Aktuell

filmtipp / 05.Feb 2016

Faszinierende Aufnahmen aus der Arktis

Bilder, die den Zuschauer frieren lassen und ihn dennoch in ihren Bann ziehen: Der Kurzfilm „In Between" erzählt auf poetische Weise von Moschusochsen in der norwegischen Arktis – und ihrer Bedrohung durch den Klimawandel. 

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Sa, 2016-02-06 14:10
Wenden (dpa)

Jecken im Sauerland sagen wegen Sturmwarnung ihren Rosenmontagszug ab

Wenden (dpa) - Die ersten Jecken ziehen Konsequenzen aus der Sturmwarnung für Rosenmontag: Ein Karnevalsverein im Sauerland hat seinen traditionellen Rosenmontagszug abgesagt. Normalerweise säumen 5000 bis 7000 Menschen die Strecke im nordrhein-westfälischen Wenden. «Aber wir könnten es nicht verantworten, wenn durch den Sturm irgendwas passiert. Deshalb haben wir schweren Herzens die Reißleine gezogen», sagte der Vorsitzende des Karnevalsvereins Schönau-Altenwenden, Thomas Dröscher, am Samstag. Gefeiert werde aber trotzdem - dann eben in den Kneipen.

Ganz ausfallen lassen wollen die Jecken ihren Zug nicht. «Wir verlängern einfach die Session.» Voraussichtlich werde der Rosenmontagszug im Mai nachgeholt. Der Westdeutsche Rundfunk hatte zuerst über die Absage berichtet.

Sa, 2016-02-06 14:21
Wattenberg (dpa)

Rettung von Lawinenopfern

Wattenberg (dpa) - Werden Menschen unter Lawinen verschüttet, ist die Suche nach Opfern ein Wettlauf gegen die Zeit. Methoden zur Rettung:

KAMERADENSUCHE: Ihr messen Experten die größte Bedeutung zu. Wird ein Tourengeher oder Skifahrer aus einer Gruppe verschüttet, müssen die anderen unverzüglich «mit Auge und Ohr» im Schnee des Lawinenkegels mit der Suche beginnen. Deshalb ist es unerlässlich, abseits gesicherter Pisten ein Verschütteten-Suchgerät (LVS) sowie eine stabile Lawinenschaufel und eine faltbare Teleskop-Sonde mitzunehmen.

SPÜRHUNDE: Sie spielen bei der Suche nach Verschütteten nach wie vor eine Rolle. Das Schweizer Lawinenforschungsinstitut errechnete, dass 80 Prozent der Verunglückten von den Hunden gefunden werden.

LAWINENPIEPSER: Zu den technischen Verfahren für die Suche nach Verschütteten gehören batteriebetriebene Piepser, die Funksignale senden und empfangen können. Die Reichweite der Sender beträgt 20 bis 80 Meter.

SMARTPHONE: Ein USB-Stick wird in das Smartphone gesteckt und sendet wie ein Lawinenpiepser Signale. Retter können dann über Satellitennavigation die Position des Verschütteten auf einer 3-D-Karte erfassen. Zudem kann eine Lawinensuch-App auf das Smartphone geladen werden. Die Technik des «LawinenFon» ist allerdings noch in der Entwicklung.

KLEIDUNGS-CHIPS: In die Kleidung der Skifahrer eingearbeitete Chips geben Signale an einen radarähnlichen Empfänger und machen die Ortung Verschütteter etwa vom Hubschrauber aus möglich. Viele Hersteller von Ski-Kleidung bieten das System schon standardmäßig an.

Sa, 2016-02-06 14:09
Seoul (dpa)

Seoul: Nordkoreas Weltraumrakete könnte bereits Sonntag abheben

Warnungen der Nachbarstaaten verhallen: Dem Test einer Atombombe will das isolierte Nordkorea den Start einer Weltraumrakete folgen lassen. Ein Start in den kommenden Tagen wird wahrscheinlicher

Seoul (dpa) - Einen Monat nach dem Test einer Atombombe treibt Nordkorea nach südkoreanischen Angaben die Vorbereitungen für den umstrittenen Start einer Weltraumrakete voran. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Samstag mitteilte, könnte der Start frühestens bereits am Sonntag erfolgen. Das neue Startfenster solle sich am 7. Februar öffnen und am 14. schließen. Gleiche Angaben machte der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge auch die Regierung in Tokio. Russland und China zeigten sich besorgt über die nordkoreanischen Raketenpläne. 

Nordkorea hatte am Dienstag die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und zwei weitere UN-Organisationen informiert, einen «Erdbeobachtungssatelliten» ins All schießen zu wollen. Der Start sollte zwischen dem 8. und 25. Februar erfolgen. Die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete nun unter Berufung auf Regierungskreise, dass Nordkorea die IMO über eine Verkürzung des Startfensters informiert habe.

Die USA, Südkorea und Japan hatten das kommunistische Regime in Pjöngjang vor dem neuen Raketenstart gewarnt. Sie vermuten dahinter einen unzulässigen Raketentest für das Atomwaffenprogramm des Landes. Pjöngjang hatte am 6. Januar einen neuen Atomversuch unternommen, der weltweit verurteilt wurde. Südkorea und Japan hatten gedroht, die Rakete abzuschießen, sollte sie ihr Territorium bedrohen.

Das russische Außenministerium teilte am Samstag mit, Pjöngjang missachte mit dem Atomtest sowie dem geplanten Raketenstart das Völkerrecht und UN-Resolutionen. Bei Beratungen zweier ranghoher Diplomaten hätten Russland und China eine politische Lösung des Konflikts gefordert.

