sowie Mindestlöhne unterschritten, teilte Oxfam in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie mit dem Titel «Süße Früchte, bittere Wahrheiten» mit.

Oxfam hatte für die Untersuchung nach eigenen Angaben Plantagen in Ecuador und Costa Rica besucht, mehr als 200 Arbeiterinnen und Arbeiter befragen lassen und mit zahlreichen Experten gesprochen. Auch auf Plantagen, die mit dem weit verbreiteten Nachhaltigkeitssiegel der Rainforest Alliance - erkennbar am grünen Frosch - zertifiziert wurden, seien die Zustände katastrophal.

Die Rainforest Alliance betonte in einer ersten Stellungnahme, man nehme die Anschuldigungen «sehr ernst». Erste Überprüfungen der Oxfam-Vorwürfe auf zwei Farmen in Costa Rica und Ecuador hätten die Anschuldigungen aber nicht bestätigt. Die Organisation lud Oxfam zu gemeinsamen Überprüfungen ein.

Der Handelskonzern Rewe betonte in einer Stellungnahme, das für alle Bananen und Ananas der Eigenmarken mit den Lieferanten eine verbindliche Zertifizierung nach dem Standard der Rainforest Alliance vereinbart worden sei. Sollte es Hinweise geben, dass es hier zu Verstößen komme, würden diese selbstverständlich geprüft und gegebenenfalls geahndet. Rewe habe Oxfam deshalb um konkretere Informationen gebeten. Die Organisation habe die Vorwürfe aber «bis heute nicht belegen können». Von Edeka, Aldi und Lidl war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Di, 2016-05-31 11:58
Berlin (dpa)

Weniger Ausreisen deutscher Islamisten in Dschihad-Gebiete

Berlin (dpa) - Der Reisestrom deutscher Islamisten nach Syrien und in den Irak ist gebremst. Zuletzt hätten die Sicherheitsbehörden etwas weniger Ausreisen in die Dschihad-Gebiete beobachtet, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag in Berlin bei einer internationalen Anti-Terrorismus-Konferenz der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Bislang seien etwa 4500 bis 5000 Islamisten aus Europa dorthin aufgebrochen - etwa 810 davon alleine aus Deutschland.

Etwa ein Drittel von ihnen ist inzwischen wieder in der Bundesrepublik. Diese Rückkehrer seien besonders gefährlich, sagte de Maizière. Einige von ihnen seien völlig verroht. «Sie haben gelernt, zu hassen und zu töten.»

Lange hätten die Sicherheitsbehörden gedacht, das Internet sei Auslöser für eine Radikalisierung junger Menschen, erklärte er. Inzwischen wisse man jedoch, dass der Auslöser immer Menschen seien und das Internet die Radikalisierung nur beschleunige.

«Niemand kommt radikal zur Welt», mahnte der Minister. Prävention sei enorm wichtig, um zu verhindern, dass sich junge Leute Fanatikern anschlössen. «Aber ohne Repression wird Prävention nicht funktionieren.» Beides sei nötig. Ebenso brauche es neben nationalen Maßnahmen auch eine enge internationale Kooperation im Anti-Terror-Kampf. Extremismus mache vor Grenzen nicht Halt.

Di, 2016-05-31 11:45
Berlin (dpa)

Studie: Digitale Hilfen für Flüchtlinge müssen vor allem simpel sein

Berlin (dpa) - Obwohl Flüchtlinge zur Orientierung ständig Smartphones nutzen, sind sie für Behörden und Helfer über das Internet oft kaum zu erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Autoren der Studie hatten das digitale Nutzungsverhalten von Flüchtlingen in der Türkei, in Jordanien und auf der griechischen Insel Lesbos untersucht. Sie stellten fest, dass viele Flüchtlinge E-Mails nicht nutzen und nur selten surfen. Intensiv genutzt würden dagegen Facebook und WhatsApp. Analphabeten behelfen sich demnach, indem sie Sprachnachrichten empfangen und versenden.

Wer den Flüchtlingen trotz dieser Schwierigkeiten Informationen oder Hilfsangebote zukommen lassen wolle, sei gut beraten, ihnen entlang der Fluchtrouten verbilligte Datennutzungspakete anzubieten und Anwendungen möglichst einfach zu konzipieren. Wichtig sei außerdem, dass der Anbieter digitaler Anwendungen von den Betroffenen als glaubwürdig empfunden werde. Ein weiteres Problem sei der Datenschutz. Viele Flüchtlinge und illegale Migranten nehmen zu Beginn ihrer Reise über Facebook-Gruppen und Apps Kontakt zu Schlepperbanden auf. Diese zeichneten teilweise ein unrealistisches Bild vom Leben als Flüchtling in Europa.

