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Di, 2016-02-09 08:50
Berlin (dpa)

Lust auf Fleisch mit fatalen Folgen - Risiko für Gesundheit und Klima Von Torsten Holtz, dpa

Die Deutschen essen gern viel Fleisch - zu viel, sagen Ernährungsexperten mit Blick auf Gesundheitsrisiken. Auch die Umwelt und das Klima nehmen Schaden. Was können Staat und Verbraucher tun?

Berlin (dpa) - Der Fleischverbrauch in Deutschland übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte. In der Fastenzeit ab Aschermittwoch verzichten viele Menschen traditionell auf Fleisch. Was viele nicht wissen: Das nützt nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch dem Klimaschutz.

Wie viel Fleisch essen wir überhaupt?

Der Fleischverbrauch beträgt pro Kopf und Jahr 88,3 Kilogramm. Zieht man den Knochenanteil ab, verzehrt jeder Bürger in Deutschland 60,3 Kilo Fleisch - zu zwei Dritteln vom Schwein. Der Pro-Kopf-Verbrauch übersteigt den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte - und den Indiens sogar um das 20-fache. In Deutschland wird massenhaft Fleisch erzeugt, sogar ein Fünftel mehr als verbraucht wird. 2015 war mit 8,22 Millionen Tonnen ein Rekordjahr. Umgerechnet bedeutet das, dass hierzulande jährlich etwa 59 Millionen Schweine geschlachtet werden.

Ist das zu viel?

Ja. Die Ernährungskampagne «In Form» der Bundesregierung rät: «Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung sollten Sie nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche essen.» Das entspricht einer Jahresmenge zwischen 15 und 31 Kilogramm. Gesundheitsfördernd und nachhaltig ernährt sich demnach, wer überwiegend pflanzliche Lebensmittel isst. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Ende Oktober gewarnt, Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch erhöhe das Darmkrebsrisiko. Bei rotem Fleisch - dem Muskelfleisch von Säugetieren - ist dies den Forschern zufolge zumindest wahrscheinlich.

Und was ist mit der Umwelt?

Unser hoher Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung vergrößern den Ausstoß an Treibhausgasen und befördern den Flächenverbrauch weltweit, etwa für Sojaanbau in Südamerika. Die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass die Viehhaltung global für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist - das ist ähnlich viel wie der gesamte Transportsektor, also alle Autos, Lkw, Flugzeuge, Traktoren zusammen.

Wie ist das zu erklären?

Wälder werden in Land- und Weideflächen umgewandelt, beim Futteranbau wird Stickstoffdünger eingesetzt, Rinder stoßen sehr viel Methan aus. Der Umweltverband WWF rechnet vor: Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspreche umgerechnet 75 Milliarden Kilometern mit dem Pkw.

Was könnte der Gesetzgeber tun?

Umweltschützer rügen, dass Fleisch hierzulande überwiegend zu billig produziert und verkauft wird. Dies befördert intensive Massentierhaltung - mit unguten Folgen wie Grundwasserverschmutzung und Antibiotikaeinsatz. Eine Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2013 zeigt unter anderem, dass ein «Gülle-Euro», eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, positive ökologische Lenkungswirkung in den Betrieben hätte. Es würde dann weniger Stickstoff auf die Felder ausgebracht. In der Folge würde sich ein Kilo Rindfleisch um knapp sieben Prozent und Schweinefleisch um etwa 2,5 Prozent verteuern.

Wirkungsvoll wäre auch die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Fleischprodukte. Derzeit werden Fleischerzeugnisse - wie alle Lebensmittel - mit einem ermäßigten Satz von 7 statt 19 Prozent besteuert. «Damit wird de facto der ökologisch und gesundheitlich problematische übermäßige Fleischkonsum subventioniert», moniert Greenpeace in der Studie.

Di, 2016-02-09 08:06
Kabul (dpa)

USA schickt Hunderte Soldaten in umkämpfte Provinz Helmand

Kabul (dpa) - Die USA wollen Hunderte Soldaten in die schwer umkämpfte afghanische Südprovinz Helmand schicken. Nach einem Bericht der britischen Zeitung «The Guardian» sollen sie afghanische Streitkräfte im Kampf gegen die Taliban unterstützen. Es werde ein Bataillon entsandt.

US-Präsident Barack Obama hatte den amerikanischen Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell für beendet erklärt. Allerdings sind nach unbestätigten Berichten aus Helmand US-Spezialkräfte regelmäßig an Gefechten beteiligt.

In den vergangenen zehn Tagen haben sich die Kämpfe vor allem in Sangin noch einmal intensiviert, sagte Provinzratsmitglied Abdul Achunsada am Dienstag. Armee und Polizei hätten nur noch Kontrolle über einen Armeestandort, seien aber von Taliban umzingelt. Nachschub erreiche die Soldaten nicht. Der Sender Tolo News berichtete von Armeekommandeuren, die um Hilfe bäten.

Di, 2016-02-09 09:00
Stuttgart (dpa)

Porsche-Chef pocht auf staatliche Investitionen in Elektromobilität

Stuttgart (dpa) - Porsche-Chef Oliver Blume sieht die Bundesregierung beim Bau von Ladestationen für Elektroautos in der Pflicht. «Man kann (als Politik) nicht fordern, eine Million Elektrofahrzeuge im Land zu haben, ohne einen Beitrag für die Ladeinfrastruktur zu leisten», sagte der Chef des Sport- und Geländewagenbauers in Stuttgart. Die Bundesregierung erwägt unter anderem eine Kaufprämie, um ihr Ziel von einer Million Elektroautos in Deutschland im Jahr 2020 doch noch zu erreichen. Solch eine Prämie sieht Blume skeptisch: Sinnvoller wären massive Investitionen in schnelle Ladestationen an deutschen Straßen. Porsche will bis Ende dieses Jahrzehnts einen Elektro-Sportwagen auf den Markt bringen, dessen Reichweite bei 500 Kilometern liegen soll.

Di, 2016-02-09 08:03
Jerusalem (dpa)

Arabische Abgeordnete in Israel für mehrere Monate suspendiert

Jerusalem (dpa) - Drei arabische Knesset-Abgeordnete sind in Israel wegen eines Treffens mit den Familien palästinensischer Attentäter von Parlamentssitzungen suspendiert worden. Der israelische Rundfunk berichtete am Dienstag, der Ethik-Ausschuss des Parlaments habe dies beschlossen. Regierungschef Benjamin Netanjahu und Parlamentspräsident Juli Edelstein hatten gegen die drei Parlamentarier Beschwerde eingelegt.

