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Fr, 2016-04-29 13:24
Damaskus (dpa) 

Syriens Armee erklärt vorübergehende Waffenruhe für Teile Syriens

Damaskus (dpa) - Syriens Armeeführung hat für Teile Syriens eine neue vorübergehende Waffenruhe erklärt. Sie umfasse die Hauptstadt Damaskus, die Region östlich davon sowie die Küstenprovinz Latakia, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Freitag. Die zuletzt schwer umkämpft nordsyrische Stadt Aleppo wird dabei nicht genannt.

Die Waffenruhe solle am frühen Samstagmorgen beginnen. In Damaskus und östlich der Hauptstadt werde sie 24 Stunden dauern, in Latakia 72 Stunden. Die seit Februar geltende Waffenruhe war zuletzt immer brüchiger geworden. In Aleppo waren am Mittwoch bei Luftangriffen auf eine Klink mindestens 30 Menschen getötet worden.

Fr, 2016-04-29 13:57
Berlin (dpa)

Aktionen gegen islamistische Hassprediger in Deutschland

Berlin (dpa) - Mehrfach sind deutsche Sicherheitsbehörden gegen islamistische Hetzer vorgegangen. Unter ihnen waren Religionsgelehrte in Moscheen und selbst ernannte Prediger, die zu Feindschaft und Hass aufwiegelten oder direkt zu Gewalttaten aufriefen. Einige Fälle:

- Hasspredigten und Aktionen wie die «Scharia-Polizei», die 2014 in Warnwesten durch Wuppertal patrouillierte, machten Sven Lau zu einem der bekanntesten deutschen Islamisten. Die Bundesanwaltschaft ließ den Salafistenprediger im Dezember 2015 festnehmen. Lau soll verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation Jamwa in Deutschland gewesen sein. Der Bundesgerichtshof lehnte im März 2016 Laus Beschwerde gegen die U-Haft ab. In der Begründung hieß es, ihm drohe bei einer Verurteilung eine erhebliche Freiheitsstrafe. Zudem könne er auf ein Netzwerk Gleichgesinnter zurückgreifen, das ihm ein Untertauchen ermögliche.

- Der Imam der Ibrahim-Al-Khalil-Moschee in Berlin-Tempelhof soll junge Muslime zum islamistischen Kampf in Syrien aufgefordert haben. Im September 2015 durchsuchten rund 400 Polizisten die als Zentrum der Salafisten geltende Moschee und mehrere Wohnungen. Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten. Der Imam wies die Vorwürfe als «völlig absurd» zurück.

- Der Salafist Ibrahim Abou Nagie wurde 2012 bundesweit als Initiator der umstrittenen Koranverteilungsaktion «Lies!» bekannt. Er soll mehrfach Juden und Christen beschimpft haben. Im Februar 2016 verurteilte das Amtsgericht Köln den umstrittenen Prediger - allerdings wegen gewerbsmäßigen Betrugs - zu einer Bewährungsstrafe. Nagie hatte zu Unrecht 54 000 Euro Sozialleistungen kassiert. Zudem verschwieg er Nebeneinkünfte und Konten, unter anderem verwendete er für sein Koran-Projekt eingeworbene Spendengelder teilweise für sich.

- Ende 2005 wurde das Neu-Ulmer «Multi-Kultur-Haus» als Treffpunkt radikaler Islamisten geschlossen. Zu Recht, entschied zwei Jahre später der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Der Verein habe sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung gerichtet, hieß es. In dem Multi-Kultur-Haus trat auch der Deutsch-Ägypter Yehia Yousif als Hassprediger auf. Er tauchte unter, nachdem in seiner Wohnung eine Anleitung zum Bombenbau gefunden worden war.

- 2005 wurden mehrere Hassprediger aus Deutschland abgeschoben. Ein Nürnberger Imam hatte unter anderem zum Heiligen Krieg gegen Ungläubige aufgerufen und wurde nach Ägypten geflogen. Auch ein Ägypter, der in einer Bremer Moschee wiederholt zum «weltweiten Widerstand gegen die ungläubigen Amerikaner und Israelis» aufgerufen haben soll, wurde ausgewiesen. Die Behörden Baden-Württembers schoben einen weiteren Ägypter ab, der öffentlich zu Gewalttaten aufgerufen hatte.

Fr, 2016-04-29 13:36
Frankfurt/Main (dpa)

Merck-Chef Kley übergibt an Oschmann - «Gut ins Jahr gestartet»

Stabwechsel beim Pharma- und Chemiekonzern: Bei Merck verabschiedet sich Vorstandschef Kley. Er macht dem Unternehmen Hoffnung auf gute Zahlen auch in diesem Jahr.

Frankfurt/Main (dpa) - Beim Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hinterlässt der scheidende Vorstandsvorsitzende Karl-Ludwig Kley seinem Nachfolger Stefan Oschmann ein bestelltes Haus. Nach einem starken Wachstum 2015 hat sich das Darmstädter Unternehmen für das laufende Jahr zweistellige Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn vorgenommen. Alle Geschäftsbereiche seien gut in das neue Jahr gestartet, sagte Kley am Freitag bei der Hauptversammlung des Unternehmens, aus dem er sich nach neun Jahren als Vorstandschef zurückzieht.

Eine detailliertere Prognose kündigte Kley für den 19. Mai an, wenn Merck seine Zahlen für das erste Quartal vorlegen will. Für die Pharmasparte kündigte er zwei Zulassungsanträge an, einen davon für den immunonkologischen Produktkandidaten Avelumab. Der Antikörper soll das menschliche Immunsystem im Kampf gegen Tumore wappnen. Zuerst könnte die Zulassung zur Anwendung bei einer seltenen Hautkrebsform gelingen und 2017 erste Umsätze bringen.

