Mi, 2015-07-01 15:40
Tunis (dpa)

Alle Opfer des Sousse-Anschlags identifiziert - 30 Briten unter Toten

Tunis (dpa) - Nach dem Attentat auf den tunesischen Badeort Sousse sind alle 38 getöteten Touristen identifiziert worden. Unter den Opfern sind 30 Briten, wie das tunesische Gesundheitsministerium am Mittwoch erklärte. Außerdem starben zwei Deutsche, drei Iren, ein Russe, ein Belgier und ein Portugiese. 39 Menschen wurden verletzt, darunter ebenfalls eine Deutsche.

Ein 24 Jahre alter Student hatte am vergangenen Freitag am Strand von Sousse das Feuer auf die Urlauber eröffnet und 38 Touristen getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Der Täter soll Verbindungen zu radikalen Gruppen gehabt haben.

Mi, 2015-07-01 16:15
Bonn (WWF)

UNECSO-Welterbe-Komitee gewährt Australien Bewährungsfrist beim Riffschutz

Australien muss seine Anstrengungen zum Schutz des Great Barrier Riffs erheblich steigern, sonst droht die Einstufung des weltgrößten Korallenriffs auf die Rote Liste der Welterbegebiete. Diese Entscheidung hat das Welterbe-Komitee der UNESCO heute auf seiner Sitzung in Bonn getroffen. Darin werden Australien verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Weltnaturerbes verordnet und man räumt dem Land quasi eine 18monatige Bewährungsfrist ein: Bis zum 1. Dezember 2016 muss die Regierung einen Fortschrittsbericht vorlegen, der die Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen belegt. Zwar würdigte die UNESCO die von Australien vorgelegten Pläne für einen verbesserten Schutz des Riffes bis 2050. Gleichzeitig betonte sie, dass die Umsetzung der Versprechen entscheidend sei. Der WWF rechnet damit, dass zum Schutz des einmaligen Naturschatzes Investitionen von mindesten 350 Millionen Euro notwendig seien."Was die Versprechungen wert sind, wird sich erst unter Wasser zeigen. Die Entscheidung der UNESCO hält den Druck auf die australische Regierung aufrecht, den Verfall des Riffs zu stoppen", hofft Günter Mitlacher vom WWF Deutschland. Offizielle Berichte der australischen Regierung bescheinigen dem Korallenriff einen immer schlechteren Gesundheitszustand. Das Weltnaturerbe hat schon mehr als die Hälfte seiner Korallen verloren. Die Populationen von charakteristischen Riff-Bewohnern wie Delfinen, Seekühen und Haien schrumpfen, aber nach wie vor zählt das Great Barrier Riff zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Es ist zudem ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, von dem rund 70.000 Jobs abhängen und mit dem jährlich 5,8 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden.

Klimawandel und eine schlechtere Wasserqualität durch Verschmutzung und Überdüngung setzen das Riff ohnehin unter Druck. Eine Kette von geplanten Hafenausbauten entlang der australischen Küste bringt mit Ausbaggerungen, Verklappungen und erhöhtem Schiffsverkehr zusätzliche Stressfaktoren und Gefahrenquellen. Das Welterbe-Komitee hat sich sehr kritisch mit den Industrialisierungsplänen und den anderen Gefährdungen auseinandergesetzt befasst und gewarnt, dass das Riff als "Welterbe in Gefahr" gelistet werden müsse, sofern der Schutz und ökologische Zustand des Riffs nicht erheblich verbessert würden.

Hierfür engagieren sich zahlreiche Menschen aus aller Welt. Über 560.000 Unterstützer haben dem Komitee in Bonn eine WWF-Petition unterzeichnet und fordern, das Great Barrier Riff vor weiterer Industrialisierung zu schützen.

Mi, 2015-07-01 13:29
Berlin (dpa)

Caritas fordert mehr deutsches Engagement für syrische Flüchtlinge

Berlin (dpa) - Die Caritas hat von Deutschland ein stärkeres Engagement für Flüchtlinge aus Syrien gefordert. «Die Lage der syrischen Flüchtlinge hat sich in den vergangenen Monaten massiv verschlechtert», sagte Peter Neher, der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, am Mittwoch in Berlin.

«Deutschland muss für diejenigen offen bleiben, die aus den Kriegsgebieten des Irak und Syriens fliehen, und sich deutlich stärker an der Flüchtlingshilfe in den syrischen Nachbarländern beteiligen», sagte Neher bei der Vorstellung des Jahresberichts von Caritas International. Ein großer Teil der Flüchtlinge aus Syrien ist in die Nachbarländer Libanon, Jordanien und die Türkei geflohen. In die Hilfe für syrische und irakische Flüchtlinge flossen von der Caritas im vergangenen Jahr knapp 11 Millionen Euro.

