Di, 2015-07-07 05:50
Berlin (dpa)

Schluss mit Durchatmen: Es wird noch mal heiß und gewittrig

Nach angenehmen Temperaturen am Montag und einer klaren Nacht steht Deutschland ein weiterer Hitzetag bevor. Erneut drohen heftige Gewitter - auch einzelne Tornados sind nicht auszuschließen.

Berlin (dpa) - Nach einer kleinen «Verschnaufpause» müssen sich die Deutschen wieder auf hohe Temperaturen einstellen - und in Teilen des Landes auch auf Starkregen, Hagel und Orkanböen. Während die Temperaturen an den Küsten auf 27 Grad steigen, kommen vor allem die Menschen im Südwesten bei mehr als 35 Grad noch einmal richtig ins Schwitzen. Bis zu 37 Grad heiß soll es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge am Oberrhein werden.

Nachmittags bilden sich laut DWD vor allem über dem Bergland - etwa auf der Alb in Baden-Württemberg - einzelne kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial. Am Abend ziehen dann von Südwesten her teils schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auf. Lokal seien Unwetter möglich, in Oberfranken und in der nördlichen Oberpfalz seien einzelne Tornados nicht auszuschließen.

Nach etlichen Unwettereinsätzen von Feuerwehr und Polizei am Sonntag und in der Nacht zum Montag blieb es bis zum frühen Dienstagmorgen ruhig, wie verschiedene Sprecher sagten. Auch die Züge der Deutschen Bahn fahren wieder - es komme lediglich in Nordrhein-Westfalen rund um Essen auch am Morgen noch zu Umleitungen und zu Verspätungen, sagte ein Sprecher. Auf den Strecken rund um Hannover, nach Berlin und im Norden Deutschlands, die wegen umgestürzter Bäume blockiert oder gesperrt waren, könnten die Züge wieder normal fahren.

Ein Wetterumschwung in der Nacht zum Mittwoch sorgt dann für Aufatmen bei den Hitzegeplagten: Die Höchsttemperaturen sollen am Mittwoch von nur noch 19 Grad an der Nordsee und in höheren Mittelgebirgslagen bis zu 27 Grad im Süden reichen. Auch am Donnerstag bleibt es dem DWD zufolge mit Tageshöchsttemperaturen von 16 Grad im Norden bis zu 25 Grad im Süden vergleichsweise frisch. An beiden Tagen ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen.

Di, 2015-07-07 05:00
Berlin/Belgrad (dpa)

Viele Konflikte und eine Krise - Merkel auf Balkan-Reise Von Thomas Brey und Anja Semmelroch, dpa

Im Schatten der Griechenland-Krise besucht die Kanzlerin mehrere Balkan-Staaten. Auf der Europäischen Union, die gerade auf ihre schwerste Bewährungsprobe zusteuert, ruhen hier Zukunftshoffnungen.

Berlin/Belgrad (dpa) - Keine 800 Kilometer sind es von Albaniens Hauptstadt Tirana bis nach Athen, aber selbst am anderen Ende der Welt könnte die Kanzlerin dem Schatten der Griechenland-Krise in diesen Tagen nicht entkommen. Eilig wurden nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger ein deutsch-französisches Krisentreffen und ein Sondergipfel in Brüssel eingeschoben. Und so überlagert die Über-Krise des Euro die vielen inner- und zwischenstaatlichen Konflikte des Balkans, wenn Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch und Donnerstag (8./9. Juli) nach Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina reist.

Bei allen Fortschritten - nach dem Auseinanderbrechen des jugoslawischen Vielvölkerstaats in den Bürgerkriegen der 1990er Jahre brennt es hier immer noch an allen Ecken und Enden. Das klingt auch an in der aktuellen Video-Botschaft der Kanzlerin, in der sie offen anspricht, «dass es nach wie vor sehr, sehr große Probleme gibt». Im Verhältnis zwischen Serbien und dem Kosovo: «noch extrem viel zu tun». Die Annäherung von Albanien und Serbien: «noch ein mühevoller und langwieriger Prozess». Bosnien-Herzegowina, das Sorgenkind: «weil dort auch die politische Situation noch sehr stagniert».

Erst am Wochenende haben die Serben in dem multi-ethnischen Staat wieder damit gedroht, ihre Landeshälfte von dem anderen, von muslimischen Bosniaken und Kroaten kontrollierten Teil abzuspalten. Auch wollen sie ihre Abgeordneten aus dem Bundesparlament in Sarajevo abziehen. Außerdem droht schon im September der Bankrott, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) wegen Reformunwilligkeit der zerstrittenen Politiker den Geldhahn zugedreht hatte.

In Serbien schwelt der Dauerkonflikt mit der ehemaligen Provinz Kosovo. Eine neue EU-Vermittlung im Streit um die Integration der serbischen Minderheit in dem fast nur noch von Albanern bewohnten Staat war Ende Juni an Maximalforderungen beider Seiten gescheitert. Albanien, eines der ärmsten Länder Europas, kann da mit seinen Korruptions- und Kriminalitätsproblemen fast noch als unverfänglichste Station gelten.

