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Sa, 2016-05-28 13:35
Berlin (dpa)

Gabriel kritisiert Merkel bei TTIP 

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim umstrittenen EU-Handelsabkommen TTIP mit den USA kritisiert. «Es war falsch, dass die Bundeskanzlerin im Überschwang vor dem Obama-Besuch in Deutschland gesagt hat, wir können die Verhandlungen in jedem Fall in diesem Jahr abschließen - und das jetzt noch mal wiederholt hat», sagte der SPD-Chef den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montag).

Beim G7-Gipfel in Japan hatten die beteiligten sieben großen Industrienationen - darunter Deutschland - gerade einen TTIP-Abschluss bis Jahresende gefordert - wenn der Vertrag zum gegenseitigen Nutzen ist.

Zeitdruck führe eher zu einem schlechten Abkommen, meinte nun der Vizekanzler. «Und ein schlechtes Abkommen wird die SPD nicht mitmachen.« Gabriel wiederholte, dass er TTIP nicht zustimmen werde, wenn es bei privaten Schiedsgerichten für Konzerne bleibe. Gabriel steht in der SPD unter Druck, weil die Parteilinke einen Abbruch der TTIP-Gespräche verlangt.

Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die «Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft» (TTIP). Ziel ist es, Zölle, verschiedene Vorschriften oder Hürden für Investitionen abzubauen, damit der Handel zwischen den Wirtschaftssupermächten EU und USA stärker floriert. Kritiker befürchten eine Angleichung von Standards auf geringerem Niveau.

Sa, 2016-05-28 14:01
Damaskus (dpa)

Terrormiliz IS stürmt Außenbezirke von Rebellenstadt in Nordsyrien

Damaskus (dpa) - Kämpfer der Terrormiliz IS haben die Außenbezirke einer der letzten beiden Rebellenstädte nördlich von Aleppo in Syrien gestürmt. Die Dschihadisten, die bereits in den vergangenen Tagen in der Region gegen Aufständische in der Nähe der türkischen Grenze vorgerückt waren, hätten am Samstag die Verteidigungsanlagen der Stadt Marea überrannt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Stadtrand leisteten sich Rebellen und IS-Kämpfer heftige Gefechte - Dutzende Menschen seien dabei gestorben.

Marea - etwa 20 Kilometer südlich der türkischen Grenze gelegen - ist neben Asas die einzige größere Stadt, die in der Enklave noch von Rebellen kontrolliert wird. Das Rebellengebiet grenzt im Osten an den Herrschaftsbereich des IS und im Westen an Kurdengebiete.

Erst kürzlich war der IS in das strategisch wichtige Gebiet vorgerückt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) flohen Zehntausende vor den Dschihadisten und sind nun in der Region um Asas eingeschlossen. Den Rebellen droht dort ein totaler Zusammenbruch. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und HRW gehen von 165 000 Vertriebenen aus, die rund um Asas Zuflucht gesucht haben.

Sa, 2016-05-28 13:01
Leipzig (dpa)

Kretschmann warnt vor Nationalismus und Populismus

Leipzig (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht in Populismus und Nationalismus große Gefahren für die Gesellschaft. «In den derzeit erstarkenden populistischen Strömungen geistert verdeckt oder offen völkisches und nationalistisches Gedankengut», sagte der Grünen-Politiker am Samstag nach Angaben der Veranstalter beim Katholikentag in Leipzig.

Statt zusammenzuführen und die universale Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Nationalität zu verteidigen, grenzten Populisten Religionen oder Gruppen wie Flüchtlinge aus. «Dies ist für den Zusammenhalt einer pluralistischen Gesellschaft sehr gefährlich», sagte Kretschmann.

Auch der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) beklagte, dass Nationalismus und Rassismus «wieder politikfähig werden». Der Hass gegenüber Ausländern und demokratischen Politikern werde immer direkter spürbar, sagte er in Leipzig. Die Zahl der Brandanschläge und Gewaltattacken habe sich vervielfacht. Pegida, Legida und die Wahlerfolge der AfD seien alarmierende Signale.

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Sa, 2016-05-28 12:46
Magdeburg (dpa)

Tortenattacke auf Wagenknecht - Bartsch: «Das ist asozial»

Direkt ins Gesicht: Linken-Fraktionschefin Wagenknecht sitzt beim Parteitag in der ersten Reihe - und wird dort mit einer Torte angegriffen. Die anderen Linken-Spitzenpolitiker zeigen sich bestürzt. Doch was ist der Grund für die Attacke?

Magdeburg (dpa) - Die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht ist auf dem Bundesparteitag in Magdeburg Opfer einer Attacke mit einer Torte geworden. Ein junger Mann drängte sich laut Augenzeugen vor die erste Reihe, in der Wagenknecht saß, und warf ihr eine braune Cremetorte direkt ins Gesicht. Zu der Aktion bekannte sich eine «Antifaschistische Initiative «Torten für Menschenfeinde»».

Wagenknecht beugte sich voller Tortenreste im gesamten Gesicht leicht nach vorne. Die danebensitzende Parteichefin Katja Kipping und Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch schirmten Wagenknecht umgehend ab. Bartsch begleitete sie durch einen Seitenausgang aus der Halle. Dort sammelte sich Wagenknecht erst einmal und entfernte die gröbsten Spuren. Die Attacke fand während der Eröffnungsrede von Parteichef Bernd Riexinger statt, der seine Ansprache mit den Worten «Was ist denn da los» unterbrach.

In ausgeteilten Flugblättern zogen die Aktivisten eine Linie von Wagenknecht zur AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Beide teilten nicht nur die Torte im Gesicht, so der Zettel. Ein als Clown verkleideter Mann hatte die AfD-Politikerin bei einer nicht-öffentlichen Sitzung der AfD-Programmkommission im Februar in Kassel mit einer Torte beworfen.

