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Beutel-Set

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Der Kleinste hat es in sich: Öffnet man ihn, kommen noch zwei größere Beutel zum Vorschein. Alle drei bestehen aus T-Shirts, die wegen kleiner Produktions- fehler ausgemustert wurden. Sie haben einen praktischen Tunnelzug und sind vielseitig verwendbar, zum Beispiel auf Reisen für Schuhe oder Schmutz- wäsche, fürs Turn- oder Badezeug und manches andere. Genäht werden die Beutel in den Elbe-Werkstätten von Menschen mit Behinderung.

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Di, 2015-07-28 10:22
Manama (dpa)

Zwei Polizisten sterben bei Explosion in Bahrain

Manama (dpa) - Bei einer Explosion im Golfstaat Bahrain sind zwei Polizisten getötet worden. Ein Beamter sei durch den mutmaßlichen Bombenanschlag im Gebiet Sitra südlich der Hauptstadt Manama schwer verletzt worden, teilte das Innenministerium der Inselmonarchie am Dienstag mit. Fünf weitere Sicherheitskräfte wurden demnach leicht bis mittelschwer verwundet. Das Ministerium sprach von einem Terroranschlag.

Bahrain wird von einem sunnitischen Königshaus regiert, die Mehrheit des Volkes ist jedoch schiitisch. Der Kleinstaat beherbergt die Fünfte US-Flotte und das US Naval Forces Central Command. Mit Beginn der arabischen Aufstände 2011 wuchs die Zahl von Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und der schiitischen Bevölkerung. Die Opposition hatte daher auch zum Boykott der Parlamentswahl Ende November 2014 aufgerufen. Bei Anschlägen zwei Wochen später kamen ebenfalls zwei Menschen ums Leben.

Di, 2015-07-28 10:27
Seoul (dpa)

Südkorea erklärt Mers-Ausbruch praktisch für beendet

In Südkorea starben seit Mai 36 Menschen an der Atemwegserkrankung Mers. Die Regierung geht jetzt davon aus, dass der Kampf gegen den Ausbruch der Krankheit gewonnen wurde. Bis der Ausbruch formell als beendet erklärt wird, können noch einige Wochen vergehen.

Seoul (dpa) - Mehr als zwei Monate nach dem ersten Mers-Fall in Südkorea hat die Regierung den Ausbruch der Atemwegserkrankung für praktisch beendet erklärt. Premierminister Hwang Kyo Ahn rief die Menschen am Dienstag auf, zum normalen Alltag zurückzukehren. Seit 23 Tagen sei kein neuer Krankheitsfall mehr aufgetreten. «Nach Abwägung verschiedener Umstände sind Mediziner und die Regierung zu dem Schluss gekommen, dass sich die Bürger keine Sorgen mehr machen müssen.» Die rasche Verbreitung des tödlichen Coronavirus (Mers-CoV) hatte in dem Land wochenlang für große Unsicherheit gesorgt.

Beim größten Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel starben in Südkorea seit Mai 36 von 186 Menschen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Fast 16 700 Menschen mussten wegen eines erhöhten Ansteckungsrisikos entweder zu Hause oder in Krankenhäusern längere Zeit in Quarantäne verbringen. Der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit wird auf mindestens fünf bis maximal zwei Wochen geschätzt. Am Montag war der bisher letzte unter Infektionsverdacht stehende Mensch in Südkorea aus der Quarantäne entlassen worden. 

Es wird damit gerechnet, dass Südkorea im August noch ein formelles Ende des Ausbruchs erklären wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt vor, dass mindestens 28 Tage abgewartet werden sollten, nachdem der letzte Mers-Patient zweimal negativ getestet wurde. «Die Länder können dieser Orientierungshilfe folgen oder nicht», sagte eine Sprecherin des WHO-Regionalbüros in Manila. 

