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So, 2016-05-29 10:10
Berlin (dpa)

Große Gesten und Worte der Nachkriegsgeschichte

Berlin (dpa) - Das Gedenken an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren ist mit einer historischen Versöhnungsgeste verbunden: Am 22. September 1984 reichten sich Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand über den Gräbern von Verdun die Hand. Nur wenige andere Gesten oder Worte der Nachkriegsgeschichte sind so tief im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankert wie diese. Einige Beispiele:

- 26. Juni 1963: «Ich bin ein Berliner»

Mit diesen Worten versichert US-Präsident John F. Kennedy den West-Berlinern zwei Jahre nach dem Mauerbau der Solidarität der USA. Vor dem Schöneberger Rathaus wird er dafür von Hundertausenden bejubelt.

- 7. Dezember 1970: Kniefall von Warschau

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos nieder und verneigt sich damit tief vor allen Opfern des Nazi-Regimes. Im Jahr 2000 wird dieser Geste nur 150 Meter von dem Ehrenmal entfernt selbst ein Denkmal gesetzt.

- 7. Oktober 1979: Sozialistischer Bruderkuss

Leonid Breschnew und Erich Honecker, die Staats- und Parteichefs der Sowjetunion und der DDR, demonstrieren anlässlich des 30. Geburtstags der DDR bei den Feierlichkeiten in Ost-Berlin Einigkeit. Der Bruderkuss landet nach dem Zusammenbruch der DDR als Kunstwerk und Touristenattraktion auf dem bekanntesten Mauerrest Berlins, der sogenannten «East Side Galery».

- 22. September 1984: Händedruck von Verdun

Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident François Mitterrand besuchen gemeinsam den Ort einer der grausamsten Schlachten der Kriegsgeschichte und reichen sich über den Gräbern die Hand. Es ist die bedeutendste Versöhnungsgeste zwischen den einstigen Erzfeinden Deutschland und Frankreich überhaupt.

- 12. Juni 1987: «Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!»

US-Präsident Ronald Reagan hält an der West-Seite des Brandenburger Tores, nur wenige Meter von der Berliner Mauer entfernt, seine bedeutendste Rede: «Mr. Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor. Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!», ruft er dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow zu. Zweieinhalb Jahre später fällt die Mauer.

So, 2016-05-29 09:19
Mannheim/Heilbronn (dpa) 

Voll gelaufene Keller und überflutete Straßen in Baden-Württemberg

Mannheim/Heilbronn (dpa) - Gewitter und heftiger Regen haben im Nordwesten Baden-Württembergs die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Menschen kamen bei den Unwettern nicht zu Schaden. Wie die Polizei mitteilte, war in der Nacht zu Sonntag vor allem der Neckar-Odenwald-Kreis betroffen. Dort fuhren die Rettungskräfte rund 300 Einsätze. Durch die Wassermassen drohte bei Neckargerach der Damm eines Regenrückhaltebeckens zu brechen. Die Feuerwehr gab jedoch am Sonntagmorgen Entwarnung.

Auch im angrenzenden Rhein-Neckar-Kreis sorgten Gewitter für Schäden. In Plankstadt schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Nach Angaben der Feuerwehr entstand rund 500 000 Euro Schaden. Technisches Hilfswerk und Feuerwehr waren zudem im Einsatz, um mehrere Landstraßen von Schlamm und Geröll zu befreien, den der Starkregen angeschwemmt hatte. Auf den Autobahnen 6 und 5 kam es zu zwei Unfällen wegen Aquaplaning.

So, 2016-05-29 10:10
Berlin (dpa)

Innenminister de Maizière beklagt wachsende Gewalt gegen Flüchtlinge

Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsheime hat sich im vergangenen Jahr nahezu verfünffacht - und die Gewalt wird nicht weniger. Der Bundesinnenminister spricht von «Teilverrohung der Gesellschaft».

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat einen weiteren Anstieg der Gewalt gegen Flüchtlinge in Deutschland beklagt. «In den ersten Monaten 2016 hat sich die Situation noch verschlimmert», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Seit Januar hat es 449 Übergriffe gegen Flüchtlingsheime gegeben, darunter 82 Gewaltdelikte. Außerhalb der Unterkünfte hat es weitere 654 Straftaten gegen Asylbewerber gegeben, 107 von ihnen verliefen gewaltsam.»

Im vergangenen Jahr hatten sich die Übergriffe auf Flüchtlingsheime bereits von 199 auf 1031 annähernd verfünffacht. Der Innenminister sprach von einer «Teilverrohung unserer Gesellschaft». Die Hemmschwelle, jemanden zu beleidigen, sinke. Bei diesem Phänomen habe die Flüchtlingskrise «wie ein Beschleuniger» gewirkt. Sie habe das Land polarisiert und bei einigen die Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt noch einmal gesenkt.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation werden auch Helfer, Politiker und Journalisten zu Opfern fremdenfeindlicher Straftaten, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) unter Berufung auf eine interne Studie des Bundeskriminalamts (BKA) berichten. Seit Jahresbeginn gab es demnach 245 Straftaten gegen diese Gruppen, darunter 13 Gewaltdelikte. Amts- und Mandatsträger wie Bürgermeister oder Abgeordnete waren demnach 107 Mal betroffen, Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer 54 Mal. Medienvertreter waren in 25 Fällen betroffen.

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So, 2016-05-29 08:04
Berlin (dpa)

Ungeklärte Morde - die letzten Rätsel der RAF 

Berlin (dpa) - Auch 18 Jahre nachdem die Rote Armee Fraktion ihre Auflösung erklärt hatte, sind mehrere RAF-Morde noch ungeklärt. So kennt bis heute niemand die Verantwortlichen für die tödlichen Attentate unter anderem auf Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts, Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder. Der Rohwedder-Anschlag 1991 war der letzte von 34 Morden der RAF. Allein neun Tote gehen auf das Konto der dritten RAF-Generation, deren Kommando-Ebene namentlich kaum bekannt ist. Die Anonymität dieser RAF-Täter führte dazu, dass eine Reihe von Theorien über sie aufblühten. Zu den Mythen gehört, dass die unaufgeklärten Morde womöglich gar nicht auf das Konto der RAF gehen.

So, 2016-05-29 08:20
Hamburg (dpa)

Reeder wechseln nach Reformen zurück zur deutschen Flagge

Hamburg (dpa) - Nach einer finanziellen Entlastung durch den Gesetzgeber hissen Reeder wieder die deutsche Flagge. Am Montag soll als erstes Schiff ein Autofrachter der Reederei F. Laeisz im chinesischen Hafen von Zhoushan von der Flagge Gibraltars auf Deutschland umgeflaggt werden, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg mit. Die Zeremonie wird per Video nach Hamburg in die VDR-Zentrale übertragen.

Seit dem Beginn der Schifffahrtskrise 2008 hatten die Reeder wegen hoher Kosten und strengerer Beschäftigungsvorgaben zahlreiche Schiffe aus dem deutschen Schiffsregister ausgeflaggt. Zuletzt fuhren nur noch 186 Schiffe unter Schwarz-Rot-Gold, bei einer deutschen Handelsflotte von insgesamt knapp 3000 Schiffen. Allein in den vergangenen beiden Jahren verloren rund zehn Prozent der deutschen Seeleute ihren Arbeitsplatz.