Nach dem schweren Erdbeben Ende April legt der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche ihr Hauptaugenmerk in Nepal auf die Bergdörfer. «Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, vor allem die Betroffenen in den schwer erreichbaren Bergregionen mit Vorratspaketen für drei Monate auszustatten», sagte der Leiter von Caritas International, Oliver Müller. Dadurch sollen sie für den Monsun gerüstet werden, der dieser Tage mit starken Regenfällen einsetzt.

Rund drei Millionen Euro fließen demnach in diese Nothilfe. Insgesamt hatte das Hilfswerk, die seinen Sitz in Freiburg hat, mehr als zwölf Millionen Euro an Spenden und Zuschüssen für die Erdbebenhilfe eingesammelt.

Laut Jahresbericht sind Caritas International im Jahr 2014 68,8 Millionen Euro anvertraut worden. Davon kommen 30,4 Millionen Euro aus Spenden und 34,6 Millionen Euro aus öffentlichen und kirchlichen Zuwendungen. Die Werbe- und Verwaltungskosten lagen nach eigenen Angaben bei unter zehn Prozent.

À la Saison

Königliche Karotte

(Daucus carota subsp. sativus)
Viele Kinder glauben ja, dass Kühe lila sind und Möhren orange. Stimmt aber nicht. Wie ein ehedem unscheinbares Wurzelgemüse zu seinem knalligen Äußeren kam, erzählen wir hier.


 

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Früher war mehr Natur! Alles wuchs wild und frei, wie der Genpool es vorgesehen hatte. Es gab keine Bayers, Syngentas und Monsantos, die Ferkel oder Brokkoli patentieren ließen. Und Kinder glaubten noch nicht, dass Kühe lila sind. So weit, so wahr. Allerdings dachten Kinder auch zu Großmutters Zeiten schon, Möhren seien orange. Ein Irrtum! Karotten gibt es auch in den Farben weiß, gelb, rot und violett,
wie wir vom Wochenmarkt wissen, seit alte Sorten wieder modern sind.

Wilde Vorfahren der Gartenmöhre wurden möglicherweise schon vor 5000 Jahren in Asien kultiviert. Manche Forscher vermuten den Ursprung in Afghanistan, dem Iran, Irak oder Anatolien. Über Spanien und Italien soll die Doldenblütlerin nach Mittel- und Westeuropa gelangt sein. Eine Möhre in Orange wird erstmals 1721 schriftlich erwähnt – und zwar von niederländischen Gartenbauern, die große Karottenzüchter waren. In den Sandböden ihrer Heimat liegen die Wurzeln der orangen Rübe, die von gelben Sorten abstammen soll. Der Legende nach experimentierten königstreue Gärtner aus politischen Gründen mit der Farbskala: Sie wollten Wilhelm von Oranien (französisch: orange, niederländisch: oranje) für den Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken.

Bewiesen ist das ebenso wenig wie die Geschichte, dass Niederländer im Zweiten Weltkrieg zum Ehrentag der Königin mit royalen Rüben um die Häuser zogen. Vermutlich wäre es keinem Besatzer aufgefallen. Schließlich hatten die niederländischen Sorten „Horn“ und „Long Orange“ schon Jahrhunderte zuvor die Rübenzucht der Deutschen unterwandert. Der Name der Möhre geht auf althochdeutsche und slawische Ausdrücke für Wurzel zurück. Mit mehr als 600.000 Tonnen Erntemenge im Jahr ist sie in Deutschland Volksgemüse. Gut so. Denn sie ist die wichtigste heimische Karotinquelle. Der Farbstoff sorgt für einen gesunden Hautton, der Sonnencremes jedoch keineswegs überflüssig macht. Aus Beta-Karotin stellt der Körper Vitamin A her, das für das Sehvermögen wichtig ist. Außerdem enthalten Mohrrüben viele B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen. Sie sind gut für das Immunsystem, wirken harntreibend und blutreinigend. Ihren milden Geschmack verdanken sie ihrem für ein Gemüse recht hohen Zuckergehalt, ätherischen Ölen und Fruchtsäuren.

Die zarten Möhrchen, die jetzt vom Feld kommen, haben eine so dünne Haut, dass man sie nicht schälen muss und roh knabbern kann. Der Körper kann Karotinoide allerdings besser verwerten, wenn Mohrrüben mit etwas Fett gegart werden. Sie sind eine der süßen, erdigen Grundlagen feiner Schmorküche und helfen, schwere Rotweinsoßen zu verfeinern. Die meisten Kinder lieben Möhrengemüse. Erwachsenen ist die Zuckerwurzel solo oft zu monoton.