Im Laborgeschäft integriert Merck seinen mit 17 Milliarden US-Dollar bisher teuersten Zukauf, den Ausrüster Sigma-Aldrich. «Die bis 2018 geplanten Einsparungen und Synergien von 260 Millionen Euro werden wir abliefern», sagte Kley. Im Displaygeschäft will Merck seine Marktführerschaft sichern, dabei soll das Geschäft mit Flüssigkristallen sowie neue Technologien wie etwa organische Leuchtdioden, sogenannte OLEDs, helfen. Anders als im Vorjahr sei 2016 aber mit leicht negativen Währungseffekten zu rechnen.

Unter Kley, der 2006 zum Unternehmen kam und ein Jahr später Chef wurde, hat sich Merck gewandelt und erneuert. Übernahmen im Volumen von insgesamt 31 Milliarden Euro gingen über die Bühne. Dazu gehörte 2007 die Übernahme des Schweizer Biotech-Unternehmens Serono, im Gegenzug trennte sich Merck von seinem Generika-Geschäft. 2010 kam der US-Laborausrüster Millipore dazu, der das Laborgeschäft der Darmstädter wesentlich stärkte.

Aufsichtratschef Wolfgang Büchele sagte, Kley habe Hervorragendes geleistet. Der Manager wird künftig weiter in mehreren Aufsichtsräten aktiv sein, unter anderem wird er vom Sommer an den Vorsitz im Aufsichtsrat beim Energiekonzern Eon übernehmen.

Kley sagte, der Umbau des Unternehmens wäre ohne den Rückhalt der Familie Merck nicht möglich gewesen, die rund 70 Prozent des Gesamtkapitals am Unternehmen hält. Sein Nachfolger Stefan Oschmann kam 2011 von der US-Namensschwester Merck (MSD) zu den Darmstädtern und verantwortete das Pharmageschäft. Zuletzt war er Kleys Stellvertreter. Der Wechsel an der Konzernspitze steht seit Oktober fest.

Fr, 2016-04-29 13:11
London (dpa)

Kratzende Katze: Postbote will keine Briefe mehr zustellen

London (dpa) - Die britische Post hat einen Katzenhalter ermahnt, sein Tier zu bändigen - anderenfalls würden ihm keine Briefe mehr zugestellt. Ein Postbote hatte sich beschwert, die Katze kratze ihn an den Fingern, wenn er die Post durch den Briefschlitz werfe. Das Tier sei eine «potenzielle Gefahr», heißt es nun in einem Brief der Königlichen Post an ein Paar in der Nähe von Bristol. Die Katze müsse gebändigt werden oder ein «sicherer» Briefkasten müsse her. Ansonsten - keine Post mehr.

Der Katzenhalter räumt zwar ein, dass seine vierjährige Bella mitunter ihre Krallen durch den Schlitz stecke, wenn der Briefträger raschelt. «Wir haben seit ein paar Tagen bemerkt, dass der Postbote sehr zögerlich dabei ist, die Briefe einzustecken», zitiert die BBC den Mann. Allerdings gehe er nicht davon aus, dass sein Kätzchen den Mann wirklich verletze. Ein Sprecher der Post riet dem Katzenpaar, das Tier vom Briefkasten fernzuhalten, wenn der Postbote im Anmarsch sei - «oder in dem Briefkasten einen Käfig zu installieren», sodass die Finger vor den Krallen geschützt seien.

Fr, 2016-04-29 13:53
dpa - Deutsche Presseagentur GmbH

Persönliche Erklärung des früheren SS-Wachmanns Reinhold Hanning

«Ich habe lange Zeit geschwiegen, ich habe mein ganzes Leben lang geschwiegen. Ich möchte Ihnen sagen, dass ich zutiefst bereue, einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben, die für den Tod vieler unschuldiger Menschen, für die Zerstörung unzähliger Familien, für Elend, Qualen und Leid auf Seiten der Opfer und deren Angehörigen verantwortlich ist. Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form für mein Verhalten. Es tut mir aufrichtig leid.»

(Der 94-Jährige Reinhold Hanning am Freitag im Auschwitz-Prozess vor dem Landgericht Detmold. Der frühere SS-Wachmann ist wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170 000 Fällen angeklagt.)

Fr, 2016-04-29 13:05
Detmold (dpa)

Früherer SS-Wachmann bricht Schweigen: «Es tut mir aufrichtig leid»

Detmold (dpa) - Im Detmolder Auschwitz-Prozess hat der frühere SS-Wachmann Reinhold Hanning sein Schweigen gebrochen. «Ich schäme mich dafür, dass ich das Unrecht sehend geschehen lassen und dem nichts entgegengesetzt habe», sagte der 94-Jährige am Freitag vor dem Landgericht in einer persönlichen Erklärung. «Es tut mir aufrichtig leid.» Er bereue zutiefst, einer verbrecherischen Organisation angehört zu haben, die für den Tod vieler Unschuldiger und für die Zerstörung unzähliger Familien verantwortlich sei.

Zuvor hatten seine Verteidiger einen 23-seitigen persönlichen Bericht über Hannings Jugend und seinen Einsatz in Auschwitz verlesen. Darin räumt er ein, von den Massenmorden gewusst zu haben. Er zeichnet gleichzeitig das Bild eines Mannes, der sich gegen seine Einberufung und den späteren Wachdienst nicht habe wehren können.