Wie tief die Wunden sind, die für dauerhaften Frieden und Stabilität in der Region erst vernarben, dann heilen müssen, zeigt symbolhaft bereits der Zeitpunkt der Kanzlerinnen-Reise. Zum 20. Mal jährt sich in diesem Juli das Massaker von Srebrenica, das schlimmste Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa.

Offiziell gedacht wird der rund 8000 Männer und Jungen, die bosnisch-serbische Truppen im Juli 1995 innerhalb von acht Tagen ermordeten und in Massengräbern verscharrten, am 11. Juli - ohne Merkel. Aber sie besucht in Sarajevo eine Dauerausstellung. Und trifft Angehörige der «Mütter von Srebrenica», jener Frauen, die auch zwei Jahrzehnte nach dem Massaker für späte Gerechtigkeit kämpfen.

Die Kanzlerin hat mehr als einmal deutlich gemacht, wo sie den Schlüssel zur Versöhnung der Volksgruppen sieht: «Wir haben allen Ländern des westlichen Balkans eine Beitrittsperspektive für die Europäische Union gegeben. Und wir glauben auch, dass nur so die Konflikte zwischen diesen Ländern gelöst werden können», unterstreicht sie in ihrer Video-Botschaft.

Serbien und Albanien haben bereits Kandidatenstatus, Bosnien-Herzegowina ist ein Beitritt bei Erfüllung bestimmter Bedingungen zumindest in Aussicht gestellt. «Es liegt in der Hand und in der Kraft der Länder, wann und wie sie beitreten können», sagte Merkel im August 2014, als die Regierungschefs der sieben Nachfolgestaaten Jugoslawiens und von Albanien auf Einladung der Bundesregierung zur Westbalkan-Konferenz nach Berlin reisten. Bis 2018 soll das Format fortgesetzt werden, diesen Sommer in Wien. Auch darüber soll in Tirana, Belgrad und Sarajevo gesprochen werden.

Und spätestens bei den Pressekonferenzen dürfte es immer um das eine gehen: Griechenland, Griechenland, Griechenland. Denn dass nur ein Europa Stabilität geben kann, das solche auch ausstrahlt, liegt auf der Hand. So hängen Griechenland-Krise und Balkan-Konflikte womöglich doch mehr zusammen, als manchem lieb sein dürfte.

Di, 2015-07-07 05:15
Wien (dpa)

Ob mit oder ohne Iran - Welt ohne Atomwaffen in weiter Ferne Von Christoph Sator, dpa

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sind in der alles entscheidenden Phase. Aber wie auch immer sie ausgehen: Bis zu einer Welt ohne Atomwaffen ist es noch weit.

Wien (dpa) - Bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ist eine Einigung in greifbare Nähe gerückt. Aber wie auch immer die Gespräche zwischen Teheran und der 5+1-Gruppe (die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) letztlich ausgehen: Atomwaffen gibt es auf der Welt immer noch mehr als genug - auch in Deutschland.

Wer hat eigentlich die Atombombe?

Offiziell sind im Atomwaffensperrvertrag von 1970 fünf Staaten als Atommächte genannt: die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - also die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats. Darüber hinaus haben Indien, Pakistan und Nordkorea Tests mit Atomwaffen gemacht. Israel besitzt vermutlich schon seit einem halben Jahrhundert die Atombombe, ohne dies allerdings je offiziell zugegeben zu haben. Insgesamt also: neun Atommächte.

Wie viele Atomwaffen gibt es auf der Welt?

Genaue Zahlen hat niemand. Aber jedenfalls deutlich weniger als früher. Mitte der 1980er Jahre gab es noch etwa 70 000 Atomwaffen, fast alle im Besitz der beiden Supermächte USA und Sowjetunion. Heute - so das Friedensforschungsinstitut Sipri aus Stockholm in seinem neuen Jahrbuch - existieren schätzungsweise noch 15 850 Nuklearwaffen. Die meisten davon hat Russland (7500), gefolgt von den USA (7260). Erst mit weitem Abstand folgen China (260), Pakistan (100-120), Indien (90-110) und die anderen.

Lagern in Deutschland auch noch atomare Sprengköpfe?

Ja, in Rheinland-Pfalz, im Fliegerhort Büchel. Experten gehen davon aus, dass es dort - noch aus Zeiten des Kalten Kriegs - zwischen 10 und 20 amerikanische Sprengköpfe gibt. Alle Forderungen, die Waffen von deutschem Boden abzuziehen, blieben bisher ohne Erfolg. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte kürzlich im Bundestag: «Das Thema ist keineswegs aufgeben. Aber es ist ebenso schwierig wie in den vergangenen Jahren.»

Wie kommen eigentlich die Bemühungen um atomare Abrüstung voran?

Nach dem Ende des Kalten Kriegs hatten die USA und Russland ernsthaft damit begonnen, ihre Atomwaffen zu verschrotten. Doch seit einigen Jahren verringern sie die Arsenale nicht mehr groß. Statt dessen haben beide mit einer Modernisierung begonnen. Zudem werfen sie sich gegenseitig vor, bestehende Abkommen zu brechen. Das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen («Global Zero») - wie es US-Präsident Barack Obama und auch Kremlchef Wladimir Putin einst postuliert hatten - ist wieder weiter in die Ferne gerückt. Wobei: Nah dran war man nie.

