Aktuell

Bio-Skandal / 10.Feb 2016

So gehen Bio-Höfe mit Antibiotika um

Nach den Enthüllungen der „Soko Tierschutz“ auf dem Pionier-Biobetrieb der Hermannsdorfer Landwerkstätten steht die Branche unter Druck. Werden Antibiotika auf Öko-Höfen ebenso maßlos eingesetzt wie in konventionellen Betrieben? Wir sind den wichtigsten Fragen dazu nachgegangen.

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Mi, 2016-02-10 18:00
München (dpa)

Besitzer eines Albino-Hundes klagt gegen Leinen- und Maulkorbzwang

München (dpa) - Um die Klage des Besitzers eines Albino-Hundes gegen den Leinen- und Maulkorbzwang dreht es sich am Donnerstag (15.00) vor dem Verwaltungsgericht München. Die Kommune Bad Aibling begründet ihre Anordnung mit der Gefährlichkeit des Albinos, der Passanten gebissen habe. Begleiterscheinung der fehlenden Pigmentbildung ist bisweilen Taubheit - auch in diesem Fall. Deshalb sei der Vierbeiner in der Einschätzung von Gefahren beeinträchtigt und unberechenbar in seiner Reaktion.

Mi, 2016-02-10 17:32
Washington (dpa)

US-Notenbankchefin Yellen warnt vor Risiken: Ölpreise und China

Die Weltwirtschaft stottert - und die Federal Reserve kommt in Zugzwang. Notenbankchefin Janet Yellen sieht die Risiken in aller Welt. Von ihrer Linien moderater Zinserhöhungen rückt sie aber zunächst nicht ab.

Washington (dpa) - US-Notenbankchefin Janet Yellen will an ihrer Politik der moderaten Zinserhöhungen grundsätzlich festhalten, sieht aber Risiken durch eine schwächer gewordene US-Konjunktur und das Stottern des Wachstums in China. «Wirtschaftliche Entwicklungen im Ausland bedeuten im Besonderen ein Risiko für das Wachstum in den USA», sagte Yellen am Mittwoch in ihrem halbjährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses in Washington.

Sie ließ offen, ob die Risiken groß genug seien, um eine Verschiebung des Planes moderater Erhöhungen der Leitzinsen in naher Zukunft zu rechtfertigen. «Das Gremium geht davon aus, dass mit graduellen Justierungen bei der Geldpolitik die wirtschaftliche Aktivität langsam größer werden wird und dass die Signale vom Arbeitsmarkt stärker werden», sagte Yellen.

An den Finanzmärkten wurde mit zwei bis vier weiteren, kleineren Zinsschritten im Verlauf des Jahres 2016 gerechnet. Die nächste Gelegenheit dazu wäre bei der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed am 16. März. Im vergangenen Dezember hatte die Fed erstmals nach sieben Jahren auf fast Nullniveau ihre Leitzinsen leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Danach erlitt die weltweite Wirtschaft jedoch einen Dämpfer.

Besonders die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise könnten zum Problem werden, sagte Yellen. «Niedrige Rohstoffpreise können finanziellen Druck in Exportländern erhöhen, besonders in den anfälligen Schwellenländern, und in rohstoffnahen Industrien in aller Welt», sagte Yellen. «Sollten sich einige dieser Risiken bewahrheiten, könnte sich die Wirtschaftstätigkeit im Ausland abschwächen genauso wie die Nachfrage nach Exporten aus den USA und die Situation an den Finanzmärkten würde sich weiter verschärfen», betonte die Notenbankchefin.

Die Abwertung des chinesischen Yuan habe jüngst zu Unsicherheiten geführt, wenngleich die US-Notenbank nicht von einem starken Abwärtstrend in China ausgehe. Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt in den USA und schnelleres Wachstums bei den Einkommen lösten auch positive Signale aus und erhöhten den privaten Konsum.

Mi, 2016-02-10 17:38
Haag (dpa)

Niederlande beschließen Luftangriffe auf Syrien

Den Haag (dpa) - Die Niederlande werden sich an Luftangriffen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien beteiligen. Das Parlament stimmte am Mittwochabend in Den Haag einem entsprechenden Vorhaben der Regierung mit großer Mehrheit zu. Vier Kampflugzeuge des Typs F-16 sollen zunächst bis Juli über Syrien eingesetzt werden. Bisher hatten sich die Niederlande nur an Luftangriffen der internationalen Koalition im Irak beteiligt.

In Syrien sollen vorrangig Versorgungsrouten der IS-Miliz bombardiert werden. Mögliche Ziele seien aber auch Ölleitungen und Bankgebäude, erklärte die niederländische Regierung. Die USA hatten die Niederlande um den Einsatz gebeten. 

Die sozialdemokratische Regierungspartei hatte eine Beteiligung an Luftangriffen auch in Syrien lange abgelehnt, ihren Widerstand jedoch nach Ankündigung der Friedensgespräche in Genf aufgegeben.  

Mi, 2016-02-10 18:00
Detmold (dpa)

Ex-Auschwitz-Wachmann wegen 170 000-facher Mordbeihilfe vor Gericht

Detmold (dpa) - Mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich von Donnerstag (10.00 Uhr) an ein ehemaliger SS-Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz vor dem Landgericht Detmold verantworten. Er ist wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen angeklagt. Der heute 94-Jährige soll 1943 und 1944 als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz im dortigen Stammlager eingesetzt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe bei der sogenannten «Ungarn-Aktion», bei Massenerschießungen und der «Selektion» von KZ-Insassen vor. Mit seinem Einsatz als Wachmann habe er zum Funktionieren der Maschinerie beigetragen, heißt es in der Anklageschrift. Der Angeklagte hat bereits im Vorfeld eingeräumt, im Stammlager eingesetzt gewesen zu sein, eine Beteiligung an Tötungshandlungen aber bestritten.

