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Fr, 2016-04-29 12:15
Seoul (dpa)

Nordkorea verurteilt weiteren US-Bürger zu Zwangsarbeit

Nordkorea wirft einem Amerikaner koreanischer Abstammung vor, militärische Geheimnisse an Südkorea weitergegeben zu haben. Jetzt wurde er zu Zwangsarbeit verurteilt. Ein weiterer US-Bürger sitzt derzeit in dem isolierten Land in Haft.

Seoul (dpa) - Das Oberste Gericht Nordkoreas hat einen weiteren US-Bürger wegen angeblicher Umsturzversuche zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt. Kim Dong Chul sei zudem der Spionage für Südkorea für schuldig befunden worden, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag. Er habe «sämtliche Verbrechen gestanden, die er zum Umsturz des sozialistischen Systems der Volksrepublik verübt hat». Das Urteil für den in Südkorea geborenen 62-jährigen Amerikaner lautete demnach auf zehn Jahre «harte Arbeit». 

Der Fall sorgt für neue Probleme in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Erst im März hatte dasselbe Gericht in dem weithin isolierten Land den US-Studenten Otto Warmbier zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, ebenfalls wegen angeblicher Umsturzversuche. Der 21-Jährige soll ein Transparent mit einem politischen Slogan in einem Hotel in Pjöngjang gestohlen haben. 

Das Regime hatte Kim Dong Chul vor etwa einem Monat ausländischen Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt. Dabei hatte er sich selber der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt. Er wurde Berichten der nordkoreanischen Staatsmedien zufolge bereits im Oktober 2015 festgenommen. Im Januar hatte Kim dem US-Nachrichtensender CNN in einem Interview in Pjöngjang gesagt, ein Verbindungsmann habe ihm einen USB-Speicher und eine Kamera zur Aufzeichnung militärischer Geheimnisse zustecken wollen.

Die nordkoreanischen Behörden hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Südkoreaner, US-Bürger und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs «feindseliger Handlungen».

Nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem ebenfalls umstrittenen Raketenstart haben die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington deutlich zugenommen. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft. 

Fr, 2016-04-29 12:32
Wien (dpa)

200 Millionen Euro Schaden wegen Schneechaos in Österreich

Wien (dpa) - Bittere Bilanz für die Bauern in Österreich: Der jüngste Wintersturm hat in Kärnten und in der Steiermark nach Berechnungen der Österreichischen Hagelversicherung einen Gesamtschaden von mehr als 200 Millionen Euro angerichtet. Es seien etwa 1400 Schadensmeldungen eingegangen, teilte die Versicherung am Freitag mit. Auf einer Fläche von mehr als 50 000 Hektar - das entspricht etwa der Fläche des Bodensees - seien Wein-, Obst-, aber auch Spezialkulturen wie Christbäume und Spargel massiv geschädigt worden. Das genaue Ausmaß des Schadens werde erst in einigen Wochen feststehen. Zur Wochenmitte hatten starker Frost und heftiger Schneefall von bis zu einem Meter den Süden Österreichs getroffen.

Fr, 2016-04-29 12:18
Vilnius (dpa)

Litauen begrüßt deutsche Aufstockung von Nato-Truppen

Vilnius (dpa) - Der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas Litauen hat die Bereitschaft Deutschlands zur Aufstockung der Nato-Truppen im Osten als «starken Schritt der Solidarität» begrüßt. Seine Kollegin Ursula von der Leyen (CDU) habe ihn telefonisch über die Entscheidung informiert, sagte er am Freitag in Vilnius. Ein endgültiger Beschluss über die Aufstockung falle voraussichtlich auf dem Nato-Gipfel im Juli in Warschau.

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg) und sorgt sich angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine ebenso wie seine baltische Nachbarn und Polen um seine Sicherheit. Deutschland und die Nato haben deshalb ihre militärische Unterstützung und Präsenz in der Region deutlich ausgeweitet.

Fr, 2016-04-29 12:49
Düsseldorf (dpa)

Kölner OB Reker seit Messerattacke von Alpträumen geplagt

Sie habe befürchtet, gelähmt zu sein. Als Zeugin berichtet Kölns OB Reker im Prozess detailliert von der Messerattacke. Seitdem plagen sie Alpträume von der eigenen Hinrichtung.

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat im Prozess gegen ihren Attentäter detailliert ihre Beschwerden geschildert. Seit der Messerattacke habe sie Alpträume und müsse sich einer weiteren Operation unterziehen, sagte Reker am Freitag im Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Dem 44-jährigen Angeklagten droht wegen versuchten Mordes lebenslange Haft.

«Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», schilderte sie ihre Ängste nach dem Attentat. Sie habe das Gefühl gehabt, ihr sei die Kehle durchgeschnitten worden. Seitdem träume sie von einer Hinrichtung: «Ich träume zum Glück immer nur bis zu der Stelle, bis mir die Kapuze über den Kopf gezogen wird.»

