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So, 2015-08-02 05:29
Erfurt (dpa)

Ramelow fordert mehr Tempo bei Asylverfahren

Erfurt (dpa) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) verlangt vom Bund deutlich schnellere Entscheidungen zur Zukunft der einreisenden Flüchtlinge. «Der Bund hat zugesagt, die Asylverfahren zu beschleunigen. Passiert ist bisher leider zu wenig», sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. «Der Bund drückt sich dadurch vor seiner Verantwortung und wälzt die Probleme auf Länder und Kommunen ab.» Ohne einen rechtsstaatlichen Bescheid könnten Flüchtlingen in der Regel keine Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstellen angeboten werden. «Wir wollen sie aber integrieren.»

Ramelow kritisierte auch die seiner Meinung nach zu geringe Beteiligung des Bundes an den Unterbringungs-, Betreuungs- und Integrationskosten. «Eine Milliarde Euro, von der die Länder auch noch die Hälfte an den Bund zurückzahlen müssen, ist viel zu wenig.»

Für die Bearbeitung von Asylanträgen ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Sein Personal sollte um bis zu 2000 Stellen aufgestockt werden, war bei einem Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern im Frühjahr festgelegt worden. Von den versprochenen bundesweit vier Zentren zur Verfahrensbeschleunigung sei bisher aber nichts zu sehen, kritisierte Ramelow.

So, 2015-08-02 05:10
Havanna (dpa)

Rennboot-Rekord für den Dialog: Düsseldorfer fährt von USA nach Kuba Von Guillermo Nova und Denis Düttmann, dpa

Seit Jahren träumt Roger Klüh von der rasanten Fahrt durch die Straße von Florida. Das diplomatische Tauwetter zwischen den verfeindeten Staaten macht den Rekord nun möglich. Neben sportlicher Höchstleistung geht es ihm auch um Völkerverständigung.

Havanna (dpa) - Als Roger Klüh mit seiner «Apache Star» durch die Bucht von Havanna peitscht, brandet an der Küstenpromenade der kubanischen Hauptstadt Jubel auf. Tausende Menschen applaudieren dem Düsseldorfer, der mit seinem Rennboot gerade einen fast 60 Jahre alten Rekord für die Fahrt von den USA nach Kuba gebrochen hat. Mit Blumenkette um den Hals lässt er sich im Hafen von seiner Familie, Freunden und begeisterten Kubanern feiern.

Nur 160 Kilometer trennen USA und Kuba. Doch zwischen der kapitalistischen Supermacht und der sozialistischen Karibikinsel liegen Welten. Zwar nähern sich die Erzfeinde seit einigen Monaten vorsichtig an, aber die ideologischen Gräben zwischen Washington und Havanna sind noch immer tief.

«Ich bin froh, dass die Vereinigten Staaten auf Kuba zugehen», sagt Klüh der Deutschen Presse-Agentur am Samstag nach seiner Ankunft in Havanna. «Das hat mir ermöglicht, meinen Traum wahr werden zu lassen.»

Mehr als drei Jahre hatte sich Klüh auf seinen Rekordversuch in der Straße von Florida vorbereitet. Immer wieder jedoch lehnten die US-Behörden seinen Antrag auf eine Genehmigung der Fahrt von Key West nach Kuba ab. Erst die jüngste Entspannungspolitik machte das Projekt möglich. «Es ist eine heroische Geste, so viele Widrigkeiten überwunden zu haben», sagt der Chef des Nautischen Clubs Hemingway in Kuba, José Miguel Díaz.

Gerade mal eine Stunde und 45 Minuten braucht der Sohn des millionenschweren Düsseldorfer Multidienstleisters Josef Klüh für die Fahrt. Der bisherige Rekord betrug sechs Stunden und 23 Minuten und stammt aus dem Jahr 1958.

Für seinen Höllenritt setzt der ehemalige Eishockey-Profi auf modernste Technik. Sein 15 Meter langes Rennboot verfügt über 2700 PS und ist bis zu 90 Knoten (167 Kilometer pro Stunde) schnell. 1993 und 1994 gewann die «Apache Star» die Weltmeisterschaften in Key West. Zuletzt wurde das Boot aufwendig modernisiert.

