So, 2015-05-03 17:30
Seoul (dpa)

Nordkorea hält südkoreanischen Studenten fest

Seoul (dpa) - Nordkorea hält nach eigenen Angaben seit anderthalb Wochen einen weiteren Südkoreaner fest. Ein 21-jähriger Student sei am 22. April bei der illegalen Einreise festgenommen worden, berichteten die Staatsmedien am Samstag. Er wohne in den USA und studiere an der Universität von New York. Er habe gestanden, gegen die Gesetze des Landes verstoßen zu haben.

Was mit ihm passieren soll, blieb unklar. Der Student soll von der chinesischen Stadt Dandong aus über den Grenzfluss Yalu eingereist sein. In der Grenzstadt leben viele ethnische Koreaner. Die Behörden in dem weithin isolierten Nordkorea hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Südkoreaner, Amerikaner und andere Ausländer festgehalten, in der Regel wegen des Vorwurfs «feindseliger Handlungen» oder der Spionage. 

Im März hatte Nordkorea ein Video mit zwei Südkoreanern gezeigt, auf denen sie von ihren angeblichen Spionagetätigkeiten für den südkoreanischen Geheimdienst berichteten. Südkorea hatte ihre Identität bestätigt und ihre sofortige Freilassung verlangt. Die Vorwürfe seien haltlos. Im vergangenen Jahr wurde ein Missionar aus Südkorea wegen Spionage und staatsfeindlicher religiöser Umtriebe zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

So, 2015-05-03 17:02
Düsseldorf (dpa)

Davutoglu warnt vor Ausländerfeindlichkeit in Europa

Düsseldorf (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Ausländerfeindlichkeit als eine der «größten Gefahren für das gemeinsame Haus Europa» angeprangert. Für die Zukunft Europas sei es wichtig, «dass wir zusammenleben», sagte Davutoglu am Sonntag bei der Eröffnung des neuen Gebäudes des türkischen Generalkonsulats in Düsseldorf. Dabei dürfe auch die religiöse Zugehörigkeit keine Rolle spielen. Als «besorgniserregend» bezeichnete er «Angriffe gegen den Islam und islamophobe Strömungen».

Davutoglu kam mit mehreren Ministern, darunter Außenminister Mevlüt Cavusoglu, und anderen Politikern zu dem Kurzbesuch nach Nordrhein-Westfalen. Er wurde am Generalkonsulat von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (beide SPD) begrüßt. Davutoglu wollte am Nachmittag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dortmund um Stimmen werben. Zu der Kundgebung der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP erwartete die Polizei mehrere tausend Menschen in der Westfalenhalle. In der Türkei wird am 7. Juni ein neues Parlament gewählt.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei seien nicht nur wegen der vielen Türken in der Bundesrepublik sehr wichtig, sagte Davutoglu. Die türkischstämmigen Bürger in Deutschland sollten ihre Identität wahren. Es dürfe keine «Assimilierung» geben. «Das wird kein Hindernis für die Integration oder für die deutsch-türkischen Beziehungen sein», sagte Davutoglu.

So, 2015-05-03 17:11
Berlin (dpa)

Kellner, Pagen & Co. rennen um die Wette

Berlin (dpa) - Kellner, Pagen und Köche sind in Berlin wieder auf dem Kurfürstendamm um die Wette gerannt. Etwa 2500 Menschen hätten am Sonntag zugeschaut, sagte eine Sprecherin. Schnell laufen allein genügte aber nicht - die Teilnehmer bewiesen sich auch in ihren Fachgebieten. So bereiteten die Köche während ihres Wettrennens ein Dessert zu und die Barkeeper mixten ein Getränk. Die Pagen schleppten beim Laufen zehn Kilo schwere Koffer und die Kellner balancierten gefüllte Gläser auf Tabletts.

Bei den Barkeepern habe in diesem Jahr ein alter Bekannter gewonnen, sagte die Sprecherin. Pedro-Pascal Silfira war im vergangenen Jahr bei den Kellnern Erster. Da er Auszubildender in einem Hotel sei, durchlaufe er dort verschiedene Stationen - und dürfe so beim Rennen in unterschiedlichen Kategorien antreten.

