Di, 2015-03-31 19:51
Lausanne (dpa)

Nachspielzeit für Atomgespräche mit dem Iran?

Zwölf Jahre dauert der Atomstreit mit dem Iran bereits. Im Kern geht es um die Frage, wie der Iran trotz eines zivilen Atomprogramms an der Erlangung von Atomwaffen gehindert werden kann. Am vorerst letzten Tag der Gespräche wurde eine erneute Verlängerung erwogen.

Lausanne (dpa) - Kurz vor Ablauf der selbst gesetzten Verhandlungsfrist haben sich die USA eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran weiter offen gehalten. Die Gespräche im schweizerischen Lausanne könnten auch am Mittwoch fortgesetzt werden, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest am Dienstag. «Wenn wir nahe der Ziellinie vorankommen, sollten wir weitermachen.»

Zuvor hatte es von deutscher Seite heißen, die Gespräche am Genfer See befänden sich in einer kritischen und schwierigen Phase. Bis Mitternacht wollten die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland und der Iran eine Grundsatzeinigung in dem zwölf Jahre währenden Streit erzielen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Anfang Juli angepeilt.

Im Kern des Konflikts geht es um die Frage, wie sicher gestellt werden kann, dass der Iran nicht unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atombomben entwickelt. Der Westen fordert verlässliche Garantien und Kontrollen. Teheran will die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Eine Einigung würde den Iran aus der internationalen Isolation befreien und könnte unter anderem das Verhältnis zwischen den USA und der Islamischen Republik entspannen. Auch die deutsche Wirtschaft erhofft sich Vorteile.

Strittig war zuletzt vor allem, wie der Iran nach einer mehrjährigen Phase, in der höherwertige Atomforschung untersagt sei, weiter verfahren dürfe. Teheran will nach Ablauf einer solchen Frist sein Atomprogramm wieder uneingeschränkt betreiben dürfen. Der Westen fordert auch danach Restriktionen. Zudem ging es um den Zeitrahmen für die Aufhebung von UN-Sanktionen, die den Transfer von Atomtechnologie in den Iran verbieten und die Frage, wie Sanktionen schnell wieder greifen könnten, falls der Iran gegen Vereinbarungen verstößt.

Wegen der laufenden Verhandlungen fanden die deutsch-französischen Regierungskonsultationen am Dienstag in Berlin ohne die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Laurent Fabius statt. Ihre Anwesenheit in Lausanne sei notwendig, hieß es zur Begründung.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow traf am Dienstag ebenfalls wieder in Lausanne ein. Er war am Vortag zurück nach Moskau gereist. Die Chancen auf eine Einigung bezeichnete Lawrow als «groß». «Entscheidend ist, dass keiner der Teilnehmer überhöhte Forderungen stellt - das Gleichgewicht muss gewahrt sein», sagte der Außenminister der Agentur Interfax zufolge. Aus Delegationskreisen hieß es zudem, die selbst gesetzte Frist solle vor allem den Entscheidungsdruck auf die Beteiligten erhöhen.

Di, 2015-03-31 19:31
Berlin (dpa)

Orkantief fegt über Deutschland - Mehrere Tote und Grafik

Orkan «Niklas» tobt quer über die Republik. Drei Männer sterben in Deutschland, einer in Österreich. Der Münchner Hauptbahnhof wird geschlossen. Vielerorts krachen Bäume auf die Schienen und legen den Bahnverkehr lahm.

Berlin (dpa) - Ausnahmezustand an Bahnhöfen, Orkan-Chaos auf den Straßen und mehrere Tote: Mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern ist Orkantief «Niklas» quer über Deutschland gefegt. In Rheinland-Pfalz starben am Dienstag zwei Männer, als ein Baum auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei krachte. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann von einer Mauer erschlagen. Auch in Österreich gab es einen Unwettertoten.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stand der Nahverkehr vorübergehend still. In Bayern fuhren keine Fernzüge mehr. Der Münchner Hauptbahnhof musste geschlossen werden. «Niklas» sollte in der Nacht über den Nordosten abziehen.

Bundesweit waren Polizisten und Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Häuser wurden beschädigt, der Wind riss Stromleitungen herunter. Mehrere Menschen wurden verletzt. Probleme meldete Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main. Bereits seit dem Morgen kam es zu Verspätungen, am frühen Abend sprach der Betreiber Fraport von 170 ausgefallenen Starts und Landungen.

