Fr, 2015-05-22 18:35
Stuttgart (dpa)

«Bilder haben sich eingebrannt» - Ermittler vor NSU-Ausschuss

Hätte man den Mord an der Polizistin Kiesewetter früher aufklären können? Diese Frage treibt einen ehemaligen Soko-Leiter bis heute um. Vor dem NSU-Untersuchungsausschuss erläutert er die zum Teil schmerzliche Arbeit der Fahnder.

Stuttgart (dpa) - Jahrelang tappten die Ermittler im Mordfall der Polizistin Michèle Kiesewetter im Dunkeln. Die Frage, ob der seit November 2011 bekannte Zusammenhang zum «Nationalsozialistischen Untergrund» schon früher hätte festgestellt werden können, dominierte die Sitzung des NSU-Untersuchungsausschusses am Freitag im Stuttgarter Rathaus.

Aus Sicht des von dem Gremium befragten ehemaligen ersten Soko-Leiters war der rechtsextremistische Hintergrund der Bluttat im April 2007 in Heilbronn nicht erkennbar. «Wir hatten keine Anhaltspunkte, dass es in diese Richtung gehen könnte», sagte der Kriminaloberrat. Einer seiner Nachfolger an der Spitze der Ermittler bestätigte dies. In 200 Vernehmungen hätten sich keine Hinweise auf Bezüge der Tat in ein rechtsextremes Umfeld hinein ergeben.

Als Gründe für die nicht entdeckten Zusammenhänge nannte der erste Leiter der Sonderkommission «Parkplatz», dass unterschiedliche Waffen bei den Schüssen auf Kiesewetter und ihren Streifenkollegen und den neun Morden an Migranten benutzt worden waren. Überdies seien völlig unterschiedliche Opfergruppen - hier Beamte, dort Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft - betroffen gewesen. Aus diesen Gründen sei auch einem Hinweis von Kiesewetters Onkel, damals bei der thüringischen Polizei tätig, auf eine Verbindung des Heilbronner Falls zu den Morden an den Migranten nicht nachgegangen worden.

Für einen politisch motivierten Anschlag habe das Bekennerschreiben gefehlt. Auch Gespräche mit dem polizeilichen Staatsschutz, dem Landesverfassungsschutz und dem Bundesnachrichtendienstes hätten keine Erkenntnisse dazu ergeben. Dem hielt der SPD-Abgeordnete Nikolaos Sakellariou (SPD) entgegen, dass es geradezu typisch sei für rechtsextremistisch motivierte Straftaten, dass die Täter keine Bekennerschreiben verfassen.

Erst im November 2011 wurden die von den Tätern entwendeten Dienstwaffen Kiesewetters und ihres Kollegen im ausgebrannten Wohnmobil der Rechtsextremen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefunden, die mit Beate Zschäpe den NSU gebildet hatten.

Der erste Leiter der Soko war kurz nach der Tat am 25. April 2007 am Ort des Verbrechens. «Die Bilder haben sich eingebrannt», sagte der 47-Jährige bei seinem Vortrag, der auch ein Foto der Leiche der jungen Frau in blutverschmierter Dienstbluse umfasste. Kiesewetter war auf dem Fahrersitz aus nächster Nähe quasi hingerichtet worden. Auch ihr Kollege auf dem Beifahrersitz des Streifenfahrzeugs erlitt einen Kopfschuss. Er überlebte, kann sich an die Tatumstände aber nicht erinnern.

Der Untersuchungsausschuss im Stuttgarter Landtag hatte Anfang dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen, um die Bezüge des rechtsterroristischen NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen aufzuarbeiten. Die Vernehmung des damals ermittlungsführenden Staatsanwaltes aus Heilbronn wurde aus Zeitgründen auf Juli verschoben worden.

Fr, 2015-05-22 18:33
Riad (dpa)

Terrormiliz IS bekennt sich zu Anschlag in Saudi-Arabien mit 22 Toten

Riad (dpa) - Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Selbstmordanschlag gegen eine schiitische Moschee im Osten Saudi-Arabiens bekannt. Eine entsprechende Nachricht verbreitete die Organisation über den Kurznachrichtendienst Twitter. Bei dem Anschlag auf die Moschee in Al-Kudaich nahe der Stadt Al-Katif wurden am Freitag nach Angaben des saudischen Fernsehkanals Al-Arabija 22 Gläubige getötet und 75 weitere verletzt. Der Attentäter hatte sich mit einem Sprengstoffgürtel während des Freitagsgebets in die Luft gesprengt. In der Region Al-Katif leben hauptsächlich Schiiten, die im sunnitischen Saudi-Arabien eine Minderheit sind.

Fr, 2015-05-22 17:01
Berlin (dpa)

Gabriel offen für Alternativen zur Klimaabgabe von Kohlekraftwerken

Bis 2020 müssen im Kraftwerksbereich zusätzlich 22 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden. Gegen das Konzept Gabriels laufen Konzerne, Gewerkschaften und die Union Sturm. Es gibt nun andere Vorschläge, der Wirtschaftsminister ist dafür offen.

Berlin (dpa) - Nach Protesten aus der großen Koalition, den Ländern sowie Gewerkschaften ist Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bereit, nach Alternativen zur bisher geplanten Klimaabgabe zu suchen. Er halte den Vorschlag aus seinem Ministerium für eine Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke für den volkswirtschaftlich günstigsten, sagte Gabriel am Freitag im Bundestag.

Es sei aber zu begrüßen, dass inzwischen zwei Alternativkonzepte vorlägen. Diese müssten geprüft werden, Argumenten der Unternehmen und Gewerkschaften müsse nachgegangen werden. «Es ist nichts vom Tisch, sondern es ist etwas Neues dazu gekommen», sagte der Vize-Kanzler in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die vorgeschlagenen Alternativen dürften am Ende teurer werden. Aber er sei bereit, einen Strukturwandel zu begleiten und Brüche zu vermeiden.

Im Dezember hatte das schwarz-rote Kabinett beschlossen, bis zum Jahr 2020 im Kraftwerksbereich zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen 22 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einzusparen. Sonst würde Deutschland sein Klimaschutzziel - 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 1990 - verfehlen. Als Alternative zur Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke schlägt die Gewerkschaft IG BCE auch eine «Abwrackprämie» für Gas- und Ölheizungen vor.

Zuletzt soll Gabriel einen Nachlass angeboten haben. Danach müssten die Kohlekraftwerke ihren CO2-Ausstoß mit der Abgabe statt um 22 Millionen nur noch um 16 Millionen Tonnen CO2 verringern. Die Differenz von sechs Millionen Tonnen könnte über einen stärkeren Ausbau von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) abgedeckt werden. Deren Förderung müsste dann aber um 500 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr angehoben werden.

Die IG BCE plädiert neben dem KWK-Ausbau dafür, einen Teil der Kohlekraftwerksleistung in die Kapazitätsreserve für den Strommarkt aufzunehmen. Die Kraftwerke würden dann nur noch im Notfall laufen, für das Bereithalten bekämen die Energieversorger aber Geld.

Gabriel verwies auf Überkapazitäten. Das Zubauen neuer Kraftwerke führe zu steigenden CO2-Emissionen und mehr Stromexporten. Daher sollten alte Steinkohlekraftwerke stillgelegt und moderne Gaskraftwerke gebaut und bezuschusst werden. Das brächte mindestens vier Millionen Tonnen. Folge seien aber deutlich höhere KWK-Umlagen, sagte er. «Das wird uns allen wieder begegnen, wenn uns der Mittelstand fragt: Warum steigen eigentlich die Abgaben?»

Möglich ist auch, dass am Ende die ältesten Kohlemeiler mit dem höchsten CO2-Ausstoß stillgelegt werden. Dann müssten nicht alle Versorger die Abgabe schultern. Vorgeschlagen wird laut Gabriel, auf den Klimabeitrag zu verzichten und Braunkohlekraftwerke schrittweise stillzulegen. Die Last würde dann nicht auf allen Kraftwerken liegen: «Das (...) müssen wir prüfen, ob das geht.»

À la Saison

Schlangenmordende Schwarzwurzel

(Scorzonera hispanica)
Die Schwarzwurzel hieß noch im 17. Jahrhundert „Schlangenmord“ oder „Vipergras“. Tatsächlich ist sie eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel

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„Die Wurtzel“ sei „fleischig, saftig und voll Milch“ sowie „süß von Geschmacke, wann sie gesotten worden“, schrieb der französische Chemiker und Arzt Nicolas Lémery 1698 in ein Lexikon. Den Zeitgenossen mochte das gewagt erscheinen. War die Schwarzwurzel doch erst seit kurzem etwas zu Essen. Im Deutschen trug das neue Gemüse die Beinamen „Schlangenmord“ und „Vipergras“, die eher nach Hexenkessel als nach Eintopf klangen.