Gegen den 94-Jährigen wird wegen Beihilfe zum mindestens 170 000-fachen Mord in dem Vernichtungslager zwischen Januar 1943 und Juni 1944 verhandelt.

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Fr, 2016-04-29 13:23
Hannover (dpa)

Erschossener Wolf «Kurti» wird in Berlin untersucht

Hannover (dpa) - Der erschossene Wolf aus der Lüneburger Heide ist zu Untersuchungen nach Berlin gebracht worden. Im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung solle unter anderem geklärt werden, ob das «Kurti» genannte Tier krank war, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Freitag mit. Der zwei Jahre alte Rüde war am Mittwochabend bei Bad Fallingbostel im Auftrag des Ministeriums erschossen worden.

Der Wolf hatte sich immer wieder ohne Scheu Menschen bis auf wenige Meter genähert und soll zuletzt den angeleinten Hund einer Familie beim Sonntagsspaziergang angegriffen haben. «Kurti» könnte möglicherweise als Jungtier angefüttert worden oder mit Menschen in Kontakt geraten sein und so seine Scheu verloren haben

Fr, 2016-04-29 13:06
Damaskus (dpa)

Drei Tote bei Luftangriffen in Syrien - Gesundheitsstation getroffen

Damaskus (dpa) - Bei Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Rebellengebiete in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind Aktivisten zufolge mindestens drei Menschen getötet worden. Getroffen worden seien auch ein Markt und eine Moschee, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Sie machte die syrische Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich.

Bereits am Mittwoch waren bei einem Luftangriff auf ein Krankenhaus in einem Rebellengebiet Aleppos laut Rettungshelfern mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. In Syrien gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe, die zuletzt jedoch immer brüchiger geworden ist. Allein in Aleppo kamen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Menschen ums Leben.

Fr, 2016-04-29 13:59
York (dpa)

UN kritisieren Angriffe auf Zivilisten in Syrien

New York (dpa) - Nach dem Bombardement eines Krankenhauses in einem Rebellengebiet im nordsyrischen Aleppo hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bewaffnete Angriffe auf Zivilisten als «unentschuldbar» kritisiert. Sie verstießen gegen das Menschenrecht, sagte Ban am Freitag. Die Kriegsparteien müssten ihre Kampfhandlungen einstellen.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, wertete die Angriffe auf Märkte und Krankenhäuser in Syrien als «monströse Missachtung des Lebens von Zivilisten» durch alle Konfliktparteien. Die Kämpfe bewegten sich auf das Niveau vor dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands im Februar zu, erklärte er am Freitag in Genf.

Al-Hussein kritisierte den «beschämenden» Misserfolg des UN-Sicherheitsrates, der sich nicht darauf verständigen könne, die Verbrechen in Syrien an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zu überweisen. Dies sei «ein Beispiel für die schändlichste Form von «Realpolitik»», erklärte der Hochkommissar laut einer UN-Mitteilung. Die UN hätten seit Jahren Angriffe auf Krankenhäuser sowie Märkte dokumentiert, die wahrscheinlich den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllten.

Allein in Aleppo kamen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Menschen ums Leben. Auch am Freitag kam es zu Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Rebellengebiete in Aleppo, bei denen Aktivisten zufolge mindestens drei Menschen getötet worden.

Geht doch!

Saubere Profite

Als erste deutsche Stadt investiert die westfälische Kommune nur noch in ethisch-ökologische Anlagen

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Dem Stadtkämmerer von Münster bereiten die RWE-Verluste keine schlaflosen Nächte: Als erste deutsche Stadt hat die westfälische Grünen-Hochburg zum Jahresbeginn alle Geldgeschäfte mit Klimasündern eingestellt. Rückstellungen für die Beamtenpensionen – das sind immerhin 460 Millionen Euro – dürfen nicht mehr in Fonds angelegt werden, die Aktien von Öl- und Kohleunternehmen beinhalten. Mehr noch: Auch Atomenergiekonzerne, Gentechnikfirmen und Rüstungsindustrie sind tabu. Drahtzieher dieser „Divestment“-Premiere waren die örtliche Fossil-Free-Gruppe und die Grünen. Seit Sommer 2013 machten die Klima-Aktivisten Druck auf der Straße, und die Partei überzeugte schließlich den Stadtrat. „Jeder, der nicht will, dass seine Stadt durch ihre Geldgeschäfte den Klimawandel befeuert, kann eine solche Kampagne starten“, sagt Tine Langenkamp von der Klimaschutzorganisation 350.org. „Dafür muss man kein Finanzexperte sein.“ Vom Ausstieg profitiere nicht nur das Klima, er rechne sich auch noch. „Ethisch-ökologische Geldanlagen können sogar mehr Renditen abwerfen als konventionelle“, sagt der grüne Fraktionsvorsitzende Otto Reiners, „deshalb erwarten wir einen Domino-Effekt.“
gofossilfree.wordpress.com
gofossilfree.org/de

Frankreich: La vie est belle
Eben noch hat Frankreich Schlagzeilen gemacht, weil Supermärkte keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen und in Restaurants „Doggy Bags“ eingeführt werden. Nun gibt das Nachbarland in anderen Bereichen Gas: In den nächsten fünf Jahren sollen tausend Kilometer Straßenbelag mit neuartigen Solarpaneelen ausgerüstet werden – bereits zwanzig Quadratmeter könnten den Strombedarf eines Single-Haushalts decken. Und schon in diesem Sommer werden in Paris tausend E-Roller stehen, die jeder mieten kann – sie sollen für bessere Luft sorgen.

