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umweltschutz / 12.Feb 2016

Fasten für eine bessere Welt

Das vorösterliche Fasten ist ein wenig aus der Mode gekommen. Doch nun erfinden viele Menschen es neu: Warum nicht die vierzig Tage dazu nutzen, einen umweltfreundlicheren Lebensstil auszuprobieren? Wir haben vier Anregungen zusammengestellt.​

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So, 2016-02-14 08:15
Janeiro (dpa)

Zika-«Krieg» mit Flugblättern Von Georg Ismar, dpa

Soldaten kreuzen im Friseursalon auf, im Kiosk und im Lottogeschäft. Ihre Mission: Brasiliens «Staatsfeind Nummer 1» zu bekämpfen - eine Mücke, die Zika überträgt. Die Soldaten kommen aber nicht mit der Chemiekeule - sie verteilen Flugblätter. Ist Zika so zu besiegen?

Rio de Janeiro (dpa) - Die schärfste Waffe von Yuri Cardoso Diaz Barreto ist das Klebeband. Wild entschlossen reißt der Marinesoldat mit den Zähnen einen Klebestreifen ab. Ein prüfender Blick. Und auch im Friseursalon hängt nun ein Flugblatt - darauf rot durchgestrichen eine Mücke und der Slogan «#ZikaZero» («Null Zika»). Doch dieser Ort dürfte angesichts der Heißluft, die aus lauten Hochleistungsföhnen strömt, ohnehin kein attraktiver Lebensraum für die Moskitos sein.

So sieht er aus, der von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff erklärte «Krieg» gegen den Staatsfeind Nummer 1: die Gelbfiebermücke Aedes aegypti, die neben dem Dengue- und Chikungunya-Virus nun auch noch das Zika-Virus in Brasilien massenhaft überträgt. Zika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 39 Ländern aufgetaucht, auch in Deutschland haben es rund 15 Reiserückkehrer eingeschleppt. Seit Februar gilt ein globaler Gesundheitsnotstand.

«Diese Aktion war ein Erfolg, aber ist erst der Anfang», sagt Rousseff nach einem beispiellosen Einsatz, den viele Bürger etwas erstaunt zur Kenntnis nehmen. 220 000 Soldaten sind am Samstag im ganzen Land unterwegs. Aber nicht in Schutzanzügen und mit Atemmasken ausgerüstet, um Stadtviertel mit Insektiziden einzunebeln. Nein, Yuri Cardoso ist in seiner blütenweißen Marineuniform unterwegs, in Dreiergruppen werden in Rio de Janeiro mehrere Straßen im Stadtteil Vila Isabel abgeklappert. Selbst am Fußballtempel Maracanã haben Soldaten Stellung im Zika-Kampf bezogen. Ebenso an der Copacabana.

Mit Bussen kommen die Soldaten an - und wirken wie Fremdkörper. Zusammen mit Yuri Cardoso sind Juracy Souza Magalhães und Nicolly Aguiar unterwegs - letztere macht sich auf einer Liste penibel Notizen, welche Häuser man in der Straße «28 de Setembro» schon besucht hat.

So ein Besuch sieht so aus: Klingeln. Warten. Man will schon wieder gehen. Ratlose Blicke. Sie sind andere Einsätze gewohnt, das ist ein komisches Terrain hier für Marinesoldaten. Ein Portier erscheint. «Wir sind von der Marine, wir sind im Kampf gegen die Moskitos Aedes aegypti», sagt Gruppenchef Juracy Souza Magalhães. Etwas ratloser Blick des Portiers, er lässt sich erklären, wie Aufzüge und Foyer freizuhalten sind von den Moskitos. Und verspricht, das Flugblatt aufzuhängen. Auf der Rückseite finden sich Tipps: Abflüsse trocknen, Flaschen komplett leeren, beim Gießen Wasserrückstände vermeiden.

Denn in noch so kleinen Wasserflächen legen die nur vier Millimeter großen Moskitos ihre Eier ab, sie vermehren sich rasend schnell, auf 80 Prozent der Landesfläche sind sie inzwischen aktiv. Als jüngst Gesundheitsminister Marcelo Castro diesen Krieg als verloren und aussichtslos einstufte, hagelte es massive Kritik für ihn. Rousseff hat betont: «Ein Moskito ist nicht stärker als ein ganzes Land» - dieser Satz prangt nun auch groß auf den vier Millionen Flugblättern.

Die Präsidentin selbst ist nach Rio gereist, es gilt die Bürger zu beruhigen und auf den gemeinsamen Kampf einzuschwören - denn viele Schwangere sind wegen Zika schwer verunsichert, es gibt Berichte über mehr Abtreibungen. Nach neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums gibt es 41 bestätigte Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, bei denen sich die Mütter zuvor definitiv mit Zika infiziert hatten. Bewiesen ist dieser Zusammenhang noch nicht. Die Präsidentin will auch ein Signal nach außen senden, schließlich sind im August Olympische Spiele in Rio. Zika droht Sportler und Touristen zu verschrecken.