„Karotten schätzen es, wenn man sie mit Familienmitgliedern zusammenbringt“, empfiehlt der britische Koch Nigel Slater – also mit anderen Doldenblütlern wie Kerbel, Koriander, Kreuzkümmel, Petersilie und Dill. Konsequent als Süßspeise behandeln die Schweizer Rübchen, wenn sie daraus schwere Torten (Rüeblichueche) zaubern – in der Tradition der Römer, die eine carota ebenfalls gerne mal als Dessert verzehrten.

Carota heißt „die Gebrannte“ und deutet auf ein ursprünglich feuerrotes Äußeres hin. Allerdings waren einige der in Asien kultivierten Karotten auch schon blau-blütig, bevor sie auf Holländer trafen, genauer gesagt – lila. Liebe Kinder, die Schokoladenonkels haben sich in der Spezies geirrt. Nicht die Kühe sind lila: It’s the carrot, stupid!

Neu frisch vom Feld gibt's die Karotte ab Juni, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

 

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

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Mi, 2015-07-01 11:20
Frankfurt/Main (dpa)

Mehr Geld und Altersvorsorge für Beschäftigte der Keramikindustrie

Frankfurt/Main (dpa) - Die rund 24 000 Beschäftigten der deutschen Keramikindustrie erhalten mehr Gehalt und höhere Beiträge zur tariflichen Altersvorsorge. Die Gewerkschaft IG BCE und die Arbeitgeber einigten sich in dem am Mittwoch vorgestellten Abschluss auf zwei Stufen von 2,2 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr. Außerdem gibt es ebenfalls in zwei Stufen von zusammen 200 Euro höhere Arbeitgeberbeiträge zur Altersvorsorge, wie beide Seiten berichteten. Betriebe mit besonders gutem Geschäftsverlauf können diesen Teil um bis zu 300 weitere Euro aufstocken. Der Arbeitgeberverband BVKI wies auf die starke Belastung der Branche durch hohe und unsichere Energiepreise hin.

Mi, 2015-07-01 06:15
Ufa (dpa)

Die Brics-Staaten und ihre Ziele

Ufa (dpa) - Rund 40 Prozent der Weltbevölkerung und etwa 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung stellen die fünf Brics-Staaten gemeinsam. An Selbstbewusstsein fehlt es Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - aus deren Anfangsbuchstaben die Abkürzung rührt - also nicht. Am deutlichsten wird dies wohl bei der 2014 gegründeten Brics-Entwicklungsbank - sie soll zu einem Konkurrenten der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgebaut werden und ist eine unverhohlene Kampfansage an die traditionellen Wirtschaftsmächte Europa und USA. Schon lange sehen sich die wachsenden Schwellenländer von den westlichen Industriestaaten ungerecht behandelt.

Zwar bestreitet Russlands Präsident Wladimir Putin, dass Brics oder andere von Russland unterstütze Bündnisse nicht gegen den Westen gerichtet seien. Aber dass sie eine Alternative sein sollen, bestreitet er nicht. Einige Mitglieder sind bereits jetzt eng verbunden, etwa die UN-Vetomächte Russland und China. Andere arbeiten etwa in der Energiefrage zusammen. So soll Russland in Indien und in Südafrika Atomkraftwerke bauen. Experten merken aber an, dass sich die Partner gravierend in ihren politischen Systemen unterscheiden.

Beobachter sehen Brics durchaus auf dem Weg zu einer machtvollen Organisation. Aber Prognosen, wonach die Fünfer-Gruppe bald die EU und die USA einholen, werden sich kaum erfüllen. Nur China ist es gelungen, ein globaler Wirtschaftsgigant zu werden. Am wenigsten Macht unter den Brics-Staaten hat Südafrika, das von den Partnern aber als wichtiges Tor zum afrikanischen Kontinent verstanden wird.

Mi, 2015-07-01 13:05
Damaskus (dpa)

Kurden vertreiben IS erneut aus Grenzstadt - Türkei verstärkt Truppen

Die Grenzstadt Tell Abjad ist für die IS-Terrormiliz strategisch wichtig. Doch ein Angriff der Extremisten auf den Ort scheitert. Die Türkei verlegt laut Medien Panzer und Soldaten an die Grenze.

