Mo, 2015-03-30 18:30
Rostock (dpa)

Rostocker Eisbär wird getauft - Name noch geheim

Rostock (dpa) - Knapp vier Monate nach seiner Geburt wird das neue Eisbärbaby am Dienstagvormittag im Rostocker Zoo getauft. Noch ist der Name des Halbbruders von Knut, dem legendären Berliner Eisbären, geheim. Bekannt ist nur, dass Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) Pate sein wird. Seit der vergangenen Woche ist der Bär zusammen mit Mutter Vilma auf der Anlage zu sehen, zuvor war er wochenlang abgeschirmt in einer Wurfhöhle von seiner Mutter aufgezogen worden. Inzwischen wiegt der kleine Bär knapp 20 Kilogramm.

Mo, 2015-03-30 18:27
Brüssel (dpa)

Nato-Generalsekretär: Russland stellt keine unmittelbare Gefahr dar

Brüssel (dpa) - Von Russland geht nach Einschätzung des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg aktuell keine Gefahr für Bündnispartner aus. «Wird es einen Konflikt mit Russland geben? Wir sehen keine unmittelbare Bedrohung gegen irgendeinen Nato-Alliierten», sagte der Norweger am Montag in Brüssel vor Europaabgeordneten. Ein Grund dafür sei die «glaubwürdige Abschreckung», die das westliche Verteidigungsbündnis sicherstelle.

Vor allem in den Ex-Sowjetrepubliken und Nato-Staaten Lettland, Litauen und Estland ist wegen des Ukrainekonflikts die Sorge vor einer Expansionspolitik Moskaus in Richtung Westen gewachsen. In einer Umfrage im Herbst 2014 sah die Mehrheit der Litauer beispielsweise in Russland eine Bedrohung für ihr Land. Ein Viertel der Befragten befürchtete sogar einen russischen Einmarsch in Litauen.

Mo, 2015-03-30 18:16
Frankfurt/Main (dpa)

Bei McDonald's gibt es künftig einen Tischservice /aktuell

Die weltgrößte Burgerkette geht neue Wege: Essen wird am Tisch serviert, Gäste können Sonderwünsche äußern, und für Kinder ist das Restaurant ein Spieleparadies. Wann dies allerdings in allen Filialen Wirklichkeit werden wird, ist noch unklar.

Frankfurt/Main (dpa) - Im Kampf gegen den Kundenschwund verabschiedet sich McDonald's von einem seiner Grundsätze: Die Gäste müssen sich nicht mehr unbedingt am Tresen anstellen, sondern werden auch direkt an ihrem Tisch bedient. «Das ist für uns ein großer Schritt», sagte der Deutschland-Chef der weltgrößten Burgerkette, Holger Beeck, am Montag in Frankfurt bei der Wiedereröffnung des größten deutschen Restaurants der Kette im Frankfurter Flughafen. Dort ist auf über 2300 Quadratmetern der McDonald's der Zukunft zu sehen: Neben dem Lounge-Bereich in Braun und Beige dominiert die große Spiellandschaft mit einer Rutsche in einer neun Meter hohen Rakete. Die Kinder können auch beim Essen spielen, auf die Tische werden Spiele projiziert. Insgesamt hat sich McDonald's das Vorzeige-Restaurant 8,5 Millionen Euro kosten lassen.   

Beim Bestellen haben die Kunden in dem Frankfurter Restaurant künftig drei Möglichkeiten: Sie können sich wie gewohnt am Tresen anstellen, bezahlen, am Tisch essen und ihr Tablett zurückbringen. Wer es bequemer mag, kann sich von Kellnern bedienen lassen - möglich ist das aber nur in einem ausgewählten Bereich des Restaurants. Variante drei: Auf dem Bildschirm der Bestellterminals das Gewünschte antippen und sich das Essen servieren lassen. Und es gibt noch eine weitere Neuheit - Sonderwünsche der Gäste werden künftig berücksichtigt. Eine Gurkenscheibe mehr oder etwas Bacon weniger auf den Burger, das soll künftig kein Problem mehr sein. Denn alle Speisen werden frisch und nicht mehr auf Vorrat zubereitet.  