Ganz störungsfrei geht die Rekordfahrt trotzdem nicht über die Bühne. Zeitweise verliert das vierköpfige Team den Kontakt zum Begleithubschrauber. Zudem müssen die Männer unterwegs einen Motorschaden beheben. Den Rekord konnte Klüh dennoch nichts mehr nehmen.

Der sportliche Erfolg ist für Klüh an diesem Tag allerdings nicht das Entscheidende. «Ich habe Wichtigeres zu tun, als auf die Uhr zu schauen», sagt er. Er wolle die beiden Küsten auch im übertragenen Sinn verbinden.

Am 17. Dezember hatten US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro angekündigt, nach mehr als 50 Jahren Eiszeit die Beziehungen zwischen ihren Ländern zu normalisieren. Vor wenigen Tagen eröffneten in Washington und Havanna wieder Botschaften der beiden Staaten.

Dennoch gibt es noch immer viel Konfliktpotenzial. Das Thema Menschenrechtsverletzungen auf Kuba gehört zu den Knackpunkten, die weiter zwischen Havanna und Washington stehen. Auch das Handelsembargo der USA gegen die Karibikinsel besteht in wesentlichen Teilen fort. «Mit diesem Rekord beginnt eine neue Etappe und eine neue Chance für Hoffnung und Optimismus», sagt Jachtclub-Chef Díaz.

So, 2015-08-02 05:00
Berlin (dpa)

Jeder Dritte nutzt zum Autowaschen auch eigenes Grundstück

Berlin (dpa) - Mehr als jeder dritte Deutsche (35 Prozent) wäscht sein Auto auch auf dem eigenen Grundstück oder dem eigenen Stellplatz, obwohl das in vielen Fällen nicht erlaubt ist. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Deutschen nicht wirklich ein Volk von Autowasch-Fanatikern sind: Mehr als jeder dritte Autobesitzer wäscht seinen Wagen nur alle paar Monate oder sogar noch seltener (36 Prozent). Bei 14 Prozent der Befragten wird der Wagen jede Woche gewaschen. Bei 16 Prozent passiert das alle zwei Wochen, bei 33 Prozent einmal im Monat. Ein Prozent sagte, das eigene Auto werde nie gereinigt.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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So, 2015-08-02 04:55
Beirut (dpa)

Endstation Flüchtlingsbaracke - Die Syrer im Libanon leben im Elend Von Jan Kuhlmann, dpa

Mehr als eine Million Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in den Libanon geflohen. Für das kleine Land ist der Flüchtlingsstrom eine schwere Bürde. Die Regierung tut alles, damit die Syrer nicht bleiben.

Beirut (dpa) - Die Heimat liegt so nah, aber dahin zurück will hier keiner, auch nicht Bakri Allusch. Wenn er vor seiner Baracke in der libanesischen Bekaa-Ebene steht, kann er die Berge sehen, hinter denen Syrien liegt. Manchmal bombardiert die syrische Luftwaffe die Rebellen dort so massiv, dass auch Bakri Allusch und die anderen Flüchtlinge im Lager die Explosionen hören können. Dann weiß er genau, warum er mit Frau und drei Kindern aus Aleppo in Nordsyrien geflohen ist. «Wenn es Frieden gäbe, würden wir zurückkehren», sagt Bakri. «Aber dort fallen noch immer Bomben.»

Vor einem Jahr traf die syrische Luftwaffe das Haus seiner Eltern, 13 Menschen starben. Bakri, 34, und seine Frau packten zusammen, was sie tragen konnten, und machten sich mit ihren Kindern auf den Weg in den Libanon. Seine jüngste Tochter war gerade erst geboren worden, sein ältester Sohn vier Jahre alt.

Jetzt leben sie am Rande der libanesischen Kleinstadt Al-Maridsch so wie alle anderen Flüchtlinge des Lagers in einem Verschlag aus Brettern, Pappe und Plastikfolie. Zwei Familien, elf Menschen teilen sich einen Raum, die Männer schlafen manchmal draußen, weil es zu eng ist. Immerhin gibt es Strom und Wasser. 100 Dollar müssen sie dafür im Monat bezahlen, viel Geld für jemanden, der nichts besitzt. Manchmal ackert Bakri auf dem Bau. Dafür bekommt er 10 000 Libanesische Pfund am Tag - etwa sechs Euro.