Laut ihren Ärzten habe sie sehr viel Glück gehabt, dass das Messer die Halsschlagader und den Spinalkanal verfehlt habe. Die Klinge habe einen Wirbelkörper des zweiten Brustwirbels gespalten und ihre Luftröhre durchtrennt. Wegen anhaltender Beschwerden im Hals solle sie noch einmal operiert werden.

Der Täter habe nach ihrem Eindruck sofort gezielt zugestoßen. Die Ärzte hätten ihr gesagt, die Klinge müsse sehr scharf gewesen sein. Der Angeklagte hatte behauptet, sie sei «total stumpf» gewesen. Bis heute habe der Täter kein Wort der Reue oder des Bedauerns an sie gerichtet. Das Angebot des Verteidigers, sein Mandant würde sofort einige entschuldigende Worte an sie richten, lehnte Reker ab. Dafür sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. 

Der 44-jährige Angeklagte aus Köln, der früher der rechtsextremen Szene angehörte, hat die Tat bereits gestanden, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Reker war vor ihrer Wahl als Sozialdezernentin für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Fr, 2016-04-29 12:13
Berlin (dpa)

Steinmeier reist gemeinsam mit Ayrault nach Mali und Niger

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fliegt am Sonntag gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault zu einem dreitägigen Besuch nach Westafrika. Die beiden Minister wollen sich vor Ort im Krisenland Mali und dessen Nachbarstaat Niger informieren, wie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilte. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen islamistischen Terror und die Flüchtlingskrise.

Der Norden Malis war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen wie Al-Kaida im islamischen Maghreb terrorisieren die Gegend bis heute.

Der Niger gilt inzwischen als eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

Steinmeier und Ayrault wollen auch deutsche und französische Soldaten besuchen, die in der nordmalischen Stadt Gao stationiert sind. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen deutsche Militärausbilder auch im Norden tätig werden können.

Fr, 2016-04-29 13:00
Hannover (dpa)

Conti-Chef erteilt raschem E-Auto-Erfolg klare Absage Von Heiko Lossie und Matthias Arnold, dpa

Continentals Erfolgsfahrt hält nun schon seit Jahren an. Sogar die Aktionärsvertreter finden fast nur noch Lob. Und Conti-Boss Degenhart hat auch für den Start 2016 wieder nur beste Zahlen im Gepäck. Doch bei seinem Blick auf die Branche bürstet er mal gegen den Strich.

Hannover (dpa) - Continental-Chef Elmar Degenhart sieht den Traum vom umweltfreundlichen Autofahren noch in weiter Ferne. Der Weg zu echter grüner Mobilität sei lang und steinig, und die Elektromobilität spiele noch auf Jahre nur eine Nischenrolle, sagte Degenhart am Freitag bei der Hauptversammlung in Hannover. Mehrfach wies er - als Chef eines der weltgrößten Autozulieferer - das angeblich grüne Image batteriebetriebener Autos als derzeit falsch zurück. «Ohne rein grüne Stromquellen sind Elektrofahrzeuge kein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz.» Von den Aktionären erhielt Degenhart Szenenapplaus. Pünktlich zum Freitag erhöhte Conti auch seine Jahresprognose leicht.

Generell zweifelt Degenhart an der Erfolgsfahrt des E-Autos vor dem Jahr 2025. «Es muss erschwinglich sein. Heute ist es noch viel zu teuer», sagte er. Für den Durchbruch müssten die Batterien technisch noch erheblich zulegen. «Zu groß, zu schwer, zu teuer - und damit nicht tauglich für den heutigen Alltag», sagte Degenhart zum jetzigen Stand. Verglichen mit heute müssten die Batterien halb so groß und halb so schwer werden und «deutlich weniger als halbe Kosten» haben. «Aber nach derzeitiger Kenntnis sind sie erst etwa 2025 serienreif.» Die Bundesregierung hatte kürzlich eine Kaufprämie zur Förderung der schleppend anlaufenden E-Mobilität auf den Weg gebracht.

Degenhart schlussfolgerte: «Der Verbrennungsmotor wird noch weit über 2020 hinaus die wichtigste Antriebsart im Fahrzeug sein.» Wichtig sei daher, alle Chancen für sparsamere herkömmliche Antriebe zu nutzen - etwa über spritsparende Direkteinspritzung, die Zwangsbeatmung über Turbolader oder die Abgasnachbehandlung, die Schadstoffe einfängt.

Mit Blick auf weitere Trends sagte Degenhart, schon in den kommenden fünf Jahren werde vor allem die Vernetzung boomen. Daraus entstünden Chancen für Mobilitäts-Dienstleistungen. Dort sieht Conti künftig sogar mehr Geschäft als im eigentlichen Autoverkauf: «Die Nachfrage danach steigt wahrscheinlich weit über das Umsatzvolumen des Fahrzeugmarkts hinaus», sagte Degenhart.