Auf der Schiene ging vielerorts gar nichts mehr. «Der Orkan Niklas hat die Bahn mit voller Wucht getroffen», sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stand der Nahverkehr still. In Deutschlands größtem Bundesland Bayern wurde der Fernverkehr am Nachmittag komplett eingestellt.

Bei den Regionalbahnen waren einzelne Strecken gesperrt. Der Münchner Hauptbahnhof wurde geräumt, weil Dachfenster herabzustürzen drohten. Die Bahn versprach, sich um Fahrgäste zu kümmern, sollten diese an Bahnhöfen stranden. «Wir versuchen auch Übernachtungsmöglichkeiten bereitzustellen, für diejenigen, die gar nicht mehr wegkommen», sagte Strauß.

Das erste Todesopfer wurde am Nachmittag in Sachsen-Anhalt gemeldet. Ein Hausbesitzer aus Groß Santersleben wurde vor seiner Haustür unter einer umstürzenden Betonmauer begraben, wie ein Polizeisprecher sagte. Ersten Zeugenaussagen zufolge hatte der Mann bemerkt, dass die Mauer wegen des Sturms zu schwanken begann. Daraufhin soll er versucht haben, sich gegen die Mauer zu stemmen, die jedoch einstürzte. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

In der Nähe von Montabaur im Westerwald stürzte ein Baum stürzte auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei Bad Ems, die beiden 21 und 23 Jahre alten Insassen wurden tot geborgen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte: «Dieses Unglück macht uns sehr betroffen.»

Im österreichischen Mauthausen starb ein Mann, der während des Sturms seine Terrassenüberdachung sichern wollte. Dabei stürzte er von der Leiter und zog sich tödliche Kopfverletzungen zu, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Bei Hagen in Nordrhein-Westfalen riss der Sturm ein Baugerüst von der Lennetalbrücke (A45) ab. Zwei Arbeiter, die in 20 Metern Höhe mit Schweißarbeiten beschäftigt waren, fielen in die Tiefe und verletzten sich schwer. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sagte: «Kaum ist der eine Baum aufgeräumt, stürzt der nächste um.»

Im Bahnhofsviertel von Frankfurt am Main stürzte ein 15 Meter hohes Baugerüst auf vier parkende Autos, verletzt wurde aber niemand. In der Nähe von Osnabrück (Niedersachsen) stürzten mehrere Bäume auf einen Zug und einen Intercity mit etwa 350 Menschen an Bord. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Die Hamburger Feuerwehr meldete 500 Einsätze.

Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am heftigsten tobte «Niklas» auf Deutschlands höchstem Berg, der für die Öffentlichkeit gesperrten Zugspitze (2962 Meter) in den Alpen, mit Böen von 192 Stundenkilometern. Der Spitzenwert im Tiefland wurde laut DWD bis zum frühen Abend mit 140 Stundenkilometern erreicht. Auch am Mittwoch werde es windig bis stürmig - «das Gröbste ist dann aber vorbei», sagte DWD-Sprecher Kirchhübel.

«Leider haben sich die Extremwetterbedingungen in den letzten Jahren gehäuft», sagte Bahn-Sprecher Strauß. Das bringe die Pünktlichkeit erheblich durcheinander. «Wichtig ist, dass wir zum Osterreiseverkehr ab Donnerstag wieder alles in Schuss haben.»

Laut DWD wird das Osterfest in diesem Jahr ungemütlich nass-kalt, aber zumindest ist der Sturm dann wohl kein Thema mehr. Nach dem Abzug von «Niklas» erreicht Polarluft aus dem Norden Deutschland. Also Ostereiersuchen im Schnee? Soweit wollte Sprecher Kirchhübel nicht gehen. Allerdings werde das Wetter am Sonntag und Montag bei 2 bis höchstens 13 Grad und häufigen Schauern nicht gerade nach draußen locken.

