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Mi, 2016-05-04 06:33
Indianapolis (dpa)

Ring frei! - Indiana ebnet den Weg für Duell Clinton gegen Trump Von Michael Donhauser, dpa

Politveteranin gegen Quereinsteiger, Frau gegen Mann - nach dem Rückzug des Republikaners Ted Cruz ist dies das einzig logische Duell um die Nachfolge Barack Obamas im Weißen Haus. Es ist angerichtet - für einen langen und wohl auch schmutzigen Kampf um das Oval Office.

Indianapolis (dpa) - In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise hauptsächlich mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben.

Ted Cruz hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nach einer vernichtenden Niederlage in Indiana aufgegeben - die «Grand Old Party» wird, sollte nicht noch eine politische Sensation geschehen, mit dem Baulöwen Donald Trump an der Spitze in den Wahlkampf um die Nachfolge Barack Obamas ziehen und das Duell mit der Demokratin Hillary Clinton aufnehmen.

Damit ist der Vorwahlkampf in den USA praktisch beendet. Der letzte verbliebene Gegner bei den Republikanern, John Kasich, liegt hinsichtlich der Delegierten abgeschlagen noch weit hinter Cruz und Marco Rubio, der schon vor Wochen ausgestiegen ist. Nach geltendem Reglement kann er nicht einmal aufgestellt werden, weil er nur einen und nicht die Mindestzahl von acht Staaten gewonnen hat.

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton mit Indiana zwar einen weiteren Staat an ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders verloren. Ob ihres riesigen Vorsprungs zweifelt jedoch kaum noch jemand ernsthaft an einer Kandidatur der Ex-Außenministerin.

Für Trumps Widersacher Ted Cruz war Indiana die Brandwand. Dort leben viele Bauern, gläubige Christen, Sozialkonservative - der Bundesstaat gehört zu den Regionen, wo einer wie Cruz auf fruchtbaren Boden trifft. «Hier müssen wir gewinnen», rief er wiederholt.

Doch die Brandwand ist eingestürzt. Und mit ihr das ganze Kartenhaus, das Cruz in den vergangenen Monaten aufgebaut hat. Gemeinsam mit einer Anti-Trump-Koalition der Republikaner hatte Cruz Unmengen Geld nach Indiana gepumpt, den Staat, in dem sich Kandidaten sonst kaum blicken lassen. Mithilfe von Computertechnik feilte er an Modellen, wie er die Delegierten auf dem Parteitag in einem zweiten Wahlgang auf seine Seite ziehen könnte. Indiana hat all das pulverisiert.

Cruz wollte die Alternative sein, zu der das Partei-Establishment greift, um Trump, den Ungeliebten, zu verhindern. Doch der Funke sprang nicht über. In einem wohl strategisch geplanten Verbalausfall beschimpfte der frühere Parlamentsvorsitzende John Boehner in der vergangenen Woche Cruz als Hurensohn, der den Teufel im Leib habe. Cruz hat sich als Senator bei den Republikanern den Ruf als Quertreiber erarbeitet, als jemand, dem keiner trauen kann. Der Hieb aus der Ecke, aus der eigentlich Hilfe kommen sollte - er saß.

Selbst Sprücheklopfer Donald Trump musste sich sehr mühen, um die verbale Breitseite aus Reihen des Establishments zu toppen. Am Wahltag schließlich gelang es ihm. Er zitierte einen Beitrag im Revolverblatt «National Enquirer» der den Vater des Texaners in die Nähe des John-F.-Kennedy-Attentats rückte. «Das hat ihm letztlich das Kreuz gebrochen», heißt es triumphierend aus dem Trump-Lager.

Nach Indiana musste Cruz - auch mit Blick auf die noch ausstehenden Staaten - einsehen: Es hat keinen Sinn mehr. Trumps absolute Mehrheit von 1237 Delegierten ist nicht mehr zu verhindern. In einem Luxushotel in Indianapolis nahm Cruz seine Frau Heidi, seinen Vater und seine beiden kleinen Töchter in den Arm, die Tränen flossen noch auf der Bühne. Wie der Ringrichter einen taumelnden Boxer wollte Cruz nach der erbitterten Schlammschlacht der vergangenen Tage wohl auch seine Familie vor weiterem Schaden schützen.

Nun also Trump. Der 69 Jahre alte Seiteneinsteiger, der bisher nie in ein Amt gewählt worden war, sieht sich an der Spitze nicht nur einer Partei, sondern einer «unglaublichen Bewegung», wie er selbst in einer ungewöhnlich sanften Siegesrede sagte. Und seine Anhänger glauben ihm, versteigen sich zu geradezu irrwitzigen Folgerungen. «Er wird mehr Frieden für die Welt bringen», sagt Julie Davies (58) aus Carmel bei Indianapolis. «Wenn wir stärker werden, wird auch der Rest der Welt stärker.»

Im Ausland wird Trumps mutmaßliche Kandidatur dagegen als großes Risiko für die friedliche Balance in der Welt gesehen - auch angesichts teils kruder außenpolitischer Thesen unter dem Dachmotiv «America First». «Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an den Realitäten vorbeigeht», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich mit wenig diplomatischer Zurückhaltung. CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sprach von einem potenziellen Risiko.

Trumps Kampf gegen Clinton wird nach übereinstimmender Meinung der Demoskopen deutlich härter als der gegen ein Feld wenig überzeugender Mitbewerber bei den Republikanern. Seine Stärke war bisher auch eine personelle und programmatische Schwäche der konservativen Partei. Die meisten Schwarzen und viele Latinos wählen in den USA aber traditionell demokratisch, wahlberechtigte Frauen sind Trump gegenüber sehr zurückhaltend.

Nach einer Berechnung der «Washington Post» braucht Clinton am 8. November nur jene 19 Staaten zu gewinnen, die die Demokraten in den zurückliegenden sechs Wahlen immer gewonnen haben - plus Florida. Dort führt sie in Umfragen mit 13 Punkten vor Trump. Der hat in diesem Wahlkampf allerdings schon mehrfach die Meinungsforscher eines Besseren belehrt.

Mi, 2016-05-04 06:04
Washington (dpa)

US-Vorwahlen in der letzten Runde - Wie geht es nun weiter?

Washington (dpa) - Nach Indiana stehen in den USA nun noch Abstimmungen an nurmehr acht Wahltagen an. Durch den Ausstieg von Ted Cruz hat sich die Ausgangslage bei den Republikanern komplett verändert. Der wichtigste verbleibende Termin für die wahrscheinliche Kandidatur Donald Trumps ist der 7. Juni. Dann wird in Kalifornien gewählt, einem Staat mit besonders vielen zu vergebenden Delegierten. Am gleichen Tag stimmen Republikaner und Demokraten in Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota ab, die Demokraten außerdem in North Dakota.

Der Reihe nach:

- Am 7. Mai wählen die Demokraten im US-Außengebiet Guam.

- Am 10. Mai stimmen beide Parteien in West Virginia ab und die Republikaner in Nebraska.

- 17. Mai: Wahltermin beider Parteien in Oregon, nur der Republikaner in Kentucky.

- Am 24. Mai werden die Delegierten im Staat Washington bestimmt.

- Am 4. Juni wählen die Demokraten im Außengebiet Jungferninseln, am 5. Juni in Puerto Rico.

- Nach jetzigem Stand wird spätestens der Großkampftag 7. Juni darüber entscheiden, wer als Kandidat seiner Partei den Kampf um das Weiße Haus aufnimmt.

- Am 14. Juni schließen die Demokraten in der Hauptstadt Washington DC die langen Monate der Vorwahlen ab.

Im Juli stehen Parteiveranstaltungen an (Republikaner: Cleveland, Demokraten: Philadelphia). Dort werden die Kandidaten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten (8.11.) offiziell gekürt.

Mi, 2016-05-04 06:49
Edmonton (dpa)

Zehntausende fliehen vor Waldbrand in Kanada

Edmonton (dpa) - Ein großer Waldbrand hat Zehntausende Menschen in der kanadischen Provinz Alberta in die Flucht getrieben. Die örtlichen Behörden ordneten die komplette Evakuierung der Stadt Fort McMurray an, wie der Sender CBC am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete. Die Flammen hätten bereits mehrere Häuser zerstört. Auch das einzige Krankenhaus in der rund 70 000 Einwohner zählenden Stadt sei geräumt worden. Es handele sich um die größte Waldbrand- Evakuierungsaktion in der Geschichte der Provinz.

Neun Löschflugzeuge, ein Dutzend Hubschrauber und rund 100 Feuerwehrleute seien im Einsatz, teilte die Forstbehörde mit. «Wir hatten einen verheerenden Tag. Fort McMurray ist von dem Brand überrollt worden», sagte der örtliche Feuerwehrchef Darby Allen.

Das Feuer war schon am Wochenende südwestlich der für den Ölsand-Abbau bekannten Stadt ausgebrochen, starker Wind hatte die Flammen dann am Dienstag nach Fort McMurray getrieben. Die Provinz Alberta hatte 2015 die schlimmste Dürre in 50 Jahren erlebt und leidet seit vergangener Woche unter einer Hitzewelle. Die Behörden befürchten, dass andauernder Wind die Lage weiter verschlimmert, wie CBC weiter berichtete.