In dem Flugblatt wird Wagenknecht vorgeworfen, sie sei wie die AfD bemüht, den «Volkszorn» in politische Forderungen zu übersetzen. Zwischen AfD und Linken gebe es einen «nationalen Konsens». Wagenknecht hatte Kritik auf sich gezogen mit der Position, nicht alle Flüchtlinge könnten nach Deutschland kommen. 

Sie zog sich nach der Attacke in ihrem Hotel um. Eine Parteisprecherin sagte, es werde Anzeige gegen eine Frau und einen Mann erstattet. Ordner hätten die Täter des Geländes verwiesen. Die Täter stammten augenscheinlich aus «linken Strukturen». Sie hätten sich als Pressevertreter angemeldet. 

Riexinger, Kipping und Bartsch verurteilten den Angriff scharf. Gewalt sei kein Mittel der Auseinandersetzung, sagte Riexinger. Kipping sagte: «Das war nicht nur ein Angriff auf Sahra, das war ein Angriff auf uns alle.» Wagenknecht sei klar gegen Rassismus und Diskriminierung. Sie habe wie alle Linken im Bundestag geschlossen «gegen die Verstümmelung des Asylrechts» gestimmt. «Wir weisen geschlossen zurück, was hier in diesem Wisch steht», sagte Kipping mit Bezug zu dem Flugblatt unter dem Applaus der mehr als 500 Delegierten.

Bartsch sagte: «Das ist nicht links, das ist auch nicht antifaschistisch, das ist asozial, das ist hinterhältig, das ist dumm.» 

Sa, 2016-05-28 12:08
Offenbach (dpa)

«Waschküchenluft» bringt am Samstag weitere Gewitter

Offenbach (dpa) - Gewitter mit Unwetterpotenzial sind auch am Samstag in weiten Teilen Deutschlands erneut möglich. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittag mit. Weil Tief «Elvira» weiter schwülwarme «Waschküchenluft» von Südwesten her ins Land bringe, sei vor allem am Nachmittag neben Starkregen auch wieder mit Hagel zu rechnen. Nur größere Teile des Nordens und Nordostens sollten weitgehend davor verschont bleiben. In der Nacht zum Sonntag gebe es weitere Schauer und teils kräftige Gewitter, besonders der Westen und Südwesten sei am Sonntagmorgen davon betroffen.

Sa, 2016-05-28 13:00
Nenndorf (dpa)

DLRG befürchtet mehr Badeunfälle von Flüchtlingen

Bad Nenndorf (dpa) - Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) befürchtet eine deutliche Zunahme der Badeunfälle von Flüchtlingen in diesem Jahr. 2015 seien 27 Flüchtlinge beim Baden ertrunken. «Wir befürchten, dass diese Zahl 2016 weiter ansteigt», sagte Frank Villmow, DLRG-Präsidiumsmitglied, dem «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND). Die Badeseen seien ein billiges Freizeitvergnügen, und viele Flüchtlinge würden das Risiko nicht kennen. «Das fehlende Gefahrenbewusstsein ist ein Riesenproblem, hier müssen wir viel Aufklärungsarbeit leisten.» Die DLRG biete Schwimmkurse an, habe aber nicht die Kapazitäten, um das flächendeckend zu tun. «Es braucht Kampagnen und Badekapazitäten», sagte Villmow.

Mitte März hatte die DLRG bekanntgegeben, dass es 2015 bundesweit insgesamt 488 Badetote gab. Das waren etwa 25 Prozent mehr als noch 2014, was den höchsten Stand seit neun Jahren bedeutete.

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Sa, 2016-05-28 12:26
Leipzig (dpa)

EU-Kommissar Oettinger erwartet TTIP-Entwurf im Oktober

Leipzig (dpa) - Die EU und die USA wollen ihre Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP nach den Worten von EU-Kommissar Günther Oettinger in fünf Monaten abschließen. «Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann im Oktober einen Vorschlag abschließend beraten und dann den Mitgliedstaaten, dem Rat und dem Europäischen Parlament zu einer Entscheidungsfindung zuleiten», sagte Oettinger am Samstag bei einer Diskussionsveranstaltung des Katholikentags in Leipzig. Die Beratung etwa in den nationalen Parlamenten in der EU, darunter Bundestag und Bundesrat, dürfte nach seiner Einschätzung dann das gesamte Jahr 2017 in Anspruch nehmen.

Oettinger warb eindringlich für das Abkommen, bei dessen Umsetzung Kritiker eine Absenkung von Standards etwa bei Lebensmitteln oder Umweltschutz befürchten. «Unsere Kultur von Daten-, Umwelt- und Verbraucherschutz wird vollumfänglich gewahrt», betonte er. «Es ist kein Skandal, dass wir mit den USA über Handel und Investitionen sprechen. Es ist eher ein Skandal, das wir es erst jetzt tun.» Schließlich sei Amerika ein immens wichtiger Partner, und Deutschland habe bereits entsprechende Abkommen mit 120 Staaten. Die EU und die USA verhandeln seit Mitte 2013 über die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP).

Sa, 2016-05-28 12:41
Koblenz (dpa)

Aufräumen nach heftigem Unwetter in Rheinland-Pfalz

Koblenz (dpa) - Nach dem heftigem Unwetter dauern die Aufräumarbeiten im Norden von Rheinland-Pfalz an. Am Samstagmorgen waren nach Erdrutschen und wegen umgestürzter Bäume noch immer Straßen gesperrt, eine Zugstrecke war nur eingleisig befahrbar, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte. Am Freitagabend war eine Unwetterfront mit starkem Regen und Hagel durch die Region gezogen und hatte hohen Schaden angerichtet. Ganze Weinberge seien entlaubt, so der Sprecher. Verletzt worden sei aber niemand.

