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Do, 2016-05-26 19:00
Tallinn (dpa)

Steinmeier beendet Baltikum-Reise in Estland

Tallinn (dpa) - Zum Abschluss einer zweitägigen Reise durchs Baltikum ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag zu Besuch in Estland. In der Hauptstadt Tallinn steht unter anderem ein Treffen mit Ministerpräsident Taavi Roivas auf dem Programm. Dabei geht es insbesondere um die Vorbereitung des Nato-Gipfels Anfang Juli in Polen. In den drei baltischen Ländern - außer Estland noch Lettland und Litauen - gibt es seit Beginn des Ukraine-Konflikts zunehmend Sorgen vor Russland.

Weiteres Thema dürften auch die Zukunft der Sanktionen sein, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat. Die Strafmaßnahmen sind bislang bis Ende Juli befristet. Deutschland macht eine Lockerung von Fortschritten bei den Friedensbemühungen für den Osten der Ukraine abhängig.

Do, 2016-05-26 19:00
Hamburg (dpa)

Trauerfeier für IS-Anhänger in christlicher Kirche in Hamburg

Hamburg (dpa) - Mit einer christlich-muslimischen Trauerfeier soll am Freitag (15.00) in der Hamburger St. Pauli Kirche an einen jungen IS-Anhänger erinnert werden, der im Kampfgebiet der Terrormiliz ums Leben gekommen ist. Der in Kamerun geborene Florent wurde nach Angaben des Verfassungsschutzes als Christ getauft, konvertierte aber als Jugendlicher zum Islam und radikalisierte sich. Der Gottesdienst für den Hamburger, der in der Salafisten-Szene «Bilal» hieß, hat heftige Diskussionen ausgelöst.

«Ich bin schon öfter kritisch angegangen worden, wie ein Pastor eine Trauerfeier für einen Terroristen machen könne», sagte Pastor Sieghard Wilm. «Es gab aber auch Verständnis für diese Entscheidung, dass die Kirche einen geschützten Raum anbieten will für die Trauer der Familie und Freunde.»

Do, 2016-05-26 18:54
München/Erfurt (dpa) 

Kriminelle NSU-Helfer sollen auch V-Leute gewesen sein

München/Erfurt (dpa) - Im NSU-Komplex droht die nächste V-Mann-Affäre. Ein Zwillingsbrüderpaar aus Jena, das in den 1990er Jahren eine kriminelle Bande angeführt und den NSU mit Waffen versorgt haben soll, habe zur selben Zeit als V-Personen mit Beamten des thüringischen Landeskriminalamts zusammengearbeitet, berichtete der MDR Thüringen am Donnerstag unter Berufung auf ihm vorliegende Unterlagen.

Die beiden Brüder Ron E. und Gil W. gelten als mutmaßliche Waffenbeschaffer der späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Sie waren bereits als Zeugen zum Münchner NSU-Prozess geladen, hatten aber ihre Aussagen verweigert und sich auf ihr Recht berufen, sich strafrechtlich nicht selbst belasten zu müssen. Andere Zeugen hatten teils im Prozess, teils in Polizeivernehmungen behauptet, die Brüder hätten Mundlos und Böhnhardt gekannt. 

Die Zwillinge werden auch mit dem Schmuggel der NSU-Mordwaffe vom Typ «Ceska» in Verbindung gebracht. Die Pistole war nach Erkenntnis der Ermittler aus der Schweiz nach Jena gebracht worden. Die Männer, die die Bundesanwaltschaft deshalb verdächtigt, sollen mit der kriminellen Bande der beiden Brüder verbunden gewesen sein.

Im NSU-Prozess muss sich Beate Zschäpe als Hauptangeklagte verantworten. Die Bundesanwaltschaft legt ihr die überwiegend rassistisch motivierte Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen zur Last. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und als Mitglied der «terroristischen Vereinigung» NSU angeklagt.

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Do, 2016-05-26 18:03
Stuttgart (dpa)

Auch Porsche will Digitalgeschäft ausbauen

Stuttgart (dpa) - Der Sportwagenbauer Porsche baut angesichts des digitalen Wandels in der Autobranche sein Geschäft aus. Das Unternehmen gründet dazu eine neue Tochtergesellschaft für digitale Innovationen - «um bei der Digitalisierung in den kommenden Jahrzehnten ganz vorne mitzuspielen», wie Porsche-Chef Oliver Blume im Interview der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Freitag) sagte. Die Tochtergesellschaft solle das neue Kompetenzzentrum in diesem Zukunftsfeld sein. Geschäftsführer werde Thilo Koslowski, den Porsche sich erst kürzlich vom amerikanischen IT-Beratungsunternehmen Gartner aus dem Silicon Valley ins Unternehmen geholt hat.

Angesichts des Umbruchs in der Branche mit immer mehr Internet im Auto wollen die Hersteller sich zu Mobilitätsdienstleistern wandeln. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der japanische Branchenriese Toyota beim führenden Fahrdienst-Vermittler Uber einsteigt. VW steckt 300 Millionen Dollar (267 Mio Euro) in den Uber-Rivalen Gett. Volkswagen, der Mutterkonzern der Porsche AG, hatte auch im Gefolge des Abgas-Skandals eine neue Strategie angekündigt, in der Mobilitätsdienstleistungen eine zentrale Rolle spielen sollen.