Dutzende Journalisten aus dem In- und Ausland sowie frühere KZ-Insassen wollen den Prozess verfolgen. Am ersten Prozesstag soll die Anklageschrift verlesen und ein erster Zeuge angehört werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass keiner der Zeugen den Angeklagten selbst kannte. Für den Prozess sind zunächst zwölf Verhandlungstage bis Ende Mai vorgesehen.

Mi, 2016-02-10 17:31
Paris (dpa)

Umstrittene französische Verfassungsänderung nimmt erste Hürde

Die Verfassungsänderung sollte Teil einer klaren Antwort auf die Bedrohung durch den Terrorismus sein. Doch nun zerreibt sich die französische Politik an der Frage, ob Terroristen die Staatsbürgerschaft aberkannt werden soll.

Paris (dpa) - Nach heftigen Debatten hat Frankreichs Nationalversammlung einer Verfassungsänderung im Zeichen des Anti-Terror-Kampfes zugestimmt. 317 Abgeordnete votierten am Mittwoch in erster Lesung mit Ja, 199 waren dagegen, es gab 51 Enthaltungen. Nächster Schritt ist die Beratung im Senat. Die Reform soll die Möglichkeit in der Verfassung verankern, verurteilten Terroristen die französische Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Dies ist unter anderem beim linken Flügel der regierenden Sozialisten heftig umstritten.

Außerdem soll der bislang nur in einem Gesetz geregelte Ausnahmezustand in die Verfassung aufgenommen werden. Die Reform ziele darauf ab, die Nation zu beschützen, sagte Premierminister Manuel Valls nach der Abstimmung. Präsident François Hollande hatte die Verfassungsänderung nach den verheerenden Terroranschlägen vom 13. November angekündigt, bei denen Islamisten in Paris und Saint-Denis 130 Menschen ermordeten.

Die Hürden für eine Verfassungsänderung sind hoch. Die beiden Parlamentskammern müssen zunächst beide den wortgleichen Text beschließen, bevor er in einer gemeinsamen Sitzung von Abgeordneten und Senatoren eine Drei-Fünftel-Mehrheit erreichen muss.

Seit Wochen sorgt vor allem die Frage der Staatsbürgerschaft für Wirbel, Justizministerin Christiane Taubira war aus Protest dagegen zurückgetreten. Anfangs wollte die Regierung die Maßnahme explizit auf Franzosen mit zwei Nationalitäten beschränken, damit keine Staatenlosen geschaffen werden. Angesichts des Vorwurfs der Stigmatisierung strich sie die Einschränkung. Nun werfen andere der Regierung vor, doch die Tür zur Schaffung von Staatenlosen zu öffnen.

Valls hat zwar zugesichert, ein internationales Übereinkommen zur Verminderung der Staatenlosigkeit zu ratifizieren, diese sieht aber Ausnahmen vor. Die Details müssen später in einem Gesetz geregelt werden - ein Ende der aufgeheizten Debatte ist damit nicht in Sicht. «Dieser Text spaltet alle Fraktionen des Parlaments tief», kritisierte der ehemalige konservative Regierungschef François Fillon.

Mi, 2016-02-10 17:26
Brüssel/Moskau (dpa)

Moskau und die Nato - wie die Spannungen weiter wachsen

Brüssel/Moskau (dpa) - Seit der Ukraine-Krise hat eine neue Eiszeit zwischen Russland und der Nato begonnen. Ein Rückblick:

April 2014: Die Nato verstärkt ihre militärische Präsenz in Osteuropa. Das Bündnis will Flugzeuge, Schiffe und Soldaten in die östlichen Mitgliedsländer schicken, beschließt der Nato-Rat.

Mai: Rund 6000 Nato-Soldaten beginnen mit einem Manöver in Estland - eines von mehreren, die das Bündnis als Antwort auf die Annexion der Krim durch Russland beschlossen hat.

August: Russland kritisiert die Präsenz von Nato-Kriegsschiffen im Schwarzen Meer. Wenige Tage später startet Russland ein Manöver an der Grenze zum Nato-Mitglied Estland.

September: Die 28 Nato-Staats- und Regierungschefs beschließen den «Readyness Action Plan». Er soll die Sicherheit der Partner in Ost- und Mitteleuropa stärken. Gegen den Protest Russlands beginnen die USA und die Ukraine im Schwarzen Meer ein See-Manöver. Mehrere Nato-Staaten starten in der Ukraine das Manöver «Rapid Trident».

Oktober: Über der Ostsee fangen Nato-Kampfjets ein russisches Aufklärungsflugzeug ab. Der neue Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor, er wolle Demokratie und Frieden im Osten Europas torpedieren.

Dezember: Die Nato-Außenminister beschließen eine Eingreiftruppe, die binnen Tagen ins Baltikum oder nach Polen verlegt werden könnte. Moskau stuft den Konflikt in der Ukraine und die Nato-Osterweiterung als Gefahr für seine Sicherheit ein und fasst seine Militärdoktrin über außenpolitische Gefahren neu.

März 2015: Die USA wollten rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum verlegen, heißt es in Washington. 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien schon dort. Moskau wirft der Nato vor, an den russischen Grenzen aufzurüsten und steigt aus dem KSE-Vertrag aus. Der Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa sollte seit Ende des Kalten Krieges das militärische Gleichgewicht wahren.

April: Eine neue Richtlinie der Nato soll die Zahl der russischen Diplomaten verringern, die im Nato-Hauptquartier akkreditiert sind.

Juni: Putin will das russische Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Die Nato kritisiert Moskaus «nukleares Säbelrasseln» und stockt ihre schnelle Eingreiftruppe auf bis zu 40 000 Soldaten auf.

Juli: Moskau ändert seiner Marine-Doktrin. Darin werden die Arktis und der Atlantik ins Visier genommen.

