Sa, 2015-03-28 12:37
Erfurt/Berlin (dpa)

Zahl der Masern-Fälle in Deutschland steigt weiter (Foto - Illustration)

Erfurt/Berlin (dpa) - Ein Ende der Masernwelle in Berlin ist nicht in Sicht und auch in Thüringen sieht es schlecht aus. Dort stieg die Zahl der Masern-Infektionen sprunghaft an. Bis zum Freitag seien in dem Freistaat 52 Masernfälle bekanntgeworden, teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit. Der Grund für den Anstieg liege im Masern-Ausbruch an einer Erfurter Schule. Allein dort erkrankten seit Ende Februar den Angaben zufolge 36 Schüler im Alter von 7 bis 15 Jahren. Auch Sachsen hatte in der vergangenen Woche von einer steigenden Masernzahl berichtet.

Dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) wurden bis zum Freitag insgesamt 925 Fälle seit Beginn des Ausbruchs im Herbst gemeldet. «Erstmals seit langem hatten wir aber nur neun neue Fälle von einem Tag zum nächsten», berichtete LaGeSo-Sprecherin Silvia Kostner. Zu Wochenbeginn hatten die täglichen Zuwächse teils noch bei mehr als 20 gelegen. Dennoch sei es zu früh, von einem Abklingen der Welle zu sprechen.

Seit Wochen dauert die Masernwelle in der Hauptstadt an. Eltern können sich deswegen ab sofort auch beim Kinderarzt gegen Masern impfen lassen und Frauenärzte könnten auch begleitende Männer impfen. So sollen unkompliziert Impflücken in der Bevölkerung geschlossen werden. Im Februar starb ein Kleinkind an den Folgen der Infektion. Ein Viertel der Berliner Patienten musste in einem Krankenhaus behandelt werden.

Sa, 2015-03-28 12:32
Berlin (dpa)

Merkel: Finnland spielt wichtige Rolle für Frieden in Europa   

Berlin (dpa) - Unmittelbar vor ihrem Besuch in Helsinki hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Finnlands Einsatz für Frieden und Verständigung gewürdigt. Die Tatsache, dass die Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) 1975 in Helsinki unterzeichnet wurde, sei kein Zufall, erklärte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Finnland stehe für die Haltung, Probleme friedlich und auf Basis staatlicher Souveränität zu lösen. «Das heißt eben auch: der territorialen Integrität (...). Gerade das wird ja der Ukraine heute nicht so einfach gemacht», betonte Merkel.

Sie trifft am Montagmittag den finnischen Ministerpräsidenten Alexander Stubb. Mit ihm will sie über bilaterale, europapolitische und internationale Fragen sprechen. Danach kommt sie auch mit Präsident Sauli Väinämö Niinistö zusammen. Am Nachmittag hält Merkel an der Universität Helsinki eine Rede zur europäischen Sicherheit und zum Konflikt in der Ukraine. Dort diskutiert sie auch mit Studenten.

Merkel sagte, 1975 sei festgelegt worden, dass jedes Land selbst entscheiden können müsse, welchen Weg es gehen wolle. Die unterzeichnenden Staaten - dazu gehörte die damalige Sowjetunion - verpflichteten sich zur Unverletzlichkeit der Grenzen, friedlichen Regelung von Streitfällen, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten sowie zur Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten. Aus der KSZE entstand die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Sie spielt laut Merkel bei der Lösung des Ukraine-Konflikts mit Russland eine «ganz wichtige Rolle».

Sa, 2015-03-28 11:27
San Francisco (dpa)

Klage wegen Diskriminierung im Silicon Valley erfolglos

Frauen sind im Silicon Valley in der Minderheit. Die Klage einer Frau, die dem Internet-Finanzierer KPCB Diskriminierung vorwarf, erregte viel Aufsehen. Sie konnte die Geschworenen jedoch nicht davon überzeugen, dass ihre Probleme mit ihrem Geschlecht zu tun hatten.