Schuld war der italienische Botaniker und Mediziner Pietro Andrea Mattioli, der die antike Heilpflanze 1544 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Der kaiserliche Leibarzt verwandte die Wurzel des Korbblütlers nicht nur gegen Wundfieber und Knochenbrüche, sondern auch „wider den Natterbiß“. Er taufte sie Scorzonera hispanica nach ihrem Herkunftsland Spanien und dem Namen einer schwarzen Giftschlange. Außerdem setzte er das Gewächs auch „wider die fallende Seuche, zu den Pocken und für die Pest“ ein, wie Lémery 150 Jahre
später notierte. Sie ist, kurzum, eine zu Unrecht vergessene Wunderwurzel.

„Proletenspargel“ oder „Spargel des armen Mannes“ heißt Mattiolis Zaubergemüse im Volksmund heute. Eine Delikatesse, die hierzulande – außer in Bayern – kaum groß--flächig angebaut wird. Wir importieren sie aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, wo man offenbar weiß, was gut ist. In Wahrheit ist der im Inneren elfenbeinfarbene „Winterspargel“ dem Original überlegen, nicht nur was seine Länge von bis zu einem halben Meter angeht. Die kalzium-, eisen-, magnesium- und vitaminreiche Schwarzwurzel gibt es nicht nur mitten in der kalten Jahreszeit, sie ist auch robust, lagerfähig und wird nicht holzig.

Es ist richtig, dass ihre korkige Rinde beim Schälen ohne Handschuhe hässliche Flecken von großer Haltbarkeit in die Haut gerbt. Und es stimmt, dass ihr milchiger Saft klebt wie Pattex, wenn man sie – Tipp aus dem Kochbuch – erst nach dem Garen häutet. Und damit sie nicht braun anläuft, gehören etwas Zitrone und Milch ins Kochwasser. Ja, die Zubereitung der Scorzonera ist eine Zumutung. Genau das macht sie zur „alten Sorte“ und – einige Jahre nach ihrer nordamerikanischen Schwester Topinambur – zur zumindest unter Spitzenköchen wiederentdeckten Rarität.

Sei es, dass der Kopenhagener René Redzepi sie im Restaurant Noma mit Gotland-Trüffeln als Hors d’œuvre anrichtet, der spanische Molekularkoch Ferran Adrià sie zu Steinbutt serviert oder in einem Berner Grandhotel das Steak auf „seinem Bett von Schwarzwurzelragout“ kommt – sie harmoniert. Anders als der geltungssüchtige Spargel kann, aber muss sie kein Solo auf dem Teller spielen. Ganz gleich ob die Sorte „Hoffmanns Schwarzer Pfahl“, „Schwarzer Peter“ oder „Russischer Riese“ heißt – in der Schwarzwurzel verbindet sich das Beste (unbittere) des Spargels mit zarten Nussaromen und winterlicher Erdigkeit. Besonders gut schmeckt sie zu zerlassener Butter und gerösteten Semmelbröseln. Aber auch mit Béchamelsoße oder im Soufflé und selbst roh in den Salat geraspelt ist sie ein Genuss.

In Sachen Pest hat Mattioli die Wunderwurzel aber zweifellos überschätzt. Der Gelehrte starb 1577 am „Schwarzen Tod“ – und das vermutlich nicht, weil gerade keine Schwarzwurzel zur Hand war.

Neu frisch vom Feld gibt's die Schwarzwurzel ab Oktober, regional verfügbar ist sie den ganzen Winter über.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Krautiger Kohlrabi

(Brassica oleracea var. gongylodes)
Ob das deutscheste aller Gemüse wirklich aus Deutschland kommt, liegt – ehrlich gesagt – im Dunkeln. Erfahren Sie mehr über dieses und weitere Geheimnisse aus der Kulturgeschichte des Kohlrabi.

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Es ist ein Irrtum, dass es sich beim deutschesten aller Gemüse um Weißkohl alias Sauerkraut handelt. Zwar hat die vergorene Spezialität den Deutschen in England den Spottnamen Krauts eingetragen, aber fragen Sie mal einen Russen, Ungarn, Japaner, Niederländer, Dänen, Schweden, Franzosen oder Briten, was Kohlrabi in seiner Sprache heißt. Die Antwort mag ka, karalábé, koolrabi, kaalrabi, kålrabbi, colrave oder kohlrabi lauten, phonetisch ist das Ergebnis das gleiche: Die Welt spricht Kohlrabi. Krautiger wird’s nimmer.

Ist es Begeisterung über den süßen, leicht nussigen, dezenten Kohlgeschmack, die Menschen zwischen Washington und Tokio veranlasst, die komisch klingende Knolle im Munde zu führen? Mitnichten. Nur das Wort, nicht das Gemüse kommt ihnen über die Lippen. Kohlrabi ist so deutsch, dass vor allem die Deutschen ihn essen. 40.000 Tonnen im Jahr wachsen hier, und weil das noch zu wenig ist, bauen auch die Niederlande, Polen und Frankreich den Kreuzblütler an – für den Export.

Im Gegensatz zu Weiß- oder Blumenkohl, bei denen Blätter oder Blütenstand verzehrt werden, verdickt sich beim Kohlrabi der untere Teil der oberirdischen Sprossachse und liegt grünweiß oder blauviolett auf der Erdkrume. Innen sind alle Kohlrabis hell. Die größte Sorte heißt „Superschmelz“ und kann – ohne holzig zu werden – zur Größe eines Kohlkopfs anwachsen. Und der einzige Speck, der auch Vegetariern schmeckt, dürfte „Blauer Speck“ sein.

In Wirklichkeit enthält Kohlrabi neben viel Wasser, etwas Zucker und Eiweiß nur 0,1 Prozent Fett. In Deutschland wurde die Knolle im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. Sie war ein Star der Barockküche – beispielsweise in Leipzig, wo sie dem Allerlei den letzten Schliff gab. Das Original hat übrigens nichts mit Erbsen-Möhren-Spargel-Dosenmatsch zu tun, sondern ist ein knackiger Genuss, der – serviert mit heller Soße und luftigen Semmelklößchen – auch Blumenkohl, Morcheln und Flusskrebsschwänze vereint.

Ein Festmahl, das noch nicht ganz vergessen war, als Kurt Tucholskys Alter Ego Peter Panter sich 1928 in einem Speiselokal über breiiges Gemüse beschwerte und die Bedienung antwortete: „Da müssen Sie mal zu meiner Mutter kommen, Herr Panter, die kocht Ihnen ein Leipziger Allerlei ...“ – „Liebe gnädige Frau, es ist so nett von Ihnen ... Aber alle Leute können doch nicht bei Ihrer Mama essen!“

Kohlrabi passt gut zu Rahmsoßen, die auch mal mit Safran oder Chili gewürzt sein dürfen. Am besten gart man ihn im Ganzen und schält und teilt ihn hinterher, damit Aroma und Nährstoffe besser erhalten bleiben: Selen, Senföle und viel Vitamin C stärken das Immunsystem. Roh harmoniert Kohlrabi mit Nüssen, Ziegenkäse, Lachs und Äpfeln. Sein Kraut gehört nicht in den Kompost, denn es enthält viele Mineralien, Karotin, B-Vitamine und Eiweiß. Die zarten Herzblätter schmecken gut in Salat und Suppe oder als Hauptgericht: In Südeuropa bereitet man aus ihrem Grün vegetarische Rouladen oder „Spinat“ zu.

Südeuropa?! Ob das vermeintlich deutsche Gemüse auch aus der Region stammt, in der es so gerne verspeist wird, liegt – um ehrlich zu sein – im Dunkeln. Es könnte genausogut ein Nachfahre des pompejanischen Kohls sein, den der Römer Plinius kurz nach der Zeitenwende beschrieb. Grimms Wörterbuch vermerkte im 19.Jahrhundert, der Begriff Kohlrabi sei „merkwürdig durch seine Gestalt, halb deutsch halb italienisch“. Klar ist: Italien spricht nicht kohlrabisch. Der inoffizielle Kulturbotschafter der Krauts heißt dort cavolo rapa, Kohlrübe.