Thailand: Autarke Solarschule
In der Sisaengtham-Schule im Nordosten Thailands lernen schon kleine Kinder, nachhaltig zu leben: Sie pflanzen nicht nur ihr eigenes Gemüse an, sondern installieren und reparieren auch Solarzellen. Ziel des als „Solar-Mönch“ bekannten Gründers Phra Khru Wimon Panyakhun ist es, dass sich die Schule in allen Bereichen selbst versorgt. Die Energieernte deckt bereits den Bedarf. Außerdem entwickelten die Kinder mobile Ladestationen, mit denen Bauern die Bewässerungspumpen für ihre Reisfelder mit der Kraft der Sonne statt mit Dieselgeneratoren betreiben können.

Kamerun: Häuser aus Plastikmüll
Roger Milla, die afrikanische Fußball-Legende aus Kamerun, betreibt in seinem Heimatland eine Recyclinganlage. Aus Plastikmüll werden dort Bausteine gepresst: „Wir wollen die Umweltverschmutzung verringern und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen“, sagt Milla. Ein ähnliches Projekt verfolgt die dänische Ingenieurstudentin Lise Fuglsang Vestergard in Indien: Sie lässt zerkleinerten Plastikmüll im „Solargrill“ zu Ziegelsteinen einschmelzen. 

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Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

 

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Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

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Fr, 2016-04-29 13:41
Stuttgart (dpa)

VW-Eigner Porsche SE will trotz Dieselkrise zurück in Erfolgsspur

Die Beteiligungsfirma Porsche SE ist für die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch seit Jahren ein solider Gewinnbringer. Doch die VW-Abgaskrise hat der Firma rote Zahlen beschert. Einen Geldregen für die Eigner gibt es dennoch.

Stuttgart (dpa) - Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE rechnet nach einem herben Verlustjahr wegen des Abgas-Skandals für 2016 wieder mit einem Milliardengewinn. Das Unternehmen verfüge «unverändert über ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial», sagte PSE-Chef Hans Dieter Pötsch am Freitag in Stuttgart.

Die Finanzholding hält die Mehrheit der Stimmrechte an VW, wegen der Abgaskrise musste auch die PSE einen Verlust von 273 Millionen Euro für 2015 hinnehmen - ein herber Absturz nach dem Drei-Milliarden-Gewinn des Vorjahres. Doch weil das VW-Kerngeschäft «gesund und robust» sei, rechnet Pötsch für 2016 auch für die PSE wieder mit einem Gewinn zwischen 1,4 bis 2,4 Milliarden Euro.

VW-Chef und PSE-Vorstandsmitglied Matthias Müller ist der Ansicht, dass Volkswagen alles getan habe, um das Geschäft wieder in die Spur zu bringen: «Ich persönlich bin überzeugt, allen Berichten zum Trotz, dass wir von Anfang an vieles, um nicht zu sagen alles, richtig gemacht haben», sagte Müller.

Die Porsche SE ist eine Holding ohne eigene Autoproduktion, sie hält 52,2 Prozent der Stimmrechte bei VW. Eigentümer der PSE sind die Familien Porsche und Piëch sowie institutionelle und private Anleger. Die Familien halten alle Stimmrechte, die anderen Investoren haben nur stimmrechtslose Vorzugsaktien. Pro Aktie soll dieses Jahr gut ein Euro gezahlt werden, 2015 war es das Doppelte. Die Hauptversammlung der Porsche SE soll den Dividenden-Vorschlag Ende Juni absegnen.

Für die Dividende will die PSE etwa 300 Millionen Euro aus Rücklagen nehmen, die bisher 1,7 Milliarden Euro umfassen. Der PSE-Vorstand hatte vor einer Woche noch eine deutlich niedrigere Dividende vorgeschlagen und den Wert dann drei Tage um das Fünffache erhöht. Man habe seit vergangenen Freitag unter anderem positive Informationen zur Perspektive von VW erhalten, begründete Pötsch den Schritt. Er wollte jedoch nicht ins Detail gehen.

Der PSE-Chef nannte die Dividendenentscheidung ausgewogen. «Selbst wenn man 300 Millionen ausschüttet, ist noch genug in der Kasse, um einiges machen zu können.» Die PSE will seit langem ihre liquiden Mittel zum Kauf anderer Firmen etwa aus dem digitalen Bereich nutzen. Bislang ist allerdings erst der Kauf einer Minderheitsbeteiligung an einem US-Softwareunternehmen gelungen, das unter anderem Verkehrsdaten auswertet.

Der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, sieht die geplante Dividendenausschüttung bei der PSE kritisch. «Grundsätzlich muss eine Dividende verdient worden sein, was hier nicht der Fall ist.» Daniel Bauer, Vorstandsmitglied von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), hält die Dividendenhöhe «zwar für sportlich, aber insgesamt für noch vertretbar».

Fr, 2016-04-29 13:56
York (dpa)

UN kritisieren Angriffe auf Zivilsten in Syrien

New York (dpa) - Nach dem Bombardement eines Krankenhauses in einem Rebellengebiet im nordsyrischen Aleppo hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bewaffnete Angriffe auf Zivilsten als «unentschuldbar» kritisiert. Sie verstießen gegen das Menschenrecht, sagte Ban am Freitag. Die Kriegsparteien müssten ihre Kampfhandlungen einstellen.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, wertete die Angriffe auf Märkte und Krankenhäuser in Syrien als «monströse Missachtung des Lebens von Zivilisten» durch alle Konfliktparteien. Die Kämpfe bewegten sich auf das Niveau vor dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands im Februar zu, erklärte er am Freitag in Genf.