Oktober: Nach dem russischen Eingreifen in den Syrien-Konflikt verschärfen sich die Spannungen weiter. Die Nato erklärt sich bereit, notfalls Truppen in die Türkei zu schicken.

November: Der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet führt zu heftigen Spannungen zwischen Moskau und dem Nato-Mitglied Türkei.

Dezember: Die EU will die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate verlängern. Ungeachtet russischer Warnungen will die Nato den Balkanstaat Montenegro zum 29. Bündnismitglied machen.

Februar 2016: Die Nato will zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen.

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Mi, 2016-02-10 17:39
Madrid (dpa)

Nach Terrorismus-Vorwurf: Puppenspieler in Spanien wieder frei

Madrid (dpa) - Zwei Handpuppenspieler, die in Spanien wegen einer Aufführung der Terrorismus-Verherrlichung bezichtigt werden, sind nach fünf Nächten hinter Gittern wieder auf freiem Fuß. Der zuständige Untersuchungsrichter hob am Mittwoch in Madrid die Untersuchungshaft auf. Es bestehe keine Fluchtgefahr mehr, hieß es in der Begründung. Dass die Männer eingesperrt worden waren, hatte zuvor vor allem in Künstlerkreisen des Landes große Empörung ausgelöst.

Die 29 und 34 Jahre alten Männer hatten am Freitag in der Hauptstadt Madrid auf einer Karnevals-Veranstaltung eine ihrer Puppen ein Plakat mit der Aufschrift «Gora Alka-ETA» tragen lassen. Das interpretierten die Behörden als Verherrlichung der baskischen Separatisten-Gruppe ETA. «Gora Eta» bedeutet auf Deutsch «Hoch lebe ETA», «Alka» sollte eine Abkürzung für Al Kaida sein. Die Männer, die sich auf ihre künstlerische Freiheit beriefen, wurden festgenommen.

Kurz vor Aufhebung der Untersuchungshaft hatten am Mittwoch mehrere Parteien, darunter die Sozialisten (PSOE), die Freilassung der Puppenspieler gefordert. Während konservative Stimmen die Festnahme vorwiegend befürworteten, war die spanische Justiz von Medien wie der Zeitung «El País», vom Schauspielerverband «Unión de Actores» sowie von Politikern scharf kritisiert worden. Eine Freilassungs-Petition auf Facebook unterstützten mehr als 22 000 Menschen.

Mi, 2016-02-10 18:00
München (dpa)

Syrien-Konferenz soll Friedensprozess wieder in Gang bringen

München (dpa) - Die internationale Gemeinschaft lotet am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche aus. An der Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil, darunter die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. Diese fünf Länder haben eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs. Deutschland wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten.

Die Friedensgespräche in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden und sollen möglichst am 25. Februar fortgesetzt werden. In München sollen nun die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Es wird vor allem um eine bessere humanitäre Versorgung notleidender Menschen und die Vorbereitung eines Waffenstillstands gehen.

Die USA machen die russischen Luftangriffe gegen syrische Oppositionelle verantwortlich für die Aussetzung der Friedensgespräche. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich entsetzt über das Vorgehen Moskaus gezeigt. Russland rechtfertigt seine Angriffe als Kampf gegen den Terrorismus.

In dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg sind mehr als 250 000 Menschen getötet worden. Russland und der Iran gelten in dem Konflikt als Schutzmächte des Regimes von Baschar al-Assad.

Mi, 2016-02-10 18:00
Berlin (dpa)

Irakischer Ministerpräsident will deutsche Hilfe im Kampf gegen IS

Berlin (dpa) - Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi will sich am Donnerstag bei einem Besuch in Berlin um weitere deutsche Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bemühen. Auf dem Programm steht unter anderem ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Weiteres Thema ist die Flüchtlingskrise. Der Irak gehört zu den wichtigsten Herkunftsstaaten von Flüchtlingen, die nach Europa kommen.

Im Irak haben islamistische Terroristen große Teile des Landes unter ihrer Kontrolle, darunter auch die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zentralregierung hat dort kaum noch Einfluss. Deutschland beliefert die Kurden im Norden des Landes mit Waffen und bildet über die Bundeswehr auch Kämpfer aus. Al-Abadi hofft auf deutsche Ausbildungshilfe auch für die irakische Armee.

Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen gibt es in dem Land etwa 3,2 Millionen Binnenvertriebene. Hinzu kommen etwa 250 000 Flüchtlinge aus Syrien.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Mi, 2016-02-10 16:14
Wismar/Berlin (dpa)

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Wismar/Berlin (dpa) - Wenn ein Unternehmen dauerhaft kein Geld mehr hat, muss es einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen. Schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit sowie bei Überschuldung ist der ein Antrag Pflicht. In der Regel übernimmt dann ein Insolvenzverwalter das Ruder, die Geschäftsführung wird entmachtet.

Unternehmen, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sehen, können bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Das ist eine Variante des Insolvenzrechts, die statt einer Abwicklung auf die Sanierung eines Unternehmens zielt.

Wichtigster Unterschied: Die Geschäftsleitung bleibt dann im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt. Die alte Geschäftsführung behält damit große Teile der Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Zugleich ist die Firma aber vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt.

Bekannte Unternehmen wie etwa der Fernsehhersteller Loewe in Bayern, der Fahrradbauer Mifa in Sachsen-Anhalt und der Sport- und Freizeitgeräte-Hersteller Kettler aus Nordrhein-Westfalen haben diesen Weg beschritten. Auch der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets strebt nun ein solches Verfahren an.

Mi, 2016-02-10 16:39
Detmold (dpa)

Zeugen der Todesfabrik: Auschwitz-Überlebende vor dem NS-Prozess Von Florentine Dame, dpa

Sie haben das Grauen von Auschwitz überlebt. Ihre schmerzhaften Erinnerungen an das Vernichtungslager werden im nun startenden Prozess gegen einen Ex-SS-Wachmann bedeutsam sein. Vorab schildern jüdische Überlebende, was den Prozess für sie so wichtig macht.