Bei den Kellnern habe Gerald Sachs gewonnen, bei den Kellnerinnen Ulrike Wenzel. Julius Werk war Schnellster bei den Pagen und Maximilian Kalkofen gewann das Rennen der Köche. Die Laufstrecke ist 400 Meter lang, in den Kategorien müssen die Läufer aber unterschiedlich viele Meter zurücklegen.

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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So, 2015-05-03 17:47
Düsseldorf (dpa)

Davutoglu warnt vor Ausländerfeindlichkeit in Europa

Düsseldorf (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Ausländerfeindlichkeit als eine der «größten Gefahren für das gemeinsame Haus Europa» angeprangert. Für die Zukunft Europas sei es wichtig, «dass wir zusammenleben», sagte Davutoglu am Sonntag bei der Eröffnung des neuen Gebäudes des türkischen Generalkonsulats in Düsseldorf. Dabei dürfe auch die religiöse Zugehörigkeit keine Rolle spielen. Als «besorgniserregend» bezeichnete er «Angriffe gegen den Islam und islamophobe Strömungen».

Davutoglu kam mit mehreren Ministern, darunter Außenminister Mevlüt Cavusoglu, und anderen Politikern zu dem Kurzbesuch nach Nordrhein-Westfalen. Er wurde am Generalkonsulat von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (beide SPD) begrüßt.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei seien nicht nur wegen der vielen Türken in der Bundesrepublik sehr wichtig, sagte Davutoglu. Die türkischstämmigen Bürger in Deutschland sollten ihre Identität wahren. Es dürfe keine «Assimilierung» geben. «Das wird kein Hindernis für die Integration oder für die deutsch-türkischen Beziehungen sein», sagte Davutoglu.

Am Abend trat Davutoglu vor tausenden Anhängern in der Westfalenhalle in Dortmund auf und warb um Stimmen für seine islamisch-konservative Regierungspartei AKP. In der Türkei wird am 7. Juni ein neues Parlament gewählt.

So, 2015-05-03 17:56
Aden/Riad (dpa)

Jemen: In Saudi-Arabien ausgebildete Truppen landen in Aden

Noch war es kein D-Day: Das Kommando, das kam, bestand aus regierungsloyalen Jemeniten. Es soll den Flughafen freikämpfen und die Verteidigung der örtlichen Milizen gegen den Ansturm der Huthi-Rebellen besser organisieren.

Aden/Riad (dpa) - In der südjemenitischen Hafenmetropole Aden ist eine Spezialeinheit gelandet, um die in die Stadt eingedrungenen Huthi-Rebellen zurückzuschlagen. Offenbar handelte es sich dabei um jemenitische Soldaten, die in Saudi-Arabien ausgebildet wurden, sagten Journalisten in Aden. Insbesondere sollen sie den seit Wochen gesperrten Flughafen von Aden freikämpfen und wieder funktionsfähig machen.

Die Ankunft des Landungstrupps am Sonntag hatte Spekulationen ausgelöst, dass eine saudische Bodenoffensive begonnen hätte. Eine von Saudi-Arabien geführte sunnitisch-arabische Militärallianz bombardiert seit Ende März Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Bodentruppen kamen dabei bislang nicht zum Einsatz.

Die schiitischen Huthis aus dem Norden des Landes kämpfen gegen Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zum geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen. Sie kontrollieren weite Teile des Landes und stießen zuletzt nach Aden vor. Saudi-Arabien will mit aller Kraft verhindern, dass der strategisch wichtige Hafen an die vom Iran unterstützten Huthis fällt.

In Aden verteidigen sich lokale sunnitische Milizen gegen den Ansturm der Huthis. Nach Darstellung des von Saudi-Arabien finanzierten TV-Senders Al-Arabija trafen am Sonntag Hadi-loyale jemenitische Truppen in Aden ein, deren Aufgabe es sei, «den Kampf der lokalen Milizen zu organisieren».