Al-Hussein kritisierte den «beschämenden» Misserfolg des UN-Sicherheitsrates, der sich nicht darauf verständigen könne, die Verbrechen in Syrien an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zu überweisen. Dies sei «ein Beispiel für die schändlichste Form von «Realpolitik»», erklärte der Hochkommissar laut einer UN-Mitteilung. Die UN hätten seit Jahren Angriffe auf Krankenhäuser sowie Märkte dokumentiert, die wahrscheinlich den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllten.

Allein in Aleppo kamen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Menschen ums Leben. Auch am Freitag kam es zu Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Rebellengebiete in Aleppo, bei denen Aktivisten zufolge mindestens drei Menschen getötet worden.

Fr, 2016-04-29 12:15
Seoul (dpa)

Nordkorea verurteilt weiteren US-Bürger zu Zwangsarbeit

Nordkorea wirft einem Amerikaner koreanischer Abstammung vor, militärische Geheimnisse an Südkorea weitergegeben zu haben. Jetzt wurde er zu Zwangsarbeit verurteilt. Ein weiterer US-Bürger sitzt derzeit in dem isolierten Land in Haft.

Seoul (dpa) - Das Oberste Gericht Nordkoreas hat einen weiteren US-Bürger wegen angeblicher Umsturzversuche zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt. Kim Dong Chul sei zudem der Spionage für Südkorea für schuldig befunden worden, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag. Er habe «sämtliche Verbrechen gestanden, die er zum Umsturz des sozialistischen Systems der Volksrepublik verübt hat». Das Urteil für den in Südkorea geborenen 62-jährigen Amerikaner lautete demnach auf zehn Jahre «harte Arbeit». 

Der Fall sorgt für neue Probleme in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Erst im März hatte dasselbe Gericht in dem weithin isolierten Land den US-Studenten Otto Warmbier zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, ebenfalls wegen angeblicher Umsturzversuche. Der 21-Jährige soll ein Transparent mit einem politischen Slogan in einem Hotel in Pjöngjang gestohlen haben. 

Das Regime hatte Kim Dong Chul vor etwa einem Monat ausländischen Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt. Dabei hatte er sich selber der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt. Er wurde Berichten der nordkoreanischen Staatsmedien zufolge bereits im Oktober 2015 festgenommen. Im Januar hatte Kim dem US-Nachrichtensender CNN in einem Interview in Pjöngjang gesagt, ein Verbindungsmann habe ihm einen USB-Speicher und eine Kamera zur Aufzeichnung militärischer Geheimnisse zustecken wollen.

Die nordkoreanischen Behörden hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Südkoreaner, US-Bürger und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs «feindseliger Handlungen».

Nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem ebenfalls umstrittenen Raketenstart haben die Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington deutlich zugenommen. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang Anfang März verschärft. 

À la Saison

Sagenhafter Spinat

(Spinacia oleracea)

Damit du groß und stark wirst? Von wegen! Spinat enthält gar nicht besonders viel Eisen. Weiß leider jedes Kind. Doch woher nimmt Popeye dann seine stahlharten Fäuste? Es ist... Ein Küchenkrimi.

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„Ich hab’ es geschafft. Der Spinat gab mir Kraft!“, singt ein Zeichentrickmann mit ballongroßen Unterarmen zu Militärmusik. „Ich bin Popeye der Seeheemann!“ Wir schreiben den 13. März 1942, und der Spinatmatrose hat irgendwo im Pazifik eine japanische Flotte zerlegt – im Alleingang, versteht sich. Alles, was er dafür braucht, ist eine Dose Spinat auf ex. Schon kommen die Superkräfte. Es ist die Zeit, in der selbst Comic-Helden im Dienst der US-Kriegspropaganda stehen. Die Botschaft „Der Spinat gab mir Kraft“ (im englischen Original: Strong to the finish, ’cos he eats his spinach) geht nicht nur an die Soldaten da draußen, sondern mindestens ebenso an deren Kinder daheim.

„Iss deinen Spinat!“ Wie viele Generationen hat dieser Befehl wohl gequält. Wie viel Leid war in der Welt, seit ein obskurer Chemiker im 19. Jahrhundert ein Komma falsch gesetzt und den Eisengehalt auf das Zehnfache potenziert hatte? Das Fuchsschwanzgewächs enthält gar nicht mehr von dem Spurenelement als andere Gemüse, enthüllte der Krebsexperte Terence Hamblin 1981 im British Medical Journal und folgerte spitz: „Als Eisenquelle hätte Popeye besser die Dosen verzehren sollen.“ Gute Pointe? Hier ist eine bessere: Den Rechenfehler hat es nie gegeben. Der Volksglaube, mit dem Hamblin ausgerechnet unter der Überschrift Fake! (Schwindel) aufräumte, ist selbst eine Sage. Ein „Supermythos“, wie Mike Sutton sagt. Der Kriminologe machte sich 2010 auf Spurensuche und fand: keine Quelle, nirgends. Als er Hamblin damit konfrontierte, mailte der zurück, er könne sich nicht recht erinnern. Er sei sich aber sicher, die Geschichte nicht erfunden zu haben.