Neu frisch aus dem Gewächshaus gibt's Kohlrabi ab April, frisch vom Feld im Mai.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen


In jeder Ausagebe des Greenpeace Magazins berichten wir über die Kulturgeschichte von Obst und Gemüse. Unsere neue Ausgabe erhalten Sie am Bahnhofskiosk, in unserem Warenhaus und für nur 33,50€ im Jahresabo

À la Saison

Querulante Quitte

(Cydonia oblonga)
Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

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„Wenn Krieg kommt und ich hätte nichts zu essen, dann ess’ ich die auch“, sagt eine Dame und hält den Quittenschnitz mit spitzen Fingern. „Hässlicher Apfel“, kommentiert ein anderer Teilnehmer. Und eine Oma schüttelt den Kopf: „Würde ich mir nicht kaufen.“ Der Mann von der Marktforschung nickt. Verstanden. Dann fliegt eine Schrift ins Bild. „Wir machen es trotzdem.“ „Quitteschön!“, plakatierte Bionade im Frühjahr 2009 frech. Aber Frechheit siegte nicht. Letzten Sommer musste der Limobrauer die Sorte unter regem Desinteresse der Öffentlichkeit wieder vom Markt nehmen. Was ist das für ein Land, in dem die Leute zwar so etwas Exotisches wie Holundersprudel bechern, aber Quittenbrause boykottieren?

Vor 154 Jahren reimte Wilhelm Busch: „Das Quarz sitzt tief im Bergesschacht, die Quitte stiehlt man bei der Nacht“. Seither hat die Wertschätzung der „Schönen aus dem Morgenland“ rapide abgenommen. In Deutschland liegt der kommerzielle Anbau so am Boden, dass praktisch jede Quitte ein Bio-Liebhaberstück ist. „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“, forderte Max Goldt schon vor 20 Jahren in einem Plädoyer für das „unbeliebteste heimische Obst“. Aber auch er konnte die „Unverzehrbarkeit der Quitte im rohen Zustand“ nicht wegargumentieren: „Zum Zerteilen und Schälen bediene man sich der Erzeugnisse der Firma Black & Decker.“ Es hilft nichts. Die Quitte ist ein vergessenes Obst wie viele andere: Wiedersehen macht Mühe. (Aber die Mühe lohnt sich.)

Das Wort Quitte kommt vom lateinischen malum cidonium – Apfel aus Kydonia. Dort, im heutigen Chania auf Kreta, entdeckten die Römer einst das holzige Obst. Ursprünglich stammt es aus Vorderasien und ist viel älter als seine Kernobstgeschwister Apfel und Birne. Der „Zankapfel“ des Paris ist wohl eigentlich eine Quitte. Die goldene Frucht der Liebesgöttin Aphrodite galt in Griechenland als Symbol von Glück und Fruchtbarkeit. Bräute knabberten daran, um dem Atem Süße zu verleihen.

Quitten helfen aber nicht nur gegen Mundgeruch, sie sind auch gesund. Schon Hippokrates nutzte die rohe Frucht zum Blutstillen. Quitten enthalten mehr Vitamin C als die meisten Äpfel, viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Das Wichtigste aber: Sie sind die letzten Sommerfrüchte und bringen, kühl und luftig gelagert, bis nach Weihnachten Sonne auf den Teller. Manch erdigem Herbstmahl verleihen ihre Rosen-, Honig- oder Birnennoten Leichtigkeit. Nuancen von Ananas und Mango wärmen mit tropischer Intensität aus der Region knurrende Wintermägen.

Das sture Obst fördert außerdem die Geduld. Quittengelee braucht zwei, Quittenbrot gar bis zu vier meditative Herbsttage. Noch in den Fünfzigerjahren war Quittenbrot das Konfekt des kleinen Mannes. Doch mit dem Aufstieg der Tafelschokolade begann sein Fall und damit auch der Niedergang der Quitte. Dabei schmeckt sie auch zu Fleisch oder im Apfelkuchen. Und Quittenchutney passt hervorragend zu Jakobsmuscheln. Alles ist erlaubt – außer Quittenmarmelade. Laut einer EG-Verordnung von 1982 darf Marmelade nämlich nur Zitrusfrüchte enthalten. Sonst muss sie Konfitüre heißen. Das ist natürlich grober Unsinn. Schließlich ist die Quitte die Mutter aller Marmeladen. Marmelade kommt von marmelo – Portugiesisch für Quitte.

Neu frisch vom Feld gibt's die Quitte ab Oktober.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Beschwippste Johannisbeere

(Ribes)
Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in die Johannisbeere eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern.

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Aus Mario Adorf spricht schiere Verzweiflung: „Isch scheiß dich so was von zu mit meinem Jeld, dass du keine ruhje Minute mehr hast!“, droht er in der Rolle des rheinischen Klebstofffabrikanten Heinrich Haffenloher dem Klatschreporter Baby Schimmerlos. Denn der will ihn partout nicht in seiner Society-Kolumne erwähnen. Die Szene stammt aus der Fernsehserie „Kir Royal“. Mitte der Achtziger ausgestrahlt, heißt die bitterböse Persiflage der Münchner Schickeria nach dem Trendgetränk der Zeit: nicht zu verwechseln mit „Kir“, der nur Sekt enthält. In der königlichen Variante gehört der Johannisbeerlikör bitteschön mit Champagner aufgegossen!

In Wirklichkeit war diese neue Mode mit mindestens 30 Jahren Verspätung über den Rhein geschwappt. Benannt ist der Aperitif nach Félix Kir, dem Bürgermeister von Dijon. Der Legende nach war dem katholischen Geistlichen der Wein in seiner Stammkneipe zu sauer, weshalb er Crème de Cassis vom Nachbartisch hineingoss. Dieser Cocktail mit dem Likör der Schwarzen Johannisbeere soll ihm derart gemundet haben, dass er fortan beim Wirt nur noch „Kir“ bestellte. Im November 1951 erlaubte er einem Cassis-Produzenten, mit seinem Namen zu werben.

Ihren hochdeutschen Namen haben die Früchte, die in Österreich nach ihrem lateinischen Namen Ribiseln und in der Schweiz aus ungeklärten Gründen Meertrübeli heißen, vom traditionellen Erntebeginn am Johannistag: Um den 24. Juni herum reifen zuerst die weißen, dann die roten Rispen. Diese leichtlebigeren Schwestern der bittersüßen Schwarzen Johannisbeere müssen nicht erst verbacken, verkocht oder vergoren werden, um ihr Aroma ganz zu entfalten. Die lieblich-süßen Weißen Johannisbeeren (Ribes album) schmecken zwar zu allem, sogar zu Linsen. Am besten sind sie aber frisch vom Strauch, wo Sonnenlicht ihre Haut durchschimmert. Die delikate Säure Roter Johannisbeeren (Ribes rubrum) bereichert roh zum Beispiel Obstsalate aus süßeren Früchten und harmoniert mit Quark, Vanilleeis und gezuckertem Eischnee.

Die komplexeste der drei Ribiseln aus der Familie der Stachelbeergewächse ist jedoch die Schwarze (Ribes nigrum), die im Juli reift. Dank ihres fast schon übelriechenden Moschusdufts verliebt man sich in sie eher auf den zweiten Blick. Aber diese Liebe kann umso länger dauern: Denn die „Gichtbeere“ ist nicht nur ein Rheumamittel, sie hat auch den höchsten Eisengehalt aller Beeren und mehr als dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Zudem wirkt diese volksmedizinische Wunderwaffe blutdrucksenkend, entzündungshemmend und vieles mehr. Verständlich, dass ihr Most in Kriegszeiten für Krankenhäuser reserviert war. Prosit ist übrigens auch Latein – und heißt: Es möge nützen!

Neu frisch vom Feld gibt's die Johannisbeere ab Juni.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

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Fr, 2015-05-22 16:20
Bagdad (dpa)

IS-Vormarsch im Irak und Syrien - McCain fordert US-Bodentruppen

Die Armeen im Irak und in Syrien zeigen sich der Terrormiliz IS nicht gewachsen. Die USA bombardieren die Extremisten aus der Luft, wollen aber keine Bodentruppen schicken. Doch der Ruf danach wird lauter.

Bagdad (dpa) - Nach der Einnahme der Wüstenstadt Palmyra in Syrien und der Provinzhauptstadt Ramadi im Irak rückt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in beiden Ländern weiter vor. Im Westen des Iraks kämpften die Dschihadisten Regierungstruppen sowie sunnitische Stämme nieder und hissten ihre schwarze Flagge auf Regierungsgebäuden in dem Ort Husaiba, wie ein Stammesführer am Freitag berichtete. In Zentralsyrien stießen die Dschihadisten laut Menschenrechtlern von Palmyra weiter in Richtung der Hauptstadt Damaskus vor.