Nordkorea trieb die Startvorbereitungen nach Angaben von US-Experten in den vergangenen Tagen voran. An der Raketenanlage in Sohae an der Westküste seien unter anderem Tankfahrzeuge gesichtet worden, um vermutlich die Tanks für Treibstoff und Oxidationsmittel zu füllen, berichtete das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität auf seiner Website «38 North». Das gehe aus der Auswertung jüngster Satellitenbilder von dem Startgelände hervor. 

Der bisher letzte Start einer Weltraumrakete in Nordkorea Ende 2012 hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst. Aus Sicht der USA sowie Südkoreas und Japans wollte Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine atomar bestückte Interkontinentalrakete testen. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar wird derzeit im Weltsicherheitsrat über neue Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un diskutiert. 

Sa, 2016-02-06 14:17
Kiew/Donezk (dpa) 

Spannungen in Kriegsgebiet Ostukraine nehmen zu

Kiew/Donezk (dpa) - Im Kriegsgebiet Donbass nehmen die Spannungen nach Berichten der ukrainischen Führung wie der prorussischen Separatisten zu. Bei Gefechten seien elf Soldaten verletzt worden, teilte die Militärführung in Kiew am Samstag mit.

Die Aufständischen im Gebiet Donezk warfen der Armee mehr als 300 Angriffe innerhalb eines Tages vor. Ein Separatistensprecher teilte über die Agentur Interfax mit, die Regierungstruppen würden im Frontgebiet Panzer und Soldaten zusammenziehen. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Für die kommende Woche war eigentlich eine neue Runde der Ukraine-Krisengespräche anvisiert. Dafür sollten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine zusammenkommen. Das Zustandekommen gilt jedoch mittlerweile als unwahrscheinlich.

Am kommenden Freitag jährt sich das Abkommen von Minsk zum ersten Mal. Am 12. Februar 2015 hatten sich die Konfliktparteien unter Vermittlung der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der weißrussischen Hauptstadt auf einen Friedensplan geeinigt. Dieser ist bislang jedoch kaum umgesetzt worden.

Sa, 2016-02-06 14:35
Dresden (dpa)

Tausende Pegida-Anhänger demonstrieren in Dresden ohne Bachmann

Dresden (dpa) - Ohne Pegida-Gründer Lutz Bachmann haben am Samstagnachmittag in Dresden Tausende Anhänger des fremden- und islamfeindlichen Bündnisses demonstriert. Bachmann liege krank im Bett, wurde den Teilnehmern zu Beginn der Kundgebung mitgeteilt. Während der Veranstaltung, auf der immer wieder «Merkel muss weg»-Rufe zu hören waren, sollte es Liveschaltungen in andere europäische Städte geben, wo anlässlich eines gemeinsamen Aktionstages fremdenfeindlicher Gruppen ebenfalls gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert wurde. Die Polizei sicherte die Kundgebung in Dresden mit einem Großaufgebot, um Zusammenstöße mit zahlreichen Gegendemonstranten zu verhindern.

Sa, 2016-02-06 14:14
Wattenberg (dpa)

Vermutlich mehrere Tote bei Lawinenabgang in Tirol

Wattenberg (dpa) - Bei einem Lawinenabgang in Tirol hat es nach Angaben der Polizei am Samstag vermutlich mehrere Todesopfer gegeben. Zwölf Menschen waren im Tal Wattener Lizum von den Schneemassen überrascht worden. Wie viele der Verschütteten gestorben sind, konnten die Ermittler am Nachmittag noch nicht sagen. Neben den Todesopfern konnten bereits verletzte wie unverletzte Wintersportler geborgen werden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

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Sa, 2016-02-06 14:47
Berlin (dpa)

Berliner Innensenator lobt Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf

Berlin (dpa) - Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen Terrorzelle hat Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) eine enge Kooperation der Behörden von Bund und Ländern gelobt. «Wir haben, glaube ich, sehr deutlich gemacht, dass die Sicherheitsarchitektur funktioniert und dass wir in der Lage sind, auch länderübergreifend bei der Bekämpfung des Terrors zusammenzuarbeiten», sagte der CDU-Politiker der «Berliner Morgenpost» (Samstag).

Am Donnerstag war mit einer großangelegten Razzia in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine mutmaßliche Terrorzelle zerschlagen worden. Im Blick der Ermittler sind vier Algerier zwischen 26 und 49 Jahren, die eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben sollen. Die Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten laut Berliner Staatsanwaltschaft womöglich einen Anschlag in der deutschen Hauptstadt geplant.

Als Drahtzieher gilt ein 34-Jähriger aus dem Sauerland, er war als Flüchtling nach Deutschland gekommen. «Die Flüchtlinge in ihrer Gesamtheit sind kein Risiko», sagte Henkel. Die Sicherheitsbehörden müssten sich aber darauf einstellen, dass sich in den Flüchtlingsstrom auch einzelne mischen, die anderes im Sinn haben, als hier Asyl zu suchen.

Sa, 2016-02-06 14:49
Wattenberg (dpa)

Lawinenunglück in Tirol - Bericht: Fünf Tote

Wattenberg (dpa) - Bei einem Lawinenabgang in Tirol sind am Samstag zwölf Menschen verschüttet worden, laut Polizei hat es mehrere Todesopfer gegeben. Dem ORF zufolge sollen fünf Menschen ums Leben gekommen sein. Bei den Opfern des Unglücks in Wattenberg nahe Innsbruck soll es sich der Polizei zufolge um Skitourengeher aus Tschechien handeln, die von den Schneemassen überrascht worden sind. Ein anderer Wintersportler habe die Lawine gesehen und die Rettungskräfte alarmiert.

