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Do, 2016-02-11 22:14
Washington (dpa)

George W. Bush macht Wahlkampf für Bruder Jeb

Washington (dpa) - Der frühere US-Präsident George W. Bush greift aktiv in den US-Vorwahlkampf ein, um seinem Bruder Jeb zu helfen. Am nächsten Montag werde er gemeinsam mit Präsidentschaftsbewerber Jeb Bush eine Kundgebung in Charleston im Bundesstaat South Carolina abhalten, kündigte Bushs Wahlkampf-Hauptquartier am Donnerstag an. In South Carolina findet am 20. Februar die nächste Vorwahl der Republikaner statt.

Jeb Bush hat bisher enttäuscht, ein schlechtes Abschneiden in South Carolina könnte für den früheren Gouverneur von Florida schon das Ende seiner Ambitionen für das Weiße Haus bedeutet. Das Eingreifen des Bruders gilt bereits als eine Art letzter Versuch. George W. Bush ist bei vielen Amerikanern noch immer unpopulär. Er hatte das Land nach acht Jahren im Amt in einer tiefen Finanzkrise hinterlassen. Die US-Rolle bei den Kriegen in Afghanistan und vor allem im Irak sehen selbst Republikaner heute kritisch.

Do, 2016-02-11 21:02
York (dpa) 

UN: Viele Kinder mit Entwicklungsverzögerungen in Nordkorea

New York (dpa) - Die Vereinten Nationen berichten von einem mittleren bis hohen Niveau bei der Zahl entwicklungsverzögerter Kinder unter fünf Jahren in Nordkorea. Nach den Worten eines UN-Sprechers vom Donnerstag stammt diese Einschätzung aus Kinderheimen in Nordkorea, die das Welternährungsprogramm (WFP) unterstützt.

Das WFP gab acht Millionen US-Dollar aus seinem Notfallfonds frei, um mehr als 2,2 Millionen Nordkoreanern zu helfen, die wegen schlechter Ernten vom Hunger bedroht sind. «Die Einschätzung belegt, dass viele Haushalte nicht ausreichend zu essen haben», sagte Stephane Dujarric von den UN. Das WFP musste seine Programme in Nordkorea gleichwohl zurückfahren, weil sie nur knapp zur Hälfte finanziert sind.

Do, 2016-02-11 22:01
München/Moskau (dpa)

Waffenruhe in Syrien? Schwierige Verhandlungen in München

Es wäre ein diplomatisches Kunststück: Können sich die tief zerstrittenen Russen und Amerikaner in München auf ein Schweigen der Waffen in Syrien einigen? Aus Moskau kommt am Abend die schrille Warnung vor einem «Weltkrieg».

München/Moskau (dpa) - Bei der Syrien-Konferenz in München haben Russland, die USA und wichtige Regionalmächte trotz tiefer Differenzen einen neuen Anlauf für eine Feuerpause in dem Bürgerkriegsland gestartet. Bei den Gesprächen der sogenannten Syrien-Unterstützergruppe, zu der auch Iran und Saudi-Arabien gehören, ging es am Donnerstagabend um eine mögliche Waffenruhe und humanitäre Hilfe für belagerte Gebiete. Die diplomatischen Bemühungen waren von weiteren Kämpfen um die syrische Stadt Aleppo begleitet. Bei den Verhandlungen zeichnete sich auch nach über drei Stunden zunächst kein Ende ab.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry hatten bereits vor dem großen Treffen in München die Chancen für eine Feuerpause ausgelotet. Ob aber eine Einigung möglich ist, war zunächst unklar. Westliche Länder werfen Russland vor, mit Bombardements in Syrien Zivilisten zu treffen und das Regime von Machthaber Baschar al-Assad zu stützen.

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew warnte den Westen per Interview davor, Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Diese würden den Krieg in Syrien nur auf unabsehbare Zeit verlängern, sagte er dem «Handelsblatt» (Freitag). Auch angesichts der vielen verschiedenen Kriegsparteien in Syrien sprach sich Medwedew für Verhandlungen als einzige Möglichkeit zur Beendigung des Konflikts aus. Und verband das mit einer scharfen Warnung: «Alle Seiten müssten gezwungen werden, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen, anstatt einen neuen Weltkrieg auszulösen.» Medwedew wird bei der Münchner Sicherheitskonferenz, die an diesem Freitag beginnt, Präsident Wladimir Putin vertreten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hoffte auf einen Durchbruch in München. «Wenn es uns nicht gelingt die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt zu durchbrechen, dann wird sich dieser furchtbare Bürgerkrieg weiter in die Länge ziehen und weitere Opfer verursachen.»

Im Syrienkrieg gab es bislang nur geografisch sehr begrenzte Feuerpausen in einigen Dörfern, aber keine Waffenruhe im ganzen Land. Mehr als 250 000 Menschen wurden in dem brutalen Konflikt getötet, Millionen in die Flucht geschlagen.

Lawrow hatte der Agentur Tass zufolge vorher gesagt: «Wir haben unsere konkreten Vorschläge zur Einstellung des Feuers unterbreitet und warten auf die Antwort der USA, bevor die Vorschläge der internationalen Syrien-Gruppe vorgelegt werden.»

Am Abend meldete Tass, für einen Beginn der Waffenruhe seien der 15. Februar, der 23. Februar und der 1. März im Gespräch. Das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu einem Termin. Aus dem Kreml hieß es, man stimme sich ab, von Einmütigkeit könne noch nicht die Rede sein.

Kurdische Truppen eroberten am Donnerstag mit Luftunterstützung nördlich von Aleppo einen Luftwaffenstützpunkt von islamistischen Rebellen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass die mindestens 30 Bombardements in dem Gebiet von russischen Maschinen ausgeführt wurden. «Es gibt eine inoffizielle russisch-kurdische Koordination in Syrien», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Anfang Februar rücken die Kämpfer Assads nördlich von Aleppo gegen Rebellen vor. Die massiven Kämpfe und Bombardements trieben Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Do, 2016-02-11 21:14
London/Wien (dpa)

Ölpreise rutschen weiter ab

New York/London/Wien (dpa) - Die Ölpreise haben ihre Talfahrt am Donnerstag fortgesetzt. Händler verwiesen auf weiterhin sehr hohe Lagerbestände in den USA. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren.

Zuletzt kostete ein Barrel WTI zur Lieferung im März mit 26,80 US-Dollar wieder etwas mehr. Das waren aber immer noch 0,65 Cent weniger als zur Wochenmitte. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April sank um 0,06 Cent auf 30,78 US-Dollar.

Für ein wenig Entspannung nach dem Rutsch auf das Mehrjahrestief sorgte einem Marktbeobachter zufolge ein Pressebericht, der abermals die Hoffnung auf eine Förderkürzung durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) geweckt habe. Ähnliche Spekulationen habe es aber zuletzt schon mehrfach gegeben.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist jüngst kräftig gesunken. Am Donnerstag meldete das Opec-Sekretariat, dass der Korbpreis am Mittwoch 25,93 US-Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 2,40 Dollar weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells.

Do, 2016-02-11 20:47
Washington (dpa)

Clintons E-Mails müssen bis Ende des Monats veröffentlicht werden

Washington (dpa) - Die restlichen E-Mails, die Hillary Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin über einen privaten Server verschickt hat, müssen bis Ende des Monats veröffentlicht werden. Das verfügte ein Gericht in Washington am Donnerstag. Die nächste Tranche ist demnach bis Samstag fällig, weitere müssen bis zum 19., 26. und 29. Februar folgen.

Als Außenministerin (2009-2013) hatte Clinton ihren dienstlichen Schriftwechsel über einen privaten Server laufen lassen. Dafür steht sie massiv in der Kritik. Im Dezember 2014 übergab Clinton rund 30 000 E-Mails an das State Department und die Bundespolizei FBI. Insgesamt umfasst das E-Mail-Archiv etwa 55 000 Seiten. Mit der Veröffentlichung der Dokumente begann das Außenministerium im vergangenen Mai. Das FBI ermittelt, ob sie auf dem Server auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing.

Clinton hatte die Nutzung des privaten Servers als Fehler bezeichnet. Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber griffen sie dafür massiv im Wahlkampf an.

Die 68 Jahre alte Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton galt lange als unangefochtene Favoritin bei den Demokraten. Am Dienstag musste sie bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire allerdings eine herbe Niederlage einstecken. Ihr Konkurrent Bernie Sanders lag um 20 Prozentpunkte vor ihr.

Do, 2016-02-11 20:51
Berlin (dpa)

Medwedew warnt bei Einsatz von Bodentruppen in Syrien vor «Weltkrieg»

Russland und der Westen sind über den Syrienkrieg tief zerstritten. Beide Seiten bombardieren, aber mit verschiedenen Zielen. Jetzt warnt Russlands Regierungschef Medwedew gar vor einem «Weltkrieg»

Berlin (dpa) - Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hat vor einem «Weltkrieg» im Falle der Entsendung westlicher oder arabischer Bodentruppen nach Syrien gewarnt. Bodentruppen würden den Krieg in Syrien nur auf unabsehbare Zeit verlängern, sagte er dem «Handelsblatt» (Freitag). Auch angesichts der vielen verschiedenen Kriegsparteien in Syrien sprach sich Medwedew für Verhandlungen als alleinige Möglichkeit zur Beendigung des Konflikts aus. Und verband das mit einer scharfen Warnung: «Alle Seiten müssten gezwungen werden, am Verhandlungstisch Platz zu nehmen, anstatt einen neuen Weltkrieg auszulösen.»