Die Abgeordneten Hanan Soabi, Dschamal Sahalka und Basel Ghattas von der Balad-Partei hatten sich vor einer Woche unter anderem mit dem Vater eines Palästinensers getroffen, der im Oktober in Jerusalem drei Israelis getötet hatte. Die Angehörigen baten die arabischen Abgeordneten nach Medienberichten, Druck auf Israel auszuüben, damit die Leichen der Attentäter den Familien übergeben werden.

Das Treffen wurde in Israel von rechtsorientierten Politikern, aber auch von der Mitte-Links-Opposition scharf kritisiert. Sahalka sei nun für zwei Monate, Soabi und Ghattas für vier Monate von Parlamentssitzungen ausgeschlossen, berichtete der Sender. Sie dürften allerdings weiter abstimmen. Ihre Partei verurteilte die Entscheidung als anti-demokratisch und kritisierte eine «Hetzkampagne» Netanjahus.

Di, 2016-02-09 07:50
Kabul (dpa)

USA schickt Hunderte Soldaten in umkämpfte Provinz Helmand

Kabul (dpa) - Die USA wollen Hunderte Soldaten in die schwer umkämpfte afghanische Südprovinz Helmand schicken. Nach einem Bericht der britischen Zeitung «The Guardian» sollen sie afghanische Streitkräfte im Kampf gegen die Taliban unterstützen. Es werde ein Bataillon entsandt, dessen Gefechtsstärke zwischen 300 und 1000 Soldaten umfasst.

US-Präsident Barack Obama hatte den amerikanischen Kampfeinsatz Ende 2014 offiziell für beendet erklärt. Allerdings sind nach unbestätigten Berichten aus Helmand US-Spezialkräfte regelmäßig an Gefechten beteiligt.

In den vergangenen zehn Tagen haben sich die Kämpfe vor allem in Sangin noch einmal intensiviert, sagte Provinzratsmitglied Abdul Achunsada am Dienstag. Armee und Polizei hätten nur noch Kontrolle über einen Armeestandort, seien aber von Taliban umzingelt. Nachschub erreiche die Soldaten nicht. Der Sender Tolo News berichtete von Armeekommandeuren, die um Hilfe bäten.

Di, 2016-02-09 07:14
Seoul (dpa)

Südkorea: Nordkoreas Rakete bringt Satelliten auf Erdumlaufbahn

Seoul (dpa) - Nordkorea hat mit seinem jüngsten Raketenstart erfolgreich einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn geschossen - doch Signale wurden bisher nicht aufgefangen. Das teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag nach Analysen des zwei Tage zuvor erfolgten, umstrittenen Raketenstarts mit. Der Satellit «Kwangmyongsong-4» kreise in etwa 500 Kilometern Höhe um die Erde. 

Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, der Satellit befinde «auf einem Schlingerkurs im Orbit». Das sei das zweite Mal, dass Nordkorea vergeblich versucht habe, einen Satelliten auf eine stabile Umlaufbahn zu bringen.     

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag wurde weltweit kritisiert. Während das kommunistische Regime von einem «legitimen Recht auf Weltraumforschung» sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete.

Die Trägerrakete wies den südkoreanischen Angaben zufolge die gleichen technischen Merkmale wie die Ende 2012 von Nordkorea abgefeuerte Rakete auf. Das deute auf nur geringen technischen Fortschritt hin, wurde ein Ministeriumsvertreter von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. 

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Di, 2016-02-09 07:09
Berlin (dpa)

Roth fordert Öffnung der syrisch-türkischen Grenze für Flüchtlinge

Berlin (dpa) - Angesichts der dramatischen Lage in Syrien fordert die Grünen-Politikerin Claudia Roth die Türkei zur Öffnung der Grenze auf. «Man kann die Leute nicht an den Grenzen auf syrischem Gebiet festhalten, in Lager einsperren, das ist nicht zu akzeptieren», sagte Roth am Dienstag dem Deutschlandfunk. Das Primat sollte der Schutz für Flüchtlinge sein und nicht der Schutz vor Flüchtlingen. An der syrisch-türkischen Grenze sind tausende Menschen gestrandet, die vor den Kämpfen in Nordsyrien geflohen sind. Die Türkei hat erklärt, dass sie das Ende ihrer Aufnahmekapazität erreicht habe. Das Land hat bereits 2,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Di, 2016-02-09 07:56
Kiew (dpa)

Weiter Feuergefechte am Flughafen von Donezk

Kiew (dpa) - Trotz geltender Waffenruhe in der Ostukraine liefern sich prorussische Separatisten und die ukrainische Armee weiter Feuergefechte. Nach Angaben der ukrainischen Armee vom Dienstag wurden ihre Vorposten in den Orten Awdijiwka, Opytne und Pisky nahe des Flughafens von Donezk beschossen. Dabei hätten die Separatisten Maschinengewehre und Panzerfäuste eingesetzt. Entlang der fast 500 Kilometer langen Frontlinie im Osten zählten die Ukrainer nach diesen Angaben seit Montag 45 Angriffe der Separatisten.

Die selbst ernannte Volksrepublik Luhansk berichtete von sechs Angriffen der Ukrainer, die unter anderem aus Mörsern und Panzerwagen geschossen hätten. In dem seit April 2014 dauernden Krieg sind mehr als 9000 Menschen getötet worden. Vor einem Jahr am 12. Februar 2015 wurde in Minsk eine Friedensregelung vereinbart. Die Waffenruhe wird jedoch immer wieder gebrochen, so dass die politischen Regelungen nicht umgesetzt werden können.

Di, 2016-02-09 07:38
Frankfurt/Main (dpa)

US-Umweltbehörde warnt vor «Wildwest» bei Abgaswerten

Frankfurt/Main (dpa) - Ein Abteilungsleiter der US-Umweltbehörde EPA hat das Vorgehen gegen Volkswagens Abgas-Manipulationen verteidigt. «VW wird von uns nicht anders behandelt als andere Unternehmen», sagte der für Verkehr zuständige EPA-Direktor Christopher Grundler der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag). «Ich glaube nicht, dass wir besonders streng mit Volkswagen sind.» Im Schnitt führten Maßnahmen der EPA zu durchschnittlich zwei Millionen zurückgerufenen Autos im Jahr, die in Verbindung mit Schadstoffausstoß stünden.

