Mo, 2015-07-06 10:27
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Atompoker mit dem Iran: Zeitdruck für Unterhändler wächst

Wien (dpa)- Unter wachsendem Zeitdruck steuern die Atom-Verhandlungen mit Iran mit der Anreise aller Chefdiplomaten in die Zielgerade. Am Montagvormittag sollte Chinas Außenminister die Runde seiner Kollegen aus der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) am Verhandlungsort in Wien komplettieren. Ob es eine Einigung bis zum Fristende in der Nacht zum Mittwoch geben wird, ist aber weiter offen.

Die Lücken im Text des angestrebten Abkommens seien weniger geworden, betonten beide Seiten. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif betonte aber in der Nacht auf Montag, es bestehe noch Uneinigkeit in einigen Punkten. Delegationskreisen zufolge wird noch immer um heikle Themen wie die Aufhebung bestehender Sanktionen gegen den Iran gerungen.

Der Westen macht Druck auf den Iran, die Möglichkeit zur Einigung zu ergreifen. «Das ist eine einmalige Chance», sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am späten Sonntagabend in Wien. Eine Einigung um jeden Preis werde es aber nicht geben, hieß es einhellig aus der 5+1-Gruppe. Seitens der iranischen Verhandler wurde bereits laut darüber nachgedacht, auch nach Ablauf der Frist bis Donnerstag weiter zu verhandeln.

Eine Übereinkunft soll sicherstellen, dass der Iran die Kernkraft zivil nutzen kann, ohne in den Besitz einer Atombombe zu kommen. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen des Westens schrittweise aufgehoben werden.

Mo, 2015-07-06 09:16
Delhi (dpa)

Bericht: Zahl der untergewichtigen jungen Frauen in Indien steigt

Neu Delhi (dpa) - Im aufstrebenden Schwellenland Indien steigt laut einem Medienbericht die Zahl der untergewichtigen 15- bis 18-jährigen Frauen. Mehr als die Hälfte der weiblichen Jugendlichen sei zu dünn, heißt es in einer Studie, die das UN-Kinderhilfswerk Unicef zusammen mit der indischen Regierung erstellt hat. Die Ergebnisse wurden noch nicht offiziell veröffentlicht, die indische Zeitung «The Hindu» zitierte am Montag aber daraus. Mädchen bekommen in Indien oft weniger zu essen und eine schlechtere Gesundheitsversorgung als ihre Brüder. Jungen bleiben traditionell im Haus und kümmern sich um die Eltern, während die Mädchen bei der Heirat wegziehen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Zahl der untergewichtigen Kleinkinder ging stark zurück, wie die Zeitung weiter berichtet. Waren im Vergleichszeitraum 2004/2005 noch 43 Prozent der Kinder zu dünn, trifft dies bei den neuen Daten aus den Jahren 2013/2014 noch auf 29 Prozent der Kinder zu. Auch sind weniger Kinder zu klein, unterentwickelt und dafür mehr Kinder geimpft. Für die Studie wurden mehr als 100 000 Jungen und Mädchen gewogen und gemessen.

Die Unterschiede zwischen den Bundesstaaten in Indien sind dabei gewaltig. Auffällig: Der Staat Gujarat, der vom jetzigen Premierminister Narendra Modi von 2001 bis 2014 regiert wurde, steht trotz seiner enormen Wirtschaftskraft schlecht da. Gujarat liege sogar unter dem indischen Durchschnitt, wie «The Hindu» berichtet. Als das «Wall Street Journal» den damaligen Landeschef Modi einmal nach dem Grund fragte, antwortete er: Die Mittelklasse sei mehr auf ihre Figur bedacht als auf ihre Gesundheit. Indische Medien hatten darauf mit Empörung reagiert.

Mo, 2015-07-06 07:57
Singapur (dpa)

Ölpreise sinken nach «Nein» in Griechenland

Singapur (dpa) - Die Ölpreise sind am Montag nach dem «Nein» zu den Spar- und Reformvorschlägen der Gläubiger im griechischen Referendum gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 59,54 US-Dollar. Das waren 78 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel noch deutlich stärker um 2,15 Dollar auf 54,78 Dollar.