Auch an der Flüchtlingspolitik Deutschlands und der Europäischen Union ließ Medwedew kein gutes Haar. «Die europäische Migrationspolitik ist völlig gescheitert. Alles ist ganz furchtbar», sagte er. Es sei doch «einfach dumm, die europäischen Türen breit zu öffnen und alle einzuladen, die zu euch kommen wollten», kritisierte er Kanzlerin Angela Merkel.

Medwedew nannte es ein völlig unkalkulierbares Sicherheitsrisiko, Hunderttausende Flüchtlinge weitgehend unkontrolliert durch die EU wandern zu lassen. Viele Flüchtlinge kämen wegen der hohen Unterstützungszahlungen nach Deutschland, andere als Terroristen, sagte Medwedew. Denn unter den Kriegsflüchtlingen seien auch «Hunderte oder sogar Tausende Schurken». Der russische Regierungschef rief im Vorfeld der Münchener Sicherheitstagung zu einer engen Kooperation zwischen Russland und dem Westen in Sicherheits- und Terrorfragen auf.

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Do, 2016-02-11 20:08
Washington (dpa)

Clintons E-Mails müssen bis Ende des Monats veröffentlicht werden

Washington (dpa) - Die restlichen E-Mails, die Hillary Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin über einen privaten Server verschickt hat, müssen bis Ende des Monats veröffentlicht werden. Das verfügte ein Gericht in Washington am Donnerstag. Die nächste Tranche ist demnach bis Samstag fällig, weitere müssen bis zum 19., 26. und 29. Februar folgen.

Als Außenministerin (2009-2013) hatte Clinton ihren dienstlichen Schriftwechsel über einen privaten Server laufen lassen. Dafür steht sie massiv in der Kritik. Im Dezember 2014 übergab Clinton rund 30 000 E-Mails an das State Department und die Bundespolizei FBI. Insgesamt umfasst das E-Mail-Archiv etwa 55 000 Seiten. Mit der Veröffentlichung der Dokumente begann das Außenministerium im vergangenen Mai. Das FBI ermittelt, ob sie auf dem Server auch vertrauliche Informationen verschickte oder empfing.

Clinton hatte die Nutzung des privaten Servers als Fehler bezeichnet. Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber griffen sie dafür massiv im Wahlkampf an.

Die 64 Jahre alte Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton galt lange als unangefochtene Favoritin bei den Demokraten. Am Dienstag musste sie bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire allerdings eine herbe Niederlage einstecken. Ihr Konkurrent Bernie Sanders lag um 20 Prozentpunkte vor ihr.

Do, 2016-02-11 19:25
Kapstadt (dpa)

Südafrikas Präsident Zuma schwört Land auf Sparkurs ein

Vor dem Parlament wird Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, Abgeordnete aus dem Plenarsaal geworfen. Präsident Zuma schwört Südafrika auf eine schwere Zeit ein.

Kapstadt (dpa) - Südafrika muss wegen der schwachen Konjunktur den Gürtel enger schnallen. «Wir werden für eine Zeit lang eine schwierige Phase erleben», sagte Präsident Jacob Zuma am Donnerstag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation. Auslandsreisen von Regierungsmitgliedern sollen demnach stark eingeschränkt werden. Auf allen Ebenen der Regierung müssten «unnütze Ausgaben beseitigt werden. Auch solle erwogen werden, das Parlament von Kapstadt an den Regierungssitz in Pretoria zu verlegen.

Zuma bekräftigte allerdings auch den umstrittenen Plan, im großen Stil in den Ausbau der Atomkraft zu investieren. Damit könnten gegenwärtig Lücken in der Stromproduktion geschlossen und das Potenzial für künftiges Wachstum gelegt werden. Zuma will bis zu 9,6 Gigawatt Leistung - etwa acht Reaktoren - bauen lassen, vermutlich von russischen Partnern. Die Opposition kritisiert, dass Atomkraft für Südafrika eine viel zu teure Energiequelle ist. Das Land soll nach Ansicht der führenden Oppositionspartei, der Demokratischen Allianz, stattdessen in erneuerbare Energien investieren.

Der Präsident räumte ein, dass der wirtschaftliche Ausblick des Landes nicht gut sei. Südafrika habe sich immer noch nicht von der globalen Rezession der Jahre 2008-2009 erholt. Zudem werde das Wachstum von niedrigen Rohstoffpreisen und Stromausfällen gebremst, sagte er. Die Regierung erwartet dieses Jahr ein Wachstum von einem Prozent - viele Analysten sehen dies jedoch als optimistisch an.

Zwei kleinere Oppositionsparteien, die von Julius Malema geführten Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) und der Volkskongress (Cope), hatten zuvor versucht, Zumas Rede mit Zwischenrufen und Sprechchören zu verhindern. Die Parlamentspräsidentin verwies die Abgeordneten der Parteien daraufhin des Plenarsaals. Zuma begann seine Rede daher mit etwa einer Stunde Verzögerung. Kurz zuvor war es im Stadtzentrum von Kapstadt auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten der Opposition und der Polizei gekommen. Sicherheitskräfte setzten auch Blendgranaten und Tränengas an.

Der 73-jährige Zuma steht wegen seiner glücklosen Wirtschaftspolitik heftig in der Kritik. Die Staatsschulden sind seit seiner Amtsübernahme 2009 stark gestiegen, die Währung verlor kontinuierlich an Wert, die Arbeitslosenquote steht offiziell bei 25 Prozent. Inzwischen droht Südafrika, der zweitgrößten Volkswirtschaft des Kontinents, auch eine Herabstufung der Ratingagenturen auf Ramsch-Niveau. Zuma steht auch wegen verschiedener Korruptionsvorwürfe unter Druck, darunter die kostspielige Luxus-Sanierung seiner Privatvilla auf Staatskosten.

Do, 2016-02-11 19:17
Brüssel (dpa)

Carter: Koalition will Kampf gegen IS verstärken

Brüssel (dpa) - Die Mitglieder der Anti-IS-Koalition haben sich darauf verständigt, ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Terrormiliz zu erhöhen. Das sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Donnerstag nach einem Treffen der Verteidigungsminister der Koalition in Brüssel.

Es gehe dabei etwa um neue Bemühungen, die finanziellen Ressourcen des IS zu zerstören. Zudem würden mehrere irakische Einheiten in den Norden des Landes verlegt, um die Rückeroberung der IS-Hochburg Mossul voranzutreiben. Carter hatte die anderen Mitglieder der Koalition in den vergangenen Wochen wiederholt dazu aufgefordert, mehr zu tun.

Washington führt das Bündnis an. Kampfjets fliegen Angriffe im Irak und Syrien. An der Allianz sind rund 60 Staaten beteiligt, darunter neben allen 28 Nato-Mitgliedern auch islamische Länder wie Saudi-Arabien und Jordanien.

Saudi-Arabien hatte sich vor kurzem dazu bereit gezeigt, auch Bodentruppen nach Syrien zu entsenden. Der saudische Armeesprecher Ahmed Asiri bekräftigte diese Position am Donnerstag. Carter erklärte dagegen, das sei nicht Teil der Strategie der Koalition.

Thema des Treffens war auch die Bedrohung durch den IS in Libyen. In den vergangenen Wochen hatte es Berichte über einen möglichen Einsatz westlicher Militärmächte in dem nordafrikanischen Land gegeben. Dort gewinnt ein Ableger der Terrormiliz an Einfluss. Carter äußerte sich allerdings nicht zu konkreten Schritten.

Geht doch!

Richter als Klimaschützer

Ein Gericht in Den Haag hat die Regierung zu mehr Klimaschutz verdonnert.

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Dass die Niederlande ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 – statt wie geplant um 17 – Prozent drosseln müssen, hat nicht die Regierung angeordnet, sondern das Verwaltungsgericht in Den Haag. Dieses Urteil feierten Umweltschützer im vergangenen Sommer – in der Hoffnung, „dass es weltweit Nachahmer findet“, so Wendel Trio vom „Climate Action Network“. Laut der Hamburger Umweltanwältin Roda Verheyen verklagen bereits Bürger in zehn Ländern ihre Regierungen auf besseren Schutz vor den Folgen des Klimawandels. Solche Prozesse laufen etwa in Belgien, Norwegen, Tschechien, Schweden und in einigen US-Bundesstaaten. Auf den Philippinen sitzen klimaschädigende Konzerne auf der Anklagebank. Ebenso in Deutschland: Ein peruanischer Kleinbauer macht den Essener Energiekonzern RWE für die Gletscherschmelze verantwortlich. Überlaufende Seen könnten sein Dorf verwüsten. Auch die deutsche Regierung könnte die richterliche Gewalt bald zu spüren bekommen: „Sobald absehbar ist, dass die Einhaltung des im Abkommen von Paris vereinbarten Temperaturziels von weniger als zwei Grad Erwärmung gefährdet ist, wird es auch vor deutschen Gerichten Klimaschutzklagen geben“, ist sich Roda Verheyen sicher.

Baden-Württemberg: Axt und Säge sind tabu
Zehn Prozent des staatlichen Waldes sollen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 sich selbst überlassen bleiben. Auf 33.000 Hektar Fläche – doppelt so viel wie bisher – sind Eingriffe untersagt. Damit steht der Südwesten bundesweit an der Spitze: Das selbstgesetzte Minimalziel der Bundesregierung, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder natürlich zu belassen, ist nicht einmal zur Hälfte erreicht. Ziel sei es, so der Freiburger Forstpräsident Meinrad Joos, die seit Jahren abnehmende Vielfalt von Pflanzen und Tieren wieder zu steigern.

