So, 2015-03-29 10:56
Sanaa (dpa)

Die wichtigsten Akteure in der Jemen-Krise und Grafik Nr. 22442

Sanaa (dpa) - Schiitische Huthi-Rebellen haben den Jemen überrannt, Saudi-Arabien greift mit Luftschlägen von außen ein. Ein Überblick der wichtigsten Akteure im Machtkampf:

DIE HUTHIS sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Benachteiligung sowie Korruption und Vetternwirtschaft der Regierung lösten ihre Rebellion aus. Den Huthis geht es eher um Macht und Einfluss im Land als um Ideologie. Im September 2014 eroberten rund 30 000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

PRÄSIDENT HADI gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Hadi (69) hat jetzt Asyl in Riad gefunden. Bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga nannte er die Huthis «Handlanger und Spielzeug des Irans» und forderte einen Kampf bis zu deren Aufgabe.

SAUDI-ARABIEN will verhindern, dass eine Schiitenmiliz, die mit dem schiitischen Iran verbandelt sein soll, das bettelarme Nachbarland kontrolliert und aus dem Einflussbereich der Sunniten reißt. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Stellungen der Huthis und deren Verbündete. Der neue König Salman (79) steht vor seiner ersten großen internationalen Bewährungsprobe. Der Militäreinsatz im Jemen dauert nach seinen Worten solange, bis dort wieder Frieden und Stabilität herrschen. Den Huthis warf der Monarch einen Putsch vor. Ohne den Iran namentlich zu nennen, sprach Salman von Regionalmächten, die aus dem Jemen eine Ausgangsbasis für ihren Einfluss in der Region machen wollten.

Der IRAN versucht als stärkster Rivale Saudi-Arabiens in der Region, via Jemen einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und fordert einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens. Aus Sicht des Irans steckt der Jemen in einer internen Krise, die nur durch Verhandlungen der zerstrittenen Parteien gelöst werden kann. Unbewiesene Vorwürfe lauten dagegen: Der Iran soll die Huthis finanzieren und die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz aus dem Libanon soll Militärberater entsandt haben.

EX-PRÄSIDENT ALI ABDULLAH SALIH schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben. Der Langzeitherrscher trat zwar Anfang 2012 nach Protesten zurück, zieht aber im Hintergrund weiter Strippen. Wichtige Einheiten der Armee und Sicherheitskräfte, die Luftwaffe und die Republikanische Garde schlugen sich mit Salih auf die Seite der Huthis. Nach dem Eingreifen Saudi-Arabiens rief der 73-Jährige in einer Fernsehansprache zu Waffenruhe, Dialog und Präsidentenwahl auf. Salih versprach, niemand aus seiner Familie werde kandidieren. Sein Sohn Ahmed, ein ehemaliger einflussreicher General, soll wieder Truppen im Land befehligen.

AL-KAIDA AUF DER ARABISCHEN HALBINSEL (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

So, 2015-03-29 10:40
hsh0022 4 vm 179 lno 1097 Mode/Umwelt/Hamburg/Greenpeace/ Greenpeace-Studie

hsh: Greenpeace-Studie: Jugendliche denken grün, kaufen aber konventionell

Hamburg (dpa/lno) - Jugendliche achten laut einer Greenpeace-Umfrage beim Kleiderkauf auf Design, Preis und Marken, jedoch kaum auf die Herstellungsbedingungen. Sie wüssten zwar über die Ausbeutung von Textilarbeitern und den Chemikalieneinsatz in der Textilindustrie Bescheid, blendeten dies aber beim Kauf aus, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten und von der Umweltorganisation in Auftrag gegebenen Untersuchung des Instituts nuggets. Die Meinungsforscher befragten nach eigenen Angaben vom 13. bis 19. Januar 500 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren.

Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen kaufen ihre Kleidung laut der Studie bei großen Modeketten. Etwas mehr als die Hälfte bestellt sich die Mode online nach Hause. Die Herstellungsbedingungen oder Textilsiegel seien nur für gut zehn Prozent der Jugendlichen wichtig. Nur wenige junge Leute kennen bekannte grüne Labels.

Grund für den geringen nachhaltigen Kleiderkonsum sind laut Greenpeace Vorurteile: Grüne Mode sei zu teuer, nicht modisch genug und die Auswahl zu gering. Ein weiterer Grund sei, dass Läden und Siegel für ökologisch hergestellte Kleidung nicht bekannt genug seien. Fast 70 Prozent der Jugendlichen mag Secondhand-Kleidung nicht, weil sie als «nicht sauber» gilt.