Do, 2016-05-26 17:24
York/London (dpa)

Ölpreise fallen etwas nach Anstieg über 50 US-Dollar

New York/London (dpa) - Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gefallen. Zuvor waren sie über 50 Dollar gestiegen und standen damit so hoch wie seit Monaten nicht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juli fiel dann am späten Nachmittag auf 49,65 US-Dollar zurück. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Zeitweise war der Brent-Preis bis auf 50,51 Dollar gestiegen und damit erstmals seit sechs Monaten wieder über 50 Dollar geklettert. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um neun Cent auf 49,49 Dollar. Der WTI-Preis hatte zuvor 50,21 Dollar erreicht.

Am Dienstagnachmittag und Mittwoch hatten die Ölpreise bereits deutlich zugelegt. Händler begründeten die Zuwächse nach wie vor mit den jüngsten Lagerdaten aus den USA. Die Rohöllagerbestände waren in der vergangenen Woche laut Zahlen vom Mittwoch stärker als erwartet gefallen. Entsprechende Spekulationen hatte es bereits am Diesntag gegeben. In den USA war zuletzt die Fördermenge immer weiter gesunken.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) veröffentlichte am Donnerstag wegen eines Feiertages an ihrem Sitz in Österreich keinen Korbpreis.

Do, 2016-05-26 17:14
London (dpa)

Prinz Harry veranstaltet Benefiz-Konzert mit Coldplay in London

London (dpa) - Ähnlich wie seine verstorbene Mutter, Prinzessin Diana, engagiert sich Prinz Harry (31) für aidskranke Menschen. Für ein Benefizkonzert in London hat der Fünfte in der britischen Thronfolge nun die Pop-Rock-Band Coldplay engagiert. Sie und andere Künstler sollen am 28. Juni im Garten des Londoner Kensington-Palastes vor 3000 Menschen auftreten. Der Ticketverkauf beginnt an diesem Freitag. Die Einnahmen sollen helfen, aidskranke Kinder im afrikanischen Kleinstaat Lesotho psychologisch zu betreuen.

Prinz Harry hatte dort 2006 die Hilfsorganisation Sentebale gegründet. Der Name bedeutet soviel wie «Vergiss mich nicht» und ist eine Anspielung auf das Engagement von Lady Di für Aidswaisen.

«Wir freuen uns sehr, Prinz Harry bei diesem besonderen Konzert beizustehen», ließ Coldplay wissen. Weitere Künstler, die am Konzert teilnehmen, sind die Sängerin und Songschreiberin Laura Mvula, das afrikanisch-norwegische Musikduo Nico and Vinz und der Spoken-Word-Künstler George the Poet.

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Do, 2016-05-26 17:56
Rom (dpa)

Neue Flüchtlingstragödie im Mittelmeer - mindestens 20 Tote

Auf der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien ist wieder ein Boot gesunken - für mindestens 20 Menschen kam jede Hilfe zu spät. Von einer Hilfsorganisation kamen unbestätigte Hinweise, nach denen es zunächst nach einer noch viel größeren Katastrophe aussah.

Rom (dpa) - Vor der libyschen Küste hat sich am Donnerstag erneut eine Flüchtlingstragödie mit mindestens 20 Toten ereignet. Bis zum Nachmittag seien 88 Migranten lebend aus dem Meer gerettet worden, 77 von einem spanischen Schiff und elf von der italienischen Küstenwache, sagte Rino Gentile, ein Sprecher der EU-Mission EUNAVFOR MED, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben die Körper von etwa 20 Leichen im Wasser entdeckt, aber sie sind noch nicht geborgen worden», erklärte er. Aus welchen Ländern die Flüchtlinge stammen, war zunächst unklar.

Flugzeuge von EUNAVFOR MED hatten die Verunglückten zuvor im Meer entdeckt. Nachdem ihr Holzboot 30 Seemeilen vor Libyen gesunken war, klammerten sich viele noch an das Wrack. Aus der Luft seien den verzweifelten Menschen im Wasser Schwimmwesten zugeworfen worden, hieß es.

Zuvor hatte es Hinweise auf ein noch größeres Drama gegeben. Die Hilfsorganisation «Sea Watch» schrieb auf ihrer Facebook-Seite: «Am heutigen Tage findet womöglich die schlimmste Tragödie im Mittelmeer statt, die je erlebt wurde». «Die Rede ist von Tausenden Toten», hieß es auch in einem Tweet der Organisation. Später entfernte «Sea Watch» die Zahl aus dem Facebook-Beitrag. Es sei mit Sicherheit eine schlimme Tragödie, über die Zahl der Opfer könne man aber vorerst nichts Genaues sagen, räumte eine Sprecherin ein.

«Watch The Med» berichtete von einem von zwei Holzbooten abgesetzten Notruf. Laut der Freiwilligenorganisation sollen insgesamt 1000 Menschen an Bord der Boote gewesen sein. Eines sei später gesunken, hieß es. Die Organisation «Sea Watch», die mit einem Schlauchboot in der Region war, berichtete zudem von einem Unglück, bei dem drei Boote gesunken seien, es gebe viele Tote. «Davon wissen wir nichts, und wir wissen auch nicht, wo diese Migranten gesichtet worden sein sollen», sagte Gentile.