Neben den Todesopfern konnten bereits verletzte wie unverletzte Wintersportler geborgen werden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Die Bergrettung war laut Tiroler Polizei am frühen Nachmittag mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Auch mehrere Hubschrauber seien im Einsatz gewesen. In Tirol herrschte am Samstag Lawinenwarnstufe drei auf der fünfteiligen Skala.

Sa, 2016-02-06 14:25
Düsseldorf (dpa)

Wetterroulette zu Rosenmontag - Können die Karnevalszüge stattfinden?

Alle paar Minuten klingelt am Samstag das Telefon beim Deutschen Wetterdienst. Dutzende Karnevalsvereine fragen besorgt nach der aktuellen Sturm-Prognose für Rosenmontag - doch noch immer sind die Vorhersagen nicht ganz eindeutig.

Düsseldorf (dpa) - Die Jecken im Rheinland werden frühestens Sonntagmittag wissen, ob das mächtige Sturmtief «Ruzica» zur Gefahr für ihre Rosenmontagszüge wird. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Prognose für den Tag der großen Umzüge im Rheinland zwar etwas präzisiert - doch eindeutige Informationen gebe es nur 24 Stunden zuvor, sagte die Meteorologin vom Dienst am Samstag in Essen.

Ein Hoffnungsschimmer könnte sein, dass der Sturm schneller unterwegs ist als zunächst erwartet. Die stärksten Windböen mit Stärke 9 bis 10 erwarten die Meteorologen nun schon am Montagvormittag. Doch ob sich der Sturm bis zum Start der Züge am Mittag so weit beruhigt hat, dass die Motivwagen gefahrlos auf die Straße können, ist unklar.

Am Samstag sagten die DWD-Prognosen für Montagnachmittag immer noch Windstärken zwischen 8 und 9 voraus. Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht vor, dass der Zug schon ab Windstärke 8 abgesagt wird.

Und selbst wenn der Zug stattfinden kann: Patschnass werden die Jecken allemal. Denn «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) bringe neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen, sagte die Meteorologin vom Dienst.

In Düsseldorf wollen die Verantwortlichen voraussichtlich Sonntagmittag entscheiden, ob sie den Rosenmontagszug absagen - und womöglich im Mai oder August nachholen.

Die Organisatoren des größten deutschen Karnevalsumzugs in Köln ziehen hingegen nach eigenen Angaben bislang keine Absage des Rosenmontagszugs in Betracht. Auch 1990, als der Orkan «Wiebke» mit noch höheren Windgeschwindigkeiten über Deutschland fegte, sei der Rosenmontagszug mit kleinen Einschränkungen durch Köln gezogen, betonte eine Sprecherin. Endgültig entscheiden wollen die Kölner erst am Sonntagabend.

Auch in anderen Karnevalshochburgen war die Sorge am Samstag groß. In Mainz gebe es keine festen Regeln, ab welcher Windstärke der Rosenmontagsumzug ausfallen muss. Möglicherweise verzichten die Fastnachter dort nur auf große Fahnen und «Schwellköppe», die überdimensionalen Pappmachéköpfe. «Wir werden erst am Sonntagabend entscheiden, was wir tun», sagte ein Sprecher.

Unterdessen setzte die Polizei am Samstag nach mehreren sexuellen Übergriffen im Karneval ihre Ermittlungen fort. Nach dem Übergriff auf eine belgische Fernsehjournalistin im Kölner Karneval hat sich ein 17 Jahre alter Jugendlicher der Polizei gestellt. Die Frau war während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt worden. Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe war zu Beginn des Straßenkarnevals in Köln zwar höher als früher. Die Polizei führte dies jedoch auf eine deutlich veränderte Anzeigebereitschaft zurück.

Auch für den Rosenmontag hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot aufgestellt. Die Warnung der Einsatzkräfte, wegen der weiterhin bestehenden Terrorgefahr auf Kostüme mit Waffenimitaten zu verzichten, hat sich auf die Nachfrage in den Karnevalsgeschäften aber nicht ausgewirkt. Produkte wie eine Plastik-Kalaschnikow oder eine Cowboy-Pistole seien ähnlich gut verkauft worden wie in den vergangenen Jahren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Händlern. «Die Leute kaufen ganz normal, auch echt aussehende Schusswaffen», sagt Antonia Guerrero von Karnevalswierts in Köln. Man habe sogar schon nachbestellen müssen.

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei in NRW läuft der Karnevalseinsatz in diesem Jahr bislang sehr gut. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln habe es eine deutlich Anspannung gegeben. «Jeder wusste, dass dieser Einsatz laufen musste», sagte Gewerkschaftschef Arnold Plickert. Das habe sich aber schnell aufgelöst. «Die Jecken sind teilweise auf unsere Kollegen zugekommen und haben gesagt: «Schön, dass ihr da seid und auf uns aufpasst».»

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Geht doch!