Nach einem Erdrutsch war ein Zug auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern entgleist. Die 250 Fahrgäste konnten schließlich mit einem Ersatzzug weiterfahren. Die Strecke war laut Bahn am Samstagmittag noch gesperrt. Am Nachmittag sollte ein Gleis wieder freigegeben werden, der Betrieb auf beiden Gleisen sei voraussichtlich am Sonntagmorgen wieder möglich. Ein Polizeisprecher hatte am Morgen gesagt, dass die Strecke bereits wieder eingleisig befahrbar sei.

Unter anderem wegen vollgelaufener Keller und umgefallener Bäume waren Polizei und Feuerwehren im Dauereinsatz. Auf der A61 sei der Verkehr zeitweise zum Erliegen gekommen. In einem Ort fiel nach einem Blitzschlag das Telefon aus.

Sa, 2016-05-28 10:40
Koblenz (dpa)

Aufräumen nach heftigem Unwetter in Rheinland-Pfalz

Koblenz (dpa) - Nach dem heftigem Unwetter dauern die Aufräumarbeiten im Norden von Rheinland-Pfalz an. Am Samstagmorgen waren nach Erdrutschen und wegen umgestürzter Bäume noch immer Straßen gesperrt, eine Zugstrecke war nur eingleisig befahrbar, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte. Am Freitagabend war eine Unwetterfront mit starkem Regen und Hagel durch die Region gezogen und hatte hohen Schaden angerichtet. Ganze Weinberge seien entlaubt, so der Sprecher. Verletzt worden sei aber niemand.

Nach einem Erdrutsch war ein Zug auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern entgleist. Die 250 Fahrgäste konnten schließlich mit einem Ersatzzug weiterfahren. Die Strecke war laut Polizei am Samstagmorgen wieder eingleisig befahrbar. Unter anderem wegen vollgelaufener Keller und umgefallener Bäume waren Polizei und Feuerwehren im Dauereinsatz. Auf der A61 sei der Verkehr zeitweise zum Erliegen gekommen. In einem Ort fiel nach einem Blitzschlag das Telefon aus.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Sa, 2016-05-28 10:45
Berlin (dpa)

Von wegen Wonnemonat - Wetterextreme im Mai

Berlin (dpa) - Nicht immer wird der Mai seinem Ruf als milder Wonnemonat im Frühling gerecht. Beispiele für extremes Mai-Wetter in Deutschland zwischen Schlottern und Schwitzen:

HITZE: Wenige Tage nach den Eisheiligen mit bis zu minus 4,5 Grad Nachtfrost brachte der Mai 2014 eine Hitzewelle. Den Höchstwert mit 31,7 Grad meldete der Deutsche Wetterdienst am 22. Mai von der Wetterstation Kiefersfelden-Gach in Oberbayern.

KÄLTE: Im Mai 2011 folgten auf einige heiße Tage Kälterekorde. In Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge wurde am 4. Mai mit minus 6,1 Grad der tiefste im Mai außerhalb des Hochgebirges gemessene Wert festgestellt. Den Kälterekord hält die Wetterstation Zugspitze mit minus 19,8 Grad am 7. Mai 1919.

SCHNEE: Zu Pfingsten am 27. und 28. Mai 2007 gab es einen Temperatursturz. Im Südwesten fielen innerhalb von zwei Tagen die Werte von über 30 auf knapp 10 Grad. Auf dem Feldberg im Schwarzwald lagen Pfingstmontag vier Zentimeter Neuschnee.

NEBEL: Besonders trübe Aussichten gab es 1996 im Thüringer Wald. Dort war es bis zum 7. Mai 242 Stunden lang ununterbrochen neblig. Nie hielt sich ein Nebel in Deutschland länger.

STARKREGEN: In der Zeit vom 20. bis 22. Mai 1999 regnete es südlich der Donau mehr als 150 Liter pro Quadratmeter. In 16 bayerischen Landkreisen galt Katastrophenalarm. Das Pfingsthochwasser überschwemmte etwa 400 Quadratkilometer Land.

TORNADOS: In der Nacht zum 14. Mai 2015 fegte ein Wirbelsturm im Raum Augsburg über die Gemeinde Affing und weitere Orte hinweg. Hunderte Gebäude und Autos wurden demoliert, einige Häuser waren abbruchreif.

Sa, 2016-05-28 10:02
Berlin (dpa)

Massiver Druck auf Bundestagsabgeordnete vor Armenien-Resolution

Berlin (dpa) - Viele Bundestagsabgeordnete werden vor der geplanten Armenien-Resolution des Parlaments von türkischen, aber auch von armenischen Organisationen unter Druck gesetzt. Türkische Gruppen rufen dazu auf, ein vorformuliertes Schreiben an die Fraktionen zu verschicken. Darin wird vor Folgen «für das friedvolle Zusammenleben zwischen Deutschen und Türken hierzulande, aber auch in der Türkei» gewarnt, falls der Bundestag die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord einstuft.

Auch von der Gegenseite seien in den vergangenen Tagen Zehntausende E-Mails beim Bundestag eingegangen. Sie enthielten die Forderung, sich dem Druck der türkischen Seite nicht zu beugen, berichtet «tagesschau.de».

Der Bundestag will am kommenden Donnerstag eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der von einem «Völkermord» die Rede ist. An diesem Samstagnachmittag wollen mehrere türkische Organisationen dagegen in Berlin demonstrieren.

Unter besonderem Druck stehen «tagesschau.de» zufolge Abgeordnete mit türkischen Wurzeln. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir berichtete von Beschimpfungen und Drohungen auch via Facebook und Twitter: «Es sind immer die gleichen Ausdrücke: Verräter, Armenierschwein, Hurensohn, armenischer Terrorist und sogar Nazi», sagte er dem Nachrichtenportal. Trotzdem dürfe das keine Ausrede sein: «Anders als in der Türkei muss hier kein Abgeordneter Angst haben, ins Gefängnis geworfen oder gar ermordet zu werden.»

Der SPD-Abgeordnete Mahmut Özdemir kritisiert die geplante Resolution und kündigte in der ARD an, der Abstimmung fernzubleiben.