Di, 2015-03-31 19:27
Leipzig (dpa)

Bundesgericht entscheidet über Tiefflüge in Sachsen-Anhalt

Leipzig (dpa) - Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt am Mittwoch (10.00) zum zweiten Mal über Tiefflüge der Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg. Dabei geht es um die Frage, ob die Tornado-Übungsflüge ein Vogelschutzgebiet unzulässig beeinträchtigen und ob Naturschützer vor Durchführung der Flüge angehört werden müssen. Geklagt hat der Naturschutzbund (Nabu) Sachsen-Anhalt. Der Streit schwelt schon seit 2008. Nun soll das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheiden, welche Beteiligungsrechte dem Naturschutzbund zustehen. (Az.: BVerwG 4 C 6.14)

Di, 2015-03-31 19:22
Brüssel (dpa)

EU-Staaten stimmen neuer Milliardenhilfe für Ukraine zu )

Brüssel (dpa) - Die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine kann auf weitere EU-Finanzhilfen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro hoffen. Die EU-Staaten stimmten am Dienstag einem entsprechenden Vorschlag von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker endgültig zu. Die Auszahlung des Milliardenkredits soll allerdings unter anderem von Reformzusagen der Regierung in Kiew abhängig gemacht werden. Das EU-Parlament hatte das neue Hilfspaket bereits am vergangenen Mittwoch gebilligt.

Die Ukraine stand wegen des monatelangen Bürgerkriegs zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten des Landes zuletzt am Rande eines Staatsbankrottes. Die Aufständischen haben im Osten weiterhin wichtige Industriestandorte unter ihrer Kontrolle.

Das frische EU-Geld soll aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU kommen und in Form mittelfristiger Darlehen fließen. Sie sollen eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben und in drei Tranchen ausgezahlt werden.

Die EU hatte der Ukraine bereits 2010 und 2014 sogenannte Makrofinanzhilfen in Höhe von insgesamt 1,61 Milliarden Euro bewilligt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) brachte für die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik jüngst ein mehrjähriges Kreditprogramm über 17,5 Milliarden US-Dollar auf den Weg.

Di, 2015-03-31 19:19
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Schwerster Stromausfall seit Jahren in der Türkei

In weiten Teilen der Türkei fällt der Strom aus, in Istanbul und Ankara bleiben U-Bahnen stecken. Die Ursache ist unbekannt - der Energieminister schließt einen Cyber-Angriff nicht aus.

Istanbul (dpa) - Der schwerste Stromausfall in der Türkei seit Jahren hat die größten Städte und zahlreiche Provinzen des Landes über Stunden hinweg lahmgelegt. In der Wirtschaftsmetropole Istanbul, der Hauptstadt Ankara und der Küstenmetropole Izmir fiel am Dienstagvormittag der Strom aus. In Istanbul und Ankara stoppten die U-Bahnen. Energieminister Taner Yildiz sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA: «Ich kann derzeit nicht sagen, ob es ein Cyber-Angriff ist oder nicht.» Die Ursache werde untersucht.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu schloss auch einen Terroranschlag nicht aus. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte er laut DHA. Er vermute aber ein technisches Problem in den Stromnetzen. Die Regierung richtete ein Krisenzentrum ein.

Nach Berichten des Nachrichtensenders CNN Türk waren 30 der 81 türkischen Provinzen betroffen, darunter solche im Westen, Norden, Süden und Osten des Landes. Im Zentrum Istanbuls, der größten Stadt des Landes, kam der Strom nach sechs Stunden zurück. In Teilen der Innenstadt fiel er allerdings nur rund eine Stunde später erneut vorübergehend aus. Häuser in Vierteln auf der asiatischen wie der europäischen Seite der Millionenmetropole blieben zeitweise dunkel.

In den U-Bahnen in Istanbul wurden Passagiere nach Beginn des Stromausfalls Angaben des Sicherheitspersonals zufolge zu den nächsten Bahnhöfen geleitet. DHA meldete, am westtürkischen Industriestandort Kocaeli hätten Fabriken den Betrieb wegen des Stromausfalls vorübergehend einstellen müssen. Unter anderem sei die Produktion von Autos und Chemikalien behindert worden.

Für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP kommt der massive Stromausfall zur Unzeit: In gut zwei Monaten wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt.

Di, 2015-03-31 19:14
Washington (dpa)

USA: Atomgespräche könnten Mittwoch fortgesetzt werden )

Washington (dpa) - Kurz vor Ablauf der selbst gesetzten Verhandlungsfrist halten sich die USA eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran weiter offen. Die Gespräche im schweizerischen Lausanne könnten auch am Mittwoch fortgesetzt werden, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest am Dienstag. «Wenn wir nahe der Ziellinie vorankommen, sollten wir weitermachen», sagte Earnest. Zuvor hatte bereits Außenamtssprecherin Marie Harf die Tür für eine Verlängerung der Gespräche ohne Rahmenabkommen in Aussicht gestellt.