Geht das Wettrüsten aufs Neue los?

Der Ukraine-Konflikt hat jedenfalls neue Sorgen ausgelöst: Kiew hatte aus Sowjetzeiten Atomwaffen geerbt, diese dann aber freiwillig vernichtet. Manche meinen, dass Russland darauf verzichtet hätte, sich die Krim wieder einzuverleiben, wenn die Ukraine noch Atommacht gewesen wäre. Nun kündigte Putin noch an, bis zum Jahresende 40 neue Interkontinentalraketen anzuschaffen, die auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. Das muss nicht heißen, dass ein neues Wettrüsten beginnt. Aber die Ära der atomaren Abrüstung ist wohl vorbei.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

weiterlesen

Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

weiterlesen

„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

weiterlesen

Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

1 2 3
Di, 2015-07-07 05:31
Frankfurt/Main (dpa)

Exportschlager aus Deutschland

Frankfurt/Main (dpa) - Deutsche Unternehmen exportierten im vergangenen Jahr Güter im Wert von 2,39 Milliarden Euro in den Iran. Eine Übersicht (Anteil an den deutschen Ausfuhren in das Land in Prozent):

Maschinen 28,1 Prozent

Nahrungsmittel: 26,5 Prozent

Chemische Erzeugnisse: 16,9 Prozent

Kfz- und Teile: 4,8 Prozent

Elektrotechnik: 4,0 Prozent

Mess-/Regeltechnik: 4,0 Prozent

Sonstige: 15,7 Prozent

Di, 2015-07-07 05:35
Wien (dpa)

Der lange Streit um Irans Atomprogramm

Wien (dpa) - Im Atomstreit zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft suchen Unterhändler seit Jahren nach einer Lösung. Einige Daten:

2003: Der Iran erklärt sich bereit, die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von Brennstäben auszusetzen. Teheran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag, das den Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA uneingeschränkten Zugang zu allen Atomanlagen des Landes erlaubt.

2005: Die Gespräche mit Vertretern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens kommen ins Stocken, nachdem der Iran seine Anlage zur Uranumwandlung in Isfahan wieder in Betrieb genommen hat.

2006: Der Iran nimmt die Urananreicherung wieder auf und wendet das Zusatzprotokoll nicht mehr an. Der UN-Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen gegen Teheran. Später folgen weitere Strafmaßnahmen.

2008: EU-Chefdiplomat Javier Solana macht im Namen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands (5+1) Teheran ein neues Angebot zur Kooperation. Der Iran lehnt einen Verzicht auf Urananreicherung aber weiterhin ab. Weitere 5+1-Gespräche bleiben ergebnislos.

2013: Neue Verhandlungen in Genf münden in eine Übergangslösung. Der Iran muss sein Atomprogramm zunächst für sechs Monate auf Eis legen. Dafür sollen erste Sanktionen gelockert werden.

September 2014: Am Rande der UN-Vollversammlung in New York, an der auch der iranische Präsident Hassan Ruhani teilnimmt, gibt es eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe.

November 2014: In Wien scheitert eine neue Gesprächsrunde, die Verhandlungen gehen aber weiter. Bis Mitte 2015 soll eine umfassende Einigung gefunden werden.

März 2015: Eine Lösung scheint immer näher zu rücken. Verhandlungen in Lausanne sind aber bei Fristablauf am 31.3. nicht abgeschlossen.

April 2015: Nach Verlängerung der Verhandlungen verständigen sich die UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran in Lausanne auf Eckpunkte einer Vereinbarung.

Juni: Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen treten in Wien in die entscheidende Phase. Die ursprüngliche auf den 30. Juni festgelegte Frist für eine Einigung wird bis zum 7. Juli verlängert.

Di, 2015-07-07 05:18
Belgrad (dpa)

Was die Kanzlerin auf dem Balkan alles richten soll

Belgrad (dpa) - Beim Besuch von Angela Merkel in Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina haben die Gastländer sehr hohe Erwartungen an die Bundeskanzlerin, die sie kaum erfüllen kann. In den meisten Fällen soll sie eine Art Schiedsrichterin spielen:

- Albanien erwartet mehr Geld aus Berlin. Ein Schwerpunkt ist der Bau der Infrastruktur (Straßen, Stromtrassen, Pipelines).

- Serbien fordert Druck, damit das Kosovo einen Gerichtshof zur Verfolgung der Gräueltaten von Albanern gegen Serben im Kosovo-Krieg (1998/99) errichtet. Das Parlament in Pristina lehnt das ab.

- Belgrad verlangt außerdem Lob für seine von ihm behaupteten Reformen. Als Belohnung soll Merkel grünes Licht für die Eröffnung des ersten Kapitels der EU-Beitrittsverhandlungen geben.

- Bosnien-Herzegowina wünscht sich Wirtschaftshilfen, um den drohenden Bankrott und soziale Unruhen abzuwenden.

- Merkel soll zudem helfen, dass der wegen seines komplizierten Aufbaus und des Dauerstreits seiner Politiker unregierbare Balkanstaat lebensfähig wird. Gleichzeitig soll der deutsche Gast die drohende Abspaltung der bosnischen Serben verhindern.