So, 2015-03-29 09:52
San Francisco (dpa)

Klage wegen Diskriminierung im Silicon Valley erfolglos

Frauen sind im Silicon Valley in der Minderheit. Die Klage einer Frau, die dem Internet-Finanzierer KPCB Diskriminierung vorwarf, erregte viel Aufsehen. Sie konnte die Geschworenen jedoch nicht davon überzeugen, dass ihre Probleme mit ihrem Geschlecht zu tun hatten.

San Francisco (dpa) - Eine Ex-Mitarbeiterin der namhaften US-Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers ist mit einer Diskriminierungsklage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber gescheitert. Geschworene in San Francisco entschieden am Freitag, dass die Firma sie nicht schlechter behandelt habe, weil sie eine Frau ist.

Ellen Pao, eine langjährige KPCB-Mitarbeiterin und heute Interimschefin der Internet-Plattform Reddit, hatte 16 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert - unter anderem weil sie als Frau bei Beförderungen übergangen worden sei. Die Anwälte der Firma hielten entgegen, Paos Karriere-Probleme hätten mit ihren beruflichen Fähigkeiten zu tun gehabt. Diese Einschätzung setzte sich schließlich auch bei der Mehrheit der zwölf Geschworenen durch.

Pao zeigte sich nach der Entscheidung der Geschworenen zwar enttäuscht über den Ausgang des rund drei Jahre langen Verfahrens. Zugleich betonte sie aber in einer Reihe von Nachrichten beim Kurznachrichtendienst Twitter, dass durch ihren Fall die weltweite Aufmerksamkeit auf Ungerechtigkeiten in der Branche gelenkt worden sei.

In dem Prozess gelangten viele Interna der Firma, die als eine Institution im Silicon Valley gilt, an die Öffentlichkeit. Dazu gehörten neben Gehaltsangaben und Informationen darüber, wie Entscheidungen getroffen und Mitarbeiter bewertet werden, auch einige peinliche Momente. Etwa eine Unterhaltung über Porno-Stars in einem Privatjet oder die Geschichte von einem KPCB-Partner, der nur im Bademantel im Hotelzimmer einer anderen Mitarbeiterin auftauchte. Pao hatte mit dem Partner eine kurze Affäre gehabt, die vor den Geschworenen mit vielen Details von E-Mails bis hin zu heimlichen Küssen auf dem Parkplatz ausgebreitet wurde. Der Mann wurde schließlich von Kleiner Perkins gefeuert.

Wagniskapitalgeber im Silicon Valley beteiligen sich früh an Internet-Firmen in der Hoffnung auf einen Geldregen bei einem Börsengang oder Verkauf. Zu dem Geschäft gehört aber auch, dass viele Investitionen ins Leere laufen. So machte Kleiner Perkins viel Geld mit frühen Beteiligungen bei Google und Amazon. Danach erwies sich ein Fokus auf erneuerbare Energien als Verlustbringer. Zuletzt konnte KPCB aber beim Verkauf des Thermostate-Anbieters Nest für 3,2 Milliarden Dollar an Google wieder groß abräumen.

In den USA war das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Die Klagen von Frauen, die Unternehmen der Tech-Branche Diskriminierung vorwerfen, nahmen zuletzt zu. So wurden in den vergangenen Wochen Facebook und Twitter verklagt. Bei Internet-Firmen sind Frauen in der Minderheit. Meist machen sie etwa 30 Prozent der Belegschaft aus, in technischen Bereichen ist der Anteil noch niedriger. In den Führungsetagen sind Frauen besonders unterrepräsentiert, es gibt nur wenige weibliche Firmenchefs wie Marissa Mayer bei Yahoo oder Meg Whitman bei Hewlett-Packard.

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So, 2015-03-29 09:49
Dortmund (dpa)

Rund 2000 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch vom 28.3.

Auf der einen Seite die Neonazis, auf der anderen die Gegendemonstranten. Die Polizei in Dortmund hält beide Lager auf Abstand. Der BVB reagiert auf seine Weise.

Dortmund (dpa) - Rund 2000 Menschen haben am Samstag gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Dortmund demonstriert. Ein Großaufgebot von Polizisten aus mehreren Bundesländern war im Einsatz. Die Kundgebungen verliefen nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich, allerdings gab es einzelne Zwischenfälle. So seien mehrere Polizisten verletzt worden, Beamte stellten Messer und Baseballschläger sicher. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung ein.

Unter den etwa 500 Rechtsextremisten waren auch Mitglieder der Gruppe «Hooligans gegen Salafisten». Die Polizei trennte die beiden Lager. Eine Gruppe Linksautonomer habe immer wieder versucht, die Absperrungen zu durchbrechen. Später seien Flaschen und Böller geflogen. 