Die Erwartung, dass Bodentruppen aus Saudi-Arabien oder einem anderen Land der Koalition in den Konflikt eingreifen, steht aber weiter im Raum. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi war am Samstag zu einem anderthalbstündigen Kurzbesuch in Riad. Über die Gespräche mit König Salman wurde nichts bekannt, doch verlautete im Vorfeld, dass die Lage im Jemen im Mittelpunkt stehen würde.

Al-Sisi hat bislang diskret, aber bestimmt das saudische Begehren nach ägyptischen Bodentruppen für eine neue Phase der Intervention im Jemen zurückgewiesen. Nach politischen Turbulenzen und wirtschaftlichen Rückschlägen hängt aber Ägypten stark von Hilfsgeldern aus Saudi-Arabien und den anderen Golfstaaten ab.

Das Nilland verfügt über eine Armee, die eine halbe Million Männer unter Waffen hat. Experten glauben aber, dass das ägyptische Militär für einen Einsatz im Jemen nicht geeignet wäre. Derzeit schlägt es sich mit einem Aufstand militanter Islamisten im Norden der ägyptischen Halbinsel Sinai herum. Durchschlagende Erfolge blieben dabei bislang aus.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft Saudi-Arabien vor, über dem Jemen international geächtete Streu- und Splitterbomben abzuwerfen. «Seit Mitte April 2015 tauchten Fotografien, Videos und andere Beweismittel auf, die belegen, dass die (saudisch geführte) Koalition bei ihren Luftangriffen in der nördlichen jemenitischen Provinz Saada Splitterbomben eingesetzt hat», heißt es in dem Bericht, der am Sonntag veröffentlicht wurde.

Saada ist das Kernland der Huthis. Wie der HRW-Bericht weiter festhält, gingen etliche der aus amerikanischer Produktion stammenden Splitterbomben auf landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe von Dörfern nieder. Die Waffe stellt eine enorme Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar, weil sie eine große Zahl kleinerer Bomben verstreut und Blindgänger unter ihnen später Menschen töten oder verstümmeln können.

So, 2015-05-03 16:07
Kabul (dpa)

Tausende Familien im Nordosten Afghanistans fliehen vor Kämpfen

Kabul (dpa) - Mehr als 3000 Familien sind in der nordafghanischen Provinz Kundus vor Kämpfen zwischen Taliban-Kämpfern und Regierungstruppen geflohen. Die Behörden hätten Dorfbewohner am Sonntag aufgefordert, Gegenden in denen die Armee Angriffe auf Aufständische plane, zu verlassen, sagte der Polizeisprecher der Provinz Sarwar Hosseini. Stammesführer schätzen, dass bislang etwa 15 000 Menschen vor den Kämpfen geflohen sind.

Die radikalislamischen Taliban hatten vergangenen Monat mit ihrer Frühjahrsoffensive begonnen und Posten der Armee in Kundus angegriffen. Daraufhin entsandte die Regierung Verstärkungen in die Provinz.

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So, 2015-05-03 16:15
London (dpa)

Cameron bekennt sich zu EU-Referendum im Falle seiner Wiederwahl

London (dpa) - Großbritanniens Premierminister David Cameron hat sich zu seiner Ankündigung bekannt, im Fall seiner Wiederwahl am 7. Mai ein EU-Referendum abzuhalten. «Komme was will, ich werde nicht Premierminister einer Regierung sein, die dieses Referendum nicht liefert», sagte Cameron am Sonntag in einem Interview mit dem BBC-Fernsehen.

Großbritannien wählt am 7. Mai ein neues Parlament. Die Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Cameron und seinem Labour-Herausforderer Ed Miliband im Kampf um den Einzug in die Downing Street voraus. 

Cameron hatte wiederholt erklärt, er wolle im Herbst 2017 die Briten darüber abstimmen lassen, ob sie weiter Teil der Europäischen Union sein wollen. Vorher werde er aber die EU reformieren und die britische Position innerhalb der Union neu definieren.

Die britischen Liberaldemokraten  als möglicher Koalitionspartner Camerons sind hinsichtlich der EU-Politik der Tories skeptisch. Sie halten unter anderem Camerons Versprechungen, Reformen durchsetzen zu können, für überhöht. 