San Francisco (dpa) - Eine Ex-Mitarbeiterin der namhaften US-Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers ist mit einer Diskriminierungsklage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber gescheitert. Geschworene in San Francisco entschieden am Freitag, dass die Firma sie nicht schlechter behandelt habe, weil sie eine Frau ist.

Ellen Pao, eine langjährige KPCB-Mitarbeiterin und heute Interimschefin der Internet-Plattform Reddit, hatte 16 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert - unter anderem weil sie als Frau bei Beförderungen übergangen worden sei. Die Anwälte der Firma hielten entgegen, Paos Karriere-Probleme hätten mit ihren beruflichen Fähigkeiten zu tun gehabt. Diese Einschätzung setzte sich schließlich auch bei der Mehrheit der zwölf Geschworenen durch.

In dem Prozess gelangten viele Interna der Firma, die als eine Institution im Silicon Valley gilt, an die Öffentlichkeit. Dazu gehörten neben Gehaltsangaben und Informationen darüber, wie Entscheidungen getroffen und Mitarbeiter bewertet werden, auch einige peinliche Momente. Etwa eine Unterhaltung über Porno-Stars in einem Privatjet oder die Geschichte von einem KPCB-Partner, der nur im Bademantel im Hotelzimmer einer anderen Mitarbeiterin auftauchte. Pao hatte mit dem Partner eine kurze Affäre gehabt, die vor den Geschworenen mit vielen Details von E-Mails bis hin zu heimlichen Küssen auf dem Parkplatz ausgebreitet wurde. Der Mann wurde schließlich von Kleiner Perkins gefeuert.

Wagniskapitalgeber im Silicon Valley beteiligen sich früh an Internet-Firmen in der Hoffnung auf einen Geldregen bei einem Börsengang oder Verkauf. Zu dem Geschäft gehört aber auch, dass viele Investitionen ins Leere laufen. So machte Kleiner Perkins viel Geld mit frühen Beteiligungen bei Google und Amazon. Danach erwies sich ein Fokus auf erneuerbare Energien als Verlustbringer. Zuletzt konnte KPCB aber beim Verkauf des Thermostate-Anbieters Nest für 3,2 Milliarden Dollar an Google wieder groß abräumen.

In den USA war das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Die Klagen von Frauen, die Unternehmen der Tech-Branche Diskriminierung vorwerfen, nahmen zuletzt zu. So wurden in den vergangenen Wochen Facebook und Twitter verklagt. Bei Internet-Firmen sind Frauen in der Minderheit. Meist machen sie etwa 30 Prozent der Belegschaft aus, in technischen Bereichen ist der Anteil noch niedriger. In den Führungsetagen sind Frauen besonders unterrepräsentiert, es gibt nur wenige weibliche Firmenchefs wie Marissa Mayer bei Yahoo oder Meg Whitman bei Hewlett-Packard.

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Sa, 2015-03-28 11:19
Scharm el Scheich (dpa)

Arabische Liga berät über Jemen-Krise )

Scharm el Scheich (dpa) - Als Reaktion auf die Jemen-Krise sind die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga am Samstag im ägyptischen Scharm el-Scheich zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen. Saudi-Arabien bemüht sich um eine Resolution, die ein militärisches Eingreifen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen unterstützt. Die Schiitenmiliz beherrscht inzwischen weite Teile des Landes.

Es wird erwartet, dass die arabischen Staatsoberhäupter mit großer Mehrheit die Luftangriffe unterstützen. Eine von Saudi-Arabien geführte arabische Allianz hat am Donnerstag mit Luftschlägen gegen Stellungen der Huthis und ihre Verbündeten begonnen.

Das sunnitische Königshaus in Saudi-Arabien will eine Ausweitung des Machtbereichs des schiitischen Irans verhindern. Saudi-Arabien und Iran sind die größten Rivalen im Nahen Osten. Im Jemen führen sie eine Art Stellvertreterkrieg.