Grundler mahnte einen fairen Wettbewerb zwischen den Autoherstellern an, die jedes Jahr Milliarden Dollar in Technik investierten, um den Abgaswerten zu entsprechen. «Wenn die Hersteller nicht mehr das Vertrauen haben, dass es einen fairen Wettbewerb gibt, dann ist es wie im Wilden Westen», sagte Grundler der Zeitung.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

Großbritannien: Schlafende Konten

Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Finnlands Hauptstadt Helsinki soll die Verkehrsdichte lindern und Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA – Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen – Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Di, 2016-02-09 06:25
Singapur (dpa)

Ölpreise steigen leicht

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (195 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 32,90 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im März stieg um 28 Cent auf 29,97 Dollar.

Am Markt wurde der zuletzt schwächere Dollar als Grund für die Preisstabilisierung genannt. Da Erdöl in der US-Währung gehandelt wird, wird der Rohstoff mit schwächerem Dollar für Abnehmer außerhalb des Dollarraums günstiger, was die Nachfrage belebt. Einige Marktteilnehmer sprachen auch von einer typischen Gegenbewegung nach Kursverlusten. Im längeren Vergleich ist Rohöl nach wie vor außergewöhnlich günstig.

Di, 2016-02-09 07:00
Wismar (dpa)

Anleger fürchten beim Brennstoffhersteller German Pellets um ihr Geld

Der Wismarer Holzverarbeiter German Pellets muss Geldgeber um Verlängerung einer Anleihe bitten, die eigentlich in wenigen Wochen zurückgezahlt werden müsste. Anlegervertreter fürchten Schlimmes.

Wismar (dpa) - Tausende Anleger beim Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets bangen um ihr Geld. Für diesen Mittwoch (10. Februar) hat das Unternehmen zu einer Gläubigerversammlung nach Wismar eingeladen. Formal geht es dort um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro, die eigentlich zum 1. April zurückgezahlt werden müsste.

German Pellets schlägt den Gläubigern eine Laufzeitverlängerung der Anleihe um zwei Jahre bis zum 31. März 2018 vor. Außerdem soll der Zinssatz von bisher 7,25 auf 5,25 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug sollen die Anleiheinhaber 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der German Pellets GmbH als Sicherheit erhalten. Zu weiteren Angaben war die Geschäftsführung von German Pellets vor der Gläubigerversammlung nicht bereit.

Das Arbeitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern beobachte die Entwicklungen bei German Pellets mit Sorge, sagte ein Ministeriumssprecher in Schwerin. Unternehmen und Gläubiger seien jetzt aufgefordert, gemeinsam Lösungen zu finden. Ziel müsse dabei vor allem der langfristige Erhalt der Arbeitsplätze in Wismar sein. Die Firma beschäftigt rund 600 Mitarbeiter, davon 150 in Wismar.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) empfiehlt den Gläubigern, die Vorschläge des Unternehmens abzulehnen. Sprecher Daniel Bauer sagte: «Wenn wir der Verlängerung um zwei Jahre zustimmen, wird sich operativ nichts verbessern. Wir brauchen einen radikalen Schnitt.» Die wirtschaftliche Situation von German Pellets sei völlig unklar.

«Es geht um rund 200 Millionen Euro von schätzungsweise 10 000 bis 12 000 Anlegern», sagte Bauer. German Pellets ist über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro bei Anlegern in der Schuld. Die Laufzeit dieser Anleihen endet aber erst 2018 beziehungsweise 2019.

Das Familienunternehmen ist nach eigenen Angaben 2005 gegründet worden. Das erste Pelletwerk entstand in Wismar. Das Unternehmen expandierte in den Folgejahren. Mehrere Standorte in Deutschland, Österreich, Belgien und den USA kamen hinzu. German Pellets produziert Holzpellets für spezielle Heizungen und Pelletöfen in Haushalten, aber auch für Kraftwerke zur Produktion von Strom und Wärme.

Di, 2016-02-09 05:41
Concord (dpa)

Vorwahl in New Hampshire: Einige Wähler haben schon abgestimmt

Für Donald Trump, Hillary Clinton und Co. steht die nächste Vorwahl in einem umkämpften US-Bundesstaat an. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet: Einige Kandidaten sind schon raus aus dem Präsidentschaftsrennen, werden es mehr?

Concord (dpa) - Mit der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire geht in den USA das Rennen um die Präsidentschaftskandidaten von Demokraten und Republikanern weiter. Einige Wähler in drei kleinen Ortschaften stimmten schon in der Nacht ab, wie US-Medien berichteten. Kurz zuvor hatten die demokratischen und republikanischen Präsidentschaftsbewerber noch einmal um Stimmen geworben.

In dem Ort Dixville Notch gaben neun Menschen ihre Stimmen ab. Dort hat diese Mitternachtsabstimmung seit 1960 Tradition. In Dixville Notch gab es bei den Republikanern drei Stimmen für John Kasich und zwei für Donald Trump. Bei den Demokraten bekam Bernie Sanders vier Stimmen, Hillary Clinton ging leer aus.

Die übrigen Wahllokale sollten frühestens um 06.00 (Ortszeit/12.00 MEZ) öffnen, andere auch erst später. Sie schließen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, manche haben bis 20.00 (Ortszeit/02.00 MEZ am Mittwoch) geöffnet. Mit ersten Trends wird kurze Zeit später gerechnet.

Bei den Demokraten geht der 74 Jahre alte Sanders als klarer Favorit ins Rennen. Der Senator von Vermont liegt in manchen Umfragen sogar mit 2:1 vor der sechs Jahre jüngeren Ex-Außenministerin Clinton. Vermont ist ein Nachbarstaat von New Hampshire. Am Montag vergangener Woche hatte Clinton die Vorwahl in Iowa mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Bei den Republikanern führt der umstrittene Multimilliardär Trump in Umfragen vor den Senatoren Marco Rubio und Ted Cruz. Während Letzterer in Iowa auf den ersten Platz kam, präsentiert sich Rubio als Kompromisskandidat und polarisiert weniger als Trump und Cruz.

Bei den Vorwahlen sieben die beiden großen Parteien ihre Bewerber aus. Die jeweiligen Spitzenkandidaten der Republikaner und Demokraten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt. Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November.

Zwar hat New Hampshire zahlenmäßig geringe Bedeutung für die Kandidatenkür. Die Bundesstaaten, in denen zuerst abgestimmt wird, gelten aber als wichtige Bewährungsprobe für die Kandidaten. Schon in der vergangenen Woche stiegen einige Bewerber aus dem Rennen aus.