Sa, 2016-05-28 07:10
Tübingen (dpa)

Versuchstiere in Deutschland

Tübingen (dpa) - In Deutschland wurden 2014 mehr als zwei Millionen Wirbeltiere in Tierversuchen eingesetzt. Als Tierversuch gelten dabei operative Eingriffe und Arzneimitteltests ebenso wie Blutentnahmen. Nach Angaben des Bundesagrarministeriums wurden im Einzelnen eingesetzt:

- 1 263 519 Mäuse

- 296 662 Ratten

- 105 336 Kaninchen

- 87 789 Zebrabärblinge (Fische)

- 20 463 Haushühner

- 19 612 Meerschweinchen

- 13 070 Schweine

- 5 918 Krallenfrösche

- 4 627 Hunde

- 4 398 Rinder

- 4 187 Mongolische Rennmäuse

- 2 675 Affen

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Sa, 2016-05-28 07:00
Berlin (dpa)

Union lehnt Sondersteuer wegen Milchkrise ab - Grüne wollen Hilfen

Berlin (dpa) - Die Unionsfraktion lehnt eine vom Discounter Lidl ins Gespräch gebrachte Sondersteuer für Milch wegen der dramatischen Preiskrise ab. «Damit stiehlt sich vor allem der Handel aus seiner Verantwortung. Denn sein ruinöser Preiskrieg mit Lebensmitteln ist Teil des Problems», sagte Fraktionsvize Gitta Connemann der Deutschen Presse-Agentur. Auch Genossenschaften und der Handel müssten ihrer Verantwortung gerecht werden, forderte die CDU-Politikerin vor dem «Milchgipfel» am Montag bei Agrarminister Christian Schmidt (CSU).

Die Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem der Discounter Lidl gehört, hatte eine Sondersteuer ins Spiel gebracht. «Wenn der Staat etwas regeln will, dann soll der Staat es regeln. Durch eine Sondersteuer, die alle gleichermaßen trifft», sagte Unternehmenschef Klaus Gehrig der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag).

Connemann machte deutlich, dass die Politik in Not geratenen Bauern helfen werde. An erster Stelle müssten aber die Marktbeteiligten handeln: «Überproduktionen kann die Branche nur selbst zurückfahren.» Sie warnte vor einer «Glorifizierung der Milchquote», die im vergangenen Jahr in der EU abgeschafft worden war. «Staatliche Mengenregulierung ist zum Scheitern verurteilt.»

Wichtig sei allerdings auch das Verhalten des Verbrauchers: «Die Entscheidung, wie viele deutsche Milchbauern nach dieser existenziellen Krise noch wirtschaften werden, trifft am Ende er.» Eine Orientierung nur an Ramschpreisen habe ihren Preis.

Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, verlangt grundsätzliche Änderungen der Agrarpolitik, um die Krise der Milchbauern zu entschärfen. Soforthilfen für die betroffenen Landwirte seien unerlässlich, betont er zusammen mit Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff in einem Brief an Schmidt, aus dem die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Samstag) zitiert. «Sie müssen raus aus der ruinösen Expansions-Spirale. Keiner freut sich über Milch-Schnäppchen, wenn deshalb die Höfe dicht machen.»

Sa, 2016-05-28 05:23
Mülheim/Essen (dpa)

Er weist der Kohle den Weg zum Ausstieg - Werner Müller wird 70 Von Rolf Schraa, dpa

Werner Müller war Bundeswirtschaftsminister und Chef des Steinkohlekonzerns RAG. Dass Deutschland aus der unrentabel gewordenen Kohleförderung ohne harte Kündigungen ausstieg, ist wesentlich sein Verdienst.

Mülheim/Essen (dpa) - Werner Müller ist der letzte Kohlekönig im Revier. Als Vorstandschef der milliardenschweren deutschen Steinkohlestiftung überwacht er den Ausstieg der letzten beiden deutschen Zechen mit derzeit noch gut 7000 Kumpeln aus der Förderung. Er trägt die Verantwortung, dass ab 2019 die öffentliche Hand für die Dauerlasten des Bergbaus nicht zur Kasse gebeten wird. Und er organisiert schon jetzt eine würdevolle Erinnerung an die Branche - etwa mit dem massiven Ausbau des Bergbaumuseums in Bochum. Am Mittwoch (1. Juni) feiert der Mülheimer seinen 70. Geburtstag.

Mit dem Klischee eines Bergwerkdirektors hat Müller noch nie etwas zu tun gehabt. Er ist Volkswirt und promovierter Sprachwissenschaftler - kein Ingenieur. Ins Büro kommt er oft im seriösen Dreiteiler. Von 1998 bis 2002 war er parteiloser Bundeswirtschaftsminister unter Gerhard Schröder. Müller spricht leise, langsam und überlegt. In seinem Büro läuft fast immer Musik aus einem kleinen CD-Player - am liebsten Bach. Auch privat spielt er mit Begeisterung Klavier - ein Intellektueller an der Spitze einer Branche, die unter Tage bis heute tagtäglich von schweißtreibender Arbeit geprägt ist.

Müller hat für den deutschen Steinkohlebergbau das vielleicht Schwerste geleistet: Er hat der unrentabel gewordenen Branche einen Weg zum Ausstieg ohne Massenproteste und dramatische Kündigungswellen gewiesen.

Die deutsche Kohle - in besten Zeiten mit mehr als 500 000 Jobs - war schon lange auf hohe Subventionen angewiesen, als Müller 2003 den deutschen Zechenbetreiber RAG mit damals noch rund 100 000 Mitarbeitern übernahm. Mit Fördertiefen jenseits von 1000 Metern sowie teuren Sicherheits- und Sozialstandards konnte die einstige Ruhrkohle AG mit dem Ausland nicht mehr mithalten.