Das mehrheitliche «Nein» der Griechen am Sonntag habe die Stimmung am Ölmarkt spürbar belastet, war aus dem Handel zu hören. Es gebe die Sorge, dass das Wirtschaftswachstum Europas und damit auch die künftige Ölnachfrage belastet werden könnte. Aus Ungewissheit über den Fortgang der griechischen Schuldenkrise zögen sich Investoren zudem aus riskanteren Anlageklassen wie Rohstoffen zurück.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mo, 2015-07-06 09:21
Tallinn (dpa)

Windböe reißt Hüpfburg hoch - Zwei Kinder in Estland getötet

Tallinn (dpa) - Zwei Kinder sind in Estland getötet worden, als eine starke Windböe eine Hüpfburg meterhoch durch die Luft schleuderte. Drei weitere Kinder wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wie die Zeitung «Eesti Päevaleht» berichtete. Die Kinder hatten am Sonntag während einer Geburtstagsfeier in der Stadt Tartu in der Hüpfburg getobt, als der Wind das aufblasbare Spielgerät aus dem Garten eines Hauses über die Straße auf ein Feld schleuderte. Ein Junge und ein Mädchen, Jahrgang 2007 und 2009, konnten trotz Wiederbelebungsversuchen nicht gerettet werden.

Mo, 2015-07-06 09:34
Manila (dpa)

Schiedsgericht tagt zu Territorialstreit im Südchinesischen Meer

Manila (dpa) - Der Territorialdisput im Südchinesischen Meer kommt an diesem Dienstag vor das zwischenstaatliche Schiedsgericht PCA in Den Haag. Die Philippinen hatten 2013 einen Antrag gestellt, dass das Tribunal die Ansprüche Chinas auf weite Teile des Meeresgebietes und die darin liegenden Atolle zurückweist. Das Tribunal will nach der Anhörung erst entscheiden, ob es den Fall überhaupt aufnimmt.

China erkennt die Zuständigkeit des Schiedsgerichts nicht an. Die philippinische Regierung gab sich am Sonntag zuversichtlich. «Unsere Position basiert auf UN-Konventionen», sagte ein Präsidentensprecher.

Neben China und den Philippinen beanspruchen auch Vietnam, Malaysia und Brunei Teile des Südchinesischen Meeres. Es hat dort mehrfach Spannungen gegeben; chinesische Kriegsschiffe haben Wasserwerfer gegen Schiffe anderer Nationen eingesetzt. China schüttet nach Satellitenaufnahmen auf einem Atoll Land auf und baut eine Landebahn.

China ist eines der 117 Mitgliedsländer des Schiedsgerichts. Das Gericht vermittelt seit 1899 bei Disputen zwischen Staaten.

Do, 2015-07-02 16:13
Koblenz (dpa)

Hitze macht Fischen in deutschen Gewässern nicht zu schaffen

Koblenz (dpa) - Noch sind die Fische in großen deutschen Gewässern trotz Hitze sicher. Sauerstoffmangel und zu hohe Temperaturen bereiteten Wassertieren und -pflanzen bislang keine Probleme, sagte Jochen Koop von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz am Donnerstag. Erst wenn die Wassertemperatur 40 Tage am Stück über 25 Grad Celsius liege, bekämen sie Schwierigkeiten.

Denn wechselwarme Tiere passten sich ihrer Umgebung an, erklärte der Leiter des Referats Tierökologie. Pro zehn Grad Temperaturanstieg verdoppele oder verdreifache sich ihr Grundumsatz. Sie verbrauchten dann bald mehr Energie, als sie aus der Nahrung bekämen. Das Immunsystem werde schwächer und die Tiere würden krank, sagte Koop. In den warmen Jahren 2003 und 2006 etwa habe es ein Massensterben von Körbchenmuscheln und Aalen gegeben.

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Fr, 2015-07-03 21:24
en-Provence (dpa)

Regisseur Kusej kritisiert Veränderung von Terror-Szenen in Oper

Aix-en-Provence (dpa) - Das Festival von Aix-en-Provence hat Anspielungen auf den islamistischen Terror aus einer Mozart-Inszenierung gestrichen - zum Ärger des Regisseurs Martin Kusej. Der Intendant des Münchner Residenztheaters wollte zum Ende der Oper «Die Entführung aus dem Serail» in blutige Fetzen gewickelte Köpfe enthaupteter Gefangener darstellen. «Das sind schon deutliche Eingriffe, die meine Inszenierung entschärfen und sie insgesamt auf ein gut konsumierbares Niveau herunterpegeln», teilte Kusej kurz vor der Premiere am Freitagabend mit. Anlass für die Änderungen war der Anschlag von Lyon.