Damaskus (dpa) - Kurdische Einheiten haben die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wieder aus der wichtigen Grenzstadt Tell Abjad in Nordsyrien vertrieben. Bei den Kämpfen seien mindestens vier Extremisten und drei Kurden getötet worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hatten Tell Abjad vor zwei Wochen vom IS befreit und der Terrormiliz eine schwere Niederlage zugefügt. Am Dienstag gelang es den Dschihadisten jedoch erneut, Gebiete im Osten der Stadt unter Kontrolle zu bringen. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter wurden sie dabei von sunnitischen Kämpfern aus der Stadt unterstützt.

Mit der Niederlage in Tell Abjad verlor der IS seine wichtigste Nachschubroute in die Türkei. Die Kurden wiederum kontrollieren durch die Einnahme der Stadt ein Gebiet, das sich über rund 400 Kilometer an der Grenze zum Nachbarland erstreckt.

Die Türkei befürchtet, die Kurden in Syrien könnten einen eigenen Staat ausrufen und so die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im eigenen Land anheizen. Die YPG sind eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden. Türkische Medien hatten in dieser Woche über eine Intervention der Türkei in Syrien spekuliert.

Die Zeitung «Habertürk» berichtete am Mittwoch, die türkische Armee habe ihre Truppen an der Grenze verstärkt. Unter anderem seien 32 Panzer und mehrere Busse mit Soldaten in die südtürkische Provinz Kilis verlegt worden. Die Zeitung «Cumhuriyet» meldete, im weiter östlich gelegenen Karkamis habe die Armee Artillerie stationiert.

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Mi, 2015-07-01 13:28
Helsinki/Moskau (dpa)

Russland kritisiert finnisches Einreiseverbot für Parlamentschef

Helsinki/Moskau (dpa) - Trotz Kritik aus Moskau will Finnland den russischen Parlamentschef Sergej Naryschkin nicht zu einer Tagung der OSZE in Helsinki einreisen lassen. Der Vorsitzende der Staatsduma stehe auf der westlichen Sanktionsliste im Ukraine-Konflikt und dürfe den Schengen-Raum nicht betreten, teilte das finnische Außenministerium am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte das Verbot empörend. Naryschkin wolle nicht an bilateralen Gesprächen, sondern an internationalen Verhandlungen teilnehmen. Es sei unannehmbar, dass Strafmaßnahmen dies verhinderten, meinte Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Naryschkin sagte, Russland werde nun keine Delegation zur Tagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der nächsten Woche schicken.

Finnland betonte, das Einreiseverbot betreffe insgesamt sechs Mitglieder der russischen Delegation. «Wir haben uns mit anderen Mitgliedsstaaten der EU und auch der OSZE beraten, bevor wir die Entscheidung getroffen haben», sagte ein Sprecher des Außenamts.

Im Ukraine-Konflikt hatten der Westen und Russland gegenseitig Einreiseverbote gegen Politiker und Unternehmer verhängt. Zuletzt konnten auch deutsche Parlamentarier nicht nach Russland einreisen.

Mi, 2015-07-01 10:12
Luxemburg (dpa)

EuGH macht strenge Auflangen für Vertiefung von Weser und Elbe

Luxemburg (dpa) - Bei der Entscheidung über die Vertiefung von Weser und Elbe spielt der Gewässerschutz nach einem EU-Urteil eine wichtige Rolle. Er müsse bei jedem Einzelprojekt beachtet werden und sei nicht nur eine allgemeine politische Zielvorgabe, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch (Rechtssache C-461/13).

Im konkreten Fall geht es zwar nur um die Vertiefung der Weser von der Mündung bis Bremen, die den Fluss für größere Containerschiffe befahrbar machen soll. Das Urteil gilt aber auch als richtungweisend für die Vertiefung der Elbe. In beiden Fällen muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

Mi, 2015-07-01 13:17
Kiel (dpa) 

Kieler Werft baut größte U-Boote ihrer Geschichte

Kiel (dpa) - Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat mit dem Bau von zwei etwa 70 Meter langen U-Booten für Singapur begonnen. Es handelt sich um die bislang größten Boote mit Brennstoffzellen, die dort gebaut wurden. «Die Auftragslage in Kiel ist gut», sagte ein TKMS-Sprecher am Mittwoch. Zum Singapur-Geschäft wollte er sich nicht äußern. Zuvor hatten die «Kieler Nachrichten» über den Baubeginn berichtet. 

Der Auftragswert liegt inklusive Ausbildungs- und Logistikpaket bei 1,4 Milliarden Euro. Die Kieler U-Boot-Werft (früher HDW) mit rund 2500 Mitarbeitern ist in den nächsten Jahren ausgebucht. Bei nichtatomaren U-Booten gehört sie zur internationalen Spitze. Zurzeit kämpft TKMS um einen Riesenauftrag aus Australien gegen Konkurrenz aus Frankreich und Japan.