Detmold (dpa) - Es ist die Geschichte eines Überlebenden, aber sie ist voller Grauen. Noch bevor die Pressekonferenz beginnt, spricht der 94-jährige Leon Schwarzbaum aufrecht in die Kameras, erzählt von seinen Erinnerungen an das Vernichtungslager Auschwitz: Wie ihm seine Familie genommen wurde, vom Hunger und den Schornsteinen der Krematorien, aus denen Feuer schlugen.

«Menschen brennen gut», sagt Schwarzbaum. Er erzählt vom unerträglichen Geruch verkohlten Fleisches, der Allgegenwärtigkeit des Todes. Von Angst, Hunger und vom Anblick halbtoter Menschen um ihn herum. Dann bricht ihm die Stimme weg, er wendet sich ab. Es ist zu viel.

Wie die 92-jährige Erna de Vries aus dem Emsland und der 90-jährige Justin Sonder aus Chemnitz ist auch der Berliner Schwarzbaum Zeuge vor Gericht. Am Donnerstag beginnt im lippischen Detmold der Prozess gegen einen Angeklagten, der SS-Wachmann in Auschwitz war. Die Aussagen der Zeugen sollen klar machen, wie systematisch in der Mordfabrik Juden getötet wurden.

Zeugnis abzulegen vor einem deutschen Gericht, ist für sie eine besondere, aber auch aufwühlende Aufgabe, wie sie auf einer Pressekonferenz der Nebenklägeranwälte und des Internationalen Auschwitz Komitees am Mittwoch vor dem Prozessauftakt in Detmold berichten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 94-jährigen Angeklagten und früheren SS-Mann Beihilfe zum Mord in 170 000 Fällen vor. Die Anklageschrift hält Nebenklägeranwalt Cornelius Nestler dabei für bemerkenswert: Die Staatsanwaltschaft beschreibe darin erstmals umfassend die Rolle der Wachleute als Teil der Mordfabrik Auschwitz insgesamt. Nicht nur wie sie halfen an der Rampe, die Arbeitsfähigen von den Todgeweihten zu trennen. Sie bewachten darüber hinaus Massenerschießungen, waren vor allem Teil der Mordmaschinerie, in der durch systematisches Hungernlassen und unmenschliche Bedingungen getötet wurde. «Kein Jude sollte Auschwitz lebend verlassen», sagt Nestler.

Was das hieß, erzählen die Überlebenden: Die junge Erna de Vries, Tochter einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters, war in Auschwitz, weil sie nicht von der Seite ihrer Mutter weichen wollte. Schwere Arbeit ließ sie krank werden - und damit unbrauchbar für die Nazis. Im überfüllten Todesblock wartete sie schon auf ihre Vernichtung, sollte schließlich mit einer Gruppe zu den Gaskammern geführt werden. «Die Frauen schrien, haben sich die Brust zerkratzt, rauften Haare, wenn sie welche hatten», erinnert sie sich. Von den Nationalsozialisten als sogenannte «Halbjüdin» eingestuft, wurde sie schließlich noch auf dem Weg in den Tod herausgegriffen und in ein Arbeitslager versetzt.

Für Justin Sonder waren die «Selektionen» die schlimmsten Auschwitz-Erfahrungen: 17 Mal musste er mit anderen nackten Häftlingen antreten und hoffen, dass ein Lagerarzt ihn noch für arbeitsfähig hielt. Nur so konnte er der Gaskammer entkommen.

Ob sie je dem Angeklagten begegneten oder nicht, wissen die drei nicht - er war einer von 6500 SS-Leuten, die in Auschwitz eingesetzt waren. Die allermeisten von ihnen kamen ungescholten davon.

Es sei daher spät, aber nie zu spät, doch noch ein Stück Gerechtigkeit zu bringen, sagt Schwarzbaum mit Blick auf den anstehenden Prozess. Er hofft, dass dann auch der Angeklagte sein Schweigen bricht: «Ich will, dass er endlich die Wahrheit sagt. Er soll wie ich in Schulen gehen, damit sie nicht nur unsere Wahrheit erfahren, sondern auch von der anderen Seite», sagt er.

Um eine Strafe gehe es ihnen dabei nicht, sondern um ein Stück Gerechtigkeit - und um ihre Geschichten. «Dieser Prozess soll darstellen, was einmal war», sagt Sonder. Was er von dem Angeklagten erwarte, wird er noch gefragt: «Gar nichts», sagt er. Jedenfalls nichts Menschliches, denn das habe es in Auschwitz nie gegeben.

Mi, 2016-02-10 16:07
Washington (dpa)

Oberstes Gericht legt Obamas Klimapläne auf Eis

Schmerzhafter Rückschlag für Barack Obama: Kurz und bündig stoppt der Supreme Court eines der wichtigsten Klimavorhaben des Präsidenten. Die Entscheidung kommt überraschend. Möglicherweise kann Obama seine Pläne nun nicht mehr verwirklichen.

Washington (dpa) - Der Oberste Gerichtshof der USA hat einen Grundpfeiler der Klimastrategie von US-Präsident Barack Obama wegen rechtlicher Bedenken auf Eis gelegt. Der Supreme Court gab am Dienstag (Ortszeit) bekannt, dass die Pläne für die angeordnete Eindämmung von CO2-Emissionen amerikanischer Kraftwerke gestoppt werden müssen. Zuerst müssten anhängige Klagen gegen diese Vorhaben ausreichend auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft werden.

Für Obama ist diese Entscheidung eine schwere Niederlage. Nach dem «Clean Power Plan» sollte der Kohlendioxid-Ausstoß in den USA bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 32 Prozent sinken. Mehr als zwei Dutzend mehrheitlich republikanisch geführte US-Bundesstaaten und mehrere Unternehmen aus dem Energiesektor klagen seit Monaten vor verschiedenen Gerichten dagegen.