Zum Abschluss eines Demonstrationsmarsches von Linken, bei denen ebenfalls Böller gezündet wurden, griff die Polizei mit Schlagstöcken ein und zog mindestens fünf Teilnehmer aus dem Verkehr. Bei der Abreise am Abend gab es nach Angaben der Bundespolizei in einem Regionalexpress eine Rangelei zwischen Rechten und einer Gruppe Punks, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden.

Zu den Demonstrationen kamen weniger Teilnehmer als erwartet. Die Polizei hatte vorher mit mehreren tausend, teils gewaltbereiten Demonstranten auf beiden Seiten gerechnet und einen der schwierigsten Einsätze seit Jahren befürchtet. Ein Aufmarschverbot der Polizei hatten Gerichte zuvor aufgehoben. Anlass der Kundgebungen war ein Jahrestag: Vor genau zehn Jahren hatte ein Dortmunder Rechtsextremist einen Punker in einer U-Bahnstation erstochen.

Den Schlusspunkt der Demonstrationen setzte ein Rechtsrockkonzert in der Nähe des Signal-Iduna-Parks von Borussia Dortmund, das ebenfalls von der Polizei abgeschirmt wurde. Aus Protest gegen das Konzert schaltete der BVB die sonst weithin sichtbare Stadionbeleuchtung aus. Der Verein wolle Neonazis keine Kulisse bieten, hieß es in einer Mitteilung.

So, 2015-03-29 08:45
Berlin (dpa)

Schulmädchen reißen nach Syrien aus: Junge Frauen und der Dschihad Von Christiane Jacke, dpa

Die Terrortruppe IS wirbt offensiv um junge Frauen und Mädchen - auch in Deutschland. Mit Erfolg. Der Verfassungsschutz beobachtet mit Sorge, dass zunehmend junge Terroranhängerinnen ins Kampfgebiet verschwinden. Was zieht sie dorthin? Und was erwartet sie?

Berlin (dpa) - Die junge Frau veränderte sich schnell. Sie ging auf einmal oft in die Moschee, las Bücher über den Islam, fing an, sich zu verschleiern. Sie begann, die Eltern zu kritisieren für deren liberalen Lebensstil, suchte im Internet nach neuen Vorbildern und tauchte tief in die salafistische Szene ein. In einer Facebook-Gruppe lernte die Muslimin zwei andere junge Frauen kennen, die ihr vom Leben im Islamischen Staat vorschwärmten und ihr einflüsterten, auch sie müsse diesen Weg gehen. Ein paar Wochen später verschwand sie aus ihrem Elternhaus in Deutschland - Richtung Syrien.

«Die junge Frau hat ins «Beuteschema» gepasst. Die IS-Propaganda hat sie angesprochen», sagt Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei ihm und seinem Team landete der Fall der jungen Muslimin. «Sie wollte mithelfen, den Islamischen Staat aufzubauen, und Teil der neuen Elite werden», erzählt er. «Und sie hatte die romantisierte Vorstellung, einen Mudschaheddin zu heiraten. Die Dschihadisten werden im Internet zum Teil wie Popstars gehypt und von einigen jungen Frauen regelrecht angehimmelt.»

Bei Endres und seinem Team können sich besorgte Angehörige melden, wenn sie bei ihren Söhnen, Töchtern oder Enkeln Veränderungen feststellen und Angst haben, dass sie in die Islamisten-Szene abdriften. In 20 Prozent der Fälle geht es um Mädchen und Frauen.

Auch die Eltern der verschwundenen jungen Muslimin suchten hier Rat. Sie hatten Glück. Ihre Tochter meldete sich knapp zwei Wochen nach der Ausreise. Sie wartete in einem Frauenhaus der Islamisten an der türkisch-syrischen Grenze darauf, weiterzureisen nach Syrien. Dort sollte sie die Drittfrau eines IS-Kämpfers werden. Doch beim Warten kamen ihr Zweifel. Sie fühlte sich unwohl in der neuen Umgebung, rief ihren Bruder an. Und der Familie gelang es, die junge Frau nach Deutschland zurückzuholen. Andere verschwinden für immer.

Kürzlich wurde der Fall einer 16-Jährigen aus München bekannt, die von Zuhause ausriss - wohl zur Terrortruppe IS. Auch eine 15-Jährige aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt soll sich dorthin auf den Weg gemacht haben. Teenager-Mädchen tauschen Miniröcke und Flirtereien gegen Burka und ein streng religiöses Leben im Kriegsgebiet. Warum?

«Oft sind das junge Frauen, die in unserer Gesellschaft überfordert sind und in einer persönlichen Schieflage stecken», sagt der Islamwissenschaftler Marwan Abou-Taam, der für das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz arbeitet. «Sie geraten dann in die Fänge von Menschen, die ihnen einfache Antworten liefern.»