Hoffnung für Hähnchen

Biobrütereien in der Alpenrepublik beenden ab 2017 das massenhafte Kükentöten
 

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Da männliche Küken später keine Eier legen, werden sie direkt nach dem Schlupf getötet. Damit wollen österreichische Biobrütereien spätestens ab 2017 Schluss machen: Im Nachbarland einigten sie sich mit dem Biodachverband und dem Lebensmitteleinzelhandel darauf, in Zukunft Bioeier nur noch dann als „bio“ zu kennzeichnen, wenn Henne und Hahn aufgezogen werden. Gelingen soll das mit einer robusten Legerasse, deren Brudertiere bei der Mast Fleisch ansetzen, wenn auch langsamer und weniger als sonst üblich. Die Branche rechnet mit Mehrkosten von zwei bis drei Cent pro Ei. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die landesweite Lösung mit auf den Weg gebracht und hofft nun, dass diese wegweisend für ganz Europa sein wird. In Deutschland gibt es bislang nur kleine Projekte wie etwa die „Bruderhahn-Initiative“ oder „Ei-Care“. Doch auch hierzulande bewegt sich etwas: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Kükensterben mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei beenden. Noch ist diese Technik nicht marktreif – und laut Deutschem Tierschutzbund auch nicht ausreichend: „Wir müssen das System ändern, dafür brauchen wir andere Zuchtlinien und andere Haltungssysteme.“
 

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New York: Essen als Chance
Frisch aus dem Knast entlassenen Jugendlichen gibt das Sozialprojekt „Drive Change“ in New York City eine Perspektive: Im Team des mobilen „Snowday Food Truck“ schnippeln sie Gemüse, braten Hühnchen und bieten verschiedene Mittagessen an. Die jungen Menschen verdienen ihr eigenes Geld – für manche ist es der erste legale Job. Vor allem soll ihnen die Arbeit bei der Integration helfen, denn bisher werden zwei von drei jugendlichen Straftätern innerhalb von drei Jahren rückfällig.
snowdayfoodtruck.com

Italien: Soli-Kaffee
Von Neapel aus geht eine solidarische Idee um die Welt: Gäste können einen Kaffee bestellen – und zwei zahlen. Den Gratiskaffee bekommt irgendwann ein Obdachloser, der sich ein Heißgetränk nicht leisten kann. In Neapel wird diese Tradition schon seit mehr als hundert Jahren in der Weihnachtszeit gepflegt. Inzwischen gibt es die Geste der Nächstenliebe in fast 20 Ländern. Auch in Deutschland besteht in einigen Lokalen die Möglichkeit, einen Kaffee zu spenden.
coffeesharing.com

San Francisco: Warnung vor Limo
Werbeanzeigen für Softdrinks müssen laut Beschluss des Stadtrats von San Fransisco künftig mit Warnhinweisen versehen werden. So soll der Verbraucher erfahren, dass der zugesetzte Zucker Fettleibigkeit, Diabetes und Karies verursachen kann. Ein solches Warnlabel könnte es auch landesweit geben, die Demokraten haben einen entsprechenden Gesetzentwurf für den US-Staat Kalifornien eingereicht. Schon im vergangenen Jahr hatte Berkeley dem hohen Zuckerkonsum den Kampf angesagt. Als erste US-Stadt besteuerte die Nachbarin San Franciscos im November 2014 zuckerhaltige Getränke.
 

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Sa, 2016-02-06 13:37
Amsterdam (dpa)

Türkei will Grenze für Syrien-Flüchtlinge grundsätzlich offen halten

Amsterdam (dpa) - Die Türkei will ihre Grenze für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge nicht grundsätzlich schließen. «Wir bleiben bei der Politik der offenen Grenze für Menschen, die vor der Gewalt des Regimes und den russischen Luftangriffen fliehen», sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag nach Gesprächen mit EU-Kollegen in Amsterdam.

Von den Menschen, die vor den jüngsten Kämpfen um die Stadt Aleppo geflohen seien, habe die Türkei bereits 5000 aufgenommen. Weitere 50 000 bis 55 000 seien auf dem Weg und würden nicht alleingelassen werden.

«Jemand muss Russland und den Iran stoppen, die unübersehbar das syrische Regime unterstützen», sagte Cavusoglu auf die Frage, was die EU tun könne. Es würden auch Schulen, Krankenhäuser und Zivilisten angegriffen.

Auf die Lage an der türkisch-syrischen Grenze ging Cavusoglu nicht ein. Berichten zufolge warten dort Zehntausende Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten auf Einlass. Bis zu 20 000 Menschen sollen am Samstag allein am geschlossenen Übergang Bab al Salam ausgeharrt haben.

Sa, 2016-02-06 13:21
Islamabad (dpa)

Mindestens zehn Tote bei Talibananschlag in Pakistan

Islamabad (dpa) - Bei einem Anschlag pakistanischer Taliban auf ein Fahrzeug des paramilitärischen Grenzkorps in der Hauptstadt der Provinz Balochisten, Quetta, sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 40 Menschen seien während der Explosion nahe eines Bezirksgerichtshofs verletzt worden, sagte ein Arzt in der Notaufnahme des Zivilkrankenhauses, Muhammad Tayyab, am Samstagabend (Ortszeit).

Der Polizist Imtiaz Shah sagte Medien, es sei ein Selbstmordanschlag gewesen. Acht bis zehn Kilogramm Sprengstoff seien explodiert. Zwei der Toten seien Sicherheitskräfte gewesen, die anderen Zivilisten. Laut dem pakistanischen Sender Geo TV haben die Taliban die Verantwortung übernommen.

Sa, 2016-02-06 12:34
Kabul (dpa)

Kämpfe mit Taliban - Strom für Kabul kann nicht repariert werden

Kabul (dpa) - Zehn Tage nach einem Taliban-Angriff auf Stromleitungen in der afghanischen Provinz Bachlan lagen am Sonntag weite Teile der Hauptstadt Kabul noch im Dunklen. «Wir warten darauf, dass das Militär uns erlaubt, für die Reparatur in die Gegend vorzudringen», erklärte der Stromversorger Breschna Scherkat am Samstag. Seit Tagen sind in Bachlan schwere Gefechte mit Taliban im Gange.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammad Radmanisch, sagte, die Umgebung eines beschädigten Strommasts sei mittlerweile unter der Kontrolle der Regierung. Aber weil die Taliban dort immer noch aktiv seien, könne man den Technikern noch nicht erlauben, ihn zu reparieren.