Die Entscheidung kommt überraschend. Sie fiel mit fünf zu vier Stimmen denkbar knapp aus. Die Begründung des Gerichts für den Stopp ist nur eine Seite lang. «Diese kurzsichtige Entscheidung der fünf konservativen Richtung am Supreme Court ist ein unglücklicher Rückschlag», sagte der Chef der Demokraten im Senat, Harry Reid. «Sie stellt unnötig einen wichtigen Teil der Anstrengungen unseres Land im Kampf gegen den Klimawandel und zum Schutz unserer Umwelt infrage.»

Als «wichtigsten einzelnen Schritt» der USA hatte Obama die Anordnung 2015 über die EPA erlassen, die mächtige Umweltbehörde der USA. Der Präsident hat sich das Thema Klima seit Jahren auf die Fahnen geschrieben. Er wollte mit diesem Alleingang am zerstrittenen US-Kongress vorbei handeln.

Der republikanische Mehrheitsführer im Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, erklärte am Dienstag: «Der Supreme Court hat Obamas illegalen Machtmissbrauch gestoppt. Er hat gezeigt, auf welch schwankendem Boden der Präsident jedes Mal steht, wenn er seine Politik gegen die Abgeordneten des Volkes machen will.»

Das Weiße Haus zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass der «Clean Power Plan» wie beabsichtigt in Kraft treten kann. Man sei überrascht von der Entscheidung, hieß es von Regierungsbeamten. Für Obama könnte dies bedeuten, dass er die Verwirklichung eines seiner wichtigsten politischen Vorhaben nicht mehr in seiner Amtszeit erleben wird.

«Wir sind mit der Entscheidung des Supreme Court nicht einverstanden», erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. «Wir sind davon überzeugt, dass wir uns in der Sache selbst durchsetzen werden.» Der Plan habe eine stabile rechtliche und technische Grundlage.

Vom weltweiten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verursacht China vor allem wegen seines starken Wirtschaftswachstums fast ein Drittel. Auf Platz zwei liegen die USA. Wie sie nach der Entscheidung des Supreme Court nun ihre Klimaziele umsetzen wollen, ist völlig offen.

Obamas Ankündigung kam 2015 vier Monate vor der UN-Klimakonferenz von Paris. Während Umweltschutzorganisationen begeistert reagierten, sahen sich Hunderte Kohlekraftwerke von der Schließung bedroht, sollten die Pläne umgesetzt werden.

Die Pläne Obamas hatten die Hoffnung genährt, dass es in den USA tatsächlich zu einem echten Umbau der Stromerzeugung kommen könne. Große Unternehmen weltweit sehen dies ähnlich. Der britische Energieriese BP hatte am Mittwoch in seinem langfristigen Energieausblick erklärt, die Welt entwickele sich hin zu geringeren Kohlenstoff-Ausstößen.

Das Thema Klimaschutz ist in den USA sehr umstritten. Die meisten prominenten Republikaner negieren, dass es einen vom Menschen verursachten Klimawandel gibt. Das Thema sorgt auch unter den Bewerbern im laufenden Präsidentschaftswahlkampf für Streit.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Mi, 2016-02-10 16:46
Juba (dpa)

Wilderer im Südsudan haben in nur zwei Jahren 500 Elefanten getötet

Juba (dpa) - Mindestens 500 Elefanten sind in den vergangenen zwei Jahren im Krisenstaat Südsudan Wilderern zum Opfer gefallen. Inzwischen gebe es nur noch etwa 4500 der Dickhäuter, wie die südsudanesische Artenschutzbehörde erklärte. Die anhaltenden Kämpfe und die weite Verbreitung von Waffen machten es schwierig, die illegale Jagd zu stoppen, erklärte Behördenchef Philip Chol Majak. Selbst Mitglieder der Streitkräfte beteiligten sich an der Jagd, um ihre wertvollen Stoßzähne zu erbeuten.

«Es gibt keinen sicheren Ort für wilde Tiere im Südsudan,» sagte Majak. In einigen Jahren werde der Südsudan den Verlust seiner Elefanten bedauern. Aus den sechs Nationalparks des Südsudans sind demnach auch bereits Elefanten in die Nachbarländer Uganda, Äthiopien und den Kongo abgewandert. Die Behörde wollte am Mittwoch keine genauen Angaben dazu machen, wie viele Wildschützer in den Parks beschäftigt sind. Der illegale Elfenbein-Handel wird vor allem durch die Nachfrage aus China und anderen asiatischen Ländern angetrieben.

Der Südsudan wird seit Ende 2013 von einem Bürgerkrieg erschüttert. Ausgelöst wurden die Kämpfe durch die Rivalität zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar. Mehr als 2,3 Millionen Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht.

Mi, 2016-02-10 16:44
Delhi (dpa)

Wilder Elefant trampelt durch indische Stadt

Neu Delhi (dpa) - Ein wilder Elefant hat im Osten Indiens eine Stadt in Aufruhr versetzt. Das Tier trampelte durch Siliguri und beschädigte Gebäude und Dutzende Fahrzeuge, wie die «India Today» am Mittwoch berichtete. Bewohner brachten sich angsterfüllt in Sicherheit, verletzt wurde den Berichten zufolge niemand. Der ausgewachsene Elefant sei vermutlich von seiner Herde getrennt worden und habe nicht mehr in einen nahegelegenen Dschungel zurückgefunden.

Erst nach sieben Stunden hätten Wildhüter und die Polizei das verschreckte Tier mit Betäubungsmitteln ruhig stellen können. Der Dickhäuter wurde auf einen Lastwagen gehievt und in den Wald gebracht. Abholzung, Wilderei und zunehmende Bebauung schränken den Lebensraum von Indiens geschätzten 27 000 bis 31 000 wilden Elefanten zunehmend ein.

