Aktuell

fracking / 28.Aug 2015

Bohren bis der Boden bebt

Fracking sei unbedenklich, beharren Energieunternehmen. Eine kanadische Behörde bestätigt jetzt das Gegenteil: Die Firma Progress Energy habe mit ihren Bohrungen letztes Jahr ein Erdbeben von der Stärke 4,4 ausgelöst. In den USA kündigen Umweltschützer an, die Regierung zu verklagen, wenn sie die Technologie nicht schärfer reguliert.

Nachrichten-
archiv

Nachrichten-
archiv

- 20 %

PRODUKT
der Woche
So, 2015-08-30 07:00
Kanzem (dpa)

Jauch: Mehr Wein, weniger TV

Kanzem (dpa) - Günther Jauch (59) will nach dem Auslaufen seiner ARD-Polittalkshow Ende des Jahres mehr Zeit auf seinem Weingut in Kanzem an der Saar verbringen. «Wir werden deutlich mehr hier sein und uns auch noch mehr kümmern können», sagte Jauch der Deutschen Presse-Agentur in Kanzem. «Es ist einfach schön hier.» Erstes Zuhause bleibe aber weiter Potsdam. Jauch hat das Weingut von Othegraven vor fünf Jahren gekauft, damit es in siebter Generation in seiner Familie bleibt. Seitdem hat er es komplett saniert und wirtschaftlich neu auf Kurs gebracht. Er habe viel über Wein gelernt. «Aber ich bin weit davon entfernt, zum Experten geworden zu sein.» Mit dem ARD-Talk taucht er erst wieder am 27. September im Programm auf, mit dem RTL-Quizklassiker «Wer wird Millionär?» bereits am 14. September.

So, 2015-08-30 07:00
Angeles (dpa)

Auf Eis gebaut: Dörfer in Alaska schmelzen Von Valerie Hamilton, dpa

Das Klima in Alaska erwärmt sich zweimal so schnell wie die weltweiten Durchschnittstemperaturen. Weil Dauerfrost und Meereseis schmelzen, haben Gemeinden, die von der Kälte abhängen, nur die Wahl zwischen Umsiedlung und Untergang.

Los Angeles (dpa) - Wenn die Herbststürme über Kivalina hereinbrechen, werde es richtig schlimm, sagt Colleen Swan, die ihr gesamtes Leben hier verbracht hat. Dann treiben heftige Winde Eiswasserwellen gegen das gefährdete Gestade und richten die winzige Insel an Alaskas Nordwestküste übel zu. Nur vier Meter über dem Meeresspiegel der Tschuktschensee, einem Randmeer des Nordpolarmeeres, gelegen, ist die Insel regelmäßig Überschwemmungen ausgesetzt. Bei schlechten Wetterverhältnisse ist sie vom Luft- und Seeverkehr abgeschnitten.

Früher war die Meeresoberfläche noch gefroren, wenn die Stürme die Insel erreichten und das Eis konnte die Wellen abblocken. Aber wegen der Klimaerwärmung bildet sich das Eis jetzt erst später im Jahr - zu spät, um Kivalina zu schützen. Nachdem sie jahrelang Wind und Wetter ausgesetzt war, bröckelt die Insel samt ihrem Dorf langsam ins Meer.

Der Klimawandel macht Kivalina nahezu unbewohnbar für seine 400 Einwohner, die meisten von ihnen Inupiat-Eskimos. «Wir haben keine andere Wahl», erklärt Swan, die als Mitglied der Dorfverwaltung auch die Umsiedlung der Inselgemeinde organisiert, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir müssen die Insel verlassen.»

Die Einwohner Alaskas lebten an «vorderster Front» des Klimawandels, sagt US-Präsident Barack Obama in einem Video zu seinem Alaskabesuch (31. August bis 2. September). Die Temperatur in Alaska steigt doppelt so schnell wie die weltweiten Durchschnittstemperaturen. Die Wintertemperaturen sind fast 3,5 Grad höher als in den 50er Jahren.