Die italienische Küstenwache erklärte, sie koordiniere seit Donnerstagmorgen etwa 20 Rettungseinsätze, bei denen insgesamt etwa 2600 Menschen in Sicherheit gebracht worden seien. Bereits am Mittwoch war ein völlig überfülltes Boot vor der libyschen Küste umgekippt. Die Insassen hatten zuvor zwei Schiffe entdeckt und sich alle auf eine Seite verlagert. Rettungskräfte versuchten daraufhin auch unter Einsatz von Hubschraubern, die Migranten aus dem Wasser zu holen. Für fünf von ihnen kam jede Hilfe zu spät. 562 Menschen konnten gerettet werden.

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit wagen wieder mehr Flüchtlinge die Überfahrt aus Nordafrika. Das Mittelmeer gilt allerdings als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt: Seit Anfang des Jahres sind Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge mindestens 1350 Menschen ertrunken.

Do, 2016-05-26 17:48
Nürnberg (dpa)

Füttern per Handy und Ortung per GPS: Technik für Heimtiere Von Astrid Löffler, dpa

Mit Hightech werden nun auch die Besitzer von Haustieren geködert: GPS-Ortungssysteme helfen bei der Suche nach dem entlaufenen Liebling, Klappen öffnen sich nur per Mikrochip, das Füttern erledigt das Smartphone.

Nürnberg (dpa) - Wie es Luna so ganz allein Zuhause wohl geht? Antwort auf die Frage gibt moderne Technik: Sie macht es möglich, per Webcam nach dem Haustier zu sehen oder mit anderen Geräten zumindest zu verfolgen, ob der Vierbeiner gerade ausruht oder aktiv ist. Einer, der so ein System anbietet, ist der Australier Sebastian Langton. «Ich habe meine Katze verloren, die Liebe meines Lebens», berichtet der Unternehmer am Donnerstag auf der Fachmesse Interzoo in Nürnberg. Damit ihm das künftig nicht mehr passiert, und um anderen in einer ähnlichen Situation zu helfen, hat er einen GPS-Tracker für Tiere entwickelt.

Zehntausende dieser Geräte habe er seit deren Markteinführung im November 2015 in Australien, den USA und in Großbritannien verkauft, berichtet Langton. Nun will er den restlichen europäischen Markt erschließen. Den Trend zu Ortungssystemen und Aktivitäts-Trackern haben vor allem Firmen aus dem englischsprachigen Raum mit auf Fachmesse für Heimtierbedarf in Nürnberg gebracht. Sie ist nach Veranstalterangaben die weltweit größte Messe ihrer Art. Ein britisches Unternehmen etwa bietet ein Gerät an, mit dem der Halter über eine App für Mobiltelefone mit seinem Heimtier sprechen und ihm Leckerlis geben kann.

Auch lassen sich Haustierklappen inzwischen über einen Mikrochip öffnen, der vielen Hunden und Katzen ohnehin beim Tierarzt implantiert wird - das Nachbartier bleibt so draußen. Ein weiteres Beispiel: Ein Sensor erkennt, wenn sich ein hungriger Vierbeiner seinem luftdicht verschlossenen Napf nähert, und öffnet automatisch dessen Deckel. «In einer Umfrage haben wir herausgefunden, dass Katzenbesitzer bis zu einem Drittel des Futters wegwerfen, weil es ausgetrocknet ist», schildert Kathleen Speichert vom Hersteller Sure Flap den Hintergrund der Erfindung.

Technisch raffiniert ist inzwischen auch die Beleuchtung von Aquarien und Terrarien geworden, die nun per Tablet steuerbar ist. So lässt sich mit modernen LED-Leuchten nicht nur viel Energie sparen, sondern auch naturnahes Licht erzeugen. Man kann sogar Sonnenaufgänge simulieren. «Der Vorteil dabei ist, dass die Tiere keinen Schreck mehr bekommen, wenn morgens plötzlich das Licht angestellt wird», sagt Stefan Immke von Econlux.

Die Kölner Firma bietet auch Aquarien für Quallen an - eine Neuheit, die auf der 34. Interzoo immer wieder ins Auge fällt. Anmutig gleiten die Tiere durch ein nur sieben Liter Wasser fassendes Becken. «Für die Qualle ist das kein kleiner und enger Lebensraum, sondern ein unendlicher, weil sie darin immer zirkulieren kann», sagt Immke. «Quallen brauchen nur eines: sauberes Wasser.» Und für dieses sorge eine eingebaute Pumpe in dem mit Farbwechselfunktion ausgestatteten Aquarium.

Um Heimtiere körperlich und geistig fit zu halten, haben sich die Hersteller ebenfalls viele neue Produkte einfallen lassen - unter anderem für Kleinsäuger. «80 Prozent der Tiere leiden an maximaler Langeweile», meint Katharina Engling von Bunny Tierernährung. «Ein gelangweiltes Tier wird nicht zutraulich, vielleicht sogar aggressiv.» In drei Schwierigkeitsstufen eingeteiltes Spielzeug stellt deshalb Nager und deren Halter vor unterschiedliche Herausforderungen. In Säckchen und Matten versteckte Snacks sprächen beispielsweise Sinne an, die sonst in der Heimtierhaltung oft verkümmerten. Und mit verschiedenen Übungen könne trainiert werden, dass das Kleintier auf die Hand komme.

Do, 2016-05-26 17:51
Washington (dpa)

AP: Trump hat Delegiertenschwelle für Nominierung übersprungen

Seit Monaten sammelt Trump bei den US-Vorwahlen Delegierte, die ihn im Juli zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner wählen sollen. 1237 braucht er. Die Schwelle soll er jetzt erreicht haben.