Organisiert werden die Vorwahlen in New Hampshire im Unterschied zu Iowa nicht von den Parteien, sondern von der Regierung des Bundesstaates. Es gibt 307 Wahllokale. Gewählt wird geheim. Abstimmen dürfen alle registrierten Wähler - also nicht nur eingetragene Demokraten und Republikaner. Wer keiner der beiden Parteien angehört, wird unter «unabhängig» geführt und kann entweder für die Bewerber von Demokraten oder für die der Republikaner stimmen.

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Di, 2016-02-09 05:55
Berlin (dpa)

Umweltschützer mahnen zu Fleischverzicht und fordern «Gülle-Euro»

Die Fastenzeit beginnt, viele Menschen fasten nun bis Ostern. Ein freiwilliger Verzicht auf Fleisch erfreut auch Klimaschützer. Doch sie erheben weitergehende Forderungen - vor allem an die Politik.

Berlin (dpa) - Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch. Auch die Bundesregierung müsse das Thema endlich anpacken. «Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten Gülle-Euro.»

Zu viel Gülle auf den Feldern führt zur Übersättigung der Böden mit Nährstoffen und verschlechtert die Wasserqualität. Der hohe Fleischkonsum der Deutschen und der nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigen den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch.

Zudem regt die WWF-Expertin an, dass zumindest staatlich betriebenen Kantinen vorgeschrieben werden sollte, fleischarm zu kochen. «Auch könnte die Regierung Informationskampagnen starten, um den Fleischverzehr zu drosseln», sagte sie.

In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch mit 88,3 Kilogramm jährlich den Welt-Durchschnitt um das Doppelte - und den Indiens sogar um das 20-fache. Die Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos, Lkw und Flugzeuge zusammen.

Auch SPD und Grüne im Bundestag prangern den Fleischkonsum in Deutschland an. Die Sprecherin der Grünen für Tierschutz und Verbraucherpolitik, Nicole Maisch, sagte der Deutschen Presse-Agentur, wenn alle Menschen so viel Fleisch äßen wie hierzulande, «bräuchten wir einen zweiten Planeten». Die Exzesse der Massentierhaltung und Dumpingpreise müssten ein Ende haben. «Ein Kilo Hackfleisch für 3,40 Euro ist pervers.»

Nötig seien schärfere gesetzliche Vorgaben für die Tierhaltung, betonte Maisch. Dies sei aber nicht zum Nulltarif zu haben. Die Preise für Fleischprodukte müssten die soziale und ökologische Wirklichkeit widerspiegeln.

Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Christina Jantz, plädierte für einen «Mix aus gesetzlichen Maßnahmen»: zum einen für bessere Haltungsbedingungen, zum anderen zur Unterstützung der Landwirtschaft im Wandlungsprozess.

Die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale, forderte ebenfalls eine Abkehr von der Massentierhaltung: «Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.» Damit in Zukunft alle Menschen auf dem Planeten genug zu essen hätten, könnten die Menschen in reichen Ländern nicht so viel Fleisch essen wie im Moment, sagte sie der dpa.

Umweltschützer fordern seit längerem, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Fleischprodukte zu streichen. Alle Lebensmittel werden nämlich gleichermaßen mit nur 7 statt 19 Prozent besteuert.

Von einer solchen «Fleischsteuer» hält die SPD-Tierschutzbeauftragte Jantz wenig. Die daraus folgenden höheren Preise könnten zwar die Nachfrage abschwächen. Zu Verbesserungen in der Intensivtierhaltung werde es aber nicht zwangsläufig kommen. Nebeneffekt könnte außerdem mehr soziale Ungleichheit sein. «Während Wohlhabende ihren Fleischkonsum unverändert fortführen können, würden weniger Wohlhabende wesentlich härter von dieser Steuer getroffen.»

Der Sprecher der Grünen Jugend, Moritz Heuberger, verlangte im dpa-Interview, die artgerechte Tierhaltung von Bio-Höfen als gesetzlichen Standard allen Agrarbetriebe vorzugeben. «Die heutigen Tierfabriken sind eine Qual für Tiere und eine Belastung für die Umwelt - vom Geschmack des Fleisches gar nicht zu reden.»

Di, 2016-02-09 06:00
Oruro (dpa)

Der Poopó verschwindet - Boliviens zweitgrößter See ausgetrocknet

Plötzlich verschwindet ein riesiger See in Südamerika - ein Grund ist der Klimawandel. Lange Dürrephasen haben ihn austrocknen lassen. Ein Drama: Hunderte Fischer sind arbeitslos und Tiere heimatlos geworden.

Oruro (dpa) - Flamingos sind majestätische Vögel, ihr rosafarbenes Gefieder, der staksende Gang mit den dünnen Beinen. Zu tausenden siedeln sie in der Lagune Uru Uru nahe der bolivianischen Stadt Oruro - von der Straße aus gesehen das perfekte Postkartenmotiv.

Aussteigen aus dem Jeep, Laufen an den Rand der Lagune. Der zweite Eindruck: Eine ökologische Katastrophe. Es stinkt fürchterlich, Flamingos staksen im Plastikmüll herum, durch giftige Abwässer, die Lagune führt ohnehin kaum noch Wasser. Viele sind hierhin migriert, weil sich 60 Kilometer weiter ein noch weit größeres Drama abspielt.

Der Lago Poopó, Boliviens zweitgrößter See, einst einer der größten Südamerikas, ist einfach verschwunden. Ausgetrocknet. Die Nasa hat gerade Luftaufnahmen veröffentlicht, von 2013 und vom Januar 2016.

Auf dem ersten Bild sind Unmengen türkisfarbenen Wassers zu sehen, auf dem zweiten nun noch ein ausgetrockneter Grund. Einst hatte der See eine Größe von knapp 3000 Quadratkilometern - und ernährte dutzende indigene Gemeinden dank des Fischfangs. Vorbei. Er hatte zwar zuletzt schon nur noch eine Wassertiefe von drei Metern - aber Wissenschaftler glauben, dass er kaum komplett wiederzubeleben ist.