Unter den rund 650 Islamisten aus Deutschland, die bislang nach Syrien und in den Irak ausreisten, sind mehr als 70 Frauen. Fast 40 Prozent von ihnen seien jünger als 25 Jahre, darunter auch neun minderjährige Mädchen, sagt Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen. «Wir beobachten mit Sorge, dass sich die Propaganda der IS zunehmend an junge Frauen und Mädchen richtet.»

Der IS-Propaganda-Apparat bietet im Internet spezielle Blogs und Foren für Frauen an - und eigene Reiseführer für ihren Weg ins Kalifat. «Junge Mädchen, die sich im Internet als IS-Sympathisantinnen zu erkennen geben, werden gezielt kontaktiert, um sie zu einer Ausreise und späteren Heirat mit einem Dschihadisten zu bewegen», sagt Maaßen. «Mittlerweile existieren sogar Tagebücher in sozialen Netzwerken mit romantischen Schilderungen von dem Leben dort. Es wird ihnen ein idyllisches Leben vorgegaukelt.»

Die Terrormiliz Islamischer Staat braucht Untertanen, sie braucht Nachwuchs und Ehefrauen für ihre Kämpfer. «Viele Frauen haben in Syrien und im Irak die Aufgabe, ihrem Mann den Rücken zu stärken, sich um die Hausarbeit zu kümmern und kleine Dschihadisten heranzuziehen», sagt Abou-Taam.

Viele Islamistinnen, die dort hingingen, kämen aus sozial schwachen, bildungsfernen Milieus. «Es gibt aber auch studierte Frauen, die in den Dschihad ziehen. Sie sind beim IS besonders gefragt und übernehmen Aufgaben in der Verwaltung des Kalifats.» All diese Organisationen kämen ohne Frauen gar nicht mehr aus. «Wir haben uns bei dem Thema zu lange zu sehr auf die Männer fixiert», meint er.

In der IS-Hochburg Al-Rakka in Syrien gibt es auch eine weibliche Kampfeinheit der Terrormiliz: die Al-Chansaa-Brigade, die «Gazellen». In Videos sind die verschleierten Frauen zu sehen, wie sie mit Kalaschnikows durch die Straßen der Stadt patrouillieren. Sie sollen die Einhaltung islamischen Rechts unter Frauen kontrollieren.

Und Selbstmordattentäterinnen? Einige Islamisten aus Deutschland und Europa sprengten sich bereits in Syrien und im Irak in die Luft. Frauen aus dem Westen waren nach Erkenntnissen der Behörden bislang nicht darunter. Aber Fachleute halten für möglich, dass der IS Frauen in Zukunft gezielt für Selbstmordkommandos einsetzen könnte. «Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie die Frauen dafür entdecken», meint Abou-Taam. Anderswo gab es das schon in ausgeprägter Form - etwa in Tschetschenien. Die Attentäterinnen dort wurden «Schwarze Witwen» genannt.

Für viele Mädchen und Frauen, die nach Syrien und in den Irak ziehen, endet der Traum vom romantischen Dschihad-Leben oder von der Aufopferung für das Gute bitter. «Zum Teil werden sie dort als Sexsklavinnen gehalten und von einem Mann an den nächsten weitergereicht», sagt Abou-Taam. «Das ist Krieg, mit barbarischen Zuständen und einer enthemmten Terrororganisation. Wenn sie wüssten, was sie dort erwartet, würden viele Frauen sicher nicht dort hingehen.»

So, 2015-03-29 07:56
Santiago de Chile/Quito/Lima (dpa)

«Die Lage ist verheerend»: Viele Tote bei Unwettern in Südamerika

Die Natur wütet in drei südamerikanischen Länder. Die Niederschläge lassen langsam nach, doch zurück bleibt eine Spur der Verwüstung. Am stärksten betroffen ist der eigentlich trockene Norden Chiles.

Santiago de Chile/Quito/Lima (dpa) - Bei schweren Unwettern in Südamerika sind in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen zerstörten Ortschaften in Chile, Ecuador und Peru. In der eigentlich extrem trockenen Wüstenregion Atacama im Norden Chiles starben mindestens 10 Menschen, 20 galten am Samstagabend (Ortszeit) noch als vermisst. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

In Ecuador starben in den vergangenen Tagen mindestens 25 Menschen. In Peru verwüstete ein Erdrutsch eine Ortschaft im Osten der Hauptstadt Lima. Im trockenen Norden Chiles berichteten die Behörden von den schlimmsten Regenfällen seit 80 Jahren. Betroffen waren die Regionen Antogasta, Atacama und Coquimbo, wo heftige Niederschläge zu Sturzfluten und Erdrutschen führten. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Laut dem Katastrophenamt Onemi mussten mindestens 5 584 Menschen in Sicherheit gebracht werden, Tausende Häuser wurden beschädigt. Mancherorts seien die Niederschläge inzwischen aber zurückgegangen.