Washington (dpa) - Donald Trump hat nach einer Zählung der US-Nachrichtenagentur AP die für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner nötige Zahl der Delegierten erreicht. Der New Yorker Unternehmer komme nun auf 1238 Delegierte, berichtet die AP am Donnerstag.

Es handelt sich allerdings nicht um offizielle Zahlen, sondern um das Ergebnis einer Umfrage bei ungebundenen Delegierten, die von der Agentur selbst befragt wurden. Trump hatte nach der jüngsten Vorwahl im Bundesstaat Washington nur noch wenige Delegierte Abstand zu der Schwelle.

Er wird sie am 7. Juni ohnehin überschreiten, selbst wenn er einige der noch ausstehenden Vorwahlen in Kalifornien, New Jersey, New Mexico, North Dakota und South Dakota verlieren sollte. Da er keinen Gegenkandidaten mehr hat, ist dies unrealistisch.

Offizielle Angaben zum Wahlverhalten ungebundener Delegierter auf dem Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland gibt es nicht. Die Zählung der «New York Times» umfasste auch am Donnerstag weiterhin 1150 gebundene Delegierte, die in Cleveland für Trump stimmen müssen.

Die 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt-District of Columbia (Washington DC) und fünf US-Außengebiete bestimmen jeweils selbst, ob die in ihrem Vorwahlprozess bestimmten Delegierten an das Wahlergebnis gebunden sind oder nicht.

Trump hatte im Juni 2015 seine Kandidatur bekanntgeben. Zunächst als chancenlos eingeschätzt, setzte sich der Immobilien-Milliardär im Laufe des Vorwahlkampfes gegen 16 Mitbewerber durch. Nach der von Trump mit deutlichem Vorsprung gewonnenen Vorwahl im Bundesstaat Indiana am 3. Mai gaben die letzten beiden Kontrahenten Ted Cruz und John Kasich auf.

Bis dahin hatten sich Spekulationen gehalten, dass Teile der Partei, die einem Kandidaten skeptisch gegenüberstehen, eine Revolte auf dem Parteitag in Cleveland anzetteln könnten und am Ende doch noch einen anderen Kandidaten auf den Schild heben könnten. Dies gilt inzwischen als höchst unwahrscheinlich.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Do, 2016-05-26 17:08
Berlin (dpa)

Finanzministerium und Wirtschaftsressort streiten über Stromsteuer

Die Solarwirtschaft warnt vor einem Kahlschlag, sollten die Stromsteuerpläne so kommen wie geplant. Im Hause Schäuble verweist man auf EU-Vorgaben und Ausnahmen für Kleinanlagen - und steuert auch auf eine Konflikt mit dem Wirtschaftsministerium zu.

Berlin (dpa) - Die von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgelegten Pläne zur Stromsteuer für Öko-Stromanlagen sorgen im Wirtschaftsressort für Unmut. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sollte nicht benachteiligt werden, sagte eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag auf Anfrage in Berlin. Die im Entwurf vorgeschlagene Begrenzung der Stromsteuerbefreiung für Eigenstrom auf Photovoltaik sei «in dieser Form unangemessen». Auch andere Steuererleichterungen sollten beibehalten oder verlängert werde, um Kleinanlagen oder innovative Kraftstoffe nicht zu belasten. Aus Sicht des Wirtschaftsressorts ist eine Befreiung von der Stromsteuer mit EU-Recht durchaus vereinbar.

Das Finanzministerium argumentiert dagegen, dass mit der geplanten Änderung des Energiesteuer- und Stromsteuergesetzes Begünstigungen rechtssicher und mit EU-Vorgaben vereinbar gestaltet werden. Es gehe nicht nur um den Abbau einer Überförderung. Betreiber etwa großer Solaranlagen sollen zudem vor den Risiken einer hohen Rückzahlung geschützt werden. Denn die EU-Kommission könne unzulässig gewährte staatliche Beihilfen bis zu zehn Jahre rückwirkend zurückfordern. Über die Kritik aus dem Hause Gabriel wundert man sich im Finanzressort. Das Wirtschaftsministerium habe selbst seit Jahren auf beihilferechtliche Probleme verwiesen und vom «Kumulationsverbot» gesprochen.

Nach Darstellung des Finanzministeriums greift das 2014 verschärfte EU-Beihilferecht vor allem dann, wenn aus verschiedenen Fördertöpfen Subventionen gezahlt werden. Für Kleinanlagen und Anlagen der erneuerbaren Energien sind aber Ausnahmen geplant. Die Solarwirtschaft warnt, mehr als 100 000 Anlagen von mittelständischen Betrieben, Landwirten und genossenschaftlichen Betreibern würden durch die Steuer gefährdet.

Nach Schäubles Plänen wird für Betreiber größerer Ökostrom-Anlagen, die sich selbst mit mehr als 20 Megawattstunden Strom pro Jahr versorgen, eine Stromsteuer von 2,05 Cent je Kilowattstunde fällig. Ist der Eigenverbrauch höher als 20 Megawatt, wird die gesamte Strommenge besteuert. Kleinere Solaranlagen auf Dächern etwa sind wegen der «Bagatellgrenze» nicht betroffen. Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht zwischen drei und vier Megawattstunden.