Die Arabische Liga soll vor allem die Bildung einer ständigen panarabischen Eingreiftruppe diskutieren. Ursprünglich sollte der Kampf gegen Terrorismus Hauptpunkt des Liga-Treffens sein. Die Arabische Liga wird bis einschließlich Sonntag tagen.

Sa, 2015-03-28 11:13
Berlin (dpa)

Steinmeier bei Atom-Verhandlungen mit Iran in Lausanne

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist zu Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran ins schweizerische Lausanne gereist. Das teilte das Auswärtige Amt am Samstag in Berlin mit.

Kurz vor Ablauf einer weiteren Frist in dem Atomstreit gibt es wieder Hoffnung auf eine Lösung. Eine Einigung auf ein Rahmenabkommen bis zum 31. März als Vorstufe einer umfassenden Lösung galt aber als ungewiss.

Seit Mittwoch reden bereits US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammed Dschawad Sarif über Wege, den seit zwölf Jahren schwelenden Streit beizulegen. Auch die Außenminister von Großbritannien, Philip Hammond, und Frankreich, Laurent Fabius, hatten ihre Teilnahme angekündigt.

Zu den schwierigen Fragen zählen das Ausmaß der Teheran erlaubten Nuklearforschung, die Zukunft der unterirdischen Uran-Anreicherungsanlage Fordo sowie die Zahl der Zentrifugen. Im Gegenzug für die Beschränkungen seines Atomprogramms erwartet der Iran eine schnelle Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Sa, 2015-03-28 10:51
Sanaa (dpa)

Die wichtigsten Akteure in der Jemen-Krise und Grafik Nr. 22442

Sanaa (dpa) - Schiitische Huthi-Rebellen haben den Jemen überrannt, Saudi-Arabien greift mit Luftschlägen von außen ein. Ein Überblick der wichtigsten Akteure im Machtkampf:

DIE HUTHIS sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Benachteiligung sowie Korruption und Vetternwirtschaft der Regierung lösten ihre Rebellion aus. Den Huthis geht es eher um Macht und Einfluss im Land als um Ideologie. Im vergangenen September eroberten rund 30 000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

PRÄSIDENT HADI gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Bei der Arabischen Liga hofft er nun auf Unterstützung.

SAUDI-ARABIEN will verhindern, dass eine Schiitenmiliz, die mit dem schiitischen Iran verbandelt sein soll, das bettelarme Nachbarland kontrolliert und aus dem Einflussbereich der Sunniten reißt. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Stellungen der Huthis und deren Verbündete. Der neue König Salman steht vor seiner ersten großen internationalen Bewährungsprobe. Als Financier vieler arabischer Staaten dominiert Riad indirekt die Arabische Liga und damit auch das weitere militärische Vorgehen im Jemen.

Der IRAN versucht als stärkster Rivale Saudi-Arabiens in der Region, via Jemen einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und fordert einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

EX-PRÄSIDENT ALI ABDULLAH SALIH schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Der Langzeitherrscher trat zwar Anfang 2012 nach Protesten zurück, zieht aber im Hintergrund weiter Strippen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben. Salihs Sohn Ahmed, ein ehemaliger einflussreicher General, soll wieder Truppen im Land befehligen.

AL-KAIDA AUF DER ARABISCHEN HALBINSEL (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Sa, 2015-03-28 10:44
Quito (dpa)

Mindestens 25 Tote bei schweren Unwettern in Ecuador

Quito (dpa) - Bei den schweren Unwettern in Ecuador ist die Zahl der Opfer nach Behördenangaben auf mindestens 25 gestiegen. Laut Medienberichten vom Samstag wurde mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Mindestens elf Menschen kamen in der Wüstenregion Atacama ums Leben, wo heftige Regenfälle zu Sturzfluten und Erdrutschen führten. Mindestens 19 Menschen galten in der Region als vermisst. Nach Blitzeinschlägen in der Hauptstadt Quito wurden zudem 52 Verletzte gezählt, 15 von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Sa, 2015-03-28 09:27
Santiago de Chile (dpa)

Neun Tote bei Unwettern in Chiles Wüstenregion vom 25.3.