Schrumpfende Eisberge, schmelzendes Meereseis und das Aussterben von Tierarten wirken sich auf das Leben der Landbevölkerung aus, die vom Jagen und Fischen lebt. Ihr Schicksal sei ein «Vorgeschmack dessen, was den Übrigen von uns passieren wird, wenn wir nicht handeln», sagt Obama. «Es ist ein Weckruf.» Zwar ist noch kein Präsidentenbesuch in Kivalina geplant, aber die Inselbewohner hoffen, ihn am 1. September in der nahe gelegenen Stadt Kotzebue zu sehen.

Die Ureinwohner Alaskas haben jahrhundertelang als Jäger auf dem Festland nahe Kivalina gelebt und sind auf der Suche nach Wild und essbaren Pflanzen von Siedlung zu Siedlung gezogen. Aber vor rund hundert Jahren baute die US-Behörde für die Belange der Ureinwohner eine Schule in Kivalina, weil es dort guten Zugang zu Trinkwasser gab, und verpflichtete Eltern, sich dort niederzulassen, damit ihre Kinder zum Unterricht gehen konnten. Wegen des Klimawandels stehen die Gemeinden Alaskas jetzt erneut auf unsicherem Boden.

Studien im Auftrag der Regierung haben 184 Ureinwohnergemeinden in Alaska als bedroht eingestuft und 12, einschließlich Kivalina, empfohlen, dringend umzusiedeln, heißt es in einem Artikel der Brookings Institution, einer Denkfabrik in Washington DC. Leider ist die Umsiedlung einer Gemeinde genauso schwer, wie es sich anhört.

Der Bau eines neuen Kivalina samt Zugangsstraßen soll über 89 Millionen Euro kosten. Die Behörden auf Orts-, Staats-, Bundes- und Stammesebene streiten darüber, wie die Umsiedlung vonstattengehen und wer sie finanzieren soll. «Sie haben uns hier angesiedelt, dann sollen sie uns auch wieder umsiedeln», sagt Swan.

Colleen Swan hofft, Obama von ihren Sorgen berichten zu können. Sie schätzt seinen Kampf gegen den Klimawandel. «Es ist gut, dass sie über nachhaltige Lösungen reden», sagt sie. Leider seien in Gemeinden wie Kivalina langfristige Lösungen bereits zu spät. «Die Situation ist so weit fortgeschritten, dass es erst schlimmer wird, bevor es besser werden kann», sagt sie. «Wenn wir das Problem jetzt nicht lösen, werden wir es an unsere Kinder weitergeben.»

So, 2015-08-30 07:43
Kabul (dpa)

Steinmeier wirbt für neue Friedensgespräche in Afghanistan

Außenminister Steinmeier auf Kurzbesuch in Kabul: Trotz der jüngsten Anschläge appelliert er an Präsident Ghani, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Und dann ist auch noch ein Jubiläum.

Kabul (dpa) - Trotz der jüngsten Anschlagsserie in Afghanistan wirbt Außenminister Frank-Walter Steinmeier für weitere Friedensgespräche der Regierung mit den radikal-islamischen Taliban. Zum Auftakt eines Besuchs in Kabul bezeichnete Steinmeier eine Aussöhnung innerhalb des Landes am Sonntag als «einzigen vernünftigen Weg» für eine Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts. «Die einzigartige Chance der begonnenen Friedensgespräche darf nicht vertan werden», sagte er.

Der SPD-Politiker trifft in Kabul unter anderem mit Präsident Aschraf Ghani zusammen. Wegen der jüngsten Anschläge mit mehreren Dutzend Toten findet der Besuch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Vorsichtshalber wurde die Reise bis zur Landung geheim gehalten. Mitte des Monats wurde eine deutsche Entwicklungshelferin entführt. Deutschland und Afghanistan feiern in diesem Jahr auch 100 Jahre diplomatische Kontakte.

Unter dem neuen Präsidenten Ghani hatte es im Juli ein erstes offizielles Treffen zwischen der afghanischen Regierung und Taliban-Vertretern gegeben. Der Nachfolger des langjährigen Staatschefs Hamid Karsai setzte die Gespräche nach den Anschlägen in diesem Monat jedoch aus. Die Attentate stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Machtkampf innerhalb der Taliban nach dem Tod des Milizenführers Mullah Omar.