«Bis zu den Olympischen Spielen werden wir beachtliche Erfolge bei der Vernichtung der Moskitos sehen», betont Rousseff. Und Rios Bürgermeister Eduardo Paes wird nicht müde zu betonen, im brasilianischen Winter komme die Moskitoart in der Stadt gar nicht vor. Rousseff flößt bei ihrem Besuch öffentlichkeitswirksam Insektizide in Abwasserrohre besuchter Wohnungen, um eine weitere Vermehrung der Moskitos zu verhindern.

Aber was soll die Flugblattaktion zigtausender Soldaten eigentlich bringen? «Das ist nur der erste Schritt, Aufklärung der Bürger», meint Korvettenkapitän Rodrigo Godoy. Als nächstes Manöver wird nun eine Moskito-Vernichtungsoffensive eingeleitet - mit 50 000 Soldaten.

32 Wohnungen in zwei Stunden hat das Marine-Trio in Vila Isabel geschafft, bei knapp einem Viertel machte keiner auf. Und die in Lottoläden, Kiosken und Imbissen angeklebten Flugblätter haben gerade einmal DIN-A5-Format. Eine Passantin eilt heran: «Was soll das?», fragt Maria Lucia Rocha (60). «In den Wohnungen schützen wir uns doch genug» - der Verkauf von Moskitosprays ist in den letzten Wochen um 50 Prozent gestiegen. «Da hinten, die Baustelle, da müsst ihr was machen.» Dort sind in der Tat großflächige Pfützen. «Besprühen steht erst ab Montag auf dem Programm», klärt Gruppenleiter Juracy Souza Magalhães auf. Man werde die mögliche Brutstelle aber notieren.

So, 2016-02-14 08:27
Athen (dpa)

Griechische Polizei nimmt Waffenschmuggler fest

Athen (dpa) - Sicherheitskräfte in der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis haben am Samstag drei Waffenschmuggler auf dem Weg nach Nahost festgenommen. Zudem seien große Mengen an Waffen und Munition sichergestellt worden. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks handelt es sich bei den Festgenommenen um irakische Kurden, die mit britischen Pässen unterwegs waren. In ersten berichten hatte es noch geheißen, es seien zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden.  

Die Waffen und die Munition waren nach Berichten örtlicher Nachrichtensender in zwei Wohnmobilen versteckt. «Ja, es wurden mehrere Schusswaffen sowie reichlich Munition entdeckt. Mehr als 100 000 Patronen», sagte ein Polizeioffizier der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Sicherheitsexperten seien aus Athen unterwegs nach Alexandroupolis. Eine offizielle Erklärung zum Fall werde es später geben, hieß es.   

Ende Januar hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen. Seitdem wird entlang der Grenze zur Türkei intensiv kontrolliert. 

So, 2016-02-14 08:26
Berlin (dpa)

AfD stabilisiert sich in Umfragen auf zweistelligem Niveau

Berlin (dpa) - Die AfD stabilisiert sich in den Umfragen auf zweistelligem Niveau. Zum dritten Mal in Folge erreichte die rechtspopulistische Partei im «Sonntagstrend» der «Bild am Sonntag» 12 Prozent. Damit wäre sie hinter CDU/CSU und SPD drittstärkste Kraft im Bundestag. Dort würde nach der Emnid-Umfrage auch die FDP wieder einziehen, die sich um einen Punkt auf 5 Prozent verbessert. Union, SPD und Grüne bleiben unverändert bei 35, 24 und 9 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt nun auf 9 Prozent.

So, 2016-02-14 08:30
Berlin (dpa)

Verbraucherzentralen für Lebensmittel-Wegwerfverbot in Supermärkten

Viele Lebensmittel landen im Müll, obwohl sie noch gut für den Teller wären. Frankreich will Nahrungsverschwendung im Handel nun auch per Gesetz einen Riegel vorschieben - ein Vorbild für Deutschland?

Berlin (dpa) - Supermärkte sollten unverkaufte Lebensmittel aus Sicht der Verbraucherzentralen nicht mehr wegwerfen dürfen. Eine gesetzliche Regelung, wie sie in Frankreich gerade beschlossen wurde, sei doch sinnvoll, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Viele Händler und Caterer in Deutschland spendeten bereits nicht mehr verkaufbare Lebensmittel an Tafeln. «Eine gesetzliche Pflicht würde also die schwarzen Schafe treffen, die das bisher noch nicht freiwillig machen.»

In Frankreich müssen Händler nach einem Anfang Februar beschlossenen Gesetz unverkaufte Nahrungsmittel spenden, verarbeiten, als Tierfutter verwenden oder kompostieren. Die Bundesregierung plant ein solches Wegwerf-Verbot nicht, wie das Ernährungsministerium bereits mitgeteilt hatte.