Südkoreas Premierminister entschuldigte sich erneut für Fehler der Behörden zum Beginn des Ausbruchs. Er werde dafür sorgen, dass die nötigen Konsequenzen daraus gezogen werden. Die WHO hatte die rasche Ausdehnung der Viren unter anderem auf mangelnde Kenntnis über die Krankheit sowie überfüllte Notfallstationen und Krankenzimmer zurückgeführt.  

Das Tempo des südkoreanischen Wirtschaftswachstums hatte sich infolge des Mers-Ausbruch verlangsamt. Betroffen war vor allem der Konsum. Die Menschen gaben weniger Geld aus. Auch mieden viele Südkoreaner Großveranstaltungen. 

Mers (Middle East Respiratory Syndrome/Nahost-Atemwegssyndrom) wurde erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen. Der Mers-Erreger zählt wie der von Sars und bestimmten Erkältungen zu den Coronaviren. Er kann eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen. Weltweit registrierte die WHO bislang über 1300 Infizierte, die meisten in Saudi-Arabien. Etwa 500 davon starben.

Di, 2015-07-28 10:33
Berlin (dpa)

Wehrbeauftragter: Konflikt der Türkei mit IS kein Nato-Bündnisfall

Berlin (dpa) - Der Konflikt der Türkei mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt aus Sicht des Wehrbeauftragten des Bundestags, Hans-Peter Bartels, keine Grundlage für einen Nato-Einsatz. «Die Nato wird nicht militärisch in geschlossener Formation angegriffen. Was wir erleben, ist ein Engagement etlicher Nato-Staaten, darunter auch Deutschland, gegen den IS im Nordirak», sagte Bartels dem Sender WDR 5.

Insofern helfe man der Türkei im Kampf gegen «mögliche Gefahren aus dem syrischen Bürgerkrieg». Aber ein Nato-Bündnisfall sei das nicht, erklärte Bartels.

Auf Antrag der Türkei sollten die Botschafter der 28 Nato-Staaten zusammenkommen. Ankara hat Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags verlangt. Dieser Artikel sieht Konsultationen vor, wenn ein Nato-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist. Der Bündnisfall ist in Artikel 5 geregelt.

Die Türkei hatte in den vergangenen Tagen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak aus der Luft angegriffen. Dass die Nato nun involviert werde, sei gut, denn es gebe im Bündnis Bedenken zum Verhaltens der Türkei, sagte Bartels. Es werfe Fragen nach der Strategie der Türkei auf. Er habe den Eindruck, dass hier auf Seiten der Türkei «Dinge vermischt» würden.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Di, 2015-07-28 11:30
Godorf/Köln (Greenpeace e.V.)

Greenpeace-Aktivisten werfen Licht auf Shells Arktis-Bohrpläne

Gegen Shells Ölbohrungen in der Arktis haben Greenpeace-Aktivisten am frühen Morgen an einer Raffinerie des Unternehmens in Godorf bei Köln protestiert. Die Umweltschützer projizierten ihre Forderung „Shell: Raus aus der Arktis!“ auf die Kühltürme der Anlage. Der Grund für die Aktion: Eine Flotte von Shell-Schiffen hat vor wenigen Tagen die Tschuktschensee vor der Küste Alaskas erreicht, wo der Ölkonzern in diesem Sommer erneut nach Öl suchen will. Wie gefährlich das Vorhaben ist, zeigt eine Risikoabschätzung der US-Behörde „Bureau of Ocean Energy Management“: Sollte Shell Öl finden, läge die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall während des Förderzeitraums bei 75 Prozent. „Die Arktis ist ein einzigartiges Ökosystem, das Shell durch diese riskanten Bohrungen skrupellos aufs Spiel setzt“, sagt Larissa Beumer, Arktis-Expertin von Greenpeace.