Steinmeier versicherte Afghanistan weitere deutsche Unterstützung, auch nach dem Abzug der letzten deutschen Kampftruppen vor neun Monaten. «Die Menschen in Afghanistan können weiter auf die Solidarität Deutschlands zählen», sagte der Minister. Die Bundesrepublik ist drittgrößter Geldgeber des Landes. Seit dem Sturz der Taliban 2001 hat Berlin mit mehr als vier Milliarden Euro geholfen.

Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit der Nummer zwei der «Regierung der nationalen Einheit», Abdullah Abdullah. Er hatte im vergangenen Jahr die Präsidentenwahl gegen Ghani verloren. Steinmeier kam auch mit deutschen Soldaten zusammen. Nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen ist die Bundeswehr am Hindukusch derzeit noch mit etwa 800 Soldaten im Einsatz. Die Truppe soll nächstes Jahr ganz nach Kabul verlegt werden.

Angesichts der angespannten Sicherheitslage verzichtete Steinmeier auf eine Übernachtung in Kabul. Er wollte noch am Sonntag ins Nachbarland Pakistan weiterreisen. Der Minister mahnte beide Staaten, aufeinander zuzugehen. «In der Verständigung beider Länder auf eine gemeinsame Strategie gegen Terror und Gewalt liegt der Schlüssel für Stabilität und Entwicklung in der Region.»

Ghani hatte Pakistan für die Anschläge mitverantwortlich gemacht. Kabul beschuldigt Islamabad seit langem, die Taliban in Afghanistan zu unterstützen.

Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

weiterlesen

Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

Außerdem Interessant

New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich: Wegwerfverbot für Essbares
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster: Pestizidfreie Kommune
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin: „Berliner Pflanze“
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

1 2 3
So, 2015-08-30 07:00
Anchorage (dpa)

Alaska - größter Bundesstaat der USA

Anchorage (dpa) - Mit mehr als 1,7 Millionen Quadratkilometern ist Alaska der größte Bundesstaat der USA - und zugleich die größte Exklave der Welt. Denn das im äußersten Nordwesten des Kontinents gelegene und dünn besiedelte Naturparadies ist auf dem Landweg nur über kanadisches Gebiet erreichbar.

Mit dem nach neueren Messungen 6168 Meter hohen Mount McKinley hat Alaska den höchsten Berg Nordamerikas zu bieten. Die meisten der rund 735 000 Einwohner Alaskas sind Weiße; Eskimos und Indianer stellen die wichtigsten Minderheiten. Eine bunte Mischung aus englischen, russischen, spanischen und französischen Ortsnamen zeigt den früheren Einfluss europäischer Kulturen.

Hauptstadt Alaskas ist Juneau. Anchorage mit 300 000 Einwohnern ist die größte Metropole. Seit in den 1960er Jahren ausgedehnte Ölfelder entdeckt wurden, hat Alaskas wirtschaftliche Bedeutung zugenommen. Außerdem zählen Fischerei und Tourismus zu den Haupteinnahmequellen.

So, 2015-08-30 07:25
Jena (dpa)

Extremismusforscher: «Demokratie muss wehrhafter werden» Interview: Andreas Hummel, dpa

Mord- und Bombendrohungen, Anschläge, Beschimpfungen: Hetze und Gewalt von Rechtsextremen in der aktuellen Flüchtlingsmisere wertet Extremismusforscher Wolfgang Frindte als «Angriff auf unsere Demokratie». Er fordert ein energischeres Vorgehen dagegen.

Jena (dpa) - Angesichts massiver Anfeindungen gegen Flüchtlinge und ihre Unterstützer hat der Jenaer Extremismusforscher Wolfgang Frindte ein rigideres Vorgehen von Polizei und Justiz angemahnt. «Was wir momentan erleben, ist ein Angriff auf unsere Demokratie», sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Die Flüchtlingsdebatte scheint aus dem Ruder zu laufen: Es gibt Bomben- und Morddrohungen, Unterkünfte werden in Brand gesteckt und gegen Flüchtlinge wird gehetzt. Was ist los in diesem Land?