Die Flagge bestimmt, welches Recht auf einem Schiff gilt. Die deutsche Flagge ist eine Qualitätsflagge, die ein hohes Niveau bei der Schiffssicherheit, dem Umweltschutz und den Arbeits- und Lebensbedingungen der Seeleute vorschreibt.

Reeder, Gewerkschaften und Regierung haben sich bei der maritimen Konferenz im vergangenen Jahr auf Maßnahmen zur Förderung der deutschen Flagge verständigt. Ab 1. Juni dürfen die Reeder 100 Prozent der anfallenden Lohnsteuer der Seeleute behalten, statt wie zuvor 40 Prozent. Auch die Verordnung über die Besetzung der Schiffe wurde verändert. Im Wesentlichen wurden damit international übliche Standards übernommen.

So, 2016-05-29 08:10
Moskau (dpa)

Sberbank-Chef Gref: Russlands Energiesektor muss grüner werden Von Friedemann Kohler und Sven Gösmann, dpa

German Gref war sieben Jahre Minister unter Putin, nun leitet er Russlands größte Bank. Doch er denkt immer noch politisch und fordert vom Kreml Reformen. Einsichten eines russischen Wirtschaftsliberalen.

Moskau (dpa) - Russland muss seine ölabhängige Wirtschaft binnen 15 Jahren auf die Konkurrenz durch erneuerbare Energien einstellen. Das sagte German Gref, Vorstandschef von Russlands größtem Geldhaus Sberbank, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Der Reformer und frühere Wirtschaftsminister (52) forderte zugleich tiefgreifende Veränderungen der staatlichen Verwaltung.

Die Sberbank leide zwar unter Wirtschaftskrise und Finanzsanktionen. Sie habe aber gelernt, damit zu leben, sagte Gref.

«Wir brauchen eine Diversifizierung der Wirtschaft, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern», betonte der Bankchef. Darüber wird in Russland seit langem geredet, Gref sieht sein Land aber unter Zeitdruck: «Das wird bei intensivem Einsatz mindestens 15 Jahre dauern. Mehr Zeit haben wir nicht, weil alternative Energien sich rasch entwickeln.» Sonnenenergie werde Prognosen zufolge etwa im Jahr 2028 bei Leistung und Kosten mit anderen Energieträgern mithalten können, sagte er als ein Beispiel.

Der Bedarf an Öl und Gas werde nicht schwinden, doch die fossilen Energieträger müssten anders genutzt werden: «Wir als Besitzer der weltgrößten Rohstoffvorräte müssen an deren Veredelung arbeiten.» Durch neue Entwicklungen in der Chemie sollten andere Produkte entstehen.

Gref erwartet dabei auch eine neue Rolle für Russlands Energiefirmen. «Unsere Energiekonzerne haben Ressourcen für große Investitionen. Sie könnten auch im Bereich alternativer Energie arbeiten.»

An Russlands derzeitiger Wirtschaftskrise seien nicht nur niedrige Ölpreise und westliche Sanktionen schuld, sagte Gref. «Es ist klar, dass wir Reformen zu lange hinausgezögert haben.» Er zielt dabei direkt auf die Politik: «Das Wichtigste wäre, dass die Staatsmacht sich selbst reformiert und effektiver wird.» Erst dann könnten andere Reformen in der Justiz, bei der Sicherung von Eigentumsrechten, beim Abbau von Bürokratie und im Rentensystem gelingen.

Allerdings hat Präsident Wladimir Putin die Diversifizierung auch in den ersten Amtsjahren nicht angepackt, als der Ölpreis noch hoch war. Gref war von 2000 bis 2007 als Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel verantwortlich. Trotzdem sieht er für die nächsten Jahre eine Chance auf Veränderungen, weil der Druck höher sei: Die Angst gehe um, dass das Geld ausgehe, Öl und Gas weniger gefragt seien, die Wirtschaft nicht mehr wachsen werde. «Das könnte die treibende Kraft für Reformen werden.»

In Russland geben seit Jahren Vertreter der Geheimdienste den Ton an, sie beherrschen auch die Rohstoffwirtschaft. Trotzdem hält Kremlchef Putin wirtschaftsliberale Politiker wie Gref oder Ex-Finanzminister Alexej Kudrin in Reserve. Er setzt auch auf ihren Rat. Gref will nach eigener Aussage aber nicht in die Politik zurückkehren.

«Das vergangene Jahr war das schwerste für uns», sagte er zur Lage der Sberbank, die knapp ein Drittel des russischen Bankensektors ausmacht. Der Gewinn sei 2015 um ein Viertel auf 222,9 Milliarden Rubel (3,1 Mrd Euro) geschrumpft. «Wir haben aber gelernt, in einer Situation zu leben, in der es kein westliches Geld gibt.»

Die Finanzsanktionen der EU und USA - verhängt wegen des russischen Vorgehens gegen die Ukraine - unterbinden alle Geschäfte mit westlichen Banken, die länger als 30 Tage laufen. Im ersten Quartal 2016 verdiente die staatlich kontrollierte Sberbank 117,7 Milliarden Rubel (1,6 Mrd Euro).

«Unsere Zukunft wird, glaube ich, nicht im Investmentbanking, sondern im Internetbanking liegen», sagte Gref zur Strategie. Die Sberbank habe bereits 30 Millionen Kunden für mobiles Banking, sie wolle diese Serviceangebote weiter ausbauen. «99 Prozent der Transaktionen unserer Firmenkunden werden online abgewickelt, bei Privatkunden sind es 30 Prozent.» Das bisherige Netz von rund 16 000 Filialen - das größte in Russland - werde im Gegenzug schrumpfen.

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So, 2016-05-29 08:03
Berlin (dpa)

Das Ende der RAF 

Berlin (dpa) - Für mehr als 20 Jahre war die Rote Armee Fraktion in der Bundesrepublik der Inbegriff von Terror und Mord. 1992 kündigte die RAF eine «Rücknahme der Eskalation» und den Verzicht auf «Angriffe auf führende Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat» an. Als Reaktion kamen mehrere RAF-Täter vorzeitg aus der Haft frei. Im März 1998 erklärte die RAF schließlich in einem letzten Schreiben ihre Auflösung: «Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte». Die Verfasser erinnerten «an alle, die überall auf der Welt im Kampf gegen Herrschaft und ihre Befreiung gestorben sind». Sie schlossen mit dem Rosa-Luxemburg-Zitat «Die Revolution sagt: ich war, ich bin, ich werde sein» und einer Auflistung der Namen von 26 getöteten RAF-Tätern. Ihre Opfer wurden nicht erwähnt. Insgesamt ermordete die RAF 34 Menschen, etwa 230 wurden verletzt.

So, 2016-05-29 08:21
Moskau (dpa)

Russischer Wirtschaftsreformer Gref will nicht zurück in die Politik

Moskau (dpa) - Mit der Politik hat der russische Wirtschaftsreformer German Gref (52) nach eigenen Worten abgeschlossen. «Ich war 16 Jahre in der Politik. Mir gefällt es im Geschäftsleben», sagte der Vorstandsvorsitzende der Sberbank in Moskau der dpa. Der Jurist, geboren 1964 in Pawlodar in der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan, ist der einzige Russlanddeutsche in der russischen Führung.

Gref machte Karriere in St. Petersburg, wo er den späteren Präsidenten Wladimir Putin kennenlernte. Dieser machte ihn 2000 zum Wirtschaftsminister. 2007 wechselte Gref an die Spitze von Russlands größtem Geldhaus Sberbank. Für schnelle Autos hatte er schon immer etwas übrig, derzeit schwärmt er für sein modernes Elektroauto.