«Wir haben dieses Jahr acht Neueröffnungen in Deutschland, die Restaurants werden alle so ausgestattet», sagte Beeck. Wann die anderen der knapp 1500 Restaurants hierzulande diesem Konzept folgen werden, ist noch unklar. Es solle auf jeden Fall schneller gehen als damals bei der Einführung des McCafé, so Beeck. Dies hatte acht Jahre gedauert. 

Die Verkaufszahlen von McDonald's waren in den USA zuletzt überraschend kräftig zurückgegangen. Anbieter von Premium-Burgern oder das zunehmende Bewusstsein für gesundes Essen setzen dem Branchenprimus zu. Auch auf dem wichtigen Fastfood-Markt Deutschland ist es nicht einfacher geworden. Hier haben Burger und Fritten ebenfalls mit Imageproblemen und einer wachsenden Konkurrenz zu kämpfen. 

«Unsere Vorbereitung auf herausfordernde Zeiten war unzureichend, wir waren an einigen Stellen zu langsam und bequem geworden. Fehler macht man vor allem, wenn die Geschäfte gut laufen», sagte Beeck der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag). Aber: «Wir haben aus unseren Fehlern gelernt.»

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Mo, 2015-03-30 18:15
Berlin (dpa)

Sturmserie fegt in Karwoche über Deutschland und Grafik Nr. 22453

Heftiger Wind in Deutschland: Im Bahnverkehr und auf den Straßen gibt es zum Wochenauftakt bereits Probleme. Der Höhepunkt einer Folge von Frühlingsstürmen steht aber noch bevor.

Berlin (dpa) - Windige Woche vor Ostern: Mit Tief «Niklas» und orkanartigen Böen soll die aktuelle Sturmserie über Deutschland an diesem Dienstag ihren Höhepunkt erreichen. Zum Auftakt der Karwoche sorgte Tief «Mike» am Montagfrüh für eine Sturmnacht und stundenlange Störungen auf einigen Hauptstrecken der Bahn wegen umgestürzter Bäume und beschädigter Oberleitungen. Betroffen waren etwa die ICE- und IC-Verbindungen Hamburg-Hannover und Berlin-Wolfsburg. In der Nacht hatten Reisende wegen Umleitungen zum Teil bis zu 100 Minuten Verspätung hinnehmen müssen. Der Sylt-Shuttle-Verkehr war am Montag bis in den Abend eingeschränkt.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen - in Köln und im Kreis Steinfurt - verletzten am Sonntagabend umkippende Bäume mehrere Autofahrer. In fast allen Bundesländern hatten Einsatzkräfte reichlich zu tun. In der Region Hannover rückte die Polizei innerhalb von vier Stunden Dutzende Male aus. Bei der Beseitigung eines Baums, der auf eine Oberleitung der Stadtbahn in Hannover gefallen war, wurde ein 57 Jahre alter Feuerwehrmann schwer verletzt.

Auch in anderen Teilen Deutschlands machte der Sturm den Menschen zu schaffen, etwa in Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen, aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern rückten die Feuerwehren vielfach aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Im oberfränkischen Coburg beschädigte ein Baum sieben Fahrzeuge auf einem Parkplatz. Im Landkreis Kulmbach fiel in Dörfern zeitweise Strom aus. Im sächsischen Oederan stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus.

Die Karwoche bleibt kalt und stürmisch. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird an der niedersächsischen Nordseeküste von Norderney bis Bremerhaven eine leichte Sturmflut erwartet. Im Bergland droht in den Nächten auch Glätte. Polarluft lässt die Temperaturen fast überall nur noch auf einstellige Werte sinken. Bis zum Osterwochenende sind Schnee- und Graupelschauer bis ins Flachland möglich. In einigen Regionen Deutschlands wie etwa Schleswig-Holstein verzögert sich deshalb auch die heimische Spargel-Ernte.