Auf der Suche nach den Ursachen geht es mit dem Jeep zunächst den Rio Desaguadero entlang, er fließt vom berühmten Titicacasee, dem größten Südamerikas Richtung Poopó - und ist dessen wichtigste Wasserzufuhr. Bei der Ortschaft Eucaliptus ist er noch ein gewaltiger rotfarbener Strom. Doch was auffällt: Silber- und Erzminen entlang des Flusses zweigen viel Wasser ab. Und dann ist da Juan Iquina, der in einem kleinen Kanal mit seinem Fischernetz im ebenfalls rotfarbenen Wasser Fische zu fischen versucht. «Wir haben nur noch etwa ein Zehntel der Regenmengen im Vergleich zu anderen Jahren», berichtet er.

Daher sei man gezwungen, vom Desaguadero abzweigende Kanäle zu bauen. Sonst kann man nicht mehr Quinoa und Kartoffeln anbauen, auch nicht Alfalfa, ein Grünzeug zur Ernährung des Viehs. «Es gibt sehr viele solcher Kanäle, wir bauen die einfach, dafür brauchen wir keine Genehmigung», berichtet der 30 Jahre alte Iquina, während er weiter mit dem Netz durch das trübe Wasser fischt. «Die Alternative für uns ist, nichts mehr zu essen zu haben». Die Indigenas, die hier seit Jahrhunderten auf 3700 Meter Höhe leben, haben ein feines Gespür, wie die Erderwärmung und das Wetterphänomen El Niño ihr Leben verändern.

Es regnet kaum noch, daher zweigen sie über die Kanäle Wasser aus dem Rio Desaguadero ab. Der verkommt auf seinem Weg zum Poopó zum immer schmaler werdenden Flüsschen. Zwar war der Lago Poopó 1994 schon einmal so gut wie trocken, aber nie war es so dramatisch wie heute, weil kaum Aussicht auf Erholung besteht. Es ist kein Regen in Sicht.

«Es gibt eine eindeutige Verbindung zum Klimawandel» meint der Landeschef des Umweltnetzwerks «Red Latinoamericana Ambiental», Raúl Pérez Albrecht. Die Regenmengen hätten sich drastisch reduziert. Und die Temperatur hier im Südwesten Boliviens sei seit 1982 um 1,8 Grad gestiegen. «Allerdings wurde der Prozess auch dadurch beschleunigt, dass der See immer schon eine sehr geringe Wassertiefe hatte», sagt Albrecht. «Wenn wir Glück haben, können wir vielleicht noch ein Drittel des Lago Poopó retten.» Dafür müsse es aber mehr regnen - und der Rio Desaguadero wieder mit mehr Wasser in den See einfließen.

Auf der Fahrt zum See geht es vorbei an einer einsamen Lehmhütte, das Geburtshaus von Staatspräsident Evo Morales. Von hier geht es an den Rand des Poopó. Dort steht Crisostomo Martínez, 77 Jahre, ein von der Sonne braun gegerbtes Gesicht. Er kaut ein paar Cocablätter und versucht sich in Zweckoptimismus. «Alle 12, 15 Jahre trocknet er an einigen Stellen fast aus.» Aber dann fülle er sich dank der Regenfälle wieder auf. «Das ist dieses Mal anders.» Und für den Bauern ein großes Problem. Er baut Quinoa an. Das «Inka-Korn» enthält viel Protein uns ist in Europas Bio-Märkten immer beliebter. Das Kilo kostet in Deutschland bereits rund 10 Euro: «Wir haben viel zu wenig Quinoa», fürchtet Martínez ob der Dürre um sein Geschäft.

Bei der Ortschaft Huari lässt sich das Drama besonders eindrücklich erfahren. Der Jeep fährt erst entlang von Quinoa-Feldern, wo es viele lichte Flächen gibt, plötzlich ändert sich der Bodenbelag hin zu einem grauen Lehmbett, immer wieder gepaart mit Salzkrusten. Hier wächst gar nichts mehr. Es dauert etwas, bis klar wird, das Auto fährt gerade über den Grund des Lago Poopó. Es ist bizarr. In der Abenddämmerung liegen Fischerboote auf dem Grund. Am Horizont spiegeln sich Berge in den letzten, zentimetertiefen Wasserflächen.

Das hier war die Versorgungsgarantie von Severio Rios Choque. Im Poncho steht er vor seinem mit Ziegeln gebauten Haus, das früher am Ufer des Sees stand. Jeden Morgen fuhr er mit dem silberfarbenen Boot raus, fischte bis zu eine Arroba Fische (11,5 Kilogramm), nahm 150 Bolivianos (knapp 20 Euro) am Tag ein. Heute liegt sein Boot umgedreht im Garten und dient den Kindern als Kletterspielzeug. Traurig steht der 56-Jährige an seinem Boot, es gibt kaum Hoffnung, dass Wasser und Fische je zurückkommen werden. «Seit fünf Jahren trocknet der See aus, nun ist nichts mehr da.»

90 Familien lebten hier vom Fischfang, nun gibt es ein paar Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln vom Staat, aber mehr nicht. Wenn er einen Wunsch an Morales frei hätte? «Ein Bewässerungssystem, damit wir hier auf Landwirtschaft umsteigen können, wir leiden Hunger», klagt er. Vieles scheint sich unwiderruflich zu verwandeln, nicht nur, dass der See austrocknet, eines ist Severio Rios Choque auch aufgefallen. «Die ganzen Flamingos, die sind alle weg.»
 

Di, 2016-02-09 05:08
Detmold (dpa)

Späte Sühne - hochbetagte NS-Verbrecher vor Gericht

Detmold (dpa) - Mehrere NS-Kriegsverbrecher wurden erst Jahrzehnte nach Kriegsende juristisch belangt, andere konnten sich der Verfolgung entziehen. Einige Fälle:

OSKAR GRÖNING: Das Landgericht Lüneburg verurteilt im Juli 2015 den als «Buchhalter von Auschwitz» bezeichneten Oskar Gröning zu vier Jahren Haft wegen der Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen. Gründlich, effizient und gnadenlos hätten Menschen wie Gröning zum Funktionieren der Tötungsmaschinerie beigetragen, hieß es im Urteil. Es ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weil der Bundesgerichtshof noch über die Revision entscheiden muss.

JOHN DEMJANJUK: Der 91-jährige gebürtige Ukrainer starb 2012 in einem bayerischen Pflegeheim - zehn Monate nach seiner Verurteilung als Holocaust-Mittäter. Das Landgericht München hatte ihn wegen Beihilfe zum Mord an 28 000 Juden im Lager Sobibor zu fünf Jahren verurteilt. Mit Blick auf sein Alter wurde der Haftbefehl aber aufgehoben.