Wegen der Siegesserie der Sunnitenmiliz forderte der einflussreiche US-Senator John McCain die Entsendung von US-Bodentruppen in den Irak. «Ich würde sagen: 10 000 Mann», sagte er dem TV-Sender CNN. Die Strategie von Präsident Barack Obama, lediglich Kampfjets einzusetzen, sei ein Fehlschlag. Obama lehnt die Entsendung von Bodentruppen strikt ab. Die USA und ihre Verbündeten bombardieren seit Monaten IS-Stellungen im Irak und in Syrien.

Der IS hatte Ramadi rund 110 Kilometer westlich von Bagdad am Sonntag eingenommen und der irakischen Armee damit einen empfindlichen Schlag versetzt. Laut UN sind mindestens 40 000 Menschen vor den Extremisten auf der Flucht. Mit dem Erfolg in Hussaiba rückt der IS nahe an den großen irakischen Militärstützpunkt Habanija heran, wo die Regierung Kämpfer schiitischer Milizen zusammengezogen hat.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, der IS habe am Freitag auch die Stadt Haditha nordwestlich von Ramadi angegriffen. Demnach gab es heftige Kämpfe mit regierungstreuen Kämpfen.

Die historische Wüstenstadt Palmyra und das dortige Unesco-Weltkulturerbe hatten die Dschihadisten am Mittwoch unter Kontrolle gebracht. Am Freitag habe es südwestlich Palmyras Kämpfe zwischen Anhängern des Regimes und IS-Kämpfern gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Über die Lage in Palmyra selbst wurde am Freitag wenig bekannt. Aktivisten meldeten, die Telefon- und Internetleitungen in die Stadt seien über Stunden unterbrochen gewesen. Laut verschiedenen Berichten befinden sich Zehntausende Flüchtlinge in der Stadt. Es gebe weder Wasser noch Strom. Die IS-Miliz hatte am Donnerstag mindestens 17 Kämpfer und Unterstützer des Regimes exekutiert. Übergriffe auf das Weltkulturerbe hatte es laut Aktivisten zunächst nicht gegeben.

Auch im Norden des Landes musste die Assad-Regierung am Freitag eine Niederlage hinnehmen: In der Stadt Dschisr al-Schogur in der Provinz Idlib verlor das Regime auch seinen letzten Rückzugsort. Islamistische Rebellen hätten ein von Regierungskräften gehaltenes Krankenhaus in der Provinz Idlib eingenommen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Zu den Aufständischen gehört auch die Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie beherrschen die Provinz Idlib fast vollständig.

Fr, 2015-05-22 16:03
Berlin (dpa)

IG BCE: Abwrackprämie für Heizungen statt Klimaabgabe für Kraftwerke

Berlin (dpa) - Als Alternative zur heftig umstrittenen Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke schlägt die Gewerkschaft IG BCE eine «Abwrackprämie» für alte Gas- und Ölheizungen vor. Dies geht aus einem Papier der Gewerkschaft hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Die angepeilte Senkung des deutschen CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 könnte demnach auch über eine stärkere Förderung von Investitionen in neue Heiztechnik vorankommen - anstelle einer teuren Zusatzbelastung von Altkraftwerken, die die IG BCE scharf kritisiert.

Das Konzept, über das am Freitag auch andere Medien berichteten, soll inzwischen auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorliegen. «Der «Klimabeitrag» würde zu einer massiven Stilllegung von Kraftwerkskapazitäten in der Braunkohle führen», heißt es in dem Papier. Neben verringerten Investitionen der Stromerzeuger, die schon mit der Ertragsschwäche vieler Anlagen infolge des Ökostrom-Booms zu kämpfen haben, drohten dann auch Jobverluste. Mit einer Abwrackprämie hatte die Politik etwa nach der Wirtschaftskrise 2008/09 die Anschaffung neuer Autos subventioniert.

Die Gewerkschaft koppelt ihren Vorschlag mit der Forderung nach einem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, bei der die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme die Energieeffizienz erhöht. Zudem zielt sie auf einen neuen Ansatz bei Reservekapazitäten, die Kraftwerksbetreiber für Zeiten geringerer Versorgung durch schwankenden Ökostrom im Netz bereitstellen müssen. Hier soll ein Ausschreibungsmodell greifen - Gabriel hatte pauschale Vergütungen für die Versorger abgelehnt.

Nach Protesten aus der großen Koalition, den Ländern sowie Gewerkschaften ist Gabriel bereit, nach Alternativen zur bisher geplanten Klimaabgabe zu suchen. Der Vize-Kanzler stehe zu dem Vorschlag aus seinem Ministerium für eine Klimaabgabe älterer Kohlekraftwerke, befinde sich aber weiter in intensiven Gesprächen, sagte sein Sprecher am Freitag. «Wir sind gern bereit, Modifikationen an diesem Vorschlag vorzunehmen oder andere Vorschläge zu prüfen.»

Fr, 2015-05-22 16:36
Düsseldorf (dpa)

Freispruch nach fast sieben Jahren Untersuchungshaft

Düsseldorf (dpa) - Nach fast sieben Jahren Untersuchungshaft hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht einen Angeklagten vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Das Gericht Düsseldorf habe den Hauptbelastungszeugen in der Türkei trotz intensiver Bemühungen nicht vernehmen können, begründete die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza am Freitag die Entscheidung. Nun steht dem 60 Jahre alten Mann eine Entschädigung zu.

Ihm war vorgeworfen worden, als Führungskader der linksextremen Terrororganisation Dev Sol von Deutschland aus einen Anschlag in Istanbul befohlen zu haben. Dabei waren 1993 zwei Polizisten und drei der Attentäter ums Leben gekommen. 2007 war der Angeklagte in Deutschland festgenommen worden, 2011 wurde er als Drahtzieher des Anschlags zu lebenslanger Haft verurteilt.

Bei einer Zeugenvernehmung in der Türkei hatte die türkische Justiz überraschend einen anderen als den geplanten Zeugen präsentiert, der den Angeklagten belastete. Dieser war dennoch zum Schlüsselzeugen geworden, auf den sich die Verurteilung zu lebenslanger Haft stützte. Wegen Widersprüchen in seiner Aussage hob der Bundesgerichtshof das Urteil 2012 auf.

Bei der fälligen Neuauflage des Prozesses blieb es dem Gericht verwehrt, den Schlüsselzeugen, der sich in einem türkischen Zeugenschutzprogramm befinden soll, erneut zu befragen. Gründe dafür habe die Türkei nicht genannt. Dies spreche «eine eigene Sprache», führte die Vorsitzende Richterin Havliza aus.

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Fr, 2015-05-22 16:49
Paris/Berlin (dpa)

Handel in Frankreich darf Lebensmittelreste nicht mehr wegwerfen

In Supermärkten fallen viele Abfälle an, die noch zu gebrauchen wären. Oft sogar solche, die man noch essen könnte. Frankreich führt deshalb einen Zwang zum Spenden oder Weiterverarbeiten ein. Kein Vorbild für Deutschland, sagt das Ministerium.

Paris/Berlin (dpa) - Französische Supermärkte dürfen unverkaufte Lebensmittel nicht mehr einfach wegwerfen. Die Nationalversammlung verabschiedete am Donnerstagabend in Paris einstimmig eine Regelung, wonach nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle künftig gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden müssen. Große Märkte sollen dafür mit karitativen Organisationen zusammenarbeiten.

Regierung und Parlament wollen auf diese Weise die Verschwendung von Lebensmitteln bekämpfen. Pro Kopf werden in Frankreich jährlich bis zu 30 Kilogramm Lebensmittel weggeschmissen. Ziel der Regierung ist es, diesen Abfall im Gesamtwert von bis zu 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 zu halbieren.

Eine Sprecherin von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte der «Nordsee-Zeitung» (Samstag), Frankreich sei diesbezüglich kein Vorbild: «In Deutschland geben bereits zahlreiche Supermarktketten unverkaufte und noch genießbare Lebensmittel insbesondere an die Tafeln auf freiwilliger Basis ab.»

Die Sprecherin betonte, bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen setze die Bundesregierung weniger auf Gebote oder Verbote eines bestimmten Produktions- oder Konsumverhaltens. Im Vordergrund stünden unter anderem Aufklärungsaktionen, Beratung sowie die Sensibilisierung der Verbraucher.

Laut Studie für das Ernährungsministerium landen in Deutschland jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammen 6,7 Millionen Tonnen von Privathaushalten.

Rechnerisch entspricht dies pro Bundesbürger (Basis: 81,8 Millionen Mitglieder privater Haushalte) 81,6 Kilogramm, wie die Autoren der Universität Stuttgart im Jahr 2012 erläuterten. Der Rest fällt bei Lebensmittelindustrie, Handel und Großkunden wie der Gastronomie an.