Mancherorts lässt der Regen zwar nach. Doch im Norden Chiles herrscht nun Furcht vor Umweltschäden durch giftige Substanzen aus überfluteten Bergwerken.

Santiago de Chile (dpa) - Die Zahl der Toten bei den schweren Unwettern im sonst extrem trockenen Norden Chiles ist auf neun gestiegen. Noch würden 19 Menschen vermisst, teilten die Behörden am Freitag mit. «Bei der Räumung der Straßen kann die Zahl der Opfer noch ansteigen», erklärte der Leiter des Katastrophenschutzes, Onemi, Ricardo Toro.

Zudem seien Tausende Häuser beschädigt worden. Knapp 6000 Menschen mussten in Notunterkünften gebracht werden. Die von Wüste geprägten Regionen Atacama und Antofagasta erleben nach Regierungsangaben die schlimmsten Regenfälle in 80 Jahren. Mancherorts seien die Niederschläge inzwischen aber zurückgegangen.

Die Einwohner im Katastrophengebiet befürchten nach Medienberichten, dass durch die Überschwemmungen größere Mengen an gefährlichen Schwermetallen aus überfluteten Bergwerken austreten. Zudem drohe die Gefahr, dass alte Rückhaltebecken mit giftigen Bergwerksschlämmen bersten, hieß es. Die Regierung erklärte jedoch, die Situation sei unter Kontrolle.

Helfer verteilten in den betroffenen Ortschaften tonnenweise Lebensmittel, Trinkwasser, Matratzen sowie Plastikplanen, um Häuser behelfsmäßig abzudecken. Die Fluten hatten entlang eines rund 700 Kilometer langen Streifens Ortschaften unter Wasser gesetzt, Häuser fortgerissen und Schlammlawinen ausgelöst. Der Schulunterricht wurden in den betroffenen Regionen gestrichen.

Tausende Einwohner wurden zudem von der Außenwelt abgeschnitten oder flohen in Notunterkünfte. Staatschefin Michelle Bachelet hatte in dem Gebiet den Notstand ausgerufen und Militär entsandt, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen.

Sa, 2015-03-28 08:41
Sanaa/Scharm el-Scheich (dpa)

Dutzende Tote im Jemen - Arabische Liga diskutiert Krise

Sanaa/Scharm el-Scheich (dpa) - Die Luftangriffe einer von Saudi-Arabien angeführten Koalition haben im Jemen bereits Dutzende Todesopfer gefordert. Allein in der Hauptstadt Sanaa seien bis zu 34 Menschen gestorben, teilte die Menschenrechtsorganisaton Human Rights Watch (HRW) am Samstag mit. Elf Tote seien bereits identifiziert worden, unter ihnen zwei Frauen und zwei Kinder.

Die von Saudi-Arabien geführte Koalition arabischer Staaten hatte in der Nacht zum Donnerstag mit den Luftangriffen gegen Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen begonnen, um deren weiteren Vormarsch zu stoppen. Kampfflugzeuge griffen nach Angaben des Militärkommandos allein am Freitag 15 Ziele im Nord- und Südjemen an.

Die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga wollen sich am Samstag im ägyptischen Scharm el-Scheich mit der Jemen-Krise befassen. Saudi-Arabien bemüht sich um eine Resolution, die ein militärisches Eingreifen gegen die Huthis unterstützt.

Die Huthis haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. In dieser Woche stießen sie bis in die südjemenitische Hafenstadt Aden vor. Daraufhin bat die rechtmäßige Regierung arabische Nachbarländer, in den Konflikt einzugreifen. Die arabische Allianz wird logistisch von den USA unterstützt. Auch die Bundesregierung hält die Luftangriffe im Jemen für vereinbar mit dem Völkerrecht.