Welche Risiken vor Ort drohen, zeigt der Unfall des Eisbrechers „Fennica“, der für Shell an der Ölsuche teilnimmt. Bevor Shells Flotte an der Bohrstelle ankam, zwang ein rund ein Meter langer Riss im Rumpf das Schiff zur Umkehr. Die „Fennica“ war auf dem Weg in die Arktis, als das Leck entdeckt wurde. Als Ursache wird eine bisher nicht kartierte Untiefe vermutet. Das 22 Jahre alte Schiff sollte Eisschollen von den Bohrstellen fern halten. An Bord befinden sich außerdem wichtige Teile der Ausrüstung. Noch ist unklar, wie sehr Shells Zeitplan dadurch verzögert wird. 

Mit dem Leck setzt sich Shells Pannenserie von 2012 fort. Beim damaligen ersten Versuch, Öl zu finden, kam es zu mehreren schweren Zwischenfällen vor der Küste Alaskas. Unter anderem lief die „Kulluk“-Bohrplattform während eines Sturms auf Grund; auch das Bohrschiff „Noble Discoverer“ wäre fast havariert. Der Konzern musste die Probebohrungen zwei Jahre in Folge aussetzen. „All diese Vorfälle zeigen, wie unverantwortlich Shell in der Arktis handelt. Wenn Shell so weiter macht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer riesigen Ölkatastrophe in der Arktis kommt“, so Beumer.

Sollte es zu einem Austritt von Öl kommen, gibt es keine wirksame Methode, das Öl aus den eisbedeckten Gewässern wieder zu entfernen. Die Abgeschiedenheit der Region sowie die harschen Witterungsbedingungen würden Aufräumarbeiten immens erschweren. Die von Shell vorgesehene Notfallausrüstung für Ölunfälle wurde noch nie unter arktischen Bedingungen getestet.

 

Di, 2015-07-28 09:20
London (dpa)

Entschädigungen für Ölkatastrophe drücken BP tief in Verlustzone

London (dpa) - Der britische Ölkonzern BP ist wegen milliardenschwerer Entschädigungszahlungen für Schäden bei der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Verlust von 5,8 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro), nach einem Gewinn von 3,4 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Anfang Juli hatte sich der Konzern mit Behörden auf die Zahlung von maximal 18,7 Milliarden Dollar als Entschädigung für Schäden bei der Explosion der Ölplattform geeinigt. Die Zahlung soll auf 18 Jahre gestreckt werden.

Auch im laufenden Geschäft lief es für den Konzern wegen des niedrigen Ölpreises im zweiten Quartal nicht wirklich rund. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten sank im Jahresvergleich von 3,6 auf 1,3 Milliarden Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet. Neben dem Preisrückgang beim Öl machte BP auch die starke Abwertung des Rubel zu schaffen. Dies führte zu einem Gewinneinbruch beim Rosneft-Anteil. BP hält fast ein Fünftel am größten russischen Ölproduzenten.

Im Jahresvergleich stehen die Ölpreise weiterhin kräftig unter Druck. Konzernchef Bob Dudley wappnet den Konzern für eine längere Periode niedriger Preise. Er kappt deshalb die Investitionen und verkauft Unternehmensteile in Milliardenhöhe. An der Dividende will er nicht sparen. Für das zweite Quartal sollen 10 Cent je Aktie an die Aktionäre gehen.

Di, 2015-07-28 09:29
Jerusalem (dpa)

Zusammenstöße von Sicherheitskräften und Siedlern nahe Ramallah

Jerusalem (dpa) - Zwischen israelischen Sicherheitskräften und jüdischen Siedlern ist es im Westjordanland zu Zusammenstößen gekommen. Israelischen Medien zufolge brachen die Konfrontationen in der Nacht zum Dienstag aus, nachdem jüdische Jugendliche sich geweigert hatten, zum Abriss bestimmte Häuser in der Siedlung Bet El nördlich von Ramallah zu verlassen.

Weil die Gebäude illegal erbaut worden waren, hatte der israelische Oberste Gerichtshof angeordnet, sie zu zerstören. Um dies zu verhindern, hatten sich den Berichten zufolge hunderte Siedler in den Gebäuden verschanzt.