Dem Schwarzwald droht bis Mittwoch Dauerregen, weshalb auch wegen schmelzenden Schnees Flüsse über die Ufer treten könnten. In Bayern fällt die Schneefallgrenze am Mittwoch wohl bereits unter 1000 Meter.

Bahnkunden müssen um Ostern nicht nur wegen möglicher Wetterprobleme mit längeren Fahrzeiten rechnen: Auch mehr als 250 Baustellen sind von Karfreitag bis Montag im DB-Streckennetz geplant. Die Hauptreisezeiten am Gründonnerstag und Ostermontag sollen aber von den Bauarbeiten ausgenommen bleiben.

Ostermontag sollen die Temperaturen laut DWD auch wieder verbreitet zweistellig sein.

Mo, 2015-03-30 18:05
Leipzig (dpa)

Ist da eine Henne im Ei? - Alternative zur Kükentötung entwickelt Von Franziska Höhnl, dpa

40 Millionen männliche Küken werden allein in Deutschland jährlich getötet, weil sie keine Eier legen. Zehn Jahre lang haben Forscher unter der Führung der Uni Leipzig nach Alternativen gesucht - und gefunden. Doch wie praxistauglich ist ihr Vorschlag?

Leipzig (dpa) - Minihähne haben in Deutschland bisher ein sehr kurzes Leben - zumindest wenn Legehennen die Mutter sind. Als Eintagsküken werden jährlich etwa 40 Millionen Küken geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen. Auf der Suche nach Alternativen setzt Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) auf ein Verfahren der Uni Leipzig. Noch im Ei soll das Geschlecht getestet werden, nur die Weibchen sollen schlüpfen. Geht es nach Schmidt, wird es 2017 flächendeckend eingesetzt. Nicht alle nehmen den Plan euphorisch auf.

Wie funktioniert die Kükenauswahl bisher?

Im Moment werden die Küken in den Brütereien nach dem Schlüpfen von Hand sortiert. Hoch qualifizierte Mitarbeiter können die Geschlechter anhand von Farbe, Federn und Kloaken unterscheiden und sortieren die männlichen Tiere aus, wie der Zentralverband Deutsche Geflügelwirtschaft erklärt. Die Minihennen werden aufgezogen. Die männlichen Tiere werden laut Verband fast ausschließlich mit Kohlendioxid vergast. Zudem sei das Zerkleinern im Häcksler erlaubt.

Wie funktioniert das neue Verfahren?

Statt nach dem Schlüpfen nach 21 Tagen können die Forscher der Universität Leipzig schon nach 72 Stunden das Geschlecht im Ei bestimmen. Dazu fräst ein Laser ein Loch von etwa einem Zentimeter Durchmesser in die Kalkhülle. Für die spektroskopische Analyse müsse keine Probe entnommen werden, erklärt die Teamleiterin Prof. Maria Krautwurst-Junghanns. Stattdessen werde die molekulare Struktur im Blut sichtbar gemacht, das bei Vögeln DNA-Informationen enthält. Binnen Sekunden wirft die Technik einen Kurvenverlauf aus, der das Geschlecht verrät. Nur die Eier mit weiblichen Küken werden mit Pflastern versehen und ausgebrütet.

Wann könnte es einsetzbar sein?

Seit zehn Jahren forschen die Leipziger an den Grundlangen. Laut Bundesagrarminister Schmidt könnte ab Mai mit dem Umsetzen der Laborergebnisse in die Praxis begonnen werden. Dazu müssen Maschinen entwickelt werden, die im Großeinsatz tauglich sind. Nach einer Testphase sollen 2017 alle deutschen Brütereien das Verfahren nutzen.

Wie praxistauglich ist das Verfahren?