Di, 2016-05-31 11:39
Mainz (dpa)

Wasserstände an Rhein, Nahe und Mosel schnellen nach Unwetter hoch

Mainz (dpa) - Nach den heftigen Regenfällen vom Wochenende sind die Wasserstände an Rhein, Nahe und Mosel zum Teil sprunghaft gestiegen. Zwischen Maxau bei Karlsruhe, Mainz und Koblenz überschritt der Rhein am Dienstag die Hochwassermarke I, wie das Hochwassermeldezentrum in Mainz mitteilte. Dort waren es am Morgen 5,06 Meter. Der Scheitel wird für Mittwochmorgen mit 5,20 bis 5,30 Metern erwartet.

An der Nahe und am Glan wurden die Höchststände bereits am Montag erreicht. Am Pegel Bad Kreuznach wurden am Montagabend 5,45 Meter gemessen. Seitdem fallen die Wasserstände wieder.

Der Pegelstand der Mosel in Trier erreichte am Dienstag 5,70 Meter. Das seien rund 2,50 Meter mehr als normal, sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums in Trier. Mit einem weiteren Anstieg am Dienstag werde nicht gerechnet. Ob sich das mit den für Mittwoch angekündigten Niederschlägen ändern werde, sei noch unklar. Offiziell führt die Mosel in Trier Hochwasser erst ab einem Pegelstand von sechs Metern.

Di, 2016-05-31 11:28
Berlin (dpa)

Was ist eigentlich «nachhaltig»? Fünf Beispiele

Nachhaltigkeit ist ein Wort, das Politiker gern und oft in den Mund nehmen - was sie damit meinen, ist aber vielen Leuten nicht ganz klar. Kein Wunder: Nachhaltigkeit kann ganz unterschiedlich aussehen.

Berlin (dpa) - Der Duden definiert Nachhaltigkeit ziemlich knapp: «Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.» Also zum Beispiel im Wald nur so viel Holz schlagen, wie nachwachsen kann. Viele Menschen denken heute vor allem an Energiesparen und Ökostrom, wenn sie das Wort Nachhaltigkeit hören. Dahinter steckt aber viel mehr als dreifachverglaste Fenster oder Solaranlage.

TEILEN UND WEITERGEBEN: Ob Auto, Wohnung oder Kleidung - wer mit anderen teilt oder etwas weitergibt, verhält sich nachhaltig. Denn so muss weniger produziert und angebaut werden. Das spart neben Rohstoffen und anderen Ressourcen auch klimaschädliches CO2 ein. Ein Beispiel sind Second-Hand-Läden oder die Tafeln, die in vielen Städten nicht mehr benötigte Lebensmittel verteilen.

LÜCKEN FÜLLEN: Um Städte herum wird immer mehr Natur zugebaut, dabei stehen vielerorts Gebäude und Wohnungen leer. Das ist nicht nachhaltig, auch Platz ist eine knappe Ressource. Projekte wie die Bremer ZwischenZeitZentrale sorgen dafür, dass nicht genutzte Flächen und Gebäude Bewohner oder Bewirtschafter finden. Die Bremer bekamen dafür eine Auszeichnung des Rats für Nachhaltige Entwicklung.

FÄHIGKEITEN NUTZEN: Die einen haben was - zum Beispiel Zeit und Lebenserfahrung. Die anderen brauchen was - zum Beispiel Hilfe beim Lernen. Projekte wie «Seniorpartner in School» oder Lesepaten-Vermittlungen bringen ältere Menschen und Schüler zusammen. Die Ressourcen der Älteren werden genutzt, die junge Generation hat was davon. Auch das ist nachhaltig.

FAIR HANDELN: Wenn Produzenten von Lebensmitteln und anderen Produkten einen fairen Lohn bekommen, verhindert das Ausbeutung, ist aber auch nachhaltig. Wie die Bundesregierung in ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie festlegt, gehören auch «sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung» dazu.

BARRIEREN ABBAUEN: Zur sozialen Nachhaltigkeit zählt, dass alle Menschen sich ungehindert in der Öffentlichkeit bewegen können - auch wenn sie im Rollstuhl sitzen. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat deshalb die Initiative BPASS ausgezeichnet, die Barrierefreiheit messbar machen will, sowie das Onlineverzeichnis Wheelmap.org, das rollstuhlgerechte Orte anzeigt.

Di, 2016-05-31 11:22
Darmstadt/Rüsselsheim (dpa)

Gericht verhandelt über Opel-Werbeaussagen zu Diesel-Schadstoffen

Darmstadt/Rüsselsheim (dpa) - Der Diesel-Streit zwischen Deutscher Umwelthilfe und dem Autohersteller Opel wird nun auch vor Gericht ausgetragen. Das Landgericht Darmstadt hat für Freitag, 10. Juni, eine mündliche Verhandlung angesetzt, um über die von der Umwelthilfe beantragte einstweilige Verfügung zu sprechen.