Fast 1,2 Millionen Syrer sind nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR vor dem Bürgerkrieg in den Libanon geflohen. Die tatsächliche Zahl dürfte aber bei mehr als zwei Millionen liegen, da sich viele Syrer nicht haben registrieren lassen. Für das kleine Land mit rund 4,5 Millionen Einheimischen ist diese riesige Zahl an Flüchtlingen eine schwere Bürde. Der Libanon leidet ohnehin unter dem Bürgerkrieg, weil die Gewalt immer wieder über die Grenze schwappt. Die Wirtschaft lahmt, die Preise steigen, Touristen bleiben aus.

Die Regierung will mit allen Mitteln verhindern, dass die Syrer im Land bleiben, denn sie befürchtet, dass die vorwiegend sunnitischen Flüchtlinge das fragile Gleichgewicht zwischen den Konfessionen durcheinanderbringen könnten. Sunniten, Schiiten und Christen teilen sich die Macht im Land. Deswegen erlaubt Beirut keine offiziellen Flüchtlingslager. Viele Syrer hausen in slum-ähnlichen Camps, die höchstens geduldet werden. Andere haben in leeren Wohnungen oder Rohbauten Unterschlupf gefunden.

Aber wahrscheinlich ist für Bakri Allusch und die anderen Flüchtlinge die Armut nicht einmal das Schlimmste, sondern die völlige Hoffnungslosigkeit. Die Flüchtlingsbaracke im Libanon ist für den Syrer und seine Familie zur Endstation geworden. Wenn er könnte, würde er nach Europa gehen, sagt Bakri. «Alle hier im Lager wollen nach Europa.» Nur: Sie können nicht.

Selbst für eine illegale Flucht über die Türkei fehlt ihnen das Geld. «3000 Dollar muss man einem Schleuser bezahlen», erzählt Hussein, ein anderer Flüchtling aus dem Lager. «Und wenn Du ihnen nicht genug gibst, schmeißen sie dich auf offener See ins Wasser.» Bakri Allusch ist dreimal beim UNHCR vorstellig geworden, um nach Europa zu reisen - jedes Mal haben sie ihn weggeschickt.

Dabei unterstützt das UN-Hilfswerk Deutschland und andere Staaten bei der Vorauswahl von Flüchtlingen, die im Rahmen von Aufnahmeprogrammen ganz offiziell Visa erhalten. Bewerben aber kann sich niemand. Vielmehr suchen die Vereinten Nationen unter den registrierten Flüchtlingen diejenigen aus, die bestimmten Kriterien entsprechen. Wer nach Deutschland will, hat bessere Chancen, wenn er Kontakte ins Land hat und die Sprache spricht. Auch besonders harte Notfälle wie alleinstehende Mütter werden bevorzugt.

Ein Visum für Europa zu bekommen gleicht für die meisten Flüchtlinge aber einem Lottogewinn. Mehr als vier Millionen Syrer sind in die Nachbarländer geflohen. Zum Vergleich: Bund und Länder hatten sich 2014 darauf geeinigt, 20 000 Syrern Visa zu geben. Andere Länder nehmen viel weniger Flüchtlinge auf. Das deutsche Kontingent ist mittlerweile ausgeschöpft, das letzte Flugzeug verließ Beirut vor einigen Wochen.

Auf ein Visum für Deutschland kann jetzt nur noch hoffen, wer dort Verwandte hat. 100 Anträge auf Familienzusammenführung erhält die deutsche Botschaft in Beirut täglich. Regelmäßig bildet sich vor dem Gebäude der diplomatischen Vertretung eine lange Schlange. In zwei Schichten am Tag versucht die Botschaft, dem Andrang Herr zu werden.

Ohne Verwandte im Ausland haben Bakri Allusch und seine Familie praktisch keine Chance auf eine Ausreise. In Aleppo verkaufte er einst Kaffee und Tee in einem kleinen Laden. «Dort hatten wir ein gutes Leben», sagt er. Jetzt geht es nur noch darum, Tag für Tag zu überleben. Wie er seine Zukunft sieht? Die Antwort fällt ihm leicht: «Ich habe keine Pläne für die Zukunft.»