Die Geflügelwirtschaft begrüßt prinzipiell die Methode der Geschlechterbestimmung im Ei. Sie scheine am besten geeignet zu sein, weil sie die Tiere schone, erklärt der Zentralverband. Eine Herausforderung sei die große Öffnung in den Eiern, durch die im Brutprozess mehr Keime in das Ei gelangen könnten. Die Forscher wollen das Verfahren weiter verfeinern, sagte Wissenschaftler Gerald Steiner. Die Schlupfrate liege unter Praxisbedingungen bisher noch 10 bis 15 Prozent niedriger als ohne Geschlechtertest.

Werden die Eier teurer?

Seriöse Abschätzungen zu den Kosten der Geschlechterbestimmung im Ei gibt es laut Branchenverband noch nicht, da die Automatisierung noch in der Entwicklung ist. Rudolf Preisinger, Geschäftsführer eines führenden deutschen Geflügelzüchters, der mit den Forschern zusammenarbeitet, rechnet mit einem geringen Mehrpreis für die Eier. Er schätzt, dass auf jede Brüterei etwa Mehrkosten von einer halben Million Euro zukommen.

Werden alle Züchter in Deutschland mitmachen?

Aus Sicht von Bundesagrarminister Schmidt bleibt ihnen nichts anderes übrig. Wenn die Bestimmung im Ei angewendet werden könne, sei sie eine Alternative zur Kükentötung. Damit greife automatisch das Tierschutzgesetz.

Birgt die Idee Wettbewerbsnachteile?

Die Geflügelzüchter befürchten das. Das Töten männlicher Eintagsküken spiele bisher nur im deutschsprachigen Raum eine Rolle, erklärt Thomas Janning vom Zentralverband Deutsche Geflügelwirtschaft. «Wir fordern eine europäische Lösung, da wir befürchten, ein nationaler Alleingang würde vor allem zu einer Produktionsverlagerung ins Ausland führen.» Die Niedersächsische Geflügelwirtschaft fordert laut einem Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung» für den Ausstieg aus der Kükentötung Finanzhilfen von Bund und Ländern. Sonst könnten vor allem kleine Brütereien die Anschaffung nicht finanzieren.

Mo, 2015-03-30 18:03
Hannover (dpa)

Helfer: Von Ebola betroffene Länder brauchen Wiederaufbauhilfe )

Hannover (dpa) - Zerstörte Gesellschaftsstrukturen, traumatisierte Menschen, klaffende Lücken im Bildungssystem: Nach dem Ebola-Ausbruch in Westafrika ist das Schlimmste nach Ansicht ehrenamtlicher Helfer aus Niedersachsen noch nicht überstanden. «Der letzte Meter ist der schwerste: die Sache ist noch nicht vom Tisch», sagte Barbara Fahl vom Roten Kreuz am Montag bei einem Empfang mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) in Hannover.

Zur Überwindung der Tragödie sei eine fundierte Ausbildung unabdingbar, sagte Fahl, die zum Jahreswechsel fünf Wochen in Sierra-Leone im Einsatz war. Der in Schwanewede bei Bremen praktizierende Arzt Denis Pineda betonte, die betroffenen Länder seien dringend auf Wiederaufbauhilfe angewiesen.

In den westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia sind seit dem Ausbruch der Seuche vor gut einem Jahr 25 000 Menschen erkrankt, 10 000 davon starben. Guinea verhängte am Sonntag wegen nachlassender Vorsicht der Bevölkerung im Zusammenhang mit Ebola einen Gesundheitsnotstand über fünf Regionen des Landes.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

Außerdem Interessant

Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

Außerdem Interessant

Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Mo, 2015-03-30 17:58
Hamburg (dpa/lno)

Klimaforscher finden wichtige Daten im Keller des DWD

Hamburg (dpa/lno) - Klimaforscher reisen bis ans Ende der Welt, um an Daten zu kommen - manchmal hilft aber auch ein Blick in den Keller. In der Hamburger Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind rund 800 verstaubte Wetter-Tagebücher aus den Jahren 1877 bis 1999 gefunden worden, die jetzt von Wissenschaftlern ausgewertet werden. Die Luftdruck- und Winddaten von mehr als 100 Signalstationen der Deutschen Seewarte an den Küsten von Nord- und Ostsee seien eine einzigartige Quelle, teilte das Exzellenzcluster für Klimaforschung an der Universität Hamburg am Montag mit. Die Wetter-Tagebücher wurden bereits 2011 im Keller des DWD entdeckt, inzwischen sind sie digitalisiert und für die Forschung nutzbar.