Italien: Bonus fürs Straßenfegen
Gelungener Tauschhandel in Krisenzeiten: Die kleine toskanische Gemeinde
Massarosa erlässt Bewohnern einen Teil der Müllsteuer, wenn sie Straßen fegen, Klassenzimmer streichen oder Parks säubern. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Vertrag und wird versichert. Das Dorf spart Geld, die Helfer freuen sich über den Steuererlass, das Projekt fördert die Gemeinschaft und der Ort gewinnt an Lebensqualität. Bleibt zu hoffen, dass die Idee lokale Handwerksbetriebe nicht gefährdet.

Brüssel: Bodenlos bezahlbar
Die Brüsseler „Community Land Trust BXL“, eine Art Fonds für Gemeinschaftsland, kauft Grundstücke und baut darauf Häuser, die sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können. Der Trick dabei: Erworben werden die Häuser, aber nicht der Boden, der bleibt im Besitz des gemeinnützigen Vereins. Außerdem unterbindet dieses Modellprojekt Spekulationen: Im Fall eines Weiterverkaufs geht der Gewinn an den Fonds.

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Geht doch!

Krisensichere Insel


Die isländische Regierung will Banken in Zukunft verbieten, mit Krediten Geld aus dem Nichts zu schaffen

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Nach dem Finanzcrash 2008 wagt die isländische Regierung, was sich noch kein Land traute: Geschäftsbanken sollen künftig kein Geld mehr schöpfen dürfen. Bislang können Banken sozusagen aus dem Nichts die Geldmenge erhöhen, indem sie Kredite vergeben, die nicht durch reale Spareinlagen gedeckt sind. Damit soll Schluss sein. Der Reformvorschlag sieht vor, allein die Zentralbank mit der Aufgabe zu betrauen, die Geldmenge zu erhöhen. Auf diese Weise wollen die Isländer Spekulationen, Überschuldung, Blasen und Zusammenbrüchen vorbeugen. „Die Krise war ein Weckruf. Ich will die Probleme im Bankensystem an der Wurzel packen“, sagt Frosti Sugurjonsson, Vorsitzender des isländischen Parlamentsausschusses für Finanzen und Wirtschaft. Während sämtliche Banken gegen diesen Plan Sturm laufen, weil sie an den Kreditzinsen verdienen, kommt die Idee bei Geldreform-Befürwortern gut an. Im Finanzparadies Schweiz läuft derzeit eine Volksinitiative, die ein sogenanntes Vollgeldsystem nach isländischem Vorbild einführen will. Bis Anfang Dezember werden 105.000 Unterschriften benötigt, die Chancen stehen gut. Danach steht das Modell zur Abstimmung.
Vollgeld-initiative.ch

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Großbritannien: Schlafende Konten
Mehr als eine halbe Milliarde Euro liegen in Großbritannien auf verwaisten Konten von mutmaßlich verstorbenen Besitzern. Nach und nach kommt dieses Geld sozialen Projekten zugute. Dieser „Bankraub“ ist ganz legal: Ein Gesetz aus dem Jahr 2008 erlaubt es, Vermögen von Konten, die seit 15 Jahren unberührt geblieben sind, für wohltätige Zwecke einzusetzen. Wie viel Geld auf deutschen Konten ruht, ist nicht bekannt.

Kalifornien: Solaranlage
Bis Ende 2016 will der US-Bundesstaat Kalifornien 1600 Haushalte, die sich diese Investition sonst nicht leisten könnten, mit kostenlosen Solaranlagen ausstatten. Das Programm soll 14,7 Millionen Dollar kosten, das Geld stammt aus den staatlichen Einnahmen des Emissionshandels. Damit will der dürregeplagte Bundesstaat einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Energiekosten für arme Familien reduzieren.

USA: Wer verdient wie viel?
Ab 2017 müssen börsennotierte Unternehmen in den USA die Gehaltskluft zwischen Vorstandschefs und Angestellten veröffentlichen. Eine Studie der Harvard Business School belegt, dass ein hohes Einkommensgefälle dem Unternehmen schadet: Erfahren Kunden von einem eklatanten Missverhältnis, bevorzugen sie sogar teurere Konkurrenzprodukte. Ein Konzernchef solle höchstens 6,3-mal so viel wie ein Mitarbeiter erhalten, wünschen sich die Deutschen. Laut OECD liegt der Faktor hierzulande derzeit im Schnitt bei 147.

Geht doch!

Es muss nicht immer das Auto sein


Ein innovatives Mobilitätskonzept für Helsinki soll Mensch und Umwelt zugute kommen.

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Finnlands Hauptstadt will die Blechlawinen eindämmen. Aber nicht mit Verboten, sondern mit einer attraktiven Mobilitäts-App: Mit einem Klick verrät diese das optimale Verkehrsmittel für die jeweilige Route. Die Kunden können flexibel Carsharing, Leihräder, Busse, Bahnen oder auch Kleinbusse nutzen. Diese holen Passagiere nach Bedarf ab und bieten Gratis-Wi-Fi. Bezahlt werden muss nicht jeder Fahrschein einzeln, das System rechnet die Fahrten zentral ab. Bis 2025 will die Stadtverwaltung Helsinkis das innovative Konzept einführen und dadurch den öffentlichen Nahverkehr so einfach und günstig machen, dass private Autos überflüssig werden. Stadtentwickler und Verkehrsplaner schwärmen schon heute von den neuen Perspektiven für die Bewohner: Aus Parkplätzen werden Radwege, Alleen oder Fußgängerzonen und aus Parkhäusern Wohnraum. Die kommunale Verkehrsexpertin Sonja Heikkilä ist überzeugt, dass sich diese Vision realisieren lässt, zumal die junge Generation Autos nicht mehr als Statussymbol betrachte. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: An Konzernen wie Google führt bei dieser Mobilitätsnutzung kein Weg vorbei. Der Fahrgast wird gläsern.
hsl.fi/en/strategy

 

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Hamburg/Dortmund: Draht nach Hause
Angeblich um eine illegale Nutzung zu verhindern, stellen die Behörden in Flüchtlingsheimen oft keinen Internetzugang bereit. Private Initiativen wie die Freifunker wollen das ändern: Sie stellen WLAN-Router zur Verfügung und ermöglichen Hunderten von Flüchtlingen, mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben, online Deutsch zu lernen oder sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
freifunk.net

USA: Ölfressende Pflanzen
Biologisch abbaubare Substanzen sollen in Zukunft Ölteppiche beseitigen. Aus Pflanzen entwickelten US-Wissenschaftler einen als Phytol bezeichneten Alkohol, der den Ölfilm zusammendrängt. Die organischen Moleküle werden im Wasser gespalten und abgebaut. Aufgelegt wurde das Forschungsprogramm nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010. Finanziert hat es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP.

Kopenhagen: Reste à la carte
Im dänischen Restaurant „Rub & Stub“ kommt seit Herbst 2014 auf den Tisch, was sonst im Müll gelandet wäre. Das nachhaltige Konzept kommt gut an – die Gäste stehen Schlange und sind gespannt darauf, welches Menü die Küchencrew aus den gelieferten Zutaten zaubert. In Amsterdam und Berlin macht das Experiment Schule. „Restlos glücklich“ heißt der deutsche Ableger. Das deutsche Start-up rief Mitte August eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Die Macher wollen nicht nur Lebensmittel retten, sondern auch ihre Gäste zum Nachdenken über ihren Umgang mit Nahrungsmitteln anregen.

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Do, 2016-02-11 19:51
Nikosia/Athen (dpa)

Zyperns Präsident stellt Fortschritte in Zypernverhandlungen fest

Nikosia/Athen (dpa) - Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sind nach Angaben des Präsidenten und Vertreters der griechischen Volksgruppe, Nikos Anastasiades, ein ganzes Stück vorangekommen. In zahlreichen Bereichen habe er mit dem Vertreter der türkischen Zyprer, Mustafa Akinci, Einigkeit darüber erzielt, wie das künftige föderative Zypern aufgebaut sein soll, sagte er am Donnerstag im zyprischen Repräsentantenhaus. Die Rede wurde vom Fernsehen übertragen.   

Es solle ein Oberhaus geben, in dem je 20 Angeordnete beider Volksgruppen vertreten sein werden. Dies solle das politische Gleichgewicht zwischen den beiden Volksgruppen sichern, die nicht gleich groß sind: die griechischen Zyprer stellen 75 Prozent und die türkischen Zyprer 25 Prozent der Bevölkerung.

Es werde zudem eine zentrale Bundesregierung sowie zwei Regierungen der beiden Teilstaaten geben. Das föderative Zypern solle sofort den Euro als Währung übernehmen. Noch seien aber wichtige Themen offen.

Die Inselrepublik ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Recht gilt aber nur im Südteil der Insel, der von der international anerkannten Republik Zypern kontrolliert wird. Der Nordteil der Insel ist von türkischen Truppen besetzt und wird nur von der Türkei anerkannt.

Do, 2016-02-11 19:57
Paris (dpa)

Ayrault neuer Außenminister Frankreichs - Regierung linker und grüner

Nach Dauerstreit mit linken Sozialisten gibt Frankreichs Präsident Hollande seiner Regierung einen neuen Touch. Die Ministerbank wird linker, auch die Grünen sind vor der Wahl zurück im Kabinett.