So, 2015-08-02 04:12
Berlin (dpa)

Debatte um Ermittlungen gegen Blog - Maaßen rechtfertigt sein Handeln

Mehr als 1000 Menschen zeigen in Berlin ihre Solidarität mit Netzpolitik.org. Mit seinem Ermittlungsverfahren gegen die Blogger manövriert sich Generalbundesanwalt Range in eine schwierige Lage. Verfassungsschutz-Chef Maaßen verteidigt sein eigenes Handeln.

Berlin (dpa) - In der Debatte um das Ermittlungsverfahren gegen die Betreiber des Internet-Blogs Netzpolitik.org hat Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sein Vorgehen verteidigt. «Um die weitere Arbeitsfähigkeit meines Hauses im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus sicherzustellen, war es notwendig, gegen die Herausgabe von als vertraulich oder geheim eingestuften Dokumenten des BfV juristisch vorzugehen», sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) der «Bild am Sonntag». «Alles Weitere ist nun eine Angelegenheit der Justiz.» Dass Generalbundesanwalt Harald Range angekündigt hatte, die Ermittlungen vorerst nicht vorantreiben zu wollen, wollte Maaßen nicht kommentieren. Seine Strafanzeigen gegen Unbekannt hatten die Ermittlungen ausgelöst.

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Journalisten von Netzpolitik.org eingeleitet hat. Der Generalbundesanwalt sah bei Gründer Markus Beckedahl und Autor André Meister einen Verdacht auf Landesverrat, weil sie Verfassungsschutz-Informationen veröffentlicht hatten. Netzpolitik.org beschrieb in zwei Artikeln Pläne der Behörde zum Ausbau der Internet-Überwachung und stellte dazu Auszüge von vertraulichen Dokumenten ins Netz. Daraufhin erstattete Maaßen Anfang Juli Anzeige gegen Unbekannt.

Die Blog-Macher hatten die Ermittlungen als «Angriff auf die Pressefreiheit an sich» bezeichnet. Um Unterstützung zu zeigen, demonstrierten am Samstag in Berlin mehr als 1000 Menschen.

Die Ermittlungen hatten scharfe, parteiübergreifende Kritik auch in Politik und Medien ausgelöst. Range sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Am Freitag hatte er deutlich gemacht, dass er die Ermittlungen momentan nicht weiter vorantreibt und auf «mögliche Exekutivmaßnahmen» verzichtet. Zunächst werde ein externes Sachverständigengutachten zur Frage eingeholt, ob es sich bei den Veröffentlichungen um die Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses handelt, sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

In der NSA-Affäre hatte die Bundesanwaltschaft nach langen Prüfungen ein - inzwischen eingestelltes - Ermittlungsverfahren wegen der  Ausforschung des Handys von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeleitet. Wegen des massenhaften Ausspähens von Bundesbürgern durch den US-Geheimdienst NSA wurde Ranges Behörde nicht in dieser Weise tätig - obwohl ihr Tausende von Anzeigen vorlagen. Auch nachdem bekannt wurde, dass der BND der NSA über Jahre geholfen haben soll, europäische Unternehmen und Politiker auszuforschen, leitete die Bundesanwaltschaft bisher kein Ermittlungsverfahren ein.

So, 2015-08-02 03:00
Hagen/Berlin (dpa)

Brandt-Zwieback künftig auch in Frankreich

Hagen/Berlin (dpa) - Der Zwiebackhersteller Brandt wagt sich erstmals ganz gezielt auf einen Auslandsmarkt. In einem Gespräch mit der «Welt am Sonntag» kündigte Geschäftsführer Christopher Ferkinghoff eine Expansion der Geschäfte auf den französischen Markt an. Vorantreiben werde Brandt darüber hinaus auch seine Diversifizierung in neue Produktlinien wie Zwieback mit Schokolade- oder Kokosauflagen. Das traditionsreiche Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Hagen erwirtschaftet jährlich mit 770 Beschäftigte einen Umsatz von rund 175 Millionen Euro.