Fr, 2015-05-22 16:25
Riad/Sanaa (dpa)

22 Tote bei Terroranschlag auf schiitische Moschee in Saudi-Arabien

An einem hohen Feiertag der Schiiten schlagen Terrorkommandos auf der arabischen Halbinsel zu. In Saudi-Arabien reißt ein Selbstmordattentäter viele schiitische Gläubige mit in den Tod. Im Jemen verletzt eine Bombe rund ein Dutzend Moscheebesucher.

Riad/Sanaa (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Osten des sunnitischen Königreichs Saudi-Arabien sind mindestens 22 Menschen getötet worden. Bei dem Attentat in dem Ort Al-Kudaich nahe der Stadt Al-Katif seien zudem rund 100 weitere Menschen verletzt worden, berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija am Freitag. Nach Angaben des saudischen Innenministeriums zündete ein Attentäter einen Sprengstoffgürtel während des Freitagsgebets.

Praktisch zur gleichen Zeit explodierte in Sanaa, der Hauptstadt des Nachbarlandes Jemen, ein Sprengsatz vor einer schiitischen Moschee. Zehn Menschen hätten Verletzungen erlitten, teilten Augenzeugen mit.

Die Schiiten begingen am Freitag den Geburtstag des Imams Hussein, den sie als Heiligen verehren. In Saudi-Arabien bilden sie eine Minderheit, die konzentriert in der Region um Al-Katif lebt. Im Jemen hängt die Gemeinschaft der Huthis einer schiitischen Strömung an.

Zu dem Anschlag in Sanaa bekannte sich die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die weite Teile Syriens und des Iraks beherrscht und in anderen islamischen Ländern Unterstützer hat. Wer für den blutigen Terrorakt im Osten Saudi-Arabiens verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Augenzeugen berichteten von einer angespannten Lage in der Region um Al-Katif.

Aufgebrachte Menschen seien auf die Straße gezogen, wo sie pro-schiitische Parolen riefen. Videos und Bilder, die im Internet auftauchten, zeigten in Tücher gehüllte Leichen sowie Ambulanzwagen, die am Schauplatz des Anschlags vorfuhren.

Im ölreiche Osten des sunnitischen Königreichs kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen den Schiiten und der sunnitischen Mehrheit im Land. Im vergangenen November hatten Attentäter in eine Menge schiitischer Gläubiger geschossen und sieben Menschen getötet. Sicherheitskräfte machten dafür die Terrormiliz IS verantwortlich.

Fr, 2015-05-22 16:41
Bagdad (dpa)

IS zerstört Schiitenmoschee und jesidisches Heiligtum in Mossul

Bagdad (dpa) - Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im nordirakischen Mossul eine schiitische Moschee und ein jesidisches Heiligtum zerstört. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass Extremisten in der Stadt die Kreuze an der Außenfassade einer syrisch-orthodoxen Kirche abgeschlagen hätten, berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker unter Berufung auf Informanten vor Ort. Vermutlich wolle der IS die Kirche in eine Moschee umwandeln, sagte Kamal Sido von der Gesellschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Die nordirakische Stadt Mossul war im Juni 2014 vom IS erobert worden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation gab es in der Stadt rund 35 Kirchen und Klöster. Sie seien bei den Kämpfen zwischen Dschihadisten und Regierungstruppen stark beschädigt oder zerstört worden.

Fr, 2015-05-22 16:16
Karlsruhe (dpa)

EnBW will Windenergiefirma Prokon für 550 Millionen Euro übernehmen

Intensives Werben um die insolvente Windenergiefirma Prokon: 550 Millionen Euro in bar will die EnBW dafür hinlegen. Die Karlsruher empfehlen sich als solider Investor - und warnen vor Risiken des konkurrierenden Genossenschaftsmodells.

Karlsruhe (dpa) - Im Werben um die insolvente Windenergiefirma Prokon will der Energieversorger EnBW 550 Millionen Euro in bar hinlegen. Die EnBW bewertet Prokon damit zwar um 100 Millionen Euro niedriger als das konkurrierende Genossenschaftsmodell. Unterm Strich würden die Anleger und Gläubiger aber mit der EnBW besser fahren, versicherte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag in einer Telefonkonferenz. «Unser Angebot macht Prokon zukunftssicher. Das Unternehmen wird handlungsfähig, wir schaffen die Voraussetzungen für einen soliden Neuanfang.»

Der Gläubigerausschuss des Unternehmens in Itzehoe (Schleswig-Holstein) hat EnBW zwar schon als «bevorzugten Investor» ausgewählt. Die endgültige Entscheidung, ob der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW auch neuer Prokon-Inhaber wird, fällt jedoch erst auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli in Hamburg.

Dann müssen die rund 100 000 Gläubiger entscheiden, ob sie als Eigentümer die Prokon-Windparks im Rahmen einer Genossenschaft fortführen oder das Vermögen an die EnBW verkaufen wollen. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat zu beiden Modellen Pläne vorgelegt.

Die Insolvenz sei für die Gläubiger «eine sehr bittere Tatsache, weil sie in jedem Fall mehr als 40 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verlieren werden», sagte Kusterer. Der Verlust sei «unabänderlich», egal, für welches Modell sich die Gläubiger entscheiden.

Beim EnBW-Angebot, das laut Kusterer «unser letztes Wort» ist, würden aber alle Gläubigergruppen «risikofrei und zeitnah eine substanzielle Barzahlung» erhalten. Beim Genossenschaftsmodell erhielte hingegen «nur ein kleiner Teil der Gläubiger» wie Lieferanten und Banken eine sofortige Barauszahlung. Genussrechtsinhaber, die 90 Prozent aller Forderungen halten, müssten dagegen eine Anleihe zeichnen und - wenn sie sich für eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft entscheiden - ein unternehmerisches Risiko eingehen.

Aus Sicht von Kusterer ergänzen sich EnBW und Prokon perfekt, «um die Windkraft in Deutschland solide und gut finanziert weiter zu entwickeln». Die EnBW, die für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 rund 3,5 Milliarden Euro investieren will, möchte den Erwerb ausschließlich mit eigenen Mitteln finanzieren. «Wir können das aus unserer Liquidität finanzieren und müsse damit nicht auf den Kapitalmarkt gehen.» Die Genussrechtinhaber müssten abwägen, ob ein «ein schuldenbeladenes Unternehmen ohne starken Partner wirklich bessere Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft hat».

Der EnBW-Finanzvorstand schloss auf Nachfrage auch eine «Genossenschaft unter dem Dach der EnBW» nicht aus. Man sei da offen, auch wenn im Insolvenzverfahren nur das Barangebot gelte.

Fr, 2015-05-22 16:00
München/Karlsruhe (dpa)

35 Jahre danach: Ermittler suchen Zeugen für Wiesnattentat Von Sabine Dobel und Diana Niedernhöfer, dpa

Die Ermittler wenden sich an die Bevölkerung. Eine normale Sache in einem Kriminalfall. Dieser allerdings liegt fast 35 Jahre zurück. Das blutige Oktoberfestattentat von 1980 soll endlich vollständig aufgeklärt werden.

München/Karlsruhe (dpa) - Viele Zeugen hatten sich gemeldet. Viele, so der Vorwurf von Opfervertretern, wurden nicht ernst genommen, nicht ausreichend gehört. Das soll nun anders werden. In einem Aufruf wenden sich Bundesanwaltschaft und Bayerisches Landeskriminalamt an die Bevölkerung: «Wer war am 26. September 1980 auf der Münchner Theresienwiese und hat das Tatgeschehen beobachtet oder kann sonst Angaben zu dem Attentat machen?» Der Aufruf liest sich, als wäre es gerade passiert. Aber das Datum liegt fast 35 Jahre zurück.

Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr riss die Bombe aus 1,39 Kilo TNT ein Dutzend Wiesnbesucher und den Attentäter Gundolf Köhler in den Tod und verletzte über 200 Menschen. Der schwerste Anschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Ermittler kamen zu dem Schluss: Köhler, ehemals Anhänger der Wehrsportgruppe Hoffmann, beging die Tat allein und aus privatem Frust. Sie schlossen die Akten.

«Es ist sicher eine zweistellige Zahl von Zeugen, die Bekundungen abgegeben hat, dass Köhler nicht allein war», sagt der Reporter Ulrich Chaussy vom Bayerischen Rundfunk. «Nach Mitte November 1980, nachdem man sich auf die Einzeltäterthese festgelegt hatte, sind ihre Aussagen nicht mehr beansprucht worden.» Chaussy ging stets von politisch motivierten Vertuschungen aus. Opfervertreter und Politiker diverser Parteien glaubten immer an einen rechtsextremen Hintergrund.