So, 2016-05-29 08:00
Göttingen (dpa)

Ex-Generalbundesanwalt Nehm: RAF-Trio gibt vermutlich nicht auf

Göttingen (dpa) - Der langjährige Generalbundesanwalt Kay Nehm rechnet nicht damit, dass sich die drei in Niedersachsen aufgetauchten Ex-RAF-Terroristen der Polizei stellen. «Das kommt auf den Druck an, den sie angesichts der öffentlichen Fahndung spüren. Dabei mag auch die Furcht mitspielen, unter Umständen mit Waffengewalt gestellt zu werden», sagte der Jurist der Deutschen Presse-Agentur. «Wer allerdings so lange im Untergrund gelebt hat, kommt auch zu einer gewissen Gelassenheit. Ich erwarte deshalb nicht, dass sie sich stellen werden.»

Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette sollen in Norddeutschland zuletzt mehrere Raubüberfälle begangen haben, etwa auf Geldtransporter bei Bremen und in Wolfsburg. Sie leben seit rund 25 Jahren in unbekannten Verstecken. Der heute 75-jährige Nehm amtierte von 1994 bis 2006, in der Auflösungszeit der RAF.

«Gesuchte Straftäter können jahrelang unerkannt leben, solange sie keine öffentlichen Leistungen in Anspruch nehmen und nicht durch Zufall in die Fänge des Staates geraten», erläuterte Nehm. «Wer sich persönliche Dokumente anderer Personen beschafft, kann damit auch öffentliche Leistungen sogar im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen, ohne aufzufallen.»

Dass das Trio auf alte Waffendepots der Roten Armee Fraktion (RAF) zurückgreifen könne, lasse sich nicht ausschließen. «Ob deren Inhalt heute noch von Nutzen sein könnte, halte ich für fraglich. Waffen sind ja nicht mehr das Problem. Das Problem dürfte eher der Geldmangel sein», erläuterte er.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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So, 2016-05-29 08:02
Berlin (dpa)

Die Rote Armee Fraktion

Berlin (dpa) - Mehr als 20 Jahre kämpfte die Rote Armee Fraktion (RAF) gegen das «imperialistische System» der Bundesrepublik. Von 1971 bis 1993 töteten Terroristen 34 Menschen, darunter Repräsentanten von Wirtschaft und Politik wie Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer.

Unter den RAF-Anführern Ulrike Meinhof und Andreas Baader richtete sich der Terror vor allem gegen US-Einrichtungen. Danach versuchte eine zweite RAF-Generation, die 1972 gefassten Vorgänger freizupressen. Zu den Opfern der dritten Generation zählten der Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen und der Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder. Bis heute sind ihre Mörder nicht bekannt.

Während weltweit nach RAF-Terroristen gefahndet wurde, ermöglichte die Stasi zehn von ihnen ein bürgerliches Leben mit falschen Identitäten in der DDR. Zu den erst nach der Wende 1990 enttarnten gehörten Susanne Albrecht, Silke Maier-Witt und Inge Viett. 1998 erklärte die RAF in einem letzten Schreiben ihre Auflösung. Die Ex-RAF-Mitglieder Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg stehen bis heute auf der Fahndungsliste des BKA.

So, 2016-05-29 08:01
Berlin (dpa)

Von Jägern und Gejagten: RAF-Trio macht grobe Fehler Von Thomas Lanig, Michael Evers, Matthias Brunnert, Petra Kaminsky, dpa

Ewig lange herrscht Schweigen. Aber jetzt macht die RAF wieder Schlagzeilen. Ermittler haben neue Erkenntnisse zu drei ehemaligen Terroristen. Die Schlinge könnte sich zuziehen - wenn die Fahnder keine Fehler machen.

Berlin (dpa) - Das ist die Geschichte einer Jagd. Sie beginnt im deutschen Herbst in den 1970er Jahren. Und sie könnte bald zu Ende gehen. Aber noch ist es nicht so weit. Es ist die Geschichte von zwei Männern und einer Frau. Die Rede ist von den ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub (61), Daniela Klette (57) und Burkhard Garweg (47). Und von den Fahndern, die ihnen vielleicht noch nie so dicht auf den Fersen waren. Es geht um DNA-Spuren und Phantombilder, um Existenzen im Untergrund, um Jäger und Gejagte. Es ist auch eine Geschichte von Fehlern und Fehlschlägen. Und ein Stück Geschichte dieser Republik.

Vor fast genau einem Jahr kam die Sache ins Rollen. In Niedersachsen, wo sich die aktuellen Raubzüge der drei zu häufen scheinen.

Samstag, 6. Juni 2015, 14.20 Uhr, Stuhr, Ortsteil Groß Mackenstedt, auf dem Gelände eines Real-Markts:

Seit 16 Jahren waren sie verschwunden, jedenfalls für die Fahnder. Plötzlich sind Staub, Klette und Garweg wieder da. Genauer: Die Polizei entdeckt ihre Spuren. Das Trio wollte, so der Stand der Ermittlungen, auf dem Parkplatz des Supermarkts einen Geldtransporter mit rund einer Million Euro überfallen. Sie blockieren den dunklen Geldwagen mit einem weißen VW Transporter T4. Das Auto war Ende 2014 rund 40 Kilometer entfernt bei einem Gebrauchtwagenhändler in Oldenburg gebraucht gekauft worden.

Einer der Täter zielt mit einer Panzerfaust auf das Fahrzeug. Die beiden anderen sind mit einer Kalaschnikow und einem Gewehr bewaffnet. Fahrer und Beifahrer weigern sich aber, den verriegelten Transporter zu öffnen. Die maskierten Täter feuern drei Schüsse auf das Fahrzeug ab, geben dann aber auf und flüchten in einem silbergrauen Ford Focus Kombi. Der T4-Van wird am Tatort zurückgelassen, der Ford Focus am 17. Juni in der Nähe gefunden.

Im Polizeibericht steht: «Die Täter waren maskiert. Auf der Bekleidung zumindest eines der Täter stand auf dem Rücken "POIZEI" (Polizei ohne L).» Das Amtsgericht Verden erlässt gegen die drei Haftbefehle wegen des Verdachts des versuchten Mordes und versuchten schweren Raubes. Die Ermittler gehen davon aus, dass die «RAF-Rentner» keine neuen Anschläge vorbereiten wollten. Ihr Ziel dürfe das Sichern der Altersvorsorge sein, heißt es.

EINSCHÄTZUNG EINES RAF-EXPERTEN

RAF-Experte Butz Peters sagt: «Das ist ja das Tragische an der Geschichte: Jeder, der mal Scheiß' gemacht hat, ist irgendwann aus dem Knast draußen. Aber die drei haben ja keine Chance. Sie sind ja fast dazu verurteilt, weiter kriminell zu sein.»

EIN HALBES JAHR SPÄTER

Montag, 28. Dezember 2015, 13.55 Uhr, Hehlinger Straße, Wolfsburger Ortsteil Nordsteimke, Gelände Real-Markt:

Das Trio versucht erneut, einen Geldtransporter zu überfallen. Einer der Täter bedroht den Beifahrer mit einer Waffe, der Fahrer drückt aufs Gaspedal und kann mit dem Transporter fliehen. Die Täter flüchten nach ihrem erneuten Fehlschlag in einem dunkelblauen Ford Focus Kombi. Am Tatort wird noch ein zweites Fahrzeug sichergestellt: ein grüner VW Golf Variant. Der Ford war im November 2015 in Celle gekauft worden, der Golf bei Hannover. Der Ford wird am Tag nach der Tat verlassen bei Wolfsburg gefunden. Tatwaffen waren unter anderen wieder ein Schnellfeuergewehr und eine Panzerfaust.