Müller gliederte den damals noch bunt gemischten Konzern um. Hunderte Tochterfirmen wurden verkauft und der Nicht-Kohlebereich mit dem späteren Evonik-Chemiebetrieb abgetrennt. Den Durchbruch brachte die Idee einer Stiftung, für die Müller unermüdlich trommelte. Die Stiftung übernahm für einen Euro die RAG-Anteile von Ex-Eigentümern wie RWE, Eon und Thyssenkrupp. Dafür waren die einen Großteil der Haftung los. Müller wurde 2007 erster Evonik-Chef und ist seit 2012 Vorsitzender der RAG-Stiftung.

Die Stiftung sammelt aus ihren Beteiligungen - vor allem der börsennotierten Evonik - hohe Einnahmen und legt sie für die künftigen Kohlelasten an. Die Belegschaften werden schrittweise und sozialverträglich mit Unterstützung staatlicher Förderung über viele Jahre bis Ende 2018 abgebaut. Nur wenige hundert Beschäftigte bleiben dauerhaft etwa für das Abpumpen von Grubenwasser.

Der sozialverträgliche Ausstieg ist inzwischen fast geschafft. Ohne Müller mit seiner Beharrlichkeit und seinen politischen Kontakten nach Berlin wäre das so wohl nicht möglich gewesen, wie auch Kritiker einräumen. Zu den Gegnern zählte etwa der frühere NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der, so lange er konnte, Müllers Wechsel an die Spitze der Stiftung blockierte.

Für den bald 70-jährigen Müller ist das längst Vergangenheit. Jetzt zählt anderes: Unter dem Motto «Glückauf Zukunft» will er dem deutschen Bergbau einen glanzvollen Abschied bereiten - mit einer internationalen großen Abschiedsfeier 2018.

Sa, 2016-05-28 06:00
Barrow (dpa)

Wenn Grizzlys mit Eisbären anbandeln - und der Klimawandel schuld ist Von Andrea Barthélémy, dpa

Ihr Fell changiert zwischen weiß und braun. «Pizzlys» sind die Sprösslinge von Polarbären und Grizzlys in Alaska und Kanada. Forschern macht die Ausbreitung der Hybrid-Bären Sorge.

Barrow (dpa) - Ihre Mütter sind Eisbären, die Väter Grizzlys. In Teilen Alaskas und West-Kanadas breiten sich Bären mit weiß-braun-meliertem Fell aus, die von den Anwohnern Pizzlys oder Grolars genannt werden: Eine Mischung aus Polarbären (engl: Polars) und Grizzlys. Sporadisch sind solche Mischformen oder Hybride in Zoos, aber auch in der Natur schon vorgekommen. Doch jetzt nimmt ihre Zahl zu. Grund dafür sind Forschern zufolge wärmere Temperaturen durch den Klimawandel.

«Die Lebensräume von Eisbären und Grizzlys überschneiden sich immer mehr», erläutert Andrew Derocher. Der Biologie-Professor an der University of Alberta (Kanada) erforscht arktische Bären seit 30 Jahren. «Wir wissen nicht genau, wie viele Hybride es derzeit gibt. Genetisch eindeutig bestimmt haben wir bislang nur acht. Aber ich schätze, dass einige tausend Eisbären in Regionen Alaskas und Kanadas leben, in denen sie mit Grizzlys zusammentreffen können.» Auch in Russland könnte es Überlappungen geben.

Die untersuchten DNA-Cocktails zeigen: Es sind bislang immer Grizzly-Männchen, die sich mit Eisbären-Weibchen paaren - nie umgekehrt. Das liegt daran, dass die Weibchen beider Arten eher ihrer Heimatregion treu bleiben, während speziell Grizzly-Männchen ihr Territorium gerne erweitern. Die Forscher um Derocher fanden in arktischen Breiten nicht nur 50:50-Hybride, sondern auch solche mit drei Vierteln Grizzly-DNA. Daraus lässt sich schließen, dass sich Pizzlys fortpflanzen können.

«Wir wissen nicht genau, wie die Hybride leben, aber Grizzlys und Polarbären sind dramatisch unterschiedliche Spezies», betont Derocher. Eisbären brauchen das Eis, wo sie Walrosse und Robben als Nahrung finden, sie halten keinen Winterschlaf und dringen nicht gen Süden in die Tundra vor. Momentan gibt es weltweit laut WWF schätzungsweise noch 20 000 bis 25 000 Tiere.

Grizzlys hingegen tummeln sich für gewöhnlich nicht nördlich der Baumgrenze, weil es im Permafrost zu kalt und die Jagd nach Landtieren im Eis zu schwierig ist. Doch mit den steigenden Temperaturen verschiebt sich auch die Baumgrenze nach Norden. «Vermutlich leben Hybride eher wie Grizzlys», schätzt Derocher. Darauf deute der erste dokumentierte Fall aus dem Jahr 2006 hin, wo ein Pizzly Landtiere jagte. «Das war umso überraschender, als er zweieinhalb Jahre mit seiner Eisbären-Mutter verbracht hatte.»

Der wissenschaftliche Leiter der Organisation «Polar Bears International», Steven Amstrup, betont, dass Hybride wie die Pizzlys keinesfalls genetische Anomalitäten sind, sondern unter eng verwandten Spezies durchaus vorkommen. Es gibt den Coywolf - eine Mischung aus Koyote, Hund und Wolf - ebenso wie den Mix aus Rotluchs und Luchs.

Im Falle der Bären ist jedoch die Frage, wer sich weiter ausbreitet und möglicherweise durchsetzt. «Die Jagd ist nicht das Hauptrisiko für Polarbären», sagt Derocher. «Wir machen uns zwar Sorgen wegen der Jagdquoten, giftiger Chemikalien, Ölverschmutzungen und Schifffahrt, aber die sind gering im Vergleich zum Verlust des Lebensraumes durch den Klimawandel.» Der Grizzly-Vormarsch gen Norden gehört dazu. Wenn die ersten Grizzly-Weibchen sich mit Eisbären-Männchen paaren, dürfte dies das Anfang vom Ende der großen Weißen sein, schätzt Derocher.