Bei uns geht's um die Welt.
Kommen Sie doch mit!

6 Ausgaben
im Jahr für nur 33,50 Euro

Di, 2015-07-07 05:45
Auckland (dpa)

Die Versenkung der «Rainbow Warrior»

Auckland (dpa) - Frankreich hat viele Agenten für die «Opération Satanique» - etwa: teuflischer Einsatz - nach Neuseeland geschickt. Eine Frau infiltriert das Greenpeace-Büro als vermeintliche Freiwillige, andere spähen den Hafen von Auckland aus. Zwei leihen sich Tauchgerät und bringen zwei Sprengsätze am Rumpf der «Rainbow Warrior» an. Am 10. Juli 1985 um kurz vor Mitternacht explodieren die, das Schiff sinkt. Fotograf Fernando Pereira (35) ertrinkt.

Die Puzzle-Steine kommen schnell zusammen: die abgereiste Freiwillige, die verdächtigen Französisch-Sprecher, die am Strand mit einem Bootsmotor hantierten, der Campervan, der sie abholte. Als vermeintliche Schweizer Touristen den Van vorzeitig zurückbringen und um einen Preisnachlass feilschen, alarmiert der Laden die Polizei. Unter einem Vorwand bringt sie die beiden in ein Hotel, entdeckt, dass die Pässe gefälscht sind und hört das Telefon ab. Die Agenten rufen den Geheimdienst DGSE in Paris an und berichten.

Erst Monate später räumt Laurent Fabius - damals Premierminister, heute Außenminister - ein, dass sie von höchster Stelle beauftragt waren. Sie werden zu zehn Jahren Haft verurteilt, sollen die Strafe in einem französischen Überseegebiete im Pazifik absitzen. Frankreich entlässt sie aber nach kurzer Zeit. Zuhause werden sie befördert.

Di, 2015-07-07 05:00
Frankfurt/Main (dpa)

Deutsche Firmen hoffen auf Milliardengeschäfte in Iran Von Friederike Marx, dpa

Die Hoffnung ist groß auf ein Ende des Atomstreits mit Iran. Deutsche Firmen könnten von dem enormen Nachholbedarf in dem Land profitieren. Die Hürden sind allerdings höher geworden in den letzten Jahren.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Verhandlungen mit Iran über ein endgültiges Atom-Abkommen sind auf der Zielgeraden. Die deutsche Wirtschaft hofft nach einem Ende der Sanktionen auf Milliardengeschäfte in dem rohstoffreichen Land. Waren «Made in Germany» haben dort einen guten Ruf, schließlich war Deutschland in einigen Bereichen einst der wichtigste Handelspartner Teherans. Die Konkurrenz hat in den Sanktions-Jahren allerdings nicht geschlafen.

Mittelfristig hält der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein Exportvolumen im zweistelligen Milliardenbereich für durchaus realistisch. «Ohne die Sanktionen in der Vergangenheit wäre die Marke von 10 Milliarden Euro womöglich bereits 2014 überschritten worden», sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Tatsächlich waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr «nur» 2,39 Milliarden Euro.

Insbesondere chinesische Wettbewerber profitierten von den Sanktionen, die die USA und die EU verhängt hatten. Gerade einmal 6,3 Prozent der Importe stammen derzeit noch aus Deutschland, Chinas Anteil liegt nach Angaben des Kreditversicherers Euler Hermes mit 15 Prozent etwa doppelt so hoch. Hauptlieferländer waren 2013 die Vereinigten Arabischen Emirate und China.

Deutlich haben sich zum Beispiel die Verhältnisse im Maschinen- und Anlagenbau verschoben - nach wie vor Deutschlands Exportschlager Nummer eins in dem Land. Der Marktanteil deutscher Firmen ist nach Angaben des Branchenverbandes VDMA von gut 30 Prozent im Jahr 2006 auf inzwischen 11,7 Prozent 2013 geschrumpft. An der Spitze stehen nun Wettbewerber aus China mit gut 36 Prozent. Die deutsche Schlüsselindustrie erwartet, dass es erhebliche Anstrengungen kosten wird, «den exorbitant gewachsenen Marktanteil Chinas im Iran wenigstens teilweise wieder zurückzuholen».

Angesichts des enormen Nachholbedarfs des Iran sieht Euler-Hermes-Chefvolkswirt Ludovic Subran dennoch gute Chancen für deutsche Unternehmen. Von 2011 bis heute fehlen dem Land nach seinen Berechnungen Importe in Höhe von 30 Milliarden Euro. «Ausländische Waren wie zum Beispiel Haushaltswaren sind derzeit sehr schwer zu bekommen, ganz zu schweigen von Autos oder Maschinen», sagt Subran. Zudem sind viele Produktionsanlagen veraltet. Sobald die Sanktionen aufgehoben würden, werde der Konsum in Iran massiv ansteigen.

«Die Modernisierung der Ölindustrie und anderer Branchen ist ein spannender Markt vor allem für den Maschinenbau», ergänzt Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Daneben könnten Experten zufolge Autobauer, die chemische Industrie, Pharmazie und Medizintechnik sowie die erneuerbaren Energien von einer Einigung in dem Dauerkonflikt profitieren.