Die Frist läuft am Dienstag um Mitternacht ab. Bis dahin wollen die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland mit dem Iran eine Grundsatzeinigung im Streit um das umstrittene iranische Atomprogramm erzielen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Anfang Juli angepeilt.

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Di, 2015-03-31 19:12
Vilnius (dpa)

Litauen: Russlands Aggression unterstreicht Bedeutung der Nato

Vilnius (dpa) - Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat die Bedeutung der Nato für sein Land angesichts des Konflikts in der Ukraine hervorgehoben.  «Die anhaltende russische Aggression in der Ostukraine bekräftigt die Bedeutung unserer Mitgliedschaft in der Nato», sagte er am Dienstag in der Luftwaffenbasis in Siauliai. Dort überwachen Einheiten aus Bündnisstaaten im Rahmen des «Nato Air Policing Baltikum» den Luftraum über dem Baltikum. Die Nato hatte im Zuge der Ukraine-Krise diese Überwachung ausgeweitet. Die drei baltischen Staaten haben keine eigene Luftverteidigung. Auch Kampfjets der Bundeswehr kamen wiederholt zum Einsatz.

Di, 2015-03-31 19:00
Stuttgart (dpa)

Türkische Gemeinde fordert lückenlose Aufklärung von NSU-Umtrieben

Stuttgart (dpa) - Die Türkische Gemeinde in Deutschland will mit einer Mahnwache auf die aus ihrer Sicht schlampigen Ermittlungen im NSU-Komplex aufmerksam machen. Vor dem Stuttgarter Innenministerium will eine Gruppe um den Bundesvorsitzenden der Organisation, Gökay Sofuoglu, am Mittwoch (10.00 Uhr) auf Aufklärung «merkwürdiger Zufälle» dringen. Die Gemeinde spielt damit auf den überraschenden Tod einer Zeugin vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags sowie auf den Feuertod ihres ehemaligen Freundes Florian H. an. Im ausgebrannten Fahrzeug von Florian H. waren wichtige Beweismittel übersehen worden.

Der frühere Neonazi Florian H. soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hatte. Der Mord wird dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) zugerechnet. Der NSU soll außerdem neun weitere Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern verübt haben.

Di, 2015-03-31 19:00
Berlin (dpa)

Kabinett will Fracking-Paket beschließen

Berlin (dpa) - Nach langer Debatte will die Bundesregierung am Mittwoch (09.30 Uhr) einen Gesetzentwurf für das umstrittene Gas-Fracking in tiefen Gesteinsschichten beschließen. Das Kabinett will ein Verbot verfügen für sensible Regionen wie Wasserschutz- und Trinkwasserversorgungsgebiete. Bisher gibt es keine gesetzliche Regelung, weshalb Handlungsbedarf besteht. Ein erster Anlauf war 2013 gescheitert, weil Vorschläge der damaligen Bundesregierung aus Sicht einiger Unions-Abgeordneter keinen ausreichenden Wasserschutz boten.

Beim unkonventionellen Fracking wird mit Sand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefer- und Kohleflözgestein gepresst. Dadurch wird das Gestein aufgebrochen, so dass aus feinen Rissen das Gas entweichen kann. Unternehmen sehen wegen signifikanter Schiefergasvorkommen hier lukrative Chancen. Zunächst soll es aber nur wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen geben, später kann aber eine Expertenkommission eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für kommerzielle Projekte aussprechen.

Das seit über 50 Jahren in Deutschland praktizierte konventionelle Fracking, bei dem Gas aus sehr tief liegenden Hohlräumen gefördert wird, will die Bundesregierung unter strengen Umweltauflagen weiter erlauben. Grüne, Linke und Umweltschützer warnen vor der Gefahr eines «Fracking-Ermöglichungsgesetzes».