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts, sagen die Experten voraus, werden zwei Drittel der heutigen Polarbärenbestände verschwunden sein. Im Süden Alaskas werde es nicht mehr genug Eis geben. Nur noch an den höchsten Stellen des kanadischen Archipelagos und im nördlichen Grönland dürften dann noch Eisbären leben. Die entscheidende Frage wird laut Derocher dann lauten: «Haben dort genügend Tiere Platz, um die Spezies zu erhalten, bis der Planet wieder abkühlt?»

Sa, 2016-05-28 05:47
Berlin (dpa)

Schwere Stürme und Hagel: Das Wochenende hält weitere Unwetter bereit

In mehreren Bundesländern drohen am Samstag und Sonntag Unwetter. Die Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel sollen zunächst im Südwesten beginnen - und sich dann nordostwärts ausbreiten.

Berlin (dpa) - Am Wochenende drohen vor allem im Südwesten Deutschlands weitere Unwetter. Bereits am späten Samstagvormittag ist dort mit teils starken Gewittern zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstagmorgen mitteilte. Zu erwarten sei, dass sich die Unwetter über den Tag Richtung Nordosten ausweiten. Betroffen sind demnach vor allem die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.

Laut DWD muss in diesen Regionen mit Sturmböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde und Hagelkorngrößen über zwei Zentimetern gerechnet werden. Starke Regenfälle können stündlich bis zu 25 Liter pro Quadratmeter bringen. Die Warnung gilt bis Sonntagfrüh.

Seine Unwetterwarnungen für die Nacht zum Samstag hatte der DWD zuvor aufgehoben, nachdem es am Freitag bereits ordentlich gestürmt hatte. In verschiedenen Teilen Deutschlands kam es zu schweren Gewittern, mancherorts fielen Starkregen und Hagel. In der Eifel liefen Keller mit Wasser voll, vereinzelt stürzten Bäume um. Ein Blitzeinschlag sorgte am Kölner Hauptbahnhof für Zugverspätungen.

An der Mosel entgleiste am Freitag ein Regionalzug durch einen vom Unwetter ausgelösten Erdrutsch. Von den 250 Passagieren wurde jedoch niemand verletzt. Nach Aussage verschiedener Polizeistationen in betroffenen Gebieten kam es in den meisten Fällen zu keinen gravierenden Schäden.

Sa, 2016-05-28 04:23
Berlin (dpa)

Nächtliche Unwetterwarnungen aufgehoben - Warnung für Samstag bleibt

Berlin (dpa) - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle noch bestehenden Unwetterwarnungen für die Nacht zum Samstag aufgehoben. Die Hinweise auf mögliche schwere Gewitter hatten für die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegolten, wie der DWD am Samstagmorgen mitteilte. Lediglich einige kleinere Wetterwarnungen wurden für die Nacht aufrecht erhalten.

Der DWD hatte am Freitag vor schweren Gewittern im Süden und Südwesten Deutschlands gewarnt. Am Samstag soll es den Experten zufolge aber zu teilweise schweren Gewittern im Südwesten kommen, die sich von dort nach Nordosten ausbreiten können.

Sa, 2016-05-28 04:43
Essen (dpa)

Ex-Minister Müller will bei RAG-Steinkohlestiftung verlängern

Essen (dpa) - Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller will fünf weitere Jahre Chef der RAG-Steinkohlestiftung bleiben. Trotz seines bevorstehenden 70. Geburtstages stehe er bereit, sagte Müller vor wenigen Tagen bei der Jahresbilanz der Stiftung. «Das beeinträchtigt mich in Denken und Tatkraft nicht.»

Müllers Vertrag endet im Dezember 2017, bis Ende dieses Jahres soll das Kuratorium über eine Verlängerung entscheiden. Der neue Vertrag würde bis Ende 2022 laufen.

Die RAG-Stiftung deckt mit einem Gesamtvermögen von aktuell fast 16 Milliarden Euro die dauerhaften Folgelasten des deutschen Steinkohlebergbaus. Dazu wird die Stiftung auch lange nach dem Aus für die letzten beiden deutschen Bergwerke Ende 2018 gebraucht. Müllers 70. Geburtstag ist am Mittwoch (1. Juni).

Sa, 2016-05-28 05:00
Orlando (dpa)

Der dritte Weg - US-Libertarians hoffen auf Trump-Effekt Von Michael Donhauser, dpa

Ihr bestes Ergebnis im Präsidentschaftsrennen waren bisher 1,3 Prozent. Der ungewöhnliche US-Wahlkampf gibt diesmal aber sogar den Libertarians Hoffnung auf einen Aufschwung - weil Donald Trump und Hillary Clinton so unbeliebt sind.

Orlando (dpa) - Das US-Präsidentschaftsrennen ist schon vor der eigentlichen Nominierung der Kandidaten zu einem erbitterten Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump geworden. Heftige Anwürfe, scharfzüngige Repliken, Tiefschläge - beide lassen schon ein halbes Jahr vor dem Wahltermin am 8. November wenig aus. Im Schatten von Demokraten und Republikanern schwingt sich derweil eine dritte Partei auf, die zwar nicht auf Sieg spielt, aber sich als ernstzunehmende Alternative präsentieren will und vielleicht die Rolle als Zünglein an der Waage einnehmen könnte: die Libertarians. Auf dem Parteitag in Orlando (Florida) soll am Sonntag der ehemalige Gouverneur von New Mexico, Gary Johnson, zu ihrem Kandidaten gekürt werden.