Bei klimafreundlichen Kleinkraftwerken über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie erneuerbaren Energien zum Eigenverbrauch und bis zu einer Nennleistung von weniger als 1 Megawatt (MW) wiederum gelte eine Steuerfreiheit als unbedenklich, so das Finanzministerium. Aufgrund der Beschränkung auf Eigenverbrauch komme die Steuerfreiheit nur in Betracht, wenn der Strom in unmittelbarer Nähe zur Anlage und ohne Nutzung des Netzes entnommen werde.

Räumlich begrenzte «Mieterstrommodelle», der Eigenverbrauch kleiner bis mittelgroßer Unternehmen beziehungsweise die Versorgung eines Unternehmens auf dem Gelände des Stromerzeugers seien daher weiter möglich. Mit einer 1-MW-Anlage könnten den Angaben zufolge etwa 1500 Haushalte mit Strom versorgt werden. Beim «Mieterstrom» versorgen kleine KWK-Kraftwerke im Keller oder Solarzellen auf dem Dach Mieter mit Strom. Überschüsse fließen ins Netz und werden vergütet.

Für Öko-Stromanlagen lasse das EU-Recht neben dem EEG keine weitere Förderung zu, argumentiert das Finanzministerium. Das EEG enthalte bereits eine Vollkostenförderung. Die Steuerbegünstigung für Erdgas und Flüssiggas soll nach den Gesetzesplänen über 2018 hinaus verlängert werden. Das Gesetzgebungsverfahren soll nach Darstellung des Finanzministeriums im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein.

Do, 2016-05-26 17:42
Damaskus (dpa) 

Syriens Armee entdeckt in Palmyra Massengrab mit 65 Leichen

Damaskus (dpa) - Regierungskräfte haben in der zentralsyrischen Stadt Palmyra erneut ein Massengrab mit Opfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden. In der Nähe des Militärflughafens seien mindestens 65 Leichen von Soldaten und verbündeten Kämpfern entdeckt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Die Männer seien vom IS getötet worden.

Die Extremisten hatten die historische Oasenstadt und Unesco- Welterbestätte im Mai 2015 eingenommen. Sie zerstörten in Palmyra zahlreiche der einzigartigen Kulturgüter aus den ersten Jahrhunderten nach Christus. Ende März konnten syrische Regimeanhänger die Stadt mit russischer Luftunterstützung zurückerobern.

Während der Besatzung töteten die Extremisten nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter mindestens 280 Menschen. Unter den Ermordeten war auch der Archäologe Khaled Asaad, der die Erforschung und Erhaltung Palmyras mehr als 40 Jahre lang geleitet hatte.

Bereits kurz nach Einnahme der Stadt hatte Syriens Armee in Palmyra ein Massengrab mit 40 Leichen entdeckt, darunter viele Frauen und Kinder, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Einige seien enthauptet worden, andere hätten Folterspuren aufgewiesen.

Do, 2016-05-26 17:25
Bonn (dpa)

Bonner Klimakonferenz «atmet den Geist einer neuen Zeit»

Der «Geist von Paris» ist noch nicht verflogen, darin ist sich das UN-Klimasekretariat mit Umweltschützern einig. Aber das Tempo muss deutlich beschleunigt werden, wenn das Klimaabkommen wirklich umgesetzt werden soll.

Bonn (dpa) - «Tut mehr, tut mehr, tut mehr» - mit dieser Botschaft hat die scheidende UN-Klimachefin Christiana Figueres am Donnerstag in Bonn die erste Klimakonferenz seit dem Pariser Klimaabkommen abgeschlossen. Der «Geist von Paris» sei in Bonn deutlich spürbar gewesen, teilte das UN-Klimasekretariat mit. Die elftägige Konferenz habe deutliche Fortschritte dabei gemacht, die Beschlüsse des Klimaabkommens in ein konkretes «Regelbuch» zu übersetzen. Allen sei aber klar, dass deutlich mehr als bisher geschehen müsse, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

Auch Umweltschützer zogen eine vorsichtig positive Bilanz. «Die erste Klimakonferenz nach Paris atmet den Geist einer neuen Zeit», sagte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam sagte: «Insgesamt waren die Verhandlungen von konstruktiver und arbeitsamer Stimmung geprägt - allerdings auch deswegen, weil die schwierigen politischen Themen nicht auf der Tagesordnung standen.»

Harte Kritik an der Bundesregierung übte der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter. «Die Bundesregierung redet grün und handelt schwarz», bemängelte er. «In Deutschland hat die Kohle weiter Vorfahrt, und die erneuerbaren Energien werden ausgebremst. Die vor einem Jahr von Frau Merkel geforderte Dekarbonisierung entpuppt sich als Luftblase.»

Mitte Dezember hatten sich in Paris erstmals nahezu alle Staaten der Erde auf einen verbindlichen Weltklimavertrag geeinigt. Zentrales Ziel ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Die nächste UN-Klimakonferenz ist im November in Marrakesch in Marokko.

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Do, 2016-05-26 17:16
Paris (dpa)

Finanzermittler durchsuchen McDonald's in Frankreich

Paris (dpa) - Ermittler der französischen Finanzfahndung haben wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Büros des US-Konzerns McDonald's in Paris durchsucht. Das Verfahren geht nach einem Bericht von «Les Echos» vom Donnerstag auf Anschuldigungen über einen angeblichen Betrug von jährlich 75 Millionen Euro zurück, weil Gewinne in Frankreich zugunsten der europäischen Konzernzentrale in Luxemburg reduziert worden sein sollen. Die Ermittler sollen deswegen die Büros in Paris bereits in der vergangenen Woche durchsucht haben. Von Staatsanwaltschaft und Unternehmen gab es keine Stellungnahmen.