Antwort: Das frage ich mich auch, und das Geschehen bereitet mir große Sorge. Es kommt etwas an die Oberfläche, was wir schon seit 20 Jahren wissen: Dass der Rechtsextremismus nicht nur ein Randphänomen ist, sondern weite Teile der Bevölkerung betrifft. Zum anderen sortieren sich Rechtsextremisten und Rechtspopulisten neu. Seit Pegida zeigen die Leute ihren Hass offen auf der Straße und im Internet. Wir erleben einen Schulterschluss zwischen den alten und den neuen Rechtsextremen. Dabei ist der Rechtsextremismus keineswegs nur ein Jugendproblem, sondern geht durch alle Alters- und Bildungsschichten. Was wir momentan erleben, ist ein Angriff auf unsere Demokratie.

Frage: Das heißt, Pegida und Co haben die Fremdenfeindlichkeit bis in die Mitte der Gesellschaft salonfähig gemacht?

Antwort: Salonfähig waren Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus schon vorher, wie Untersuchungen belegen. Was Pegida erreicht hat, ist, den Salon weit nach außen zu öffnen. Menschen haben keine Hemmung mehr, in Kameras hinein ihre Wut und ihren Hass über Flüchtlinge zu äußern. Was früher vielleicht am Stammtisch gesagt wurde, wird jetzt auf dem Marktplatz herausgebrüllt.

Frage: Wie groß ist der Anteil Rechtsextremer in Deutschland?

Antwort: Der Kern beläuft sich - das zeigen Untersuchungen immer wieder - auf etwa 15 Prozent. Wenn man die Menschen dazu nimmt, die zwar selbst nicht Gewalt gegen Flüchtlinge anwenden, aber dies befürworten, dann sind das bis zu 30 Prozent. Denn unsere bisherigen anonymen Befragungen bringen uns da nicht mehr voran. Wenn man sich Internetseiten, Facebook-Einträge und Blogs anschaut, gibt es genügend Hinweise, dass es nicht mehr nur die traditionellen Rechtsextremen sind, sondern wir auch die Alltagsfremdenfeinde, die diese Gewalt akzeptieren, unbedingt dazuzählen müssen.

Frage: Vor wenigen Tagen hat sich nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch im sächsischen Heidenau durchgerungen. Was bringen solche Stippvisiten in der aktuell aufgeheizten Situation? 

Antwort: Sie zeigen Zustimmung und Unterstützung den Flüchtlingen und ihren Helfern gegenüber. Die Rechtsextremen erreicht man damit nicht, wie die Fernsehbilder vom Besuch der Kanzlerin zeigen. Allerdings frage ich mich: Warum hat man überhaupt so viel Toleranz der Intoleranz gegenüber?

Frage: Was muss denn aus Ihrer Sicht geschehen um den «Angriff auf die Demokratie» abzuwehren? 

Antwort: Die Demokratie muss wehrhafter werden. Einerseits vermisse ich einen konzertierten Aufstand der Anständigen. Andererseits sind Polizei und Justiz gefordert. Beim Besuch der Kanzlerin in Sachsen etwa wurde sie von Demonstranten als Vaterlandsverräterin beschimpft. Wenn ich meinen Nachbarn über den Gartenzaun solche Dinge zurufe, hat er das Recht, mich wegen Verleumdung und Beleidigung zu verklagen. Warum ist das hier nicht sofort passiert? Wir brauchen keine härteren Strafen oder neue Gesetze. Aber Polizei und Justiz müssen viel stärker die vorhandenen Möglichkeiten nutzen, um Angriffe der Rechtsextremen abzuwehren. Es geht um unsere Freiheit und um die, die um unseren Schutz nachsuchen.

ZUR PERSON: Der Sozial- und Kommunikationspsychologe Wolfgang Frindte lehrt und forscht an der Universität Jena unter anderem zum Rechtsextremismus. Jüngst hat er den Sammelband «Rechtsextremismus und «Nationalsozialistischer Untergrund»» herausgegeben.

So, 2015-08-30 05:00
Budapest/Dresden (dpa)

Ungarn schottet sich gegen Flüchtlinge ab - Warnung vor neuen Mauern

Sie kommen zu Zehntausenden nach Europa, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch nun müssen die Flüchtlinge ein weiteres Hindernis überwinden. Die rechte Regierung Ungarns hat an der Grenze Stacheldraht ausgerollt.