Staatschefin Michel Bachelet rief in dem Gebiet den Notstand aus und entsandte das Militär, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen. «Die Lage ist verheerend, wir müssen schnell zu den isolierten Ortschaften gelangen», sagte Bachelet laut der Zeitung «La Tercera» nach einem Besuch in dem Katastrophengebiet.

Papst Franziskus drückte den Opfern sein Beileid aus. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Verstorbenen in Chile und Peru, schrieb am Samstag Staatssekretär Pietro Parolin.

In dem Andenstaat Peru starben nach Behördenangaben in dieser Woche mindestens neun Menschen bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Chosica im Osten der Hauptstadt Lima. Die wichtige Landstraße Carretera Central war bis Samstag vier Tage lang teilweise gesperrt.

Auch in Ecuador nördlich von Peru wütete die Natur. In der südlichen Region Loja gab es am Freitag neun Todesopfer nach einem Erdrutsch. Landesweit waren mindestens 16 weitere Menschen in den letzten Tagen bei heftigen Unwettern ums Leben gekommen.

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.

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Grenoble Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: So Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

Geht doch!

Mehr Vogelschutz

80 Millionen Vögel kommen in Europa jedes Jahr um, weil sie mit Fensterscheiben kollidieren. Die Stadt Bonn will diese Gefahr nun bekämpfen

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Bonn: Stadt will gläserne Vogelfallen vermeiden 

Hunderttausende Vögel kommen jedes Jahr allein in Deutschland um, weil sie mit Fensterscheiben oder Glasfassaden kollidieren. In Europa sterben daran jährlich schätzungsweise 80 Millionen Tiere. Die Stadt Bonn will diese Unfallgefahr nun bekämpfen. Nabu und BUND hatten Unterschriften gesammelt, einen Bürgerantrag gestellt und den Rat der Stadt gedrängt, bei Neubauten Vogelschutzmaßnahmen vorzuschreiben. Außerdem regt das Gremium eine NRW-weit einheitliche Präventionsregelung an. Die Zahl der toten Vögel ließe sich mit einfachen Mitteln senken: Jalousien, Vorhänge, Muster- oder Streifenfolien, die im Abstand von wenigen Zentimetern aufgeklebt werden, nehmen die Tiere wahr und umfliegen das Hindernis. Ebenso reduzieren der Verzicht auf gläserne Eckkonstruktionen, Fassadenbepflanzung, Holzverkleidungen oder UV-Spezialgläser die Crash-Gefahr. Die oft auf Fenstern zu sehenden einzelnen Greifvögel-Silhouetten sind wirkungslos. Naturschutzverbände beobachten, dass das Bewusstsein für die Gefahr langsam wächst – aber gleichzeitig wächst eben auch die Glasfläche. Vorsorgemöglichkeiten gibt es reichlich, doch bisher werden nur wenige Pionierprojekte in die Praxis umgesetzt: Im Münchner Zoo Hellabrunn wurde UV-Spezialglas eingesetzt und in Köln eine 20 Meter hohe Lärmschutzwand mit Streifenfolie versehen.
vogelglas.info

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Brasilien: Digitaler Vorreiter
Das südamerikanische Land garantiert sowohl die Netzneutralität als auch den Schutz der Privatsphäre im Netz. Unternehmer und Internetanbieter dürfen persönliche Daten der Nutzer nicht für kommerzielle Zwecke verwenden und müssen diese über Nutzung und Speicherung ihrer Daten informieren. Darüber hinaus wollte Brasilien Internetkonzerne verpflichten, die Daten brasilianischer Internetnutzer auf Servern in Brasilien zu speichern, Microsoft, Google und Facebook lehnten das aber ab.

Wien: Begrünte Parkplätze
Wo eben noch Autos parkten, wachsen jetzt Radieschen, Minze und Wiesenblumen. Von Mai bis September nehmen zahlreiche Wiener mit Genehmigung des Magistrats öffentliche Parkplätze in Beschlag und wandeln sie in Grünflächen um. Die Idee des Kunstvereins Hinterland macht inzwischen Schule: In der österreichischen Hauptstadt wurden in diesem Jahr schon eine Handvoll Oasen gesichtet, sogar in der Schweiz und im Ruhrgebiet entstehen Ableger.
krongarten.at

Holland: Mehr Raum für Flüsse
Die Niederländer setzen nicht nur auf Deicherhöhungen, um sich vor Fluten zu schützen. Sie renaturieren Flüsse und geben ihnen vor allem mehr Raum – auch wenn dafür manchmal Menschen wegziehen müssen. In Deutschland kritisiert der BUND in einer Bilanz ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe entlang der Elbe zu geringen und falschen Hochwasserschutz. Die Naturschützer fordern auch hierzulande Deichrückverlegungen sowie mehr Rückhalteräume und Überschwemmungsflächen.