So, 2015-05-03 14:58
Bagdad/Aleppo (dpa)

IS-Terrormiliz tötet jesidische Gefangene - Zahl der Opfer unklar

Die Jesiden berichten von neuen Gräueltaten der IS-Terrormiliz. Unklar ist das genaue Ausmaß. Im benachbarten Syrien sollen bei einem US-Luftangriff auf IS-Stellungen 52 Zivilisten gestorben sein.

Bagdad/Aleppo (dpa) - Angehörige der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben Berichten zufolge im Nordirak zahlreiche Jesiden getötet. Die jesidische Fortschrittspartei gab die Zahl der Opfer am Samstag mit mehr als 300 an, die nicht-staatliche Menschenrechtskommission im Irak mit rund 70.

Zu den Ermordungen der Mitglieder der uralten religiösen Minderheit kam es demnach am Freitag in der Stadt Tel Afar, die nahe der vom IS kontrollierten Millionenmetropole Mossul liegt. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Der IS betrachtet die kurdischstämmigen Jesiden als «Ungläubige». Beim IS-Vormarsch im vergangenen Jahr im Nordirak hatten die Extremisten Hunderttausende Jesiden vertrieben und Tausende von ihnen in die Gefangenschaft geführt oder getötet. Der IS kontrolliert weite Gebiete im Nordirak und im Norden Syriens.

Bei einem Bombenanschlag in Bagdad wurden am Samstag mindestens 13 Menschen getötet, wie lokale Medien berichteten. Ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug explodierte vor einer Reihe von Straßencafés im Innenstadtviertel Karrade. Zu dem Anschlag bekannte sich der IS, wie die amerikanische Terrorbeobachtungsstelle Site mitteilte.

Ein US-Luftangriff auf IS-Stellungen im benachbarten Syrien soll indes 52 Zivilisten das Leben gekostet haben. Bei dem Bombardement im Dorf Bir Mahli nahe der nördlichen Stadt Kobane seien demnach auch sieben Kinder getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mit. 13 Menschen würden noch unter den Trümmern vermisst. Es dürfte das bisher folgenschwerste Bombardement der US-geführten Allianz in Syrien sein.

Das Pentagon in Washington hatte am Freitag mitgeteilt, dass bei sechs Luftangriffen sieben IS-Stellungen und ein Fahrzeug der Terrormiliz zerstört wurden. Auch Kämpfer der Extremisten seien getötet worden. Über zivile Opfer machte Washington keine Angaben. Unklar war, ob die IS-Miliz die zivilen Bewohner von Bir Mahli als Schutzschilde missbraucht hat.

Die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren seit September vergangenen Jahres regelmäßig Stellungen, Waffenlager und Fahrzeug-Konvois des IS in Syrien und im Irak.

So, 2015-05-03 15:26
Abuja (dpa)

Fast 700 Geiseln in Nigeria befreit - Bericht über Massaker

Im Kampf gegen die Islamisten von Boko Haram hat das Militär Nigerias endlich Erfolge vorzuweisen. Fast 700 Frauen und Kinder konnten befreit werden. Aber Berichte über Massaker werfen Fragen auf.

Abuja (dpa) - Die nigerianischen Streitkräfte haben binnen weniger Tage fast 700 Geiseln aus der Gewalt der Islamistenmiliz Boko Haram gerettet. Zuletzt konnten sie 234 Frauen und Kinder im dichten Sambisa-Wald im Nordosten des Landes befreien, wie die Armee am Freitagabend via Kurzmitteilungsdienst Twitter mitteilte. Seit Dienstag hatte das Militär im Rückzugsgebiet der Islamisten zunächst 293 Frauen und Mädchen und wenig später weitere 160 Frauen, Mädchen und Jungen in Sicherheit gebracht. Zugleich gab es jedoch Berichte über mehrere von Militärs verübte Massaker.