Budapest/Dresden (dpa) - Ungarn schottet sich ab: Der umstrittene Zaun an der 175 Kilometer langen Grenze zu Serbien ist fertig. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur MTI am Samstagabend unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die rechts-konservative Regierung erhofft sich, dass nun weniger Flüchtlinge als derzeit entlang der «Balkan-Route» durch Südosteuropa und Ungarn nach Norden und Westen ziehen.

Altkanzler Gerhard Schröder äußerte sich besorgt. «Weder das Mittelmeer noch neue Mauern, wie sie etwa in Ungarn gebaut werden, halten Menschen in ihrer Verzweiflung auf», schrieb er für die «Welt am Sonntag». «Wir dürfen diese Migration in und nach Europa nicht durch neue Eiserne Vorhänge zu verhindern versuchen. Stattdessen müssen wir sie steuern, müssen integrieren und müssen Perspektiven in den Herkunftsländern schaffen.»

Die Innenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien setzen auf große Aufnahmestellen zur Registrierung von Flüchtlingen in Italien und Griechenland. Sie sollen bis Ende des Jahres funktionstüchtig sein, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Paris nach Treffen mit seinen Amtskollegen Bernard Cazeneuve und Theresa May. Dort solle auch eine erste Prüfung stattfinden, ob die Betreffenden schutzbedürftig seien. Andernfalls würden sie in ihre Heimatländer zurückgeführt - so der Plan.

Nach dem grausigen Fund von 71 vermutlich erstickten Flüchtlingen in einem Lastwagen bei Wien nahm ein ungarisches Gericht vier mutmaßliche Schlepper in Untersuchungshaft. Es handelt sich um drei Bulgaren im Alter von 29, 30 und 50 Jahren sowie einen 28-jährigen Afghanen, wie das Kreisgericht der Stadt Kecskemet am Samstag mitteilte. Die Polizei in Österreich griff zudem erneut einen Laster mit 26 Flüchtlingen auf. Aus dem stickigen Laderaum wurden drei entkräftete Kleinkinder gerettet, die kurz vor dem Verdursten waren.

In Sachsen zogen im Anschluss an eine Demonstration mit rund 5000 Teilnehmern in Dresden etwa 400 Flüchtlingsunterstützer vor eine Asylbewerberunterkunft in Heidenau, wo Rechte und Rassisten mehrfach Flüchtlinge bedroht und Polizisten angegriffen haben. Zusammen mit zahlreichen Flüchtlingen tanzten sie am Abend auf der Straße. Nach dem vom Bundesverfassungsgericht am Morgen ausgesetzten Versammlungsverbot für die Kleinstadt war die Polizei mit starken Kräften im Einsatz. «Am Abend und in der Nacht war es in Heidenau völlig ruhig», sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen.

Mit Blick auf die jüngsten Übergriffe auf Flüchtlinge in Heidenau spricht der sächsische Verfassungsschutz von einer neuen Dimension der Gewalt. «Neu ist die Brutalität und die Bereitschaft, Polizisten zu attackieren», sagte der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Gordian Meyer-Plath, der «Welt am Sonntag».

Auch der Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz, wird wegen seines Engagements für Flüchtlinge von Rechtsextremen mit Gewalt bedroht. Dies berichtete der CDU-Politiker dem «Sonntag-Express». Er lasse sich aber nicht unterkriegen, sondern werde weiter gegen Rassismus sprechen und sich dafür einsetzen, «dass die Heidenauer Solidarität mit den Asylbewerbern zeigen und sich ordentlich benehmen».

Angesichts der steigenden Zahl fremdenfeindlicher Übergriffe warnen die ostdeutschen Ministerpräsidenten davor, ihre Bundesländer an den Pranger zu stellen. Man sollte sich davor hüten, «hier vorschnell von einem ostdeutschen Phänomen zu sprechen», sagte Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) der «Welt am Sonntag». Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte: «Wir reden von einem gesamtdeutschen Problem, das wir gesamtdeutsch bekämpfen müssen.»