Die Grünen-Expertin Nicole Maisch kritisierte, Minister Christian Schmidt (CSU) richte sich «einzig und allein an die Verbraucher». Dagegen habe die Regierung in Frankreich erkannt, dass für weniger Lebensmittelverschwendung politische Maßnahmen auf verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette notwendig seien. Der Bundestag fordere seit Jahren verbindliche Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft. «Das muss der Minister endlich anpacken.»

In Deutschland landen nach einer 2012 vorgestellten Studie im Auftrag des Ministeriums pro Jahr elf Millionen Tonnen Nahrung von Verbrauchern, Handel, Industrie und Gastronomie im Müll. Davon stammen demnach 550 000 Tonnen aus dem Handel. Auf private Haushalte entfallen 6,7 Millionen Tonnen.

Der Handel hält ein Gesetz nach Vorbild Frankreichs für unnötig. Die Branche gehöre seit langem zu den größten Unterstützern der mehr als 900 lokalen Tafel-Organisationen, erklärte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. Die Unternehmen engagierten sich aus freien Stücken, weil sie wüssten, dass ihre Spenden überschüssiger, qualitativ einwandfreier Nahrungsmittel einem guten Zweck dienten. «Die Zwangsverpflichtung per Gesetz käme einer Geringschätzung dieses Einsatzes gleich.»

Schon aus wirtschaftlichen Aspekten gebe es ein Eigeninteresse, Verluste so gering wie möglich zu halten. Daher investierten Unternehmen etwa in Prognosesysteme und bestellten kleinere Mengen. Aktionen und Preisreduzierungen seien Instrumente, um leichter verderbliche Produkte rechtzeitig zu verkaufen. Was sich trotz allem nicht für Verkauf oder Weiterverarbeitung eigne, werde über Biotonnen zur Kompostierung gebracht.

Verbraucherschützer Müller betonte: «Wie der Handel stehen auch Landwirte, Lebensmittelindustrie und die Verbraucher in der Pflicht.» Nötig seien etwa auch verständlichere Angaben beim Mindesthaltbarkeitsdatum, ein Verzicht auf ausschließlich große Packungen und günstige Angebote von Lebensmitteln mit Schönheitsfehlern. «Eine Renaissance der Kochkultur, vor allem an Schulen, wäre ein weiterer wichtiger Schritt. Denn Kochen schafft Wertschätzung für Lebensmittel», sagte der vzbv-Chef.

So, 2016-02-14 06:32
Athen (dpa)

Medien: Griechische Polizei nimmt zwei mutmaßliche Dschihadisten fest

Athen (dpa) - Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen haben Sicherheitskräfte in der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Es handle sich um zwei Iraker im Alter von 22 und 28 Jahren. Dies berichtete am Sonntag der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Polizei.

Die zwei mutmaßlichen Dschihadisten sollen Ausrüstung mit sich geführt haben, die für Scharfschützengewehre notwendig ist. Sie wollten in die Türkei und danach weiter nach Syrien fahren, berichteten die Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei. Auf welchem Weg die Festgenommenen nach Griechenland gekommen waren, blieb unklar. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. 

Bereits Ende Januar hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen. 

So, 2016-02-14 06:59
Hamburg (dpa)

Brand in Hamburger Musikclub - niemand verletzt

Hamburg (dpa) - In einem Musikclub am Hamburger Fischmarkt hat es in der Nacht zum Sonntag gebrannt. Verletzt wurde niemand. Der Kultclub sei durch das Feuer auch nicht vollständig zerstört worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Löscharbeiten dauerten am Sonntagmorgen an. Alle Menschen, die sich im Gebäude aufhielten, retteten sich rechtzeitig ins Freie. Wie viele Menschen sich im Gebäude befanden und wie groß der entstandene Schaden ist, war vorerst unklar. Der «Golden Pudel Club» ist in der Hamburger Musik- und Künstlerszene sehr bekannt.

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So, 2016-02-14 06:45
Kabul (dpa)

Über 11 000 Zivilopfer in Afghanistan in 2015

Kabul (dpa) - Die Zahl der toten und verletzten Zivilisten in Afghanistan hat einen neuen Höchststand erreicht. 11 002 Fälle hätten die Vereinten Nationen in 2015 verzeichnet, heißt es in einem am Sonntag in Kabul vorgestellten UN-Bericht zu Zivilopfern. Darunter seien 3545 Tote und 7457 Verletzte - 4 Prozent mehr als in 2014.

Die UN machten die Taliban und andere Extremisten für 6858 Fälle verantwortlich - 62 Prozent aller Opfer. 14 Prozent seien auf afghanische und 2 Prozent auf internationale Streitkräfte zurückzuführen. Die Mehrheit der weiteren Opfer war keiner Konfliktpartei zuzuordnen.