Pünktlich zum Aktionärstreff erhöhte Conti die Jahresprognose für den Gewinn aus dem laufenden Geschäft leicht. Bei der um Sondereffekte wie Übernahmekosten bereinigten Marge werde ein Wert von «rund 11 Prozent» statt zuvor «mehr als 10,5 Prozent» erwartet. Beim Umsatz rechnet Conti weiter mit einem Anstieg um rund 5 Prozent auf dann 41 Milliarden Euro. Rechnerisch ergäbe dies für 2016 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 4,5 (2015: 4,4) Milliarden Euro.

Im Startquartal 2016 wuchs der Umsatz um 3 Prozent auf 9,85 Milliarden Euro, das Ebit kam auf 1,1 Milliarden Euro. Die Order im wichtigen Autotechnik-Bereich stieg sprunghaft um gut ein Drittel.

Als Dividende wollten die Aktionäre 3,75 Euro pro Aktie beschließen. Damit fließen insgesamt 750 Millionen Euro, so viel wie nie zuvor.

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Fr, 2016-04-29 12:44
Berlin (dpa)

Jusos und jüdische Verbände: Gabriel soll Iran-Reise absagen

Berlin (dpa) - Jüdische Verbände und Teile des SPD-Nachwuchses Jusos fordern Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, seine Reise in den Iran wegen der antisemitischen Haltung Teherans abzusagen. In einem am Freitag von der Kampagne «Stop the bomb» veröffentlichten offenen Brief an den SPD-Chef heißt es: «Wer für Wirtschaftsdeals Geschäfte mit einer antisemitischen Diktatur macht, die Israel mit Vernichtung droht und bei der Verletzung der Menschenrechte weltweit an der Spitze steht, macht sich mitschuldig.»

So habe das iranische Regime kürzlich Mittelstreckenraketen getestet, die die Aufschrift «Israel muss ausgelöscht werden» getragen hätten. Zu den Unterzeichnern gehören die Jusos aus Berlin und Gabriels Heimat Niedersachsen sowie jüdische Verbände und deutsch-israelische Gesellschaften aus Berlin, Bremen, Oldenburg, Leipzig und Stuttgart.   

Gabriel will am Montag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in den Iran aufbrechen. Am Dienstag wird er in Teheran die Sitzung der deutsch-iranischen Wirtschaftskommission eröffnen, die zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder tagt. Auch ein Treffen mit Präsident Hassan Rohani ist geplant. Deutsche Unternehmen hoffen nach dem Atom-Deal und dem Ende der Sanktionen bei der Modernisierung der islamischen Republik auf Milliardengeschäfte. 

Fr, 2016-04-29 12:25
Eschborn (dpa)

Elektroprämie: Bundesamt wartet auf Umsetzungsvorschlag

Eschborn (dpa) - Das für die Auszahlung der Elektroprämie zuständige Bundesamt wartet auf konkrete Anweisungen aus Berlin. Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen Regierung und Autoindustrie müsse das Kabinett nun über einen konkreten Umsetzungsvorschlag entscheiden, teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Freitag in Eschborn bei Frankfurt mit. Das Amt hatte im Krisenjahr 2009 die Auszahlung der äußerst erfolgreichen Abwrackprämie übernommen, mit welcher der Austausch von knapp zwei Millionen Autos gegen umweltfreundlichere Modelle gefördert wurde. Das neue Elektro-Programm scheint ebenfalls schon auf Interesse zu stoßen. Das Bafa bittet jedenfalls vorsorglich, bis zu der für Mai erwarteten Entscheidung in Berlin von Anfragen Abstand zu nehmen. «Uns erreichen verstärkt Anfragen», sagte ein Behördensprecher.

Fr, 2016-04-29 11:09
Düsseldorf (dpa)

OB Reker schildert Attentat: «Hatte große Sorge, gelähmt zu sein»

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat am Freitag im Prozess gegen ihren Attentäter erstmals ausgesagt. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht schilderte sie ihre Erinnerungen an den Messerangriff. «Ich bin sofort zu Boden gegangen und habe gemerkt, dass ich aus Mund und Nase blute», sagte sie.

Reker war einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von dem 44-jährigen Frank S. niedergestochen worden. Der arbeitslose Maler und Lackierer hatte ihr ein Jagdmesser in den Hals gerammt. «Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», sagte Reker.

Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Die parteilose Politiker war damals für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Reker zeigte sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst. «Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem», sagte sie vor ihrer Zeugenaussage.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Fr, 2016-04-29 11:25
Moskau (dpa)

Russland kritisiert Einsatz von US-Soldaten in Syrien

Moskau (dpa) - Russland hat den geplanten Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien scharf kritisiert. «Wir sind besorgt, dass die USA solche Aktionen ohne Zustimmung der legitimen Regierung Syriens vornehmen», sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Freitag der Agentur Tass. «Dies ist eine Verletzung der Souveränität.»