Verbürgt sind Popeyes Verdienste um den Spinatabsatz in den USA. Dort hat der Matrose seine eigene Marke. Mehrere Gemeinden widmeten ihm Denkmäler. Crystal, Texas, und Alma, Alabama, konkurrieren sogar um den selbst erdachten Titel „Welthauptstadt des Spinats“. Er ist ein globales Gemüse. Im Fernen Osten zum ersten Mal kultiviert, verdankt er seinen Namen dem persischen aspanakh oder einem arabischen Poeten, der ihn als isfanatsch, Prinz aller Gemüse, pries. Im frühen Mittelalter erreichte er Spanien und verdrängte ein paar Jahrhunderte später auch seine Verwandte, die Gartenmelde, aus der deutschen Küche.

Frühjahrsspinat taugt zu mehr als grüner Pampe in Rahm. Zitrusfrüchte, auch Zitronengras stehen in frischem Kontrast zu den erdigeren Noten seiner Blätter. Als Salat oder gedünstet verträgt er sich mit gerösteten Pinienkernen, gebratenem Speck, salzigen Anchovis und beliebigen Mengen Knoblauch. Auch Joghurt schmeichelt ihm, wie die indische Küche beweist. Und Eiergerichte wie Soufflé ergänzt Spinat aufs Feinste. Aber natürlich: An kalten Apriltagen hat auch der durchpürierte Klassiker mit Muskat und „Blubb“ seine tröstende Berechtigung. Nur ein halber Mythos ist, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf. Er enthält zwar Nitrat, das Bakterien in krebserregendes Nitrit umwandeln. Stellt man Reste aber rasch in den Kühlschrank, kann man die Entstehung giftiger Substanzen verzögern. Spinat à la Saison, frisch vom Feld und in Bioqualität, enthält übrigens am wenigsten Nitrat.

Und Superkräfte setzt der zarte Grüne wirklich frei. Forscher haben Eiweiße aus seinen Blättern isoliert und tüfteln damit an „Spinatzellen“ für künstliche Fotosynthese, die einst mehr leisten sollen als Solarzellen. Popeyes spinach power speist sich allerdings aus einer anderen Quelle: Im Juli 1932 isst der Matrose zum ersten Mal Spinat – frisch vom Beet. Seine Freundin Olivia ruft: „Lieber Himmel, bist du ein Pferd?“ Popeye spricht mit Pfeife im Mund: „Spinat ist voller Vitamin A. Das macht Menschen stark und gesund.“ Wie wahr. Und hoffentlich gilt das auch für Kettenraucher.

Frisch vom Feld gibt's Spinat ab März.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2016-04-29 12:32
Wien (dpa)

200 Millionen Euro Schaden wegen Schneechaos in Österreich

Wien (dpa) - Bittere Bilanz für die Bauern in Österreich: Der jüngste Wintersturm hat in Kärnten und in der Steiermark nach Berechnungen der Österreichischen Hagelversicherung einen Gesamtschaden von mehr als 200 Millionen Euro angerichtet. Es seien etwa 1400 Schadensmeldungen eingegangen, teilte die Versicherung am Freitag mit. Auf einer Fläche von mehr als 50 000 Hektar - das entspricht etwa der Fläche des Bodensees - seien Wein-, Obst-, aber auch Spezialkulturen wie Christbäume und Spargel massiv geschädigt worden. Das genaue Ausmaß des Schadens werde erst in einigen Wochen feststehen. Zur Wochenmitte hatten starker Frost und heftiger Schneefall von bis zu einem Meter den Süden Österreichs getroffen.

Fr, 2016-04-29 12:18
Vilnius (dpa)

Litauen begrüßt deutsche Aufstockung von Nato-Truppen

Vilnius (dpa) - Der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas Litauen hat die Bereitschaft Deutschlands zur Aufstockung der Nato-Truppen im Osten als «starken Schritt der Solidarität» begrüßt. Seine Kollegin Ursula von der Leyen (CDU) habe ihn telefonisch über die Entscheidung informiert, sagte er am Freitag in Vilnius. Ein endgültiger Beschluss über die Aufstockung falle voraussichtlich auf dem Nato-Gipfel im Juli in Warschau.

Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg) und sorgt sich angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine ebenso wie seine baltische Nachbarn und Polen um seine Sicherheit. Deutschland und die Nato haben deshalb ihre militärische Unterstützung und Präsenz in der Region deutlich ausgeweitet.

Fr, 2016-04-29 12:49
Düsseldorf (dpa)

Kölner OB Reker seit Messerattacke von Alpträumen geplagt

Sie habe befürchtet, gelähmt zu sein. Als Zeugin berichtet Kölns OB Reker im Prozess detailliert von der Messerattacke. Seitdem plagen sie Alpträume von der eigenen Hinrichtung.

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat im Prozess gegen ihren Attentäter detailliert ihre Beschwerden geschildert. Seit der Messerattacke habe sie Alpträume und müsse sich einer weiteren Operation unterziehen, sagte Reker am Freitag im Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Dem 44-jährigen Angeklagten droht wegen versuchten Mordes lebenslange Haft.

«Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», schilderte sie ihre Ängste nach dem Attentat. Sie habe das Gefühl gehabt, ihr sei die Kehle durchgeschnitten worden. Seitdem träume sie von einer Hinrichtung: «Ich träume zum Glück immer nur bis zu der Stelle, bis mir die Kapuze über den Kopf gezogen wird.»

Laut ihren Ärzten habe sie sehr viel Glück gehabt, dass das Messer die Halsschlagader und den Spinalkanal verfehlt habe. Die Klinge habe einen Wirbelkörper des zweiten Brustwirbels gespalten und ihre Luftröhre durchtrennt. Wegen anhaltender Beschwerden im Hals solle sie noch einmal operiert werden.