EINSCHÄTZUNG EINES PROFILERS 

Profiler und Buchautor Axel Petermann sagt: «Ihnen scheint die Konsequenz und die Planungsgenauigkeit zu fehlen. Im entscheidenden Moment sind sie zu gestresst, um das, was sie sich vorgenommen haben, auch umsetzen zu können. Es wirkt letztendlich nicht sehr professionell.»

BLICK IN DIE VERGANGENHEIT 

Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Sie wurde aktiv, als zentrale Figuren wie Andreas Baader und Ulrike Meinhof längst tot waren. Auf das Konto dieser dritten Generation sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Garweg, Klette und Staub verübten nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft 1993 als Kommando «Katharina Hammerschmidt» einen Sprengstoffanschlag auf das neue, noch nicht fertige Gefängnis im hessischen Weiterstadt. Gesamtschaden: 123 Millionen D-Mark. Das war fünf Jahre, bevor die RAF 1998 offiziell ihre Auflösung bekanntgab.

Am 20. Juli 1999 soll das Trio auch einen Geldtransporter in Duisburg-Rheinhausen überfallen haben. Die Beute: rund eine Million D-Mark (510 000 Euro). An den Sturmhauben fanden die Behörden später Genmaterial von Klette und Staub. Die Täter waren mit Motorradhelmen maskiert. Dieses Geld dürfte inzwischen aufgebraucht sein.

ÜBERFÄLLE AUF SUPERMÄRKTE

Dass das Trio zuletzt nicht nur Geldtransporter im Visier hatte, sondern wohl auch Supermärkte, kommt erst allmählich raus: Mehrere Überfälle auf Läden könnten auf das Konto der «RAF-Rentner» gehen, Medienberichte dazu bestätigten die Behörden am Freitag. 380 000 Euro sollen sie dabei erbeutet haben, schreibt «Der Spiegel». Auch nach einem gescheiterten Überfall auf einen Geldboten Mitte Mai in einem Supermarkt in Hildesheim ist noch unklar, ob das Trio für diese Tat verantwortlich ist.

Jedenfalls gaben die Behörden vor kurzem aktuelle Fahndungsfotos heraus. «Die Bilder stammen aus diesem Jahr», sagt Staatsanwältin Marie-Louise Tartz in Verden. In einem in den Niederlanden in der Sendung «opsporing verzocht» (das holländische «Aktenzeichen xy ... ungelöst») am 24. Mai verbreiteten Fahndungsaufruf heißt es: «Wahrscheinlich hat das Trio in den letzten fünf Jahren mindestens sieben solcher gewalttätiger Überfälle begangen.»

VIELE OFFENE FRAGEN

Trotz aller neuen Details liegt vieles noch im Vagen. Wo haben die drei in all den Jahren gelebt, wo leben sie heute? Die Tatorte der Überfälle, die Standorte der Autohändler, bei denen die Fahrzeuge gekauft wurden, konzentrieren sich auf den Norden: Stuhr und Wolfsburg, Celle, Hannover, Oldenburg. Staub stammt aus Hamburg, Garweg hat dort gelebt. Und er hat Staub sowie Klette dort kennengelernt. Aber auch ein Leben in den benachbarten Niederlanden wäre - logistisch gesehen - möglich. Und nicht entdeckt zu werden ist anscheinend gar nicht so schwer.

EINSCHÄTZUNG EINES EX-GENERALBUNDESANWALTS

Ex-Generalbundesanwalt Kay Nehm sagt dazu: «Gesuchte Straftäter können jahrelang unerkannt leben, solange sie keine öffentlichen Leistungen in Anspruch nehmen und nicht durch Zufall in die Fänge des Staates geraten. Wer sich persönliche Dokumente anderer Personen beschafft, kann damit auch öffentliche Leistungen sogar im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen, ohne aufzufallen.»

RAF-Experte Peters erinnert daran, dass das rechte NSU-Terrortrio es geschafft hat, 13 Jahre im sächsischen Untergrund zu leben. «Beate Zschäpe hatte fast ein Dutzend Identitäten, sie ist damit so geschickt umgegangen wie ein Jongleur mit fünf Bällen.» Ein Versteck im benachbarten Ausland hält Peters für möglich: «Amsterdam war Headquarter der RAF im deutschen Herbst, danach war Paris drei Jahre Fluchtburg mit 5 Wohnungen für etwa 15 Personen. Für die Nachbarländer ist die RAF ganz weit weg, die sagt den Menschen dort überhaupt nichts.» Das hilft denen, die unerkannt bleiben wollen.

Ob das Trio heute tatsächlich zusammenlebt, ist offen. Klette und Staub waren einmal ein Paar. Aber das ist 20 Jahre her. Immerhin ein Hinweis: In einem der Täterfahrzeuge wurden Hundehaare gefunden. Es könnte also ein Haustier geben.

PROFIS ODER NICHT?

Zweifel an der Professionalität der Täter nährt vor allen die Tatsache, dass die beiden Überfälle in Stuhr und Wolfsburg erfolglos blieben. Und auch der ihnen noch nicht sicher zugeschriebene in Hildesheim. In Wolfsburg trägt ein Krimineller keine Maske - Zeugen können ihn beschreiben. Und der Geldtransporter in Stuhr ist bereits verriegelt, als das Trio zuschlagen will. Später funktioniert dann der Zünder nicht, mit dem die Täter ihr Fluchtauto in Brand setzen wollten. Die Batterie soll nicht stark genug gewesen sein. Die Folge: Ihre DNA kann im Wagen erneut identifiziert werden.

EINSCHÄTZUNG EINES POLIZEIEXPERTEN

André Schulz vom Bund Deutscher Kriminalbeamter sagt: «Es ist einfacher, die Geldboten abzufangen, wenn sie nicht im Fahrzeug sind. Denkbar ist dann auch, denjenigen, der drinnen sitzt, mit der menschlichen Geisel zu nötigen, das Fahrzeug zu öffnen. Auch wenn es Anweisungen gibt, das nicht zu tun.»

PROBLEME DER FAHNDER

Auch bei den Fahndern läuft nicht alles rund: Die Polizei geht nach dem Überfall in Stuhr Mitte 2015 lange von drei männlichen Tätern aus. Auch für die ZDF-Sendung «Aktenzeichen xy...ungelöst» am 20. Januar 2016 wird das Geschehen mit drei Männern nachgestellt. Erst etwa zwei Wochen vor der Ausstrahlung, so heißt es, kommt durch die DNA-Analysen heraus: Der dritte Täter war eine Frau. Daniela Klette.

Auch die Erfolglosigkeit der Fahndungsaufrufe macht stutzig. Erst wird unter anderem mit jahrzehntealten Fotos gesucht. Nach dem Wolfsburger Überfall entstand zudem ein Phantombild. Mehr als 400, wohl auch wegen des Alters vieler Fotos nicht immer zielführende Hinweise muss die Sonderkommision «Real» nach der Sendung abarbeiten.