Mi, 2016-05-04 06:30
Berlin (dpa)

Die Autobauer und die E-Prämie: Viele machen mit, einige warten ab Von Jan-Henrik Petermann und Andreas Hoenig, dpa

Es dauerte Monate, bis sich die Regierung zur Förderung von Elektroautos durchringen konnte. Ist das nun der große Wurf für den Start der E-Mobilität? Noch sind nicht alle Autobauer dabei - und die Kritik am «Prinzip Gießkanne» bleibt.

Berlin (dpa) - Wenn der Staat mit Subventionen lockt, scheinen selbst überzeugte Anhänger des freien Wettbewerbs ihre Bedenken hinten an zu stellen. Autolobby, Autokonzerne, Betriebsräte - die Vertreter der mächtigen Industrie jubelten fast unisono, als der Bund in der vorigen Woche nach monatelangen Verhandlungen die umstrittene Kaufprämie von 4000 Euro für Elektro- und 3000 Euro für Hybridwagen beschloss. Direkte Zuschüsse - getragen zur Hälfte vom Steuerzahler und von den E-Auto-Anbietern - sollen ab diesem Monat die Nachfrage anschieben. Aber noch sind längst nicht alle Unternehmen mit dabei.

Beim Autoverband VDA nimmt man den Deal mit Genugtuung zur Kenntnis. «Bei der Entwicklung zum Leitmarkt muss Deutschland noch aufholen», sagt Chef und Ex-Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann über die E-Mobilität. «Deswegen sollten die Maßnahmen rasch umgesetzt werden.»

Die Branche, die bei ihrer international besonders konkurrenzfähigen Oberklasse sonst auf offene Märkte setzt, ist beim Thema E-Mobilität ganz wild auf öffentliche Gelder. Ein Grund: Deutschland fährt hier hinterher. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Staaten wie China oder Norwegen E-Fahrzeuge schon seit langem mit üppigen Anreizen fördern.

Hierzulande dürften nun vor allem Massenanbieter wie VW oder Renault Profiteure sein - zum Teil auch BMW und Daimler. Denn die Prämien sollen nur für Modelle mit einem Basis-Listenpreis von maximal 60 000 Euro gelten. Ein E-Golf etwa kostet in der Grundversion knapp 35 000 Euro, der BMW i3 liegt in einer ähnlichen Größenordnung. So lobten VW-Chef Matthias Müller und BMW-Lenker Harald Krüger den Beschluss einhellig.

Selbst abzüglich der Kaufprämie bleiben oft immer noch stolze Preise für «Otto Normalverdiener». Es gibt jedoch auch günstigere E-Autos. Der Renault Zoe ist ab 21 500 Euro zu haben, der Elektro-Smart für unter 20 000 Euro. Leer ausgehen werden wegen der 60 000-Euro-Grenze Käufer teurerer Modelle wie BMW i8 oder Porsche Cayenne E-Hybrid.

Und was sagen diejenigen Hersteller, die das Paket nicht zusammen mit der großen Koalition aushandeln durften? Opel sieht große Chancen: «Die Bundesregierung hat eine Weichenstellung vorgenommen, die wir mittragen und begrüßen.» 2017 wollen die Rüsselsheimer ein E-Auto «mit zukunftsweisender Batterie-Technologie» auf den Markt bringen, den Ampera-e. Die Batterien - häufig nur für kürzere Reichweiten ausgelegt - sind die Achillesferse der Elektromobilität schlechthin.

Auch ausländische Anbieter sind interessiert. «Selbstverständlich werden sich die internationalen Kraftfahrzeug-Hersteller in angemessener Form an der Finanzierung der Kaufprämie beteiligen», sagt der Chef des zuständigen Verbands VDIK, Volker Lange.

Renault will noch draufsatteln: Zusätzlich zum Zuschuss kündigten die Franzosen einen Rabatt von 1000 Euro für ihre Elektrowagen an. Sobald die Regeln im Detail bekannt sind, wolle Toyota beim Plug-in-Hybrid Prius den normalen Zuschuss gewähren, erklärte ein Sprecher. Käufer von Voll-Hybrid-Autos sollen ebenso in den Genuss der Prämie kommen. Der südkoreanische Hyundai/Kia-Konzern, der unter anderem den Kia Soul in den EU-Ländern anbietet, und Ford warten derweil noch ab.

Die Deutschen selbst bieten laut VDA derzeit etwa 30 Elektrofahrzeuge als Serienmodelle an - Hybride als Kombination aus Verbrennungsmotor und Stromantrieb inklusive. Bisher aber sind E-Autos vor allem teure Investitionen. «Ich glaube, es ist wahrscheinlich davon auszugehen, dass es heute keinen Hersteller gibt, der mit diesen Produkten Geld verdient», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche vor ein paar Monaten.

Bei alldem, so die Skeptiker des «Geschenks» an die Autoindustrie, dürfe man auch nicht das Kernproblem vergessen: die mangelnde Infrastruktur mit bundesweit nur 5800 öffentlichen Ladepunkten. Eine GfK-Umfrage ergab, dass gut die Hälfte der Befragten wegen des dünnen Netzes vorm Kauf zurückschrecken. «Mitentscheidend sind die Pläne für einen bedarfsgerechten Aufbau der Ladesäulen», sagt daher Martin Weyand vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Das Regierungskonzept sieht zwar den Ausbau des Ladenetzes für 300 Millionen Euro vor. Aber auch aus Verbraucherverbänden hagelt es Kritik. Das alles sei ein «Förderungsprinzip per Gießkanne», meint der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD): «Elektroautos unabhängig von ihrem Nutzwert und ihrem Energieverbrauch zu fördern, ist aus der Sicht des Klimaschutzes sinnfrei.» Klaus Müller vom Verbraucherzentralen-Bundesverband hat eine soziale Schieflage im Paket ausgemacht: «Die Kaufprämie kommt nur wenigen Verbrauchern zugute, die sich ohnehin so ein Auto leisten können.»

Mi, 2016-05-04 05:23
Indianapolis (dpa)

Ring frei! - Indiana ebnet den Weg für Duell Clinton gegen Trump Von Michael Donhauser, dpa

Politveteranin gegen Quereinsteiger, Frau gegen Mann - nach dem Rückzug des Republikaners Ted Cruz ist dies das einzig logische Duell um die Nachfolge Barack Obamas im Weißen Haus. Es ist angerichtet - für einen langen und wohl auch schmutzigen Kampf um das Oval Office.

Indianapolis (dpa) - In Indiana beschäftigen sich die Menschen in dieser Zeit des Jahres normalerweise hauptsächlich mit zwei Dingen: dem Wetterbericht, der im Frühjahr häufig Tornados ankündigt, und dem weltberühmten Autorennen, den 500 Meilen von Indianapolis. Doch 2016 ist alles anders: Der Bundesstaat im Mittleren Westen hat am Dienstag politische Geschichte geschrieben.

Ted Cruz hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner nach einer vernichtenden Niederlage in Indiana aufgegeben - die «Grand Old Party» wird, sollte nicht noch eine politische Sensation geschehen, mit dem Baulöwen Donald Trump an der Spitze in den Wahlkampf um die Nachfolge Barack Obamas ziehen und das Duell mit der Demokratin Hillary Clinton aufnehmen.

Damit ist der Vorwahlkampf in den USA praktisch beendet. Der letzte verbliebene Gegner bei den Republikanern liegt hinsichtlich der Delegierten abgeschlagen noch weit hinter Cruz und Marco Rubio, der schon vor Wochen ausgestiegen ist. Nach geltendem Reglement kann er nicht einmal aufgestellt werden, weil er nur einen und nicht die Mindestzahl von acht Staaten gewonnen hat.

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton mit Indiana zwar einen weiteren Staat an ihren hartnäckigen Widersacher Bernie Sanders verloren. Ob ihres riesigen Vorsprungs zweifelt jedoch kaum noch jemand ernsthaft an einer Kandidatur der Ex-Außenministerin.

Für Trumps Widersacher Ted Cruz war Indiana die Brandwand. Dort leben viele Bauern, gläubige Christen, Sozialkonservative - der Bundesstaat gehört zu den Regionen, wo einer wie Cruz auf fruchtbaren Boden trifft. «Hier müssen wir gewinnen», rief er wiederholt.

Doch die Brandwand ist eingestürzt. Und mit ihr das ganze Kartenhaus, das Cruz in den vergangenen Monaten aufgebaut hat. Gemeinsam mit einer Anti-Trump-Koalition der Republikaner hatte Cruz Unmengen Geld nach Indiana gepumpt, den Staat, in dem sich Kandidaten sonst kaum blicken lassen. Mithilfe von Computertechnik feilte er an Modellen, wie er die Delegierten auf dem Parteitag in einem zweiten Wahlgang auf seine Seite ziehen könnte. Indiana hat all das pulverisiert.

Cruz wollte die Alternative sein, zu der das Partei-Establishment greift, um Trump, den Ungeliebten, zu verhindern. Doch der Funke sprang nicht über. In einem wohl strategisch geplanten Verbalausfall beschimpfte der frühere Parlamentsvorsitzende John Boehner in der vergangenen Woche Cruz als Hurensohn, der den Teufel im Leib habe. Cruz hat sich als Senator bei den Republikanern den Ruf als Quertreiber erarbeitet, als jemand, dem keiner trauen kann. Der Hieb aus der Ecke, aus der eigentlich Hilfe kommen sollte - er saß.