Allerdings bedarf es aus Sicht des DIHK mehr als nur ein Abkommen. «Entscheidend für die Wiederbelebung des deutsch-iranischen Handels wird dabei sein, wie genau die Regelungen in der Praxis umgesetzt werden», sagt Treier, der auch stellvertretender Hauptgeschäftsführer ist. Im Blick hat er dabei unter anderem die Aufhebung der Finanzsanktionen und das Genehmigungsverfahren für die Ausfuhr von sogenannten Dual-Use-Gütern - Produkte, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden können. Die Politik müsse die Banken ermutigen, wieder eine «strukturierte Handelsfinanzierung» für deutsche Unternehmen anzubieten. In der Vergangenheit hatten die Institute deutlich weniger Irangeschäft finanziert - wohl auch vor Sorge vor Ärger in den USA.

Der Wegfall der Sanktionen dürfte der schwächelnden Konjunktur Irans auf die Beine helfen. Die Wirtschaft schrumpft zwar nicht mehr - vor allem das Ölembargo der EU 2012 hatte das Land hart getroffen, die Wirtschaft brach damals um 6,6 Prozent ein. 2014 wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach Schätzungen der Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing GTAI um 1,5 Prozent. Für ein Land, das nicht hochindustrialisiert ist, ist das aber nicht viel.

Nach Einschätzung Bardts werden deutsche Firmen vor allem auf den Handel mit Iran setzen und weniger auf Direktinvestitionen - nicht zuletzt wegen der politisch instabilen Lage in der Region. «Mit dem Aufbau einer eigener Produktion in dem Land dürften sich die meisten zurückhalten.»

Di, 2015-07-07 05:44
Auckland (dpa)

«Rainbow Warrior»-Tragödie befeuert vor 30 Jahren Anti-Atombewegung Von Christiane Oelrich, dpa

Das Greenpeace-Schiff «Rainbow Warrior» liegt vor 30 Jahren im Hafen von Auckland mit der Crew an Bord. Dann knallt es. Bomben. Das Schiff sinkt, ein Fotograf kommt um. Wie französische Agenten die Anti-Atomtest-Bewegung stoppen wollten und das Gegenteil erreichten.

Auckland (dpa) - «Rainbow Warrior» - Regenbogenkrieger, so tauft die Umweltorganisation Greenpeace Ende der 70er Jahre ihr Schiff, mit dem sie Einsätze gegen Umweltzerstörung fahren will. Die Inspiration stammt von den Cree-Indianern: «Wenn die Welt krank wird und stirbt, erhebt sich das Volk wie Krieger des Regenbogens...». Aber die Mission des Schiffes endet im Hafen von Auckland in Neuseeland vor 30 Jahren abrupt und tragisch: französische Agenten versenken das Schiff, Fotograf Fernando Pereira ertrinkt.

Der französische Geheimdienst DGSE wollte den Auslauf der «Rainbow Warrior» zu einer Protestaktion gegen Atomtests am Moruroa-Atoll im Pazifik verhindern. «Aber der Schuss ging nach hinten los», sagt der damalige Skipper, Pete Willcox, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Aktion hat die Gegner der Atomtests nur noch entschiedener gemacht», sagt Neuseelands heutige Greenpeace-Chefin Bunny McDiarmid, die damals zur Crew gehörte. Eineinhalb Jahre später trat der Vertrag über die Atomfreie Zone Südpazifik in Kraft.

10. Juli 1985, im Hafen von Auckland: An Bord der «Rainbow Warrior» wird gefeiert, in ein paar Tagen soll der neue Einsatz starten. Kurz vor Mitternacht erschüttert eine Detonation das Boot. «Ich schlief in meiner Kajüte», sagt Willcox. Die Crew bemerkt den Wassereinbruch und flieht. Pereira (35) auch, er kehrt aber zurück, um seine Kamera zu holen. Da reißt die zweite Bombe ein Loch in den Rumpf. Das Schiff sinkt innerhalb von Minuten. Pereira ertrinkt.

«Ich dachte gleich, da ist etwas faul, aber wir hatten keine Ahnung, das die französische Regierung so eine Angst vor einem Haufen junger Leute hat, dass sie uns ermorden wollte», sagt Willcox. Journalist David Robie war bis zu dem Abend wochenlang an Bord gewesen. Er dokumentiert die französische Verwicklung in seinem Buch «Eyes of Fire - die letzte Reise der Rainbow Warrior» akribisch. «Ich wollte an dem Abend eigentlich meine neun und fünf Jahre alten Söhne und deren Pfadfinder-Freunde an Bord holen. Ich hatte das erst in letzter Minute abgesagt», sagt er.

Der Terrorakt, wie neuseeländische Politiker die Aktion nennen, ist beispiellos unter befreundeten Ländern. Jahrelang ist das Verhältnis zwischen Frankreich und Neuseeland schwer belastet. Nicht mehr: «Das liegt weit hinter uns, danke für den Anruf», sagt eine Sprecherin der französischen Botschaft knapp am Telefon. Mit den 6,5 Millionen US-Dollar Entschädigung, die Frankreich zahlte, wurde 1991 ein Freundschaftsfonds gegründet, der etwa den Studentenaustausch fördert. «Unsere Beziehungen sind nach 30 Jahren stärker als je zuvor», sagt eine Sprecherin des Außenministeriums.