Jetzt sucht die neue Soko Zeugen, «die noch Angaben machen, die sie bisher nicht gemacht haben - aus welchen Gründen auch immer», sagt ein LKA-Mitarbeiter. Die Ermittler bitten auch Medien um Bilder und Filmaufnahmen, «die auch Aufschluss geben können über die Zeit vor oder nach der Explosion.» Für Chaussy, der viele Ungereimtheiten aufdeckte, wirft der Aufruf ein Schlaglicht auf frühere Versäumnisse. Chaussy hatte wie der Anwalt Werner Dietrich jahrzehntelang recherchiert und für eine Wiederaufnahme der Ermittlungen gekämpft.

Im Dezember 2014 hatte Dietrichs dritter Wiederaufnahmeantrag Erfolg. Ein Grund war eine neue Zeugin: Sie gab an, sie habe am Tag nach dem Anschlag Flugblätter mit einem Nachruf auf Köhler gefunden - bevor dessen Name öffentlich bekannt war. Sie hatte damals Sprachkurse in einer Aussiedler-Unterkunft gegeben und wollte eine Jacke in einen Schrank hängen. Dort sah sie neben den Flugblättern zwei Pistolen. Sie sei zur Polizei gegangen, aber abgewimmelt worden, sagt Dietrich.

Als wichtiger Zeuge galt anfangs ein Homosexueller, dem Köhler gefiel - und der deshalb genau hinsah. Er beobachtete den 21-jährigen Studenten an der Wiesn mit einer Plastiktüte mit einem konischen Gegenstand im heftigen minutenlangen Gespräch mit zwei anderen. Auch seine Aussagen wurden nicht ernst genommen. Eine junge Frau sah laut Chaussy an einem zerfetzten Leichnam einen Mann, der gerufen haben soll: «Helft mir, helft mir, ich kann nichts dafür, bringt mich um.» Chaussy sagt: «Diese Frau hat man ein einziges Mal noch einvernommen, im Oktober. Dann hat sie nie wieder was von der Polizei gehört.»

Sehr vieles ist offen. Waren V-Leute deutscher Geheimdienste verstrickt? Grüne und Linke wollen über das Verfassungsgericht die Herausgabe entsprechender Informationen erzwingen. Beweismittel wurden vernichtet. Das Fragment einer abgerissenen Hand vom Tatort wurde in der Rechtsmedizin untersucht - und verschwand, bis heute.

Wie viele Zeugen sich bei der neuen Soko gemeldet haben, darüber schweigen die Ermittler. Die Sprecherin des Generalbundesanwalts, Frauke Köhler, hat aber angekündigt: «Bis Jahresende wird sicher ein erstes aussagekräftiges Zwischenresümee gezogen werden können.»

Fr, 2015-05-22 15:05
Kiew (dpa)

Ukraine hält am Bau von Sperranlagen entlang russischer Grenze fest

Kiew (dpa) - Trotz scharfer Kritik aus Moskau hält die Ukraine am Bau massiver Sperranlagen entlang der Grenze zu Russland fest. Der Hunderte Kilometer lange Schutzwall mit Wachtürmen, Metallgittern und Panzersperren werde etwa 200 Millionen Euro kosten und solle 2018 fertig sein, sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk am Freitag beim Besuch der Baustelle im Grenzort Senkiwka. «Die Anlage wird uns Schutz bieten vor russischen Eindringlingen», betonte Jazenjuk.

Die prowestliche Führung in Kiew wirft Moskau vor, illegal Waffen und Kämpfer für die prorussischen Separatisten im Donbass über die Grenze zu schaffen. Moskau weist dies zurück und bezeichnet die geplanten Befestigungen als «Provokation». Auch westliche Politiker hatten Kritik an dem «Mauerbau zwischen Völkern» geäußert.

Der Militärbeauftragte der ukrainischen Regierung, Andrej Lyssenko, warf den Aufständischen im Donbass massiven Beschuss von Armeestellungen vor. Dabei seien innerhalb von 24 Stunden drei Angehörige von Regierungseinheiten getötet und zwölf verletzt worden. Die Separatisten sprachen von fünf Verletzten in den eigenen Reihen.

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk trafen sich unterdessen Vertreter der Ukraine-Kontaktgruppe zu Beratungen über den vereinbarten Friedensplan. Konkrete Ergebnisse wurden nicht erwartet.

Geht doch!

Landgang für Bohrinseln

Nordsee 20 Jahre nach Brent Spar: Ein Riesenkatamaran wrackt ausgediente Plattformen ab, um sie an Land zu entsorgen

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Rund 600 alte Stahlkolosse stehen in der Nordsee. Seit Anfang der 70er-Jahre haben sie Gas und Öl aus dem Meeresboden gepumpt. Nun versiegen die Vorkommen, und die Bohrinseln müssen entsorgt werden. Im Mai 1995 hatte Greenpeace die Shell-Plattform Brent Spar besetzt, in der Folge boykottierten Autofahrer europaweit Shell-Tankstellen. Der Konzern lenkte schließlich ein und ließ die Brent Spar an Land schleppen. Seit 1998 verbietet das internationale Übereinkommen zum Schutz des Nordostatlantiks, die sogenannte Ospar-Konvention, grundsätzlich die Versenkung von Plattformen. Um die Anlagen abzuschleppen, hat die Schweizer Unternehmensgruppe Allseas nun für 1,3 Milliarden Euro eigens einen Riesenkatamaran gebaut. In diesen Tagen soll das größte Arbeitsschiff der Welt zu seinem ersten Einsatz in See stechen. Mit Spezialkränen kann die 124 Meter breite „Pioneering Spirit“ bis zu 48.000 Tonnen heben, das entspricht mehr als 80 voll beladenen Airbus 380. „Abtransport und Entsorgung werden die Industrie Milliarden kosten“, sagt David Booth von der Universität Sydney. Bis 2025 werden weltweit 6500 Öl- und Gasplattformen überflüssig sein – ein Geschäft mit Zukunft.
Illustration: Christoph Niemann

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Dänemark
Während hierzulande neue Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg ans Netz gehen, will Dänemark schon 2025 kohlefrei sein – fünf Jahre schneller als
geplant. Energieminister Rasmus Helveg Petersen lässt derzeit prüfen, ob die Regierung die Nutzung von Kohle als Brennstoff verbieten kann. Bislang deckt sie ein Fünftel des dänischen Strombedarfs. Der Anteil der Windenergie soll weiter steigen: bis 2020 von 30 auf 50 Prozent.

Mexiko-Stadt
Wer auf Bus oder Bahn wartet, soll Fitnessübungen machen. Mit dieser Kampagne will die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt das Übergewicht in der Bevölkerung bekämpfen. An Haltestellen wurden Gesundheitsposten eingerichtet, die als Belohnung für zehn Kniebeugen ein Gratisticket ausgeben. Die vor gut einem Jahr eingeführte Fast-Food-Steuer konnte die Adipositas-Epidemie nicht eindämmen. Rund 70 Prozent der Mexikaner sind übergewichtig oder gar fettleibig.

Schweden
Weltweit tragen 37 gefährdete Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten ein GPS-Armband. Im Notfall müssen sie nur die Glieder auseinanderziehen, um Alarm auszulösen. Die schwedische Menschenrechtsorganisation Civil Rights Defenders organisiert sofort Hilfe im Umfeld der Aktivisten. „Das Armband hat mich von der Angst befreit“, sagt die Kenianerin Phyllis Omido. Sie kämpft in Mombasa gegen die Bleiverseuchung ihres Stadtviertels und ist schon mehrmals bedroht worden.
nataliaproject.org

Geht doch!

Styropor „To Go“

USA Mehr als 70 Städte verbieten aufgeschäumtes Plastik. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio nimmt den Kampf mit dem Müll auf.