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Drohnen als Förster

Unbemannte Flugkörper sollen pro Jahr weltweit eine Milliarde Bäume pflanzen

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Jährlich werden auf der Erde rund 26 Milliarden Bäume gefällt. Der ehemalige Nasa-Ingenieur Lauren Fletcher nimmt den Kampf gegen die globale Entwaldung auf. Um den Schwund wettzumachen, entwickelte seine in Oxford ansässige, gemeinnützige Firma Bio Carbon Engineering eine innovative Drohne. Diese scannt auch unzugängliche Gegenden, kartografiert baumlose Regionen und bestimmt die Bodenart. Zusammen mit Ökologen entscheidet das Unternehmen, welche Bäume wo gepflanzt werden. Dann wird der Flugkörper ein zweites Mal losgeschickt. Per Druckluft schießt er kleine Saatgut-Kapseln in den Boden. Die Kapseln sind biologisch abbaubar und schützen das keimende Saatgut in der ersten Zeit. „Der industriellen Waldvernichtung können wir nur mit industrieller Aufforstung begegnen“, ist Fletcher überzeugt. Das Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase, erste Tests sind im Laufe des Jahres geplant. Obwohl dem britischen Start-up noch Investoren fehlen, hofft Fletcher, dass die Firma schon bald Regierungen für Aufforstungsprojekte begeistern und jedes Jahr eine Milliarde Bäume pflanzen kann.
biocarbonengineering.com

Außerdem Interessant

Frankreich
Mit einem Ende Mai verabschiedeten Gesetz will die französische Nationalversammlung die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmen: Große Supermärkte werden verpflichtet, überschüssige Produkte künftig an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden. Für Menschen ungeeignete Reste können laut Beschluss des Parlaments auch kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden. Dabei wandern in Frankreich pro Person und Jahr „nur“
bis zu 30 Kilogramm ungenutzt in den Müll. Hierzulande fallen pro Kopf und Jahr rund 82 Kilo Essensabfälle an.
 

Münster
Seit 1989 dürfen in Münster auf kommunalen Flächen der westfälischen Stadt keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Sprießendes Unkraut wird mit Heißluftwalzen oder Wildkrautbürsten entfernt. Diese Verfahren sind zwar aufwendiger und teurer, aber giftfrei. Dank einer Beratung durch den BUND verzichten inzwischen etliche Kommunen auf Pestizide. Dem Vorreiter Münster folgten zum Beispiel Saarbrücken, Tübingen und Bielefeld.
bund.net/pestizidfrei

Berlin
Heimischen Dünger stellen die Berliner Wasserwerke her, indem sie Phosphat aus Klärschlamm zurückgewinnen. Der Wasserversorger verkauft das recycelte Düngemittel unter dem Namen „Berliner Pflanze“ an Landwirte. Das Verfahren haben sich die Ingenieure patentieren lassen. Es dürfte weltweit auf Nachfrage stoßen, denn die globalen Phosphatvorräte gehen zur Neige.
bwb.de/berlinerpflanze
 

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

Außerdem Interessant

Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

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Mi, 2015-07-01 10:29
Lyon (dpa)

Regionale Akteure wollen Kampf gegen Klimawandel voranbringen

Lyon (dpa) - Fünf Monate vor dem Weltklimagipfel in Paris beraten Vertreter von Regionen, Gemeinden und Zivilgesellschaft über ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel. Lokale Regierungen stünden dabei in vorderster Linie, erklärten die Veranstalter vor dem zweitägigen Treffen, das am Mittwoch in Lyon begann. Sie könnten einerseits dazu beitragen, weniger Treibhausgase auszustoßen - zum Beispiel in den Bereichen Verkehr, Energie und Stadtplanung. Zum anderen spielten sie eine wichtige Rolle beim Umgang mit den Folgen der globalen Erwärmung.

Die rund 800 Delegierten wollen auch Textvorschläge für den geplanten neuen Weltklimavertrag vorlegen. Dieser soll den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad beschränken. Der Klimagipfel COP21 findet vom 30. November bis 11. Dezember in Paris statt.

Mi, 2015-07-01 11:13
Moskau (dpa)

Russland stellt Gaslieferungen an Ukraine ein

Moskau (dpa) - Nach dem Scheitern neuer Energiegespräche unter Vermittlung der EU hat Russland seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Es sei kein Geld für Juli überwiesen worden, teilte der Staatskonzern Gazprom in Moskau mit. Deshalb sei am Mittwochmorgen die Versorgung gestoppt worden.