US-Präsident Barack Obama hatte am Montag in Hannover angekündigt, bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien zu schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Bisher waren rund 50 Angehörige von US-Spezialeinheiten in Syrien aktiv.

Moskau stehe täglich in Kontakt mit dem Verteidigungsministerium in Washington, um alle Fragen zu besprechen, sagte Rjabkow. Russland sei offen, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, vor allem mit den USA, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Für eine Lösung im Syrienkonflikt gebe es keine Alternative zu den Genfer Gesprächen. «Die Lage im Friedensprozess ist sehr gespannt.»

Fr, 2016-04-29 11:47
Seeland/Duisburg (dpa)

Rottweiler zerfleischen kleine Mädchen - Prozess und neuer Fall

Immer wieder verletzen Rottweiler wehrlose Menschen lebensgefährlich. Zuletzt eine Vierjährige aus Sachsen-Anhalt. Nur kurz danach beginnt ein Prozess gegen eine Hundehalterin: Ihr Rottweiler hatte einer Zweijährigen fast die ganze Kopfhaut abgebissen.

Seeland/Duisburg (dpa) - Ein vierjähriges Mädchen ist beim Angriff eines Rottweilers in Sachsen-Anhalt lebensgefährlich verletzt worden. Der Hund habe das Kind am Donnerstag in Hals und Kopf gebissen, nachdem es gestürzt war, wie die Polizei mitteilte. Wenige Stunden nach dieser Nachricht stehen in Duisburg eine Rottweiler-Halterin und die Gassigängerin des Hundes am Freitag vor dem Amtsgericht. Ihr Hund hatte im Juli 2015 ein zweijähriges Mädchen angefallen und ihm dabei fast die gesamte Kopfhaut abgerissen.

Bei dem Angriff in Sachsen-Anhalt hatte die 66 Jahre alte Hundehalterin mit dem Kind einer befreundeten Familie ein Wohnhaus in Seeland-Schadeleben betreten. Drinnen lief der Hund auf das Mädchen zu, da er - anders als sonst - nicht in einem Nebenraum eingeschlossen war. Bei der Begrüßung des Hundes stürzte das Kind, woraufhin der Rottweiler mehrfach zubiss.

Die Vierjährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Über das Schicksal des Hundes entscheidet nun das Veterinäramt. Gegen die Besitzerin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Der Prozess in Duisburg um die Attacke auf die Zweijährige ist schon der dritte Versuch, den lebensgefährlichen Angriff aufzuklären. Zwei Prozesse waren zuvor geplatzt - zuletzt, weil das Gericht 27 Zeugen geladen hatte. Darauf war die Verteidigung nicht vorbereitet gewesen.

Der Rottweiler hatte das Mädchen im vergangenen Sommer angegriffen - er war nicht angeleint und trug keinen Maulkorb. Das Kind wird sein Leben lang von Narben am Kopf gezeichnet bleiben. Zum Prozessauftakt haben die beiden Angeklagten die Eltern des Mädchens über ihre Verteidiger um Verzeihung gebeten. Persönlich wollen sie sich im Prozess nicht äußern.

Fr, 2016-04-29 11:15
Aleppo (dpa)

Mehr als 200 Tote im nordsyrischen Aleppo in einer Woche

Aleppo (dpa) - Trotz einer offiziell noch geltenden Waffenruhe sind in der nordsyrischen Stadt Aleppo laut Aktivisten mehr als 200 Menschen innerhalb einer Woche getötet worden. Rund 130 Opfer seien in Rebellengebieten durch Luftangriffe sowie Beschuss durch das Regime getötet worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Etwa 70 Menschen starben demnach durch Angriffe von Rebellen auf Gebiete unter Kontrolle der Regierung. Nach der Bombardierung einer Klinik herrschte am Freitag eine gespannte Ruhe in der Stadt.

Allein bei den Luftangriffen auf das Hospital in einem Rebellengebiet waren am Mittwochabend laut Rettungshelfern mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition macht dafür Syriens Militär verantwortlich, das den Vorwurf zurückwies.

Allerdings besitzen die Rebellen keine Flugzeuge. Die US-geführte internationale Koalition fliegt nur Luftschläge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die in Aleppo nicht präsent ist.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-04-29 11:26
Düsseldorf (dpa)

OB Reker schildert Attentat: «Hatte große Sorge, gelähmt zu sein»

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat am Freitag im Prozess gegen ihren Attentäter erstmals ausgesagt. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht schilderte sie ihre Erinnerungen an den Messerangriff. «Ich bin sofort zu Boden gegangen und habe gemerkt, dass ich aus Mund und Nase blute», sagte sie.