Selbst Sprücheklopfer Donald Trump musste sich sehr mühen, um die verbale Breitseite aus Reihen des Establishments zu toppen. Am Wahltag schließlich gelang es ihm. Er zitierte einen Beitrag im Revolverblatt «National Enquirer» der den Vater des Texaners in die Nähe des John-F.-Kennedy-Attentats rückte. «Das hat ihm letztlich das Kreuz gebrochen», heißt es triumphierend aus dem Trump-Lager.

Nach Indiana musste Cruz - auch mit Blick auf die noch ausstehenden Staaten - einsehen: Es hat keinen Sinn mehr. Trumps absolute Mehrheit von 1237 Delegierten ist nicht mehr zu verhindern. In einem Luxushotel in Indianapolis nahm Cruz seine Frau Heidi, seinen Vater und seine beiden kleinen Töchter in den Arm, die Tränen flossen noch auf der Bühne. Wie der Ringrichter einen taumelnden Boxer wollte Cruz nach der erbitterten Schlammschlacht der vergangenen Tage wohl auch seine Familie vor weiterem Schaden schützen.

Nun also Trump. Der 69 Jahre alte Seiteneinsteiger, der bisher nie in ein Amt gewählt worden war, sieht sich an der Spitze nicht nur einer Partei, sondern einer «unglaublichen Bewegung», wie er selbst in einer ungewöhnlich sanften Siegesrede sagte. Und seine Anhänger glauben ihm, versteigen sich zu geradezu irrwitzigen Folgerungen. «Er wird mehr Frieden für die Welt bringen», sagt Julie Davies (58) aus Carmel bei Indianapolis. «Wenn wir stärker werden, wird auch der Rest der Welt stärker.»

Im Ausland wird Trumps mutmaßliche Kandidatur dagegen als großes Risiko für die friedliche Balance in der Welt gesehen - auch angesichts teils kruder außenpolitischer Thesen unter dem Dachmotiv «America First». «Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an den Realitäten vorbeigeht», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier kürzlich mit wenig diplomatischer Zurückhaltung. CDU-Außenexperte Norbert Röttgen sprach von einem potenziellen Risiko.

Trumps Kampf gegen Clinton wird nach übereinstimmender Meinung der Demoskopen deutlich härter als der gegen ein Feld wenig überzeugender Mitbewerber bei den Republikanern. Seine Stärke war bisher auch eine personelle und programmatische Schwäche der konservativen Partei. Die meisten Schwarzen und viele Latinos wählen in den USA aber traditionell demokratisch, wahlberechtigte Frauen sind Trump gegenüber sehr zurückhaltend.

Nach einer Berechnung der «Washington Post» braucht Clinton am 8. November nur jene 19 Staaten zu gewinnen, die die Demokraten in den zurückliegenden sechs Wahlen immer gewonnen haben - plus Florida. Dort führt sie in Umfragen mit 13 Punkten vor Trump. Der hat in diesem Wahlkampf allerdings schon mehrfach die Meinungsforscher eines Besseren belehrt.

Mi, 2016-05-04 06:00
Berlin (dpa)

Grillscouts sollen in Stadtparks für geordnetes Brutzeln sorgen

Sobald die Abende lauer werden, qualmen an Flussufern und in Parks die Grills. Zurück bleiben oft Müllberge. Riesige Container und Aufpasser sollen Grill-Fans zur Ordnung zwingen.

Berlin (dpa) - Was als kleines Würstchen-Picknick oder Grill-Party auf den Wiesen der Republik beginnt, endet häufig so: Am nächsten Morgen liegen Aluschalen neben Steakresten und angebrochenen Dosen mit Maiskolben. Auf verbranntem Rasen, denn Einweggrills sind beliebt, obwohl oft verboten. Viele Städte greifen deshalb auf private Sicherheitsdienste und Studenten zurück, die auf ihren Touren die Grill-Freunde ermahnen und wildes Brutzeln abbrechen sollen.

Um das Müllproblem etwas einzudämmen, hat zum Beispiel Bremen vor einiger Zeit eine Grillwiese inklusive gemauerter Grillstellen ausgewiesen. Wer sich nicht daran hält, wird von den Grillscouts angesprochen - vier Studenten, die Müllbeutel und Infoblätter verteilen. «Wir haben festgestellt, dass es nicht ausreicht, Schilder aufzustellen», sagt Gerhard Bomhoff vom Werdersee-Verein. Die Situation habe sich seitdem etwas gebessert.

Für Recht und Ordnung sorgt in München ein privater Sicherheitsdienst, der je nach Bedarf allein an der Isar bis zu 22 Wachleute losschickt. Zuletzt waren die Trupps nur bei gutem Wetter unterwegs. Weil manche Besucher bei Regen aber kurzerhand unter Brücken grillten, laufen sie nun auch an Schlecht-Wetter-Tagen Patrouille. Im vergangenen Jahr verursachten Grill-Fans in der bayerischen Landeshauptstadt bis zum Herbst 150 Tonnen Abfall und rund 5000 Euro Reinigungskosten pro Woche. In einigen Städten fahren die Stadtreinigungen im Sommer Sonderschichten.

Bußgelder verhängen dürfen die Müllscouts meist nicht, dafür sind Polizei und Ordnungsamt zuständig. Wen die Frankfurter Stadtpolizei bei ihren Kontrollen durch die Parks dabei erwischt, wie er seinen Müll liegen lässt, muss mit einem Ordnungsgeld von durchschnittlich 50 Euro rechnen und die Kosten fürs Saubermachen zahlen. Manchmal bleibt es auch bei einer mündlichen Verwarnung.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin gibt es drei große Flächen mit Hinweisschildern zum Grillen. Neben den Scouts sollen zusätzliche Container dazu animieren, den Müll ordentlich zu entsorgen. «Das Problem ist nicht das Grillen selbst, sondern, dass die Leute ihre Hinterlassenschaften nicht wegräumen und sich nicht an die Regeln halten», sagt Jens-Holger Kirchner (Grüne). Der Bezirksstadtrat von Pankow ist für den Mauerpark zuständig: Hier sollen 1100-Liter-Container gegen die Müllberge helfen.

Weil sie hässliche Brandflecken auf dem Rasen hinterlassen, sind Einweggrills auf vielen städtischen Wiesen verboten - zum Beispiel in Leipzig. Wer hier ein Lagerfeuer anzünden will, kann das an einem der drei offiziell ausgewiesenen Grill- und Feuerplätze tun.

In eine andere Richtung gehen Ideen aus Nordrhein-Westfalen, die verbranntem Gras und Kohleresten vorbeugen könnten: Elektrogrills. Die Kölner CDU-Fraktion will im Stadtteil Nippes in einem Pilotprojekt Elektrogrills aufstellen. Sie sollen per Münzeinwurf bedient werden. Auch in Düsseldorf wird diese Idee diskutiert. Die Stadtverwaltung prüft, ob es sinnvoll wäre, an beliebten Plätzen kostenpflichtige Elektro-Grills aufzustellen.

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Mi, 2016-05-04 05:34
(dpa)

Firmen nach Schlammkatastrophe in Brasilien auf Milliarden verklagt

Brasília (dpa) - Nach der schlimmsten Umweltkatastrophe in Brasiliens Geschichte hat die Generalstaatsanwaltschaft die Verantwortlichen auf Schadenersatz in Höhe von 155 Milliarden Reais (38 Mrd Euro) verklagt. Damit sollen das brasilianische Unternehmen Vale, der australisch-britische Bergbaukonzern BHP, ihr Joint Venture Samarco sowie die Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo für die Säuberungsarbeiten aufkommen und den entstandenen Schaden ersetzen, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Im November vergangenen Jahres war der Damm eines Rückhaltebeckens in einem Bergwerk von Samarco bei der Stadt Mariana gebrochen. Der Fluss Rio Doce wurde über Hunderte Kilometer hinweg kontaminiert, Schlammmassen flossen bis in den Atlantik hinein. Bei dem Unglück kamen 17 Menschen ums Leben.

Zuletzt hatte sich Samarco mit der brasilianischen Regierung bereits auf die Zahlung von umgerechnet rund 4,6 Milliarden Euro Schadenersatz geeinigt. Die Übereinkunft trage den Opfern der Umweltkatastrophe aber nicht ausreichend Rechnung und verletzte verfassungsmäßige Rechte, kritisierte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag.

Die Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo haben sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft durch Unterlassung mitschuldig gemacht. Sie hätten demnach besser auf die Einhaltung der Sicherheits- und Umweltstandards achten müssen.

Mi, 2016-05-04 05:30
Berlin (dpa)

Weniger Abfall nach dem Grillen - Städte setzen auf Müllscouts

Berlin (dpa) - Viele deutsche Städte kämpfen mit sogenannten Grillscouts gegen Müllberge in Parks. Private Sicherheitsdienste und Studenten sollen auf ihren Touren - ausgestattet mit Müllbeuteln und Infoblättern - die Grill-Fans ermahnen und wildes Brutzeln abbrechen. Oft müssen die Stadtreinigungen im Sommer Sonderschichten fahren, um den Müll zu entsorgen. Im vergangenen Jahr verursachte das Grillen etwa in München bis zum Herbst 150 Tonnen Abfall und durchschnittlich 5000 Euro Reinigungskosten pro Woche. Bußgelder verhängen dürfen die Scouts meist nicht. Dafür sind Polizei und Ordnungsamt zuständig. In vielen Städten gibt es mittlerweile ausgewiesene Grillzonen in Parks, Wäldern und an Flussufern.