Sa, 2015-03-28 07:55
Ludwigshafen (dpa)

Die BASF, der Krieg und die I.G. Farben

Ludwigshafen (dpa) - Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, werden viele Segnungen der Chemie bald in ihr Gegenteil verkehrt. Ammoniak, das die BASF nach aufwendigen Forschungen künstlich herstellt, um Dünger daraus zu machen, wird plötzlich zur Herstellung von Munition gebraucht. Chlor und Phosgen, laut BASF wichtige Zwischenprodukte für die Herstellung von Farbstoffen oder Arzneimitteln, werden zur Produktion von Giftgas genutzt. 1918 macht die BASF 78 Prozent ihres Umsatzes mit Kriegsmaterial, wie Jeffrey Allan Johnson in dem Buch «Die BASF. Eine Unternehmensgeschichte» schreibt.

1925 gibt das Unternehmen seine Selbstständigkeit auf und fusioniert mit Bayer, Hoechst und drei anderen Chemie-Riesen zur «Interessengemeinschaft Farben». Der Chemiekonzern wird ein wichtiger Lieferant für die Rüstungsindustrie. Im Zweiten Weltkrieg setzt er Zehntausende von Zwangsarbeitern ein. Er ist außerdem mit der Degussa AG an der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) beteiligt, die das Giftgas Zyklon B herstellt. Damit werden Millionen Juden in den Konzentrationslagern ermordet.

Der Konzern finanziert außerdem das in der Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz errichtete Konzentrationslager Monowitz. Dessen Häftlinge müssen am Bau des gleichnamigen I.G.-Werkes mitarbeiten. Schätzungen zufolge seien 20 000 bis 25 000 der Insassen gestorben, schreibt der Historiker Raymond G. Stokes. Die BASF wird nach der Entflechtung der I.G. Farben 1952 neu gegründet. Sie ist später eines von 16 Gründungsmitgliedern der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft «Erinnerung, Verantwortung, Zukunft». Aus ihr geht die Stiftung EVZ hervor, die Zahlungen an NS-Zwangsarbeiter leistet. BASF beteiligt sich mit etwa 70 Millionen Euro.

Sa, 2015-03-28 07:50
Ludwigshafen (dpa)

Was produziert die BASF?

Substanzen für Hygieneartikel, Batteriematerialien, Vitamine: Das BASF-Portfolio umfasst zahlreiche Positionen. Insgesamt hat der größte Chemiekonzern seine Aktivitäten in fünf Segmente unterteilt.

Ludwigshafen (dpa) - Die Bandbreite der BASF reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis zu Öl und Gas.

- Im Segment «Chemicals» ist das Geschäft mit Basischemikalien und Zwischenprodukten gebündelt. Dazu gehören Lösemittel, Weichmacher, Leime und Elektronikchemikalien. Ferner Ausgangsstoffe für Waschmittel, Kunststoffe, Textilfasern, Farben und Lacke sowie für Medikamente und Pflanzenschutz. Außerdem werden andere BASF-Segmente mit Chemikalien beliefert und verarbeiten diese weiter.

- Zum Segment «Performance Products» zählen Vitamine und andere Lebensmittelzusatzstoffe. Außerdem Inhaltsstoffe für Pharmazeutika, Körperpflege und Kosmetik sowie für Hygieneartikel und Haushaltspflegeprodukte. Auch Produkte für die Papierindustrie sowie für die Gewinnung von Öl, Gas und Erzen gehören zu diesem Bereich, ferner für die Wasseraufbereitung.

- «Functional Materials & Solutions» heißt das Segment, in dem BASF neben Dienstleistungen sowie branchen- und kundenspezifischen Systemlösungen neue Produkte für die Chemie-, Elektro-, Automobil- und Bauindustrie vereint, ebenso wie für Anwendungen in Haushalt, Sport und Freizeit. Dazu gehören Katalysatoren, Batteriematerialien und technische Kunststoffe sowie Polyurethansysteme, Auto- und Industrielacke. Ferner Fliesenkleber, Bautenanstrichmittel und Betonadditive.