Paris (dpa) - Gut ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich holt Staatschef François Hollande linke Bündnispartner zurück in die Regierung. Zum Kabinett unter Premierminister Manuel Valls gehören künftig wieder mehrere Grünen-Politiker sowie Vertreter der Partei der Radikalen Linken. Ex-Regierungschef und Deutschland-Kenner Jean-Marc Ayrault wird neuer Außenminister der Landes. Der Vertraute Hollandes gilt als gemäßigter Linker.

Hollande sagte im französischen Fernsehen, die neue Regierung stehe für Aktion, Reformen und Zusammenhalt. Sicherheit, Beschäftigung und Umwelt seien die Prioritäten.

Auf einen tiefgreifenden Umbau der Regierung verzichtete der Staatschef, viele große Ressorts blieben unverändert. Hollande sieht darin ein Zeichen für die Sicherheit der Menschen nach den Terroranschlägen von Paris.

Der 66 Jahre alte frühere Deutschlehrer Ayrault folgt als Chefdiplomat auf Laurent Fabius. Ayrault war von 2012 bis 2014 Premierminister und musste nach Wahlniederlagen der Sozialisten Valls weichen. Hollande hatte Fabius am Mittwoch als Präsident des französischen Verfassungsrates nominiert, sein Abgang aus der Regierung war schon länger erwartet worden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in München, Ayrault sei Deutschland sehr verbunden. «Ich rufe Dir von hier aus ein Bienvenue zu, und ich freue mich auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit Dir», sagte Steinmeier.

Ségolène Royal bleibt Umweltministerin mit einem neu zugeschnittenen Ressort. Die frühere Lebensgefährtin Hollandes galt lange Zeit als Favoritin für das Außenministerium.

Zudem holte der Staatschef mit Emmanuelle Cosse eine Grüne als Wohnungsbauministerin in die Regierung. Frankreichs Umweltpartei war 2014 aus Protest gegen den neuen Premierminister Valls dessen Regierung, auch jetzt gab es Vorbehalte gegen eine Beteiligung grüner Politiker. Per Twitter kündigte Cosse an, ihr ökologisches Engagement in der Regierung fortsetzen zu wollen. Auch auf Ebene der Staatssekretäre sind zwei Politiker dem Öko-Lager zuzurechnen.

Neue Kulturministerin wird Audrey Azoulay. Die bisherige Beraterin Hollandes löst die glücklos agierende Fleur Pellerin ab. Die zur Linken zählenden Annick Girardin und Jean-Michel Baylet übernehmen die Ministerien für öffentlichen Dienst und für ländliche Entwicklung.

Unter dem Eindruck der Terroranschläge schafft Paris einen eigenen Staatssekretärs-Posten für die Opferhilfe, den Juliette Méandel übernimmt. Frankreich war im vergangenen Jahr Ziel einer ganzen Serie islamistischer Attentate mit rund 150 Todesopfern.

Hollande steht nach mehreren umstrittenen Reformen zunehmend in der Kritik des linken Flügels seiner regierenden Sozialisten. Zuletzt gab es heftigen Widerstand gegen die geplante Verfassungsänderung, mit denen verurteilten Terroristen die Staatsbürgerschaft aberkannt werden soll. Hollande sagte dazu am Donnerstag, die Debatte dürfe nicht zu lange dauern.

Do, 2016-02-11 18:22
Brüssel (dpa)

Nato zieht in den Kampf gegen Schleuserbanden

Jeden Tag werden zahllose Migranten unkontrolliert über die Türkei nach Europa geschleust. Jetzt greift auf Bitte aus Berlin und Ankara die Nato ein. Türken und Griechen sind sich überraschend einig.

Brüssel (dpa) - Die Nato beteiligt sich am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis. Die Verteidigungsminister der 28 Mitgliedstaaten beschlossen am Donnerstag, einen unter deutscher Führung stehenden Nato-Marineverband unverzüglich auf den Weg in das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland zu schicken. Er soll dort den Flüchtlingsstrom beobachten und die Aufklärungsergebnisse an die nationalen Küstenwachen weitergeben. Vor allem die Türkei soll so in die Lage versetzt werden, kriminelle Schleuserbanden effektiver zu verfolgen. Menschenrechtler und die Opposition im Bundestag kritisierten die Pläne.

«Das sind etablierte kriminelle Netzwerke, die Millionen aus diesen Menschen herauspressen und an ihnen verdienen und billigend in Kauf nehmen, dass Tausende ertrinken», kommentierte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Entscheidung. Dies sei nicht länger tolerierbar. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte: «Hier stehen das Leben und das Schicksal von Menschen auf dem Spiel.»

Nach ersten Planungen kann der Anti-Schleuser-Einsatz noch in diesem Monat beginnen. Der Nato-Marineverband mit dem deutschen Einsatzgruppenversorger «Bonn» als Führungsschiff wird nach aktuellen Berechnungen lediglich zwei bis drei Tage in die Ägäis brauchen. Spätestens bis zum 24. Februar soll die Einsatzplanung abgeschlossen sein.

Entdecken die Besatzungen der Nato-Schiffe in Seenot geratene Flüchtlinge, sollen diese gerettet und in die Türkei zurückgebracht werden. Die Hilfsorganisation Pro Asyl sprach von «Ausspähung der Ägäis durch die Nato» und «Beihilfe zur Aushebelung des Asylrechts». Eine «weitere Eskalation der europäischen Abschottungspolitik» beklagte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sprach von «hilflosem Aktionismus» und einem «Nato-Einsatz zur Flüchtlingsabwehr». Dieser treibe Schutzsuchende nur auf noch gefährlichere Fluchtrouten, wo dann das Sterben weiter gehe. Die Linke erklärte: «Diese Nato-Mission wird definitiv nicht dem Wohle der Flüchtenden dienen.»

Von der Leyen erklärte: «Wir haben in den vergangenen Monaten erlebt, dass wann immer angekündigt wurde, dass wir verschärft gegen Schlepper vorgehen, diese versuchen, das Vakuum zwischen der Ankündigung und dem Handeln zu nutzen, um noch einmal Tausende Menschen auf diese lebensgefährliche Passage zu pressen.» Deshalb sei es ganz wichtig, dass der Einsatz zügig beginne.

Die Türkei ist wichtigster Zufluchtsort und auch wichtigstes Transitland für Flüchtlinge aus Syrien. Beim Versuch, von dort nach Griechenland zu kommen, ertranken seit Beginn des Jahres mehr als 340 Menschen. Viele von ihnen wurden von Schleusern auf nicht seetüchtige Boote gelockt.

Die Pläne für den Einsatz gehen auf das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am Montag in Ankara zurück. Sie hatten für viele Bündnispartner völlig überraschend die Nato als Partner im Kampf gegen Schleuserbanden ins Gespräch gebracht. Sie wird erstmals in ihrer Geschichte in dieser Form tätig. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, auch die Nato sei mit der «schwersten Flüchtlingskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs» konfrontiert.

Einer der schwierigsten Punkte in den Verhandlungen über das Nato-Engagement war der Streit um Hoheitsrechte in der Ägäis zwischen den Bündnispartnern Türkei und Griechenland. Die Auseinandersetzung dauert seit mehr als 40 Jahren an und brachte Griechenland und die Türkei mehrfach nahe an einen militärischen Konflikt - zuletzt 1996. Damals konnte ein Krieg im Streit um zwei Felseninseln in der Südostägäis erst nach Vermittlung der USA abgewendet werden. In der Ägäis werden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.

In den Gesprächen gelang es nach Angaben von Diplomaten, den Konflikt soweit wie möglich auszuklammern. Es wurde allerdings vereinbart, dass griechische Schiffe aus dem Nato-Verband nicht in türkische Hoheitsgewässer fahren dürfen und türkische Schiffe nicht in griechische Hoheitsgewässer.

À la Saison

Geselliger Grünkohl

(Brassica oleracea var. sabellica)

„Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, sagen die Oldenburger. Mag sein. Fakt ist: Wer Hipster werden will, muss Grünkohl sogar lieben. Ode an das gesündeste Gemüse der Welt.

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„Ich werd’s ja essen“, mäkelte Theodor Heuss anno 1952 erstaunlich undiplomatisch. „Aber sagt mir um Gottes willen, wie seid ihr Bremer darauf gekommen!“ Der Bundespräsident, im grünkohlfreien Süddeutschland aufgewachsen, starrte glasig auf die wurstbedeckten Gipfel des Matschgebirges, das ihm zur „Schaffermahlzeit“ im Bremer Rathaus serviert worden war. Doch der Verzehr des schwer verdaulichen Traditionsgerichts war keine Frage des Appetits, sondern der Staatsräson. Schließlich steckten die Hungerwinter der jungen Bundesrepublik noch in den Knochen und Heuss wollte der  Präsident aller Deutschen sein.

Ausgerechnet er verhalf dem Grünkohl aus Versehen zum nationalen Durchbruch: Als der Oldenburger Oberstadtdirektor den Präsidenten 1956 zum „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ einlud, antwortete Heuss: „Lassen Sie sich etwas echt Oldenburgisches einfallen und kommen Sie damit nach Bonn. Dann mache ich auch mit.“ Leider nahmen die Oldenburger das wörtlich. Bis heute karren sie jeden Winter 150 Kilogramm vorgekochten Grünkohl in die Hauptstadt, die inzwischen Berlin heißt. Längst ist das Gröönkohl-Äten ein Fixstern am Politfirmament. „Wer Bundespräsident werden will, muss Grünkohl mögen“, behaupten die Niedersachsen. Aber wie um Gottes Willen sind die Fischköpp darauf gekommen?