Mi, 2016-05-04 04:35
Stuttgart (dpa)

Verteidigungsminister beraten über Ausweitung des Kampfes gegen IS

Wie geht es weiter im Kampf gegen den IS? Und was wird aus den Friedensgesprächen für Syrien? Um diese beiden Fragen geht es am Mittwoch bei Beratungen in Stuttgart und Berlin.

Stuttgart (dpa) - US-Verteidigungsminister Ashton Carter berät am Mittwoch in Stuttgart mit Amtskollegen aus zehn Ländern über eine Ausweitung des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dabei soll es nicht nur um Syrien und den Irak gehen, wo der IS sich am stärksten ausgebreitet hat. Auch das Erstarken der Islamisten in Libyen soll Thema sein.

In Berlin will Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) unterdessen die stockenden Friedensgespräche für Syrien wieder in Gang bringen. Deshalb empfängt er den syrischen Oppositionsführer Riad Hidschab, den UN-Sondergesandte Staffan de Mistura sowie Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. Bei dem Treffen in der Villa Borsig am Tegeler See soll es vor allem um die Voraussetzungen gehen, unter denen die Genfer Friedensverhandlungen fortgesetzt werden können.

Diplomaten in New York richteten sich zudem auf eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Mittwoch wegen der jüngsten Eskalation in Syrien ein. Trotz Waffenruhe hatte die Gewalt zuletzt wieder massiv zugenommen, vor allem im nordsyrischen Aleppo. Die Opposition macht dafür das Regime von Machthaber Baschar al-Assad verantwortlich. Aus Protest gegen die Eskalation waren die Regimegegner in der vorvergangenen Woche von den Genfer Friedensgesprächen abgereist.

Nach Angaben des Assad-Regimes attackierten Rebellen in Aleppo am Dienstag ein Krankenhaus und töteten dabei mindestens drei Frauen. US-Außenminister John Kerry sagte dazu: «Es gibt keine Rechtfertigung für solche Gewalt und Brutalität, egal von welcher Seite.» Die USA riefen alle Beteiligten eindringlich auf, alles zu tun, um die Gewalt zu beenden. «Ich weiß, dass das Geduld verlangt», sagte Kerry.

Die elf Verteidigungsminister, die in Stuttgart zusammenkommen, gehören alle der internationalen Allianz gegen den IS mit insgesamt mehr als 60 Staaten an. Seit September 2014 hat die Koalition nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe in Syrien und im Irak geflogen. In Libyen ist sie bislang nicht aktiv.

Deutschland beteiligt sich mit Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak und mit der Ausbildung kurdischer Soldaten am Kampf gegen den IS. Zudem unterstützen sechs «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug die Luftangriffe. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird an dem Treffen in Stuttgart teilnehmen.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Außerdem Interessant

Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Mi, 2016-05-04 04:58
Indianapolis (dpa)

US-Wahlkampf: Trump vor Kandidatur - Cruz gibt auf - Clinton verliert

Donald Trump ist fast am Ziel, sein ärgster Rivale bei den Republikanern wirft hin. Die Demokraten kämpfen hingegen noch erbittert, Clinton unterliegt auch in Indiana gegen Sanders. Tritt sie dennoch im Duell ums Weiße Haus gegen Trump an?

Indianapolis (dpa) - Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner wird 2016 aller Voraussicht nach Donald Trump heißen. Sein ärgster Konkurrent Ted Cruz, Senator von Texas, beendete in der Nacht zum Mittwoch seinen Wahlkampf. Damit ist der Weg für Trump als Kandidat seiner Partei für das Weiße Haus frei. Der politische Quereinsteiger gewann die Vorwahl im Bundesstaat Indiana hoch. Bei den Demokraten verlor Hillary Clinton gegen Bernie Sanders.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus schrieb auf Twitter, Trump sei der «anzunehmende Kandidat» für die Präsidentschaftswahl im Herbst. Er rief seine Partei zur Einheit auf: «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen.»

Die frühere Außenministerin und First Lady verlor auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten in Indiana überraschend und entgegen aller Umfragen mit etwa sechs Prozentpunkten Abstand. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das wenig Einfluss, weil die Delegierten in Indiana anteilig nach Stimmen vergeben werden. Und Clinton liegt immer noch viele hundert Delegierte vor Sanders.

Ihr Abschneiden macht aber einmal mehr deutlich, dass auch viele Anhänger der Demokraten sie nicht als überzeugende Kandidatin sehen. Clinton gilt vielen als zu etablierte Politikerin mit zu wenigen neuen Ideen.

Anders Sanders: Auch in Indiana schnitt ihr Rivale, der sich selber als demokratischen Sozialisten bezeichnet, besonders gut bei jungen Wählern ab. «Das zeigt, dass unsere Ideen für die Zukunft Amerikas und für die Zukunft der demokratischen Partei stehen», sagte er am Abend. Sanders will möglicherweise auf dem Parteitag in Philadelphia eine Kampfabstimmung suchen.

Für die beispiellose Kandidatensuche der Republikaner galt Indiana als ein Scheidepunkt. Cruz hätte die Wahl unbedingt gewinnen müssen, um noch eine echte Chance zu haben, Trump als Kandidaten zu verhindern. Er landete aber bei nur etwa 37 Prozent, ein Abstand auf Trump von etwa 17 Punkten. John Kasich, Gouverneur von Ohio, holte gar nur rund 8 Prozent und dürfte keine Rolle mehr spielen.

Trump hatte vor der Wahl in Indiana gesagt: «Wenn wir hier gewinnen, ist es vorbei.» Cruz scheiterte mit dem Versuch, sich als Alternativkandidat gegen ihn zu positionieren. Die Unterstützung von Teilen des Partei-Establishments dafür war ebenso brüchig wie der kurze Nichtangriffspakt, den Cruz mit Kasich eingegangen war. Beide wollten eine Kampfabstimmung auf dem Nominierungs-Parteitag der Republikaner im Juli in Cleveland als letzte Chance nutzen.

Trump, der nie zuvor ein politisches Amt bekleidet hat, kann sich nun ohne große Mühe in den verbleibenden neun Vorwahlentscheidungen seiner Partei die entscheidende Mehrheit von 1237 Delegierten der Republikaner sichern. In Indiana holte er voraussichtlich alle Delegierten und liegt nun bei deutlich mehr als 1000.

Gewählt wird unter anderem noch in New Jersey, West Virginia und in Kalifornien, dem größten Vorwahlstaat überhaupt.

Das Establishment der Republikaner und auch viele Gliederungen der Partei stehen zwar ausweislich vieler Umfragen nicht hinter Trump. Sie konnten sich bislang aber auf keinen wirksamen Plan einigen, ihn aufzuhalten.

Vor der Wahl in Indiana hatten Trump und Clinton ihren Blick bereits über den Staat hinaus gerichtet. Beide stellen sich auf einen erbitterten Zweikampf um das Weiße Haus ein. Und beide bereiten sich bereits mit internen Strategen und externen Beratern auf ein Duell vor.

Sanders, Senator von Vermont, will gleichwohl bis zum Ende der Vorwahlen im Rennen bleiben. Er sagt, er wolle auf dem Parteitag in Philadelphia eine Entscheidung suchen. Das erscheint ob der Mehrheitsverhältnisse zwar unwahrscheinlich, ist Clinton doch der nötigen Mehrheit von 2383 Delegierten deutlich näher als er. Angesichts dessen, wie der Wahlkampf 2016 bisher insgesamt verlaufen ist, scheint aber kaum noch etwas unmöglich.

Mi, 2016-05-04 04:45
München (dpa)

Außergerichtliche Aufklärung: Die NSU-Untersuchungsausschüsse

München (dpa) - Im NSU-Prozess geht es - einfach gesagt - vor allem um die Schuld oder Unschuld der fünf Angeklagten. Trotzdem müht sich das Gericht, die Hintergründe der Mord- und Terrorserie genau aufzuklären. Genau das wollten und wollen auch parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern. Ein Überblick:

- Nachdem ein erster Untersuchungsausschuss des BUNDESTAGES im August 2013 das kolossale Versagen der Sicherheitsbehörden feststellte, ist seit 24. November 2015 ein zweiter Ausschuss bei der Arbeit. Er soll sich vor allem auf das Umfeld und die Unterstützer des Terrortrios konzentrieren und die Rolle von V-Leuten ins Visier nehmen. Auch mögliche neue rechtsterroristische Strukturen sollen untersucht werden. 

- Der THÜRINGER Landtag arbeitet seit Anfang 2015 in zweiter Runde die Versäumnisse der Behörden auf. Der erste Untersuchungsausschuss hatte 2014 seinen fast 1900 Seiten umfassenden Abschlussbericht vorgelegt - und unter anderem dem Thüringer Verfassungsschutz schwere Fehler bei der Suche nach dem NSU-Terrortrio vorgeworfen. Aktuell werden die Geschehnisse nach dem Auffliegen des NSU aufgearbeitet. Es geht um die Frage, was genau am 4. November 2011 in Eisenach geschah, als das ausgebrannte Wohnmobil mit den Leichen der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefunden wurde.