Seit Beginn der Zählung in 2009 hat die UN 58 736 zivile Opfer in Afghanistan registriert.

So, 2016-02-14 07:01
Athen (dpa)

Medien: Griechische Polizei nimmt zwei mutmaßliche Dschihadisten fest

Athen (dpa) - Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen haben Sicherheitskräfte in der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis zwei mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Es handle sich um zwei Iraker im Alter von 22 und 28 Jahren. Dies berichtete am Sonntag der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Polizei.

Die zwei mutmaßlichen Dschihadisten sollen Ausrüstung mit sich geführt haben, die für Scharfschützengewehre notwendig ist. Zudem seien im Wohnmobil des Duos «mehrere Schusswaffen sowie reichlich Munition» entdeckt worden sein, sagte ein Polizeioffizier der Deutschen Presse-Agentur. Die Männer sollen britische Pässe gehabt haben, deren Echtheit noch überprüft werde, hieß es. Eine offizielle Bestätigung dieser Informationen lag zunächst nicht vor. 

Bereits Ende Januar hatte die griechische Polizei zwei mutmaßliche Dschihadisten an der Grenze zur Türkei festgenommen. 

So, 2016-02-14 04:30
Berlin (dpa)

Verbraucherzentralen für Lebensmittel-Wegwerfverbot in Supermärkten

Berlin (dpa) - Supermärkte sollten unverkaufte Lebensmittel aus Sicht der Verbraucherzentralen nicht mehr wegwerfen dürfen. Eine gesetzliche Regelung, wie sie in Frankreich gerade beschlossen wurde, sei doch sinnvoll, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Viele Händler und Caterer in Deutschland spendeten bereits nicht mehr verkaufbare Lebensmittel an Tafeln. «Eine gesetzliche Pflicht würde also die schwarzen Schafe treffen, die das bisher noch nicht freiwillig machen.»

In Frankreich müssen Händler nach einem Anfang Februar beschlossenen Gesetz unverkaufte Nahrungsmittel spenden, verarbeiten, als Tierfutter verwenden oder kompostieren. Die Bundesregierung plant ein solches Wegwerf-Verbot nicht, wie das Ernährungsministerium bereits mitgeteilt hatte.

In Deutschland landen laut einer 2012 vorgestellten Studie im Auftrag des Ministeriums pro Jahr elf Millionen Tonnen Nahrung von Verbrauchern, Handel, Industrie und Gastronomie im Müll. Davon stammen demnach 550 000 Tonnen aus dem Handel. Auf private Haushalte entfallen 6,7 Millionen Tonnen.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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So, 2016-02-14 05:00
Rostock/Lübeck (dpa)

Fischer befürchten Einbußen durch vorgezogene Dorschschonzeit

Rostock/Lübeck (dpa) - Wegen der vorgezogenen Schonzeit für Dorsch befürchten die Fischer in der Ostsee erhebliche Einbußen. Anders als in den Vorjahren beginnt das Fangverbot für den westlichen Dorsch bereits am 15. Februar statt Anfang April und dauert zudem nur noch einen statt anderthalb Monate. «Die EU-Kommission hat uns diese Neuregelung einfach übergestülpt. Für kleine Betriebe ist das existenzbedrohend», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein, Lorenz Marckwardt. Die wenigsten Fischer hätten die Möglichkeit, in die östliche Ostsee auszuweichen, wo die Schonzeit nicht gelte.

Die EU-Kommission hatte auf Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) die Dorschschonzeit in diesem Jahr vorgezogen. Damit soll die Erholung des Bestandes gefördert werden. Experten halten die Regelung für richtig, sehen aber noch Korrekturbedarf. «Wir wissen aus langjährigen Untersuchungen, dass der westliche Dorsch im Februar und März laicht», sagte der Fischereibiologe Uwe Krumme vom Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock. «Deshalb schützt die Schonzeit im April die Laichtiere nicht.»

So, 2016-02-14 04:33
Greenville (dpa)

«Fiese» Kerle und «Lügner» - Republikaner-Wahlkampf immer schärfer

Greenville (dpa) - Im ohnehin schon erbitterten Vorwahlkampf der US-Republikaner werden die Töne immer schärfer, die Attacken immer persönlicher. In der neunten TV-Debatte der konservativen Präsidentschaftsbewerber am Samstagabend (Ortszeit) in Greenville (South Carolina) lieferten sich vor allem Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush und der erzkonservative texanische Senator Ted Cruz heftige Wortgefechte mit Multimilliardär Donald Trump.

Wiederholt fielen die Worte «Lügner» und «fies». So erhitzt wurde der Streit an einem Punkt, dass Mitbewerber John Kasich, Gouverneur von Ohio, sagte: «Das ist verrückt.»