Die Konsequenzen für die Kabuler Bevölkerung verschärfen sich unterdessen. Laut Breschna Scherkat haben Krankenhäuser, Botschaften, Verteidigungsministerium, Innenministerium und die Zentrale des Geheimdienstes NDS Priorität bei der Versorgung. Ein Arzt im staatlichen Krankenhaus in Stadtteil Wasir Akbar Khan sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag aber, dass das Krankenhaus höchsten drei bis vier Stunden Strom am Tag habe. Der tägliche Dieselverbrauch der Generatoren sei von 800 Litern auf 5000 Liter gestiegen. Die Kosten würden von der Regierung getragen.

In privaten Krankenhäusern ist das nicht der Fall. «Bald müssen wir die Behandlungskosten erhöhen», sagte ein Sprecher der Ariana-Klinik. Auch Geschäftsleute beklagen Verluste. Chefs größerer Fabriken sagen, sie hätten geschlossen oder müssten Arbeiter nach Hause schicken.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

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Sa, 2016-02-06 13:56
Wattenberg (dpa)

Zwölf Menschen in Tirol von Lawine verschüttet

Wattenberg (dpa) - In Tirol sind am Samstag zwölf Menschen von einer Lawine verschüttet worden. Die Bergrettung war laut Tiroler Polizei am frühen Nachmittag mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Informationen zum Gesundheitszustand oder zur Herkunft gibt es den Ermittlern zufolge noch nicht. Der Unfall habe sich im Bereich der Wattener Lizum ereignet. In Tirol herrschte am Samstag Lawinenwarnstufe drei auf der fünfteiligen Skala.

Sa, 2016-02-06 13:01
Damaskus (dpa) 

Syriens Außenminister: Bodentruppen würden in Särgen wiederkehren

Damaskus (dpa) - Syrien hat Saudi-Arabien mit drastischen Worten vor dem Einsatz von Bodentruppen in dem Bürgerkriegsland gewarnt. «Wir versichern, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg in sein Land wiederkehren wird», sagte Außenminister Walid al-Muallim am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.

Die Drohung richtet sich vor allem gegen Saudi-Arabien, das sich am Donnerstag bereit gezeigt hatte, im Rahmen eines internationalen Kampfeinsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch Soldaten nach Syrien zu entsenden. Das radikalsunnitische Königreich ist Teil der US-geführten internationalen Koalition, die seit Herbst 2014 Luftangriffe auf den IS in Syrien fliegt.

Sa, 2016-02-06 12:23
Aleppo (dpa)

Türkisch-syrische Grenze trotz wartender Flüchtlinge noch immer dicht

Aleppo (dpa) - Zehntausende Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo warten noch immer auf Einlass an der geschlossenen türkischen Grenze. Berichten zufolge harrten am Samstag bis zu 20 000 Menschen am Übergang Bab al Salam aus. In der grenznahen Stadt Asas hatten sich UN-Angaben zufolge bis zu 10 000 Syrer versammelt.

Die humanitäre Lage schien jedoch zunächst unter Kontrolle: Lokalen Medien zufolge waren Hilfsgüter und auch Zelte an die Vertriebenen ausgegeben worden. Wann und ob die Flüchtlinge in die Türkei einreisen dürfen, blieb weiter unklar.

Die Bewohner der Region um Aleppo hatten ihre Heimat wegen heftiger Gefechte beim Vormarsch von Regimetruppen verlassen. Die Assad-Truppen hatten zuletzt mit Hilfe russischer Luftschläge die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den von Rebellen gelegten Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen. Mit der Offensive der Regierungseinheiten läuft der von Rebellen gehaltene Teil Aleppos Gefahr, eingekesselt zu werden.

Sa, 2016-02-06 12:39
Wolfsburg (dpa)

VW will Marktanteil in Deutschland halten

Wolfsburg (dpa) - Ungeachtet des Abgas-Skandals will Volkswagen den Marktanteil der Kernmarke VW in Deutschland 2016 verteidigen. «Wir werden schon im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Aufwärtstrend sehen», sagte der Vertriebschef für Volkswagen Pkw in Deutschland, Thomas-Werner Zahn, der «Automobilwoche». «Wir trauen uns zu, mit Volkswagen in Deutschland im Geschäftsjahr 2016 die Marktanteile von 2014 und 2015 wieder zu erreichen.» Diese lagen dem Branchenblatt zufolge bei je etwa 21 Prozent.

Die schwierigste Aufgabe sei es, das Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit wiederherzustellen, sagte Zahn. Dies soll mit einer neuen Werbekampagne unterstützt werden, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Sorgen um ein schleichendes Aus für Diesel hat Manager nicht: «Wir sehen keinerlei Ausschläge beim Motoren-Mix. Und wir glauben fest an die Zukunft des Dieselantriebs in Deutschland.» Spezielle Werbemaßnahmen für Diesel seien nicht geplant.

Sa, 2016-02-06 14:00
Düsseldorf (dpa)

Wetterroulette zu Rosenmontag - Können die Karnevalszüge stattfinden?

Alle paar Minuten klingelt am Samstag das Telefon beim Deutschen Wetterdienst. Dutzende Karnevalsvereine fragen besorgt nach der aktuellen Sturm-Prognose für Rosenmontag - doch noch immer sind die Vorhersagen nicht ganz eindeutig.

Düsseldorf (dpa) - Die Jecken im Rheinland werden frühestens Sonntagmittag wissen, ob das mächtige Sturmtief «Ruzica» zur Gefahr für ihre Rosenmontagszüge wird. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Prognose für den Tag der großen Umzüge im Rheinland zwar etwas präzisiert - doch eindeutige Informationen gebe es nur 24 Stunden zuvor, sagte die Meteorologin vom Dienst am Samstag in Essen.