Man weiß es nicht. Was die Herkunft des Kreuzblütlers betrifft, weist allerdings der Kosename Palme des Nordens, der auf seine Wuchsform (Ein Kohl ohne Kopf!) anspielt, die richtige Himmelsrichtung. Stammt doch der grüne – wie alle Kohlarten – vom Meerkohl ab, der zuerst im Mittelmeerraum kultiviert wurde. Etwa 400 Jahre vor Christus wurde ein krauser Blattkohl beschrieben, den die Römer später Sabellinischen Kohl nannten. Er könnte der Vorläufer des heutigen Grünkohls sein. Seine Wohlfühltemperatur hat er zweifellos nördlich der Alpen gefunden. Denn um sein erdig-süßes Aroma zu entfalten, braucht er es fußkalt. Der erste Bodenfrost der Novembernächte verwandelt die bitterstoffhaltige Stärke der Grünkohlblätter in herbe Süße und erhöht ihren Zuckergehalt um fast das Doppelte.

Für viele norddeutsche Menschen ist es dann an der Zeit, sich auf „Kohlfahrt“ zu begeben. Mit Bollerwagen ziehen sie über Land, während sie „Boßeln“ oder „Kloatscheeten“ spielen – was Ortsfremde am ehesten an Boccia erinnern dürfte. Kohldampf und Nieselregen treiben die Gesellschaft schließlich in einen Gasthof, wo sie nach Speis und Trank ihren Kohlkönig kürt. Grünkohl ist hier viel mehr als ein Gemüse, er gehört zur Identität ganzer Landstriche. Vielleicht ist es Dankbarkeit. War die winterhärteste Kohlart doch in den Jahrhunderten ohne Südfrüchte der wichtigste Lieferant von Kalzium, Eisen, Folsäure, Magnesium und fast sämtlicher Vitamine. Grünkohl hilft, den Körper zu entgiften, stärkt Lungen, Kreislauf und Immunabwehr – selbst wenn Hafergrützwurst („Pinkel“) und Speck die Bilanz verfetten.

Als gesündestes Gemüse der Welt wird er neuerdings in den USA gefeiert. New Yorker trinken ihren kale zum Smoothie zermalmt oder löffeln ihn aus Gläschen. Auch Salate und Chips zaubern sie aus frischem Grünkohl. Stars wie Gwyneth Paltrow schwören natürlich drauf. Und schon schwappt der Trend zurück, steht auch in Hamburger Supermärkten hochpreisiger Grünkohl-Schnickschnack. Vielleicht wird das Ex-Landei ja im flüssigen Aggregatzustand Süddeutschland erobern? In der Schweiz jedenfalls ist es unter dem malerischen Namen „Federkohl“ bereits schick. Weitere Karriereaussichten beschrieb Helmut Schmidt 1974 anlässlich seiner Wahl zum Oldenburger Grünkohlkönig wie folgt: „Mit Grünkohl ist es wie mit manchem Jungpolitiker in Parlamenten. Sobald er drin ist, bläht er sich auf.“ Ausprobieren? Noch ist „Gröönkohltiet“. Sie endet am Gründonnerstag.

Frisch vom Feld gibt's Grünkohl ab Dezember.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Keltischer Kürbis

(Cucurbita)
Pink ist zwar nicht das neue Schwarz, aber der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Das und warum es sachlich unrichtig ist, den Dicken als „Halloween-Gemüse“ zu bezeichnen, erfahren Sie hier

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Der Kürbis ist die neue Rübe. Im Ernst. Anders als „Pink ist das neue Schwarz“, „Analog ist das neue Bio“ und „Schwul ist das neue Hetero“ enthält dieser Satz Sinn. Jahrhunderte bevor am Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve, kurz: Halloween) falsche Sensenmännlein und Frankensteinchen umherspukten, geisterte der Sage nach ein Untoter namens Jack Oldfield durch Irland. Er fand keine Ruhe, weil er zu Lebzeiten selbst dem Teufel zu arg mitge-spielt hatte. Am Höllentor abgewiesen, wusste Jack nicht, wohin. Da schenkte Satan ihm etwas Glut aus dem Fegefeuer. Jack steckte sie in eine Rübe, die er als Wegzehrung bei sich trug, und fertig war die Halloweenlaterne. Fortan stand sie im Ruf, den Teufel fernzuhalten.

Wie dieser keltisch-katholische Brauch auf den Kürbis gekommen ist? Nun, richtig praktisch waren die Rüben vermutlich nie. Man bedenke die filigrane Schnitzerei, die selbst bei kapitalem Wurzelgemüse für die Fratzen vonnöten gewesen sein muss. Jedenfalls griffen die irischen Einwanderer, Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hunger daheim entflohen, nach ihrer Ankunft in Amerika auf die reichlich vorhandenen, leicht auszuhöhlenden und größeren Kürbisse zurück.

Ja, im Gegensatz zu Halloween ist der Kürbis ein Amerikaner und gilt überdies als älteste Kulturpflanze der Menschheit. Die sogenannten Indianer Mittel- und Südamerikas bauten ihn seit zehntausend Jahren an, als Kolumbus ihn um 1500 „entdeckte“. Seinen internationalen Durchbruch feierte er aber erst, nachdem – laut US-Gründungsmythos – die Ureinwohner Neuenglands einen Teil der hungernden Mayflower-Besatzung unter anderem damit durch den Winter 1621 gefüttert hatten. Zu Thanksgiving erinnert traditionell ein „Pumpkin Pie“ daran. Und drei Wochen vor den Kürbisdank setzten die Iren also den Kürbisgrusel.

Tatsächlich sind das Gruseligste an Halloween nicht die Augapfel-Lollis und Monstergummibären, auch nicht die Horden von Dreikäsehochs, die reklamegesteuert „Süßes oder Saures“ krähen. Das Gruseligste ist, dass der Kürbis als „Halloween-Gemüse“ vermarktet wird. Deshalb steht hier schwarz auf weiß: Die Rübe war ein Halloween-Gemüse. Der Kürbis aber ist botanisch gesehen ein Obst, genauer: die größte Beere der Welt. Der 2014 aufgestellte Rekord liegt bei 1054 Kilogramm, genug für 1400 Liter Suppe. Theoretisch. Praktisch wäre das Exemplar der Riesenkürbissorte „Atlantic Giant“ kein Erlebnis gewesen: Es enthielt mehr Wasser als Geschmack und endete wohl untot auf dem Kompost – zum Glück ein Einzelfall.

Der Hokkaido, ein Bonsai-Cousin des Riesenkürbis’, hat mit kräftigem Herbstorange ein Revival befeuert. Seitdem wird das Kürbisregal selbst im Supermarkt jedes Jahr bunter. Die wichtigsten Sorten hierzulande sind neben dem Japaner aber wohl die zart schmelzende Butternuss, die glücklicherweise exakt schmeckt wie sie heißt, und der Muskatkürbis, der bronzen oder – siehe Foto – jung grasgrün schimmert, innen aber immer golden strahlt.

Ob Suppe, Curry, Auflauf, Püree, Ravioli oder Kuchen – der Kürbis ist ein Universaltalent. Doch perfekt mundet er erst, wenn seine erdige Obstsüße einen Konterpart wie Chili, Zimt, Tomate, kross gebratenen Speck oder Beifuß hat. Zugleich ist er kalorienarm und stärkt das Immunsystem. Es ist ein Vergnügen, mit Kürbis gegen die Lichtarmut anzuschlemmen. Apropos. In manchen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gehen die Kinder von alters her „Rübengeistern“. Wie Jack. Es ist aber ein Brauch, der sich mehr und mehr mit Halloween vermischt. Schade, denn Süßes oder Saures ist eine wirklich seltsame Frage. Am besten ist Süßes natürlich mit Saurem zusammen.

Frisch vom Feld gibt's Kürbisse ab September.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen

À la Saison

Royale Reneklode

(Prunus domestica subsp. italica)
Sie ist die wenig bekannte Königin der Hauspflaumen – oder zumindest eine ziemliche Prinzessin auf der Erbse. Und sie hat ihren hässlichen Namen auf keinen Fall verdient. Warum, erfahren Sie hier

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Das Deutsche verdankt dem Französischen wohlklingende Worte wie Aubergine, Bonbon und Croûton. Auch Éclair und Filet sind Einwanderer, die nicht zur Überintegration gezwungen wurden, ganz anders als die Kuvertüre und die Reneklode. Ein Wort, das sich im Mund nicht wie Steinobst, sondern wie ein Stein anfühlt und nur entfernt an seine Herkunft erinnert. Können Sie das Original aus dem Ärmel schütteln, aus der Lamäng (la main), wie der Deutsche sagt? Reine-Claude, Königin Claudia, nennen unsere Nachbarn die rare Süße. Ränklod müssten wir schreiben, wenn wir – wie im Fall der Kuvertüre – wenigstens den Klang des Wortes nachahmen wollten. Aber das wäre noch hässlicher.

Claudia von Frankreich war eine Renaissance-Dame, die Franz dem Ersten zwischen 1515 und 1524 acht Kinder gebar, jung starb und wenn vielleicht nicht den König, so doch Renekloden über alles geliebt haben soll. Es ist nicht klar, ob die Früchte möglicherweise auch nach dem Obstkundler René Claude heißen könnten. Auf jeden Fall dürften sie zu Reine Claudes Zeit der Dernier Cri (letzte Schrei) gewesen sein. Kam das aus Armenien stammende Rosengewächs – anders als das Gros der Pflaumenarten – doch nicht schon in der Antike, sondern erst im Spätmittelalter nach Europa.