Dann können Zielfahnder des Landeskriminalamtes in Hannover einen Erfolg melden. Sie sichern die Fotos, die Staub und Garweg 2016 zeigen sollen. Doch die Resonanz der Veröffentlichung kann ernüchtern: Binnen einer guten Woche gehen nur 27 Zeugenhinweise ein. Vermutlich auch, weil die Bilder ohne weiterführende Information verbreitet wurden - etwa zum Ort ihres Entstehens. Gerade das Foto Staubs - wohl aus einer Überwachungskamera - ist von guter Qualität. Menschen aus seiner Nachbarschaft müssten ihn eigentlich erkennen, heißt es. Bis jetzt Fehlanzeige.

Bemerkenswert ist auch, dass sich Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) so zurückhalten. Bisher spreche nichts für einen Terrorhintergrund, heißt es. Folglich braucht Karlsruhe die Jagd, was die aktuellen Raubzüge angeht, nicht zu übernehmen. Auch das BKA in Wiesbaden verweist auf die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft in Verden. Einer Kreisstadt, um die 27 000 Einwohner, plattdeutscher Name Veern.

Also sind die Niedersachsen am Zuge. Die Sonderkommission «Real» in Diepholz, noch kleiner als Verden, wurde aber Ende April aufgelöst, die Zahl der Ermittler reduziert. Dennoch seien die Fahnder weitergekommen, heißt es. Die Polizei kreise die RAF-Oldies allmählich ein. Oder, wie andere Beobachter sagen: Die Fahnder tappen weiter im Dunkeln.

Sie versuchen zwar, mit Großaktionen wie etwa mit der Befragung von rund 1000 Autohändlern endlich voranzukommen. Doch wenn der durchschlagende Erfolg weiter auf sich warten lässt? Bleibt noch die Hoffnung, die Täter würden sich vielleicht freiwillig stellen. In diesem Fall könnten sie mit einer erheblich reduzierten Strafe rechnen. Wahrscheinlich ist das nicht. Den richtigen Zeitpunkt dafür hat das Trio wohl verpasst.

EINSCHÄTZUNG EINES EX-GENERALBUNDESANWALTS

Kay Nehm sagt: «Ich halte es für möglich, dass untergetauchte Terroristen dieses Dasein irgendwann nicht mehr aushalten. Sie wären gut beraten gewesen, sich mit Hilfe von Anwälten rechtzeitig zu stellen. Nach den Erfahrungen der strafrechtlichen Praxis steigen die Chancen, glimpflich davon zu kommen, je länger die Taten zurückliegen. Die nun hinzukommenden neuen Vorwürfe erleichtern ein solches Vorgehen gewiss nicht.»

So, 2016-05-29 08:01
Berlin (dpa)

RAF-Experte Butz Peters: Noch viele ungelöste Rätsel Von Thomas Lanig, dpa

Mit modernster Technik kommen die Ermittler den Terroristen der ehemaligen Roten Armee-Fraktion immer näher. Aber die RAF-Rentner sind weiter aktiv.

Berlin (dpa) - Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich der Journalist und Rechtsanwalt Butz Peters mit der RAF. Heute interessiert ihn besonders das Schicksal der dritten RAF-Generation. Ein Interview der Deutschen Presse-Agentur:

Frage: Ernst-Volker Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg sind als Mitglieder der dritten Generation der RAF bekannt. Wie viele gibt es noch?

Antwort: Das ist schwer zu sagen. Es gibt 14 Personenbeschreibungen von mutmaßlichen Akteuren. Einige sind ausgestiegen, möglicherweise andere dazugekommen. Bei der Knastsprengung in Weiterstadt 1993 waren vier oder fünf dabei. Auch die zweite Generation hatte ja eine permanente Fluktuation. Also mindestens 14 waren wohl über die Jahre mit dabei. Alles andere ist Spekulation.

Frage: Helfen die neuen technischen Möglichkeiten bei der Fahndung weiter? DNA-Analysen gab es vor 20 Jahren ja noch nicht in dieser Form.

Antwort: Ich bin kein Kriminaltechniker. Aber ich weiß, dass immer feinere Verfahren entwickelt wurden. Inzwischen können nicht nur ausgerissene Haare, sondern auch ausgefallene Haare zugewiesen werden. So wurde ein ausgefallenes Haar von Daniela Klette nach dem Anschlag auf die US-Botschaft in Bonn 1991 in einem Fluchtauto entdeckt. Inzwischen können auch alte Speichelspuren untersucht werden. So wurde Verena Becker überführt, weil sie Briefumschläge zugeklebt hat.

Frage: Was zeigen uns die jüngsten Überfälle?

Antwort: Das Hauptproblem ist, dass die drei keine Altersvorsorge haben. Niemand weiß ja bis heute, wovon sie gelebt haben. Das ist ja das Tragische an der Geschichte: Jeder, der mal Scheiß' gemacht hat, ist irgendwann aus dem Knast draußen. Aber die drei haben ja keine Chance. Sie sind ja fast dazu verurteilt, weiter kriminell zu sein.

Frage: Sie könnten sich ja stellen und kämen dann sicher auch irgendwann wieder frei. Was könnten die drei uns dann erzählen? Welche Fragen muss man ihnen stellen?

Antwort: Wie hat die dritte Generation von innen betrachtet funktioniert? Wie war die Struktur? Wer hatte das Sagen, wer sind die Täter damals gewesen? Von zehn Morden ist nur einer restlos geklärt, das war der an dem GSG-9-Beamten 1993 in Bad Kleinen. Und wie konnte man so naiv sein, immer noch an die Weltrevolution zu glauben?

Frage: Ist das Kapitel RAF wirklich abgeschlossen? Gibt es ein Restrisiko?

Antwort: Ich halte das praktisch für ausgeschlossen. Die RAF selbst ist ja zu der Einsicht gekommen, dass es vorbei ist. Die Auflösung im April 1998 war das Eingeständnis: Es hat nicht funktioniert. In Italien und Frankreich war das anders. Dort wurden die großen Terrorgruppen von der Polizei gefasst. Eine RAF wird es so nicht wieder geben. Aber es gibt noch jede Menge ungelöste Rätsel.

ZUR PERSON: Butz Peters (58) ist Jurist, Journalist und Autor. Zeitweise moderierte er die ZDF-Sendung «Aktenzeichen xy ... ungelöst». 2004 erschien sein Buch: «Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF». Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in Dresden.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2016-05-29 06:12
Berlin (dpa)

Wetterdienst warnt weiter vor Gewittern - viele Verletzte am Samstag

Meteorologen zufolge bleibt es weiter ungemütlich: Am Sonntag ist deutschlandweit mit Unwettern zu rechnen, ab Montag hauptsächlich im Nordosten. Ein Blitzeinschlag auf einem Fußballplatz hat dramatische Folgen.

Berlin (dpa) - Starke Gewitter haben am Wochenende in einigen Regionen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Allein durch einen Blitzeinschlag nach Abpfiff eines Jugend-Fußballspiels im rheinland-pfälzischen Hoppstädten wurden nach neuen Polizeiangaben 33 Menschen teils schwer verletzt, darunter 29 Kinder. Während die Nacht zu Sonntag ruhig verlief, ist tagsüber laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wiederholt mit starken Gewittern in fast allen Landesteilen zu rechnen.