Das französische Festival habe auch gebeten, Fahnen mit arabischem Text und Symbolen nicht mehr zu zeigen. «Ich wollte mit meiner Inszenierung zeigen, wie Terrorismus jegliche positive Utopien zerstört», argumentierte der Österreicher.

Festivalchef Bernard Foccroulle hatte zuvor bestätigt, den Regisseur um die Änderungen gebeten zu haben. Er sagte nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP, die Anspielungen auf die Terrormiliz Islamischer Staat seien ihm nach dem Anschlag der vorhergehenden Woche, bei dem ein Mann enthauptet wurde, auf einer Opernbühne nicht sachdienlich erschienen. «Das ist keine Zensur, das ist Reife», argumentierte er.

So, 2015-07-05 17:10
Berlin (dpa)

Heißestes Wochenende des Jahres - viele Badetote Von Silvia Kusidlo, dpa

Rimini-Feeling in Deutschland: volle Strände, Mega-Hitze und lange Schlangen vor den Eisdielen. Die extremen Temperaturen am Wochenende zeigten allerdings auch ihre Schattenseiten.

Berlin (dpa) - Am bislang heißesten Wochenende des Jahres sind mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen in Deutschland ums Leben gekommen. Strände und Seen erlebten bei fast 40 Grad einen gewaltigen Ansturm. Auch an Land hatte die Hitze gefährliche Folgen. So kollabierten viele Erntearbeiter auf einem Feld. Waldgebiete und Wiesen brannten. Etliche Fernzüge fielen wegen defekter Klimaanlagen aus. Auf die Hitze folgten in einigen Regionen Unwetter. Zwei Menschen wurden am Sonntag durch Blitze verletzt. Bäume stürzten auf Autos, Starkregen flutete Keller und Straßen.

Doch Hoch «Annelie» bescherte vielen Menschen aber auch ein perfektes Wochenende. Freibäder, Eisdielen und Biergärten waren ebenso heiß begehrt wie Brunnen und Planschbecken. Rimini-Feeling gab es an den Küsten: Die Ostsee sei «ihrem Ruf als besseres Mittelmeer» an diesem Wochenende gerecht geworden, sagte ein Sprecher des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Strände seien «pickepackevoll» gewesen.

Der Temperaturrekord wurde am Wochenende nicht geknackt. Am heißesten war es am Samstag im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim mit 39,2 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Die bisher höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland beträgt 40,2 Grad. An diesem Montag soll eine Kaltfront für etwas Abkühlung sorgen, bevor am Dienstag die Temperaturen wieder auf mehr als 30 Grad klettern. Der DWD rechnete mit schweren Unwettern in Westdeutschland. Auch Tornados seien möglich.

Unter den Badetoten waren Kinder und Jugendliche: In Bayern ertrank ein Vierjähriger in einem Baggersee. Am Rheinufer in Köln wurde ein Sechsjähriger beim Spielen von der Strömung erfasst. In einem Naturfreibad in Siegen ertrank ein Jugendlicher. Badetote meldeten auch Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft rief dazu auf, nur in bewachten Gewässern zu schwimmen. Bei Unfällen spiele oft Leichtsinn eine Rolle. Im letzten Jahr starben laut DLRG 392 Menschen beim Schwimmen in Deutschland, meist in Flüssen und Seen.

Wegen der großen Hitze fielen allein am Sonntag bundesweit mindestens 19 Fernzüge der Deutschen Bahn aus. Zudem habe es bis zum Nachmittag 32 Ausfälle auf Teilstrecken gegeben, weil die Klimaanlagen in den ICEs und ICs nicht mehr funktionierten, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Sieben Ersatzzüge wurden demnach eingesetzt. Viele Reisende mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Tropen-Hitze brachte in einigen Regionen bereits Unwetter. In Hattingen am Rande des Ruhrgebiets wurden zwei Menschen vom Blitz getroffen und schwer verletzt. In Thüringen kippte eine Windböe auf der Autobahn 4 nahe Mellingen einen Lastwagen um. Das Führerhaus hing über einer Brücke und drohte in die Tiefe zu stürzen. Der Fahrer wurde gerettet.