Am Vorabend hatten sich Moskau und Kiew bei Verhandlungen in Wien nicht auf neue Lieferbedingungen einigen können. Russland hatte einen Rabattpreis von 247,18 US-Dollar (221 Euro) je 1000 Kubikmeter Gas vorgeschlagen. Die Ukraine forderte noch stärkere Preisnachlässe. Das krisengeschüttelte Land will sich nun mit Lieferungen aus der Slowakei versorgen.

Mi, 2015-07-01 10:19
Luxemburg (dpa)

EuGH macht strenge Auflagen für Vertiefung von Weser und Elbe

Luxemburg (dpa) - Bei der Entscheidung über die Vertiefung von Weser und Elbe spielt der Gewässerschutz nach einem EU-Urteil eine wichtige Rolle. Er müsse bei jedem Einzelprojekt beachtet werden und sei nicht nur eine allgemeine politische Zielvorgabe, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch (Rechtssache C-461/13).

Im konkreten Fall geht es zwar nur um die Vertiefung der Weser von der Mündung bis Bremen, die den Fluss für größere Containerschiffe befahrbar machen soll. Das Urteil gilt aber auch als richtungweisend für die Vertiefung der Elbe. In beiden Fällen muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

Mi, 2015-07-01 13:18
Peking/Paris (dpa)

China will Treibhausgase stärker reduzieren - Aktivisten fordern mehr Von Andreas Landwehr, dpa

Wie stark sich die Erde erwärmt, hängt maßgeblich von China ab. Die Regierung kündigt für den Weltklimagipfel in Paris größere Anstrengungen an. Ein erster Schritt - aber zu wenig und zu spät?

Peking/Paris (dpa) - Im Kampf gegen die Erderwärmung will China den Ausstoß von Treibhausgasen stärker als bisher geplant reduzieren. Umweltschützer bezeichneten das Versprechen Pekings am Mittwoch als einen «guten Anfang», dem aber noch weitere Taten folgen müssten. Der weltgrößte Energieverbraucher hatte am Vortag für den Weltklimagipfel im Dezember angekündigt, seine Emissionen gemessen an der Wirtschaftsleistung bis 2030 um 60 bis 65 Prozent gegenüber 2005 reduzieren zu wollen. Ferner soll der Ausstoß von Kohlendioxid möglichst vor 2030 den Höhepunkt erreichen.

China leiste damit einen Beitrag «für die globale Klimasicherheit», lobte der WWF in einer Mitteilung. Die Naturschutzorganisation hofft, dass Peking so auch dem Markt für erneuerbare Energie zu einem weiteren Aufschwung verhelfen kann. Mit rund 81 Milliarden US-Dollar investierte China bereits im vergangenen Jahr weltweit das meiste Geld in saubere Energie, wie aus einer Bloomberg-Studie hervorgeht.

Die Umweltorganisation Germanwatch nannte die neuen Zusagen Chinas einen «Meilenstein». Die vorliegenden Länderpläne zeigten allerdings, dass weitere Anstrengungen erforderlich seien. «Es reicht nicht, das Zwei-Grad-Limit immer wieder zu beschwören. Ab jetzt muss es auch darum gehen, die Ziele der großen Länder nachzubessern», sagte Geschäftsführer Christoph Bals. «Auch die EU ist da gefordert.»

Die neuen Klimaziele hatte Regierungschef Li Keqiang am Dienstag bei seinem Besuch in Paris verkündet. Nach den neuen Zusagen soll auch der Anteil der nicht-fossilen Energie in China bis 2030 von heute 11,2 auf 20 Prozent steigen. In den bisherigen Zielen von 2009 waren 15 Prozent bis 2020 angestrebt worden. Auch sahen die früheren Zusagen eine Verringerung der Kohlendioxidmissionen gemessen an der Wirtschaftsleistung bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 vor. Davon sind heute schon 33,8 Prozent erreicht.

In Paris soll Ende des Jahres ein verbindliches Abkommen über die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen für mehr als 190 Staaten erzielt werden. Ziel soll eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit sein. In dem Papier, das China jetzt für den Weltklimagipfel vorlegte, werden die Versprechen als «äußerste Bemühungen» der zweitgrößten Volkswirtschaft zur Bewältigung der Erderwärmung beschrieben.

Mit den neuen Zielen muss China seinen Kohlendioxidausstoß zwischen 2005 und 2030 um jährlich 3,6 bis 4,1 Prozent verringern, hob Li Junfeng vom chinesischen Zentrum für Klimastrategie (NCSC) hervor. Das sei schneller als die Pläne der USA oder der Europäischen Union. Als größter Kohleverbraucher ist China auch der größte Kohlendioxidproduzent der Welt.