An anderer Stelle im Westjordanland besetzten jüdische Siedler einen Ort, der 2005 evakuiert worden war. Die Nachrichtenseite «Ynetnews» berichtete, rund 250 Menschen hätten am Dienstagmorgen die Siedlung Sanur besetzt. Darunter soll mindestens ein Politiker der nationalreligiösen Partei Jüdisches Heim sein.

Schätzungen zufolge leben im Westjordanland und in Ostjerusalem rund 550 000 jüdische Siedler. Die internationale Gemeinschaft sieht diese als Hindernis für einen Palästinenserstaat.

Di, 2015-07-28 08:45
Bukarest (dpa)

«Adevarul»: Türkei missbraucht Krieg gegen IS zum Kampf gegen Kurden

Bukarest (dpa) - Zur Rolle der Türkei im Konflikt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat schreibt die liberale rumänische Tageszeitung «Adevarul» am Dienstag:

«Während die von den USA geführte Militärkoalition gegen den Islamischen Staat alles tut, um die Türkei in die erste Frontlinie des Konflikts in Syrien zu drängen, hat das Erdogan-Regime den perfekten Vorwand gefunden, um die größte Militäraktion gegen die Kurden zu starten - also gegen die einzigen, die der Expansion der Dschihadisten standgehalten haben. (...) Ein neuer Akteur (die Türkei) hat demnach die Bühne im blutigsten modernen Konflikt betreten. Anstatt mit Buhrufen, wird er mit Applaus und Ermutigungen empfangen.»

Di, 2015-07-28 08:43
Kabul (dpa)

Taliban erobern Bezirk in der afghanischen Provinz Kundus

Kabul (dpa) - Die Taliban haben nach Regierungsangaben am Dienstag einen Bezirk in der nordafghanischen Provinz Kundus sowie mindestens 80 Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatten sie sich stundenlange Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert.

Dutzende Taliban-Kämpfer hätten den Bezirk Chan Abad angegriffen, berichtete ein Vertreter der Provinzverwaltung. «Mindestens 14 Bewohner, die gegen die Aufständischen gekämpft haben, wurden getötet oder verletzt. Hunderte Familien wurden vertrieben und fliehen in andere Bezirke», sagte er.

Einen weiteren Bezirk hätten die Taliban am Dienstag in der nördlichen Provinz Sar-i-Pol erobert, berichtete ein örtlicher Fernsehsender. Allerdings teilten Vertreter der Sicherheitsbehörden mit, dass Verstärkung nach Kohistanat entsandt worden und der Bezirk noch immer unter Kontrolle sei. Die Taliban widersprachen dem umgehend und behaupteten, den Bezirk erobert zu haben. Bei den Kämpfen seien mehrere Sicherheitskräfte getötet worden, sagten die Aufständischen.

Di, 2015-07-28 08:08
Oslo (dpa)

Statoil schafft es zurück in die Gewinnzone

Oslo (dpa) - Nach drei verlustreichen Quartalen nacheinander hat sich der norwegische Öl- und Gaskonzern Statoil wieder in die schwarzen Zahlen gekämpft. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen im zweiten Quartal 10,1 Milliarden Kronen (1,1 Mrd Euro), wie es am Dienstag in Oslo mitteilte. Damit übertraf Statoil zwar die Erwartungen von Analysten. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal waren es jedoch gut 15 Prozent weniger. Der Umsatz ging um rund 13 Prozent auf 124,4 Milliarden Kronen zurück.

Der Verfall der Ölpreise hatte den zu zwei Dritteln vom Staat kontrollierten Konzern zuletzt in die roten Zahlen rutschen lassen. Nun stabilisierten Kostensenkungen und der Verkauf von einzelnen Geschäftsteilen das Ergebnis. Trotz der schwierigen Lage hat Statoil seinen Aktionären stabile Dividenden versprochen. Dafür nimmt das Unternehmen auch höhere Schulden in Kauf. Im abgelaufenen Quartal erhöhte der Konzern die Produktion um vier Prozent auf 1,87 Millionen Barrel Öläquivalent.