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Ab Juli verbannt er Einwegbecher, -teller und andere Behältnisse aus Styropor. Auch Verpackungsfüllmaterial aus Schaumstoff darf dann nicht mehr verwendet werden. Laut Abfallbehörde hat sich eine Wiederverwertung ökologisch und ökonomisch als nicht sinnvoll erwiesen. Jedes Jahr hat die Müllabfuhr in der Metropole fast 30.000 Tonnen Abfall aus aufgeschäumtem Polystyrol eingesammelt, der Großteil stammt aus der Gastronomie. „Diese Produkte verursachen reale Umweltschäden“, sagt de Blasio. Sein Appell fruchtet auch bei Behörden: Ab Sommer sollen Styroporbehälter aus Schulkantinen verschwinden. Warum das Essen künftig auf kompostierbaren statt auf Keramiktellern serviert wird, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Schon mehr als 70 US-Städte, darunter Washington, San Francisco, Oakland und Seattle, haben sich vom Einwegplastik losgesagt. In Deutschland dagegen wird der biologisch nicht abbaubare Schaumstoff weiterhin großflächig eingesetzt: nicht nur für Fastfood-Verpackungen, sondern auch für die Wärmedämmung von Gebäuden.
Illustration: Christoph Niemann

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Grenoble: Bäume statt Werbung
Die französische Alpenstadt will die erste werbefreie Stadt Europas werden: Der grüne Bürgermeister Éric Piolle hat alle Reklameverträge gekündigt. Wo bisher freie Sicht auf riesige Plakate herrschen musste, will er Bäume pflanzen lassen. Den Verzicht auf die optische Umweltverschmutzung lässt sich die Stadt jährlich 150.000 Euro kosten – so viel hat Grenoble bisher durch vermietete Werbeflächen pro Jahr eingenommen. Bislang verbietet nur eine Stadt Werbung im öffentlichen Raum: São Paulo in Brasilien, und das schon seit 2010.

Frankreich: Zu schnell kaputt
Mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe will Frankreich eingebaute Fehler, die zum vorzeitigen Verschleiß von langlebigen Verbrauchsgütern führen, als Betrug ahnden. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist auf dem Weg. Niedersachsen will solche Art der Verbrauchertäuschung auch nicht hinnehmen. Landesverbraucherschutzminister Christian Meyer erwägt eine Verlängerung der Garantie bei bestimmten Produkten.

Hamburg: Steckdose für Cruiser
Die Bewohner des Elbufers können ein wenig aufatmen: Im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe werden ab diesem Sommer mit erneuerbarem Landstrom versorgt und können die luftverpestenden Dieselmotoren abstellen. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern, dass in Zukunft auch Containerschiffe zum Anschluss an den sauberen Landstrom verpflichtet werden.
 

Geht doch!

Fit für Krisen

Weltweit wollen „Transition Town“-Initiativen einen Kultur- und Energiewandel bewirken. Inzwischen gibt es mehr als 4000 in etwa 50 Ländern.

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England: Es begann in der britischen Stadt Totens
Genug geredet, jetzt wird gehandelt! Nach diesem Motto agieren inzwischen mehr als 4000 „Transition Town“-Initiativen in etwa 50 Ländern. Sie alle wollen in ihren Städten den „Übergang“ (Transition) zu einem nachhaltigen Lebensstil einleiten. Gemeinsam bauen sie Solaranlagen auf Hausdächer, führen Regio-Währungen ein, teilen Maschinen, Werkzeug und Besitztümer, reparieren Elektrogeräte, gärtnern auf öffentlichen Plätzen oder gründen Gemeinwohlunternehmen. Dass sich die Erde erwärmt, das Öl zur Neige geht und der Ressourcenverbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstört, war längst bekannt, als der britische Umweltaktivist Rob Hopkins im Jahr 2006 in seiner Heimatstadt Totens die erste „Transition Town“-Initiative startete. Ein Weiter-so-wie-bisher kam für ihn und die wachsende Übergangsbewegung nicht in Frage. Gerd Wessling, Netzwerksprecher für die rund 120 Initiativen im deutschsprachigen Raum, begreift das Ganze als langfristiges Experiment. Ihm ist klar, dass Lastenfahrräder und Blumenkübel allein die Welt nicht retten können. Die Summe aller Aktivitäten könnte aber einen Wandel bewirken, hofft er. Wessling fühlt sich bestärkt durch das kontinuierliche Anwachsen der Bewegung. Es zeige, dass die Idee viele anstecke und jeder Einzelne in seinem Umfeld sehr wohl etwas ändern könne.
transition-initiativen.de
Illustration: Christoph Niemann

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Bodensee: Wild und bunt
Auf rund 65 Hektar blühen in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Konstanz Malven, Steinklee und zwei Dutzend weitere Wildpflanzen. Die bunte Vielfalt erfreut Imker, Jäger, Touristen – und Bauern. Denn sie gewinnen aus der Ernte Biogas. Allerdings liegt der Ertrag dieser Biomasse etwa ein Drittel unter dem von Mais, berichtet die Bodensee-Stiftung. Sie fördert den Wildpflanzenanbau und will so die Monokulturen der Energiepflanzen eindämmen. Dafür müssen weniger Pestizide gespritzt werden.
bioenergie-region-bodensee.de

Steiermark: Laubbläser verboten
Sie stinken, lärmen und verpesten die Luft – deshalb ist der Einsatz von Laubbläsern seit dem 1. Oktober im österreichischen Bundesland Steiermark verboten. Verstöße sollen mit Geldstrafen bis zu 7250 Euro geahndet werden. Ausschlaggebend war eine Studie der Universität Graz: Laubbläser wirbelten am Boden abgelagerte Ruß- und Staubpartikel auf, stellten die Forscher fest. Im Vergleich zur Besenreinigung gelange so zehnmal mehr Feinstaub in die Luft.

Südtirol: Pestizidfreie Gemeinden
Die Gemeinde Malosco in der italienischen Provinz Trentino ist Vorreiter im Kampf gegen Pestizide: Trotz heftigen Widerstands der Bauernlobby hat der Bürgermeister den Einsatz vieler Agrargifte verboten. Er will die Gesundheit seiner Bürger schützen. Auf diesen Präzedenzfall beruft sich die Kommune Mals im benachbarten Vinschgau. Anfang September hat das Dorf abgestimmt: 76 Prozent votierten für ein Verbot aller giftigen, gesundheits- und umweltschädlichen Pestizide auf dem Gemeindegebiet.

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Fr, 2015-05-22 15:05
Bamako (dpa)

Rebellen: Malische Armee richtet neun Zivilisten hin

Bamako (dpa) - Im Nordosten Malis sind nach Angaben einer Rebellengruppe neun Zivilisten hingerichtet worden, darunter zwei Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisation und ein 13-jähriger Junge. Soldaten der malischen Armee hätten die Zivilisten in einem Viehmarkt in dem Ort Tina Hama getötet, sagte die Tuareg-Rebellengruppe «Koordination der Bewegungen des Azawad» (CMA) am Donnerstag. Das malische Militär sowie örtliche Behörden waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem Vorfall zu erreichen.

Unter den Opfern der Gewalttat vom Donnerstag waren den Angaben zufolge auch ein örtlicher Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation «Action Contre la Faim» (Aktion gegen den Hunger) und des Welternährungsprogramms (WFP). ACF bestätigte den Tod eines Mitarbeiters. Die Arbeit im Nordosten Malis würde zunächst ausgesetzt, hieß es.

Tina Hama war unlängst Schauplatz von Kämpfen zwischen Milizen, die zur Regierung loyal sind, und den Separatisten der CMA. Die Armee soll dabei Berichten zufolge die loyalen Rebellen unterstützt haben.

Die deutsche Bundeswehr beteiligt sich an internationalen Einsätzen zur Stabilisierung des Krisenlandes Mali, vor allem mit einer EU-Ausbildungsmission für die malische Armee. Laut Bundestagsmandat sind dabei bis zu 350 Soldaten im Einsatz.

Fr, 2015-05-22 15:38
Lingen (dpa) 

Atomkraftwerk Emsland bleibt noch länger vom Netz

Lingen (dpa) - Wegen des unplanmäßigen Austauschs eines defekten Rotors in einem Generator muss das derzeit ohnehin abgeschaltete Atomkraftwerk Emsland noch länger vom Netz bleiben. Die seit Anfang Mai laufende Revision des Meilers verlängere sich um rund eine Woche bis Anfang Juni, teilte das Umweltministerium in Hannover am Freitag mit. Das Kraftwerk ist seit Anfang Mai abgeschaltet. Dabei wurden 40 der 193 Brennelemente ausgetauscht. Insgesamt seien rund 900 Prüfungen durchgeführt worden. Sicherheitstechnisch relevante Abweichungen seien dabei bislang nicht aufgetreten. Das von RWE und Eon betriebene Atomkraftwerk ist seit 1988 am Netz und soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

Fr, 2015-05-22 15:22
Washington (dpa)

Zwingen die IS-Erfolge Obama zum Strategiewechsel im Irak?   Von Peer Meinert, dpa

Noch kürzlich prahlten US-Militärs mit Erfolgen gegen die Terrormiliz IS. Nach dem Fall von Ramadi und Palmyra sieht das ganz anders aus. Obama spielt die Niederlage herunter - doch er rechnet mit einem jahrelangen Kampf. Muss er Bodentruppen schicken?