Mi, 2016-02-10 16:05
Damaskus/Berlin (dpa)

Syrien-Konferenz hält Russland nicht von Bombardements ab

In München soll wieder einmal über einen Waffenstillstand in Syrien gesprochen werden. Die Erfolgschancen stehen nicht besonders gut. Entscheidend ist, wie Russland sich verhält.

Damaskus/Berlin (dpa) - Die bevorstehende Syrien-Konferenz in München hält Russland nicht von Luftangriffen auf die Opposition in der umkämpften Region Aleppo ab. Ein Befehlshaber der Rebellen berichtete am Mittwoch von mindestens 20 Bombardements der Ortschaft Tel Rifaat und machte die russische Luftwaffe dafür verantwortlich. Das Außenministerium in Moskau erklärte dennoch, dass es von dem Syrien-Treffen am Donnerstag einen positiven Effekt für den Friedensprozess erwarte. Die Luftangriffe würden eine «perfekte und konstruktive Atmosphäre» für den Kampf gegen den Terrorismus schaffen, sagte eine Sprecherin.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf der russischen Regierung Zynismus vor. «Russland treibt ein doppeltes Spiel», sagte die CDU-Politikerin der Wochenzeitung «Die Zeit». «Es überzieht einerseits die Bevölkerung von Aleppo mit einem Bombenteppich - und setzt sich gleichzeitig bei den Wiener Friedensgesprächen dafür ein, dass in Syrien nicht jede staatliche Ordnung verloren geht und zwischen den Konfliktparteien wieder Vertrauen entsteht.»

Die internationale Gemeinschaft lotet am Donnerstag in München die Chancen für eine Wiederaufnahme der Syrien-Friedensgespräche aus. An der Konferenz nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil, darunter die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran und die Türkei. Diese fünf Länder haben eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um ein Ende des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs. Deutschland wird von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vertreten.

Die Friedensgespräche in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden und sollen möglichst am 25. Februar fortgesetzt werden. In München sollen nun die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Es wird vor allem um eine bessere humanitäre Versorgung notleidender Menschen und die Vorbereitung eines Waffenstillstands gehen.

Die USA machen die russischen Luftangriffe gegen syrische Oppositionelle verantwortlich für die Aussetzung der Friedensgespräche. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich entsetzt über das Vorgehen Moskaus gezeigt.

Bei heftigen Kämpfen nördlich der syrischen Großstadt Aleppo sind in den vergangenen Tagen mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern der Regime-Offensive mit Unterstützung russischer Luftschläge seien über 100 Zivilisten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Seit Anfang Februar rücken die Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad in der Schlüsselregion mit russischer Hilfe gegen Rebellen vor. Die massiven Bombardements Russlands zwangen Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Der Streit über die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg sorgt unterdessen für Unmut zwischen den USA und der Türkei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die Zusammenarbeit der USA mit der syrischen Kurden-Partei PYD und deren militärischen Arm YPG in Syrien. Zuvor hatte die Türkei wegen des Themas den US-Botschafter John Bass einbestellt.

Mi, 2016-02-10 16:27
Paris (dpa)

Pariser Nationalversammlung für umstrittene Verfassungsänderung

Paris (dpa) - Nach heftigen Debatten hat Frankreichs Nationalversammlung einer nach den Pariser Terroranschlägen auf den Weg gebrachten Verfassungsänderung zugestimmt. 317 Abgeordnete votierten am Mittwoch in erster Lesung mit Ja, 199 waren dagegen, es gab 51 Enthaltungen. Nächster Schritt ist die Beratung im Senat. Die Reform soll die Möglichkeit in der Verfassung verankern, verurteilten Terroristen die französische Staatsbürgerschaft abzuerkennen. Dies ist auch im linken Flügel der regierenden Sozialisten heftig umstritten. Außerdem soll auch der bislang nur in einem Gesetz geregelte Ausnahmezustand in die Verfassung aufgenommen werden.

Mi, 2016-02-10 16:47
York (dpa)

Trump sieht «schrecklichen Fehler» in Merkels Flüchtlingspolitik

Paris/New York (dpa) - Die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist aus Sicht des US-amerikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump ein «schrecklicher Fehler». Was aktuell in Europa passiere, könne zum Zusammenbruch führen, sagte Trump dem rechtskonservativen französischen Magazin «Valeurs actuelles» (Donnerstag) in New York.

Trump zog eine Verbindung zur Terrorlage in Europa. «Schauen Sie, was in Brüssel passiert», sagte der US-Politiker in Anspielung auf die Herkunft vieler Terroristen der Pariser Anschläge vom November. Die Stadt gleiche heute einer Festung und sei zu einer «Brühe der Terrorkultur» geworden.

Ändere sich die Situation nicht, stehe Europa vor «echten Revolutionen». «Meine deutschen Freunde wissen nicht mehr, wo sie sind», sagte Trump in der französischen Fassung des Interviews. Wenn die Entscheidungsträger nichts unternähmen, werde Europa nicht mehr dasselbe sein. «Diese Menschen, die millionenfach ankommen, haben eine andere Kultur, eine andere Mentalität, andere Sitten und Gebräuche.» Die meisten von ihnen wollten sich nicht anpassen.

Mi, 2016-02-10 16:56
Brüssel (dpa)

Nato plant weitere Aufrüstung im Osten - multinationale Präsenz Von Ansgar Haase, dpa

Kaum jemand glaubt, dass Russland einen Angriff auf einen Nato-Staat wagen würde. Die Nato fühlt sich dennoch von Putins Politik herausgefordert. Und will eine weitere deutliche Botschaft in Richtung Moskau schicken.

Brüssel (dpa) - Die Nato will als Reaktion auf die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten beschlossen am Mittwoch in Brüssel, entsprechende Planungen voranzutreiben. Sie sollen bis zum Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau abgeschlossen sein.