Experten wiesen darauf hin, dass China längst auf dem besten Weg sei, seine bisherigen, eher moderaten Ziele zu erfüllen. Auch werde das langsamere Wirtschaftswachstum und der laufende Strukturwandel weg von umweltverschmutzenden Industrien und hin zu einer nachhaltigeren Entwicklung den CO2-Ausstoß weiter bremsen. Jüngste Studien rechnen damit, dass Chinas Ausstoß von Kohlendioxid nicht erst 2030 wie jetzt in Aussicht gestellt, sondern bereits 2025 oder vielleicht sogar früher seinen Höhepunkt erreichen werde.

Mi, 2015-07-01 11:30
London (dpa)

Nationales Trauma: London kann Anschläge von 2005 nicht vergessen Von Michael Donhauser, dpa

In Tunesien sterben bis zu 30 Briten im Kugelhagel eines islamistischen Attentäters. In London weckt das Erinnerungen an 2005. Damals lösten Anschläge auf die Londoner U-Bahn ein nationales Trauma aus.

London (dpa) - Die Erinnerungstafel in der Londoner U-Bahn-Station Edgeware Road fällt heute kaum mehr auf. Sechs Namen stehen auf dem schwarzen Oval geschrieben. Namen von Menschen, die am 7. Juli 2005 in einem Zug der Circle Line nahe des Bahnhofes Opfer eines heimtückischen Selbstmordanschlages geworden waren. Es war einer von vier Angriffen islamistischer Terroristen an diesem Tag auf London.

Während Premierminister Tony Blair die Führung der industrialisierten Welt zum G8-Gipfel in Schottland versammelt hatte, starben ein paar Hundert Kilometer südlich in drei U-Bahn-Zügen und einem Doppeldeckerbus 52 Unschuldige und die vier Attentäter, aus Pakistan stammende Muslime mit britischem Pass im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Für die Briten ist und bleibt es der «Horror of 7/7», wie Labour-Politikerin Harriet Harman es kürzlich zusammenfasste - ein nationales Trauma.

«London wird sie nicht vergessen und all jene, die an diesem Tag leiden mussten», heißt es in der Inschrift weiter. Und tatsächlich: Die schrecklichen Ereignisse vom Juli 2005 haben sich in die DNA des Landes eingebrannt, fast so wie vier Jahre zuvor die Anschläge von 9/11 in die Seele der Vereinigten Staaten. Die Terrorangst ist auf der Insel und speziell in ihrer Hauptstadt allgegenwärtig, manchmal bis zur Grenze der Paranoia. In Londons Bahnhöfen gibt es heute keine Gepäckschließfächer mehr, im Regierungsviertel Westminster nicht einmal öffentliche Abfalleimer. Auf jeweils zehn Briten kommt eine Überwachungskamera. Als dieser Tage die Londoner Polizei eine Evakuierungsübung veranstaltet, ist das Thema in allen nationalen Medien.

Die Angst in London hat auch mit der U-Bahn zu tun. Das über 150 Jahre alte Netzwerk ist mit all seinen Schwächen, Unzulänglichkeiten und vor allem Unpünktlichkeiten die Lebensader der Stadt. Praktisch jeder Londoner fährt die steilen Rollentreppen hinab und drängt sich durch die engen Tunnel. Vier Millionen Fahrten werden pro Tag mit den Zügen der «Tube» absolviert. Die Enge in den verwinkelten Tunneln und Schächten machte es den vier Attentätern vergleichsweise leicht, die Überwachung dagegen schwer.

Und den Einsatz der Rettungskräfte. Ein Untersuchungsbericht, der zwei Jahre nach den Anschlägen bekanntwurde, listete haarsträubende Probleme auf. Wegen eines mangelnden Funknetzes mussten die Hilfskräfte Kuriere zur Kommunikation durch das Tunnelnetz schicken, Verbandskästen konnten nicht geöffnet werden, Notausgänge nicht benutzt werden. Angehörige der Opfer kritisierten die schleppende Bergung. Die Behörden belogen die Öffentlichkeit zunächst, täuschten einen Unfall vor, um Panik zu vermeiden.

Andererseits wurde 7/7 in London auch zum Symbol für enorme Tapferkeit und den Zusammenhalt der Menschen im oft anonym erscheinenden Großstadtdschungel London. Die Fernsehbilder einer blutverschmierten Frau gingen um die Welt, die jede Hilfe von Rettungskräften strikt ablehnte. «Anderen geht es schlechter», sagte sie. Viele Londoner packten an und halfen sich gegenseitig in der Not. Feuerwehrleute und Polizisten tauchten in die Rauchschwaden der U-Bahn-Röhren ein - in vollem Bewusstsein, dass jeden Moment die nächste Bombe explodieren kann.