Wegen Verdachts auf Hitzekollaps wurden mindestens sechs Teilnehmer des Deutschen Chorfestivals in Trier ins Krankenhaus gebracht. In Schwagstorf bei Osnabrück kollabierten 25 Erntehelfer auf einem Erdbeerfeld. In Berlin musste am Wochenende die Kuppel des Reichstagsgebäudes gesperrt werden - einige Menschen hatten zuvor dort bei 44 Grad Innentemperatur Kreislaufprobleme bekommen.

Die Polizei bekam auch Notrufe, weil Eltern ihre Kinder beim Einkauf in geparkten Autos zurückgelassen hatten. Auch Hunde mussten aus Fahrzeugen befreit werden. «Das ist unfassbar», sagte ein Beamter in Thüringen. Die Fahrzeughalter seien mit Megafonen ausgerufen worden.

Die hohen Temperaturen ließen vielerorts die Ozonbelastung steigen. Erhöhte Konzentrationen können die Atemwege reizen. Hitzeschäden bremsten den Verkehr auf einigen Autobahnen und Bahnstrecken. Ein Blitz legte die Signalanlagen im Essener Hauptbahnhof lahm. Viele Brandmelder spielten wegen der hohen Temperaturen verrückt und lösten falschen Alarm aus. Ein Hitze-Brand verursachte einen stundenlangen Ausfall der Sendungen des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte. 

Sorgen bereitet die Hitzewelle auch vielen Winzern. Neben der gefährlichen Trockenheit droht den Trauben Sonnenbrand. «Man kann nur hoffen, dass es in Bälde Niederschläge gibt und dann nicht Unwetter und Hagel», sagte Peter Wohlfarth vom Badischen Weinbauverband.

Bei den Tagestemperaturen in Europa treten doppelt so oft Hitzerekorde auf wie Kälterekorde, berichtete Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im dpa-Interview. Für längere Zeiträume sei das Verhältnis noch wesentlich krasser: «Bei den Monatswerten haben wir heute schon fünfmal so viele Hitzerekorde wie es in einem stabilen Klima der Fall wäre», sagte der Wissenschaftler. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, da das Klima durch die Treibhausgase immer weiter aufgeheizt werde.

Sa, 2015-07-04 12:08
Gladbach (dpa)

Experte: Automarkt China am Wendepunkt - Deutsche mögen PS-Protze

China war über Jahre das Schlaraffenland für westliche Autobauer. Nun macht sich Ernüchterung breit: Die Verkäufe stagnieren oder sinken sogar. Zu allem Überfluss stellt das Internet vieles auf den Kopf. Doch PS-Stärke bleibt gefragt - auch in der Autonation Deutschland.

Bergisch Gladbach (dpa) - Der weltgrößte Automarkt China steht nach Einschätzung von Branchenexperte Stefan Bratzel an einer historischen Schwelle. «Dort befinden wir uns derzeit im Übergang von einem stark wachsenden zu einem sich zunehmend moderat entwickelnden Markt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur nach einem längeren Aufenthalt im Reich der Mitte. Für die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler sei die geschäftliche Lage aktuell gleich mehrfach heikel. In ihrer Heimat profitieren Hersteller PS-starker Modelle derweil laut einer Studie weiter von den vergleichsweise niedrigen Spritpreisen.

Nicht nur das Ende der zweistelligen Wachstumsraten sorge bei den Autoverkäufen in China für neue Herausforderungen. Der dynamische Boom des Internets und seiner Geschäftsmodelle treffe die Anbieter.

«In China gibt es schon heute 650 Millionen Smartphone-Nutzer», sagte Bratzel. «Und ganz anders als etwa in Deutschland läuft bereits ein hoher Anteil der Verkaufsanbahnung in den Autohäusern über das Internet, bis hin zum Abschluss.» Verkaufs- und Serviceangebote sowie taxiähnliche Online-Fahrdienste schössen durch die Decke.