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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Di, 2015-03-31 19:00
Rostock (dpa)

Eisbär Lars geht auf Reisen - Knuts Papa in Aalborg erwartet

Rostock (dpa) - Einen Tag nach der Taufe von Eisbärnachwuchs Fiete heißt es am Mittwoch im Rostocker Zoo Abschiednehmen von Papa Lars. Der etwa 320 Kilogramm schwere Bär, der auch Vater des berühmten Berliner Eisbären Knut ist, wird in Aalborg (Dänemark) erwartet. Für den Transport in einer großen Transportkiste wird er nach einer Untersuchung durch einen Amtsveterinär kurzzeitig narkotisiert. Der Umzug im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramm ist auch notwendig, da die Rostocker Bärenburg zu klein ist für gleich vier der weltgrößten Landraubtiere. Umziehen kennt Lars schon: Er wurde im Dezember 1993 in München geboren, war dann von 1999 an zehn Jahr lang in Berlin, bevor er über Wuppertal nach Rostock kam.

Di, 2015-03-31 18:58
Moskau (dpa)

Putin stellt Ukraine Gas-Rabatt bis 1. Juli in Aussicht

Moskau (dpa) - Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin der Führung in Kiew ermäßigte Gaspreise für die kommenden drei Monate in Aussicht gestellt. Da der Marktwert für Gas vom Ölpreis abhänge und dieser derzeit sehr unbeständig sei, erhalte die Ukraine bis zum 1. Juli einen Vorzugstarif, sagte Putin russischen Agenturen zufolge bei einem Treffen mit Regierungschef Dmitri Medwedew am Dienstag in Moskau. Der Rabatt könnte gewährt werden, wenn die Ukraine ihre vertraglichen Vereinbarungen einhalte.

Die Staatsagentur Tass berichtete von einer möglichen Ermäßigung von 100 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. Der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin kündigte an, mit dem Rabatt werde Kiew weniger als 250 Dollar (etwa 230 Euro) je 1000 Kubikmeter zahlen.

Wegen hoher Schulden durch offene Gasrechnungen liegen Russland und die Ukraine seit Monaten im Zwist. Die für den Winter ausgehandelten Lieferbedingungen laufen offiziell zum 1. April aus. Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz habe sich an den russischen Monopolisten Gazprom mit der Bitte um Ermäßigungen gewandt, sagte Putin.

Für den 13. und 14. April sind neue Gasgespräche unter Vermittlung der EU in Berlin geplant. Angestrebt ist nach EU-Angaben eine Vereinbarung, die bis Ende 2016 gelten soll.

Di, 2015-03-31 18:56
Abuja (dpa)

Ex-Militärdiktator Buhari bei Wahl in Nigeria auf Siegeskurs

In Nigeria zeichnet sich bei der Präsidentenwahl ein Sieg des muslimischen Oppositionskandidaten ab. Der frühere Militärdiktator Buhari liegt in der Stimmauszählung deutlich vor dem Amtsinhaber.

Abuja (dpa) - Bei der Präsidentenwahl in Nigeria liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari bei der Stimmauszählung deutlich in Führung. Ein Wahlsieg schien am Dienstag zum Greifen nahe. Der 72-jährige frühere Militärdiktator gewann bisher 19 der 36 Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika. Amtsinhaber Goodluck Jonathan (57) konnte sich nur 14 Staaten und die Hauptstadt Abuja sichern, wie die Wahlkommission am Dienstag mitteilte. Buhari baute seinen Vorsprung den Teilergebnissen zufolge auf rund 2,5 Millionen Stimmen aus. Er kam auf rund 14,2 Millionen Stimmen, Jonathan auf etwa 11,7 Millionen.

Buhari regierte Nigeria von Ende 1983 für knapp zwei Jahre als Militärdiktator. Er setzte die Verfassung außer Kraft und beschnitt Freiheitsrechte. Seine Regierung konnte die damals bestehenden wirtschaftlichen Probleme jedoch nicht lösen und wurde ihrerseits weggeputscht. Buhari musste drei Jahre ins Gefängnis, hatte danach aber rasch wieder eine Spitzenposition unter einer Militärregierung inne. Buhari beschreibt sich selbst als inzwischen überzeugter Demokrat. Seit 2003 trat er bereits drei mal bei Präsidentschaftswahlen an.

Die Ergebnisse aus den verbliebenen drei Bundesstaaten wurden noch am Dienstag erwartet. Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren am Samstag in dem ölreichen westafrikanischen Land zur Abstimmung aufgerufen. Um die Präsidentenwahl zu gewinnen, muss ein Kandidat neben einer absoluten Stimmenmehrheit auch mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der 36 Bundesstaaten des Landes gewinnen.