Washington (dpa) - Der rasante Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak trifft US-Präsident Barack Obama auf dem falschen Fuß. Die Rufe, wieder massiv US-Bodentruppen in den Irak zu schicken, werden immer lauter. Der einflussreiche Senator John McCain fordert gar die Entsendung von 10 000 Soldaten. Noch versucht Obama die Erfolge des IS kleinzureden. Die Frage ist: Gerät der «Commander in Chief» derart unter Druck, dass er letztlich gar nicht anders kann, als wieder Bodentruppen zu schicken?

Auch am Freitag werden aus dem Irak und Syrien neue Hiobsbotschaften gemeldet. In der eroberten antiken Ruinenstadt Palmyra richten die Milizen Menschen hin. Außerdem nehmen sie den letzten Grenzübergang zum Irak ein, der noch von Regierungstruppen gehalten wurde. Auch im Irak selbst geht ihr Vormarsch weiter voran.

Doch Obama versucht sich im Schönreden: Im «Atlantic Magazine» nennt er den Fall der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi lediglich einen «taktischen Rückschlag». Trotzig hält er am Prinzip Hoffnung fest: «Nein, ich glaube nicht, dass wir verlieren.» Wörtlich: «Wir befinden uns seit acht Monaten in einem Kampf, von dem wir immer gesagt haben, dass es sich um eine mehrjährige Kampagne handeln wird.»

Josh Earnest, der Sprecher im Weißen Haus, gerät bereits am Donnerstag unter schweren verbalen Beschuss. Journalisten bombardieren ihn mit Fragen, auf die er nur schwer eine Antwort finden kann. Doch eines stellt er klar: «Dies wird eine Herausforderung, die der nächste Präsident bewältigen muss.» Mindestens drei Jahre werde der Krieg gegen die Dschihadisten noch dauern - und das sei nur die erste Phase des Kampfes.

Das Pentagon ist durch den Fall Ramadis und Palmyras alarmiert. Man werde 2000 weitere Panzerabwehrraketen liefern, erklärt eine Pentagonsprecherin. Die Waffen könnten schon in kommende Woche eintreffen.  

Dabei sah es noch vor Wochen so aus, als befände sich die sunnitische Terrormiliz in der Defensive. Im Januar meldeten Kurden nach erbitterten Kämpfen um Kobane nahe der türkischen Grenze einen entscheidenden Erfolg. Im März nahmen irakische Regierungstruppen nach mehreren gescheiterten Anläufen Tikrit ein, die Heimatstadt des früheren sunnitischen Diktators Saddam Hussein. Fast täglichen meldeten US-Militärs Erfolge ihrer Luftschläge gegen den IS - der Einsatz amerikanischer Bodentruppen ist dagegen für Obama tabu.

«Degrade and Destroy» - Schwächen und Zerstören - nennen US-Militärs die Langzeitstrategie gegen die anstürmenden islamischen Milizen. Ausdrücklich verweist Obamas Sprecher Earnest auf Äußerungen seines Chefs, dass allein die erste Phase 36 Monate dauern dürfe. 

Doch Kritik am zögerlichen Vorgehen Obamas wird immer lauter. «Ganz egal, wie sehr Pentagon und Weißes Haus das herunterspielen, der Fall von Ramadi zeigt, dass die Strategie von Präsident Obama versagt», kommentiert das «Wall Street Journal». Der Plan, irakische Regierungstruppen zu stärken und Stammeskämpfer gegen den IS zu mobilisieren, klinge zwar gut - habe aber nicht funktioniert. Nur der massive Einsatz von Bodentruppen könne das Blatt wenden. «Aber mit jedem Monat wird diese Aufgabe schwieriger und die Kosten werden höher.»  

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

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greenpeace-magazin.de/sixt

Erschienen in Ausgabe 3.15

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

VeRWEgen werben


 

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
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Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Bei Lesern beliebt, bei Umweltfrevlern gefüchtet: unsere Fake-Seite, auf der wir Anzeigen von Markenartikeln satirisch verfremden und so deren Werbelügen entlarven. Auch Regierung oder Wirtschaftsverbände nehmen wir schon mal aufs Korn. Dagegen sind die Mächtigen machtlos - denn die Anzeigen sind ja deutschlich als Satire gekennzeichnet. Deshalb können wir Ihnen die Weiterverwendung der Motive (ausdrucken, verschicken etc.) ausdrücklich nur gestatten, wenn sie mit dem Hinweis "keine Anzeige" versehen sind!

Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 5.12

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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"Ich hab's nicht so mit Broteschmieren."

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“

Erschienen in Ausgabe 3.12

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

Erschienen in Ausgabe 2.12

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

Erschienen in Ausgabe 1.12

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

Erschienen in Ausgabe 6.11

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Immer noch - umweltschädlicher Becher Becher wird künftig vielleicht recycelt. ActiIrreführus - bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

Erschienen in Ausgabe 5.11

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Tödlich.  Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord. Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

Erschienen in Ausgabe 4.11
 

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate "ausgesetzt". Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit "ausgesetzter" Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

Erschienen in Ausgabe 3.11
 

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WENN ES DARUM GEHT, UNSERE MÜLLBERGE GUT AUSSEHEN ZU LASSEN, STIEHLT CHRISTOPHE GEORGE CLOONEY DIE SCHAU.  Christophe ist Projektleiter für Nachhaltige Entwicklung bei Nespresso. Er hilft uns, die miese Ökobilanz unserer Alukapseln zu beschönigen. „Aluminium ist zu 100 % und unendlich oft recycelbar und trägt so zum Schutz natürlicher Ressourcen bei“, schreiben wir in der Werbung. Dabei landen in Deutschland nur 70 % des Aluminiums im Gelben Sack. Und für die Folien der Kapseln verwenden wir sowieso Primär-Aluminium, dessen Herstellung extrem energieaufwendig ist. Weil in Nespresso-Maschinen nur Nespresso-Kapseln passen, sind unsere Kunden also genötigt, nachhaltig die Umwelt zu versauen. Und müssen dafür auch noch bis zu 35 Euro pro Pfund Kaffee zahlen.  Erpresso Die Leere des Portemonnaies

Erschienen in Ausgabe 2.11
 

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Schaurige Leistung. Wir schicken im Januar wieder unsere fiesen Touaregs zur Rallye Dakar. Denn wir fürchten weder Klimawandel noch Hirnverbranntheit, sondern nur, als Langweiler-Automarke zu gelten. Jaja, schon klar, ein Hersteller namens „Volkswagen Group“ sollte eigentlich bei der Entwicklung vernünftiger, sparsamer Autos Weltspitze sein, aber das wäre doch irgendwie zu naheliegend. Deshalb bauen wir lieber spritschluckende Audis, Bugattis, Lamborghinis, Phaetons und Touaregs und bieten unsere effizienten „Blue Motion“-VWs nur mit Aufpreis an. So landen wir zwar beim CO2-Ranking des europäischen Umweltverbands „Transport & Environment“ noch hinter BMW auf dem drittletzten Rang. Aber dafür belegen unsere „Race Touaregs“ regelmäßig die ersten Plätze bei der gefährlichsten Rallye der Welt (60 Tote seit 1978). Und das ist uns noch nicht mal peinlich. VW Das Böse.

Erschienen in Ausgabe 1.11

 

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Schneller Geld verschleudern! Stuttgart 21: bis zu 8,7 Mrd. € Ulm-Stuttgart: bis zu 10 Mrd. € Gesamtkosten: bis zu 18,7 Mrd. € Einen Sparpreis gibt's mal wieder nicht. Wer Bahn fährt, verliert Geld: einfach überteuerte Fahrkarten kaufen und Hirn abschalten. Und als Steuerzahler blechen sie sogar doppelt. So kann die Bahn ihren Größenwahn ausleben und Kostenexplosionen von Projekten wie Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm finanzieren. Aber nur solange der Vorrat an willfährigen Politikern reicht.

 

www.kopfbahnhof-21.de  Der Widerstand macht mobil.

Erschienen in Ausgabe 6.10
 

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Wir fördern Gier und Pfusch. Statt Alternativen. Seit Jahren basteln wir fleißig an unserem grünen Image. Doch anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, plündern wir die letzten Ölreserven unseres Planeten – zum Beispiel im Golf von Mexiko. Ohne Skrupel. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und ohne Plan B, falls was schiefgeht – wie jetzt. bp big problems

Erschienen in Ausgabe 4.10

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Ohne Garantie: Palmöl und Urwald in Harmonie Terror Activ. Unser neuer Reiniger glänzt mit einem zweifelhaften Siegel. Damit putzen wir alles weg. Sogar den Regenwald.

 

www.regenwald.org/rspo-siegel

Erschienen in Ausgabe 3.10

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