«Wir nutzen den Jahrestag, um mutige Akte besorgter Bürger zu feiern», sagt McDiarmid. Greenpeace Frankreich organisiert am Eiffelturm eine Konferenz. «Es geht darum, dass die Zivilgesellschaft in aller Welt unter Beschuss ist», sagt Organisator Sylvain Trottier.

«Bis heute ist rätselhaft: warum taten sie das?» sagt Robie. «Es war völlig kontraproduktiv.» Greenpeace bekam Zulauf wie nie zuvor, der Widerstand gegen Atomtests wuchs. «Andere Länder haben nichts daraus gelernt», sagt Willcox. Er wurde 2013 mit seiner Crew in Russland bei einem Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis festgesetzt und war 100 Tage in Haft. «Durch den Wirbel um unsere Haft haben Millionen Menschen erst von den verheerenden Ölbohrungen erfahren», sagt er.

Wie die anderen Crew-Mitglieder hat Willcox nach dem Trauma von Auckland nie ans Aufgeben gedacht. «Solche Aktionen werden uns nie zum Schweigen bringen», sagt er. Willcox ist heute 62. Am Jahrestag steuert der Amerikaner die neue «Rainbow Warrior» zu einer Protestaktion gegen Umweltverschmutzung am Great Barrier Reef in Australien. Er hat noch viel vor: «Mein Vater ist 95, der segelt seine Jolle bis heute bei Rennen in New York», sagt er lachend.

Das Wrack der ersten «Rainbow Warrior» wurde in der Bucht von Matauri an den Cavalli-Inseln in Neuseeland versenkt. Es ist ein lebendes Riff, mit Wasserpflanzen und Fischen. Einer der damals verurteilten Agenten, Alain Mafart, ist inzwischen Naturfotograf. Fast wäre eines seiner Fotos in diesem Jahr in einem Greenpeace-Kalender in den USA abgedruckt worden. Der Fauxpas wurde in letzter Minute entdeckt.

- 20 %

PRODUKT
der Woche

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

weiterlesen

Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

weiterlesen

Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

weiterlesen

Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

1 2 3
Di, 2015-07-07 03:57
Wien (dpa)

Nur noch wenig Zeit für eine Lösung im Atomstreit mit dem Iran

Es könnte ein historischer Moment werden: Die Einigung im Atomstreit mit dem Iran. Eine selbst gesetzte Frist läuft um Mitternacht aus. Hinter verschlossenen Türen nimmt ein Vertrag Formen an. Aber Zweifel bleiben.

Wien (dpa) - Kurz vor Ablauf der Frist laufen die Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits mit dem Iran auf Hochtouren. Den Verhandlern in Wien bleiben für einen Durchbruch nur noch wenige Stunden - bis Dienstag um Mitternacht. Trotz optimistischer Äußerungen wird ohne weitere Bewegung ein Scheitern nicht ausgeschlossen. «Wir sind noch nicht durch. Wir sollten nicht unterschätzen, dass wichtige Fragen noch nicht gelöst sind», hieß es am Montagabend aus deutschen Diplomatenkreisen.

Erstmals rangen alle Außenminister der sieben beteiligten Nationen in großer Runde bis in die Nacht um letzte strittige Punkte. Die 5+1-Gruppe - das sind die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland - will mit dem Iran einen Vertrag abschließen, der sicherstellt, dass die Islamische Republik keine Atombombe baut. Der Westen will Wirtschaftssanktionen gegen Teheran schrittweise aufheben. 

Im Grundsatz hatten sich die Parteien bereits im April im schweizerischen Lausanne geeinigt. Laut damaligem Rahmenabkommen muss die Islamische Republik ihre Bestände an niedrig angereichertem Uran drastisch abbauen und ihre Kapazitäten zur Uran-Anreicherung deutlich reduzieren. In dem nun angestrebten umfassenden Abkommen geht es aber um viele vertragliche Details, die auch vor den Kritikern eines Abkommens in den USA, im Iran und in Israel Bestand haben sollen. 

Ein solches Abkommen hätte weitreichende Konsequenzen. So würde es das Ende einer 36-jährigen politischen Eiszeit zwischen den USA und dem Iran markieren. Außerdem hat der Iran großen Einfluss in der Krisenregion Naher Osten. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat mehrfach betont, dass ein solcher diplomatischer Erfolg neue politische Möglichkeiten im Irak und Syrien eröffnen könnte. Eine Einigung um jeden Preis haben Steinmeier und andere Außenminister aber ausgeschlossen.

Israel kritisierte bereits vor einer Einigung die Verhandlungen scharf. «Besser keinen Deal als diesen sehr schlechten Deal», sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. 