Die zusätzliche Nato-Präsenz soll nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg über eine multinationale Truppe organisiert werden, über deren Stärke noch entschieden werden muss. «Es wird eine multinationale Präsenz sein, um klar zu machen, dass ein Angriff gegen einen Verbündeten ein Angriff auf das gesamte Bündnis ist», erklärte Stoltenberg. Auch ein spezielles Übungsprogramm und die notwendige Infrastruktur würden vorbereitet.

Nach Angaben aus Bündniskreisen ist im Gespräch, pro Land bis zu etwa 1000 Bündnissoldaten zu stationieren. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen. In diesen Ländern baut die Nato bereits seit dem vergangenen Jahr regionale Hauptquartiere in Estland, Lettland, Litauen sowie Polen, Bulgarien und Rumänien. Sie sind allerdings lediglich mit rund 50 Soldaten besetzt.

Die regionalen Hauptquartiere sollen unter anderem als Planungs- und Koordinierungszentren für Übungseinsätze der neuen schnellen Eingreiftruppe (VJTF) dienen. Zudem sind sie als klares Signal an Russlands Präsidenten Putin gedacht. Ihm wirft die Nato die völkerrechtswidrige Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim sowie die Unterstützung pro-russischer Separatisten in der Ostukraine vor. Auch das Eingreifen in den Syrien-Konflikt und unangekündigte Großmanöver werden äußerst kritisch gesehen.

Gegen ein noch immer gültiges Abkommen zwischen der Nato und Russland, das die dauerhafte Stationierung von «substanziellen Kampftruppen» in den neuen Nato-Ländern in der Mitte und im Osten Europas verbietet, wird nach Einschätzung Stoltenbergs auch durch die neue Verstärkung nicht verstoßen. Nach Angaben von Militärs wäre dies nur der Fall, wenn die Nato mehr als 10 000 Soldaten dauerhaft in Osteuropa stationieren würde.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) äußerte sich in Brüssel zunächst nicht zu den Plänen. Schon jetzt steht allerdings fest, dass die Bundeswehr 2019 die Führungsrolle in der neuen schnellen Eingreiftruppe der Nato, der sogenannten «Speerspitze», übernehmen wird. Die «Speerspitze» gilt als wichtigste Reaktion der Nato auf die Ukraine-Krise. Die Truppe soll im Ernstfall in wenigen Tagen einsatzbereit sein. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland beim Aufbau der Truppe eine Führungsrolle.

Begleitet wird die Aufrüstung im Osten von Bemühungen um eine Wiederbelebung des Dialogs mit Russland im Nato-Russland-Rat. Generalsekretär Stoltenberg will dazu bei der am Freitag beginnenden Sicherheitskonferenz in München ein Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow führen.

Ein Grundpfeiler der Nato-Aufrüstung in Mittel- und Osteuropa sind US-amerikanische Investitionen. Washington will 2017 bis zu 3,4 Milliarden Dollar für Projekte in Europa ausgeben - das ist viermal so viel Geld wie bislang. Die Mittel sollen ermöglichen, dass ständig rund 3000 US-Soldaten für Manöver in Europa sein können. Zudem soll für den Notfall militärische Ausrüstung direkt in Europa eingelagert werden.

Mi, 2016-02-10 16:33
Wismar/Schwerin (dpa)

German Pellets stellt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

Nach der Absage der Gläubigerversammlung des Holzverarbeiters German Pellets hatten Anlegervertreter bereits die Insolvenz befürchtet. Nun ist der Antrag beim Amtsgericht Schwerin eingegangen. Tausende Anleger bangen um ihr Geld.

Wismar/Schwerin (dpa) - Der Wismarer Brennstoff-Hersteller German Pellets hat einen Insolvenzantrag gestellt. Tausende Geldgeber fürchten nun um ihre Anlagen, Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze.

Wie das Unternehmen am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung an die Börse schrieb, beantragte es ein Verfahren auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Bei dieser Variante des Insolvenzverfahrens kann die Geschäftsleitung im Amt bleiben, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt. Der Geschäftsbetrieb soll nach Firmenangaben während des gesamten Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt werden.

Das Amtsgericht Schwerin hatte zuvor lediglich mitgeteilt, es sei ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingegangen. Das Insolvenzgericht müsse den Antrag nun prüfen. Eine gesetzliche Frist dafür gebe es nicht, sagte Direktorin Monika Köster-Flachsmeyer. 

Für die Sanierung ist German Pellets zufolge Frank Günther von der Münchener Beratungsgesellschaft One Square Advisors Mitglied der Geschäftsführung geworden. Die Produktion soll weiterlaufen, alle Aufträge würden weiter produziert und ausgeliefert, hieß es. Günther solle in Absprache mit den Gläubigern ein Sanierungskonzept entwickeln und umsetzen. Zudem soll er die weltweit rund 650 Mitarbeiter umgehend über die weiteren Schritte unterrichten. Die Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld drei Monate sicher.  

Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nannte German Pellets den Verfall des Ölpreises, durch den auch der Marktpreis für Holzpellets unter Druck geraten sei. Zudem seien die Umsätze wegen zweier warmer Winter eingebrochen. Drittens habe sich die Übernahme des Ofenbauers Kago im Jahr 2010 als Fehlinvestition erwiesen.

Anlegervertreter hatten mit einem Insolvenzantrag gerechnet, nachdem German Pellets eine Gläubigerversammlung ohne Begründung kurzfristig abgesagt hatte. Auf der Versammlung sollte es formal um eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro gehen, die zum 1. April hätte zurückgezahlt werden müssen. German Pellets hatte die Gläubiger um eine Laufzeitverlängerung von zwei Jahren bis zum 31. März 2018 gebeten. Außerdem sollte der Zinssatz von 7,25 auf 5,25 Prozent reduziert werden. Im Gegenzug sollten die Anleiheinhaber 50 Prozent der Gesellschaftsanteile an der German Pellets GmbH als Sicherheit erhalten. Anlegervertreter wie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnten vor den Vorschlägen.