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So, 2015-03-29 05:47
Tröglitz (dpa)

Landrat will in Tröglitz über Asylbewerberheim informieren )

Tröglitz (dpa) - Drei Wochen nach dem Rücktritt des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Tröglitz wegen rechtsextremer Anfeindungen sollen die Einwohner des Ortes über das geplante Asylbewerberheim informiert werden. Der zuständige Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), will sich am Dienstagabend den Fragen der Bürger stellen und den Stand der Planungen erläutern. Bekannt ist, dass in einem Mehrfamilienhaus ab Mai 40 Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Ortsteilbürgermeister Markus Nierth hatte den Plan unterstützt und für eine freundliche Aufnahme der Asylsuchenden geworben. Als von NPD-Mitgliedern organisierte Protestdemonstrationen direkt vor seiner Haustür genehmigt wurden, trat der parteilose Politiker Anfang März zurück. Seine Entscheidung sorgte bundesweit für Debatten um einen besseren Schutz von Lokalpolitikern.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nannte es unerträglich, dass mittlerweile eine ganze Reihe von Bürgermeistern und deren Familien bedroht würden, weil sie sich für Flüchtlinge einsetzten. Er wolle «das Ausmaß von Beschimpfungen, den zum Teil beleidigenden Ton oder gar Bedrohungen nicht akzeptieren», sagte er dem Berliner «Tagesspiegel» (Sonntag). Den Betroffenen sicherte der Minister seine «vollste Solidarität» zu.

Sa, 2015-03-28 23:30
282330 Mrz 15)

Juncker sagt Besuch in Kiew am Montag ab

Kiew (dpa) - EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat einen für diesen Montag geplanten Besuch in Kiew nach ukrainischen Angaben aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Es werde ein neuer Termin gesucht, teilte das Präsidialamt in Kiew nach einem Telefonat zwischen Juncker und Staatschef Petro Poroschenko am Samstag mit. Auch die ebenfalls am Montag in der Ukraine erwartete EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini reist nicht nach Kiew, hieß es aus der EU-Kommission in Brüssel. Juncker und Poroschenko bestätigten den Angaben zufolge, dass am 27. April ein EU-Ukraine-Gipfel stattfinden soll.

Sa, 2015-03-28 21:23
282123 Mrz 15)

Weltweite «Earth Hour»: Auch Brandenburger Tor verdunkelt

In einer weltweiten Aktion rund um den Globus hat der WWF mit der «Earth Hour» an das Umweltbewusstsein der Menschen appelliert. In Berlin gingen am Brandenburger Tor für eine Stunde die Lichter aus.

Berlin/Sydney (dpa) - Aus Anlass der weltweiten Klimaschutzaktion «Earth Hour» sind am Samstagabend auch die Lichter am Brandenburger Tor in Berlin ausgeschaltet worden. Zu der für Deutschland zentralen Veranstaltung hatte der World Wide Fund For Nature (WWF) aufgerufen. Umweltschützer malten mit Kerzen den Schriftzug: «Safe our climate now». Auch etliche andere deutsche Städte und Gemeinden wollten sich zwischen 20.30 und 21.30 Uhr an der symbolischen Aktion beteiligen.

In Berlin sollten auch die Lichter am Roten Rathaus, an den Rathäusern von Köpenick und Treptow sowie am Bundesumweltministerium ausgehen. Der WWF hatte zum neunten Mal zu der Aktion aufgerufen. Ziel der weltweiten Aktion sei es, ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen, teilte der WWF mit. Über die verschiedenen Zeitzonen hinweg sollten die Menschen für jeweils eine Stunde das Licht ausschalten.

Auch in Niedersachsen beteiligten sich viele Städte an der Aktion. In Hannover sollten die Lichter an Museen, Bibliotheken, einigen Kirchen und Banken ausgeschaltet werden. Auch die Rathäuser unter anderem in Lüneburg, Leer, Braunschweig und Cloppenburg sowie andere Gebäude beteiligten sich.

Mit einem Konzert des Sydney Symphony Orchestra war am Samstag in Australien die «Earth Hour» gestartet. Zuvor hatten auf der Insel Samoa viele Bewohhner für eine Stunde alle Lichter gelöscht. Auch Menschen auf den Fidschi-Inseln nahmen an der Aktion teil. In Japan und Indonesien wurde es in vielen großen Städten ebenfalls dunkel, auf zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen mit Tausenden Menschen wurde das Licht gelöscht.