- Auch in SACHSEN befasst sich ein zweiter Untersuchungsausschuss mit dem NSU-Komplex. Anders als beim Ausschuss in der vorangegangenen Legislatur, der sich vor allem mit der Frage beschäftigte, warum das Terror-Trio so lange unentdeckt bleiben konnte, steht nun die Zeit nach dem Auffliegen des NSU im Zentrum der Untersuchung. Nach neuen Medienberichten über NSU-Mitwisser im Umfeld des Verfassungsschutzes wollen die sächsischen Abgeordneten auch den Präsidenten des Bundesamtes, Hans-Georg Maaßen, und dessen Vorgänger befragen.

- In BADEN-WÜRTTEMBERG hat der erste Untersuchungsausschuss zum NSU-Komplex im Februar seine Arbeit beendet. Das Landtagsgremium hält die Polizistin Michèle Kiesewetter für ein Zufallsopfer des NSU. Es gebe auch keine begründeten Zweifel daran, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Täter gewesen seien. Die Fraktionen haben aber vereinbart, im neuen Landtag einen zweiten Ausschuss einsetzen zu wollen, um Bezüge des NSU zum Südwesten intensiver zu durchleuchten.

- In HESSEN beschäftigt sich seit rund zwei Jahren ein Ausschuss mit den Ermittlungen nach der Ermordung des deutsch-türkischen Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat im Jahr 2006 in Kassel. Am Tatort war auch Verfassungsschützer Andreas Temme. Er surfte nach eigenen Angaben privat im Internet, von der Tat habe er nichts bemerkt. Temme war unter Tatverdacht, die Ermittlungen wurden später eingestellt. Bei der Aufklärungsarbeit des Ausschusses geht es um den Verdacht, dass damals Verfassungsschutz und Polizei eher gegeneinander als miteinander gearbeitet haben. Bislang ist das Gremium bei seiner Arbeit noch keinen entscheidenden Schritt vorangekommen.

- In NORDRHEIN-WESTFALEN hat der Ausschuss seine Arbeit Ende 2014 aufgenommen und seitdem in 35 Sitzungen auch zahlreiche Zeugen und Experten befragt. So wurden etwa Sprengstoff-Fachleute, einstige Ermittler, Verfassungsschützer oder auch ein V-Mann vernommen. Im vergangenen Herbst entschuldigte sich der frühere NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) bei den Opfern des NSU-Terrors. Der Düsseldorfer Ausschuss untersucht schwerpunktmäßig das Nagelbombenattentat 2004 in Köln mit 22 Verletzten, den Mord an einem türkischen Kioskbesitzer in Dortmund 2006, aber auch ein mögliches Behördenversagen.

- Der BRANDENBURGER Landtag hat am Freitag einstimmig einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der mögliche Versäumnisse des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit der NSU-Mordserie aufklären soll. Der Ausschuss soll aufklären, ob die Behörde 1998 Hinweise ihres V-Manns «Piatto» auf drei Skinheads, die sich bewaffnen und abtauchen wollten, nicht ausreichend an die Kollegen in anderen Bundesländern und beim Bund weitergegeben hat.

- In BAYERN hat ein Untersuchungsausschuss seine Arbeit 2013 beendet. Das Fazit: Bei den bayerischen Behörden - Polizei, Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaften - gab es in den Ermittlungen nach den Morden in München und Nürnberg viele Versäumnisse, Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzungen. Aber den einen, alles entscheidenden Fehler, ohne den man die Terroristen vielleicht geschnappt hätte, gab es wohl nicht.

Mi, 2016-05-04 04:40
Damaskus/Stuttgart (dpa)

Was hat die Allianz gegen den IS erreicht? Von Jan Kuhlmann und Michael Fischer, dpa

Mehr als 60 Länder haben sich gegen den IS verbündet. Sie haben zwar einige Erfolge erzielt. Besiegt ist die Terrormiliz aber noch lange nicht. Muss mehr getan werden?

Bagdad/Damaskus/Stuttgart (dpa) - Als Reaktion auf den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak verkündete US-Präsident Barack Obama im September 2014 eine breite Koalition gegen die Extremisten. Am Dienstag berät US-Verteidigungsminister Ashton Carter in Stuttgart mit zehn seiner Amtskollegen über zusätzliche Maßnahmen.

Wieviele Länder sind an der Koalition gegen den IS beteiligt?

Zu dem Bündnis gehören mehr als 60 Staaten, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Auch Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis angeschlossen. Allerdings sind nicht alle Staaten aktiv an Kampfeinsätzen gegen die Extremisten beteiligt.

Wie geht die Allianz gegen die Terrormiliz vor?

Seit Herbst 2014 hat die Koalition nach eigenen Angaben fast 12 000 Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak geflogen. Für 9000 davon war die US-Luftwaffe verantwortlich. Aber auch Jets aus Frankreich, Großbritannien, Saudi-Arabien, Jordanien, den Emiraten, der Türkei und anderen Staaten bombardierten den IS.

US-Spezialkräfte unterstützen im Norden Syriens kurdische Kämpfer. Das US-Militär und seine Verbündeten bilden im Irak außerdem das irakische Militär sowie kurdische Peschmerga-Kämpfer aus.

Bekämpft die Allianz den IS auch in Libyen?

Bislang nicht. Allerdings steht ein Kampfeinsatz gegen die Extremisten in Libyen seit längerem zur Debatte. Der IS hat sich das Bürgerkriegschaos in dem nordafrikanischen Land zunutze gemacht, um dort große Gebiete unter Kontrolle zu bringen. Je mehr der IS in Syrien und im Irak unter Druck gerät, desto mehr dürfte Libyen zu einem Rückzugsgebiet für die Terrormiliz werden.

Gibt es noch andere Länder, in denen der IS erstarkt?

Die Extremisten haben mittlerweile in vielen Ländern Fuß gefasst. Stark sind sie unter anderem auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel, wo die Terrorgruppe «Ansar Bait al-Makdis» («Unterstützer Jerusalems») dem IS einen Treueeid geleistet hat. Auch in Tunesien, im Jemen und in Saudi-Arabien ist die Terrormiliz seit längerem aktiv. Sie bekannte sich außerdem zu Anschlägen in Indonesien und Somalia. Auch für Attentate in der Türkei soll sie verantwortlich sein.

Welche Erfolge hat die Anti-IS-Allianz vorzuweisen?

In Syrien und im Irak ist der IS massiv unter Druck geraten. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus der westirakischen Provinzhauptstadt Ramadi zu vertreiben. Zudem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden.

Allerdings kontrolliert der IS noch immer große Gebiete in Syrien und im Irak. Eine von Bagdad verkündete Offensive auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul ist bislang kaum vorangekommen, weil es der irakischen Armee noch immer an Schlagkraft fehlt.

Was trägt Deutschland zur Allianz bei?

Die Bundeswehr lieferte den Kurden im Nordirak seit September 2014 insgesamt 1800 Tonnen Waffen und Ausrüstung. Dazu zählen 20 000 Gewehre und 1000 Panzerabwehrraketen. In den nächsten Wochen soll Nachschub geliefert werden. Rund 130 deutsche Soldaten bilden die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak aus.

Zudem unterstützen sechs «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge und ein Tankflugzeug die Luftangriffe der internationalen Allianz gegen den IS. Die «Tornado»-Jets starten vom türkischen Incirlik aus. Derzeit sind 230 Soldaten bei der Operation im Einsatz.

Worum geht es bei dem Treffen in Stuttgart?

US-Präsident Barack Obama hat Europa und die Nato bei seinem Besuch in Hannover vor einer Woche aufgefordert, sich stärker in Syrien und im Irak zu engagieren. «Europa und die Nato können noch mehr tun», sagte er. Mehr Länder sollten zum Kampf gegen den IS, zur Ausbildung seiner Gegner und zum Wiederaufbau beitragen.

Die USA sind bereits vorangeschritten und haben angekündigt, bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien zu schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen.

US-Verteidigungsminister Carter hat am Dienstag angekündigt, dass es bei den Gesprächen in Stuttgart auch um Libyen gehen soll. Details hat er aber nicht genannt.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Mi, 2016-05-04 04:34
Washington (dpa) 

Radikal, laut, erfolgreich: Donald Trump ist fast am Ziel Von Martin Bialecki und Gabriele Chwallek, dpa

Er hat beleidigt, gelogen und gehetzt: Donald Trump hat sich im US-Wahlkampf Dinge geleistet, die jeden anderen zu Fall gebracht hätten. Stattdessen steht er nun vor einem lange kaum für möglich gehaltenen Triumph.

Washington (dpa) - Er will Amerika wieder groß machen. Und reich. Und das Militär «mächtig, unglaublich». Alle haben ihn unterschätzt, kaum jemand nahm ihn wirklich ernst. Dann begann Donald John Trump zu siegen. Staat für Staat, Vorwahl für Vorwahl gewann er. Nun scheint er tatsächlich am Ziel: Die Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei 2016 ist ihm faktisch nicht mehr zu nehmen.

Donald Trump ist Ex-Demokrat, Ex-Unabhängiger und Ex-Präsidentschaftsbewerber der Reform Party. Seit dem Sommer 2015 brüllt und holzt er als rechtskonservativer Populist. Damit hat er sehr viel mehr Erfolg als fast alle gedacht haben.