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Di, 2015-07-28 07:24
Singapur (dpa)

Ölpreise geben weiter nach

Singapur (dpa) - Die Ölpreise haben auch am Dienstag nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 53,25 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 15 Cent auf 47,24 Dollar.

Nach wie vor belaste ein zu hohes Angebot an Rohöl die Preise, hieß es aus dem Handel. Führende Förderländern dürften die Produktion auf hohem Niveau halten, oder sogar ausbauen, sagte der Experte Michael McCarthy vom Handelshaus CMC Markets. «Es sieht nicht so aus, dass wir bei den Ölpreisen schon in der Nähe der Tiefpunkte sind.»

Di, 2015-07-28 06:20
Brüssel/Berlin (dpa)

Nato-Botschafter treffen sich auf Wunsch der Türkei

Für ihr militärisches Vorgehen erntet die Türkei viel Kritik. Deutsche Politiker und UN-Chef Ban sind besorgt. Was kann Ankara von der Nato erwarten?

Brüssel/Berlin (dpa) - Auf Antrag der Türkei kommen am Dienstag (11.00 Uhr) die Botschafter der 28 Nato-Staaten zusammen. Ankara hat Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags verlangt. Dieser Artikel sieht Konsultationen vor, wenn ein Nato-Mitglied meint, dass die Unversehrtheit des eigenen Territoriums, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht ist.

Anlass für das Treffen ist nach Nato-Angaben der Ernst der Lage in der Türkei nach den Terrorangriffen der vergangenen Tage. Dabei war es zu Dutzenden Toten gekommen. Es gab auch Gefechte mit IS-Kämpfern an der syrisch-türkischen Grenze. Die Türkei führte ihrerseits Luftschläge gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak durch.

Ob es nach dem Treffen eine gemeinsame Erklärung oder eine Mitteilung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geben würde, stand im Vorfeld nicht fest.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich besorgt über die türkischen Luftangriffe auf die PKK. Er hoffe auf eine sofortige Rückkehr zu konstruktivem Dialog, so dass eine friedliche Lösung gefunden werden könne, sagte Ban laut Mitteilung der Vereinten Nationen am Montag in New York. Ban rief alle Beteiligten dazu auf, nicht zurückzukehren zu einem «tödlichen Konflikt, der den Menschen in der Türkei in der Vergangenheit schon so viel Leid zugefügt hat».

Vor dem Nato-Sondertreffen wächst die Kritik an Ankara. «Die Türkei sollte sich endlich für eine einheitliche Strategie entscheiden und nicht gleichzeitig den Islamischen Staat und dessen Gegner bekämpfen», sagte Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, der «Welt». Er forderte eine diplomatische Offensive von EU, USA und der Türkei im Nahen Osten, um die Kämpfe zu beenden. «Die Türkei war zuletzt Rückzugsort und Transferland von Kämpfern des Islamischen Staats», sagte Brok. Die türkische Regierung müsse erkennen, dass der IS ihr Hauptfeind sei.

Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Niels Annen, übte Kritik am Vorgehen der Türkei. «Die erste Priorität der türkischen Politik scheint darin zu bestehen, einen kurdischen Staat zu verhindern», sagte Annen der «Welt» (Dienstag). Die türkische Regierung bekämpfe «mit den Kurden die Kräfte, die den IS bisher am effektivsten zurückgedrängt haben. Sie kämpft gegen den IS - und gegen diejenigen, die den IS bekämpfen. Wo ist da die Strategie?», fragte Annen.

Die türkischen Luftschläge im Irak und in Syrien haben zunächst keinen Einfluss auf den Bundeswehr-Einsatz im Süden der Türkei. Die Aufgabe der deutschen «Patriot»-Raketenabwehrstaffeln dort sei es, die Region um die Stadt Kahramanmaras vor Angriffen aus Syrien zu schützen, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montagabend bei einem Besuch in Mali. «Diese Aufgabe bleibt bestehen.» Die Soldaten seien auch weit genug vom Zielort der Luftangriffe entfernt.