«Die historischen Messungen erzählen uns viel über die Silvestersturmflut in der Region Usedom 1913 oder das künftige Risiko für Sturmfluten an deutschen Küsten», erklärte die Meteorologin Dörte Röhrbein. Auch der Klimaforscher Hans von Storch zeigte sich begeistert: «Die in weiten Teilen handgeschriebenen Wetter-Tagebücher sind ein toller Fund!» Bislang hätten gute Langzeitdaten für den Luftdruck im Ostseeraum gefehlt. Die seien jedoch ein wichtiger Faktor für das Rekonstruieren von Stürmen und Sturmfluten.

Mo, 2015-03-30 17:54
Helsinki (dpa)

Merkel warnt in Finnland vor Alleingängen in der Ukraine-Krise

Merkel hat Finnlands Premier mit einem Besuch im Wahlkampf den Rücken gestärkt - und bei den Finnen für den gemeinsamen Kurs gegen Russland geworben. Das wirtschaftsschwache Land kämpft mit den Sanktionen.

Helsinki (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Finnland vor Alleingängen der EU-Länder in der Ukraine-Krise gewarnt. «Wir sind Partner», betonte die CDU-Politikerin nach einem Treffen mit Ministerpräsident Alexander Stubb in Helsinki am Montag. Deshalb müssten Entscheidungen über Sanktionen und Gespräche mit Russland «in enger Absprache» geschehen. «Nur gemeinsam ist die EU stark», pflichtete ihr Stubb bei einer Diskussion zu europäischer Sicherheit und dem Ukraine-Konflikt an der Universität Helsinki bei.

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland treffen Finnland als EU-Land mit der längsten Grenze zu Russland empfindlich. Wenige Wochen vor der Parlamentswahl am 19. April muss der konservative Premier Stubb seine befürwortende Haltung gegenüber den Wählern im ohnehin wirtschaftlich schwächelnden Finnland verteidigen. Sein sozialliberaler Herausforderer Juha Sipilä hatte im Wahlkampf vor den ökonomischen Folgen der Sanktionen gewarnt und sich bilateralen Gespräche mit Russland gegenüber offener gezeigt.

Merkel stärkte ihrem Amtskollegen in Helsinki den Rücken. Wenn Europa weiter einheitlich handele, «dann wird das die Wirkung auf Russland nicht verfehlen», sagte die Kanzlerin bei einer Pressekonferenz mit Stubb. «Wir haben kein Interesse daran, dass die Sanktionen ewig weitergehen», betonte sie vor den Studenten der Universität Helsinki. Stubb betonte, die EU wolle mit Russland und nicht gegen Russland arbeiten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde. Dafür seien aber Geduld und Ausdauer nötig.

Auch Merkel erklärte: «Unser Wunsch ist es, kooperativ mit Russland zusammenzuarbeiten, aber auf der Grundlage bestimmter Prinzipien.» Sie verwies auf die vor 40 Jahren in Helsinki unterzeichnete Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Die beteiligten Staaten - dazu gehörte die damalige Sowjetunion - verpflichteten sich damals zur Unverletzlichkeit der Grenzen, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten sowie zur Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten.

Die freie Entscheidung der Ukraine, die sich in Teilen mehr an Europa als an Russland orientieren will, sei durch Russland heute infrage gestellt, sagte Merkel. «Die militärische Auseinandersetzung wollen wir nicht führen», betonte sie erneut.

Die deutsche Wiedervereinigung sei durch eine gute Mischung aus Härte gegenüber der Sowjetunion und immer wieder neuen Versuchen der politischen Lösung hervorgegangen. Mit Blick auf die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), die aus der KSZE entstand, sagte Merkel, die OSZE überwache den Waffenstillstand in der Ukraine. Das sei ein Zeichen für die Wichtigkeit dieser Institution.