Am Dienstag hatten Ermittler Büros des US-Internetkonzerns Google durchsucht. Damit sollte geklärt werden, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich und das Unternehmen gegen Steuervorschriften verstoßen hat, indem es einen Teil seiner Aktivitäten nicht in Frankreich angibt. Google betonte, sich an Steuergesetze zu halten und mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Steuerzahlungen großer Unternehmen sind schon länger im Blick europäischer Behörden. Dabei geht es im Kern darum, dass Umsätze in Ländern verbucht werden, die günstigere Steuerkonditionen bieten. Entsprechende betriebsinterne Geldströme werden in Europa zunehmend hinterfragt.

Do, 2016-05-26 17:40
Paris (dpa)

Weniger Atomstrom wegen Protesten in Frankreich

Der Gewerkschaftskampf gegen eine Arbeitsmarktreform in Frankreich erreicht die Atomkraftwerke. In einigen Meilern wird wegen Streiks die Produktion gedrosselt. Die Stromversorgung soll gesichert sein.

Paris (dpa) - Die wütenden Proteste gegen eine in Frankreich geplante Arbeitsmarktreform machen auch vor den Atomkraftwerken des Landes nicht Halt. An allen 19 AKW-Standorten wurde am Donnerstag gestreikt, wie Marie-Claire Cailletaud von der Gewerkschaft CGT angab. Zwölf Meiler hätten in der Nacht ihre Stromproduktion zurückgefahren, sagte Cailletaud im Sender RMC.

Der Energieversorger EDF sprach von einer Streikbeteiligung von knapp unter zehn Prozent in der Nacht und am Morgen. «Die Produktion für unsere Kunden ist gesichert», versicherte eine EDF-Sprecherin. Zu Spannungsabfällen wollte sie sich nicht äußern. EDF betreibt sämtliche Atomkraftwerke in Frankreich, die bisher 75 Prozent des Strombedarfs im Land liefern.

Gewerkschafter setzten ihre Proteste auch mit Straßenblockaden an Treibstoffdepots fort. In vielen Städten und weiten Teilen des Landes gab es Demonstrationen und Aktionen. Nach tagelangen Streiks und Blockaden, die Versorgungsengpässe an vielen Tankstellen ausgelöst haben, wollten die Gegner des Gesetzes mit einem nationalen Aktionstag den Druck auf die Regierung weiter erhöhen.

In Paris und anderen Städten gab es Kundgebungen. Dabei kam es wie etwa in der Hauptstadt vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei. Mehrere Militante wurde festgenommen. Auch im Bahnverkehr und am Flughafen Paris-Orly kam es wegen Streiks und Protesten zu Störungen.

Premierminister Manuel Valls kritisierte die Blockaden von Treibstoffdepots als unverantwortlich. «Diese Situation kann unserer Wirtschaft schaden», sagte er im Sender BFMTV. Die Regierung werde weiterhin Blockaden räumen lassen. Laut Valls sitzen 20 bis 30 Prozent der Tankstellen auf dem Trockenen oder haben Schwierigkeiten.

Im besonders betroffenen Nordwesten hatte sich die Versorgungslage zuletzt etwas entspannt. Die zuständige Präfektur kündigte an, die Treibstoff-Rationierungen dort sollten aufgehoben werden. Autofahrer durften in der Region zuletzt nur begrenzte Mengen Sprit tanken.

Angesichts der Proteste deutete Regierungschef Valls mögliche Nachbesserungen am Gesetzestext an. «Es kann immer Veränderungen, Verbesserungen geben», sagte der Premierminister. Es stehe aber außer Frage, die Zielrichtung des Textes zu ändern.

Der Streit um die Reform hat sich zu einem der härtesten politischen Konflikte der vergangenen Jahre in Frankreich entwickelt. Seit Monaten protestieren Gewerkschaften gegen die Regierungspläne, die das Arbeitsrecht flexibler machen sollen, um Unternehmen die Schaffung von Jobs zu erleichtern.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bescheinigte Frankreich trotz der Proteste Reformfähigkeit. Die Vorschläge der Regierung seien richtig und notwendig, und dies meinten auch viele Andere wie der IWF und die EU-Kommission, sagte Schäuble in Berlin. Frankreich sei ein großes Land sowie eine starke Demokratie und könne mit solchen Auseinandersetzungen leben. «Deswegen ist Frankreich nicht reformunfähig.»

Do, 2016-05-26 17:49
Nasran (dpa)

Fünf Tote bei Anti-Terror-Einsatz im russischen Nordkaukasus

Nasran (dpa) - Bei einem Einsatz russischer Spezialkräfte im Konfliktgebiet Nordkaukasus sind nach offiziellen Angaben fünf Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden. Bei dem Schusswechsel in der Teilrepublik Inguschetien seien zudem drei Männer festgenommen worden, teilten die Behörden in der Stadt Nasran am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Im Nordkaukasus kämpfen Radikale für ein von Moskau unabhängiges Emirat. Russland begründet seinen Militäreinsatz an der Seite des Regimes in Damaskus auch mit zunehmendem Einsickern von Islamisten aus Syrien.