South Carolina ist Schauplatz der nächsten republikanischen Vorwahlen am kommenden Samstag. Trump geht als Favorit in die Kandidatenkür, Cruz sowie Bush, Kasich und Floridas Senator Marco Rubio kämpfen um die wichtigen zweiten und dritten Plätze. Bush hat für seinen Wahlkampf in South Carolina seinen Bruder, Ex-Präsident George W. Bush, angeheuert, der seinerzeit den Irak-Krieg begonnen hatte. Daran und am Thema Immigration entzündeten sich die lautstärksten Wortwechsel.

«Das ist der Bursche, der seine Außenpolitik aus TV-Reality-Shows bezieht», sagte Bush an einem Punkt an die Adresse Trumps, der sich später mit der Bemerkung revanchierte, dass Bushs starke 90-jährige Mutter besser hätte kandidieren sollen als ihr Sohn Jeb. Auf einen Vorwurf von Cruz, dass er kein wirklicher Konservativer sei, antwortete Trump dem Senator: «Du bist der größte einzelne Lügner. Du bist wahrscheinlich noch schlimmer als Jeb Bush.»

So, 2016-02-14 04:00
Stuttgart (dpa)

Neue Runde im kuriosen Streit um Masernviren

Gibt es Masernviren? Und können diese krank machen? Die schräge Wette eines Impfgegners mit einem Mediziner beschäftigt demnächst das Oberlandesgericht Stuttgart.

Stuttgart (dpa) - Wettschulden sind Ehrenschulden? Von wegen. Ein Impfgegner vom Bodensee will sich nicht damit abfinden, dass er nach einer skurrilen Wette zur Existenz von Masernviren einem Mediziner rund 100 000 Euro zahlen muss. Der kuriose Streit geht am Dienstag (16. Februar) vor dem Oberlandesgericht Stuttgart in eine neue Runde.

Der Impfgegner, ein Biologe, hatte im Jahr 2011 demjenigen eine entsprechende Prämie ausgelobt, der die Existenz und Größe der Viren mit Hilfe von wissenschaftlichen Publikationen belegen könne. Ein Arzt aus dem Saarland hatte das getan und die Summe eingefordert.

Am 12. März 2015 gab das Landgericht Ravensburg dem Arzt Recht und verurteilte den Impfgegner zur Zahlung. In seiner «umfangreich begründeten Berufung», so das OLG, machte der Unterlegene untere anderem geltend, dass die Voraussetzungen für den zu erbringenden Nachweis des Virus nicht überprüft worden seien.

Der Arzt war im Internet auf die 100 000-Euro-Wette des Biologen aufmerksam geworden. Er ließ sich das Ganze schriftlich bestätigen und suchte dann sechs wissenschaftliche Publikationen zu dem Thema heraus. Mitsamt seiner Kontodaten schickte er sie dem Impfgegner. Dieser wollte jedoch nicht zahlen, weil die Fachartikel aus seiner Sicht die Existenz und Größe der Viren - und auch ihre krankmachende Eigenschaft - nicht belegen können.

Diese krankmachende Eigenschaft zweifelt der Impfgegner an: Masern beispielsweise würden durch eine Vergiftung oder aber durch psychosomatische Faktoren ausgelöst - und nicht durch Viren, sagt er. Das Impfen gegen Masern und Viren generell habe daher keine wissenschaftliche Rechtfertigung. Unter Wissenschaftlern hingegen ist die Existenz von Masernviren unumstritten.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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So, 2016-02-14 03:31
München (dpa)

Der letzte Tag in München: Höhepunkte der Sicherheitskonferenz

München (dpa) - Afrika, Golfregion, Flüchtlinge: Am dritten und letzten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz gibt es folgende Themen:

- Angesichts der Krisen in Syrien oder der Ukraine drohen die zahlreichen Konflikte in Afrika in Vergessenheit zu geraten. In München werden unter anderen Vertreter aus den Bürgerkriegsländern Somalia und Nigeria darüber diskutieren (09.25 Uhr).

- Die Flüchtlingskrise spielte bei der Konferenz bisher nur am Rande eine Rolle. Am Sonntag gibt es eine Podiumsdiskussion mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Tammam Salam. Sein Land hat im Vergleich zur Gesamtbevölkerung die meisten Flüchtlinge vom Nachbarn Syrien aufgenommen. Er diskutiert unter anderen mit UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi (09.10 Uhr).

- Der als Hardliner bekannte US-Senator John McCain debattiert mit Vertretern der Golfstaaten. Dabei wird es noch einmal um das Hauptthema der Konferenz gehen: Syrien (11.15 Uhr).

So, 2016-02-14 03:00
Janeiro (dpa)

Brasilien im «Zika-Krieg» - Präsidentin: Lösung bis Olympia Von Georg Ismar und Juan Garff, dpa

Im August sind die Olympischen Spiele in Rio, die Welt schaut auf Brasilien. Die Zika-Epidemie kommt zur Unzeit. Am Wochenende zieht das Militär in den Kampf gegen die Mücken, die das Virus übertragen. Mit Flugblättern. Die Präsidentin verspricht: Olympia wird Zika-frei.