In Bezug auf die Schuldenkrise in Griechenland mahnte Merkel: «Zum Schluss muss der Gesamtrahmen stimmen.» Sie erwartet, dass die Reformvorschläge aus Athen dem vereinbarten Rahmen entsprechen, der neue internationale Hilfen möglich macht.

Das Ergebnis der Gespräche Athens mit der Europäischen Zentralbank, der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds warte sie ab. Die Kanzlerin bekräftigte: «Wir arbeiten darauf hin, dass Griechenland Teil des Euro bleiben kann.» Stubb sagte, es solle weiter daran gearbeitet werden, eine Lösung zu finden. Die Zeit werde aber knapp, und die Bedingungen würden nicht geändert.

Mo, 2015-03-30 17:54
Berlin (dpa)

Linke nennt Kauders und Gabriels Ägyptenreisen «geschmacklos» )

Berlin (dpa) - Die Linke hat Besuche von Unionsfraktionschef Volker Kauder und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Ägypten scharf kritisiert. Der Bundesregierung seien die Geschäftsbeziehungen wohl wichtiger als die Menschenrechte, sagte die Linke-Politikerin Christine Buchholz laut einer am Montag verbreiteten Erklärung der Partei. Unter dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi seien Hunderte Menschen in Schnellverfahren zum Tode verurteilt worden; Journalisten sowie Tausende politische Gegner seien inhaftiert. Die Linke lehne auch Waffenlieferungen an Ägypten ab.

Kauder hatte sich am Montag nach einem Treffen mit Al-Sisi in Kairo für eine engere Partnerschaft beider Länder ausgesprochen. Kurz vor der Reise hatte er vor einem Abgleiten auch Ägyptens ins Chaos gewarnt. «Sollte sich auch noch Ägypten destabilisieren, dann stünde die arabische Welt von der algerischen Grenze bis zur iranischen Grenze in Flammen. Dies müssen wir in unserem ureigensten Interesse doch verhindern», sagte er.

Gabriel hatte bei einem Besuch in Kairo vor gut zwei Wochen Al-Sisi eine Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Staatsbesuch in Deutschland überbracht. Außerdem genehmigte er den Bau weiterer deutscher U-Boote für Ägypten.

Mo, 2015-03-30 17:26
Neu Delhi (dpa)

17 Vermisste nach Überschwemmungen und Erdrutschen in Kaschmir  )

Neu Delhi (dpa) - Nach Erdrutschen und Überschwemmungen im indischen Teil Kaschmirs werden mindestens 17 Menschen vermisst. Im Dorf Laden im Distrikt Budgam sei ein Hang abgerutscht und habe am Montag zwei Häuser weggerissen, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS unter Berufung auf die Polizei. Zahlreiche Menschen der Millionenstadt Srinagar mussten ihre Häuser verlassen.

Kaschmir war erst im September vergangenen Jahres von großflächigen Überflutungen betroffen gewesen. Damals starben im Bundesstaat Jammu und Kaschmir fast 300 Menschen. An vielen Orten waren die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten noch gar nicht abgeschlossen. «Was passiert hier? Wir hatten eine Flut im Herbst, jetzt haben wir sie im Frühling. Und die Sommer in Kaschmir sind auch für Fluten bekannt», sagte Nisar Hussain der Agentur IANS.

Die einzige Verbindungsstraße nach Srinagar sowie weitere Hauptverkehrsadern wurden laut IANS geschlossen. Fotos zeigten, wie Fährboote des bei Touristen beliebten Dal Lake auf Lastwagen geladen wurden, um sie zur Fluthilfe einzusetzen. In den höheren Regionen Kaschmirs wurden Lawinen-Warnungen ausgesprochen.