Reker war einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von dem 44-jährigen Frank S. niedergestochen worden. Der arbeitslose Maler und Lackierer hatte ihr ein Jagdmesser in den Hals gerammt. «Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», sagte Reker.

Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Die parteilose Politikerin war damals für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Reker zeigte sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst. «Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem», sagte sie vor ihrer Zeugenaussage.

Fr, 2016-04-29 11:30
Berlin (dpa)

Steinmeier macht Assad-Regime für Bruch der Waffenruhe verantwortlich

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat das Regime von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit Nachdruck zur Einhaltung des vereinbarten Waffenstillstands aufgefordert. Steinmeier machte am Freitag in erster Linie das Assad-Regime für «immer schwerere und brutalere Verstöße» gegen die Waffenruhe verantwortlich. Wörtlich sagte der SPD-Politiker: «Die syrische Regierung muss sich entscheiden: Will sie sich ernsthaft an Verhandlungen beteiligen oder weiter ihr eigenes Land in Schutt und Asche legen?»

Bei Luftangriffen auf ein Krankenhaus in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo waren am Mittwochabend mindestens 30 Menschen getötet worden. Steinmeier bezeichnete solche Angriffe als Verstoß gegen «grundlegende Normen des humanitären Völkerrechts». Die politischen Bemühungen um eine Friedenslösung würden dadurch gefährdet. Zugleich appellierte er auch an die anderen Konfliktparteien, die Waffenruhe einzuhalten.

Fr, 2016-04-29 11:53
Frankfurt/Main (dpa)

Merck-Vorstandschef Kley übergibt an Nachfolger Oschmann

Frankfurt/Main (dpa) - Beim Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hat sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Ludwig Kley nach zehn Jahren von seinem Posten verabschiedet. Im Zuge der Hauptversammlung in der Frankfurter Jahrhunderthalle übergab Kley seinen Posten am Freitag an seinen Nachfolger Stefan Oschmann. Der Aufsichtsrat dankte Kley für seine Arbeit bei Merck. Er habe seit seinem Amtsantritt 2007 «Hervorragendes» geleistet, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Wolfgang Büchele. «Mit ihm verlässt ein großer deutscher Wirtschaftsführer Merck», sagte er. Kley wird künftig weiter in mehreren Aufsichtsräten aktiv sein, unter anderem wird er vom Sommer an den Vorsitz im Kontrollgremium des Energiekonzerns Eon übernehmen.

Kley bedankte sich bei Mitarbeitern, Kollegen, Kunden und Aktionären. An die Adresse der Familie Merck, die rund 70 Prozent des Gesamtkapitals am Unternehmen hält, sagte er, der Umbau des Unternehmens in den vergangenen zehn Jahren sei ohne ihren Rückhalt nicht möglich gewesen. «Mit meinem Nachfolger Stefan Oschmann habe ich in den vergangenen Jahren hervorragend zusammengearbeitet. Ich weiß das Unternehmen bei ihm in guten Händen», sagte Kley. Oschmann kam 2011 von der US-Namensschwester Merck (MSD) zu den Darmstädtern und verantwortete das Pharmageschäft. Zuletzt war er Kleys Stellvertreter. Der Wechsel an der Konzernspitze stand seit Oktober fest.

Fr, 2016-04-29 11:21
Peking (dpa)

Russland stellt sich im Streit um Südchinesisches Meer hinter China

Peking (dpa) - Im Streit um das Südchinesische Meer springt Russland China zur Seite. Der Konflikt um Gebietsansprüche zwischen China und Nachbarstaaten wie Vietnam und den Philippinen sollte durch Verhandlungen der beteiligten Länder gelöst werden. Das sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Freitag bei einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi in Peking.

«Außenstehende Parteien» sollten sich dagegen heraushalten, sagte Lawrow und spielte damit auf die Rolle der USA an. Washington hatte China mehrfach dazu aufgefordert, die Militarisierung der Region zu stoppen. Außerdem hatten sich US-Kriegsschiffe mehrfach demonstrativ Inseln genähert, die von Peking künstlich aufgeschüttet worden waren.

China und Russland riefen die USA auch dazu auf, Spannungen mit Nordkorea nicht als Vorwand für eine Aufrüstung der Partners Südkorea zu nutzen. Dies sei kontraproduktiv, sagte Lawrow der russischen Agentur Interfax zufolge. Zugleich ermahnten die beiden Außenminister die Führung in Pjöngjang, auf Provokationen zu verzichten.

Wang Yi sagte, mögliche Pläne der USA, Luftabwehrraketen in Südkorea zu stationieren, seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit Russlands und Chinas. Lawrow und Wang Yi sprachen auch über einen für Juni geplanten Besuch von Kremlchef Wladimir Putin in China.