Groß ist gut, und Wohlstand ist Erfolg: So denkt Trump. Sich selbst hat der Mann mit der berühmten blonden Föhnfrisur als Immobilienmogul und TV-Reality-Star mit einem gewaltigen Firmenimperium zum Multimilliardär gemacht.

«The Donald» war noch nie für Bescheidenheit oder sprachliche Finesse bekannt. Großspurigkeit ist sein Markenzeichen, aber das stört weder ihn noch seine Anhänger. Sie sichert ihm die Aufmerksamkeit der amerikanischen Medien, die er braucht und die seine Wahlkampagne seit Monaten bestens nährt.

Nicht nur US-Medien, auch ausländische Beobachter schwanken zwischen Fassungslosigkeit und Faszination. Sie halten Trumps Radikalität für gefährlich, hinterfragen aber lange nicht immer in der nötigen Tiefe.

Trump sei größenwahnsinnig, heißt es in vielen Kommentaren. Ein Napoleon. Der Putin Amerikas. Ein Clown. Vulgär. Grell. Aber kein Sender will an ihm vorbei. Trump kann machen, was er will, alles wird live übertragen, kein Kandidat bekommt mehr Aufmerksamkeit. Er ist auf allen Kanälen, dazu twittert er noch wie kein Zweiter. Kritik perlt an ihm ab, berührt ihn nicht, er keilt unbeirrt zurück.

Nur wenn ihm jemand ins Gesicht sagt, was er von ihm hält, zeigt er sich erstaunlich dünnhäutig. Er gilt als nachtragend, leicht beleidigt, Gegner sagen ihm ein kindisches Gemüt nach.

Neben der eigenen Großartigkeit ist in diesem Wahlkampf die Einwanderung Trumps Lieblingsthema. Er will eine wirklich «schöne Mauer» an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, um illegale Einwanderer fernzuhalten. Bezahlen soll sie Mexiko.

Trotz aller harschen Urteile spricht niemand Trump ab, dass er einen scharfen Verstand und unternehmerische Gewitztheit besitzt. Seine Karriere spreche für sich, heißt es. Trump stuft sich als «wirklich klugen Menschen» ein. Und außerdem sei ja für alle sichtbar: «Ich sehe gut aus.»

Zu Wahlkampfstopps fliegt er mit seinem eigenen Trump-Flugzeug ein, das beeindruckt viele potenzielle Wähler. Er sagt: «Alle lieben mich.» Originalton: «Ich werde der beste Präsident in Sachen Arbeitsplätze sein, den Gott erschaffen hat.»

Geboren wird Trump am 14. Juni 1946 in New York als viertes von fünf Kindern der Eheleute Frederick und Mary Trump. Ihnen schickt er Jahrzehnte später nach praktisch jedem Vorwahlsieg einen Gruß in den Himmel, so auch wieder in Indiana.

Donald muss ein selbstbewusster Junge gewesen sein, nicht leicht zu zähmen. So schicken ihn die Eltern mit 13 auf eine Militärakademie. Dort schneidet er gut ab, er studiert an den Unis von Fordham und Pennsylvania und macht seinen Wirtschaftsabschluss - allerdings keineswegs so glänzend, wie Trump immer behauptet.

Vater Fred, Sohn deutscher Einwanderer, verdiente selbst in der Baubranche Millionen. Donald steigt nach dem Studium ins Geschäft ein. 1974 wird er Präsident des Unternehmens, gibt ihm den Namen Trump Organization. Es folgen Investitionen in diverse Hotels, Casinos und Gebäude mit Luxus-Apartments.

Zusätzlich reich machen Trump Rechte an Miss-Wahlen sowie seine Rolle in der TV-Reality-Show «The Apprentice», aus der später die Serie «The Celebrity Apprentice» erwächst, dazu kommen mehrere Biografien, eigene Möbel- und Modemarken.

Längst nicht alles läuft glatt. In vier Fällen muss Trump Insolvenz anmelden, kann jedoch jedes Mal erfolgreich umstrukturieren. Das Magazin «Forbes» siedelte sein Vermögen bei vier Milliarden Dollar an, Bloomberg bei 2,9 Milliarden - Trump selbst bei zehn.

Dreimal verheiratet, sorgen Trumps Ehen mit glamourösen Frauen und zwei Scheidungen für Schlagzeilen. 1977 heiratet er das tschechische Model Ivana Zelnickova. Mit ihr hat er drei Kinder, darunter Ivanka, heute Ex-Model, Geschäftsfrau und eine seiner wichtigsten Beraterinnen. 1993 ehelicht er die Schauspielerin Marla Maples. 1997 geht auch diese Verbindung in die Brüche.

Ehefrau Nummer 3 wird 2005 das Model Melania Knauss. Mit Maples und Knauss hat Trump zwei weitere Sprösslinge.

Als er Melania vor den Traualtar führt, gehört Hillary Clinton zu den Gästen, heute als demokratische Präsidentschaftsbewerberin erbittert von ihm angefeindet. Dies ist ein Beispiel dafür, wie Trump seine Meinungen immer wieder krass ändert, oft um 180 Grad. Ihm wird reinster Opportunismus vorgehalten.

Ob bei Abtreibung, Steuern, Gesundheitsreform oder Waffengesetzen - oft klang Trump eher wie ein Liberaler. Und nicht wie der Erzkonservative, den er heute so laut und heftig gibt. Das polternde Auftreten, mit dem er nun so erfolgreich ist, trägt ihn wohl bis zur Kandidatur für das Weiße Haus. Auch wenn seine Umfragewerte im direkten Vergleich mit der wahrscheinlichen Konkurrentin Clinton miserabel sind: Unterschätzen wird ihn nun wohl niemand mehr.

Mi, 2016-05-04 04:10
York/Kairo (dpa)

Zwei Tote pro Minute: So gefährlich ist der globale Straßenverkehr

New York/Kairo (dpa) - Auf den Straßen der Welt gibt es zwar immer weniger Unfälle. Doch noch immer sterben sehr viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO kamen 2013 rund 1,25 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben - das sind statistisch gesehen mehr als zwei Tote pro Minute. Jeder zweite Verkehrstote war Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger.

Die Zahl der Verletzten ist naturgemäß schwerer zu ermitteln: Nicht jeder geht mit Blessuren zum Arzt oder zur Polizei. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Menschen im Straßenverkehr verletzt werden.

Laut WHO ließen sich diese Zahlen leicht reduzieren. In den wenigen Ländern, in denen Helm- und Gurtpflicht, Promillegrenzen und innerorts Tempolimits gelten, kommen weit weniger Menschen ums Leben.

So aber sind Verkehrsunfälle bei den 15- bis 29-Jährigen die mit Abstand häufigste Todesart. 90 Prozent aller Verkehropfer starben in Entwicklungs- und Schwellenländern - und das, obwohl in diesen Ländern nur gut die Hälfte aller Autos fahren. Am gefährlichsten ist der Straßenverkehr in Afrika, am sichersten in Europa.

Im Jahr 2014 kamen in Deutschland 3377 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Obwohl die Zahl stieg, ist sie die zweitniedrigste seit 1950. Der Anstieg ist laut dem Statistischen Bundesamt wohl auf die milden Temperaturen zurückzuführen: Im Jahr 2014 verunglückten besonders viele Rad- und Motorradfahrer.

Mi, 2016-05-04 04:30
München (dpa)

Drei Jahre NSU-Prozess: Urteil gegen Zschäpe vor Weihnachten? Von Christoph Lemmer, dpa

Neun ermordete Kleingewerbler, erschossen aus Ausländerhass. Außerdem eine tote Polizistin, Mordmotiv unklar. Seit drei Jahren steht Beate Zschäpe für die NSU-Verbrechen vor Gericht. Vieles ist aufgeklärt, manches bleibt wohl offen. Die Richter wollen fertig werden.

München (dpa) - Drei Jahre ist es nun her. Vor dem kolossalen 70er-Jahre-Zweckbau der Münchner Justiz mitten in der bayerischen Landeshauptstadt drängen sich am 6. Mai 2013 mehr als hundert Schaulustige und Journalisten. Im fensterlosen Verhandlungssaal wird der Platz knapp. Die große Empore mit 100 Zuschauerplätzen ist bald gefüllt. Die Wachleute schließen den Zugang. Etliche bleiben draußen und verpassen den ersten Tag im NSU-Prozess.

Seitdem sind nicht nur drei Jahre vergangen, sondern auch Hunderte Zeugen befragt, Tausende Aktenseiten studiert und Hunderte Anträge gestellt worden. Jeder der knapp 300 Prozesstage kostete geschätzt 150 000 Euro, der gesamte Prozess somit bisher deutlich über 40 Millionen Euro. Zwei Richter schieden aus, ihre Sitze nahmen Ersatzrichter ein, von denen der Senat vorsorglich drei bestellt hatte. Einer ist auf den Reserveplätzen noch übrig. Das muss reichen, sonst müsste alles von vorn beginnen.