Eine prinzipiell mögliche Verschiebung der Frist hätte erhebliche Konsequenzen. Liegt dem US-Kongress eine Übereinkunft bis Donnerstag vor, hätten die Abgeordneten 30 Tage Zeit zur Überprüfung. Bei Verzögerungen verdoppelt sich diese Zeit. Dies würde Gegnern eines Abkommens - besonders in den USA, im Iran und auch in Israel - mehr Zeit geben, die Übereinkunft zu torpedieren.

Di, 2015-07-07 00:45
Freital (dpa)

Hitziger Streit ums Asyl - Tumulte bei Freitaler Bürgerversammlung Von Martin Fischer, dpa

Es wird gebrüllt und gepöbelt, Andersdenkenden wird das Rederecht entzogen: Bei einer Bürgerversammlung zum Thema Asyl kommt es im sächsischen Freital zu Tumulten. Die Stadt, die mit Anti-Asyl-Protesten von sich reden macht, scheint tief gespalten.

Freital (dpa) - Tumultartige Szenen und heftige Anfeindungen haben eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl im sächsischen Freital überlagert. Die Stadt vor den Toren Dresdens hatte in den vergangenen Wochen mit teils rassistischen Protesten vor einer Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Hotel Schlagzeilen gemacht. Bei der Versammlung am Montagabend wurden erneut pauschale Vorurteile und Hetze gegen Asylbewerber laut. Versammlungsteilnehmer, die sich für Flüchtlinge einsetzten, wurden von anderen niedergebrüllt.

Die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates und der künftige Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) forderten ein Ende von Fremdenfeindlichkeit und Hass. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), der sich den Fragen der Bürger stellte, zeigte sich von den Störern enttäuscht. Mit denen sei ein Gespräch unmöglich. «Erfolg sieht anders aus, aber wichtig war sie, die Veranstaltung.» Es sei darum gegangen, Sorgen und Themen der Bürger aufzunehmen.

Gleich zu Beginn der Versammlung gab es heftige Proteste, als der Saal wegen Überfüllung geschlossen wurde. Viele Bürger standen noch vor dem Gebäude und verlangten wütend Einlass. Laut Stadtverwaltung waren 380 Versammlungsteilnehmer zugelassen. Erst als noch einige weitere Bürger eingelassen wurden und zugesagt wurde, eine weitere Versammlung abzuhalten, beruhigte sich die Situation leicht.

Ulbig wurde ausgebuht, als er die Situation bei der Flüchtlingsunterbringung darstellen wollte. Bürger warfen der Politik vor, sie zu belügen. Die Asylbewerber würden den Frieden in dem Wohngebiet stören. «Die verursachen nur Dreck und Müll und schmeißen alles aus dem Fenster», sagte eine Anwohnerin. Eine andere gab an, wegen des Lärms nachts ohne Schlaftabletten kein Auge mehr zuzumachen. Geld würde «für Asylbewerber verschwendet» und fehle beim Kitabau oder für marode Schulen.

Bürger, die sich kritisch mit den Anti-Asyl-Protesten vor dem Heim auseinandersetzen, wurden mit «Halt die Fresse»-Rufen niedergeschrien. Einer Vertreterin der Initiative für Weltoffenheit und Toleranz wurde das Mikrofon weggenommen.

Seit Monaten kommt es in Freital zu Protesten gegen die vom Landkreis genutzte Asylunterkunft in dem früheren Hotel. Als dort vor zwei Wochen eine Erstaufnahmeeinrichtung mit weiteren 280 Plätzen eingerichtet wurde, eskalierte die Lage. Die Anwohner sprachen von einer «Nacht- und Nebelaktion» der Landesregierung. Den Asylgegnern stellten sich teils mehr als hundert Gegendemonstranten entgegen. Mehrfach wurden sie von mutmaßlich Rechten angegriffen.

Mo, 2015-07-06 23:17
Boston (dpa)

Boston-Bomber will Todesurteil kippen

Boston (dpa) - Der zum Tode verurteilte Boston-Bomber Dschochar Zarnajew will das Urteil gegen ihn vor Gericht anfechten. Seine Verteidiger reichten am Montag entsprechende Unterlagen ein, wie der «Boston Globe» berichtete. Formell soll die Berufung bis Mitte August eingereicht werden. Durch das Berufungsverfahren könnte sich der Prozess in Boston noch über Monate oder gar Jahre hinziehen.

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze gezündet, durch die drei Menschen getötet und 260 verletzt wurden. Eine Geschworenenjury verurteilte ihn Mitte Mai zum Tod. Bei der formellen Verlesung des Urteils vor zwei Wochen hatte Zarnajew die Tat gestanden.

Mo, 2015-07-06 22:21
Freital (dpa)

Tumult bei Freitaler Bürgerversammlung zu Asyl

Freital (dpa) - Begleitet von tumultartigen Szenen hat in Freital am Montagabend eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl stattgefunden. Die Stadt vor den Toren Dresdens hatte in den vergangenen Wochen mit teils ausländerfeindlichen Protesten vor einer Asylunterkunft in einem ehemaligen Hotel für Schlagzeilen gesorgt. Bei der Versammlung im Kulturhaus wurden aus den Reihen der Teilnehmer erneut pauschale Vorurteile gegen Asylbewerber geäußert. Andere Teilnehmer, die sich für die Flüchtlinge einsetzen wollten, wurden niedergebrüllt.