Fr, 2016-04-29 11:20
Delhi (dpa) 

Wilderer töten wieder mehr Tiger in Indien

Neu Delhi (dpa) - In Indien sind dieses Jahr bereits mehr von Wilderern getötete Tiger gemeldet worden als im gesamten Jahr 2015. Das teilte die Nichtregierungsorganisation «Wildlife Protection Society of India» (WPSI) mit. Demnach wurden im Vorjahr 25 illegal getötete Tiger registriert. Bis zum 26. April 2016 waren es in diesem Jahr schon 28.

«Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach illegalen Tigerprodukten wieder steigt, insbesondere nach Fellen und Knochen», sagte Tito Joseph von der WPSI am Freitag. «Gleichzeitig gab es aber in diesem Jahr auch zwei spektakuläre Fälle, in denen die Polizei jeweils fünf gewilderte Tiger auf einmal sicherstellen konnte.» Die höheren Zahlen könnten also auch auf bessere Strafverfolgung zurückzuführen sein.

Erst Anfang April hatte in der indischen Hauptstadt Neu Delhi eine internationale Tigerkonferenz stattgefunden, auf der weltweit steigende Tigerzahlen gemeldet wurden. Statistiken zum Tigerbestand sind aber aufgrund sehr unterschiedlicher Zählmethoden und der geringen Gesamtzahl der Raubkatzen nur schwer zu vergleichen.

Fr, 2016-04-29 11:59
Berlin (dpa)

Steinmeier macht Assad-Regime für Bruch der Waffenruhe verantwortlich

Berlin (dpa) - Nach den Luftangriffen auf ein ziviles Krankenhaus in der syrischen Stadt Aleppo hat die Bundesregierung Machthaber Baschar al-Assad mit Nachdruck zur Einhaltung des vereinbarten Waffenstillstands aufgefordert. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) machte am Freitag in erster Linie das Assad-Regime für «immer schwerere und brutalere Verstöße» gegen die Waffenruhe verantwortlich. Zugleich appellierte Berlin an Russland, seinen Einfluss auf Assad gelten zu machen.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Angriffe auf das Krankenhaus «mit einiger Wahrscheinlichkeit» von Truppen des Assad-Regimes geflogen wurden. Dabei wurden am Donnerstag mindestens 30 Menschen getötet. Steinmeier sagte dazu: «Die syrische Regierung muss sich entscheiden: Will sie sich ernsthaft an Verhandlungen beteiligen oder weiter ihr eigenes Land in Schutt und Asche legen?»

Der Außenminister bezeichnete solche Angriffe als Verstoß gegen «grundlegende Normen des humanitären Völkerrechts». Die politischen Bemühungen um eine Friedenslösung würden dadurch gefährdet. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach sogar von «Mord».«Wir stehen hier an einem gefährlichen Scheidepunkt.» Ein Scheitern der Friedensgespräche in Genf müsse unbedingt verhindert werden.

Fr, 2016-04-29 11:36
Washington/Islamabad (dpa)

Das bärtige Gesicht des Terrors - Bin Laden vor fünf Jahren getötet Von Christine Röhrs und Michael Donhauser, dpa

Für die USA war er der Staatsfeind Nummer eins, für die Welt das bärtige Gesicht des internationalen Terrorismus. Osama bin Laden lief seinen Häschern jahrelang davon. Am 2. Mai 2011 schnappte die Falle zu - US-Soldaten erschossen vor fünf Jahren den Terrorfürsten.

Washington/Islamabad (dpa) - Barack Obama sitzt links hinten und starrt auf den Bildschirm, Hillary Clinton hält sich vor Aufregung die Hand vor den Mund. Militärs in Uniform, die Augen fest auf die Szene gerichtet: Das Bild aus dem Situation-Room im Weißen Haus hat Geschichte geschrieben. Es hält den Moment fest, in dem die USA ihren Staatsfeind Nummer eins unschädlich machen - live ins Machtzentrum der westlichen Welt nach Washington übertragen. Am 2. Mai 2011 (Ortszeit) töteten Navy Seals des US-Militärs den Terrorfürsten Osama bin Laden in seinem Versteck in Pakistan.

Mit der gezielten Ausschaltung des 53-Jährigen Bin Laden hat US-Präsident Barack Obama einen Schlussstrich gezogen unter die Art von «Krieg gegen den Terror», den sein Vorgänger George W. Bush ausgerufen hatte. Es war gleichzeitig ein Neuanfang für eine neue Art von Anti-Terror-Kampf - mehr Cyber War, weniger Guantanamo, oder wie Obama es nannte: «Ein gerechter Krieg.» Nicht mehr länger ein Rachefeldzug. Für Obama selbst war der Sieg über den mit 25 Millionen Dollar Kopfgeld meistgesuchten Terroristen der Welt einer der größten Erfolge seiner beiden Amtszeiten.