Nigerianer wählen meist nach ethnischer Abstammung und Religionszugehörigkeit. Ungefähr die Hälfte der 178 Millionen Nigerianer sind Muslime und etwa 45 Prozent sind Christen, hauptsächlich im Süden des Landes. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass auch viele von Jonathans Amtsführung enttäuschte Christen für Buhari gestimmt haben könnten. Der Amtsinhaber versprach den Wählern Kontinuität, Buhari warb mit der Bekämpfung der grassierenden Korruption und einem Sieg über den islamischen Terrorismus im Land.

Aus Angst vor gewaltsamen Ausschreitungen nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse waren die Sicherheitskräfte im ganzen Land in erhöhter Alarmbereitschaft. Im südlichen Bundesstaat Rivers wurde vorsorglich für unbestimmte Zeit eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Bei der letzten Wahl 2011 kamen bei Zusammenstößen von Anhängern der großen Blöcke Schätzungen zufolge rund 1000 Menschen ums Leben.

Die Wahl war ursprünglich bereits für den 14. Februar angesetzt, wurde aber wegen des Terrorfeldzugs von Boko Haram im Nordosten des Landes verschoben. Auch am Wahltag kamen bei Anschlägen etwa 30 Menschen ums Leben. Seit 2009 töteten die sunnitischen Extremisten mindestens 14 000 Menschen.

Nigeria ist der größte Ölexporteur des Kontinents und auch die größte Volkswirtschaft. Die Mehrheit der Nigerianer lebt jedoch immer noch in großer Armut.

Di, 2015-03-31 18:45
Teheran (dpa)

Iran: Befreiung Tikrits Wendepunkt im Kampf gegen IS

Teheran (dpa) - Der Iran hat die Befreiung der strategisch wichtigen Stadt Tikrit im Irak von der Herrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als einen Wendepunkt im Kampf gegen den IS bezeichnet. «Das ist auch ein Indikator dafür, dass demnächst auch die anderen Teile des Iraks von Terrorismus gesäubert werden», erklärte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Dienstag in einer Mitteilung.

Offiziell ist der Iran nur als Berater der irakischen Armee im Kampf gegen den IS tätig. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass iranische Revolutionsgarden direkt in den Kämpfen verwickelt sind.

Di, 2015-03-31 18:33
München/Düsseldorf (dpa)

«Niklas» trifft Bahnfahrer hart: «Suchen Sie sich eine Unterkunft!» Von Sabine Dobel, Julia Naue und David Fischer, dpa

Sie kommen irgendwo an - und nicht mehr weg: Für viele Reisende endet die Zugfahrt an einem Bahnhof fernab vom eigentlichen Ziel. Der Grund: «Niklas», das Sturmtief. Besonders hart trifft es die Pendler.

München/Düsseldorf (dpa) - «Bitte suchen Sie sich für den heutigen Tag eine Unterkunft!» Ungläubige Gesichter nach dieser Durchsage am Münchner Hauptbahnhof für Fahrgäste aus der Umgebung. Der Hauptbahnhof der Landeshauptstadt ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Das Orkantief «Niklas» hat den Bahnverkehr in Bayern weitgehend lahmgelegt.

Die Bahnhofshaupthalle ist geräumt. Laut Bundespolizei brachte das Unwetter im Bereich der Gleise eine Glasscheibe zum Bersten, Splitter fielen auf die Gleise. Niemand wurde verletzt. Aber aus Sicherheitsgründen wurde die Gleishalle evakuiert.

Rollgitter versperren nun den Zugang, Menschen drängen sich mit Koffern, Kinderwagen, Rucksäcken, Snowboards. Manche bleiben ruhig, andere sind am Rande ihrer Belastbarkeit. «Mama, es geht nix mehr», ruft eine Frau in ihr Handy. Andere tippen eifrig Nachrichten, suchen im Internet nach Informationen. Doch der Fernverkehr der Deutschen Bahn von und nach Bayern ist seit dem Nachmittag komplett eingestellt.

«Wir versuchen es per Taxi», sagt ein Mann in sein Mobiltelefon. Doch Taxis sind kaum zu bekommen. Der Wind peitscht den Regen über die Straße vor dem Bahnhof - der Taxistand ist leer.

«Ich weiß nicht, wie ich heimkomm. Ich überlege, ob ich ins Büro zurückgehe und auf dem Schreibtisch schlafe», sagt Karin Hefele, sie arbeitet bei einer Bausparkasse. «Seit 27 Jahren fahre ich nach München - aber sowas habe ich noch nicht erlebt.»