Wie der Mehrheitseigentümer Carl-Jürgen Brandt dem Blatt sagte, werde die Gründerfamilie an dem Unternehmen festhalten. Brandt stehe nicht zur Disposition. Die Firma soll in dritter Generation von seinen beiden Söhnen fortgeführt werden, die seit kurzem an Brandt beteiligt sind.

So, 2015-08-02 03:30
Hannover (dpa)

Flüchtlingshilfe: Niedersachsen fordert Stopp hinderlicher Gesetze

Deutschlandweit klagen Länder und Kommunen über Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Niedersachsens Innenminister Pistorius will das ändern: Bis sich die Lage entspannt hat, müssten alle Regelungen ausgesetzt werden, die die Lösung behindern .

Hannover (dpa) - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert ein Moratorium für alle Gesetze, die die Beschaffung von Unterkünften für Flüchtlinge erschweren. «Ich bin gerade dabei, eine Liste mit Bundes- und Landesgesetzen vorzubereiten, die uns bei der Bewältigung dieser Herausforderung behindern oder zu viel Zeit kosten», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Dazu zählten das Vergaberecht, Vorschriften für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden und das Baurecht - all die «Auflagen also, die man erfüllen muss, um ein bestehendes Gebäude neu zu nutzen.»

Wie Pistorius die Forderung nach der Sommerpause auf Bundesebene durchsetzen will, ist noch offen. «Ob als Bundesratsinitiative oder in Form eines Artikelgesetztes über den Bundestag, das müssen wir sehen», sagte er. Entscheidend sei am Ende nur, das im Dezember keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht werden müssten.

Auch mit Blick auf die vorhandenen Probleme bei der Finanzierung fordert Pistorius mehr Tempo und Geschlossenheit: «Heute ist Flüchtlingspolitik eine gesamtstaatliche, eine nationale Aufgabe.» Der Bund müsse sich spürbar und dynamisch beteiligen. Nicht mit einem Einmalbetrag, sondern strukturell an den laufenden Kosten und so, dass mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen auch der Anteil des Bundes steige. «Aus dieser Verantwortung kommt der Bund auch nicht heraus.»

Die derzeitigen Verhandlungen von Bund und Ländern um die Kostenübernahme wirken auf Pistorius «manchmal kleinkariert». «Wenn wir der Bevölkerung signalisieren, dass wir nicht in der Lage sind, diese Herausforderung zu bewältigen, dann gefährden wir das Vertrauen der Menschen in die Handlungs- und Exekutivfähigkeit dieses Staates.»

So, 2015-08-02 03:46
Erbil (dpa)

Kurden-Präsident Barsani mahnt Türkei und PKK zu Gesprächen

Bei neuen Angriffen der türkischen Luftwaffe im Nordirak sollen mindestens acht Zivilisten getötet worden sein. Der Chef des autonomen Kurdistans fürchtet weitere Opfer - und fordert die PKK auf, die Region zu verlassen.

Erbil (dpa) - Der Präsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Massud Barsani, hat die Türkei und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen. Zugleich forderte er die PKK auf, die Region Kurdistan verlassen, um nicht das Leben von Zivilisten zu gefährden.

Die türkische Luftwaffe hatte am Samstagmorgen erneut mutmaßliche PKK-Einrichtungen im Nordirak angegriffen. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Sieben Menschen seien verletzt worden. Das türkische Außenministerium leitete Ermittlungen ein. Es werde jede Anstrengung unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden, hieß es am Samstagabend in einer Erklärung. Man wisse, dass sich keine Zivilisten in dem besagten Camp aufhielten und dass zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder dort gewesen seien. «Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt», hieß es weiter.

Nach Terroranschlägen in der Türkei mit Dutzenden Toten fliegt die türkische Luftwaffe Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und der PKK im nordirakischen Kurdengebiet. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen. Beide Seiten erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet. In dem Konflikt sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 40 000 Menschen ums Leben gekommen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besuchte am Samstag Pakistan, wo er Ministerpräsident Nawaz Sharif traf. Wie ein pakistanischer Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, sagte, suchte Erdogan Unterstützung im Kampf gegen den IS. Er wirbt demnach dafür, dass Länder wie Indonesien, Malaysia und Pakistan den Zustrom von Kämpfern in die Region durch ihre Gebiete unterbinden.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im Norden Syriens warnten die Türkei vor weiteren Angriffen. «Wenn diese provokativen Aktionen weitergehen, werden sie negative Konsequenzen haben, und die türkische Regierung wird für die Folgen verantwortlich gemacht werden», hieß es in einer Erklärung. Die YPG-Einheiten sind eng mit der PKK verbunden und kämpfen im türkisch-syrischen Grenzgebiet gegen den IS. Sie sind damit Verbündete der USA und werden seit Monaten durch Luftangriffe unterstützt.