Der Veranstalter WWF erwartete nach eigenen Angaben in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. So wollten sich mehr als 7000 Städte in 172 Ländern beteiligen.

Die Geschichte der «Earth Hour» begann 2007 in Sydney. Mehr als 2,2 Millionen australische Haushalte nahmen laut WWF am 31. März 2007 an der ersten «Earth Hour» teil und schalteten bei sich für eine Stunde das Licht aus. In der Folge entwickelte sich das Ganze zu einer internationalen Aktion.

2009 nahmen mit Hamburg, Berlin und Bonn erstmals deutsche Städte teil. 2014 beteiligten sich demnach über 7000 Städte und Gemeinden in 162 Ländern an der Aktion. In Deutschland machten 163 Städte und Gemeinden für eine Stunde das Licht aus. Zu den Botschaftern der «Earth Hour» gehören UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu sowie der britische Sänger Chris Martin und der italienische Designer Giorgio Armani.

Sa, 2015-03-28 20:44
282044 Mrz 15)

Poroschenko sagt ukrainischen Oligarchen den Kampf an

Kiew (dpa) - Nach dem Rücktritt des ukrainischen Milliardärs Igor Kolomoiski als Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk hat Präsident Petro Poroschenko den Oligarchen des Landes den Kampf angesagt. «Mein wichtigstes Ziel ist eine Entoligarchisierung des Landes», sagte Poroschenko am Samstagabend dem Sender ICTV. Während die Regierung Ordnung zu schaffen versuche, wollten die Oligarchen den Staat ins Chaos stürzen, kritisierte der Präsident dem Präsidialamt zufolge.

Das Entlassungsgesuch Kolomoiskis vom Mittwoch folgte auf die Besetzung von Energieunternehmen in Kiew durch bewaffnete Einheiten des Milliardärs und auf den Mord an einem Geheimdienstler. Beobachter werteten die Entwicklungen als Ausdruck eines Machtkampfes in der ukrainischen Führung. Poroschenko wies dies im TV-Interview zurück. Kolomoiskis Rücktritt dürfe nicht als Zeichen eines Konflikts innerhalb der Führung der Ex-Sowjetrepublik gewertet werden, meinte er.

In Dnipropetrowsk demonstrierten am Samstag der Agentur Tass zufolge rund 1000 Anhänger des Ex-Gouverneurs für die Einheit der Ukraine. Die Veranstalter sprachen von Tausenden Teilnehmern. Kolomoiski selbst erschien nicht zu der Kundgebung. Dnipropetrowsk liegt in der Nähe der von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiete.

Sa, 2015-03-28 20:23
Stuttgart/Berlin (dpa)

FDP will befristete Sonderumlage für Wahlkämpfe erheben

Stuttgart/Berlin (dpa) - Die ums Überleben kämpfende FDP will ihre Kreisverbände zur besseren Finanzierung von Wahlkampagnen zusätzlich zur Kasse bitten. Die Liberalen diskutierten zurzeit über eine befristete Sonderumlage, um die politische Arbeit und die Wahlkämpfe in den Ländern zu intensivieren, bestätigte Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms am Samstag. Die Entscheidung darüber soll beim Parteitag vom 15. bis zum 17. Mai in Berlin fallen. Als erstes hatte die «Südwest Presse» über die Umlage berichtet.

Die Kreisverbände sind auch für die Mitgliedsbeiträge zuständig. Wie sie die Umlage finanzieren, sei deren Sache, sagte ein Parteisprecher in Berlin. Im Wesentlichen solle aber vorhandenes Vermögen angezapt werden. Laut Solms soll ein «Solidarfonds» in Höhe von vier Millionen Euro gebildet werden. Das Geld solle in die Kampagnen zu den Wahlen bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017 gesteckt werden.

Die «Südwest Presse» hatte zuvor von Überlegungen berichtet, wonach jedes der rund 57 000 FDP-Mitglieder in den Jahren 2015, 2016 und 2017 neben dem normalen Mitgliedsbeitrag jedes Jahr 25 Euro extra zahlen soll. Um die Sonderumlage kassieren zu können, ist aber auf jeden Fall eine Satzungsänderung nötig.

Die FDP kämpft bei den kommenden Wahlen ums Überleben. Bei der Bundestagswahl 2013 war sie aus dem Parlament geflogen - 2017 will sie die Fünf-Prozent-Hürde aber wieder überspringen. 2016 steht unter anderem die Landtagswahl in Baden-Württemberg an, das als das liberale Stammland gilt. Dort ist die FDP bislang mit sieben Abgeordneten im Landtag vertreten.

Sa, 2015-03-28 19:46
Dortmund (dpa)

Neonazi-Aufmarsch weitgehend friedlich - BVB knipst Licht aus

Wieder einmal marschieren Neonazis in Dortmund auf. Die Polizei sorgt dafür, dass Demonstranten aus dem rechten und dem linken Lager auf Abstand bleiben. Der BVB reagiert auf seine Weise.