Do, 2016-05-26 17:37
Weimar (dpa)

Staatsschutz ermittelt nach Hitlergruß in Buchenwald

Weimar (dpa) - Der Staatsschutz in Thüringen ermittelt wegen eines Fotos bei Twitter, auf dem zwei Männer in der Gedenkstätte Buchenwald den Hitlergruß zeigen. Die Gedenkstätte habe unmittelbar Anzeige erstattet, teilte die Stiftung Buchenwald am Donnerstag mit. Das Foto wurde demnach im Keller des ehemaligen Konzentrationslagers aufgenommen, in dem Hunderte Menschen von den Nazis ermordet wurden. Verbreitet wurde das Bild beim Kurznachrichtendienst von einer britischen Neonazi-Organisation, deren Fahne auch auf dem Foto zu sehen ist.

Der Direktor der Stiftung, Volkhard Knigge, verurteilte die Aufnahme. Es sei eine schwere Entwürdigung der Häftlinge des KZ Buchenwald, unter denen auch Briten gewesen seien, so Knigge. Nach Angaben der Stiftung verdoppelte sich die Anzahl von rechtsextremistischen Straftaten in der Gedenkstätte 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf 20. 2016 erstattete die Stiftung bislang sieben Anzeigen. Über den jüngsten Vorfall hatten der MDR und die «Bild»-Zeitung berichtet.

Do, 2016-05-26 16:53
Erfurt (dpa)

Nach Hass-Video gegen Moschee-Bau in Erfurt: 15-Jähriger stellt sich

Erfurt (dpa) - Ein 15-Jähriger hat sich als Produzent eines Hass-Videos gegen den in Erfurt geplanten Moschee-Bau zu erkennen gegeben. Die Polizei in der thüringischen Landeshauptstadt teilte am Donnerstag mit, der Jugendliche sei bei ihr mit einem Anwalt und zwei Angehörigen vorstellig geworden. In der Videosequenz hatte der Teenager den Hitlergruß gezeigt und dazu aufgerufen, die Moschee niederzubrennen. Die Polizei gab danach eine öffentliche Fahndung heraus.

Die Ermittlungen gegen den Jugendlichen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung sind nach Polizeiangaben noch nicht abgeschlossen. Zu seinen Motiven habe der 15-Jährige keine Angaben gemacht, hieß es.

Die Ahmadiyya-Gemeinde will am Stadtrand von Erfurt eine Moschee mit Kuppel und einem elf Meter hohen Minarett bauen. Dagegen hatte es in der Bevölkerung heftige Proteste gegeben, an deren Spitze sich die AfD setzte.

Do, 2016-05-26 16:12
Kiew/Moskau (dpa)

Moskau begnadigt ukrainische Pilotin Sawtschenko: Chance auf Frieden?

Nach fast zwei Jahren in russischer Haft ist die ukrainische Pilotin Sawtschenko wieder in der Heimat - begnadigt von Kremlchef Putin. Aber der Ton zwischen Kiew und Moskau bleibt scharf.

Kiew/Moskau (dpa) - Die Begnadigung der ukrainischen Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko durch Russland hat Hoffnungen auf eine Entspannung im Kriegsgebiet Ostukraine ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßten die Heimkehr der 35-Jährigen nach Kiew nach zweijähriger Haft. In einem spektakulären Gefangenenaustausch ließ die Ukraine ihrerseits zwei russische mutmaßliche Soldaten frei.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Russland hoffe auf verbesserte Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. «Eine Normalisierung muss früher oder später kommen, denn sie entspricht den gemeinsamen Interessen», betonte er am Donnerstag in Moskau. Allerdings wurde auf dem Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7) im japanischen Ise-Shima deutlich, dass Russland nicht mit dem baldigen Aufheben der westlichen Sanktionen gegen Moskau rechnen kann.

Russland hatte die in einem umstrittenen Prozess wegen Mordes zu 22 Jahren Haft verurteilte Sawtschenko begnadigt und am Mittwoch an ihr Heimatland überstellt. Die Soldatin, die als Symbol für den Widerstand gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine gilt, wurde am Flughafen Borispol bei Kiew von Angehörigen und Parlamentariern begeistert empfangen.

Präsident Petro Poroschenko zeichnete Sawtschenko bei einem Treffen demonstrativ mit einem hohen Orden aus. «So wie wir Nadeschda zurückgeholt haben, werden wir auch den Donbass und die Krim zurückholen», sagte der prowestliche Staatschef kämpferisch. Kremlsprecher Peskow wies dies zurück. Die Krim sei eine russische Region, sagte der Vertraute von Präsident Wladimir Putin in Moskau.

Im Gegenzug für die Soldatin entließ Kiew zwei mutmaßliche russische Soldaten, die wegen Teilnahme an Kämpfen im Kriegsgebiet Donbass zu je 14 Jahren Haft verurteilt worden waren. Russland bestreitet Vorwürfe, dass reguläre russische Truppen in der Ostukraine kämpfen.

Die EU-Außenbeauftragte Fedrica Mogherini rief die Konfliktparteien auf, den Gefangenenaustausch als Ansporn für weitere Schritte zur Entspannung zu nehmen. US-Außenminister John Kerry betonte, mit der Freilassung Sawtschenkos erfülle Russland «einen wichtigen Teil» seiner Verpflichtungen. Noch immer sitzen in der Ostukraine auf beiden Seiten zahlreiche Menschen in Haft, darunter auch Zivilisten. Zudem hat Russland Ukrainer wie den Regisseur Oleg Senzow inhaftiert.