Di, 2015-07-28 06:00
Bergenhusen/Berlin (dpa)

Späte Rückkehr aus Winterquartier führt zu weniger Jungstörchen

In vielen Storchennestern tummelt sich in diesem Jahr deutlich weniger Nachwuchs als 2014. Weil sie so spät aus ihrem Winterquartier zurückkehrt sind, haben viele Störche gar nicht erst mit der Brut begonnen. Für andere war dieses Jahr arg trocken.

Bergenhusen/Berlin (dpa) - Bei Deutschlands Störchen herrscht in diesem Jahr Nachwuchsmangel. «Gerade in Ostdeutschland ist der Bruterfolg relativ schlecht», sagte Storchexperte Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) der Deutschen Presse-Agentur. Ein Grund sei die späte Heimkehr vieler ostdeutscher Störche aus ihrem Winterquartier wegen des schlechten Wetters unterwegs. «Viele sind erst im Mai zurückgekommen und haben dann gar nicht erst mit der Brut angefangen», sagte Thomsen.

Neben der späten Heimkehr habe auch die Trockenheit eine Rolle gespielt und das Nahrungsangebot verkleinert. In den westlichen Bundesländern seien die Störche zwar rechtzeitig eingetroffen, aber auch dort sei die Anzahl der Jungen wegen der Trockenheit niedriger als in anderen Jahren.

«Beim Bruterfolg werden wir ein unterdurchschnittliches Jahr haben», sagte Thomsen, der im Michael-Otto-Institut in Bergenhusen (Schleswig-Holstein) arbeitet. Genaue Zahlen müssten erst noch zusammengetragen werden. Anfang 2016 ließen sich dann konkretere Aussagen treffen, so Thomsen. Jahre mit wenig Nachwuchs seien nicht ungewöhnlich. Auch 2005 und 2009 seien wegen der späten Heimkehr relativ wenig Jungstörche zu Welt gekommen. «Das wird im Allgemeinen durch gute Jahre wieder ausgeglichen», erläuterte der Storchexperte.

Deutschlandweit gab es demnach 2014 etwa 6150 Storchenpaare, davon die meisten in Brandenburg (rund 1400). Um den Bestand stabil halten zu können, seien zwei Jungstörche pro Brutpaar nötig. «In den meisten Teilen Deutschlands erreichen sie das in diesem Jahr nicht», sagte der Biologe Thomsen. Möglich seien diese Zahlen höchstens in für Störche günstigen Gebieten in Ostdeutschland wie etwa der Elbtalaue und im Spreewald.

Störche ziehen auf zwei Routen von Deutschland Richtung Süden. Vögel aus westlichen Regionen bleiben zum Überwintern oft in Spanien und Portugal. Störche aus den östlichen Gebieten fliegen nach Afrika. Auf ihrem erheblich längeren Weg sind ostdeutsche Störche deutlich mehr Gefahren ausgesetzt. Wegen der besseren Überwinterungsbedingungen steigt der Bestand der Störche in Westdeutschland seit Jahren, im Osten ist er laut Thomsen rückläufig. «Die meisten Sorgen bereitet uns Mecklenburg-Vorpommern», so der Experte. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft werde dort der Lebensraum immer kleiner.

Geht doch!

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Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Di, 2015-07-28 05:30
Brüssel (dpa)

Wann wurden Artikel 4 und 5 des Nato-Vertrags genutzt?