So, 2015-08-30 05:13
Kabul (dpa)

Steinmeier wirbt in Afghanistan für Gespräche mit Taliban

Kabul (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am Sonntag zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. In der Hauptstadt Kabul steht unter anderem ein Treffen mit Präsident Aschraf Ghani auf dem Programm. Wegen der jüngsten Anschläge mit mehreren Dutzend Toten findet der Besuch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Vorsichtshalber wurde die Reise bis zur Landung in Kabul auch geheim gehalten.

Trotz der Anschlagsserie will sich Steinmeier bei der afghanischen Regierung für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den radikal-islamischen Taliban-Milizen einsetzen. Eine Aussöhnung innerhalb des Landes sei der «einzige vernünftige Weg» für eine Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts, sagte der SPD-Politiker. «Die einzigartige Chance der begonnenen Friedensgespräche darf nicht vertan werden.»

Im Juli hatte es ein erstes offizielles Treffen zwischen afghanischer Regierung und Taliban gegeben. Nach den ersten Anschlägen setzte Ghani die Gespräche jedoch aus. Die Attentate stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Machtkampf innerhalb der Taliban nach dem Tod des Milizenführers Mullah Omar.

Steinmeier versicherte Afghanistan weitere deutsche Unterstützung, auch nach dem Abzug der letzten deutschen Kampftruppen vor neun Monaten. «Die Menschen in Afghanistan können weiter auf die Solidarität Deutschlands zählen.» Seit dem Sturz der Taliban 2001 hat Berlin mit mehr als vier Milliarden Euro geholfen. Die Bundeswehr ist noch mit etwa 800 Soldaten im Einsatz. Deutschland und Afghanistan feiern dieses Jahr auch 100 Jahre diplomatische Kontakte.

So, 2015-08-30 05:15
Jena (dpa)

Forscher fordert energischeres Vorgehen gegen Rechtsextreme

Jena (dpa) - Angesichts massiver Anfeindungen und roher Gewalt gegen Flüchtlinge und ihre Unterstützer hat der Extremismusforscher Wolfgang Frindte ein rigideres Vorgehen von Polizei und Justiz gefordert. «Was wir momentan erleben, ist ein Angriff auf unsere Demokratie», sagte Frindte, der an der Universität Jena lehrt, der Deutschen Presse-Agentur. Um dies abzuwehren, müssten alle juristischen, polizeilichen und politischen Mittel genutzt werden. Es sei zu beobachten, dass sich Rechtsextreme und Rechtspopulisten neu sortieren. Der Experte schätzt den Anteil derer, die rechtsextrem sind oder solche Gewalt befürworten, auf bis zu 30 Prozent der Bevölkerung.

So, 2015-08-30 04:23
München (dpa)

Seehofers CSU im Schatten des großen Franz Josef Strauß Von Carsten Hoefer, dpa

Mit drei Feiern in Folge wird die CSU den hundertsten Geburtstag von Franz Josef Strauß feiern. Doch hat sich die CSU unter der Regie des Strauß-Verehrers Seehofer weit vom FJS-Erbe entfernt.

München (dpa) - Eigentlich war Franz Josef Strauß bereits abgeräumt. Als Günter Beckstein 2007 Ministerpräsident für ein Jahr wurde, ließ er die Strauß-Büste aus dem Arbeitszimmer in der Münchner Staatskanzlei entfernen. FJS schien nicht mehr zeitgemäß. Ein Jahr später gab Nachfolger Horst Seehofer Strauß seinen Ehrenplatz zurück, den dieser bis heute innehat. Nun stehen Bayern Tage bevor, in denen der 1988 gestorbene CSU-Patriarch wieder allgegenwärtig sein wird: Am 6. September jährt sich sein Geburtstag zum 100. Mal.

Die CSU will ihn in drei Feiern würdigen - am 4. September in München, am 6. September in Rott am Inn und am 10. September in Berlin. Dass die Landtagsopposition den Staatsempfang zu Ehren des großen Vorsitzenden boykottieren will, dürften die CSU-Granden verschmerzen können.

Es ist nicht schwer, den Inhalt der Geburtstagsreden vorauszuahnen: Strauß wird gerühmt werden als der Visionär, der die Grundlage für Bayerns Entwicklung zum wirtschaftlich erfolgreichsten Bundesland legte. Strauß' zahlreiche Affären hingegen werden in der offiziellen Erinnerung der CSU eine sehr untergeordnete oder gar keine Rolle spielen.