Rio de Janeiro (dpa) - Mit Hilfe von 220 000 Soldaten hat Brasilien eine großangelegte Bekämpfung des mysteriösen Zika-Virus gestartet. «Bis zu den Olympischen Spielen werden wir beachtliche Erfolge bei der Vernichtung der Moskitos sehen», versprach Präsidentin Dilma Rousseff zum Start der Offensive. Zika wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen wird. Die Olympischen Spiele finden vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro statt - erste Sportler erwägen bereits einen Verzicht. Das Militär verteilte am Samstag vier Millionen Flugblätter mit Tipps zur Moskitobekämpfung, bevor ab Montag als nächste Etappe 50 000 Soldaten mit Insektiziden den Mücken zu Leibe rücken sollen.

Rousseff nahm in der Olympia-Stadt Rio de Janeiro an der Aktion teil und erklärte Bürgern, dass selbst kleine Pfützen und Wasserrückstände vermieden werden müssen. Gelbfiebermücken, die das Virus übertragen, legen dort ihre Eier ab und vermehren sich so.

Die 220 000 Soldaten und tausende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden schwärmten in 353 Städten mit Informationsblättern aus. Sie sollten bis zu drei Millionen Häuser besuchen. Besonders in den Favelas gibt es mangels moderner Abwassersysteme viele Brutstellen für Moskitos. Allerdings sollten die Soldaten Favelas weitgehend meiden, zumindest dort, wo das Risiko von Zusammenstößen mit Drogenhändlern bestand.

Rousseff betonte, die Aufklärungsaktion sei nur der Anfang. Als nächster Schritt sollen nun in besonders betroffenen Gegenden Moskitos und Eiablageplätze mit Insektiziden eliminiert werden. Insgesamt hat die Regierung für 2016 Ausgaben von 2,4 Milliarden Reais (526 Mio. Euro) zur Bekämpfung der Mücken vorgesehen.

Das Ziel der Regierung lautet: «Zero Zika» («Null Zika»). Aber bis dahin wird es ein weiter Weg sein - die Moskitoart hat sich zuletzt dramatisch vermehrt und soll auf rund 80 Prozent der Landesfläche aktiv sein. Sie überträgt auch das Dengue- und das Chikungunya-Virus. «Der Kampf gegen die Moskitos ist derzeit das einzige Mittel, um diese drei Virus-Arten zu bekämpfen», betonte der nationale Sekretär für Schutz und Zivilverteidigung, Adriano Pereira Júnior.

Die Behörden schätzen die Zahl der Zika-Infektionen in Brasilien auf 500 000 bis 1,5 Millionen. Das Virus steht im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ihren Babys zu verursachen. Die Zahl der bestätigten Fälle dieser Mikrozephalie bei Babys, deren Mütter sich in der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben, ist 41 Fälle gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium. In der Vorwoche waren erst 17 Fälle bekannt. Insgesamt gibt es in Brasilien laut Behörden 462 bestätigte und 3852 Verdachtsfälle von Mikrozephalie. Die steigenden Zahlen hängen auch damit zusammen, dass es seit dem Verdacht eines Zusammenhangs mit Zika im Oktober eine Meldepflicht gibt. Verdacht auf Mikrozephalie besteht, wenn ein Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Zika mittlerweile in 39 Ländern aufgetaucht. Rousseff vergleicht den Kampf gegen die Mücken mit einem «Krieg». Mit US-Präsident Barack Obama hat sie die Entwicklung eines Impfstoffes durch Forscher beider Länder vereinbart. Noch 2016 könnte ein Zika-Impfstoff getestet werden, sagte der Direktor des Nationalen US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), Anthony Fauci, in Washington.

Sa, 2016-02-13 23:11
Berlin (dpa)

Steinmeier ruft zu Schritten für Waffenruhe in Syrien auf

Berlin (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat an das Assad-Regime und die syrische Opposition appelliert, die Kampfhandlungen zurückzufahren. «Ich rufe Russland und alle anderen Staaten, die am Waffenruheplan beteiligt sind, dazu auf, ihren Einfluss gelten zu machen, damit humanitäre Hilfe überall in Syrien möglich wird und das Assad-Regime wie auch die syrische Opposition, die Kampfhandlungen zurückfahren», sagte Steinmeier der «Bild am Sonntag». «Wir dürfen nicht zulassen, dass die «Münchener Verpflichtungen» im Bombenhagel des Assad-Regimes und der fortgesetzten entgrenzten Brutalität der Kämpfe in Syrien untergehen.»