Der private Verein will Opel unter anderem das Werbeversprechen untersagen lassen, dass die Abgasnachbehandlung den Diesel so sauber wie einen Benziner mache. Auch soll Opel nicht mehr behaupten dürfen, dass die Abgasreinigung des strittigen Zafira-Modells bei minus 30 Grad getestet worden sei. Das Unternehmen hat zwischenzeitlich eingeräumt, dass das Reinigungssystem bei Temperaturen unter 17 Grad nur noch im geringeren Umfang aktiv ist.

Der Autobauer hatte auf das Unterlassungsverlangen der Umwelthilfe reagiert und sich verpflichtet, zwei von zehn kritisierten Aussagen nicht mehr im Zusammenhang mit dem Modell Zafira Diesel zu wiederholen. In der einstweiligen Verfügung geht es um die übrigen acht Aussagen. Am Dienstag wollte Opel die Vorwürfe nicht erneut kommentieren.

In dieser Woche soll der Hersteller zudem Informationen beim Bundesverkehrsministerium nachliefern. Auch hier geht es um die Abgasreinigung beim Zafira Diesel, die sich unter bestimmten Umständen herunterregelt. Das Ministerium hatte Zweifel an der Opel-Aussage geäußert, dass dies ausschließlich aus technischen Gründen zum legalen Motorenschutz geschehe.

Di, 2016-05-31 11:10
Damaskus (dpa)

Luftangriffe auf syrische Provinzhauptstadt: Mindestens 23 Tote

Damaskus (dpa) - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind in der Nacht zum Dienstag mindestens 23 Menschen gestorben. Unter den Opfern in der Provinzhauptstadt Idlib seien auch sieben Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Stadt wird von einem Bündnis mit überwiegend extremistischen Islamisten kontrolliert, darunter auch Kämpfer des syrischen Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra. Die Menschenrechtler sowie örtliche Rettungshelfer gehen davon aus, dass die insgesamt zehn Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden.

Di, 2016-05-31 11:54
Berlin (dpa)

Ökostrom-Reform: SPD und Union liegen noch auseinander

Berlin (dpa) - Die Koalition liegt bei der Ökostromreform an wichtigen Punkten noch auseinander. Zur Vorbereitung des Bund-Länder-Spitzengesprächs an diesem Dienstagabend im Kanzleramt traf sich nach dpa-Informationen Wirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel mit Fachpolitikern der Union. Umstritten blieb dabei vor allem, wie stark die Förderung neuer Windparks an Land künftig gekürzt werden soll.

Gabriel schlägt nun eine Einmalkürzung von fünf Prozent zum 1. April 2017 und weitere, zeitlich gestaffelte Einschnitte vor. Die Union ist ebenfalls für eine 5-Prozent-Kürzung, will aber weitere 10 Prozent einsparen, wenn die Branche mehr als 2500 Megawatt neue Windkraft an Land baut. Die SPD will grundsätzlich aber nur einen Zubau von 300 Megawatt pro Jahr erlauben.

Erhebliche Differenzen gibt es bei Biogas-Anlagen, die vor allem im CSU-regierten Bayern verbreitet sind. Die Union will neue Anlagen mit einer jährlichen Leistung von 300 Megawatt zulassen, die SPD will das auf 100 Megawatt begrenzen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Kern der geplanten Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ist die Umstellung der Förderung von garantierten festen Vergütungen auf Ausschreibungen, in denen die günstigsten Anbieter den Zuschlag für neue Ökostrom-Anlagen erhalten sollen. 

Di, 2016-05-31 11:54
Braunschweig (dpa)

Vorerst kein Prozess einer Kundin gegen VW in Braunschweig

Braunschweig (dpa) - Die Klage einer Kundin aus dem Ruhrgebiet gegen den Autobauer VW vor dem Landgericht Braunschweig liegt erst einmal auf Eis. Das Gericht teilte am Dienstag mit, dass sich die Beteiligten darauf geeinigt hätten, das Verfahren im Rahmen des VW-Abgasskandals bis zum Jahresende ruhen zu lassen. Grund dafür seien die Ergebnisse bisheriger Prozesse, erklärte der Rechtsanwalt der Klägerin. Da die Gerichte Klagen wegen der Betrugssoftware bislang weitestgehend abgewiesen hätten, bestünde ein erhebliches Prozesskostenrisiko und nur geringe Aussichten auf Erfolg. Deshalb wolle man zunächst die Umrüstung der Autos abwarten und prüfen, ob die Probleme ohne weitere Nachteile behoben werden könnten.

Die Frau ist Besitzerin zweier von der Manipulationssoftware betroffener Wagen. Sie hatte den Konzern als Verkäufer deshalb auf Schadenersatz verklagt. Bislang hatten fast alle Gerichte Klagen der VW-Kunden gegen ihren jeweiligen Verkäufer abgelehnt, weil der Mangel durch die Software nicht erheblich sei und die Wagen umgerüstet würden. Nur in München hatte das Landgericht einem Ehepaar Recht gegeben und einen Autohändler verpflichtet, das Auto zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten. Der Händler hatte angekündigt, in Berufung zu gehen.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

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ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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