Rund um den Bahnhof hat ein Ansturm auf die Hotels begonnen. «Ausgebucht», heißt es an den Rezeptionen. Die Leute hätten das Hotel regelrecht gestürmt, berichtet ein Mitarbeiter. Manche, die kein Zimmer mehr bekamen, sitzen nun ratlos wartend auf den Eingangsstufen - immerhin unter einem Dach.

«100 Minuten Verspätung» steht auf der Anzeigetafel am Düsseldorfer Hauptbahnhof neben der Abfahrtszeit. Wer auf diesen Zug setzt, hat noch Glück. Denn neben den meisten Zügen steht der Hinweis «Zug fällt aus». Reisende schauen immer wieder abwechselnd auf die Anzeige in der Eingangshalle und auf ihr Mobiltelefon - als könne ihnen das Gerät jetzt helfen. Dann schallt eine eilige Durchsage durch die Halle: «Auf Gleis 10 fährt in wenigen Minuten ein ICE nach Frankfurt ein.» Die Masse setzt sich in Bewegung.

Sturmtief «Niklas» hat auch Zehntausenden Pendlern in Nordrhein-Westfalen den Feierabend vermasselt. Es zog über das Land hinweg, beschädigte Gleise und Oberleitungen, brachte die Fahrpläne der Bahn durcheinander und die Hotline zum Glühen. Schließlich kapitulierte die Deutsche Bahn und stellte den Nahverkehr in dem Pendlerland für den kompletten Tag ein. Glück hatten nur Fahrgäste einzelner Fernverbindungen und Reisende in den privat betriebenen Zügen. Die anderen konnten nur mit Taxis, Mietwagen, Taxis oder Bussen an ihr Ziel gelangen.

Etwa 1,3 Millionen Reisende nutzen in NRW täglich die Busse und Bahnen der Deutschen Bahn. «Zum Glück fährt mein Zug», freut sich ein Berufspendler. Der 50-Jährige arbeitet in Düsseldorf und muss nach Viersen am Niederrhein. 30 Minuten Verspätung hat seine Bahn. «Ja, das ist ja fast normal.»

Gelassen gibt sich eine 57-jährige Frau am Kölner Hauptbahnhof. Dem Unwetter begegnet sie mit Sarkasmus: «Ich habe ein NRW-SchönerTagTicket gebucht, es sollte eigentlich ein schöner Tag werden», sagt sie und nippt an ihrer Tasse. Ihre Fahrt nach Gütersloh falle nun wohl ins Wasser. «Immerhin habe ich kein Geschäftstermin. Nur der tibetische Masseur, der geht uns jetzt durch die Lappen.» Ihre 56 Jahre alte Begleiterin entscheidet: Die beiden Frauen aus Köln kehren um, zurück nach Hause.

Vor dem Infoschalter schiebt sich die lange Warteschlange nur langsam voran: Koffer-Kolonnen, Smartphone-Tipper, Telefonierer mit sorgenvollem Blick. Ganz hinten, direkt vor den Eingangstüren, fragen sich drei Teenager-Mädchen: «Ist das das Ende der Schlange?» Andere drehen frustriert ab. Zwei junge Männer wollen nicht selbst für die Kosten einer Extrafahrt aufkommen: «Alter, ich habe keinen Bock in Vorleistung zu gehen.»

Einige Bahn-Mitarbeiter haben sich in der Wartehalle am Kölner Hauptbahnhof kurzerhand zur menschlichen Informationssäule umfunktioniert. Ein Mann diskutiert hitzig mit einem Schaffner. An einer anderen Stelle steht eine 20-Jährige mit roter DB-Umhängetasche um die Schultern, Stift, Block, Tablet-Computer. Sichtlich bemüht jongliert sie die Anfragen, auf Deutsch, auf Englisch. Frage um Frage, und sie kann doch nur das eine sagen: «Es fährt nichts, komplett nichts».

Zum Feierabend hin leises Aufatmen in der Domstadt - wenigstens bei den Reisenden auf den Fernverbindungen.

Di, 2015-03-31 18:28
Santiago de Chile (dpa)

Der Norden Chiles liegt unter Schlamm begraben Von Juan Garff, dpa

Die Flutwelle überschwemmt Ortschaften auf mehrere Hundert Kilometer Breite. Die Opferzahl steigt von Tag zu Tag an. Bei den von den Naturgewalten betroffenen Menschen wächst der Unmut.