«Das Internet durchdringt die Mobilitätswelt in China dynamischer als anderswo», sagte Bratzel. Hintergrund sei auch, dass Neuwagenkäufer bei den Premiumherstellern dort im Schnitt 36 Jahre alt seien - in Deutschland dagegen weit über 50 Jahre. Und noch immer seien gut zwei Drittel (68 Prozent) der Käufer eines Neuwagens in China Erstkäufer.

Bratzel sieht die deutschen Hersteller in Zugzwang. Nur gute Autos anzubieten und die Vertriebsnetze auszubauen, reiche nicht mehr. Beim Car-Sharing etwa müssten Angebote her. Volkswagen prüfe das bereits.

Das Wachstum der Mittelschicht in dem asiatischen Riesenreich sorge auch für eine Segmentverschiebung bei den nachgefragten Modellen. So stünden günstige Geländelimousinen (SUV) hoch im Kurs. Die aber hat beispielsweise China-Marktführer Volkswagen noch nicht im Angebot. Die Wolfsburger erleben in dem Land, wo sie gut ein Drittel aller Wagen absetzen, derzeit eine ungewohnte Flaute. So lag der konzernweite China-Absatz per Mai 1,1 Prozent unter Vorjahr.

Die im langjährigen Vergleich günstigen Spritpreise erhöhen in Deutschland den PS-Hunger der Autokäufer - ähnlich wie in den USA. «Gekauft werden vermehrt Fahrzeuge mit höherer Motorleistung, während alternative Antriebe wie Erd- oder Flüssiggas und Elektoantriebe zu «Mauerblümchen» degenerieren», heißt es in einer Analyse des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen, die der «Welt am Sonntag» vorlag. Im Schnitt liege die Neuwagen-Motorenstärke bei 143 PS.

In China sei die Lage durchwachsen: «Es herrscht dort im Moment eine gewisse Ratlosigkeit», so Bratzel. «Die Frage ist, ob die Verkaufsrückgänge nur eine vorübergehende Delle sind.»

Zudem würden die chinesischen Hersteller konkurrenzfähiger. Auch die Vorgabe der kommunistischen Führung für ihre Kader, stärker Autos aus heimischer Produktion zu kaufen, belaste den Erfolg westlicher Luxusmarken wie Audi, BMW, Mercedes oder Porsche.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

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Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Do, 2015-07-02 19:33
Bamako (dpa)

Sechs Blauhelmsoldaten bei Angriff in Mali getötet

Mali kommt nicht zur Ruhe. Islamisten locken eine Blauhelm-Einheit in einen Hinterhalt. Mehrere Soldaten sterben.

Bamako (dpa) - Bei einem Angriff auf Truppen der UN-Mission Minusma sind im Norden Malis mindestens sechs Blauhelmsoldaten ums Leben gekommen. Viele weitere Soldaten seien verletzt worden, als sie am Donnerstag südwestlich der Wüstenstadt Timbuktu in einen Hinterhalt unbekannter Angreifer geraten seien, sagte der Chef des schwedischen Kontingents in Mali, Jonas Lotsne. Bei den Opfern handele es sich um Soldaten aus dem Nachbarland Burkina Faso, das den Großteil der Minusma-Truppen in der Region um Timbuktu stellt.

«Dies war ein massiver Anschlag», erklärte Lotsne. Helfer seien mit Helikoptern im Einsatz gewesen, um die Verletzten in Sicherheit zu bringen. Der UN-Sondergesandte für Mali, Mongi Hamdi, verurteilte den Angriff scharf und forderte, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Zu der Tat habe sich die Terrorgruppe «Al-Kaida im Islamischen Maghreb» bekannt, berichtete eine mauretanische Nachrichtenagentur. In dem Gebiet sind neben dem Terrornetzwerk Al Kaida auch die Gruppen Ansar Dine und Al Mourabitoun aktiv.

Der Norden Malis war im Zuge eines Putsches 2012 ins Chaos gerutscht. Islamisten und Tuareg-Rebellen hatten in der Region die Macht an sich gerissen. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Januar 2013 konnte das Gebiet wieder weitgehend befreit werden. Jedoch kommt es bis heute zu Anschlägen und Unruhen.