Die Libertarians stehen für einen schlanken Staat, aber auch für soziale Gerechtigkeit und außenpolitische Zurückhaltung - liegen politisch also irgendwo zwischen Demokraten und Republikanern. Der vor allem von Polit-Clown Donald Trump dominierte Wahlkampf in seiner bisher vorgetragenen Form treibt ihnen ungeahnte Sympathien zu. «Unser bisher bestes Ergebnis bei einer Präsidentschaftswahl waren 1,3 Prozent der Stimmen», sagt Carla Howell, politische Direktorin der Libertarians, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Einer Umfrage der Monmouth University zufolge liegen sie derzeit zwischen zehn und elf Prozent.

«Dieses Jahr ist für uns definitiv ein gutes Jahr», sagt Carla Howell. Die Zahl der zahlenden Parteimitglieder sei seit Januar um 30 Prozent auf 14 500 gestiegen, die Zahl der registrierten Wähler auf über 400 000. Die Summe der Parteispenden, die bei früheren Wahlen um diese Zeit bei rund 1,5 Millionen Dollar gelegen haben, habe sich verzehnfacht.

Das alles ist freilich nichts gegen die Zahlen der großen Parteien: Clintons Demokraten etwa haben weit über 40 Millionen Mitglieder, die frühere Außenministerin und Trump werden am Ende des Wahlkampfes bis zu einer Milliarde Dollar an Spenden ausgegeben haben. Dennoch sind die Libertarians optimistisch: «2016 wird eine ganze andere Melodie gespielt», sagt Howell.

Der Wind für die dritte Partei scheint sich in der Tat ein wenig gedreht zu haben. «Die Übertragung des Parteitages der Libertarians hat in früheren Jahren so viele Zuschauer angesprochen wie eine Dokumentation über Türgriffe aus dem 18. Jahrhundert», schreibt der «Boston Herald» in einem Kommentar. Heute ist das anders. «Wir haben ein Medieninteresse wie noch nie», jubelt Carla Howell. Allerdings gilt: Auch wenn fast jedes US-Medium die kleine Partei würdigt - von einer Dauer-Berichterstattung wie über Trump und Clinton ist sie noch weit entfernt.

Gary Johnson, mutmaßlicher Kandidat für die Partei, gilt vielen als der beste Präsidentschaftsbewerber, den die Republikaner nicht aufgestellt haben. Der Mann, der acht Jahre für die Republikaner als Gouverneur arbeitete, hofft vor allem auf Stimmen aus der Anti-Trump-Bewegung der Konservativen. Dort war die Suche nach einer unabhängigen Alternative zu dem schrillen Immobilien-Milliardär erfolglos geblieben - ein Ex-Republikaner könnte aus Sicht von manchen also die Rettung an der Wahlurne sein.

In einem Wahlkampf, in dem Donald Trump mit 60 Prozent so unbeliebt ist wie keiner seiner Vorgänger und Hillary Clinton nicht viel besser abschneidet, setzt Johnson auf Stimmen aus beiden Lagern. Vielleicht könnten sogar ein paar Anhänger von Clintons Konkurrent Bernie Sanders ins Johnson-Lager wechseln. Nicht umsonst macht der sich für mehr Freiheit im Umgang mit Schusswaffen und für weiche Drogen stark.

Die Hoffnungen werden indes ausgerechnet von den Leuten gedämpft, die Johnson und seine Libertarians jetzt bei zweistelligen Prozentsätzen sehen - den Meinungsforschern. «Es gibt viele Wähler die jetzt auf eine dritte Partei setzen. Am Ende wollen sie dann aber doch nicht ihre Stimme verschwenden», sagt Monmouth-Wahlexperte Patrick Murray.

Die Hoffnung bleibt für die Libertarians, das Zünglein an der Waage zu spielen. Vorbilder gibt es: Im Jahr 2000 staubte der Kandidat der Grünen, Ralph Nader, in Florida fast 100 000 Stimmen ab - die Meinung, er habe damit die Präsidentschaft des späteren Klimaschutz-Aktivisten Al Gore verhindert, hält sich hartnäckig.

Sa, 2016-05-28 02:15
Aires (dpa)

Hippie-Paradies: Ein Hauch von Anarchie in Buenos Aires Von Anika Reker, dpa

Inmitten von Argentiniens 12-Millionen-Metropole bauen Aussteiger eine kleine Parallelwelt auf, möglichst ohne Geld und Müll. Mit Fluglärm finden sie sich ab, mit Bauplänen der Uni in der Nähe nicht.

Buenos Aires (dpa) - Nur wenige Hundert Meter von den Betonklötzen, die zwei Fakultäten der Universität Buenos Aires beherbergen, führt ein Trampelpfad entlang eines Kanals zu einer kleinen Hütte aus Holz und Lehm. Bunte Glasflaschen sind als Fenster in die Wände eingearbeitet worden. Drinnen schmückt das Bildnis einer schwangeren Maya-Göttin die braunen Ziegel. Darunter sitzt Colvi Renzo Ramírez García auf einer dünnen Decke, die ihm als Schlafplatz dient.

«Eine Matratze brauche ich nicht», erklärt der gebürtige Peruaner, der sich auf den etwa zwei Quadratmetern Wohnfläche häuslich eingerichtet hat. Seine wenigen Habseligkeiten stehen ordentlich aufgereiht in einem kleinen Regal: ein paar Kleidungsstücke, Bücher und ein Laptop. Letzteren braucht der 35-Jährige für sein Physik-Studium an der benachbarten Universität.

«Ich studiere nicht, um einmal einen gut bezahlten Job zu finden, sondern weil ich so meine grauen Zellen auf Trab halten will», sagt er. Das wenige Geld, das er braucht, verdient er nach eigenen Angaben mit Jonglieren an Zebrastreifen.

In der Ökokommune «Velatropa» hat der Peruaner Gleichgesinnte gefunden und so seinen Traum von einem Leben außerhalb des Systems erfüllt. Seit drei Jahren bewohnt er die Hütte am Eingang des Ortes. «Ich bin hier sozusagen die Rezeption», sagt Ramírez García und streicht sich lachend eine der schwarzen Rastalocken aus dem Gesicht.