Gleich zu Beginn gab es heftige Proteste, als der Saal wegen Überfüllung geschlossen wurde. Viele Bürger standen noch vor dem Gebäude und verlangten wütend Einlass. Als Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) die aktuelle Situation bei der Flüchtlingsunterbringung darstellen wollte, wurde er ausgebuht.

Seit Monaten kommt es in Freital zu Protesten gegen die vom Landkreis genutzte Asylunterkunft in dem früheren Hotel. Als dort vor zwei Wochen eine Erstaufnahmeeinrichtung mit weiteren 280 Plätzen eingerichtet wurde, eskalierte die Lage. Die Anwohner sprachen von einer «Nacht- und Nebelaktion» der Landesregierung. Ulbig räumte Fehler bei der Kommunikation ein.

Mo, 2015-07-06 22:08
Mogadischu (dpa)

Handgranate in Markt geworfen: Mindestens sechs Tote in Mogadischu

Mogadischu (dpa) - In einem belebten Markt in der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat am Montag ein mutmaßlicher Islamist eine Handgranate in eine Gruppe von Menschen geworfen. Bei dem Vorfall starben nach Polizeiangaben mindestens sechs Menschen. Der Angreifer, der auf einem Motorrad unterwegs war, soll der islamistischen Al-Shabaab-Miliz angehören. Angeblich war eine Gruppe von Soldaten Ziel des Anschlags. Der Motorradfahrer habe sie aber verfehlt und stattdessen Zivilisten getroffen. Die Soldaten hätten das Feuer eröffnet und dabei versehentlich weitere Menschen getötet. Mindestens 14 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Mo, 2015-07-06 20:25
Wien/Teheran (dpa)

Atomabkommen mit dem Iran in Reichweite - Noch Bewegung nötig

Im Atompoker mit dem Iran läuft die Frist ab, jetzt müssen Entscheidungen her. Trotz letzter Streitpunkte scheint ein Kompromiss möglich. Doch die Uhr tickt.

Wien/Teheran (dpa) - Im Atomstreit mit dem Iran läuft die Zeit für eine Einigung ab. Einen Tag vor Fristablauf haben alle Außenminister der sieben beteiligten Nationen am Montag um letzte strittige Punkte gerungen. In den Optimismus mischten sich auch Warnungen vor zu früher Zuversicht. Eine Einigung um jeden Preis werde es nicht geben, hieß es einhellig aus der 5+1-Gruppe - das sind die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland.

Nach Angaben aus den Delegationen in Wien sind die Lücken im Text des angestrebten Abkommens geschrumpft. Ohne weitere Bewegung wird ein Scheitern aber nicht ausgeschlossen. «Wir sind noch nicht durch. Wir sollten nicht unterschätzen, dass wichtige Fragen noch nicht gelöst sind», hieß es am Montagabend aus deutschen Diplomatenkreisen. Als besonders heikel gilt weiterhin der Zeitplan zur Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran.

«Ein umfassendes Abkommen ist in Reichweite», sagte Chinas Außenminister Wang Yi in Wien. Das Abkommen soll sicherstellen, dass der Iran die Kernkraft zivil nutzen kann, ohne in den Besitz einer Atombombe zu kommen. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen des Westens schrittweise aufgehoben werden. Die Frist für eine Einigung läuft am Dienstag um Mitternacht ab. 

Im Iran bereiten sich die Verantwortlichen bereits auf einen positiven Ausgang vor. Die Menschen sollen allerdings nicht zu ausgelassen feiern, denn der Mittwoch ist ein religiöser Trauertag in der Islamischen Republik. Musik und Tanz ist an diesem Tag untersagt. Das Innenministerium ließ vorab wissen, dass es im Falle eines Durchbruchs keine spontanen Straßenfeste erlauben und auch keine Feier ausrichten werde.

Die Grundsatzeinigung im April im schweizerischen Lausanne hatten Zehntausende Teheraner mit spontanen Jubelfeiern, Hupkonzerten und Sprechchören wie «Obama, Obama» gefeiert. Nach Jahren der Wirtschaftsflaute hoffen viele der 75 Millionen Perser auf einen Aufschwung und ein Ende der internationalen Isolation. Ganz oben auf der Forderungsliste Teherans steht ein Ende der Finanzsanktionen und des Ölembargos.    

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf den Weltmächten am Montag vor, sie machten täglich mehr Konzessionen. Das Verhandlungsmotto müsse aber lauten: «Besser keinen Deal als diesen sehr schlechten Deal.» Netanjahu sieht in dem iranischen Atomprogramm die größte Bedrohung für Israel.

Eine prinzipiell mögliche Verschiebung der Frist hätte erhebliche Konsequenzen. Liegt dem US-Kongress eine Übereinkunft bis Donnerstag vor, hätten die Abgeordneten 30 Tage Zeit zur Überprüfung. Bei Verzögerungen verdoppelt sich diese Zeit. Dies würde Gegnern eines Abkommens - besonders in den USA, im Iran und auch in Israel - mehr Zeit geben, die Übereinkunft zu torpedieren.

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

 

Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)


Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

Keine Anzeige!

Weiterlesen
Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

Seiten