Brüssel (dpa) - Artikel 4 sieht Beratungen der Nato-Staaten vor, wenn einer von ihnen die Unversehrtheit seines Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die eigene Sicherheit bedroht sieht. Seit Gründung der Nato 1949 kommt Artikel 4 nun zum fünften Mal zur Anwendung - wie so häufig auch diesmal wieder auf Verlangen der Türkei. Artikel 5 (gemeinsame Verteidigung) wurde hingegen nur ein einziges Mal genutzt. Ein Überblick:

- Am 12. September 2001, weniger als 24 Stunden nach den Terroranschlägen des Vortags in den Vereinigten Staaten, erklärte die Nato zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen möglichen Bündnisfall nach Artikel 5. Dieser verpflichtet alle Nato-Mitglieder zum Beistand für ein angegriffenes Partnerland. Die Nato teilte mit, die Anschläge würden entsprechend eingestuft, falls sich herausstelle, dass sie vom Ausland aus eingeleitet worden seien.

Am 2. Oktober erklärte die Nato dann die Voraussetzungen für erfüllt: Die Täter des 11. September seien Teil des weltweiten Terrornetzes Al Kaida gewesen. Damit stehe fest, dass sie von außerhalb der USA gesteuert worden seien. In der Folge unterstützte die Nato die USA mit Aufklärungsflugzeugen, die bis Mitte Mai 2002 im Luftraum über den USA patrouillierten. Nato-Schiffe kreuzten auf Terroristenjagd im Mittelmeer.

- Am 10. Februar 2003 verlangte die Türkei ein Treffen der Nato wegen der Auseinandersetzungen im Irak. Das Land pochte auf Beratungen für den Fall, dass die Kämpfe im Nachbarland zur Bedrohung für die Sicherheit seiner Bevölkerung oder seines Gebietes werden könnten. Die Nato reagierte mit einer Operation, die von Ende Februar bis Anfang Mai dauerte. Unter anderem patrouillierten Nato-Flugzeuge im türkischen Luftraum. Deutsche Soldaten waren Teil der Besatzung von AWACS-Aufklärungsflugzeugen.

- 2012 forderte die Türkei zwei Treffen der Nato-Botschafter nach Artikel 4. Auslöser war beide Male der Konflikt in Syrien. Am 22. Juni reagierte Ankara auf den Abschuss eines Kampfjets durch Syrien. Am 3. Oktober verlangte das Land ein Treffen nach der Tötung von fünf türkischen Zivilisten bei einem Granatenangriff aus Syrien. Als Folge stimmte die Nato der Stationierung von «Patriot»-Flugabwehrsystemen an der türkischen Grenze zu Syrien zu. Der Einsatz dort dauert an, auch deutsche Soldaten sind vor Ort.

- Am 3. März 2014 berief sich Polen auf Artikel 4 und beantragte ein Treffen wegen der gespannten Lage im Nachbarland Ukraine. Auslöser war der Militäreinsatz Russlands auf der Krim. Einen Tag nach den Nato-Botschaftern traf sich der Nato-Russland-Rat. Nach dessen Sitzung erklärte der damalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, das Bündnis wolle auf Distanz zu Russland gehen und seine Beziehungen zur Ukraine intensivieren.

- Am Sonntag (26. Juli) erklärte die Türkei, sie habe ein Treffen nach Artikel 4 verlangt. Vorausgegangen sind terroristische Angriffe in den vergangenen Tagen mit Dutzenden Toten und Gefechte mit IS-Kämpfern an der syrisch-türkischen Grenze. Die Türkei führte ihrerseits Luftschläge gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak durch.

Di, 2015-07-28 05:30
Brüssel (dpa)

Artikel 4 und 5 des Nato-Vertrages

Brüssel (dpa) - Die Artikel vier und fünf des Nato-Gründungsvertrages vom 4. April 1949 haben offizieller Übersetzung zufolge folgenden Wortlaut:

Artikel 4 Die Parteien werden einander konsultieren, wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist.

Artikel 5 Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.

Von jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegenmaßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen. Die Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten.»

Di, 2015-07-28 05:00
Bremen (dpa)

Grillen, wegwerfen, fertig - Einweggrills werden zur Umweltbelastung Von Irena Güttel, dpa

Im Sommer qualmen in vielen Parks die Einweggrills. Zurück bleiben oft Müllberge und unschöne Brandlöcher im Gras. Gehört das zur Grill-Kultur? Oder gehört das verboten?