Ein Hoffnungsschimmer könnte sein, dass der Sturm schneller unterwegs ist als zunächst erwartet. Die stärksten Windböen mit Stärke 9 bis 10 erwarten die Meteorologen nun schon am Montagvormittag. Doch ob sich der Sturm bis zum Start der Züge am Mittag so weit beruhigt hat, dass die Motivwagen gefahrlos auf die Straße können, ist unklar.

Am Samstag sagten die DWD-Prognosen für Montagnachmittag immer noch Windstärken zwischen 8 und 9 voraus. Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht vor, dass der Zug schon ab Windstärke 8 abgesagt wird.

Und selbst wenn der Zug stattfinden kann: Patschnass werden die Jecken allemal. Denn «Ruzica» (gesprochen: Ruschiza) bringe neben Sturm auch starken, anhaltenden Regen und womöglich sogar Gewitter in die Karnevalshochburgen, sagte die Meteorologin vom Dienst.

In Düsseldorf wollen die Verantwortlichen voraussichtlich Sonntagmittag entscheiden, ob sie den Rosenmontagszug absagen - und womöglich im Mai oder August nachholen.

Die Organisatoren des größten deutschen Karnevalsumzugs in Köln ziehen hingegen nach eigenen Angaben bislang keine Absage des Rosenmontagszugs in Betracht. Auch 1990, als der Orkan «Wiebke» mit noch höheren Windgeschwindigkeiten über Deutschland fegte, sei der Rosenmontagszug mit kleinen Einschränkungen durch Köln gezogen, betonte eine Sprecherin. Endgültig entscheiden wollen die Kölner erst am Sonntagabend.

Auch in anderen Karnevalshochburgen war die Sorge am Samstag groß. In Mainz gebe es keine festen Regeln, ab welcher Windstärke der Rosenmontagsumzug ausfallen muss. Möglicherweise verzichten die Fastnachter dort nur auf große Fahnen und «Schwellköppe», die überdimensionalen Pappmachéköpfe. «Wir werden erst am Sonntagabend entscheiden, was wir tun», sagte ein Sprecher.

Unterdessen setzte die Polizei am Samstag nach mehreren sexuellen Übergriffen im Karneval ihre Ermittlungen fort. Nach dem Übergriff auf eine belgische Fernsehjournalistin im Kölner Karneval hat sich ein 17 Jahre alter Jugendlicher der Polizei gestellt. Die Frau war während einer Live-Übertragung an Weiberfastnacht vor laufender Kamera sexuell belästigt worden. Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe war zu Beginn des Straßenkarnevals in Köln zwar höher als früher. Die Polizei führte dies jedoch auf eine deutlich veränderte Anzeigebereitschaft zurück.

Auch für den Rosenmontag hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot aufgestellt. Die Warnung der Einsatzkräfte, wegen der weiterhin bestehenden Terrorgefahr auf Kostüme mit Waffenimitaten zu verzichten, hat sich auf die Nachfrage in den Karnevalsgeschäften aber nicht ausgewirkt. Produkte wie eine Plastik-Kalaschnikow oder eine Cowboy-Pistole seien ähnlich gut verkauft worden wie in den vergangenen Jahren, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Händlern. «Die Leute kaufen ganz normal, auch echt aussehende Schusswaffen», sagt Antonia Guerrero von Karnevalswierts in Köln. Man habe sogar schon nachbestellen müssen.

Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei in NRW läuft der Karnevalseinsatz in diesem Jahr bislang sehr gut. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln habe es eine deutlich Anspannung gegeben. «Jeder wusste, dass dieser Einsatz laufen musste», sagte Gewerkschaftschef Arnold Plickert. Das habe sich aber schnell aufgelöst. «Die Jecken sind teilweise auf unsere Kollegen zugekommen und haben gesagt: «Schön, dass ihr da seid und auf uns aufpasst».»

Sa, 2016-02-06 13:37
Weimar (dpa)

Weimarer protestieren gegen rechten Aufmarsch - Verletzte Polizisten

Weimar zeigt Flagge gegen Rechts: Einwohner der Klassiker-Stadt stellen sich einem von Rechten organisierten «Gedenkmarsch» entgegen. Ganz friedlich bleibt es allerdings nicht.

Weimar (dpa) - Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Weimar gegen eine Kundgebung von Neonazis demonstriert. Nach Angaben einer Polizeisprecherin versuchten mehr als 100 Demonstranten mehrfach, eine Polizeiabsperrung zu stürmen, um die Wegstrecke der Rechtsextremisten zu blockieren. Das sei ihnen in einem Fall gelungen. Die Beamten hätten Pfefferspray und einmal einen Schlagstock eingesetzt. Drei Polizisten wurden durch Pfefferspray leicht verletzt. Ein vierter Beamter erlitt bei einer Auseinandersetzung mit einem Demonstranten Blessuren.

Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten am Nachmittag auf rund 800. Beobachter sprachen von einer teilweise aggressiven Stimmung. In einem Fall biss ein Polizeihund zwei Protestierende, die daraufhin wegliefen. Bei der als «Gedenkmarsch» deklarierten Veranstaltung der rechten Szene versammelten sich laut Polizei mehr als 100 Teilnehmer. Mehrere hundert Polizisten waren im Einsatz, um Ausschreitungen zu unterbinden.