Do, 2015-07-02 16:54
Hamburg/Karlsruhe (dpa)

Windenergiefirma Prokon wird Genossenschaft

Hamburg/Karlsruhe (dpa) - Die Windenergiefirma Prokon wird in eine Genossenschaft umgewandelt. Das haben die Gläubiger am Donnerstag in Hamburg entschieden, teilte der unterlegene Mitbewerber EnBW am Donnerstag in Karlsruhe mit. Neben den 75 000 Anlegern, die über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro in der Firma aus Itzehoe (Schleswig-Holstein) angelegt hatten, konnten auch Banken, Lieferanten und Stromkunden ihr Votum abgeben.

Somit ist der Energieversorger EnBW unterlegen, der die Firma für rund 550 Millionen Euro übernehmen wollte. Über Prokon war 2014 wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Gläubiger verlieren voraussichtlich mehr als 40 Prozent ihres angelegten Geldes.

Do, 2015-07-02 11:47
Tunis (dpa)

Terror im tunesischen Badeort: Polizei nimmt zwölf Verdächtige fest

Tunis (dpa) - Nach dem Terroranschlag auf Urlauber im tunesischen Badeort Sousse hat die Polizei in dem nordafrikanischen Land insgesamt zwölf Verdächtige festgenommen. Aus dem tunesischen Innenministerium hieß es am Donnerstag, im Zuge der Ermittlungen seien weitere Festnahmen möglich. Die Verdächtigen sollen in Terrorlagern im Nachbarland Libyen ausgebildet worden sein, teilte der tunesische Minister Lazhar Akremi nach Angaben einheimischer Medien mit.

Ein 24 Jahre alter Student hatte am vergangenen Freitag am Badestrand in Sousse 38 Touristen getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Auch der Attentäter soll nach Angaben des tunesischen Innenministeriums in einem libyschen Terrorlager gewesen sein. Zu dem Angriff bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung. Im libyschen Bürgerkriegschaos haben Extremisten mehrere Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht.

30 der Opfer in Sousse waren Briten. Auch zwei Deutsche kamen ums Leben. Die tunesische Regierung hatte bereits am Montag die Festnahme mehrerer Verdächtiger gemeldet, die den Attentäter unterstützt haben sollen. Eine Zahl nannte sie nicht.

Do, 2015-07-02 10:01
Donezk (dpa)

Separatisten in der Ostukraine setzen Kommunalwahl für Oktober an

Donezk (dpa) - Trotz zunehmender Gefechte in der Ostukraine haben die prorussischen Aufständischen in Region für den 18. Oktober Kommunalwahlen angesetzt. Die Abstimmung über die künftige Führung der Städte und Bezirke stehe im Einklang mit dem im Februar geschlossenen Friedensabkommen von Minsk, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko am Donnerstag örtlichen Medien zufolge in Donezk. Die prowestliche Führung in Kiew will die Ergebnisse der Wahlen nicht anerkennen.

Sachartschenko warf der Führung des krisengeschüttelten Landes vor, die Umsetzung des Minsker Abkommens zu verschleppen. Jedoch wollten die Aufständischen nicht länger warten. «Ich setze gemäß den Punkten vier und zwölf des Abkommens lokale Wahlen auf dem Gebiet der Donezker Volksrepublik an», verkündete er. Die Separatisten hatten zuletzt am 2. November Kommunalwahlen in den von ihnen kontrollierten Gebieten abgehalten. Die Führung in Kiew erkennt diese aber nicht an.

Die Konfliktparteien streiten auch um ein ukrainisches Gesetz über einen Sonderstatus, in dem das Gebiet als «besetzt» bezeichnet wird.

Do, 2015-07-02 13:25
Blaustein (dpa)

Känguru büxt aus Zirkus aus: Beuteltier blockt Bahnverkehr

Blaustein (dpa) - Aus dem Zirkus entwischt und durch die schwäbische Landschaft gehoppelt: Ein ausgebüxtes Känguru hat am Donnerstag bei Ulm für Wirbel gesorgt. «Am Morgen stand die Tür zum Zirkus-Gehege offen, einzelne Tiere waren dann draußen», sagte ein Polizeisprecher. Die Zirkus-Mitarbeiter hätten fast alle wieder einfangen können, «aber ein Känguru hat sich auf die Reise gemacht». Das freiheitsliebende Beuteltier hüpfte über die Bahngleise Richtung Ulm. Die Bundespolizei sperrte deshalb kurzzeitig den Bahnverkehr. Mitarbeiter fingen das Tier schließlich ein. «Das ist nichts Alltägliches, so viel Kängurus gibt es bei uns nicht», sagte der Polizeisprecher.