Zart (délicate) wie ihre Namenspatronin und damit im Wortsinn eine Delikatesse ist die Reneklode. In der weitverzweigten Pflaumenfamilie ist sie die Prinzessin auf der Erbse: Sie ist schwer zu finden, und man erkennt sie an ihrer empfindlichen Haut. Weil sie behandelt werden will wie ein rohes Ei und schnell verdirbt, drückt sich der Handel vor ihr. Liebhaber pflanzen sie am besten im eigenen Obstgarten oder finden sie mit Glück auf dem Wochenmarkt – und auch dort nur selten. Von allen Vertreterinnen ihres Klans hat sie die kürzeste Ernteperiode. Renekloden reifen nur im Juli und August.

Doch der Beschaffungsaufwand lohnt sich. Das aprikosengroße, runde Obst, das je nach Sorte grasgrün, gelblich grün oder rötlich violett leuchtet, ist nicht nur erfrischender und saftiger als Hauspflaumen, Mirabellen und Zwetschgen, es hat dank seines würzigen Spiels von Süße und Säure auch ein intensiveres Aroma als die bürgerliche Verwandtschaft. Frisch vom Baum schmecken die im süddeutschen Raum auch Reinklaue, Ringlo oder Renglotta genannten Früchte am besten. Ihr üppiges grünweißes Fruchtfleisch ist meist fest mit dem Kern verwachsen, sodass die Verarbeitung – außer im Rezept rechts – mühsam ist. Für unverdrossene Fruchtpuler eignen sich Konfitüre (confiture) und Mus hervorragend zum Transport eines Stückchens Sommer in die kalte Jahreszeit. Renekloden passen aber auch zu Deftigem wie Wild und dunklen Soßen. Und falls es danach ein Digestif (Verdauungsschnaps) sein darf: Reneklodenbrände sind rar, aber umwerfend.

Gesund ist Ihre Majestät sowieso. Sie enthält mehr Eisen als andere Arten und viel weniger Zucker als ihr Geschmack vermuten lässt. Außerdem ist sie reich an Kalium, Vitamin A und hilft gegen Vitamin-B-Mangelsymptome wie eingerissene Mundwinkel. Und eben diese sollten wir nicht hängen lassen. Es muss doch möglich sein, eine Frucht von solcher Qualität formschön ins Deutsche zu übertragen. Die Schweizer nennen sie Edel-, die Österreicher Zuckerpflaume. Die Norweger und Italiener übersetzen unfrei: Reine-Claude und regina claudia. Und wir? Finden im Duden doch noch die alternative Schreibweise Reineclaude. Es ist nicht die empfohlene, aber bitte greifen Sie zu! Und genießen Sie den Augenschmaus. Wir schreiben doch hier auch nicht Allasäsong drüber.

Frisch vom Baum gibt's die Reneklode ab August.

Text: Katja Morgenthaler
Foto: Hans Hansen
 

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Do, 2016-02-11 18:21
Warschau (dpa)

Polens Generalstaatsanwalt hat Bedenken gegen Gerichtsreform

Warschau (dpa) - Der polnische Generalstaatsanwalt hat Bedenken gegen die im Dezember beschlossene Reform des Verfassungsgerichts. In einer Stellungnahme für das Verfassungstribunal, das sich auf Antrag der Oppositionsparteien mit der umstrittenen Reform der nationalkonservativen Regierung befassen soll, führte Andrzej Seremet 16 verfassungswidrige Punkte an. Als verfassungswidrig bewertete er unter anderem die Änderung, die eine Zweidrittel-Mehrheit der Richter für ein gültiges Urteil vorschreibt. Auch gegen die Neuregelung, Fälle nach dem Datum des Eingangs statt nach ihrer Bedeutung abzuarbeiten, hatte der Generalstaatsanwalt Bedenken.

«Im System der Gewaltenteilung darf keine Gewalt eine andere lähmen oder auch nur bremsen», schrieb Seremet in seiner mehr als 100 Seiten langen Stellungnahme. Er warf den Gesetzgebern eine wesentliche Schwächung des Verfassungsgerichts durch die Gesetzesreform vor. Auch die «ungewöhnliche Eile», in der das Gesetz verabschiedet worden sei, widerspreche den Standards, die durch die Verfassung gesetzt seien.

Anfang der Woche hatten Rechtsexperten des Europarats in Warschau Gespräche über die umstrittene Reform geführt. Die EU-Kommission hat zudem ein Prüfverfahren zur Rechtsstaatlichkeit in Polen eingeleitet.

Do, 2016-02-11 18:10
München (dpa)

Sicherheitskonferenz wird von Syrien-Konflikt dominiert

München (dpa) - Die Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien stehen ab Freitag im Mittelpunkt der Münchner Sicherheitskonferenz. Drei Tage lang beraten mehr als 30 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 60 Außen- und Verteidigungsminister über die gefährlichsten Krisen dieser Welt. Zu den Rednern zählen der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew, US-Außenminister John Kerry und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. 

Eröffnet wird die 52. Sicherheitskonferenz von der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Neben Syrien wird es auch um die Zukunft der Nato, die Flüchtlingskrise und den internationalen Kampf gegen den Terrorismus gehen.

Do, 2016-02-11 18:08
Brasilia (dpa)

USA und Brasilien treiben Suche nach Zika-Impfstoff voran

Brasilia (dpa) - Die USA und Brasilien haben ein Abkommen zur raschen Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Zika-Virus unterzeichnet. Wie der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Castro am Donnerstag mitteilte, sollen die Universität Texas und das Institut Evandro Chagas im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará den Impfstoff entwickeln, der in spätestens zwei Jahren zur Verfügung stehen soll. US-Präsident Barack Obama und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatten zuvor vereinbart, das von Moskitos übertragene und womöglich gerade für Schwangere gefährliche Zika-Virus gemeinsam zu bekämpfen. Die US-Regierung will rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,6 Milliarden Euro) zur Bekämpfung des Zika-Virus aufwenden, das bereits in über 30 Staaten aufgetaucht ist.

Do, 2016-02-11 18:00
Mainz (dpa)

Grünen-Fraktionschefs debattieren über Integration und Klimaschutz

Mainz (dpa) - Die Themen Integration und Klimaschutz stehen im Mittelpunkt eines zweitägigen Treffens grüner Fraktionschefs in Mainz. Die Konferenz beginnt am Freitag (9.00 Uhr) in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, wo am 13. März ein neuer Landtag gewählt wird. Mit dabei sind unter anderem der Chef der Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, sowie die Fraktionsvorsitzenden aus allen Bundesländern. Auch die Bundesvorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir sowie die Vorsitzende der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, kommen nach Mainz.

Do, 2016-02-11 17:26
Paris (dpa)

Ayrault neuer Außenminister Frankreichs - Regierung linker und grüner

Nach Dauerstreit mit linken Sozialisten gibt Frankreichs Präsident Hollande seiner Regierung einen neuen Touch. Die Ministerbank wird linker, auch die Grünen sind vor der Wahl zurück im Kabinett.

Paris (dpa) - Gut ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich holt Staatschef François Hollande linke Bündnispartner zurück in die Regierung. Zum Kabinett unter Premierminister Manuel Valls gehören künftig wieder mehrere Grünen-Politiker sowie Vertreter der Partei der Radikalen Linken. Ex-Regierungschef und Deutschland-Kenner Jean-Marc Ayrault wird neuer Außenminister der Landes. Der Vertraute Hollandes gilt als gemäßigter Linker. Auf einen tiefgreifenden Umbau der Regierung verzichtete Hollande allerdings, die übrigen großen Ressorts blieben unverändert.

Der 66 Jahre alte frühere Deutschlehrer Ayrault folgt als Chefdiplomat auf Laurent Fabius, wie der Élyséepalast am Donnerstag mitteilte. Ayrault war von 2012 bis 2014 Premierminister und musste nach Wahlniederlagen der Sozialisten Valls weichen. Hollande hatte Fabius am Mittwoch als Präsident des französischen Verfassungsrates nominiert werden, sein Abgang aus der Regierung war schon länger erwartet worden.

Ségolène Royal bleibt Umweltministerin mit einem neu zugeschnittenen Ressort. Die frühere Lebensgefährtin Hollandes galt lange Zeit als Favoritin für das Außenministerium.

Zudem holte Hollande mit Emmanuelle Cosse eine Grüne als Wohnungsbauministerin in die Regierung. Frankreichs grüne Partei war 2014 aus Protest gegen den neuen Premierminister Valls ferngeblieben, auch jetzt gab es Vorbehalte gegen eine Regierungsbeteiligung grüner Politiker. Per Twitter kündigte Cosse an, ihr ökologisches Engagement in der Regierung fortsetzen zu wollen. Auch auf Ebene der Staatssekretäre sind zwei Politiker dem Öko-Lager zuzurechnen.

Neue Kulturministerin wird Audrey Azoulay. Die bisherige Beraterin löst die glücklos agierende Fleur Pellerin ab. Die zur Linken zählenden Annick Girardin und Jean-Michel Baylet übernehmen die Ministerien für öffentlichen Dienst und für ländliche Entwicklung.

Unter dem Eindruck der Terroranschläge schafft Paris einen eigenen Staatssekretärs-Posten für die Opferhilfe, den Juliette Méandel übernimmt. Frankreich war im vergangenen Jahr Ziel einer ganzen Serie islamistischer Attentate mit rund 150 Todesopfern.