Der Täter habe nach ihrem Eindruck sofort gezielt zugestoßen. Die Ärzte hätten ihr gesagt, die Klinge müsse sehr scharf gewesen sein. Der Angeklagte hatte behauptet, sie sei «total stumpf» gewesen. Bis heute habe der Täter kein Wort der Reue oder des Bedauerns an sie gerichtet. Das Angebot des Verteidigers, sein Mandant würde sofort einige entschuldigende Worte an sie richten, lehnte Reker ab. Dafür sei noch nicht der richtige Zeitpunkt. 

Der 44-jährige Angeklagte aus Köln, der früher der rechtsextremen Szene angehörte, hat die Tat bereits gestanden, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Reker war vor ihrer Wahl als Sozialdezernentin für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Fr, 2016-04-29 12:13
Berlin (dpa)

Steinmeier reist gemeinsam mit Ayrault nach Mali und Niger

Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fliegt am Sonntag gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Jean-Marc Ayrault zu einem dreitägigen Besuch nach Westafrika. Die beiden Minister wollen sich vor Ort im Krisenland Mali und dessen Nachbarstaat Niger informieren, wie das Auswärtige Amt am Freitag mitteilte. Im Mittelpunkt steht der Kampf gegen islamistischen Terror und die Flüchtlingskrise.

Der Norden Malis war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen wie Al-Kaida im islamischen Maghreb terrorisieren die Gegend bis heute.

Der Niger gilt inzwischen als eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Flüchtlinge, die übers Mittelmeer nach Europa gelangen wollen.

Steinmeier und Ayrault wollen auch deutsche und französische Soldaten besuchen, die in der nordmalischen Stadt Gao stationiert sind. Der Bundestag wird voraussichtlich Mitte Mai die Ausweitung des Mali-Einsatzes beschließen. Künftig sollen deutsche Militärausbilder auch im Norden tätig werden können.

Fr, 2016-04-29 13:00
Hannover (dpa)

Conti-Chef erteilt raschem E-Auto-Erfolg klare Absage Von Heiko Lossie und Matthias Arnold, dpa

Continentals Erfolgsfahrt hält nun schon seit Jahren an. Sogar die Aktionärsvertreter finden fast nur noch Lob. Und Conti-Boss Degenhart hat auch für den Start 2016 wieder nur beste Zahlen im Gepäck. Doch bei seinem Blick auf die Branche bürstet er mal gegen den Strich.

Hannover (dpa) - Continental-Chef Elmar Degenhart sieht den Traum vom umweltfreundlichen Autofahren noch in weiter Ferne. Der Weg zu echter grüner Mobilität sei lang und steinig, und die Elektromobilität spiele noch auf Jahre nur eine Nischenrolle, sagte Degenhart am Freitag bei der Hauptversammlung in Hannover. Mehrfach wies er - als Chef eines der weltgrößten Autozulieferer - das angeblich grüne Image batteriebetriebener Autos als derzeit falsch zurück. «Ohne rein grüne Stromquellen sind Elektrofahrzeuge kein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz.» Von den Aktionären erhielt Degenhart Szenenapplaus. Pünktlich zum Freitag erhöhte Conti auch seine Jahresprognose leicht.

Generell zweifelt Degenhart an der Erfolgsfahrt des E-Autos vor dem Jahr 2025. «Es muss erschwinglich sein. Heute ist es noch viel zu teuer», sagte er. Für den Durchbruch müssten die Batterien technisch noch erheblich zulegen. «Zu groß, zu schwer, zu teuer - und damit nicht tauglich für den heutigen Alltag», sagte Degenhart zum jetzigen Stand. Verglichen mit heute müssten die Batterien halb so groß und halb so schwer werden und «deutlich weniger als halbe Kosten» haben. «Aber nach derzeitiger Kenntnis sind sie erst etwa 2025 serienreif.» Die Bundesregierung hatte kürzlich eine Kaufprämie zur Förderung der schleppend anlaufenden E-Mobilität auf den Weg gebracht.

Degenhart schlussfolgerte: «Der Verbrennungsmotor wird noch weit über 2020 hinaus die wichtigste Antriebsart im Fahrzeug sein.» Wichtig sei daher, alle Chancen für sparsamere herkömmliche Antriebe zu nutzen - etwa über spritsparende Direkteinspritzung, die Zwangsbeatmung über Turbolader oder die Abgasnachbehandlung, die Schadstoffe einfängt.

Mit Blick auf weitere Trends sagte Degenhart, schon in den kommenden fünf Jahren werde vor allem die Vernetzung boomen. Daraus entstünden Chancen für Mobilitäts-Dienstleistungen. Dort sieht Conti künftig sogar mehr Geschäft als im eigentlichen Autoverkauf: «Die Nachfrage danach steigt wahrscheinlich weit über das Umsatzvolumen des Fahrzeugmarkts hinaus», sagte Degenhart.

Pünktlich zum Aktionärstreff erhöhte Conti die Jahresprognose für den Gewinn aus dem laufenden Geschäft leicht. Bei der um Sondereffekte wie Übernahmekosten bereinigten Marge werde ein Wert von «rund 11 Prozent» statt zuvor «mehr als 10,5 Prozent» erwartet. Beim Umsatz rechnet Conti weiter mit einem Anstieg um rund 5 Prozent auf dann 41 Milliarden Euro. Rechnerisch ergäbe dies für 2016 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 4,5 (2015: 4,4) Milliarden Euro.