HANS LIPSCHIS: Der mutmaßliche frühere SS-Wachmann in Auschwitz muss sich nicht wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht verantworten. Das Landgericht Ellwangen in Baden-Württemberg lehnte ein Verfahren gegen den damals 94-Jährigen 2014 wegen Verhandlungsunfähigkeit ab. Die Staatsanwaltschaft hatte dem gebürtigen Litauer vorgeworfen, zwischen 1941 und 1943 Beihilfe zum Mord an mehr als 10 500 Menschen geleistet zu haben.

SIERT BRUINS: Als Angehöriger der deutschen Sicherheitspolizei in den Niederlanden soll er 1944 einen Gefangenen erschossen haben. Dafür wurde der gebürtige Niederländer 1949 dort zum Tode verurteilt, später umgewandelt in lebenslange Haft. In Deutschland, wohin Bruins zog, galt die Tat zunächst als verjährter Totschlag. Später wertete die Staatsanwaltschaft sie als Mord. 2013 kam er mit 92 Jahren vor Gericht. Das Landgericht Hagen stellte das Verfahren aber ein: Nach 70 Jahren sei der Nachweis des Mordvorwurfs nicht möglich gewesen.

LASZLO CSATARY: Der ehemalige NS-Lagerkommandant starb 2013 mit 98 Jahren in Budapest. Er soll 1944 maßgeblich an der Deportation von Juden in Konzentrationslager beteiligt gewesen sein. Wenige Wochen vor seinem Tod wurde er in Ungarn angeklagt. Zuvor hatte das Oberste Gericht der Slowakei ein Todesurteil, das 1948 gegen ihn in Abwesenheit ergangen war, in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

SAMUEL KUNZ: Der wegen Beihilfe zum Massenmord angeklagte mutmaßliche NS-Verbrecher starb 2010 kurz vor Beginn seines Prozesses. Kunz soll 1942/1943 Wachmann im Vernichtungslager Belzec gewesen sein. Wegen Mordes in 10 und Beihilfe zum Mord in mindestens 430 000 Fällen sollte dem 89-Jährigen der Prozess gemacht werden.

HEINRICH BOERE: Das Landgericht Aachen verurteilte den 88-Jährigen 2010 wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft. Er hatte 1944 als Teil eines SS-Mordkommandos niederländische Zivilisten erschossen. Er starb 2013 hinter Gittern. Boere war 1949 in den Niederlanden in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, die Strafe dort aber nie angetreten.

Di, 2016-02-09 04:45
Detmold (dpa)

Späte Auschwitz-Prozesse: Ehemaliger KZ-Wachmann vor Gericht

Mehr als 71 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz steht in Detmold ein Ex-Wachmann des Konzentrationslagers vor Gericht. Lange wurde nicht nach der Schuld des KZ-Personals gefragt. Jetzt stehen gleich mehrere Prozesse gegen hochbetagte mutmaßliche Mordhelfer an.

Detmold (dpa) - Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen. Monströs klingt der Vorwurf gegen einen einzelnen, erst recht da seine mutmaßlichen Taten mehr als sieben Jahrzehnte zurückliegen. Doch der Schrecken des Holocaust verjährt nicht. Welche Schuld ein Wachmann, damals erst Anfang 20, im Konzentrationslager von Auschwitz trug, ermittelt ab Donnerstag ein Gericht in Detmold. Sein Fall ist das Ergebnis jüngerer Ermittlungen gegen eine ganze Reihe hochbetagter früherer SS-Leute - und Ausdruck eines späten Umdenkens der Justiz.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus dem Kreis Lippe vor, zwischen 1943 und 1944 als Teil des SS-Totenkopfsturmbanns im Stammlager von Auschwitz tätig gewesen zu sein. In dieser Zeit kamen laut den Ermittlern 92 Transporte mit jüdischen Deportationsopfern an. Wer nicht arbeitsfähig war, wurde in die Gaskammern getrieben. Es gab Massenerschießungen, andere überlebten die grausamen Lagerbedingungen nicht. Davon habe der einstige Unterscharführer gewusst, sind die Ermittler überzeugt. Ihm müsse klar gewesen sein, dass das Vernichtungssystem nur funktionieren konnte, wenn die Opfer durch Gehilfen wie ihn bewacht wurden.

Der Prozess steht damit in einer Reihe mit einigen anderen Auschwitz-Verfahren dieses Jahrzehnts: In Neubrandenburg steht Ende des Monats der Prozessauftakt gegen einen 95 Jahre alten früheren Angehörigen des SS-Sanitätsdienstes in Auschwitz-Birkenau an. In Hanau soll Mitte April das Hauptverfahren gegen einen 93-Jährigen Ex-Wachmann des KZ beginnen - vor der Jugendkammer, weil er anfangs erst 19 Jahre alt war. In Kiel ist eine 92-Jährige Frau angeklagt: Als Funkerin der Lager-Leitung soll sie bei der systematischen Ermordung verschleppter Juden geholfen haben.

Die Anklagen machen deutlich: Mordbeihilfe verjährt ebenso wenig wie Mord. Dass heute hochbetagte Ex-SS-Leute noch nach Jahrzehnten damit rechnen müssen, belangt zu werden, liege aber auch an einem Umdenken der Strafverfolgungsbehörden, erklärt Staatsanwalt Jens Rommel. Er ist Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg. In den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg habe man sich stärker auf die Täter und nicht auf die Gehilfen konzentriert, sagt er. Belangt wurde, wer selbst geschossen hatte, Gas in die Kammern leitete oder Tötungsbefehle gab.

Gegen Gehilfen in den KZ hatte es zwar in den 1960er Jahren Verurteilungen gegeben. Die Ansätze dieser Rechtspraxis wurden aber im Keim erstickt: 1969 entschied der Bundesgerichtshof, nicht jeder, der in die Vernichtungsmaschinerie der KZ eingebunden war, sei für alles, was dort geschah, verantwortlich. Fortan klagten die Staatsanwaltschaften nur noch an, wenn sie direkte Tatbeteiligungen auch nachweisen konnte.

Wendepunkt war die Anklage und spätere Verurteilung von John Demjanjuk: Er wurde 2011 wegen Beihilfe zum Mord an 28 000 Juden für schuldig gesprochen, weil er als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor tätig gewesen war. «Das Gericht machte damit deutlich: Ohne die einzelnen Räder in der Maschine hätte das Vernichtungssystem nicht funktioniert», sagt Rommel. Dieser Grundgedanke habe auch seine Behörde zu neuen Ermittlungen veranlasst.