Hollande steht nach mehreren umstrittenen Reformen zunehmend in der Kritik des linken Flügels seiner regierenden Sozialisten. Zuletzt gab es heftigen Widerstand gegen die geplante Verfassungsänderung, mit denen verurteilten Terroristen die Staatsbürgerschaft aberkannt werden soll.

Do, 2016-02-11 17:56
Berlin (dpa)

Amnesty: Nato-Einsatz in der Ägäis weitere Eskalation

Berlin (dpa) - Als «weitere Eskalation der europäischen Abschottungspolitik» hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den Nato-Einsatz in der Ägäis kritisiert. «Der Nato-Einsatz gegen Schlepper in der Ägäis ist der falsche Weg», sagte Amnesty-Generalsekretärin Selmin Caliskan am Donnerstag in Berlin. «Wenn die Nato tatsächlich Schlepper bekämpfen will, dann müssen ihre Mitgliedstaaten Flüchtlingen sichere Zugangswege und menschenrechtskonforme Aufnahme vor Ort anbieten.» Nur so könne verhindert werden, dass sich Flüchtlinge aufs Meer wagen müssten.

Die Nato-Verteidigungsminister hatten zuvor in Brüssel beschlossen, dass sich die Allianz am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis beteiligt. Die Mission geht auf eine Initiative Deutschlands, der Türkei und Griechenlands zurück.

«Wenn es schon eine Nato-Operation in der Ägäis gibt, muss sie den klaren Auftrag und die eindeutige Priorität haben, Menschenleben zu retten», betonte Caliskan. Die internationalen Regeln der Seenotrettung schreiben vor, so Amnesty, dass ein aus Seenot geretteter Mensch in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden müsse. Die Nato-Mission habe aber das Ziel, gerettete Bootsflüchtlinge in die Türkei zurückzubringen. «Das könnte eine kollektive Ausweisung sein und wäre dann ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.»

Do, 2016-02-11 17:39
München (dpa)

Syrische Opposition: Angriffe müssen aufhören

München (dpa) - Unmittelbar vor den Syrien-Verhandlungen in München hat die syrische Opposition die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und deren Unterstützer eindringlich zu einem Ende der Gewalt aufgefordert. Die Angriffe auf Wohnviertel, Schulen und Krankenstationen müssten aufhören, sagte der Chef des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner (HNC), Riad Hidschab, am Donnerstagabend in München. Mit Blick auf die russischen Bombardements in der Region Aleppo sprach er von einer «nie gekannten Eskalation».

Dass die Friedensverhandlungen von Genf gescheitert seien, liege daran, dass das Regime und seine Verbündeten - der Iran und Russland - die von ihnen geforderten Maßnahmen nicht umgesetzt hätten, sagte Hidschab. Die Blockade umzingelter Ortschaften müsse aufgehoben und die Arbeit von Hilfsorganisationen ermöglicht werden.

Hidschab traf sich in München nach eigenen Angaben unter anderem mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und dessen US-Kollegen John Kerry. An den Syrien-Gesprächen selbst nehmen Außenminister und andere hochrangige Vertreter aus 17 Staaten teil. Die Friedensgespräche zwischen dem syrischen Regime und der Opposition in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden - sie sollen nun möglichst am 25. Februar fortgesetzt werden.

Do, 2016-02-11 18:01
München/Moskau (dpa)

Hoffnung für Syrien? Lawrow und Kerry verhandeln über Waffenruhe

In Aleppo fallen seit Tagen Bomben, Machthaber Assad rückt mit Hilfe der Russen vor. Doch vor der Münchner Syrienkonferenz sendet Moskau plötzlich Friedenssignale. Ist eine Waffenruhe möglich?

München/Moskau (dpa) - Bei der Syrien-Konferenz in München haben Russland und die USA einen Neuanlauf für einen Waffenstillstand in dem Bürgerkriegsland gestartet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry hätten sich unter anderem über eine mögliche Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe unterhalten, hieß es am Donnerstag aus Moskau. Die diplomatischen Bemühungen waren von weiteren Kämpfen um die syrische Stadt Aleppo begleitet.

Zuvor hatte bereits der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin erklärt, man führe «sehr wichtige» Gespräche mit Washington über einen Waffenstillstand. Ob aber eine Einigung in greifbarer Nähe ist, war zunächst unklar. Westliche Länder werfen Russland vor, mit Bombardements in Syrien Zivilisten zu treffen und das Regime von Machthaber Baschar al-Assad zu stützen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hofft dennoch auf einen Durchbruch in München. «Wenn es uns nicht gelingt die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt zu durchbrechen, dann wird sich dieser furchtbare Bürgerkrieg weiter in die Länge ziehen und weitere Opfer verursachen.»

Im Syrienkrieg gab es bislang nur geografisch sehr begrenzte Feuerpausen in einigen Dörfern, aber keine Waffenruhe im ganzen Land. Mehr als 250 000 Menschen wurden in dem brutalen Konflikt getötet, Millionen in die Flucht geschlagen.

Am Abend begannen in München die Gespräche der sogenannten Syrien-Unterstützergruppe, der 17 Staaten angehören, die eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ausloten wollten. An dem Treffen nahmen alle Länder teil, die für die Beendigung des seit fünf Jahren andauernden Bürgerkriegs eine Schlüsselrolle haben. Dazu zählen auch Saudi-Arabien und Iran. Die Friedensgespräche in Genf waren vor einer Woche nach nur fünf Tagen abgebrochen worden.

Lawrow hatte der Agentur Tass zufolge vorher gesagt: «Wir haben unsere konkreten Vorschläge zur Einstellung des Feuers unterbreitet und warten auf die Antwort der USA, bevor die Vorschläge der internationalen Syrien-Gruppe vorgelegt werden.»

Am Abend meldete Tass, für einen Beginn der Waffenruhe seien der 15. Februar, der 23. Februar und der 1. März im Gespräch. Das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu einem Termin. Aus dem Kreml hieß es, man stimme sich ab, von Einmütigkeit könne noch nicht die Rede sein.

Kurdische Truppen eroberten am Donnerstag mit Luftunterstützung nördlich von Aleppo einen Luftwaffenstützpunkt von islamistischen Rebellen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ging davon aus, dass die mindestens 30 Bombardements in dem Gebiet von russischen Maschinen ausgeführt wurden. «Es gibt eine inoffizielle russisch-kurdische Koordination in Syrien», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Anfang Februar rücken die Kämpfer des Machthabers Baschar al-Assad nördlich von Aleppo gegen Rebellen vor. Die massiven Kämpfe und Bombardements trieben Zehntausende Bewohner zur Flucht in Richtung Türkei. Trotz internationaler Appelle verweigert die Türkei ihnen an der Grenze aber bislang die Einreise.

Die syrische Opposition forderte die Assad-Regierung und deren Unterstützer eindringlich zu einem Ende der Gewalt auf. Die Angriffe auf Wohnviertel, Schulen und Krankenstationen müssten aufhören, sagte der Chef des Hohen Verhandlungskomitees der Regimegegner (HNC), Riad Hidschab, am Abend in München. Mit Blick auf die russischen Bombardements auf Aleppo sprach er von einer «nie gekannten Eskalation».

Do, 2016-02-11 18:00
Dortmund (dpa)

Beste Hirschrufer Deutschlands röhren in Dortmund

Dortmund (dpa) - Die besten Hirschrufer Deutschlands röhren am Freitag (12.00 Uhr) um die Deutsche Meisterschaft. In den Dortmunder Westfalenhallen wird in drei Disziplinen gekämpft. Dabei gibt es auch die Aufgabe den «Kampfruf eines im Zweikampf siegreichen Hirsches» möglichst genau nachzuahmen. Mit Häusern von Meeresschnecken, bearbeiteten Rinderhörnern oder Glaszylindern imitieren die Teilnehmer das Röhren von Hirschen. Derzeitiger Meister ist Andreas Töpfer aus Niedersachsen. Einer seiner Herausforderer ist der 13-jährige Nils Aßmus, der den Platzhirschen auch in diesem Jahr das Revier streitig machen will. Das Nachahmen der Hirschrufe gehöre seit Jahrhunderten zum Handwerk der Jäger, betonen die Veranstalter. Die Meisterschaft wird seit 1998 jährlich während der Messe «Jagd & Hund» ausgetragen.

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Komplett neben der Spur.

Der Lüguan. Lässt Kontrollen links liegen.

Jeder hat doch mal eine abwegige Idee. Warum sollte das bei den Ingenieuren und Managern von Volkswagen anders sein. Wenn es einfach nicht klappen will, einen Motor so hinzubekommen, dass er sauber läuft und trotzdem ordentlich Wums hat, kann man schon mal die ausgetretenen Pfade verlassen und die Schikanen kontrollwütiger Umweltfreaks ausmanövrieren. Dass da ein paar Asthmatiker am Straßenrand ins Gras beißen, dass Kundenrechte und fairer Wettbewerb auf der Strecke bleiben, dass am Ende der ganze Konzern erst auf die schiefe Bahn und dann ins Schleudern gerät, das alles sieht von hinten betrachtet natürlich dreckig aus. Aber da lag nun mal so verdammt viel Schotter auf der Straße.