Der Krieg - nach den von Bin Laden angezettelten Attentaten vom 11. September 2001 begonnen - hat in seinen zehn Jahren Siege und Pyrrhussiege für die USA zutage gefördert. Die Tötung des Terroristenführers zählte zu den Siegen. Al-Kaida wurde in Motivation und Struktur entscheidend geschwächt, der nachvollziehbare Durst der Amerikaner nach Rache für die fast 3000 Toten von 9/11 war zumindest ein wenig gestillt.

Das von den USA mitausgelöste Chaos im Irak, das Ungleichgewicht in Nahost und auch die undurchsichtige Situation in Afghanistan und Pakistan haben dem Terror jedoch geholfen. Im Irak konnte der IS entstehen - brutaler, entschlossener, menschenfeindlicher noch als Bin Ladens Al-Kaida.

Im Jahr 2014 wurden dem Global Terrorism Index zufolge weltweit mehr als 32 000 Menschen durch Terrorattacken getötet. Für die Hälfte der Toten sind die Gruppen Islamischer Staat und Boko Haram verantwortlich. Der ganz überwiegende Teil der Anschläge wurde von Islamisten verübt. Der überwiegende Teil der Opfer sind Muslime. Trotz Paris und Brüssel: Nur drei Prozent des islamistischen Terrors spielt in westlichen Ländern. Nichts hassen Dschihadisten mehr, als Muslime, die sich dem Westen anbiedern.

Umfragen in den USA ergeben: Die Amerikaner fürchten sich vor Terrorangriffen mehr denn je. Und sie wissen nicht wie ihnen geschieht: «Warum Sie uns hassen», heißt eine neue Fernsehreihe, die den Amerikanern erklären soll, warum Islamisten Anti-Amerikanisch sind.

Der Schießbefehl von 2011, ausgeführt vermutlich von einem Navy Seal namens Robert O'Neill, ist bis heute umstritten. Die US-Kräfte gingen in ein fremdes Land und töteten einen Mann - ohne jegliche gerichtliche Fundierung. Politiker von Angela Merkel bis George W. Bush begrüßten den Schritt damals. Menschenrechtlern war weniger wohl.

«Die Operation gegen Bin Laden war gerechtfertigt als ein Akt nationaler Selbstverteidigung», sagte der damalige US-Justizminister Eric Holder. Im Falle Bin Ladens war die US-Army extrem schnell, als es darum ging, die Leiche per Seebestattung verschwinden lassen. Bin Ladens Anhänger sollten keinen Ort finden, ihrem Idol zu huldigen.

Kein Wunder, dass sich schnell Verschwörungstheorien bildeten. Die prominenteste hat der US-Investigativjournalist und Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh erst jüngst in Buchform gegossen. Die These Hershs: Bin Laden, in jüngeren Jahren als Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjets mit dem pakistanischen Geheimdienst ISI auf Du und Du, hat mit dem Wissen des Agenten und der USA rund fünf Jahre in seinem Versteck in der Stadt Abbottabad gelebt - einer Hochburg des pakistanischen Militärs.

Das Weiße Haus streute Informationen: Die Seals hätten sich den Weg zu Bin Laden freischießen müssen, bin Laden habe eine seiner Frauen als Schutzschild benutzt, Kuriere hätten die US-Agenten zum Versteck geführt - laut Hersh, der sich auf inzwischen pensionierte US-Militärs und Geheimdienstler beruft, alles frei erfunden.

Auch in Pakistan gibt es bis heute keine Klarheit darüber, was in der Nacht des 1. Mai 2011 in Abbottabad geschehen ist. Seymour Hershs Theorie von der Beteiligung der pakistanischen Regierung klingt nicht unglaubwürdig in den Ohren vieler Pakistaner. Wie konnten die Amerikaner in das Herz des Armeeapparats, die Stadt Abbottabad, gelangen, ohne dass Armee oder Geheimdienst davon erfuhren?

Die Wut eines ganzen Landes über den «arroganten Überfall auf ein souveränes Land», wie es damals oft hieß, hat sich allerdings verflüchtigt. Das zuvor lange notorisch schlechte Verhältnis zu den USA hat sich sogar verbessert - etwas, das vor fünf Jahren noch unmöglich erschien.

Im Jahr der Tötung bin Ladens war der Anti-Amerikanismus in Pakistan auf dem Höhepunkt. Seit 2001 schon hatte sich der Hass auf den Westen, speziell die USA, vor allem in den religiösen Teilen der Bevölkerung gesteigert. Als die Amerikaner nach dem 11. September ihre Operationen in Afghanistan begannen, gingen Hunderttausende auf die Straßen, um zu protestieren - oder wurden dazu gezwungen.