Die Gegenproteste werden von dem Bündnis «Weimar gegen Rechts» organisiert. Nach Angaben einer Sprecherin beteiligten sich am Vormittag mehr als 200 Menschen an einem mahnenden Rundgang durch die Stadt. Dabei wurde an die Bombardierung Weimars im Februar 1945 erinnert. Nach neuesten Recherchen von Historikern kamen damals mehr als 1100 Menschen ums Leben, darunter auch 356 Häftlinge des NS-Konzentrationslagers Buchenwald.

Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) warnte am Rande der Proteste davor, dass Rechtsextreme das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs für sich vereinnahmen könnten. Gedenktage seien wichtig, um die Wahrheit über den Zweiten Weltkrieg wachzuhalten, sagte Taubert der Deutschen Presse-Agentur.

Sa, 2016-02-06 12:51
Manchester (dpa)

Predigen und Selfies machen: Schaulaufen der Bewerber im US-Wahlkampf Von Maren Hennemuth, dpa

Wer sich hier nicht blicken lässt, hat keine Chance. New Hampshire ist ein kleiner Bundesstaat im Osten der USA, aber wichtig im Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur. Wer will, kann Clinton, Trump und Co. in Endlosschleife erleben.

Manchester (dpa) - Die Orte verschwimmen, die Zeiten sowieso. Ist es Nachmittag oder schon Abend? Eine Fragerunde mit Jeb Bush hier, eine Rede von Bernie Sanders da. In New Hampshire im Nordosten der USA liefern sich die Bewerber von Demokraten und Republikaner einen Wettbewerb darum, wer die meisten Hände schüttelt, die meisten Interviews gibt, das häufigste Motiv für Handyfotos ist. Am Dienstag stehen in dem kleinen US-Staat die nächsten innerparteilichen Vorwahlen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur an.

Dienstag, 18.03 Uhr, ein Sportzentrum in Milford. Fackeln erhellen die nächtliche Kulisse. Ein Scheinwerfer zuckt durch den Himmel. In einer langen Schlange warten die Menschen am Eingang auf Einlass. Sie wollen Donald Trump sehen. Gepanzerte Männer vom Secret Service kontrollieren jeden, der hinein will.

Drinnen ist die Luft stickig. Trump kommt auf die Bühne. Mehr als einen halben Tag hat er geschwiegen. Jetzt ist er hier und alles ist wie immer. So, als hätte es den zweiten Platz in Iowa nicht gegeben. Trump hält die Rede, die er immer hält. Aber der 69-Jährige redet etwas länger über Marco Rubio, seinen Konkurrenten, der am Abend zuvor in Iowa den dritten Platz belegt hat und nun als Kompromisskandidat gefeiert wird. Und Trump schimpft lange über die Presse.

Es ist, als hätte er einen Stein in einen See geworfen. Das Publikum applaudiert. Trump sagt, es sind 5000 Menschen gekommen. Ein Ordner spricht von 2000. Jungs in Turnschuhen und Jogginghosen stehen neben ihren Vätern. Eine Frau trägt Pantoffeln. Milford ist eine kleine Stadt, Trump ist ein Ereignis.

«Donald Trump ist jemand, der die traditionelle Art von Kampagnen in New Hampshire in Frage stellt», sagt Dean Spiliotes, Politologe an der Southern New Hampshire University. «Er kommt mit seinem Flugzeug her, stellt sich vor mehrere Tausend Menschen, bleibt anderthalb Stunden, macht vielleicht noch ein paar TV-Interviews und dann ist er wieder raus.» Es sei sonst üblich, dass sich die Bewerber auch bei kleineren Veranstaltungen blicken ließen.

Mittwoch, 11.33 Uhr, ein College in New London. Jeb Bush steht inmitten von Stuhlreihen vor einer großen amerikanischen Flagge. Ältere Menschen sitzen auf weinroten Sofas. Jugendliche bleiben dem Unterricht fern, um ihm zuzuhören. Bush dreht sich immer wieder im Kreis, niemand soll zu lange seinen Rücken sehen. Er sagt, dass er stolz sei, aus der Familie Bush zu stammen, auch wenn das bedeute, zum Establishment zu gehören. Sein Vater war Präsident, sein Bruder auch. Bush galt in diesem Wahlkampf mal als Favorit, das ist vorbei.

Eine Studentin steht auf und fragt ihn, ob sie seine Hand schütteln könne. Er umarmt sie stattdessen.

Ob sie ihn wählen wird? «Ich schwanke zwischen Sanders und Jeb», sagt Sarah DeArruda hinterher. An ihrer blauen Bluse klebt ein «Jeb!»-Sticker. «Ich weiß, die beiden sind sehr verschieden», fügt die 19-Jährige hinzu. Bernie Sanders ist Bewerber bei den Demokraten, ein Linksaußen. Bush mag einer der moderaten Köpfe im Bewerberfeld der Republikaner sein, aber er ist sehr konservativ.

16.14 Uhr. Ein Bürogebäude in Manchester. Unten im Erdgeschoss hängen blaue Trump-Schilder. Oben in einer Anwaltskanzlei im 17. Stock spricht John Kasich über seine Weisheitszähne. Eine Krankenschwester hat ihn gefragt, was er als Präsident gegen die Opiumsucht tun würde, die das Land wie eine Seuche überschwemmt. «Als ich als Kind meine Weisheitszähne gezogen bekommen habe, bin ich heimgegangen und hatte Schmerzen. Wir hatten kein Oxycodon. Heute bekommt man seine Weisheitszähne gezogen und sie geben einem 25 Pillen.» Es sei diese Verschreibungspraxis, die Heroin die Tür öffne.

Kasich wählt seine Worte mit Bedacht, der Gouverneur von Ohio ist keiner von denen im Bewerberfeld der Republikaner, die ein allzu düsteres Gegenwartsbild der USA zeichnen. Er sagt: «Viele Dinge sind ziemlich gut in Amerika.» Eine Reporterin macht mitten in seiner Rede eine Live-Schalte. Die Zuhörer schauen irritiert.