Das Inkasso-Unternehmen Creditreform Mecklenburg-Vorpommern in Rostock berichtete, German Pellets habe seit Jahresende 2015 relativ plötzlich Rechnungen nicht mehr beglichen, etwa von Holzlieferanten.

German Pellets ist über zwei weitere, ebenfalls mit 7,25 Prozent verzinste Anleihen mit weiteren 172 Millionen Euro bei Anlegern in der Schuld. Die Laufzeit dieser Anleihen endet aber erst 2018 beziehungsweise 2019. Die Anleihen von German Pellets verloren nach der Absage der Gläubigerversammlung weiter dramatisch und notierten am Mittwoch zwischen 0,2 und knapp 2 Prozent des Nennwerts. Die Anwaltskanzlei Nieding+Barth kritisierte, die betroffenen Anleger hätten kaum eine Chance gehabt, auf die negative Entwicklung zu reagieren. Was der Insolvenzantrag für die betroffenen Anleger bedeute, sei noch nicht absehbar.

Nach Angaben der IG Metall, die auch Arbeitnehmer in der Holzverarbeitung vertritt, existiert bei German Pellets in Wismar mit rund 150 Beschäftigten kein Betriebsrat. Es könne damit weder Sozialplan noch Interessensausgleich geben, sagte Gewerkschaftssekretär Maik Schwaß.

Mi, 2016-02-10 16:08
London (dpa)

Rohstoffriese BP: Energieverbrauch zieht langfristig stark an

Die großen Ölfirmen klagen, der Preisverfall des «schwarzen Goldes» setzt ihnen zu. BP glaubt: Langfristig werde es wieder besser, die Nachfrage nach fossilen Energien sogar kräftig steigen.

London (dpa) - Die Welt wird nach Einschätzung des britischen Rohstoffriesen BP in 20 Jahren rund ein Drittel mehr Energie verbrauchen als heute. Das entspreche einem jährlichen Anstieg von rund 1,4 Prozent, sagt der Ölmulti in einer Studie voraus. Man dürfe sich durch den derzeitigen Preisverfall beim Erdöl nicht beirren lassen, meinte BP-Chef Bob Dudley am Mittwoch in London.

«Es ist nicht nur wichtig, sich an die gegenwärtig harten Bedingungen anzupassen, sondern sich auch auf die nächste Serie von Herausforderungen vorzubereiten», erklärte Dudley mit Blick auf den aus Sicht des Konzerns langfristig steigenden Bedarf. Der Energiesektor denke in langen Zeiträumen.

Der aktuelle Nachfrage- und Preiseinbruch bei gleichzeitiger Überproduktion in mehreren Förderländern könnte «für einige Zeit andauern, aber nicht für immer», prognostizierte Dudley. Der Einbruch «ist nicht der erste und wird nicht der letzte sein». Auch 2016 dürfte ein «hartes Jahr» werden, sagte er zu den massiven Gewinneinbrüchen in der Ölindustrie.

Der langfristige steigende Energiebedarf werde durch das weltweite Bevölkerungswachstum sowie durch eine steigende Wirtschaftskraft vor allem in China und Indien getragen. Die globale Bevölkerung werde um 1,5 Milliarden auf 8,8 Milliarden Menschen anwachsen, die weltweite Wirtschaftsleistung dürfte sich verdoppeln, schätzt BP.

Zwar würden auch in Zukunft fossile Brennstoffe mit rund 60 Prozent den Löwenanteil zur globalen Energieversorgung beitragen, heißt es im «Energy Outlook 2035» weiter. Doch der Mix dürfte sich ändern: Der Anteil der Energie mit intensivem Kohlenstoffverbrauch werde sich insgesamt deutlich verringern. Am stärksten dürfte dennoch Erdgas zunehmen (1,8 Prozent pro Jahr), Öl um jährlich 0,9 Prozent.

Zugleich mahnte Dudley weitere Schritte zur Verringerung des Ausstoßes von Kohlenstoffverbindungen wie CO2 an. Am stärksten würden mit 6,6 Prozent pro Jahr die erneuerbaren Energien wachsen, einschließlich Biokraftstoffen. Dieser Anteil werde sich in den nächsten 20 Jahren von derzeit drei auf neun Prozent steigern.

Die Zunahme beim Kohlenstoff-Ausstoß dürfte sich in den nächsten 20 Jahren im Vergleich zur Vergangenheit etwa halbieren - von derzeit 2,1 Prozent auf 0,9 Prozent pro Jahr. Ausdrücklich bezeichnete BP das Klima-Abkommen von Paris vom Dezember als entscheidenden Schritt.

Mi, 2016-02-10 16:22
Seattle (dpa)

Nerd-Humor: Amazon versteckt Zombie-Klausel in Nutzungsbedingungen

Seattle (dpa) - Amazon beweist Humor mit einer Klausel für den Fall einer Zombie-Apokalypse in den Geschäftsbedingungen seines Cloud-Dienstes. Zur jüngst vorgestellten Spiele-Entwicklungsumgebung «Lumberyard» heißt es unter Punkt 57.10, sie dürfte nicht für lebenswichtige Infrastrukturen, selbstfahrende Fahrzeuge oder Atomanlagen verwendet werden. Diese Einschränkung gelte allerdings nicht «bei Ausbruch einer Viren-Infektion, die über Bisse oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird und zur Wiederbelebung von Leichen führt, die versuchen, menschliches Fleisch, Blut, Gehirn oder Nervenzellen zu konsumieren, und die den Fall der organisierten Zivilisation wahrscheinlich macht».

Die Zombie-Klausel ist im offiziellen englischen Text der Geschäftsbedingungen des Cloud-Angebots Amazon Web Services zu finden, das unter anderem von vielen Startups genutzt wird.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
Mehr infos hier

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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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