Bewaffnete in Militäruniformen hätten zahlreiche Menschen, vor allem Frauen und Kinder, in mehreren Dörfern im Osten des Landes erschossen, berichtete die Zeitung «Vangard» am Sonntag. Bewohner der Ortschaften hätten berichtet, die Bewaffneten hätten wahllos das Feuer eröffnet und Häuser in Brand gesetzt. In einigen unbestätigten Berichten war von bis zu 30 Toten die Rede. Bei den Tätern könne es sich um Soldaten einer Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung handeln, die sich für den Tod von vier Kameraden in der Region hätten rächen wollen, schrieb die Zeitung. Ein Sprecher des Militärs wies die Anschuldigungen zurück. Die Armee sei zum Schutz der Bevölkerung da.

Armeesprecher Chris Olukolade kündigte unterdessen in der Zeitung «Premium Times» an, die Offensive gegen Boko Haram werde fortgesetzt. Das Militär durchkämme den Sambisa-Wald von verschiedenen Seiten aus. Ziel sei es, weitere Geiseln zu retten und alle Terrorcamps in dem Wald zu zerstören. Im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno hatten sich die Terroristen jahrelang versteckt.

Ob unter den Befreiten auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok sind, war zunächst unklar. Die Entführung von mehr als 200 Mädchen aus dem Dorf im April vergangenen Jahres hatte weltweit Entsetzen und eine spektakuläre Internet-Kampagne unter dem Motto «Bring Back Our Girls» (Bringt unsere Mädchen zurück) ausgelöst, an der sich auch die amerikanische First Lady Michelle Obama beteiligte.

Entführte Frauen und Mädchen werden von den Extremisten in der Regel zum Übertritt zum Islam gezwungen, zwangsweise verheiratet oder als Sklavinnen gehalten. Auf Fotos, die von der Armee am Donnerstagabend verbreitet wurden, erschienen viele Befreite sehr abgemagert. Olukolade sprach von unmenschlichen Bedingungen in den Camps.

Boko Haram will im Norden Nigerias einen sogenannten Gottesstaat errichten und verbreitet seit 2009 in der Region ihren blutigen Terror. Bei Anschlägen der Dschihadisten sind Schätzungen zufolge mindestens 14 000 Menschen getötet worden, rund 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Laut Amnesty International hat Boko Haram allein seit dem vergangenen Jahr rund 2000 Mädchen und Frauen entführt. 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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So, 2015-05-03 15:40
Hannover (dpa)

Atomkraftwerk Grohnde liefert wieder Strom

Hannover (dpa) - Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen ist nach der jährlichen Revision wieder am Netz. 20 neue Brennelemente seien in den Reaktorkern eingesetzt worden, teilte die Eon Kernkraft GmbH am Sonntag mit. Im Rahmen der Revision investierte der Energiekonzern Eon den Angaben zufolge rund 25 Millionen Euro. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Gutachterorganisationen TÜV Nord und Germanischer Lloyd hätten die Arbeiten überwacht. Es sei bestätigt worden, dass sich die Anlage in einem sicherheitstechnisch einwandfreien Zustand befinde. Zuvor hatten Atomkraftgegner ungeklärte Sicherheitsfragen am Kraftwerk Grohnde kritisiert.

In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Grohnde bei Hameln und Emsland in Lingen. Das Werk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden. Grohne geht spätestens zum 31. Dezember 2021 vom Netz.

So, 2015-05-03 14:15
Erwitte (dpa)

Schnabel-Attacke: Aggressive Krähen beschädigen Auto

Erwitte (dpa) - Ein brütendes Krähenpaar hat im westfälischen Erwitte die Motorhaube eines Autos zerhackt. Möglicherweise hätten die Vögel dort ihr Spiegelbild gesehen und wollten ihre Jungen schützen, vermutete die Polizei. Ein Zeuge sah, wie die Krähen mit ihren Schnäbeln die Motorhaube traktierten. Die Vögel seien so aggressiv gewesen, dass sie sich von dem Zeugen nicht vertreiben ließen, berichtete die Polizei in Soest am Sonntag. Nach der Schnabel-Attacke habe die Motorhaube ausgesehen wie nach einem Hagelunwetter.

So, 2015-05-03 14:18
Dachau/Neustadt (dpa)

70 Jahre Befreiung KZ Dachau - Merkel dankt Zeitzeugen

Erinnern - gegen neuen Rassismus und Antisemitismus. Das verlangen Überlebende und Vertreter des Judentums zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau. Erstmals ist auch eine amtierende Bundeskanzlerin gekommen.