Kurz nach der Münchner Syrien-Konferenz hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe gedämpft. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz machte Lawrow am Samstag deutlich, dass er dafür nicht einmal eine fünfzigprozentige Chance sieht. US-Außenminister John Kerry warnte vor einem Scheitern der Münchner Vereinbarungen und betonte: «Wir sind an einem Scheidepunkt.» Nach Angaben von Aktivisten verstärkte Russland seine Luftangriffe im Norden Syriens am Samstag weiter.

Sa, 2016-02-13 23:03
Stockholm (dpa)

Eagles of Death Metal setzen nach Terrorattacken Europatour fort

Stockholm (dpa) - Genau drei Monate nach der Terrorattacke bei ihrem Konzert in Paris hat die US-Band Eagles of Death Metal ihre Europatournee in Stockholm fortgesetzt. Die Musikgruppe spielte am Samstagabend in dem Club «Debaser Medis» in der schwedischen Hauptstadt. Am Sonntag sollte ein Auftritt in Oslo folgen. Am Dienstag tritt die Band erstmals seit den Anschlägen wieder mit einem eigenen Konzert in Paris auf.

Der Musikclub «Bataclan» war am 13. November 2015 während eines Auftritts der Gruppe von einem der drei Terrorkommandos überfallen worden. Dort starben die meisten der 130 Todesopfer der Attacken in Saint-Denis und Paris.

Sa, 2016-02-13 23:05
Berlin (dpa)

Dobrindt will 15 000 neue Ladestationen für Elektroautos

Berlin (dpa) - Als Anreiz für den Einsatz von E-Autos will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 15 000 zusätzliche Elektro-Ladesäulen in ganz Deutschland aufstellen lassen. Dobrindt sagte der «Bild am Sonntag»: «Dafür werden 300 Millionen Euro in die Hand genommen. Betrieben werden sollen diese Ladesäulen unter anderem von privaten Investoren. Für Supermarktketten, Shopping-Center oder Baumärkte kann das ein Geschäftsmodell sein.»

Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist weiter schwach. Im vergangenen Jahr wurden 12 363 E-Autos neu zugelassen - verglichen mit 3,2 Millionen Pkw. Die Bundesregierung hält dennoch am Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 auf deutschen Straßen fest. Als Hauptprobleme gelten neben vergleichsweise hohen Preisen für E-Autos die geringere Reichweite und das noch löchrige Netz an Ladestationen. Bisher gibt es nach VDA-Angaben 5600 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland.

Sa, 2016-02-13 23:01
Berlin (dpa)

Bundesverkehrsministerium will unangemeldete Abgaskontrollen

Berlin (dpa) - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will als Konsequenz aus dem Abgas-Skandal bei Volkswagen den Druck auf Automobilhersteller erhöhen. Dobrindt sagte der «Bild am Sonntag»: «Es wird Kontrollen für Kraftfahrzeuge im Stile von Dopingtests geben. Unangemeldet, jedes Jahr. Nach dem Zufallsprinzip werden Fahrzeuge beispielsweise über Autovermietungen ausgewählt und deren Schadstoffausstoß getestet.» Sein Ministerium wolle sicherstellen, dass solche Manipulationen nicht wieder passieren.

Im Januar hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrere Neuregelungen in den Blick genommen. Technische Prüfdienste, die für einen Autohersteller tätig sind, sollten sich künftig in einer Rotation abwechseln, hatte ein Sprecher in Berlin mitgeteilt. Die VW-Untersuchungskommission des Ministeriums habe zudem vorgeschlagen, staatliche Prüfstände für Emissions-Nachmessungen aufzubauen. Damit könnten nach Ansicht von Experten wirtschaftliche Abhängigkeiten zwischen Prüfinstituten und Herstellern vermieden werden.

Außerdem sollen Hersteller dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) künftig ihre Motorsoftware offenlegen. Dadurch wäre es leichter, etwaige Abschaltvorrichtungen, mit denen ein Fahrzeug «merkt», ob gerade ein Abgastest läuft, zu erkennen.

Sa, 2016-02-13 20:01
Istanbul (dpa)

Türkische Armee beschießt Kurden im Norden Syriens

Istanbul (dpa) - Die türkische Armee hat im Norden Syriens Gebiete unter kurdischer Kontrolle mit Artillerie beschossen. Angegriffen worden sei nördlich der Stadt Aleppo eine Region, die die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und arabische Verbündete vor zwei Tagen eingenommen hätten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, es habe sich um eine Reaktion auf einen Angriff auf die türkische Provinz Hatay gehandelt.

Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK. Die kurdischen Volksschutzeinheiten gehören im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zum wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen. Die Kurden haben dort in großen Gebieten bereits eine Selbstverwaltung errichtet.

Sa, 2016-02-13 18:44
München (dpa)

Steinmeier: Libyen kann uns nicht egal sein

Alle sprechen über Syrien. Aber auch in Libyen gibt es Bürgerkrieg und breitet sich die Terrororganisation Islamischer Staat aus. Deutschland will an der Stabilisierung des Landes mitwirken.