Schuld daran sei das Tief «Elvira», das schwülwarme «Waschküchenluft» ins Land bringe. Am Sonntagmorgen ist demnach besonders im Westen und Südwesten, örtlich auch im Norden und Osten mit Gewittern zu rechnen. Zum Nachmittag soll es dann fast überall in Deutschland gewittern. Mancherorts könnten sich daraus Unwetter entwickeln. Wo genau, sei derzeit noch nicht vorherzusagen.

Zu Beginn der kommenden Woche verlagere sich der Schwerpunkt der Unwetter auf den bisher verschont gebliebenen Osten und Norden. Am Montag sei dort mit kräftigen Gewittern, Hagel und vor allem an der Küste mit starken Böen zu rechnen. Im Südwesten gebe es dann noch Regen und Regenschauer. Mindestens bis Freitag muss aber laut Wetterdienst deutschlandweit noch mit starken Regenfällen und weiteren Gewittern gerechnet werden.

In Hoppstädten schlug der Blitz am Samstag buchstäblich aus heiterem Himmel auf dem Fußballplatz ein. Nachdem es zunächst geheißen hatte, insgesamt 35 Menschen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, korrigierte die Polizei in der Nacht zum Samstag ihre Angaben: Es seien 29 Kinder und vier Erwachsene verletzt worden. Bei dem am stärksten verletzten Mann handele es sich zudem nicht - wie zunächst angenommen - um den Schiedsrichter des E-Jugend-Spiels, sondern um einen 45-jährigen Betreuer. Er musste nach einem Herzkreislauf-Stillstand reanimiert werden. Der Schiedsrichter kam mit leichten Verletzungen davon.

Nicht nur in Deutschland hatten die Gewitter am Wochenende schwere Folgen. Ein 40-jähriger Wanderer starb in Polen bei einem Blitzeinschlag. In Paris traf ein Blitz eine Kindergeburtstagsfeier in einem Park. Dabei wurden elf Menschen verletzt, darunter acht Kinder.

So, 2016-05-29 06:50
Erstfeld/Berlin (dpa)

Gotthard-Tunnel noch kein Durchbruch für Europas Bahnverkehr Von Bernd Röder, dpa

Der neue Gotthard-Bahntunnel steht vor der Eröffnung. Er macht im Alpentransit mehr Güterverkehr auf der Schiene möglich. Doch die Tunnelstrecke kann noch lange nicht voll ausgelastet werden.

Erstfeld/Berlin (dpa) - Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst ist es zweifellos. Mit je 57 Kilometern sind die beiden Röhren durch die Schweizer Alpen der längste Eisenbahntunnel der Welt. Am 1. Juni wird der Gotthard-Basistunnel feierlich eröffnet, nach vielen Testfahrten soll der reguläre Zugverkehr dann mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember aufgenommen werden. Der große Durchbruch durch den Berg soll auch ökonomisch zu einer Erfolgsgeschichte werden - vor allem für den Güterverkehr, von dem ein Großteil aus Deutschland kommt.

Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube nennt den Neubau «einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung des europäischen Schienenverkehrs. Er stärkt den wichtigsten europäischen Güterverkehrskorridor von den Nordseehäfen an die italienische Küste und lässt durch kürzere Fahrzeiten die europäischen Metropolen näher zusammenrücken.» Auf diesem Korridor sind pro Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen Fracht unterwegs, Prognosen rechnen mit einer Verdoppelung bis zum Jahr 2030.

Doch auch der deutsche Staatskonzern räumt ein, die neue Gotthard-Strecke sei «nur der erste Schritt» auf dem Weg, um mehr von diesen Gütermassen von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Denn es fehlen noch leistungsfähige Zubringerstrecken in Italien, der Schweiz und nicht zuletzt in Deutschland. Als wichtiges Verbindungsstück nach Süden ist auf Schweizer Gebiet der 15 Kilometer lange Ceneri-Tunnel im Bau. Er soll 2020 betriebsbereit sein.

Deutlich länger wird es dauern, bis die 182 Kilometer lange deutsche Zubringerstrecke Karlsruhe-Basel komplett ausgebaut ist, über die fast der gesamte Güterverkehr aus dem Norden in die Schweiz kommt. Frühestens 2035 wird der Abschnitt viergleisig befahrbar sein. «In Deutschland sind die Planungen nicht erreicht worden, wir sind mit dem eigenen Zeitplan in Verzug», stellt der Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, Hugo Gratza, fest.

Heute befördert die deutsche Güterbahn DB Cargo etwa die Hälfte ihres Alpentransit-Verkehrs durch die Schweiz. Rund 9000 Züge fuhren im vergangenen Jahr über die Gotthard-Route - Tendenz steigend. Die Bundesregierung strebt an, bei wachsendem Volumen den Anteil der Schienentransporte am gesamten Güterverkehr von derzeit 17 Prozent zumindest zu halten.

Am Gotthard werden inzwischen 69 Prozent der Gütermenge per Bahn befördert und nur noch 31 Prozent per Lastwagen. Die Zahl der Lkw-Fahrten sank von 1,4 Millionen (2000) auf 1,0 Million (2014) und soll nach den Plänen der Regierung bis 2018 auf 650 000 gedrückt werden - mit Hilfe des neuen Bahntunnels und einer höheren Lkw-Maut.

Für die Schweizer ist es das übergeordnete Ziel, ihre Täler von Abgasen zu entlasten. Zwei Volksabstimmungen für das Gesamtprojekt «Neue Eisenbahn-Alpentransversale» (NEAT) und seine Finanzierung legten die Grundlage dafür. Dazu gehören auch der 2007 eröffnete Lötschbergtunnel im Westen und der Ceneri-Tunnel.

Hinter dem Umweltschutz reiht sich die Frage ein, ob sich die 13 Milliarden Schweizer Franken (11,7 Mrd Euro) teure Gotthard-Strecke auch rechnet. «Volkswirtschaftlich wohl ein Nullsummenspiel» sei der neue Tunnel, vermutet der Vizedirektor des Schweizerischen Bundesamts für Verkehr, Gery Balmer, angesichts der enormen Investitionen.

Erst einmal soll der Tunnel einen Zeitgewinn von bis zu 45 Minuten bringen. Die Strecke ist rund 30 Kilometer kürzer als die alte, die auf 1150 Meter hinauf durch den Tunnel aus dem Jahr 1882 führt. Der neue Tunnel liegt auf nur rund 550 Metern Höhe, die Strecke verläuft ohne starke Anstiege. Dadurch entsteht von Rotterdam bis Genua eine «Flachbahn», wie Eisenbahner das nennen.

Das ist der größte Vorteil des neuen Tunnels: Güterzüge brauchen nur noch eine statt zwei Lokomotiven für die Alpendurchquerung oder zwei statt drei für die ganz schweren Züge mit bis zu 2000 Tonnen Gewicht. Statt maximal 180 Güterzügen pro Tag auf der historischen Bergstrecke können es künftig damit bis zu 260 sein.

Schließlich wird auch der Personenverkehr profitieren. Für Reisende aus Deutschland verkürzt sich die Fahrzeit über Basel ins Tessin ab Dezember und eine halbe Stunde. Sobald auch der Ceneri-Tunnel fertig ist, wird es eine ganze Stunde weniger sein. Dann sollen die Züge von Zürich bis Mailand nur noch knapp drei Stunden benötigen. Durch den Gotthard-Tunnel werden die Eurocitys mit Tempo 200 rauschen.