Vorausssichtlich nicht erwähnt werden wird auch das Paradox, das die heutige CSU auszeichnet: Einerseits genießt Strauß in der Seehofer-CSU Heldenstatus. Andererseits hat sich die CSU unter der Regie des Strauß-Bewunderers Seehofer so weit von FJS entfernt, dass der sich im Falle einer Wiederkunft vermutlich die Augen reiben würde. «Franz Josef Strauß würde mit Freude und Wohlgefallen auf die heutige CSU sehen, sie hat sich sehr positiv weiterentwickelt», sagt Generalsekretär Andreas Scheuer dagegen.

Als sicher darf gelten, dass Strauß sich heute über vieles wundern würde, was 1988 noch in den Sternen stand: das Ende des Kalten Kriegs, die Wiedervereinigung, den Kollaps der Sowjetunion und des Warschauer Pakts, EU-Erweiterung, Euro und Euro-Krise, den Aufstieg Chinas.

Heute sind nur noch sehr wenige Politiker aktiv, die Strauß noch als Ministerpräsidenten erlebten. So sind Skurrilitäten weitgehend in Vergessenheit geraten, die aus heutiger Sicht eher vorgestrig als visionär wirken: So verhinderte Strauß zum Beispiel die Aufnahme von Frauen in den bayerischen Polizeidienst.

Eine Politikerin, die Strauß als junge Abgeordnete erlebte, ist die Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. «Ich fand ihn sehr undemokratisch», sagt sie. Strauß weigerte sich nicht nur, die Grünen zu Staatsempfängen einzuladen, obwohl auch sie vom Volk in den Landtag gewählt waren. «Strauß hat auch versucht, Kontakte der Ministerialbeamten zu uns zu verhindern», erinnert sich Bause.

Strauß unerwarteter Herztod im Jahr 1988 habe mutmaßlich einen quälenden Niedergang verhindert, meint ein heute nicht mehr aktiver CSU-Mann. Strauß habe 1988 seine besten Zeiten hinter sich gehabt. 

Wundern aber würde sich Strauß möglicherweise auch über die Entwicklung der CSU. Das gilt sowohl für den heutigen Stil der Partei als auch für die Inhalte. Wo Strauß lustvoll polarisierte und über seine Gegner herzog, besteht das Wesen von Seehofers Regentschaft darin, jede Polarisierung möglichst zu vermeiden. «Die Leute wollen das nicht mehr», sagt Seehofer oft über das früher übliche verbale Geholze.

So pflegte Strauß Demonstranten bei seinen Kundgebungen zu beschimpfen. Seehofer geht gewöhnlich auf sie zu. Für die Opposition im Landtag macht es das schwieriger, sich an der CSU zu reiben, wie manche Abgeordnete bei SPD und Grünen sagen.

Inhaltlich hat Seehofer mehrere Glaubenssätze der Strauß-Ära über Bord geworfen. Strauß machte Bayern zum führenden Atomland, Seehofer forcierte 2011 den Atomausstieg. Geschichte ist auch die allgemeine Wehrpflicht. 2013 beerdigte Seehofer den Donauausbau mit Staustufen - das letzte Großprojekt, das noch aus der Strauß-Ära stammte. 

CSU-Generalsekretär Scheuer sieht naturgemäß keinen Widerspruch zwischen neuer Seehofer-CSU und alter Strauß-CSU. «Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts zu marschieren», zitiert Scheuer einen Strauß-Lehrsatz. «Und ich sage in Anlehnung daran: Aus Tradition modern.»