Bundesaußenminister Steinmeier sagte, Sawtschenkos Freilassung könnte ein Signal für eine Annäherung beider Länder sein. Er hoffe auf «einen Beitrag zur Vertrauensbildung zwischen der Ukraine und Russland». Auch Putin sprach bei einem Treffen mit Hinterbliebenen von Reportern, für deren Tod die russische Justiz Sawtschenko verantwortlich macht, von möglichen positiven Auswirkungen.

Sawtschenko schlug jedoch scharfe Töne an. «Ich bringe nicht die Toten zurück, aber ich bin weiter dazu bereit, der Ukraine mein Leben auf dem Schlachtfeld zu opfern», sagte die Kampfpilotin nach ihrer Heimkehr. Sie war in Abwesenheit 2014 ins ukrainische Parlament gewählt worden und sitzt künftig im Sicherheitsausschuss. Sawtschenko kündigte für diesen Freitag eine Pressekonferenz an.

Der Gefangenenaustausch sei ein positives Zeichen von Russland, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnyk, dem Deutschlandfunk. Die Ukraine hoffe, dass diese Dynamik andauere.

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk hatten Putin und Poroschenko unter Vermittlung Merkels und des französischen Präsidenten François Hollande im Februar 2015 Vereinbarungen für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts getroffen. Dabei geht es unter anderem um Wahlen im Kriegsgebiet. Der ukrainische Politologe Viktor Neboschenko sagte, Sawtschenkos Freilassung sei «kein Geschenk Putins an Poroschenko» gewesen. «Vielmehr setzt der Kreml damit Kiew noch mehr unter Druck, Wahlen im Donbass zu erlauben», meinte er in Kiew.

Do, 2016-05-26 16:36
Washington (dpa)

AP-Bericht: Trump hat die nötige Zahl der Delegierten erreicht

Washington (dpa) - Donald Trump hat nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP die für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner nötige Zahl der Delegierten erreicht. Der New Yorker Unternehmer komme nun auf 1238 Delegierte, berichtet die AP am Donnerstag. Die Agentur hat mehrere ungebundene Delegierte selbst befragt. Offizielle Angaben dazu gibt es nicht. Der Präsidentschaftskandidat wird auf einem Parteitag im Juli offiziell gekürt. Bei den noch ausstehenden Wahlen am 7. Juni wird Trump auf jeden Fall über die nötige Grenze von 1237 kommen.

Do, 2016-05-26 16:50
Beni (dpa)

Polizei geht im Kongo mit Gewalt gegen Demonstranten vor

Beni (dpa) - Bei landesweiten Protesten im Kongo ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Mit Tränengas und Warnschüssen ging die Polizei am Donnerstag gegen Tausende Oppositionelle vor. Nach Augenzeugenberichten sollen mindestens zwei Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen sein. In der Hauptstadt Kinshasa und anderen Städten gingen die Menschen für eine planmäßige Abhaltung der Wahl auf die Straße. Diese ist für November vorgesehen, doch die Regierung will die Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Demonstranten berichteten außerdem von mehreren Festnahmen. Zwar war die Demonstration in Kinshasa angekündigt und genehmigt worden. Sicherheitskräfte gingen dennoch gegen die Demonstranten vor, weil diese angeblich von der erlaubten Route abgewichen seien. In der Stadt Goma im Osten des Landes gab es Straßenblockaden.

Der bei einem früheren Protest verletzte oppositionelle Präsidentschaftskandidat Moïse Katumbi ist in der vergangenen Woche nach Südafrika gebracht worden, wie einer seiner Berater mitteilte. Mitglieder der Opposition befürchten, dass die Regierung von Präsident Joseph Kabila seine Rückkehr in den Kongo unterbinden könnte.

Do, 2016-05-26 16:46
Dresden (dpa)

Hugo II gewinnt Wettlauf der Riesenschildkröten

Dresden (dpa) - Hugo II ist der Schnellste! Zumindest im Frühjahrswettlauf der Seychellen-Riesenschildkröten im Dresdner Zoo hatte der 121,4 Kilogramm schwere Schildkrötenmann die Nase vorn. Für den etwa 150 Meter langen Marsch, den die Tiere jedes Jahr von ihrem Winterquartier in die Außenanlage zurücklegen müssen, brauchte Hugo II knapp 20 Minuten, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Damit lag er um Panzerlängen vor seinen Artgenossen, denn erst etwa eine Viertelstunde später traf Hugo III ein. Danach folgte Hugo I vor dem weit abgeschlagenen Hugo IV, der fast eine Stunde benötigte. Allerdings hat er mit 212,6 Kilo Körpergewicht auch die größte Last zu tragen und ist mit dem Geburtsjahr 1949 zudem der Oldie im Hugo-Quartett.

Die Seychellen-Riesenschildkröten lebten schon zu Zeiten der Dinosaurier vor 150 Millionen Jahren. Heute findet man sie auf einigen Seychelleninseln und dem Aldabra-Atoll. Die Reptilien fressen Gras, Kräuter, Blüten, Früchte, manchmal auch Aas. Sie können 250 Kilogramm schwer und 200 Jahre alt werden.

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

Keine Anzeige!

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

Keine Anzeige!

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

Keine Anzeige!

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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