Es folgte ein aufsehenerregender Prozess gegen den als «Buchhalter von Auschwitz» bezeichneten Oskar Gröning. Das Urteil: Vier Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 300 000 Juden. Der Richter des Landgerichts Lüneburg kritisierte in seiner Urteilsbegründung im Sommer 2015 die frühere Rechtsprechung, die so viele SS-Leute am Rande der mörderischen Geschehnisse hatte davon kommen lassen. Von 6500 SS-Männern, die in Auschwitz über Jahre ihren Dienst taten, seien bislang nur 49 verurteilt worden.

Heute sind die neu aufgenommenen Ermittlungen gegen die möglichen KZ-Schergen auch anderer Lager wie Majdanek, Bergen-Belsen und Neuengamme ein Wettlauf gegen die Zeit. Vor Gericht gestellt werden nur greise Männer und Frauen - wer am Ende des Krieges erwachsen war, ist heute über 90 Jahre alt.

«Für die allermeisten ist es zu spät», sagt Werner Renz vom Fritz Bauer Institut, das sich mit der Geschichte der Holocaust-Aufarbeitung beschäftigt. Für umso wichtiger hält Renz Prozesse wie den, der am Donnerstag in Detmold beginnt: Es gehe um Genugtuung und eine längst überfällige Korrektur einer empörenden Rechtsauffassung, sagt er.
 

Di, 2016-02-09 04:45
Berlin (dpa)

Grüne: «Ein Kilo Hackfleisch für 3,40 Euro ist pervers»

Berlin (dpa) - SPD und Grüne im Bundestag prangern den enormen Fleischkonsum in Deutschland an. Dies sei ein riesiges Problem, sagte die Grünen-Sprecherin für Tierschutz und Verbraucherpolitik, Nicole Maisch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn alle Menschen so viel Fleisch äßen wie hierzulande, «bräuchten wir einen zweiten Planeten», sagte sie vor dem Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch. «Beendet werden müssen die Exzesse der Massentierhaltung und Dumpingpreise für Fleisch. Ein Kilo Hackfleisch für 3,40 Euro ist pervers.»

Nötig seien schärfere gesetzliche Vorgaben für die Tierhaltung, betonte Maisch. «Unsere Vorstellung von Tierhaltung ist nicht zum Nulltarif zu haben.» Die Preise für Fleischprodukte müssten die soziale und ökologische Wirklichkeit widerspiegeln.

Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Christina Jantz, plädierte für einen «Mix aus gesetzlichen Maßnahmen»: zum einen für bessere Haltungsbedingungen, zum anderen zur Unterstützung der Landwirtschaft im Wandlungsprozess.

Maisch und Jantz lehnten die Idee von Umweltschützern ab, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Fleischprodukte zu streichen.

Der Sprecher der Grünen Jugend, Moritz Heuberger, verlangte im dpa-Interview, die artgerechte Tierhaltung von Bio-Höfen als gesetzlichen Standard allen Agrarbetriebe vorzugeben.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch in Deutschland übersteigt mit 88,3 Kilogramm jährlich den weltweiten Durchschnitt um das Doppelte. Die Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos, Lkw und Flugzeuge zusammen.

Di, 2016-02-09 04:00
Donezk (dpa)

Für die Ostukraine liegt Frieden noch in weiter Ferne

Europas schlimmster Konflikt droht in Vergessenheit zu geraten. Im Osten der Ukraine wird weiter gekämpft - und das ein Jahr nach dem Abkommen, das doch den Frieden bringen sollte.

Donezk (dpa) - Bei Tauwetter kämpft es sich schlecht. In tiefem Schlamm halten ukrainische Soldaten ihre Stellung am zerstörten Flughafen von Donezk. Sie haben sich auf dem sogenannten Ameisenhügel verschanzt, einem 15 Meter hohen Erdwall. Das warme Wetter der ersten Februartage macht einen Dreckhaufen daraus, Stiefel rutschen auf Eis und Matsch. Unten in den Bunkern regieren die Mäuse. «Wir schlafen in Sturmhauben, damit die Mäuse uns nicht beißen», sagt Nikolai, ein Freiwilliger aus Uschhorod in der Westukraine.

An diesem Morgen schieben eine Schulbibliothekarin, ein Möbelhändler, ein Musikstudent und ein Barmann Wache für die Ukraine. Sie spähen mit einem Periskop aus ihrer Deckung. 400 Meter entfernt jenseits der Landebahn haben sich die prorussischen Separatisten eingegraben.

An kaum einer Stelle im Kriegsgebiet Ostukraine stehen sich beide Seiten so dicht gegenüber. Am Flughafen wird viel geschossen, meist nachts - zur Abwehr, zur Provokation, vielleicht auch aus Angst. Dabei sollte offiziell Waffenruhe herrschen, es gelten die ein Jahr alten Minsker Vereinbarungen für eine Friedensregelung.

Der Barmann Nikolai kämpft seit einem halben Jahr gegen die von Russland unterstützten Separatisten. «Das ist unser Land», sagt er. «Wenn die Russen abziehen, dann räumen wir hier schnell auf.» Die Bibliothekarin Julia ist seit einem Jahr an der Front, ebenso der Musikstudent Wassili, Tarnname «Skripka» (Geige). Sie dienen im Freiwilligenbataillon «Karpatska Sitsch», das mittlerweile der 93. Brigade der ukrainischen Armee untersteht.

«Ich bin hier, weil ich möchte, dass die Ukraine enger an Europa rückt», sagt Taras, Deckname «Riks», Möbelhändler aus Dnipropetrowsk. Wie alle Kameraden auf dem Ameisenhügel hofft er auf den Befehl zum Angriff, auf einen Sieg über die Separatisten. «Entweder wir gehen das bis zum Ende, oder der Konflikt friert hier auf Jahrzehnte ein.»

Die Gefahr eines Dauerkonflikts ist groß. Und doch dürfte es besser sein, wenn der Befehl aus Kiew zum Generalangriff ausbleibt. Der Krieg währt fast zwei Jahre. Im Frühjahr 2014 erklärten Separatisten die Abspaltung des Ostens von der Ukraine, riefen die Volksrepubliken Donezk und Luhansk aus, bekamen verdeckt Waffen und Soldaten aus Russland. Seitdem sind 9000 Menschen getötet worden. Moskau hat immer militärisch nachgelegt, sowie die Ukrainer die Oberhand bekamen.