Genau darauf sind zwei der Angeklagten wohl aus: Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben. Unter den fünf Beschuldigten sind sie die einzigen, die in U-Haft sitzen, und zwar seit dem Auffliegen des NSU-Trios im November 2011. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überfielen damals eine Bank in Eisenach. Sie wurden ertappt, als sie auf Fahrrädern in ein Wohnmobil flüchteten. Als die Polizei sich näherte, fielen Schüsse, die beiden wurden tot gefunden. Beate Zschäpe, die fast 14 Jahre mit ihnen verbrachte, fuhr einige Tage scheinbar ziellos mit der Bahn umher und stellte sich dann der Polizei.

Würde der Prozess ausgesetzt und müsste von vorn beginnen - Zschäpe und Wohlleben hoffen wohl darauf, in diesem Fall aus der U-Haft entlassen zu werden. Aber diese Hoffnung dürfte trügen. Gerade erst hat das Gericht einen solchen Antrag abgelehnt. Ein weiterer, gestellt von Zschäpes Wahlverteidiger Hermann Borchert, ist noch offen. Stattdessen versucht das Gericht, Tempo zu machen. Seit einiger Zeit fällt immer häufiger das Wort Beschleunigungsgrundsatz.

Der besagt, dass ein Strafprozess mit inhaftierten Angeklagten so fix wie möglich durchgezogen werden muss, damit sich die U-Haft nicht endlos hinzieht. Denn U-Häftlinge sind keine verurteilten Straftäter, sondern Angeklagte. Und für die hat die Unschuldsvermutung zu gelten.

Einerseits also beschleunigt das Gericht. Serienweise lehnt der Senat seit Monaten neue Beweisanträge ab, meist mit der Begründung, sie würden selbst im ärgsten Fall nichts Neues mehr beitragen. Gleichzeitig hat das Gericht damit begonnen, zahllose Schriftstücke - Durchsuchungsbeschlüsse, Behördengutachten, Ermittlungsvermerke - vorzulesen und damit als Beweismittel einzuführen: ein Indiz dafür, dass es die Beweisaufnahme beenden will.

Andererseits hat es alle Umstände aufzuklären, die für das Urteil relevant sein können. Schließlich geht es um zehn Morde, fast alle aus rassistischen Motiven, dazu zwei angeklagte Sprengstoffanschläge mit vielen Verletzten. Terror-Verbrechen, begangen mutmaßlich von zwei fanatischen und militanten Neonazis, die länger als ein Jahrzehnt im Untergrund lebten, dennoch Kontakte nach draußen hatten, von Geheimdienstleuten zeitweise förmlich umringt waren und doch bei keiner Fahndung geschnappt wurden.

Die Bilanz der Beweisaufnahme dürfte nach drei Jahren so aussehen:

- Sieben Morde an türkischen Gewerbetreibenden und der Mord an dem griechischen Geschäftsmann Theodoros Boulgarides 2005 in München dürften dem Gericht als geklärt gelten. Zwei Täter, Flucht auf Fahrrädern, passende Beschreibungen auf Mundlos und Böhnhardt. Tatwaffe in allen Fällen: immer dieselbe Pistole vom Typ «Ceska». Dazu Zschäpes Aussage, ihre beiden Freunde hätten ihr die Morde im Nachhinein gebeichtet. Ungeklärt dagegen, wie die Opfer ausgewählt wurden und wer die Tatorte ausspähte. Das Gericht lässt kaum erkennen, ob es diese Informationen für das Urteil braucht.

- Der Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004: Wieder zwei Täter, wieder Fahrräder, dazu Bilder von Überwachungskameras, die die zahlreichen Zeugenaussagen stützen, auch hier passt Zschäpes Aussage. Aber wiederum: Warum Köln? Warum die Keupstraße? Offene Fragen gibt es auch zu dem anderen Bombenanschlag in Köln auf das Geschäft einer iranischen Familie. 

- Zwei der Morde werfen große Fragezeichen auf. Einer ist der an Halit Yozgat, Betreiber eines Internetcafés in Kassel, am 6. April 2006. Während der Tat war ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes in dem Lokal. Der Beamte, der einen V-Mann aus der rechtsextremen Szene führte, will von dem Mord nichts mitbekommen haben und sei rein zufällig dort gewesen. Rätselhaft auch der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn. Die Bundesanwaltschaft hält Mundlos und Böhnhardt für die alleinigen Täter. Das Motiv: Hass auf den Staat. Beate Zschäpe nannte ein anderes: Böhnhardt habe ihr erzählt, es sei um die Waffen Kiesewetters und ihres Streifenkollegen gegangen. Das habe sie ihm aber nicht geglaubt. Ungeklärt ist, ob berufliche oder private Verbindungen von Kiesewetters Onkel - Kripo-Beamter in Thüringen - in die Szene des NSU-Trios eine Rolle spielen. 

Zschäpe ist für alle Verbrechen als Mittäterin angeklagt - nicht, weil sie geschossen hat, sondern als «Mitglied der terroristischen Vereinigung» namens NSU. Nur eine Tat hat sie auch nach eigenem Eingeständnis selber verübt: Sie steckte die Fluchtwohnung des Trios in Brand, nachdem sie im Radio von dem gescheiterten Banküberfall ihrer beiden Freunde Mundlos und Böhnhardt erfahren habe. Das wäre schwere Brandstiftung, möglicherweise versuchter Mord, weil sie damit ihre greise Nachbarin gefährdete. Dafür gäbe es mindestens ein Jahr, höchstens 15 Jahre Gefängnis. Mittäterschaft an allen NSU-Verbrechen könnte ihr dagegen lebenslang mit Sicherungsverwahrung einbringen.

Bis zum Jahresende könne das Urteil fallen, sagen einige Prozessbeteiligte. Dafür müsste die Beweisaufnahme wohl bis zu den Sommerferien beendet sein. Danach kämen die Plädoyers, die angesichts der vielen Angeklagten und Nebenkläger mehrere Wochen dauern dürften.

Es könnte aber auch anders kommen. Zur Rolle der Unterstützerszene und der Geheimdienste stehen noch mehrere Beweisanträge an. Der Senat hat sich schon einmal längere Zeit mit dem Umfeld beschäftigt. Wenn er das jetzt wieder tut, dann wäre das Ende des NSU-Prozesses auch nach drei Jahren unabsehbar.

Mi, 2016-05-04 03:22
Indianapolis (dpa) 

Clinton verliert US-Vorwahl in Indiana gegen Sanders

Indianapolis (dpa) - Auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Hillary Clinton einen weiteren Etappensieg verpasst. Sie verlor die Vorwahl im Bundesstaat Indiana mit gut fünf Prozentpunkten Rückstand gegen Bernie Sanders, den Senator von Vermont, wie mehrere US-Fernsehsender in der Nacht zum Mittwoch berichteten. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das wenig Einfluss, weil die frühere Außenministerin und First Lady immer noch weit vor Sanders liegt. Die Vorwahl in Indiana zeigt aber einmal mehr, dass Clinton auch in ihrer eigenen Partei nicht durchgängig beliebt ist.

Mi, 2016-05-04 03:14
Indianapolis (dpa)

Republikaner-Chef: Trump ist der «anzunehmende Kandidat»

Indianapolis (dpa) - Donald Trump ist nach Angaben von Parteichef Reince Priebus der «anzunehmende Kandidat» der US-Republikaner für das Präsidentenamt. Das schrieb Priebus am Dienstag (Ortszeit) auf Twitter. Gleichzeitig rief er seine Partei zur Einheit auf. «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen», schrieb Priebus. Kurz zuvor hatte Trumps hartnäckigster parteiinterner Konkurrent, Ted Cruz, seinen Ausstieg aus dem Wahlkampf verkündet. Trump hatte am Dienstag die wichtige Vorwahl im US-Bundesstaat Indiana mit klarer Mehrheit gewonnen. Cruz hätte einen Sieg in Indiana benötigt, um Trump auf seinem Weg in Richtung Kandidatur aufhalten zu können.

Mi, 2016-05-04 03:48
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Zitat: Trump über die Zukunftsaussichten der USA

«Unsere Botschaft ist sehr schlicht. Wir werden Amerika wieder groß machen. Ihr werdet schon bald so stolz auf Amerika sein.»

(Donald Trump, wahrscheinlicher Spitzenkandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahl, am Dienstagabend in New York nach seinem klaren Vorwahlsieg in Indiana)

Mi, 2016-05-04 03:33
Washington (dpa)

Rechtsaußen am Ende: Ted Cruz wirft hin Von Michael Donhauser und Martin Bialecki, dpa

Noch härter, noch konservativer, aber organisierter: So wollte sich Ted Cruz als Trump-Alternative präsentieren. Am Ende sollte es nicht reichen. Der Senator von Texas wirft hin.

Washington (dpa) - Ted Cruz, der markige Senator von Texas, galt als der Liebling der Erzkonservativen, der evangelikalen Christen und der Gegner des Partei-Establishments der US-Republikaner. Sein politischer Standpunkt ist weit rechts der Mitte. Jetzt gibt er auf - zumindest den diesjährigen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Da Cruz erst 45 ist, scheint ein späterer Anlauf auf das Weiße Haus oder ein anderes Regierungsamt nicht ausgeschlossen.

Als Alternative zu Donald Trump, so sah es eine Zeit lang aus, könnte der Rechtsaußen plötzlich Chancen auf die Nominierung seiner Partei haben. Von den meisten war er vor dem Beginn des Vorwahlreigens als viel zu radikal eingestuft worden. Doch Cruz hatte mit den Stimmen tiefreligiöser Christen die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa gewonnen. Und er ließ auch dann nicht locker, als alles begann, auf Trump zuzulaufen.