Mi, 2015-07-01 19:16
Washington/Havanna (dpa)

Nach 50 Jahren Feindschaft: USA und Kuba eröffnen Botschaften  

Jahrzehntelang waren sich die USA und Kuba spinnefeind. Washington betrachtete das sozialistische Land als einen Schandfleck im eigenen Hinterhof. Jetzt machen Havanna und Washington einen historischen Schritt.

Washington/Havanna (dpa) - Nach einem halben Jahrhundert Eiszeit eröffnen die USA und Kuba wieder Botschaften - damit wird der Kalte Krieg in der Karibik endgültig beendet. «Wir sind Nachbarn, jetzt können wir Freunde sein», sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses. Auch in Havanna wurde die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zeitgleich bekanntgegeben. Seit der kubanischen Revolution 1959 herrschte Unfrieden zwischen beiden Ländern.

Obama sprach von einem «historischen Schritt», den er und Kubas Staatschef Raúl Castro - ein Bruder des schwer kranken Revolutionsführers Fidel Castro - bereits Ende vergangenen Jahres eingeleitet hatten. Die Wiederannäherung an Havanna gilt als einer der größten außenpolitischen Erfolge Obamas. Castro machte klar, dass Kuba eine Beziehung auf Augenhöhe erwarte.

Zugleich rief Obama den Kongress auf, das Wirtschaftsembargo gegen die Karibikinsel aufzuheben. Die jahrzehntelange Isolation Kubas habe letztlich zu keinem Erfolg geführt. Man dürfe nicht zum «Gefangenen der Vergangenheit» werden.

Allerdings stellte Obama auch unmissverständlich klar, dass die USA auch weiterhin ihre Stimme für Demokratie und Menschenrechte auf Kuba erheben werde. Es gebe weiterhin tiefgreifende Differenzen.

Kubas Staatschef Raúl Castro wies in seinem Schreiben an Obama auf das Prinzip der Nichteinmischung bei inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Staates hin. Kuba lehnt traditionell jede US-Kritik wegen der Menschenrechtslage in dem sozialististischen Karibikstaat als Einmischung in seine inneren Angelegenheiten ab. Die Entscheidung zur Eröffnung von Botschaften beruhe nun auf der beidseitigen Absicht, «respektvolle Beziehungen zu haben», zitierte das kubanische Staatsfernsehen aus Castros Schreiben.

Die kubanische Regierung teilte mit, die Botschaften sollten am 20. Juli wieder öffnen. Die USA nannten zunächst kein genaues Datum. Obama kündigte an, Außenminister John Kerry werde zur Botschaftseröffnung nach Kuba reisen.

Kerry begrüßte die Entwicklung. Beide Länder hätten sich entschieden, sich auf die Themen und Möglichkeiten zu konzentrieren, die die Zukunft biete - und nicht in der Vergangenheit zu verharren. Gerade in einer Welt voller Konflikte wie heute sei die Botschaft wichtig: «Dinge können sich ändern, Führungskraft kann gestalten», sagte Kerry am Mittwoch in Wien, ausdrücklich auch mit Blick auf die laufenden Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm.

Unklar ist allerdings, wann die USA einen Botschafter entsenden: Dazu braucht Obama die Zustimmung im republikanisch beherrschten Senat. Führende Republikaner haben bereits ihren Widerstand signalisiert. Auch die Aufhebung des Wirtschaftsembargos braucht ein Ja im Kongress.

Die Botschaften beider Länder sind seit den frühen 1960er Jahren geschlossen, nachdem Washington als Antwort auf die sozialistische Revolution Kubas 1959 ein Embargo gegen das Land verhängt hatte. Seit 1977 betreiben Washington und Havanna Interessensvertretungen jeweils unter dem Dach der Schweiz.

Obama und Castro hatten das Tauwetter im vergangenen Dezember völlig überraschend verkündet. Im April trafen sich beide in Panama-Stadt.  

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Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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