Die Minsker Vereinbarungen vom Februar 2015 haben das schlimmste Blutvergießen gestoppt. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande hatten damals vermittelt. Doch Frieden bringt das Abkommen nicht, weil die Gewalt nicht völlig aufhört.

Donezk, die Großstadt auf der anderen Seite der Front, Hauptstadt der sogenannten Volksrepublik, hat schwer gelitten durch den Krieg. Zur Fußball-EM 2012 hatte sich die Grubenstadt modernisiert, einen Hauch Leichtigkeit zugelegt. Nun sind frontnahe Außenbezirke zerstört. Im Zentrum herrscht Stillstand auf den Baustellen, Läden sind verrammelt, Geldautomaten abgeschaltet. Die Donbass-Arena, das hypermoderne Fußballstadion wie von einem anderen Stern, steht leer.

Wann Frieden kommt, kann auch Alexander Chodakowski nicht sagen, Sekretär des Sicherheitsrates der Volksrepublik Donezk. Doch er lässt durchblicken, dass darüber nicht in Donezk oder Kiew, sondern in Moskau entschieden wird. «Wir würden gern ganz zu Russland gehören, aber dafür muss der Wunsch zumindest gegenseitig sein.» Doch einen Anschluss wie bei der Halbinsel Krim plant der Kreml offenbar nicht, selbst wenn Moskau seit Herbst 2015 für Renten- und Gehaltszahlungen im Donbass sorgt. Die örtliche Wirtschaft hat weitgehend von der ukrainischen Griwna auf Rubel umgestellt.

Eine Rückkehr zur Ukraine zu alten Bedingungen schließt Chodakowski nach zwei Jahren bitterem Krieg aus. Als zweitschlechteste Variante sieht er einen eingefrorenen Konflikt. Derzeit zeige Moskau aber Anzeichen, so sagt er, Minsk zum Erfolg zu verhelfen und bestimmte Interessen der Ukraine zu berücksichtigen. Dem müssten die Separatisten als Verbündete Russlands folgen. Ein Sonderstatus für den Osten steht in den Minsker Vereinbarungen. Allerdings hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Probleme, dies durch sein Parlament zu bringen.
 

Di, 2016-02-09 04:00
Oruro (dpa)

Zweitgrößter See Boliviens ist ausgetrocknet

Oruro (dpa) - Der bisher zweitgrößte See Boliviens, der Lago Poopó, ist praktisch komplett ausgetrocknet. «Seit 30 Jahren gibt es einen Prozess der Austrocknung, die nun ihren Höhepunkt gefunden hat», sagt der Landeschef des Umweltnetzwerks «Red Latinoamericana Ambiental», Raúl Pérez Albrecht, der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt eine eindeutige Verbindung zum Klimawandel». So sei die Temperatur rund um den auf 3700 Meter Höhe gelegenen See im Südwesten Boliviens seit 1982 um 1,8 Grad gestiegen. Die Niederschlagsmengen hätten sich drastisch reduziert. Wegen des Wassermangels würden die Bauern der Region zudem über selbst gebaute Kanäle dem einzigen Fluss, der den See speist, dem Rio Desaguadero, große Mengen Wasser entziehen.

Nasa-Bilder aus dem Weltall zeigen, dass von der einst knapp 3000 Quadratkilometer großen Wasserfläche fast nichts mehr übrig ist. «Allerdings wurde der Prozess auch dadurch beschleunigt, dass der See immer schon eine sehr geringe Wassertiefe hatte», so Albrecht. Auf dem trockenen Grund des Sees liegen Dutzende Boote der Fischer, die ihre Arbeit und ihre Ernährungsgrundlage verloren haben.

Zudem gab es früher Tausende Flamingos im See. «Wenn wir Glück haben, können wir vielleicht noch ein Drittel des Lago Poopó retten», sagte Umweltexperte Albrecht. Dafür müsse es mehr regnen und der Rio Desaguadero mit mehr Wasser in den See einfließen. «Er ist der Schlüssel, um einen Teil des Sees zurückzugewinnen.» 

Di, 2016-02-09 03:55
Berlin (dpa)

Umweltschützer mahnen zu Fleischverzicht und fordern «Gülle-Euro»

Berlin (dpa) - Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

Der hohe Fleischkonsum und der dafür nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigten den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch weltweit. Die Bundesregierung müsse den Mut finden, das emotionale Thema anzupacken, forderte Dräger de Teran. Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten «Gülle-Euro».

In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte. Er liegt bei 88,3 Kilogramm pro Jahr. Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos und Flugzeuge zusammen.

Die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale, forderte eine Abkehr von der Massentierhaltung: «Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.» Damit in Zukunft alle Menschen auf dem Planeten genug zu essen hätten, könnten die Menschen in reichen Ländern nicht so viel Fleisch essen wie im Moment. «Das gilt auch für Deutschland.»

Di, 2016-02-09 03:13
Washington (dpa)

Bloomberg erwägt US-Präsidentschaftskandidatur

Washington (dpa) - Der frühere New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg hat bestätigt, dass er sich eine Kandidatur im US-Präsidentschaftsrennen vorstellen kann. Er prüfe «alle Optionen», antwortete der 73-Jährige auf eine entsprechende Frage der «Financial Times». Das bisherige Niveau der Wahlkampfdebatten empfinde er als «Skandal und Beleidigung der Wähler», sagte Bloomberg der Zeitung. Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Falls er sich entscheiden sollte anzutreten, müsste Bloomberg demnach Anfang März damit beginnen, seinen Namen auf die Stimmzettel setzen zu lassen.

Bereits Ende Januar hatte die «New York Times» berichtet, Bloomberg erwäge eine Kandidatur. Damals hieß es, er ärgere sich über die Dominanz und populistischen Parolen von Donald Trump im republikanischen Feld und sei besorgt darüber, dass der selbsterklärte Sozialist Bernie Sanders auf der demokratischen Seite die favorisierte Ex-Außenministerin Hillary Clinton ausstechen könnte. Deshalb hoffe Bloomberg, als moderaterer Bewerber den Fuß in die Tür zu bekommen.

Bloomberg war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner, seit 2007 ist er parteilos. Er hatte schon früher wiederholt an eine Kandidatur gedacht, war aber stets zur Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.


Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volks-wagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU. 
Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen. 

ERPRESSO
Die Leere des Portemonnaies
 

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