- Im Segment «Agricultural Solutions» vereint das Unternehmen unter anderem seine Aktivitäten in den Bereichen Pflanzenschutz und Saatgutbehandlung. Auch die Forschung in der Pflanzenbiotechnologie gehört dazu. Themen sind unter anderem eine leistungsfähigere Landwirtschaft sowie eine gesündere Ernährung und die Gewinnung von nachwachsenden Rohstoffen.

- Im Segment «Oil & Gas» fasst die BASF ihre Erkundungs- und Förderaktivitäten auf mehreren Kontinenten zusammen. Auch die Gemeinschaftsprojekte mit dem russischen Energieriesen Gazprom beim Transport und bei der Speicherung von Erdgas sowie im Erdgashandel zählen zu dieser Sparte.

Sa, 2015-03-28 07:47
Ludwigshafen (dpa)

150 Jahre BASF - von der Farbstofffabrik zum Weltkonzern (Foto aktuell/Archiv

Ludwigshafen (dpa) - Die BASF hat sich von einem Hersteller synthetischer Farbstoffe zum größten Chemiekonzern der Welt entwickelt. Hier wichtige Stationen:

6.4.1865: Der Leuchtgasfabrikant Friedrich Engelhorn gründet in Mannheim mit Partnern die Aktiengesellschaft «Badische Anilin- & Soda-Fabrik» (BASF). Sie soll aus Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe gewinnen.

1869: Der BASF gelingt mit zwei Berliner Forschern die erste Synthese eines natürlichen Farbstoffs. Das rote Alizarin wird zum ersten weltweiten Verkaufserfolg des Unternehmens.

1872: BASF beginnt mit dem Bau von Arbeiterwohnungen. Ab 1884 gibt es eine Betriebskrankenkasse.

1897: Nach jahrelanger und teurer Forschung gewinnt die BASF das Rennen um die Synthese des umsatzstarken Farbstoffs Indigo, des «Königs der Farbstoffe».

1900: Bei der Weltausstellung in Paris bezeichnet sich die BASF als das «größte Etablissement ihrer Art».

1908: Nach grundlegenden Arbeiten des Karlsruher Professors Fritz Haber beginnt ein BASF-Team unter Leitung von Carl Bosch mit der Realisierung der Ammoniaksynthese im industriellen Maßstab.

1913: BASF nimmt die weltweit erste Ammoniakanlage in Betrieb und steigt damit in die industrielle Düngemittelproduktion ein. Synthetisches Ammoniak löst Indigo als Wachstumsmotor ab.

1914: Weil Deutschland bald nach Kriegsbeginn keinen Chilesalpeter mehr erhält und seinem Heer schon Ende 1914 Munitionsmangel droht, wird synthetisches Ammoniak zu einem wichtigen Rohstoff für die Kriegswirtschaft.

1918: Nach Kriegsende ist die führende Position deutscher Farbenfabriken auf dem Weltmarkt verloren.

1921: Bei einer Explosion im BASF-Werk in Oppau sterben 561 Menschen, Werk und Ort werden schwer zerstört. Es ist das größte Unglück in der Geschichte der deutschen Industrie.

1925: Angesichts der unruhigen politischen Lage fusioniert die BASF mit Bayer, Hoechst und drei weiteren Firmen zur I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft (I.G. Farben). Die BASF-Werke in Ludwigshafen, Oppau und Leuna bilden künftig die Betriebsgemeinschaft Oberrhein.

1929: Mit der Styrolsynthese bricht die Ära der Kunststoffe an.

1931: Carl Bosch erhält zusammen mit Friedrich Bergius den Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung chemischer Hochdruckverfahren wie der Ammoniaksynthese.

1933: Mit der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler prägt zunehmend der Nationalsozialismus den Alltag in den benachbarten Werken Ludwigshafen und Oppau.

1934: Im Werk Ludwigshafen wird das Magnetophonband produziert.

1940: Im Juni beginnen die ersten Luftangriffe alliierter Bomber auf die Werke Ludwigshafen und Oppau. 1945 sind von 1470 Fabrikgebäuden 33 Prozent völlig zerstört und nur sechs Prozent unbeschädigt.