Mo, 2015-03-30 17:22
Leipzig (dpa)

Ist da eine Henne im Ei? - Alternative zur Kükentötung entwickelt

40 Millionen männliche Küken werden allein in Deutschland jährlich getötet, weil sie keine Eier legen. Zehn Jahre lang haben Forscher unter der Führung der Uni Leipzig nach Alternativen gesucht - und gefunden. Doch wie praxistauglich ist ihr Vorschlag?

Leipzig (dpa) - Minihähne haben in Deutschland bisher ein sehr kurzes Leben - zumindest wenn Legehennen die Mutter sind. Als Eintagsküken werden jährlich etwa 40 Millionen Küken geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen. Auf der Suche nach Alternativen setzt Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) auf ein Verfahren der Uni Leipzig. Noch im Ei soll das Geschlecht getestet werden, nur die Weibchen sollen schlüpfen. Geht es nach Schmidt, wird es 2017 flächendeckend eingesetzt. Nicht alle nehmen den Plan euphorisch auf.

Wie funktioniert die Kükenauswahl bisher?

Im Moment werden die Küken in den Brütereien nach dem Schlüpfen von Hand sortiert. Hoch qualifizierte Mitarbeiter können die Geschlechter anhand von Farbe, Federn und Kloaken unterscheiden und sortieren die männlichen Tiere aus, wie der Zentralverband Deutsche Geflügelwirtschaft erklärt. Die Minihennen werden aufgezogen. Die männlichen Tiere werden laut Verband fast ausschließlich mit Kohlendioxid vergast. Zudem sei das Zerkleinern im Häcksler erlaubt.

Wie funktioniert das neue Verfahren?

Statt nach dem Schlüpfen nach 21 Tagen können die Forscher der Universität Leipzig schon nach 72 Stunden das Geschlecht im Ei bestimmen. Dazu fräst ein Laser ein Loch von etwa einem Zentimeter Durchmesser in die Kalkhülle. Für die spektroskopische Analyse müsse keine Probe entnommen werden, erklärt die Teamleiterin Prof. Maria Krautwurst-Junghanns. Stattdessen werde die molekulare Struktur im Blut sichtbar gemacht, das bei Vögeln DNA-Informationen enthält. Binnen Sekunden wirft die Technik einen Kurvenverlauf aus, der das Geschlecht verrät. Nur die Eier mit weiblichen Küken werden mit Pflastern versehen und ausgebrütet.

Wann könnte es einsetzbar sein?

Seit zehn Jahren forschen die Leipziger an den Grundlangen. Laut Bundesagrarminister Schmidt könnte ab Mai mit dem Umsetzen der Laborergebnisse in die Praxis begonnen werden. Dazu müssen Maschinen entwickelt werden, die im Großeinsatz tauglich sind. Nach einer Testphase sollen 2017 alle deutschen Brütereien das Verfahren nutzen.

Wie praxistauglich ist das Verfahren?

Die Geflügelwirtschaft begrüßt prinzipiell die Methode der Geschlechterbestimmung im Ei. Sie scheine am besten geeignet zu sein, weil sie die Tiere schone, erklärt der Zentralverband. Eine Herausforderung sei die große Öffnung in den Eiern, durch die im Brutprozess mehr Keime in das Ei gelangen könnten. Die Forscher wollen das Verfahren weiter verfeinern, sagte Wissenschaftler Gerald Steiner. Die Schlupfrate liege unter Praxisbedingungen bisher noch 10 bis 15 Prozent niedriger als ohne Geschlechtertest.

Werden die Eier teurer?

Seriöse Abschätzungen zu den Kosten der Geschlechterbestimmung im Ei gibt es laut Branchenverband noch nicht, da die Automatisierung noch in der Entwicklung ist. Rudolf Preisinger, Geschäftsführer eines führenden deutschen Geflügelzüchters, der mit den Forschern zusammenarbeitet, rechnet mit einem geringen Mehrpreis für die Eier. Er schätzt, dass auf jede Brüterei etwa Mehrkosten von einer halben Million Euro zukommen.

Werden alle Züchter in Deutschland mitmachen?