So, 2016-05-29 06:41
Berlin (dpa)

Blitzeinschlag bei Fußballspiel: Weniger Verletzte als angenommen

Berlin (dpa) - Bei dem folgenschweren Blitzeinschlag auf einem Fußballfeld im rheinland-pfälzischen Hoppstädten sind weniger Menschen verletzt worden als bisher angenommen. Die Polizei korrigierte ihre vorherigen Angaben in der Nacht zum Sonntag und sprach von 33 Verletzten, die ins Krankenhaus gebracht worden seien - darunter 29 Kinder. Vorher war von 30 Kindern und fünf Erwachsenen die Rede gewesen, die verletzt worden seien.

Anders als zunächst angenommen wurde auch nicht der Schiedsrichter des E-Jugend-Spiels am schwersten verletzt, sondern ein 45-jähriger Betreuer, der einen Herzkreislauf-Stillstand erlitt. Er musste von Ersthelfern reanimiert werden. Der Schiedsrichter kam mit leichten Verletzungen davon. Ein weiterer schwer verletzter Mann musste von einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Blitz war nach Abpfiff den Fußballspiels am Samstag buchstäblich aus heiterem Himmel auf dem Platz eingeschlagen.

So, 2016-05-29 06:20
Moskau (dpa)

Sberbank-Chef Gref: Russland hat Reformen verzögert

Moskau (dpa) - Russland hat aus Sicht von Sberbank-Chef German Gref Reformen zu lange hinausgezögert. An der Wirtschaftskrise seien nicht nur niedrige Ölpreise und westliche Sanktionen schuld, sagte der Vorstandsvorsitzende der größten russischen Bank der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. «Das Wichtigste wäre, dass die Staatsmacht sich selbst reformiert und effektiver wird», erklärte der frühere Wirtschaftsminister. Die Krise produziere dafür den nötigen Druck.

«Wir brauchen eine Diversifizierung der Wirtschaft, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern», betonte Gref. Russland müsse auch eine Antwort auf den Aufschwung der erneuerbaren Energien finden, die immer konkurrenzfähiger würden. Der Bedarf an Öl und Gas werde nicht schwinden, diese Rohstoffe müssten aber veredelt werden.

Die Sberbank leide zwar unter der Krise und den westlichen Finanzsanktionen. Sie habe aber gelernt, damit zu leben, sagte Gref. Er war von 2000 bis 2007 unter Präsident Wladimir Putin Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel. Dann wechselte er an die Spitze der staatlich kontrollierten Geschäftsbank.

So, 2016-05-29 06:43
Berlin (dpa)

Wetterdienst warnt weiter vor Gewittern - viele Verletzte am Samstag

Meteorologen zufolge bleibt es weiter ungemütlich: Am Sonntag ist deutschlandweit mit Unwettern zu rechnen, ab Montag hauptsächlich im Nordosten. Ein Blitzeinschlag auf einem Fußballplatz hat dramatische Folgen.

Berlin (dpa) - Starke Gewitter haben am Wochenende in einigen Regionen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Allein durch einen Blitzeinschlag nach Abpfiff eines Jugend-Fußballspiels im rheinland-pfälzischen Hoppstädten wurden nach neuen Polizeiangaben 33 Menschen teils schwer verletzt, darunter 29 Kinder. Während die Nacht zu Sonntag ruhig verlief, ist tagsüber laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wiederholt mit starken Gewittern in fast allen Landesteilen zu rechnen.

Schuld daran sei das Tief «Elvira», das schwülwarme «Waschküchenluft» ins Land bringe. Am Sonntagmorgen ist demnach besonders im Westen und Südwesten, örtlich auch im Norden und Osten mit Gewittern zu rechnen. Zum Nachmittag soll es dann fast überall in Deutschland gewittern. Mancherorts könnten sich daraus Unwetter entwickeln. Wo genau, sei derzeit noch nicht vorherzusagen.

Zu Beginn der kommenden Woche verlagere sich der Schwerpunkt der Unwetter auf den bisher verschont gebliebenen Osten und Norden. Am Montag sei dort mit kräftigen Gewittern, Hagel und vor allem an der Küste mit starken Böen zu rechnen. Im Südwesten gebe es dann noch Regen und Regenschauer. Mindestens bis Freitag muss aber laut Wetterdienst deutschlandweit noch mit starken Regenfällen und weiteren Gewittern gerechnet werden.

In Hoppstädten schlug der Blitz am Samstag buchstäblich aus heiterem Himmel auf dem Fußballplatz ein. Nachdem es zunächst geheißen hatte, insgesamt 35 Menschen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, korrigierte die Polizei in der Nacht zum Sonntag ihre Angaben: Es seien 29 Kinder und vier Erwachsene verletzt worden. Bei dem am stärksten verletzten Mann handele es sich zudem nicht - wie zunächst angenommen - um den Schiedsrichter des E-Jugend-Spiels, sondern um einen 45-jährigen Betreuer. Er musste nach einem Herzkreislauf-Stillstand reanimiert werden. Der Schiedsrichter kam mit leichten Verletzungen davon.

Nicht nur in Deutschland hatten die Gewitter am Wochenende schwere Folgen. Ein 40-jähriger Wanderer starb in Polen bei einem Blitzeinschlag. In Paris traf ein Blitz eine Kindergeburtstagsfeier in einem Park. Dabei wurden elf Menschen verletzt, darunter acht Kinder.

So, 2016-05-29 05:05
Angeles (dpa)

Shailene Woodley geht für Bernie Sanders im Wohnmobil auf Reisen

Los Angeles (dpa) - US-Schauspielerin Shailene Woodley (24), die Heldin aus der «Divergent»-Kinoreihe, macht sich in Kalifornien für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders stark. Zusammen mit ihrer Kollegin Rosario Dawson (37, «Sin City») und anderen Sanders-Fans kreuzt der Hollywood-Star in einem Wohnmobil durch den Westküstenstaat, um für den Senator aus Vermont zu werben.

Auf Twitter postet Woodley Schnappschüsse von Wahlkampfveranstaltungen und Treffen mit Wählern. «Es gibt Millionen von uns im ganzen Land, die so etwas tun», sagte die Schauspielerin der «Los Angeles Times» am Samstag über die Fan-Bewegung für Hillary Clintons linken Widersacher Bernie Sanders. Die mehrtägige Campingreise soll am Montag in Los Angeles enden. Am 7. Juni, dem letzten großen Wahltag in dem Vorwahlrennen, wird unter anderem in Kalifornien gewählt. 

So, 2016-05-29 05:45
Verdun (dpa)

Schlöndorff: Verdun-Zeremonie den Politikern und Militärs wegnehmen Interview: Gerd Roth, dpa

100 Jahre nach der Schlacht von Verdun setzt der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff bei der Erinnerung auf die Arbeit mit Jugendlichen. Politikern und Militärs will er das Gedenken entreißen.

Verdun (dpa) - Der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff hat mit Tausenden Jugendlichen die Zeremonie zur Erinnerung an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren inszeniert. Über Motive und Probleme des Projektes sprach er mit der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Um was ging es Ihnen bei der Inszenierung in Verdun?

Antwort: Das Wichtigste ist eigentlich, dass man die Zeremonie den Politikern und den Militärs wegnimmt und den Jugendlichen gibt. Also es geht nicht um das Andenken der Toten, finde ich, es geht auch nicht um irgendwelche Flammen, die wieder angezündet werden. Es geht auch nicht um die Nationalhymnen, die zum x-ten Mal und dazu noch zwei Mal abgespielt werden, sondern es geht um die 15 Minuten, wo wirklich die Jugendlichen diesen Friedhofsplatz überströmen.