Folgt man dem von Bäumen und Palmengewächsen umsäumten Trampelpfad weiter, erreicht man schließlich das Herz der Kommune. Es gibt eine Fahrradwerkstatt, einen Hühnerstall, einen Platz für Yoga- und Kampfsportkurse, eine mit Bambuszweigen abgeschirmte Kaltwasserdusche, eine Freilichtbühne, die für Festivals und Zeremonien genutzt wird, und sogar eine kleine Bibliothek. Unter einem abenteuerlichen Konstrukt aus Wellblech befindet sich eine offene Küche mit selbstgebautem Steinofen. In Holzkisten sammeln sich leicht welke Salatköpfe, Möhren und Paprika.

«Wir leben hauptsächlich von dem, was wir anbauen, und von Waren, die Supermärkte und Gemüseläden nicht mehr verkaufen können», erklärt Ramírez García. Für das Herbeischaffen oder Zubereiten von Essen gibt es, wie für alle anderen Tätigkeiten, keinen Plan und keine festen Strukturen. «Wenn du eine Aufgabe siehst, ist es deine», steht auf einem Schild in der Küche geschrieben. Die einzige zusätzliche Regel: Fleisch gibt es nur für die Hunde.

Heute hat Nacho aus der ostargentinischen Provinz Mendoza das Kochen übernommen. Der Rucksackreisende hat sich vor zwei Wochen in der Kommune niedergelassen und ist sichtlich stolz auf eine Kreation aus zerstampften Kartoffeln, Reis und Tomaten, die auf der offenen Feuerstelle köchelt. Einige Bewohner sind durch den Geruch aus ihren Hütten und Zelten gelockt worden. Alle anderen werden durch gemeinschaftliches Klatschen davon in Kenntnis gesetzt, dass das Essen fertig ist.

Bevor es an die Töpfe geht, stellen sich die Kommunen-Mitglieder im Kreis auf, fassen sich an den Händen und meditieren ein paar Minuten. Dabei lassen sie sich von einem gerade gestarteten Flugzeug über ihren Köpfen nicht stören.

Vor etwa zehn Jahren war von der Idylle noch nichts zu spüren. Auf dem 17 Hektar großen Terrain stand die berüchtigte «Villa Rosa de Núñez», ein Armenviertel mit etwa 400 Bewohnern, das für Prostitution und Drogen bekannt war. Die Stadt Buenos Aires ließ das Gelände im Jahr 2006 räumen, um langgehegte Bebauungspläne umzusetzen. Ein Jahr später nistete sich die erste Generation der «Velatropaner» ein. Seither kollidieren die Interessen der Bewohner, die dort unbehelligt in ihrer kleinen Utopie leben wollen, mit dem Vorhaben der Stadt, das Terrain in ein Naherholungsgebiet für die Großstädter umzuwandeln.

Zuletzt eskalierte die Situation in der ersten Jahreshälfte 2015. Bagger und Baufahrzeuge waren angerückt, um einen Fahrradweg entlang des Kanals zu errichten und den Parkplatz der Architekturfakultät zu vergrößern. Da diesem Vorhaben einige Bäume zum Opfer fallen sollten, blockierten Studenten und Bewohner der Kommune die Bauarbeiten.

Jorge Aliaga, ehemaliger Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften (2006-2014), erinnert daran, dass die «Velatropaner» eigentlich kein Recht haben, sich zu beschweren: «Letztendlich gehört das Gelände der Universität, das diese Leute ohne Erlaubnis besetzt haben.»

Seit Juni letzten Jahres sind die Bauarbeiten und die Streitigkeiten vorläufig zum Erliegen gekommen. Und so sehr Ramírez García und seine Mitstreiter sich auch vom Fortschritt bedroht fühlen, die Nähe zur Zivilisation bietet ihnen auch Vorteile. So zapfen sie beispielsweise Strom vom Netz der Universität ab und oft kann man das WLAN der Fakultät auch in «Velatropa» empfangen. Denn bei aller Verbundenheit zur Natur: Auf Facebook, WhatsApp und Smartphones möchte der Großteil der Bewohner auch beim Zusammensitzen am Lagerfeuer nicht verzichten.

Sa, 2016-05-28 02:47
Washington (dpa)

Al-Kaida-Terrorist in New York zu 40 Jahren Haft verurteilt

Washington (dpa) - Ein Gericht in New York hat einen 33 Jahre alten Al-Kaida-Terroristen zu 40 Jahren Haft verurteilt. Minh Quang Pham hatte sich bereits im Januar schuldig bekannt, das islamistische Terrornetzwerk unterstützt zu haben. Außerdem gab er zu, im Besitz einer Maschinenpistole gewesen zu sein und diese zur Förderung von Gewalt und Straftaten benutzt zu haben. Im Yemen hatte er in einem Al-Kaida-Lager eine Ausbildung im Umgang mit Sprengstoff durchlaufen, wie das US-Justizministerium am Freitag mitteilte.

Der in Vietnam geborene Mann, der seit früher Kindheit in Großbritannien gelebt hatte, war 2010 von seinem damaligen Wohnort London aus in den Jemen gereist. Dort machte er Bekanntschaft mit dem später von einer US-Drohne getöteten Al-Kaida-Kommandeur Anwar al-Awlaki und wurde nach London zurückgeschickt, um Kämpfer zu rekrutieren. Unter anderem wurde er mit Geld, einem neuen Telefon und einem Laptop ausgestattet, um Spuren zu vernichten.

Mit dem Al-Kaida-Kommando hatte er im Jemen auch über einen Selbstmordanschlag bei seiner Rückkehr nach London auf dem Flughafen Heathrow gesprochen, diesen dann aber später offenbar verworfen. Die britischen Behörden nahmen den Mann bei der Ankunft am Flughafen fest, nachdem er von einem Überläufer verraten worden war. 2015 wurde er von Großbritannien an die Vereinigten Staaten ausgeliefert.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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