Religiöse Hardliner und Extremisten, unter anderem Al-Kaida, sollten von der Stimmung in den kommenden Jahren enorm profitieren. Pakistan wurde zum «Kern» des Al-Kaida-Apparates und der Kampf gegen die amerikanische «Besatzung» in Afghanistan, aber auch gegen die Regierungen Afghanistans und Pakistans, zu seinem wichtigsten Daseinszweck.

Mit den pakistanischen Taliban (TTP) und anderen in Pakistan aktiven Extremistenorganisation existierte Al-Kaida bald fast symbiotisch. Für die meisten Al-Kaida-Operationen wurden Fußsoldaten der TTP, der Hakkani-Gruppe oder der Islamischen Bewegung Usbekistans (IMU) eingesetzt.

Allerdings begann bald der amerikanische Drohnenkrieg gegen die Terrororganisation sowie ihre örtlichen Alliierten. 2010, im Jahr vor der Tötung Osama bin Ladens, flogen die USA dann fast 130 Drohnenangriffe. Anführer und Kämpfer von TTP und Al-Kaida kamen serienweise ums Leben. Organisationsstruktur und Einsatzfähigkeit der Bewegung nahmen schon damals schweren Schaden. Der Tod von Anführer Osama bin Laden setzte dann nur noch einen drauf.

Heute ist Al-Kaida in Pakistan mehr Mythos als Realität, sagen Sicherheitsanalysten. Was die Drohnenschläge und die vorübergehende Enthauptung der Bewegung durch den Tod bin Ladens angefangen hatten, führten pakistanische Militäroffensiven fort. Nachdem im Dezember 2014 TTP-Kämpfer in einer von der Armee betriebenen Schule mehr als 130 Schulkinder getötet hatten, wurden sie noch einmal intensiviert.

Wenngleich Osama bin Ladens Erben in Pakistan und wieder aufkeimend in Afghanistan aktiv sind - hinsichtlich der Außenwirkung haben längst die vulgären IS-Kämpfer die Vorherrschaft über die Bildschirme der Welt übernommen. Öffentlich inszenierte Enthauptungen und Selbstmordattentate in westlichen Großstädten - nach Bin Laden ist der IS die Stimme des Terrors.

Fr, 2016-04-29 11:00
Abottabad (dpa)

Osama bin Laden - ein Leben für den Terrorismus

Abottabad (dpa) - Der Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden war der meistgesuchte Terrorist der Welt. Der Sohn eines Bauunternehmers aus dem saudi-arabischen Dschidda studierte in den 1970er-Jahren Bauingenieurwesen. Dann bestimmten Krieg und Terror sein Leben:

1979: Nach dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan kämpft er mit islamischen Dschihadisten gegen die Besatzer.

1988: Von Bin Laden befehligte Gotteskrieger bilden das Terrornetzwerk Al-Kaida («Die Basis»), dessen Angriffe später auf die USA und Westeuro zielen.

1993: Bei einem Sprengstoffanschlag auf das World Trade Center in New York sterben sechs Menschen. US-Behörden machen Bin Laden für diese Tat und viele nachfolgende verantwortlich.

1994: Der mittlerweile von den USA Gesuchte verliert seine saudische Staatsbürgerschaft. Das Königshaus friert seine Konten im Land ein.

1996: Er flieht nach Afghanistan und wird Verbündeter der Taliban.

1998: Bei Anschlägen auf US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 224 Menschen. Der Drahtzieher: Bin Laden. Die USA setzen ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar aus.

1999: Das FBI setzt ihn auf die Liste der zehn Meistgesuchten.

11. September 2001: Al-Kaida-Terroristen greifen die USA an - darunter das World Trade Center in New York. Rund 3000 Menschen sterben. Bin Laden wird «Staatsfeind Nummer 1» der USA. Washington erhöht das Kopfgeld auf 25 Millionen Dollar.

Nach 2001: Nach dem Sturz der Taliban in Kabul taucht Bin Laden unter und meldet sich nur noch mit Botschaften aus dem Untergrund. Er wird in der pakistanisch-afghanischen Grenzregion vermutet

2007: Der US-Senat verdoppelt das Kopfgeld auf 50 Millionen Dollar.

2010: Der US-Sender CNN meldet unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Vertreter, der Terrorchef lebe im Nordwesten Pakistans.

2. Mai 2011 - US-Spezialkräfte töten Osama bin Laden in dessen Haus im pakistanischen Abbottabad.

Fr, 2016-04-29 10:22
Düsseldorf (dpa)

Kölner OB Reker: «Konfrontation mit dem Attentäter kein Problem»

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst gezeigt. Im vergangenen Oktober war sie von dem Mann bei einem Wahlkampftermin niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. «Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem», erklärte Reker am Freitag vor ihrer Zeugenaussage vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Aus Respekt vor dem Gericht werde sie sich erst im Saal zur Tat äußern. Der angeklagte Attentäter hat den Messerangriff bereits gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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