1948: Bei der Explosion eines Kesselwagens sterben auf dem Werksgelände in Ludwigshafen 207 Mitarbeiter. Viele neu errichtete Gebäude werden zerstört.

1951: BASF beginnt mit der Produktion von Styropor, das zu einem weltweiten Erfolg wird.

1952: Die Badische Anilin- & Soda-Fabrik wird nach Entflechtungsverhandlungen neu gegründet.

1957: Die BASF bezieht im Stammwerk das erste deutsche Hochhaus mit einer Stahlbetonkonstruktion.

1958: Zusammen mit der Dow Chemical Company gründet BASF in den USA ein Joint Venture und legt damit den Grundstein für ihre US-Aktivitäten.

1964: Der BASF-Standort im belgischen Antwerpen wird gegründet. Er wird zum zweitgrößten Verbundstandort in Europa.

1965: In Ludwigshafen wird der Steamcracker I fertiggestellt, eine Riesenanlage, die aus Rohbenzin (Naphta) die Schlüsselprodukte Ethylen und Propylen erzeugt.

1968: Mit dem Erwerb der Nordmark-Werke steigt die BASF in die Pharmabranche ein. 2001 trennt sie sich von der Pharmasparte.

1969: BASF schließt sich mit dem Erdöl- und -gasproduzenten Wintershall zusammen und sichert sich damit den Zugang zu petrochemischen Grundstoffen.

1969: Die BASF übernimmt die Elastomer/Elastogran-Gruppe in Europa. Das eröffnet ihr den Zugang zu den Polyurethanen. Diese Kunststoffe werden im Fahrzeugbau sowie im Sport- und Freizeitbereich verwendet.

1974: Bestimmte Teile von Playmobil-Männchen werden aus dem BASF-Kunststoff Ultraform hergestellt.

1997: Die BASF verkauft ihre weltweiten Magnetbandaktivitäten an die koreanische Kohap-Gruppe.

1999: Mit dem schwedischen Saatguthersteller Svalöf Weibull gründet die BASF ein Unternehmen für die Forschung auf dem Gebiet der Pflanzenbiotechnologie, die BASF Plant Science.

2003: Die BASF-Tochter Wintershall und der russische Erdgasproduzent Gazprom gründen das Joint Venture Achimgaz, um Erdgas in Westsibirien zu fördern. Damit wird erstmals ein deutscher Produzent bei der Erdgasförderung in Russland aktiv.

2005: Mit dem chinesischen Unternehmen Sinopec nimmt BASF den Verbundstandort im chinesischen Nanjing in Betrieb. Dazu gehören ein Steamcracker und neun nachgeschaltete Anlagen.

2006: BASF übernimmt die US-amerikanische Engelhard Corporation und wird damit nach eigenen Angaben zum weltweit führenden Anbieter von Katalysatoren.

2010: BASF schließt die Übernahme des Spezialchemieunternehmens Cognis (Monheim am Rhein) ab und wird damit zum Marktführer für Inhaltsstoffe, die für Körperpflegeprodukte gebraucht werden.

2012: BASF kündigt an, den europäischen Markt für Pflanzenbiotechnologie weitgehend aufzugeben und den Sitz seines Tochterunternehmens in die USA zu verlegen. Gegen die BASF-Gen-Kartoffel «Amflora» hatte es immer wieder Proteste gegeben.

2012: Im BASF-Stammwerk erfolgt der Spatenstich für eine Anlage zur Herstellung des Kunststoffgrundprodukts TDI. Mit einem Volumen von etwa einer Milliarde Euro ist es die größte Investition der BASF.

2014: BASF eröffnet am Standort Thane in Indien ein globales Forschungs- und Entwicklungszentrum und legt in Shanghai den Grundstein für die zweite Bauphase eines Forschungs- und Entwicklungszentrums. Die Maßnahmen gehören zu dem Ziel, Forschung und Entwicklung zu globalisieren.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

IrRWEege befahren

RWE Dreck-Strom – Volltanken für Vollidioten

www.rwe-autostrom.de
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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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