Dortmund (dpa) - Ein Aufmarsch von mehr als 500 Rechtsextremisten in Dortmund ist am Samstag weitgehend friedlich verlaufen. Ein Großaufgebot der Polizei hielt den Marsch, der von Mitgliedern der Gruppierung «Hooligans gegen Salafisten» unterstützt wurde, auf Distanz zu mehr als 2000 Gegendemonstranten. Die Kundgebungen fielen kleiner aus als erwartet. Die Polizei hatte vorher mit mehreren tausend, teils gewaltbereiten Demonstranten auf beiden Seiten gerechnet und einen der schwierigsten Einsätze seit Jahren befürchtet. Allerdings wurden mehrere Polizisten verletzt sowie Messer und Baseballschläger sichergestellt.

Nach Angaben der Polizei kam es im Tagesverlauf zu einzelnen Zwischenfällen. Eine Gruppe Linksautonomer habe versucht, eine Absperrung zu durchbrechen. Später seien Flaschen und Böller geflogen. Zum Abschluss eines Demonstrationsmarsches von Linken, bei denen ebenfalls Böller flogen, griff die Polizei mit dem Schlagstock ein und zog mindestens fünf Teilnehmer aus den Reihen. Die Beamten stellten Personalien fest und erteilten Platzverweise.

Den Schlusspunkt des Neonazi-Aufmarsches setzte ein Rechtsrockkonzert in der Nähe des Signal-Iduna-Parks von Borussia Dortmund, das ebenfalls von der Polizei abgeschirmt wurde. Aus Protest gegen das Konzert schaltete der BVB die sonst weithin sichtbare Stadionbeleuchtung aus. Der Verein wolle Neonazis keine Kulisse bieten, hieß es in einer Mitteilung.

Bei der Abreise der Demonstrationsteilnehmer kam es am Abend zu mindestens einem Zwischenfall. Im Regionalexpress Richtung Essen habe eine Gruppe Rechter die Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Punks gesucht, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Bundespolizei nahm mehrere Menschen in Gewahrsam und leitete Ermittlungsverfahren ein.

Die Polizei setzte bei den Demonstrationen Tausende Beamte aus ganz Deutschland ein. Ein Aufmarschverbot der Polizei hatten Gerichte zuvor aufgehoben. Anlass der Kundgebungen war ein Jahrestag: Vor genau zehn Jahren hatte ein Dortmunder Rechtsextremist einen Punker in einer U-Bahnstation erstochen.

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
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Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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„WIR DACHTEN, STROM KOMMT AUS DER STECKDOSE!“

Doch mit dreckigem RWE-Strom fahren Autos noch klimaschädlicher als mit Benzin. Da helfen auch ein paar Windräder nichts.

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In 16 Stunden um die Welt.
Das schaffen nur die Skrupellosesten.


METRO Group - The Spirit of Commerce

Wir haben nicht nur die letzten Fische aus der geplünderten Nordsee im Angebot, sondern auch kostbare Exoten - und sind auch noch stolz darauf! "Erdbeerfische" aus dem Korallenmeer im Pazifik befördern wir im Nu in unsere Servicetheken. So ermöglichen wir unseren Kunden, beim Fischkauf zugleich an der Ausbeutung tropischer Meere und am Klimachaos mitzuwirken. Schließlich werden beim Flug um die halbe Welt pro Fisch drei Liter Kerosin verheizt. Entdecken Sie den "Spirit of Commerce" - den Geist der skrupellosen Geschäftemacherei!

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Ihr seltsames Verhältnis zu BILD,
Gregor Gysi, Philipp Lahm, Udo Lindenberg, Katharina Saalfrank, 
Barbara Schöneberger und Richard von Weizsäcker? 

„Wir werben ohne Skrupel für Volksverdummung“

Meine schlechte BILDung!

Mehr zum Thema:

www.bild.de/BILD/news/fakten/uebersicht-werbung/werbung.html www.bildblog.de www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor
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Grünfärber – Der Käse mit der grünen Hülle

Unseren Grünländer nennen wir „den Käse mit der grünen Seele“ und
„einen natürlichen Genuss, der natürlich schmeckt“. Dabei sind das
natürlichste am Grünländer die „natürlich gereiften Löcher“ – das Drumherum wird aus Milch von Kühen hergestellt, die Gen-Soja aus Amerika im Trog haben. Für die Zukunft geloben wir Besserung. Aber unserer Konkurrenz werben wir jetzt schon mal umweltbewusste Kunden ab.

Echten Biokäse gibt's im Bioladen und im SB-Regal.

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