Aus Sicht von Bundesagrarminister Schmidt bleibt ihnen nichts anderes übrig. Wenn die Bestimmung im Ei angewendet werden könne, sei sie eine Alternative zur Kükentötung. Damit greife automatisch das Tierschutzgesetz.

Birgt die Idee Wettbewerbsnachteile?

Die Geflügelzüchter befürchten das. Das Töten männlicher Eintagsküken spiele bisher nur im deutschsprachigen Raum eine Rolle, erklärt Thomas Janning vom Zentralverband Deutsche Geflügelwirtschaft. «Wir fordern eine europäische Lösung, da wir befürchten, ein nationaler Alleingang würde vor allem zu einer Produktionsverlagerung ins Ausland führen.» Die Niedersächsische Geflügelwirtschaft fordert laut einem Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung» für den Ausstieg aus der Kükentötung Finanzhilfen von Bund und Ländern. Sonst könnten vor allem kleine Brütereien die Anschaffung nicht finanzieren.

Mo, 2015-03-30 17:22
Sanaa (dpa)

40 Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager im Jemen

Die saudische Luftwaffe bombardiert die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Sie nimmt vor allem militärische Ziele ins Visier. Jetzt aber haben Bomben auch ein Flüchtlingslager getroffen.

Sanaa (dpa) - Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Bürgerkriegsland Jemen sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) sprach von 40 Toten und etwa 200 Verletzten. Die jemenitische Nachrichtenseite Barakish.net meldete, Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Koalition hätten das Lager im Nordwesten des Landes bombardiert. Zunächst war von 45 Toten gesprochen worden.

Jemenitische Sicherheitskreise berichteten am Montag, Kampfflugzeuge hätten vier Angriffe auf das Flüchtlingslager Al-Masrak nahe der Grenze zu Saudi-Arabien geflogen. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, hieß es weiter. In dem Lager leben laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vor allem Menschen, die vor Kämpfen zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der Armee geflohen sind. In den vergangenen zwei Tagen seien 500 Familien eingetroffen, die vor den saudischen Luftangriffen geflohen seien.

Saudi-Arabien und seine arabischen sunnitischen Verbündeten hatten in der vergangenen Woche mit Luftschlägen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen begonnen. Damit unterstützen sie Jemens Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Huthis geflohen ist und sich derzeit im Ausland aufhält. Ein Sprecher der saudischen Koalition erklärte, die Angriffe würden so lange fortgesetzt, bis Hadi an die Macht zurückkehren könne.

Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Landes unter Kontrolle gebracht und den Staatschef abgesetzt. Zuletzt rückten sie bis in die südjemenitische Stadt Aden vor. Unterstützt werden sollen die Huthis vom ebenfalls schiitischen Iran, dem größten Rivalen des sunnitischen Saudi-Arabiens in der Region.

Das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis bombardierte im Jemen den fünften Tag in Folge Einrichtungen der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten. Unter anderem seien der Präsidentenpalast und mehrere militärische Ziele in der Hauptstadt Sanaa angegriffen worden, berichteten Augenzeugen.

Der Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete, auch eine Raketenbasis an der Küste des Roten Meeres sowie Huthi-Stellungen im Nordjemen seien bombardiert worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es zudem, die Jets hätten auch einen Militärkonvoi der Huthis nahe der südjemenitischen Stadt Aden ins Visier genommen.

Die Rebellen und ihre Verbündeten versuchen weiterhin, Aden unter ihre Kontrolle zu bringen. In den vergangenen beiden Tagen seien bei Kämpfen in der Region mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen, berichteten Sicherheitsquellen.

Saudische Bodentruppen und pakistanische Soldaten begannen indessen an der Grenze zum Jemen eine gemeinsame Militärübung. Diese stehe jedoch in keiner Verbindung zu laufenden Militäreinsätzen, zitierte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA einen hohen General. Die sunnitische Atommacht Pakistan hat bislang noch nicht entschieden, ob sie sich an dem Kriegseinsatz im Jemen beteiligt.

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Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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