Im Startquartal 2016 wuchs der Umsatz um 3 Prozent auf 9,85 Milliarden Euro, das Ebit kam auf 1,1 Milliarden Euro. Die Order im wichtigen Autotechnik-Bereich stieg sprunghaft um gut ein Drittel.

Als Dividende wollten die Aktionäre 3,75 Euro pro Aktie beschließen. Damit fließen insgesamt 750 Millionen Euro, so viel wie nie zuvor.

Fr, 2016-04-29 12:44
Berlin (dpa)

Jusos und jüdische Verbände: Gabriel soll Iran-Reise absagen

Berlin (dpa) - Jüdische Verbände und Teile des SPD-Nachwuchses Jusos fordern Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, seine Reise in den Iran wegen der antisemitischen Haltung Teherans abzusagen. In einem am Freitag von der Kampagne «Stop the bomb» veröffentlichten offenen Brief an den SPD-Chef heißt es: «Wer für Wirtschaftsdeals Geschäfte mit einer antisemitischen Diktatur macht, die Israel mit Vernichtung droht und bei der Verletzung der Menschenrechte weltweit an der Spitze steht, macht sich mitschuldig.»

So habe das iranische Regime kürzlich Mittelstreckenraketen getestet, die die Aufschrift «Israel muss ausgelöscht werden» getragen hätten. Zu den Unterzeichnern gehören die Jusos aus Berlin und Gabriels Heimat Niedersachsen sowie jüdische Verbände und deutsch-israelische Gesellschaften aus Berlin, Bremen, Oldenburg, Leipzig und Stuttgart.   

Gabriel will am Montag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in den Iran aufbrechen. Am Dienstag wird er in Teheran die Sitzung der deutsch-iranischen Wirtschaftskommission eröffnen, die zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder tagt. Auch ein Treffen mit Präsident Hassan Rohani ist geplant. Deutsche Unternehmen hoffen nach dem Atom-Deal und dem Ende der Sanktionen bei der Modernisierung der islamischen Republik auf Milliardengeschäfte. 

Fr, 2016-04-29 12:25
Eschborn (dpa)

Elektroprämie: Bundesamt wartet auf Umsetzungsvorschlag

Eschborn (dpa) - Das für die Auszahlung der Elektroprämie zuständige Bundesamt wartet auf konkrete Anweisungen aus Berlin. Nach der grundsätzlichen Einigung zwischen Regierung und Autoindustrie müsse das Kabinett nun über einen konkreten Umsetzungsvorschlag entscheiden, teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Freitag in Eschborn bei Frankfurt mit. Das Amt hatte im Krisenjahr 2009 die Auszahlung der äußerst erfolgreichen Abwrackprämie übernommen, mit welcher der Austausch von knapp zwei Millionen Autos gegen umweltfreundlichere Modelle gefördert wurde. Das neue Elektro-Programm scheint ebenfalls schon auf Interesse zu stoßen. Das Bafa bittet jedenfalls vorsorglich, bis zu der für Mai erwarteten Entscheidung in Berlin von Anfragen Abstand zu nehmen. «Uns erreichen verstärkt Anfragen», sagte ein Behördensprecher.

Fr, 2016-04-29 11:09
Düsseldorf (dpa)

OB Reker schildert Attentat: «Hatte große Sorge, gelähmt zu sein»

Düsseldorf (dpa) - Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat am Freitag im Prozess gegen ihren Attentäter erstmals ausgesagt. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht schilderte sie ihre Erinnerungen an den Messerangriff. «Ich bin sofort zu Boden gegangen und habe gemerkt, dass ich aus Mund und Nase blute», sagte sie.

Reker war einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin von dem 44-jährigen Frank S. niedergestochen worden. Der arbeitslose Maler und Lackierer hatte ihr ein Jagdmesser in den Hals gerammt. «Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte», sagte Reker.

Der Angeklagte hat die Tat vor Gericht gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Die parteilose Politiker war damals für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig.

Reker zeigte sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst. «Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem», sagte sie vor ihrer Zeugenaussage.

Fr, 2016-04-29 11:25
Moskau (dpa)

Russland kritisiert Einsatz von US-Soldaten in Syrien

Moskau (dpa) - Russland hat den geplanten Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien scharf kritisiert. «Wir sind besorgt, dass die USA solche Aktionen ohne Zustimmung der legitimen Regierung Syriens vornehmen», sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Freitag der Agentur Tass. «Dies ist eine Verletzung der Souveränität.»

US-Präsident Barack Obama hatte am Montag in Hannover angekündigt, bis zu 250 zusätzliche Soldaten nach Syrien zu schicken. Sie sollen örtliche Kräfte im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Bisher waren rund 50 Angehörige von US-Spezialeinheiten in Syrien aktiv.

Moskau stehe täglich in Kontakt mit dem Verteidigungsministerium in Washington, um alle Fragen zu besprechen, sagte Rjabkow. Russland sei offen, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, vor allem mit den USA, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Für eine Lösung im Syrienkonflikt gebe es keine Alternative zu den Genfer Gesprächen. «Die Lage im Friedensprozess ist sehr gespannt.»

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STUPID.T ist die erste und einzige Maschine, die auf Knopfdruck Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der menschlichen Zivilisation erzeugt. Man stecke eine überteuerte Einwegkapsel mit etwas 08/15-Tee ins Gerät, betätige die Taste – und schon gibt’s jede Menge bunten Alu- und Plastikabfall.

Entdecken Sie die neue, besonders überflüssige Art der Müllerzeugung.
Mehr auf greenpeace-magazin.de/special-t.

 

 

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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