Dann aber wurde der Druck zu stark, wurden Cruz' Aussichten zu schlecht. Seine Umfragewerte waren miserabel, seine Beliebtheitswerte noch schlechter, auch und gerade in der eigenen Partei, in der er es sich mit vielen sehr gründlich verscherzt hatte. Eine Vorwahl nach der anderen ging verloren.

Ted Cruz wurde in Kanada als Sohn eines Kubaners und einer US-Amerikanerin mit irisch-italienischen Wurzeln geboren. Er war schon mit knapp 30 Jahren als Wahlkampfberater für republikanische Parteigrößen tätig. Als Senator nutzte er das Chaos in der Republikanischen Partei wie kaum ein Zweiter für seine Eigen-PR. Nach 2013 erkämpfte sich der exzellente Redner mit dem typischen Kopfnicken in den Redepausen in kürzester Zeit den Ruf eines radikalen Unruhestifters.

Als Präsidentschaftskandidat wollte Cruz das politische Establishment in Washington aufmischen - damit schwamm er auf der gleichen Welle wie Trump. Doch inhaltlich noch deutlich radikaler als der Immobilien-Mogul, noch patriotischer und konservativer, machte er Stimmung für die Waffenlobby und für die Abschaffung staatlicher Leistungen. Im Wahlkampf ließ er sich abbilden, als er am heiß geschossenen Lauf einer Waffe Speck briet.

Ganz im Sinne der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung berief sich Ted Cruz strikt auf Gott. Ein Mann, der sein Tagwerk nicht auf den Knien beginne, sei des Oval Office nicht würdig, sagte er. Eine Regierung sei nur dazu da, Gottes Gesetze und seinen Willen umzusetzen. Abtreibung lehnte er genauso strikt ab wie strengere Waffengesetze. «Obamacare», die revolutionäre Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama, bekämpfte er offen.

Außenpolitisch gab sich Cruz extrem markig: Man wolle doch mal sehen, wie man im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat den Wüstensand im Dunkeln zum Glühen bringe - ein Bombenteppich sollte dabei helfen.

Mit seinem Cowboy-Look - er trägt gerne Stiefel aus Straußenleder - erinnert Cruz äußerlich an einen Westernhelden. Er ist aber keineswegs ein schießwütiger Dummkopf. Begleiter beschreiben den Juristen als schnell, gewandt, blitzgescheit. Als Student in Harvard war Cruz ein geachteter Schauspieler. Wer bei seinen Reden genau hinsieht und -hört, kann das sehen: die exakten Pausen, die kunstvollen Bögen, das Timing.

Mit seiner Frau Heidi - einer einst erfolgreichen Investmentbankerin - und seinen zwei Töchtern lebt der Senator in seiner Heimatstadt Houston. Heidi war dabei sehr viel mehr als nur die Frau an seiner Seite: Die ehemalige Goldmann-Sachs-Managerin plante Teds Karriere generalstabsmäßig. In puncto Zielstrebigkeit und Organisationsgrad wurde dem Ehepaar Cruz sogar Ähnlichkeit mit den Clintons nachgesagt - im nun beendeten Wahlkampf allerdings nicht annähernd mit ähnlichem Erfolg.

Mi, 2016-05-04 03:47
Indianapolis (dpa)

Cruz steigt aus US-Wahlkampf aus - Clinton verliert in Indiana

Indianapolis (dpa) - Die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner läuft 2016 auf den New Yorker Multimilliardär Donald Trump zu. Sein Konkurrent Ted Cruz, Senator von Texas, sagte in der Nacht zum Mittwoch vor Anhängern, er beende seinen Wahlkampf schweren Herzens. Mit dieser Entscheidung ist der Weg für Trump als Kandidat seiner Partei für das Weiße Haus frei.

Parteichef Reince Priebus schrieb auf Twitter, Trump sei der «anzunehmende Kandidat» der US-Republikaner für die Präsidentschaftswahl im Herbst. Er rief seine Partei zur Einheit auf. «Wir müssen uns alle vereinen und uns darauf konzentrieren, Hillary Clinton zu schlagen», schrieb Priebus.

Clinton verlor auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten die Vorwahl im Bundesstaat Indiana mit gut fünf Prozentpunkten Abstand gegen Bernie Sanders, den Senator von Vermont. Auf das Gesamtrennen der Demokraten hat das wenig Einfluss, weil die frühere Außenministerin und First Lady immer noch weit vor Sanders liegt. Das Ergebnis in Indiana zeigt aber, dass Clinton auch in ihrer eigenen Partei nicht durchgängig beliebt ist.

Bei den Republikanern gewann Trump die Vorwahl in dem Bundesstaat mit großem Abstand. Cruz hätte die Vorwahl in Indiana unbedingt gewinnen müssen, um Trump noch blockieren zu können. Nach der Aufgabe des erzkonservativen Texaners schlug Trump versöhnliche Töne gegenüber Cruz an, mit dem er sich während des Wahlkampfs erbitterte Wortgefechte geliefert hatte, die teils unter die Gürtellinie gingen. Cruz sei ein sehr harter Konkurrent gewesen, sagte der Immobilienmogul. Er sei ein «zäher, smarter» Mann und habe eine große Zukunft vor sich. «Ich beglückwünsche ihn.»

An die Adresse Clinton richtete Trump eine Kampfansage. «Wir werden Hillary Clinton schlagen», sagte er in New York. «Wir werden im November gewinnen - und wir werden hoch gewinnen.»

Mi, 2016-05-04 04:00
Kairo (dpa)

«Sachma ketir» - Sechs Fakten zum berüchtigten Verkehrschaos in Kairo Von Benno Schwinghammer, dpa

Sicherheitsgurt? Ampeln? Spielen im Straßenverkehr in Ägyptens Hauptstadt Kairo keine große Rolle. Dafür aber eine möglichst laute Hupe. Und viel Geduld.

Kairo (dpa) - «Sachma ketir» gehört zu den ersten Worten, die man in Kairo lernt. Es bedeutet «viel Verkehr» und man weiß schnell, wie man es auszusprechen hat: Als genervtes Seufzen immer dann, wenn man auf den Straßen zwischen Abertausenden Autos in Stau und Abgasen versinkt. Sechs Fakten über das Verkehrschaos in Ägyptens 20-Millionen-Metropole:

HUPEN ALS MANTRA: Manchmal - wenn auch selten - kommt es vor, dass eine Straße leer ist. Keine anderen Autos, keine mit vier Personen besetzten Motorräder, keine schlecht einsehbaren Ecken. Selbst dann wird gehupt. Einfach so, in die Leere hinein. Warum? Man weiß es nicht. Das Warnsignal hat sich zu einem Ritual entwickelt: Einige Ägypter beginnen ihre Fahrt mit einem kurzen Hupen, andere würden vermutlich lieber auf Bremsen als auf das Horn verzichten.

AUGEN AUF UND DURCH: Zebrastreifen? Ampeln? In Kairo entweder nicht vorhanden oder sehr selten. Wer die Straße überqueren will, braucht etwas Mut und Übung. Eine Anleitung: Wenn sich eine Lücke auftut, den Fuß auf die Straße setzen, ein gleichmäßiges Tempo anschlagen und den Blickkontakt mit den nachrückenden Fahrern suchen. Wer es richtig macht, den umfließt der Verkehr wie der Fluss einen Stein.

ANSCHNALLEN VERBOTEN: Wenn man nicht ausgelacht werden will, bleibt der Gurt unbenutzt. Das geht zu Lasten der Sicherheit, klar, schont aber die Bekleidung. Denn nicht benutzte Gurte stauben ein - und das passiert in einem Wüstenland schnell. Viele Fahrer ziehen den Gurt nur dann provisorisch aus der Halterung, wenn eine Polizei-Kontrolle droht. Diese Sorglosigkeit hat Folgen: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben in Ägypten im Straßenverkehr knapp drei Mal so viele Menschen wie in Deutschland.

HAUPTSACHE ERSTER: Taucht irgendwo im Stop and Go die kleinste Lücke auf, stößt jemand in sie hinein. Es spielt dabei oft keine Rolle, ob gewonnene drei Meter dazu führen, dass man eine Einmündung verstopft und dadurch zehn andere Autos blockiert.

NIEDERSCHLAG: Regenschauer sind etwas Besonderes in Ägypten. Sie kommen fast ausschließlich im Winter vor, in den sozialen Medien sind dann Tausende «Ich-bin-nass»-Selfies zu finden. Manche Autobesitzer sorgen sich dann um die Elektronik, die von der Feuchtigkeit beschädigt werden könnte. Pfützen lassen Schlaglöcher oft scheinbar verschwinden, deshalb: Schneckentempo bei Regen.

RAGE UND RUHE: Auf dem heißen Asphalt liegen die Nerven oft blank. Wird er von einem anderen Auto geschnitten, kann der Ägypter auch schon mal laut werden. Die Wut hat aber eine geringe Halbwertszeit: Wenn an der nächsten Ecke ein anderer Fahrer durchs offene Fenster ruft «Meister, wie komm ich zur Addly Pasha Straße?», bleiben immer fünf Minuten, um in aller Ruhe den Weg durch das Straßengewirr zu erklären.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

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ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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