Nach wochenlangen Kämpfen vertrieben YPG-Einheiten und syrische Regierungstruppen den IS aus der Stadt Hasaka im Nordosten Syriens. Kurden-Sprecher Idriss Nassan sprach von einem wichtigen Sieg. Nassan sagte der dpa, die Dschihadisten seien bis drei Kilometer vor der Stadt zurückgedrängt worden. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Armee habe den letzten IS-Stützpunkt in Hasaka übernommen und «Dutzende Terroristen» getötet.

Hasaka, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, war bis zum 25. Juni unter den Kurden und der syrischen Armee aufgeteilt. Dann eroberten IS-Milizen große Teile. Laut der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten die Kurden vor dem IS-Einmarsch 40 Prozent der Stadt unter ihrer Kontrolle. Jetzt seien es 70 Prozent. Kurdische Milizen töteten diesen Angaben nach zuletzt 25 Dschihadisten. Hasaka liegt strategisch wichtig nahe den Grenzen zur Türkei und zum Irak.

So, 2015-08-02 02:00
Berlin (dpa)

«Welt am Sonntag»: Zahl der Abschiebungen steigt um 42 Prozent

Berlin (dpa) - Die Zahl der Abschiebungen aus der Deutschland ist nach Informationen der «Welt am Sonntag» in diesem Jahr stark angestiegen. Unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtet die Zeitung, im ersten Halbjahr 2015 seien bereits 8178 abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückgebracht worden - ein Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als 12 600 Personen hätten Deutschland bis Ende Juni freiwillig in Richtung Heimat verlassen; 85 Prozent davon stammten den Angaben zufolge aus den Staaten des westlichen Balkans. Die Hilfesuchenden aus dieser Region werden in den seltensten Fällen als Asylsuchende anerkannt.

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So, 2015-08-02 02:23
Washington (dpa)

Neue Spekulationen über US-Präsidentschaftskandidatur von Joe Biden

Washington (dpa) - Neue Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Joe Bidens für das US-Präsidentenamt: Mitarbeiter des Vizepräsidenten sollen einem Bericht der «New York Times» zufolge Bidens Chancen auf das höchste Amt der Vereinigten Staaten ausloten. Seine Berater hätten sich diesbezüglich an führende Demokraten und Spender gewandt, schrieb das Blatt am Samstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen mit Kontakt zum 72-Jährigen und zu dessen engsten Beratern. Sie sollen sich an Unterstützer gewandt haben, die sich noch nicht für Hillary Clinton entschieden hätten oder denen ihre Schwächen als Kandidatin Sorge bereiteten.

Dem Vize von Präsident Barack Obama werden seit längerem Ambitionen nachgesagt, einen Anlauf auf den Posten im Weißen Haus wagen zu wollen. Auch der Wunsch seines im Mai an Krebs verstorbenen 46-jährigen Sohnes, sich zu bewerben, könnte den Top-Demokraten zu neuen Überlegungen bewogen haben, hieß es in dem Artikel. Im Lager der Demokraten haben neben Clinton vier weitere namhafte Politiker offiziell erklärt, sich um die Nominierung bei den 2016 stattfindenden Vorwahlen zu bewerben.

So, 2015-08-02 01:20
Hannover (dpa)

Flüchtlingshilfe: Niedersachsen fordert Stopp hinderlicher Gesetze

Hannover (dpa) - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius fordert ein Moratorium für alle Gesetze, die die Beschaffung von Unterkünften für Flüchtlinge erschweren. «Ich bin gerade dabei, eine Liste mit Bundes- und Landesgesetzen vorzubereiten, die uns bei der Bewältigung dieser Herausforderung behindern oder zu viel Zeit kosten», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Dazu zählten das Vergaberecht, Vorschriften für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden und das Baurecht.