Bremen (dpa) - Es riecht nach Grillanzünder und Bratwürstchen. Menschen sitzen am Bremer Osterdeich auf Picknick-Decken zusammen. Um sie herum steigen Rauchschwaden in die Luft. Fernando, der einen braun gebrannten Oberkörper zur kurzen Hose trägt, brutzelt auf einem Einweggrill Spieße und Gemüse. Mit einer Gabel holt er einen Champignon vom Rost, pustet kurz und schiebt ihn dann in den Mund. «Sehr gut, nichts verbrannt.»

Fernando kommt häufig zum Grillen ans Weser-Ufer in der Innenstadt - immer mit Einweggrill, weil er das viel praktischer findet. «Alles ist vorbereitet. Man braucht nur Feuer, fertig», sagt der 33-Jährige. Den Grill bekommt er beim Supermarkt um die Ecke und das Fleisch gleich fertig abgepackt dazu. Außer einer Gabel hat Fernando nichts dabei. Übrig bleiben leere Plastikverpackungen, die er nur noch zum Abfall bringen muss. Doch manchem Grillfan ist selbst das zu lästig.

Das Ergebnis lässt sich nach lauen Sommerabenden in vielen Städten beobachten: Die Wiesen sind übersät mit Plastikmüll. Wo Einweggrills standen, sind Gras und Holzbänke verbrannt. «Das ist eine bodenlose Frechheit. So geht man nicht mit Städten um», entzürnt sich der Berliner Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Er ist für den Mauerpark zuständig, in dem sich bei gutem Wetter Hipster, Familien und Touristen tummeln. 60 000 Euro gibt der Bezirk Pankow im Jahr allein für die Wochenend-Reinigung aus.

Auch in Bremen ist die Stadtreinigung oft Stunden damit beschäftigt, alle Grill- und Müllreste am Osterdeich aufzusammeln. «Liegen bleiben fast ausschließlich Einweggrills und die dazugehörigen Utensilien», hat Silke Küker von der Leitstelle «Saubere Stadt» beim Umweltsenator beobachtet. Wer seinen eigenen Grill mitbringt, räumt seinen Abfall dagegen eher weg. Der Zusammenhang kann natürlich Zufall sein. Fest steht aber: Für die Umwelt sind Einweggrills nicht nur wegen des vielen Mülls ein Problem. Ihre Produktion verschlingt auch viel Energie, bei einmaliger Verwendung ist die Klimabilanz verheerend.

Auch aus kulinarischer Sicht würde Grill-Profi Ebbo Christ die Einmal-Geräte nicht anrühren. «Ein hochwertiges Barbecue ist darauf nicht möglich», sagt der Geschäftsführer der German Barbecue Association. Die Grills gehen schlecht an und brennen ungleichmäßig ab. Würstchen und Gemüse bekommen schnell angeschmorte Stellen, weil der Rost kaum Abstand zur Kohle hat. Verbraucherschützer sehen darin auch ein Gesundheitsrisiko. «Dadurch kann mehr Fett in die Kohle tropfen und mehr krebserregender Rauch entstehen», sagt Regina Aschmann von der Bremer Verbraucherzentrale.

Doch wie wollen die Städte das Einweggrill-Problem in den Griff bekommen? Jedenfalls nicht mit Verboten. «Grillen ist ein Stück Kultur», sagt der Sprecher des Bremer Umweltsenators, Jens Tittmann. Er hat deshalb auch Verständnis für Menschen, die keinen Grill auf dem Fahrrad oder in der Straßenbahn mit sich rumschleppen wollen. Am Osterdeich will die Stadt jetzt noch mehr Mülltonnen aufstellen und hofft auf die Einsicht der Grillfans. Auf die setzt auch der Bezirk Pankow: Im Berliner Mauerpark soll es ab kommenden Sommer gemauerte Grillstellen geben. Einweggrills braucht man dann nicht mehr mitzubringen.

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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