In vielerlei Hinsicht ist die CSU heute weit liberaler als zu Straußens Zeiten. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind von der Partei mittlerweile akzeptiert. Dass Deutschland kein Einwanderungsland sei, ist ebenfalls Geschichte - heutzutage gilt zumindest verbal die «Willkommenskultur» für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland. Mutmaßlich würde auch Strauß in der heutigen veränderten Welt andere Positionen vertreten - ein Gespräch mit ihm darüber wäre jedenfalls hochinteressant.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

weiterlesen

Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

1 2 3
So, 2015-08-30 04:52
Kabul (dpa)

Steinmeier zu Besuch in Afghanistan eingetroffen

Kabul (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am Sonntag zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. In der Hauptstadt Kabul steht unter anderem ein Gespräch mit Präsident Aschraf Ghani auf dem Programm. Außerdem will sich der SPD-Politiker mit deutschen Soldaten treffen. Die Bundeswehr ist in Afghanistan derzeit noch mit etwa 800 Soldaten im Einsatz. Wegen der jüngsten Anschlagswelle in Kabul findet der Besuch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Erst am vergangenen Wochenende hatte ein Selbstmord-Attentäter mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen.

So, 2015-08-30 04:24
München (dpa)

Weichenstellungen in der Ära Strauß

München (dpa) - Als CSU-Chef und Ministerpräsident hat Franz Josef Strauß Bayern geprägt. Unter seiner Regie war die CSU  gesellschaftspolitisch konservativ, wollte aber wirtschafts- und technologiepolitisch an der Spitze des Fortschritts marschieren.

- WIRTSCHAFT UND VERKEHR

Strauß beförderte die Umwandlung Bayerns vom Agrar- zum Industrieland, wobei er den Schwerpunkt auf Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Rüstungsbranche legte. Der CSU-Chef spielte in den 60er und 70er Jahren eine wichtige Rolle bei der Gründung des Airbus-Konzerns und der deutschen Beteiligung daran. Strauß setzte den Bau des neuen Münchner Flughafens durch, der 1992 - vier Jahre nach seinem Tod - in Betrieb ging und seither zum Wachstumsmotor für Oberbayern geworden ist.

- ATOMKRAFT

Strauß war glühender Befürworter der Atomenergie und gab als Sonderminister in den 50er Jahren den Startschuss für den Bau der Atomkraftwerke in Deutschland. 1957 ging in Garching bei München ein wissenschaftlicher Versuchsreaktor in Betrieb, 1962 folgte in Unterfranken das «Versuchsatomkraftwerk Kahl am Main» als erstes kommerzielles AKW. Im oberpfälzischen Wackersdorf wollte Strauß eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage errichten lassen. Das Projekt wurde jedoch nach massiven Protesten nach seinem Tod fallengelassen.

- WISSENSCHAFT

In der Nachkriegszeit hatte Bayern lediglich drei Landesuniversitäten, heute sind es neun. Strauß war stets darauf bedacht, Forschungseinrichtungen nach Bayern zu holen. Im Einklang mit dem bundesweiten Ausbau der höheren Bildung ab den 60er Jahren wurden auch in Bayern während der Strauß-Ära neue staatliche Universitäten gegründet. Erste der neuen Landesuniversitäten war 1962 Regensburg, die jüngste ist die 1978 gegründete Uni Passau.

So, 2015-08-30 04:15
Berlin/Dresden (dpa) 

Sächsischer Verfassungsschutzpräsident: Neue Dimension der Gewalt

Berlin/Dresden (dpa) - Mit Blick auf die jüngsten Übergriffe auf Flüchtlinge in Heidenau spricht der sächsische Verfassungsschutz von einer neuen Dimension der Gewalt. «Neu ist die Brutalität und die Bereitschaft, Polizisten zu attackieren», sagte der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Gordian Meyer-Plath, der «Welt am Sonntag». Früher hätten sich «Rechtsextremisten bemüht, als Saubermänner gegenüber der Polizei aufzutreten».

Bei den gewaltsamen Ausschreitungen gegen Asylbewerber in der Kleinstadt nahe Dresden waren in der vergangenen Woche mehr als 30 Polizeibeamten verletzt worden. So etwas habe er in Sachsen noch nicht erlebt, sagte Meyer-Plath. «Die NPD muss sich die gewalttätigen Übergriffe anrechnen lassen.»

Trotz der zuletzt dramatisch angestiegenen Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte geht das Bundeskriminalamt von regional organisierten Straftaten aus. «Aktuell liegen dem BKA keine Informationen auf vernetzte oder bundesweit gesteuerte Aktivitäten vor», hieß es.

Keine Anzeige

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schaurige Leistung.
Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten.

Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich.

VW. Das Böse.
 

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Seiten