19.23 Uhr, eine Turnhalle in Manchester. Alle warten auf Hillary Clinton. Aber bevor die Ex-Außenministerin spricht, reden eine ganze Reihe anderer Menschen. Als sie schließlich spricht, hört sie eine Stunde lang nicht mehr auf. Ihre Stimme ist laut und rau, die Botschaft: Leg dich nicht mit mir an. Nur am Ende wird sie leiser, als sie sagt: «Ich bin vorbereitet.» Sie meint das Präsidentenamt.

Donnerstag, 8.12 Uhr, ein Kongresszentrum in Portsmouth. Marco Rubio spricht über Leute, die aufwuchsen wie er. In armen Verhältnissen. Der Senator von Florida ist der Sohn von Einwandern aus Kuba, aber er hat sehr strikte Vorstellungen davon, wie er die Einwanderung beschränken will. «Wenn wir nicht hundertprozentig wissen, wer Du bist, kommst Du nicht nach Amerika, wenn ich Präsident bin», sagt er. Applaus, Selfies, und weiter.

10.11 Uhr, ein Autohaus in Portsmouth, wenige Kilometer entfernt. Ted Cruz predigt. Mal zitiert der Senator von Texas die Bibel, mal die Verfassung. Er spricht viel über Ronald Reagan. Der 2004 gestorbene Ex-Präsident ist einer der Säulenheiligen der Republikaner. Cruz will sein Erbe antreten. Weil auch Reagan einer war, der Probleme mit dem Establishment in Washington hatte, wie Cruz sagt. Das Wort Establishment fällt derzeit oft. Es fällt immer dann, wenn ein Schimpfwort für die abgehobenen Politiker in Washington gesucht wird.

17.30 Uhr, ein Opernhaus in Rochester. Birthe Filby ist hier wegen Bernie Sanders. Die 88-Jährige hat ihn schon vier Mal gesehen. Warum Menschen den Senator von Vermont unterstützen sollten? «Wenn sie es nicht tun, geht dieses Land zugrunde.»

Sanders spricht, der 74-Jährige ist laut wie immer, sein Kopf glänzt. Der Senator von Vermont will wissen, wer von den Zuhörern noch seinen Studienkredit abbezahle. Etliche Hände schellen in die Höhe. Sanders hat versprochen, dass die Studiengebühren abgeschafft werden, wenn er Präsident ist. Wie er das umsetzen will, sagt er nicht. Er muss weiter, am Abend stellt er sich im Fernsehduell seiner Konkurrentin. Zeit zum Durchatmen bleibt nicht.

Sa, 2016-02-06 12:42
Dresden (dpa)

Linke: Pegida steht für Aufkündigung der Mitmenschlichkeit

Dresden (dpa) - Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat dem fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündis vorgeworfen, rassistischer Gewalt den Boden zu bereiten. Pegida stehe für die Aufkündigung von Empathie und Mitmenschlichkeit, sagte sie am Samstag am Rande einer Demonstration gegen den europaweiten Pegida-Aktionstag in Dresden. «Außerdem hat Pegida ein Klima befeuert, in dem die Hemmschwelle für rassistische Gewalt stark nach unten gegangen ist.»

Das Zusammenfallen von Wahlerfolgen von Rechtspopulisten in Europa, der Verrohung der Sprache im Internet, «wo anderen Menschen das Menschsein aberkannt wird», und der «explosionsartigen Zunahme» der Gewalt mache ihr Angst, sagte Kipping. «Und deshalb ist es notwendig, immer wieder Flagge zu zeigen.»

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) warnte angesichts des Versuchs der Pegida-Bewegung, sich mit anderen europäischen Gruppen zu vernetzen, davor, die Errungenschaften Europas aufs Spiel zu setzen. «Man muss allen Pegida-Anhängern sagen, wenn ihr Grenzen schließen wollt und bewaffnete Grenzen haben wollt, dann zerstört ihr Schengen und dann beschädigt ihr auch die europäische und die deutsche Wirtschaft», sagte Thierse auf NDR Info.

Sa, 2016-02-06 13:34
Berlin (dpa)

Saar-Innenminister fordert Geldstopp für hilfsunwillige Länder

Berlin (dpa) - EU-Länder, die keine Kriegsflüchtlinge aufnehmen wollen, sollten nach Ansicht des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon (CDU) auch kein Geld aus Brüssel mehr bekommen. Wer die Menschenrechte mit Füßen trete und Familien nicht aufnehme, die vor Krieg fliehen, «dem würde ich den Geldhahn zudrehen», sagte Bouillon dem Berliner «Tagesspiegel» (Sonntag). Bouillon ist seit Januar Vorsitzender der Innenministerkonferenz.

Manche Länder in Europa erhielten Milliardensummen aus Brüssel und täten jetzt so, als ginge sie das alles nichts an. «Das kann nicht mehr so weitergehen.» Eine europäische Lösung sei dringend nötig.

Nationale Maßnahmen, etwa das Schließen der deutschen Grenzen, lehnt Bouillon ab. «Wir können nicht über 3500 Kilometer Grenze sichern.» Zäune hielten die Menschen nicht auf.

Die Bundesregierung müsse den Flüchtlingsstrom rasch eindämmen, um Unruhen und Gewalt zu verhindern. Die öffentliche Ordnung in Deutschland sei nachhaltig gestört, und seit den Vorfällen der Silvesternacht in Köln sei auch klar «dass die öffentliche Sicherheit gefährdet ist.»

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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