Frage: Welche Elemente haben Sie dafür eingesetzt?

Antwort: Es gibt ein donnerndes Kriegsgeräusch, was aber nicht naturalistisch ist, sondern was von diesen Stahltrommlern kommt, was auch so ein anarchistisches Element hat, ein chaotisches Element, eben nichts Militärisches. Aus diesem Rhythmus heraus fangen die Jugendlichen an, Bewegungen zu machen. Das ist kein Tanz, das ist auch kein Totentanz, das wäre vermessen. Dieses zu spüren, es gibt da eine Generation, die ist offen, und die ist interessiert, die kann das miterleben - das ist für mich das Wichtigste.

Frage: Wie hat sich die Arbeit mit fast 4000 Jugendlichen in Frankreich und Deutschland entwickelt?

Antwort: Wir haben drei Monate im Grunde gearbeitet, wie man einen Führerschein per Fernschule macht, das heißt, wir haben Beobachter überall hingeschickt, Sportlehrer und Choreographen und Tänzer, die in den einzelnen Schulen und Orten mit den Jugendlichen gearbeitet haben. Erst seit Freitag haben wir angefangen, die (in Verdun) zusammenzuführen. Das war die größte Herausforderung, dass aus diesen ganzen Puzzlesteinen zum Schluss irgendein organisches Ganzes entsteht.

Frage: Kann es eine Geste von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande geben wie 1984 der Händedruck ihrer Vorgänger Helmut Kohl und François Mitterrand über den Gräbern von Verdun?

Antwort: Ich habe mir gedacht, als ich eingeladen wurde, diese Zeremonie zu inszenieren, es solle am Ende im Sinne der Auftraggeber ein Foto wie das von Kohl und Mitterrand dabei herauskommen. Das war das erste, was ich Präsident Hollande gesagt habe, als er mir diesen Vorschlag gemacht hat, habe ich ihm gesagt: Erwarten Sie nicht, dass es ein solches Foto gibt. Das sind historische Anlässe, das passiert spontan, das kann man nicht inszenieren. Und dafür ist auch im Augenblick das Klima nicht da. Seien Sie so großzügig, irgendwie die Öffnung zuzulassen zur Jugend. Und ich habe bei mir gedacht, ich bin auch nicht dafür da, um irgendwie für die Glorie von Politikern zu arbeiten.

Frage: Wollten Sie die Aufgabe gleich übernehmen?

Antwort: Ich habe sofort einen Schreck bekommen. Wie kann man das denn machen, eine Inszenierung, die nicht wie jede andere aussieht, noch dazu auf einem Friedhof, wo 40 000 oder 50 000 Gebeine liegen? Aber ich habe auch gewusst, das ist eine Herausforderung, die kann man nicht ablehnen. Das ist nicht nur ehrenhaft, sondern ich bin auch seit fast 60 Jahren halb Franzose. Das gehört einfach zu meiner Biografie, und deshalb musste ich es machen.

Frage: Hat Ihnen die Arbeit gefallen?

Antwort: Es war drei Monate lang sehr mühsam, weil man sich mit sehr vielen Ministerien und Protokollen herumschlagen musste, denen jede Neuerung oder Andersartigkeit zunächst mal zuwider war. Ich weiß nicht, mit wie vielen Ministern ich zu Abend essen musste, um das wieder und nochmal zu erklären. Das war die Durststrecke. Aber seitdem wir mit den Jugendlichen in Verdun sind, ist es eine einzige Freude und eine großartige Erfahrung, das machen zu können.

ZUR PERSON: Volker Schlöndorff (77) ist einer der bekanntesten deutschen Regisseure. 1980 gewann seine Verfilmung des Günter-Grass-Romans «Die Blechtrommel» einen Oscar. Sein Lebensthema ist vor allem die jüngste deutsche Geschichte mit der Frage nach den Ursachen des Nationalsozialismus. Sein bislang letzter Spielfilm «Diplomatie» wurde mehrfach ausgezeichnet. Derzeit dreht er «Rückkehr nach Montauk» - eine Hommage an den Schweizer Autor Max Frisch und dessen Erzählung «Montauk».

So, 2016-05-29 06:00
Bochum (dpa)

Bundesbürger produzieren knapp 38 Millionen Tonnen Müll

Bochum (dpa) - Fast 37,55 Millionen Tonnen - diese unglaubliche Menge Abfall haben die deutschen Haushalte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2014 produziert. Auf jeden Bundesbürger kommen damit im Durchschnitt 462 Kilogramm, wie die Statistiker errechnet haben. Zum Vergleich: 2013 waren es 36,6 Millionen Tonnen oder 453 Kilogramm pro Einwohner.

Rechnet man den Elektroschrott hinzu, fallen weitere rund 9 Kilogramm pro Kopf an, schätzt das Umweltbundesamt. Den Angaben zufolge wurden zuletzt knapp 780 000 Tonnen Altgeräte im Jahr gesammelt, davon 723 000 Tonnen aus privaten Haushalten.

So, 2016-05-29 05:15
München (dpa)

Prozess in München: Angehörige klagen für Recht auf Stolpersteine

Die Stadt München hat sich offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden. Einige Angehörige wollen sich die Art des Gedenkens aber nicht vorschreiben lassen - und ziehen vor Gericht.

München (dpa) - Die Stolpersteine zum Gedenken an Nazi-Opfer werden in München zu einem Fall für die Justiz: An diesem Dienstag (31. Mai) startet ein Prozess vor dem Verwaltungsgericht. Drei Männer wollen durchsetzen, dass sie mit Stolpersteinen an ihre von den Nationalsozialisten ermordeten Vorfahren erinnern dürfen. Die Stadt München hat sich offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden. Begründung: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden. Stattdessen soll es andere Formen des Gedenkens geben - etwa Stelen.

Die Kläger wenden sich gegen den Bescheid, der das Verlegen der goldfarbenen Gedenksteine auf öffentlichen Straßen ablehnt. Nach Angaben ihres Anwalt Hannes Hartung ist es das erste Mal, dass sich ein juristisches Verfahren mit dem Gedenken auf öffentlichen Straßen befasst.

Hartungs Angaben zufolge will er dem Gericht ein Gutachten vorlegen, wonach die Verlegung von Stolpersteinen zwar eine erlaubnispflichtige Sondernutzung darstellt, das Recht auf diese Sondernutzung sich aber aus der im Grundgesetz festgelegten Religions-, Kunst- und Meinungsfreiheit ergibt: «Das postmortale Persönlichkeitsrecht der Opfer der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft wurzelt in der Menschenwürde.»

Außerdem dürfe die Art des Gedenkens nicht vorgeschrieben werden. «Die Ungleichbehandlung von Stelen und Stolpersteinen im Hinblick auf ihre Erlaubnisfähigkeit verstößt gegen den allgemeinen Gleichheitssatz.»

Nach Angaben der Initiative Stolpersteine für München gibt es europaweit rund 55 000 Steine in etwa 1300 Städten, vor allem in Deutschland. In Bayern haben sich mehr als 70 Kommunen entschieden, Stolpersteine zu genehmigen. Die Familien der Opfer sind gespalten - während die einen Stolpersteine auf der Straße als Demütigung empfinden, sehen andere darin eine Chance, an die Schicksale der Getöteten zu erinnern.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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