Das Attentat in Tunesien, wo wohl 30 Briten im Kugelhagel eines islamistischen Attentäters starben, hat kurz vor dem 10. Jahrestag vielen Londonern die Ereignisse des Sommers 2005 wieder vor Augen geführt. Das inzwischen im Hyde-Park errichtete Mahnmal aus 52 Edelstahl-Stelen wurde zum Symbol für die Trauer. In einigen Tagen werden Londons Bürgermeister Boris Johnson und Premierminister David Cameron dort sprechen und sagen, dass sie im Kampf gegen den Terror niemals nachgeben werden. Jeff Porter, der damals im Führerhaus eines Gegenzuges im Bombentunnel saß, wird dann ein paar Tage an der See verbringen, wie er dem «Guardian» sagte. Er kann bis heute nicht an die Stelle des Unheils zurückkehren.

Mi, 2015-07-01 11:40
Luxemburg (dpa)

Im Zentrum der Krisen: Luxemburg übernimmt EU-Ratsvorsitz

Auf Luxemburg kommen jede Menge Probleme zu: Das Großherzogtum hat offiziell den EU-Ratsvorsitz übernommen - und muss sich nun federführend um Europas Krisen kümmern.

Luxemburg (dpa) - Die Regierung Luxemburgs hat am Mittwoch für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft und damit eine politische Führungsrolle im Krisenmanagement der Europäischen Union übernommen. Die Krise um Griechenland, die britische Forderung nach Reformen des EU-Regelwerks und die heftig umstrittene Verteilung von Flüchtlingen auf die 28 EU-Staaten gehören zu den größten Herausforderungen der Präsidentschaft.

«Luxemburg will als Vermittler arbeiten und Brücken bauen», sagte der liberale Premierminister Xavier Bettel zur Rolle des Großherzogtums während der turnusmäßigen Ratspräsidentschaft. Er werde eng mit dem seit November amtierenden Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, seinem Vorgänger im Amt des luxemburgischen Regierungschefs, zusammenarbeiten.

Bettel hat mehrfach betont, er wolle den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Ein Austritt Athens wäre eine «Lose-Lose-Situation», bei der alle Seiten verlören. Ein Schuldenschnitt komme aber nicht infrage.

Die vom britischen Premierminister David Cameron verlangte Neuverhandlung der Beziehungen Großbritanniens zur EU muss in der luxemburgischen Ratspräsidentschaft beginnen. Cameron hat seinen Bürgern für 2017 ein Referendum über die weitere Zugehörigkeit zur EU versprochen. Bei dieser Volksabstimmung sollen mögliche Reformen eine wichtige Rolle spielen.

Zu den anderen wichtigen Themen gehört die Umsetzung eines Beschlusses der EU-Staats- und Regierungschefs vom 28. Juni, wonach 40 000 Flüchtlinge, die sich in Italien und Griechenland aufhalten, auf freiwilliger Basis in anderen EU-Staaten aufgenommen werden sollen. Auch die Vorbereitung der EU-Position bei der UN-Klimakonferenz, die am 30. November in Paris beginnt, gehört zu den Hauptaufgaben der Luxemburger.

Es ist das zwölfte Mal, dass Luxemburg - ein Gründungsmitglied der EU - die Ministerräte der Union leitet. Ausgenommen ist lediglich der Außenministerrat. Der Ratsvorsitz hat auch die Aufgabe, in der Gesetzgebung Kompromissvorschläge zwischen den Ländern und dem EU-Parlament und der EU-Kommission zu erarbeiten. Alle sechs Monate wechselt die Präsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern nach einer festgelegten Reihenfolge. Im Januar 2016 übernehmen die Niederlande.

Zuvor lag die Ratspräsidentschaft bei Lettland. «Wir haben getan, was von uns erwartet wurde, und sogar noch mehr», sagte Regierungschefin Laimdota Straujuma zum Abschluss des EU-Vorsitzes ihres Landes. «Wir haben Fortschritte bei den Zielen gemacht, die wir uns selbst gesetzt haben, und zugleich haben wir auch gezeigt, dass wir in der Lage sind, auf komplizierte und unerwartete Situationen zu reagieren.»

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Die Lage ist ernst!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Das Greenpeace Magazin ist werbefrei – mit Ausnahme der Rückseite jeder Ausgabe. Allerdings stellen wir mit leichten textlichen Eingriffen Dinge richtig, die im Original verschleiert, beschönigt oder weggelassen wurden. (Achtung: Wollen Sie die Anzeigen teilen, per Mail verschicken oder ausdrucken, müssen sie mit dem Hinweis „Keine Anzeige“ versehen sein.)

Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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