Dachau/Neustadt (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau den Überlebenden für ihr Engagement als Zeitzeugen gedankt. «Es ist ein großes Glück, dass Menschen wie Sie bereit sind, uns ihre Lebensgeschichten zu erzählen, das unendliche Leid, das Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus über Sie gebracht hat», sagte Merkel am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung in Dachau.

Die Kanzlerin wandte sich damit besonders an die angereisten hochbetagten Überlebenden, die in berührenden Reden ihre Erinnerungen schilderten. Erst damit bekämen nackte Zahlen ein Gesicht, sagte Merkel. Das Geschehene sei so unvorstellbar - umso wichtiger seien die Berichte. Sie nahm als erste Kanzlerin an der Gedenkveranstaltung zur Lagerbefreiung teil. Merkel war bereits 2013 in Dachau, jedoch nicht beim Jahrestag.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, in Deutschlands dunkelster Zeit sei Dachau zu einem Synonym des Schreckens geworden. «Wir verneigen uns an diesem Ort in Demut und Respekt und versichern: Die Opfer bleiben unvergessen!», sagte Seehofer. «Freiheit und Demokratie brauchen Erinnerung. Die Erinnerung an unvorstellbares Leid mündet in das Bekenntnis: Nie wieder!»

Beim Gedenken im ehemaligen Krematorium saß Merkel neben dem Präsidenten der Lagergemeinschaft Dachau, Max Mannheimer. Der 95-Jährige äußerte sich besorgt angesichts von neuem Rassismus und Antisemitismus in der Welt. «Aus dem historischen Gedenken muss ein verantwortliches Bewusstsein hervorgehen.»

Auch Vertreter des Judentums in Deutschland warnten in Reden vor einem Wiederaufleben von Intoleranz und Gewalt gegen Andersdenkende. «Wenn ich darauf blicke, wie heute einige Bürger gegen Flüchtlinge hetzen oder wie abwertend über Juden gesprochen wird - dann frage ich mich: Wie sehr ist das hohe Gut der Menschenwürde eigentlich noch in den Köpfen verankert?», sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster.

Alle Schulklassen müssten verpflichtend eine KZ-Gedenkstätte besuchen, verlangte Schuster. Junge Menschen müssten begreifen: «Ihr seid nicht schuldig, aber Ihr tragt Verantwortung.» Das Anliegen wolle er im Bayerischen Landtag voranbringen - und er hoffe, dass das Beispiel dann aufgegriffen werde.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch warnte davor, einen «Schlussstrich» zu ziehen. «Ich plädiere dringend dafür, den Heutigen unsere Geschichte nicht als Last, sondern als Chance näherzubringen - als Motivation zu Mündigkeit, Wehrhaftigkeit und Menschlichkeit.»

An der Gedenkfeier nahmen rund 130 Überlebende mit ihren Angehörigen teil, dazu US-Veteranen sowie zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland. US-Truppen hatten das Lager mit rund 30 000 Häftlingen am 29. April 1945 befreit. Zum Jahrestag war ein Duplikat der gestohlenen Tür mit der zynischen Inschrift «Arbeit macht frei» eingesetzt worden. Vor allem Überlebende hatten auf den Ersatz gedrungen - damit die Gäste die menschenverachtende Formulierung gleich am Eingang so lesen können, wie sie selbst sie Jahrzehnte zuvor.

Auch am Gedenken zum 70. Jahrestag der «Cap Arcona»-Katastrophe in der Lübecker Bucht nahmen am Sonntag etwa 50 KZ-Überlebende teil. Britische Bomber hatten die Schiffe «Cap Arcona» und «Thielbek» am 3. Mai 1945 beschossen, weil sie verhindern wollten, dass sich deutsche Soldaten oder Nazi-Größen nach Norwegen absetzen. 7000 Menschen starben, darunter 6600 Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte: «Die Erinnerung an die Unmenschlichkeit macht uns verantwortlich für Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen und ihre Heimat verlassen.»

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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