München (dpa) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Bereitschaft Deutschlands zur Mithilfe bei der Stabilisierung Libyens bekräftigt. «Uns in Deutschland und Europa kann nicht egal sein, was sich ein paar hundert Kilometer südlich von Italien am anderen Ufer des Mittelmeers abspielt», sagte er am Samstag nach einem Treffen mehrerer Außenminister zu der Krise in dem nordafrikanischen Land. «Es kann uns nicht egal sein, wenn inmitten von Chaos und Bürgerkrieg skrupellose Schlepperbanden ungestört ihrem kriminellen Geschäft nachgehen. Und es kann uns erst recht nicht egal sein, wenn am Rande Europas die Terrormilizen von ISIS (Islamischer Staat) fest Fuß fassen.»

Deutschland, Europa und die internationale Gemeinschaft seien bereit, jede mögliche Hilfe anzubieten, um eine künftige libysche Einheitsregierung bei der Stabilisierung des Landes zu unterstützen. «Das gilt auch für den Aufbau staatlicher Strukturen und für die Ausbildung von Sicherheitskräften», erklärte Steinmeier.

An dem Treffen nahmen die USA, mehrere EU-Länder und Ägypten teil. Libyen gilt als Rückzugsgebiet für Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Staat aus Syrien und dem Irak. Fünf Jahre nach den ersten Protesten gegen den später gestürzten und getöteten Diktator Muammar al-Gaddafi stehen sich eine islamistische und eine weltliche Führung sowie zwei miteinander konkurrierende Parlamente gegenüber. Die Einsetzung einer von den UN vermittelten Einheitsregierung ist bislang am Widerstand beider Seiten gescheitert.

Sa, 2016-02-13 18:49
Dresden (dpa)

Mahnende Worte bei Gedenken an Zerstörung Dresdens im Krieg

Dresden macht heute vor allem durch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung Schlagzeilen. Diese spielte diesmal auch beim jährlichen Gedenken an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg eine Rolle.

Dresden (dpa) - Mit zahlreichen Veranstaltungen haben die Bürger Dresdens am Samstag der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomber vor 71 Jahren und der rund 25 000 Opfer der Luftangriffe gedacht. Höhepunkt war am Abend eine Menschenkette, mit der rund 13 000 Bürger ein Zeichen für Miteinander und Toleranz setzten. Unter dem Geläut der Kirchenglocken verband sie am Abend beide Seiten der Elbe.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) forderte die Menschen auf, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen. «Wer die Vergangenheit von vor über 70 Jahren von dem trennt, was wir heute in Teilen der Welt erleben, wer sein Herz gegenüber denjenigen verschließt, die bei uns Schutz suchen, der hat die Botschaft des 13. Februars nicht verstanden.»

Hilbert hatte zusammen mit einem breiten Bündnis aus Kirchen, Institutionen, Vereinen und Initiativen zu der Menschenkette aufgerufen. Diese führte erstmals auch durch den Zwinger und über den Theaterplatz vor der Semperoper, der in den vergangenen Monaten häufig die Kulisse für Demonstrationen des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses bildete. Auch Landtagspräsident Matthias Rößler, Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (alle CDU) reihten sich auf dem Theaterplatz ein.

Die Gedenkfeiern hatten am Vormittag mit Veranstaltungen an fünf verschiedenen Orten begonnen. Ein zentrales Gedenken der Stadt gab es diesmal nicht. Bei einer Kranzniederlegung auf dem St.-Pauli-Friedhof betonte Hilbert, dass bei dem Gedenken an die Opfer nicht vergessen werden dürfe, wer den Zweiten Weltkrieg herbeigeführt habe. Auf dem Friedhof liegen von Nazis ermordete Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen. Gedenkveranstaltungen fanden unter anderem auch auf dem Heidefriedhof statt, wo viele der Bombenopfer begraben sind; außerdem am Güterbahnhof Neustadt, von dem aus in der NS-Zeit Juden deportiert wurden.

Dresden war eine Hochburg der Nationalsozialisten, die bei den Reichstagswahlen 1932 und 1933 in Sachsen besonders gut abgeschnitten hatten. In der Elbestadt fand die erste Bücherverbrennung und die erste Ausstellung über «entartete Kunst» statt. Mit dem Gang an die Tatorte will das Bündnis Nazifrei einer Mythisierung Dresdens als unschuldige Opferstadt entgegenwirken.

Wie in den vergangenen Jahren versuchten auch diesmal Rechtsextreme, das Gedenken zu missbrauchen. Einem Neonazi-Aufmarsch in einem Plattenbauviertel am Stadtrand stellten sich am Freitagabend Hunderte Bürger mit lautem Protest entgegen. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei war seit Freitag mit neun Hundertschaften stark präsent.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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