Wie Pistorius die Forderung nach der Sommerpause auf Bundesebene durchsetzen will, ist noch offen. «Ob als Bundesratsinitiative oder in Form eines Artikelgesetztes über den Bundestag, das müssen wir sehen», betonte er. Entscheidend sei am Ende nur, das im Dezember keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht werden müssten.

Sa, 2015-08-01 21:01
Erbil (dpa)

Kurden-Chef Barsani: PKK soll Irakisch-Kurdistan verlassen

Bei neuen Angriffen der türkischen Luftwaffe sollen mindestens acht Zivilisten getötet worden sein. Der Chef des autonomen Kurdistans im Nordirak fürchtet weitere Tote - und fordert die PKK auf, die Region zu verlassen.

Erbil (dpa) - Die Regierung des autonomen irakischen Kurdistans hat die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) angesichts neuer türkischer Luftschläge aufgefordert, den Nordirak zu verlassen. Präsident Massud Barsani, Chef der Autonomieregion, verurteilte die jüngsten Bombardements und rief die Türkei wie die PKK auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die PKK solle die Region Kurdistan verlassen, um nicht das Leben kurdischer Zivilisten zu gefährden, sagte Barsani.

Am Samstagmorgen griff die türkische Luftwaffe erneut vermutete PKK-Einrichtungen im Nordirak an. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien sieben Menschen verletzt worden. Das türkische Außenministerium leitete Ermittlungen ein. Es werde jede Anstrengung unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden, hieß es am Samstagabend in einer Erklärung. Man wisse, dass sich keine Zivilisten in dem besagten Camp aufhielten und dass zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder dort gewesen seien. «Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt», hieß es weiter.

Nach Terroranschlägen in der Türkei mit Dutzenden Toten in der vergangenen Woche fliegt die tükische Luftwaffe Luftangriffe auf Stellungen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und der PKK im Kurdengebiet. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen. Beide Seiten erklärten den 2013 gestarteten Friedensprozess für beendet. In dem Konflikt sind in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als 40 000 Menschen umgekommen.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) in Nord-Syrien warnten die Türkei vor weiteren Angriffen. «Wenn diese provokativen Aktionen weitergehen, werden sie negative Konsequenzen haben und die türkische Regierung wird für die Folgen verantwortlich gemacht werden», hieß es in einer Erklärung. Die YPG-Einheiten sind eng mit der PKK verbunden und kämpfen im Norden Syriens gegen den Islamischen Staat (IS). Sie sind damit Verbündete der USA und werden seit Monaten durch Luftangriffe unterstützt.

Nach wochenlangen Kämpfen vertrieben YPG-Einheiten und syrische Regierungstruppen den IS aus der Stadt Hasaka im Nordosten Syriens. Kurden-Sprecher Idriss Nassan sprach von einem wichtigen Sieg. Nassan sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Dschihadisten bis drei Kilometer vor der Stadt zurückgedrängt worden seien. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, dass die Armee den letzten IS-Stützpunkt in Hasaka übernommen und «Dutzende Terroristen getötet» habe.

Hasaka, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, war bis zum 25. Juni unter den Kurden und der syrischen Armee aufgeteilt. Dann eroberten IS-Milizen große Teile. Laut der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatten die Kurden vor dem IS-Einmarsch 40 Prozent der Stadt unter ihrer Kontrolle. Jetzt seien es 70 Prozent. Kurdische Milizen töteten diesen Angaben nach zuletzt 25 Dschihadisten. Hasaka liegt strategisch wichtig nahe den Grenzen zur Türkei und zum Irak.

Geht doch!

Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

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Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Sa, 2015-08-01 20:53
Istanbul (dpa)

Türkisches Außenministerium leitet nach Luftangriff Ermittlungen ein

Istanbul (dpa) - Nach Berichten über acht tote Zivilisten bei einem türkischen Luftangriff im Nordirak hat das türkische Außenministerium Ermittlungen eingeleitet. Es werde jede Anstrengung unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden, hieß es am Samstagabend in einer Erklärung. Man wisse, dass sich keine Zivilisten in dem besagten Camp aufhielten und dass zum Zeitpunkt des Angriffs hochrangige PKK-Mitglieder dort gewesen seien. «Auf der anderen Seite ist es leider eine Tatsache, dass die Terrororganisation Zivilisten als menschliche Schutzschilde nutzt», hieß es weiter.