Santiago de Chile (dpa) - Im Süden Chiles brennen die Wälder bei einer außergewöhnlichen Dürre. Der Vulkan Villarrica brodelt. Im wüstenähnlichen Norden stürzen die schwersten Regenfälle seit 80 Jahren vom Himmel. Sonst fast trockene Flussbetten werden überflutet. Schlamm und Geröll wälzen sich bergab von den Anden zum Pazifik. Sie lassen schlammbedeckte Ortschaften und Landstraßen in den Regionen Antofagasta, Atacama und Coquimbo zurück.

Eine Woche nach Beginn der Katastrophe steht die Opferzahl noch nicht fest. 18 Leichen wurden bislang geborgen. Der Katastrophenschutz Onemi zählte am Dienstag 49 Vermisste, aber die Feuerwehr gab am Vortag allein in der Hafenstadt Chañaral 91 Menschen als vermisst an. «Bei 17 gleichzeitigen Sturzfluten und ohne direkten Zugang kann es täglich neue Vermisste und Tote geben», gab der stellvertretende Innenminister Mahmud Aleuy nüchtern zu.

Auch galten zeitweise mehrere der Kumpel als vermisst, die bereits im Jahr 2010 in derselben Region 69 Tage unter Erde ausharrten, bis sie aus ihrer verschütteten Mine gerettet werden konnten. Am Dienstag wurden sie geortet. Sie hatten wieder einmal eine Katastrophe überlebt. Vier der geretteten Bergleute haben aber ihre Wohnung verloren. «Der Schlamm steht bis zum Dach», sagte einer von ihnen, Esteban Rojas, dem Sender Radio Cooperativa. Die Ortschaft Paipote, in der Nähe von Copiapó, sei fast vollkommen zerstört worden.

Viele wollen jedoch nicht die Wohnungen verlassen, weil sie fürchten, dass sie dann geplündert werden könnten. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und das Militär zur Bewachung eingesetzt. Mehrere Dutzend Menschen wurden festgenommen.

Der Unmut ist groß. Ein Mann steht auf dem Blechdach seiner überschwemmten Wohnung in Copiapó und will die Helfer abwehren: Er droht, sich in Brand zu setzten. In einer Hand hält er einen Benzinkanister, mit der anderen bewirft er die Polizisten. Seine Frau umarmt neben ihm verzweifelt ihr zweijähriges Kind. Die Polizisten richten einen Wasserstrahl gegen den Mann, bis sie ihn überwältigen können. Dann stürzt das Dach ein, die Frau bricht sich ein Bein. Sie erklärt vor Fernsehkameras die Wut ihres Mannes: Sie seien von einer Notunterkunft abgewiesen worden.

Staatschefin Michelle Bachelet ist gleich am ersten Tag in das Katastrophengebiet geeilt, um vor Ort die Hilfeleistung zu überwachen. Nach zwei Korruptionsskandalen befindet sich ihre bis vor kurzem hohe Beliebtheit auf einem Tiefpunkt. Sie muss also Entscheidungswillen und Präsenz aufweisen. Vor allem weil die späte Tsunami-Warnung bei dem Erdbeben 2010 kurz vor Ende ihrer ersten Amtsperiode noch im kollektiven Gedächtnis ist. Dennoch klagten mehrere Bürgermeister, sie seien trotz Regenansage vonseiten des Wetterdienstes nicht vor Flutwellen vorgewarnt worden.

Der Wiederaufbau wird schätzungsweise mehr als die 1,2 Milliarden Dollar (rund 1,106 Milliarden Euro) kosten, die vor einem Jahr nach dem Erdbeben in Iquique und dem kurz darauffolgenden Großbrand in Valparaíso aufgebracht werden mussten, berichtete am Dienstag die Wirtschaftszeitung «Diario Financiero» unter Berufung auf Regierungsquellen. Grund ist das Ausmaß der betroffenen Fläche mit einer Breite von fast 700 Kilometern und vielen zerstörten Wohnungen und Straßen. Ortschaften wie Copiapó, mit 160 000 Einwohnern, werden ihren Stadtplan umdenken müssen, um eine weitere Zerstörung bei neuen Flutwellen möglichst zu verhindern.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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