Anwohner hatten der Deutschen Presse-Agentur berichtet, dass bei dem Bombardement kurz vor Sonnenaufgang mindestens acht Zivilisten getötet worden seien. Zudem seien sieben Menschen verletzt worden.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK im irakischen Kurdistan begonnen und den Friedensprozess mit der Organisation aufgekündigt. Die PKK hat mehrfach Polizisten in der Türkei angegriffen.

Sa, 2015-08-01 19:04
Warschau (dpa)

Erinnerung an Warschauer Aufstand - «Lektion über das Leben»

Sirenenklänge und Schweigeminuten: In Warschau und vielen Städten Polens ist an den Beginn des Warschauer Aufstands vor 71 Jahren erinnert worden. Selbst auf dem größten Open Air-Festival des Landes verharrten Hunderttausende schweigend.

Warschau (dpa) - Mit Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen ist am Samstag in Polen an den Beginn des Warschauer Aufstands gegen die deutsche Besatzung vor 71 Jahren erinnert worden. Um 17.00 Uhr - der Stunde der ersten Kämpfe des Aufstands - schrillten in ganz Warschau die Sirenen. Tausende Menschen standen schweigend auf den Plätzen und großen Verkehrskreuzungen der polnischen Hauptstadt sowie vor den Gräbern und Denkmälern der Aufständischen. Busse und Straßenbahnen unterbrachen die Fahrt. Auf dem Open Air-Festival «Przystanek Woodstock» im westpolnischen Kostrzyn wurde vor mehr als 500 000 Besuchern das Bühnenprogramm unterbrochen. Jugendliche verharrten minutenlang schweigend.

Die Untergrundkämpfer hätten auch den heutigen Polen eine «Lektion über das Leben» gegeben, sagte Parlamentspräsidentin Malgorzata Kidawa-Blonska bei einer Gedenkveranstaltung in Warschau. Freiheit und Demokratie seien nicht selbstverständlich, man müsse «bereit sein, sich zu ihrer Verteidigung zu erheben», sagte sie. Regierungschefin Ewa Kopacz erklärte, die Aufständischen hätten gezeigt, «dass der Kampf um Freiheit wichtiger ist als das Leben».

Der Aufstand der Untergrundarmee «Heimatarmee» scheiterte im Oktober 1944 tragisch. Mehr als 180 000 Menschen kamen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten. Während der Kämpfe verübten die Deutschen Massaker an der Zivilbevölkerung; nach der blutigen Niederschlagung wurde Warschau systematisch zerstört. Die Rote Armee, die bereits die Stadtteile am östlichen Weichselufer erreicht hatte, griff nicht ein.

Die Bewertung des Aufstands spaltet Polen bis heute: Für die einen ist er Ausdruck von Heldentum, für die anderen sinnloses Blutvergießen.

Sa, 2015-08-01 19:03
Havanna (dpa)

Deutscher knackt Speedboat-Rekord zwischen USA und Kuba

Havanna (dpa) - Der deutsche Unternehmer Roger Klüh hat den Speedboat-Rekord zwischen den USA und Kuba gebrochen. In einer Stunde und 45 Minuten fuhr der Düsseldorfer am Samstag mit seiner «Apache Star» von Key West in Florida nach Havanna, wie der Jachtclub der kubanischen Hauptstadt mitteilte. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 1958 lag bei sechs Stunden und 23 Minuten. Die «Apache Star» ist 15 Meter lang, verfügt über 2700 PS und ist bis zu 90 Knoten (167 Kilometer pro Stunde) schnell.

Klüh sieht seinen Rekord nicht nur als sportliche Leistung, sondern auch als Beitrag zur Völkerverständigung. Er plante die Speedboat-Fahrt durch die Karibik bereits seit drei Jahren. Im Zuge der jüngsten Entspannungspolitik zwischen den USA und Kuba hatte der frühere Eishockey-Profi vor kurzem von beiden Ländern die Genehmigung für sein Projekt erhalten.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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