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Der Marktführer bei Industriewurst*

*in Plastik verpackt, bei Aldi & Co. verkloppt

Mehr über die Wursttruppe unter greenpeace-magazin.de/boeklunder

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AUSSEN GRÜN.*
INNEN BRAUN.*
KALORIEN-AMPEL ROT.**

Die neue Coca-Cola Lie hat ein grünes Etikett. Das soll ja bei Imageproblemen helfen.
Es sind aber immer noch drei gehäufte Teelöffel Zucker in einer 0,33-Liter-Flasche. Schließlich macht nicht die Cola dick, sondern Bewegungsmangel, haben Forscher*** herausgefunden.
Mehr Infos unter greenpeace-magazin.de/coke

*  MIT FARBSTOFF
** COCA-COLA LIE MIT STEVIA-EXTRAKT ENTHÄLT 37 % WENIGER ZUCKER. DAS REICHT IMMER NOCH, UM MIT EINER MINI-FLASCHE DIE VON DER WHO EMPFOHLENE TAGESDOSIS ZU KNACKEN. DIE KALORIEN-AMPEL LEUCHTET WEITER IM SCHÖNSTEN COLA-ROT.
*** DIE COCA-COLA GESPONSERT HAT 

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Deutsche See – Wir schalten auf stur 

HÖCHSTE QUANTITÄT UND SKRUPELLOSE GESCHÄFTE MIT WALFÄNGERN.

Unser Rotbarsch stammt aus Beständen vor den Küsten Islands. Dort haben wir Verbündete gefunden, die unsere große Leidenschaft für Geld teilen. Das kleine Inselvolk ist seit 2006 wieder auf Waljagd. Denn rund um Island erstreckt sich ein einzigartiges Ökosystem. Der Schutz dieses Naturschatzes liegt einigen Isländern genauso fern wie uns. Geld, das wir dem Fischereiunternehmen HB Grandi für den Rotbarsch überweisen, fließt in die illegale Jagd auf gefährdete Finnwale.

Unseren Rotbarsch beziehen wir von unserem Komplizen: HB GRANDI – Fieser Fisch

greenpeace-magazin.de/deutschesee

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Wie kaschiert man eigentlich miese Qualität?
Mehr zu Lidls Schönfärberei jetzt auf www.greenpeace-magazin.de/lidl

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„Rasen ist dumm. Hirn wär’geil!“
(Starke Autos für schwache Egos jetzt unter sixt.de)

Mehr unter
greenpeace-magazin.de/sixt

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Die Lage ist ernst!
Kinderarbeit bei der Kakao- und Haselnussernte, Palmöl-Monokulturen im Urwald!
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Wir schotten uns ab, behandeln Flüchtlinge wie Kriminelle und missachten die Menschenrechte.

Uns doch egal, ob Ihr vor Krieg, Folter und Verfolgung flieht – wir waren schließlich zuerst da. Wir zwingen Eure jämmerlichen Boote zur Umkehr und riskieren tödliche Havarien. Schafft Ihr es trotzdem zu uns, sperren wir Euch in Gefangenenlager auf entlegenen Inseln. Das gilt übrigens für alle, auch für Familien und Kinder, egal was Ihr hinter Euch habt. Wir nennen Euch einfach „illegal“ – obwohl es ein Menschenrecht ist, per Boot Asyl zu suchen.
Australien: Isoliert und Paranoid am Ende der Welt

Mehr Informationen: amnesty.de/laenderbericht/australien; sorryasylumseekers.com

Nicht autorisiert von Australiens Regierung, Capital Hill, Canberra




 

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Ist es vermessen, mit Sonnenenergie zu prahlen, wenn man fast keine verkauft?
Energie aus Sonnenkraft ist einfach genial. Deshalb schalten wir ständig diese seltsamen Anzeigen mit der Vogelscheuche und der komischen Dosenöffnerlasche im Hintergrund. Zwar erzeugen wir weiter vor allem Kohle- und Atomstrom und haben unsere Investitionen in Erneuerbare gerade erst zurückgeschraubt. Aber vielleicht bleibt ja bei irgendwem hängen, dass wir eigentlich ganz harmlos sind.

Wir hinken hinterher. Steigen Sie um: atomausstieg selber-machen.de

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Jedes Jahr ein Wegwerf-Smartphone
Nur bei uns: Alle 12 Monate Dein „altes“ Smartphone zum Fenster rauswerfen.* Mit Vodafone NextPhone.
Vodafone Power to waste 

Teuerstes Wegwerf-Produkt aller Zeiten.
*„Kaum habe ich heute ein neues Smartphone gekauft, steht bereits die Ankündigung des nächsten Flaggschiff-Modells eines weiteren Herstellers an“: Mit diesem entsetzlichen Dilemma preist Vodafone seinen Kunden die neue Vertragsoption NextPhone an. Wer einen Aufpreis zahlt, bekommt im Tausch gegen sein „altes“ schon nach 12 Monaten ein neues subventioniertes Smartphone – das abgegebene Gerät werde dann weiterverwendet. Eine „umweltschädliche Marketingstrategie“ kritisiert Germanwatch. Der Slogan fördere die Wegwerfmentalität.

Erschienen in Ausgabe 5.14

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Wasser, sechs Würfelzucker, kaum Saft – schmeckt supersüß, ist superungesund.

Trotzdem machen wir auf allen Kanälen grelle Reklame, locken mit Spielen, Stickern und Sportevents. Aber falls sich jemand daran stößt:
Diese Werbung ist gar nicht an Kinder gerichtet!

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Früher gehörten zum Picknick: Ein Korb. selbstgemachte Leckereien, Gemütlichkeit. Und heute? Plastik, Fabrikfrikadellen*, Bequemlichkeit.

*Mit Fleisch aus Massentierhaltung und Gen-Soja im Tierfutter

Erschienen in Ausgabe 3.14

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Born to be Pauschalurlauber.
Weiche Betten für harte Kerle. Von Florida nach Kalifornien heizen inkl. Harley-Einwegmiete, Leihhelm und 15 Hotelübernachtungen – und auf echt heißen Stühlen die ständigen Hitzerekorde im Süden der USA weiter anfeuern.

Erschienen in Ausgabe 2.14

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Datensicherheit made in USA.
Mit der Einführung des Fingerabdrucks als Passwort-Ersatz für das neue iPhone beweisen wir Fingerspitzengefühl: Pünktlich zur Veröffentlichung des NSA-Überwachungsskandals kannst Du neben all den anderen Daten, die wir von Dir haben, jetzt auch Deinen Fingerabdruck auf dem iPhone abspeichern. Vollkommen sicher und ohne Zugriffsmöglichkeiten für Geheimdienste versteht sich – wie Du es von Produkten aus den USA gewohnt bist.

iSpy5s

Erschienen in Ausgabe 1.14

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Der neue Range Rover Superstupid

VON 0 AUF HIRNLOSE BESCHLEUNIGUNG.

Der neue Range Rover Superstupid speziell für Dummys: Er röhrt wie ein Hirsch, ruiniert blöderweise das Klima und hat für alle, die das nächste Jahrhunderthochwasser zu spät bemerken, eine um 15 Zentimeter erhöhte „Wat-Tiefe“.

Verbrauchs- und Emissionswerte „Range Rover Sport Supercharged“: Kraftstoffverbrauch (l/100 km): außerorts 9,7, innerorts 18,3, kombiniert 12,8; CO2-Emission: 298 g/km; CO2-Effizienzklasse: G. Schlechter geht’s nicht. (Dabei sind dicke Autos in der CO2-Kennzeichnung schon im Vorteil. Gerechterweise müsste das hoffnungslos übermotorisierte Protz-SUV in Effizienzklasse T landen, nur reicht die Skala nicht so weit)

Land Unter
ABSURD AND BEHIND

Erschienen in Ausgabe 6.13

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Manche Rechenkünstler haben geniale Ideen. Unsere haben gute Beziehungen. Endlich bringen auch wir ein Elektroauto auf den Markt – das sollen die Brüsseler Bürokraten gefälligst belohnen! Unser genialer Plan: Für jeden BMWi dürfen wir ungestraft mehrere Spritschlucker verkaufen. Zwar verfehlen wir so das CO2-Ziel. Aber Hauptsache, Kanzlerin Merkel macht beim Schönrechnen mit – und bremst für uns in der EU den Klimaschutz aus.
Bremser in Brüssel.

BMW
GANG

Erschienen in Ausgabe 5.13

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Antithese 01 Hühner erkunden gern mal eine Wiese, picken nach einem Käfer oder nehmen ein Sonnenbad.

Daran ändern auch die modernen Werbemethoden der deutschen Geflügelwirtschaft nichts. Trotzdem haben fast alle Masthühner in Deutschland ihr kurzes Leben lang ein Dach überm Kopf, drängeln sich zu Zigtausenden in riesigen Hallen und fressen sich aus Langweile in nur fünf Wochen schlachtreif. Das macht sie oft krank, am Ende sind sie lahm und gehbehindert.

Finden Sie das okay? Ihre Meinung ist gefragt:
www.geflügel-thesen.de

Wo Turbomast Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelwirtschaft in Deutschland.

Erschienen in Ausgabe 4.13

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Mit Klimaschutz Reibach machen.

222 Autos mit fossilem Antrieb zu gewinnen!

Bier, Auto, Umwelt.
Bei uns irgendwie ein Gebräu!

Jeder Kronkorken ein Gewinn!
Für VW als millionenfache Minireklame und natürlich für uns.

Bier trinken, Auto fahren, Umwelt schützen – das lieben die Deutschen. Passt zwar alles überhaupt nicht zusammen, aber egal. Wir von Krombacher haben daraus mithilfe eines WWF-Regenwaldschutzprojekts ein irres Marketinggebräu zusammengerührt. Jetzt kaufen die Leute im ganzen Land unser industrielles Einheitsbier, und kleine, regionale Brauereien machen dicht. Zwar hat deren Bier schon deshalb eine bessere CO2-Bilanz, weil es nicht so weit durch die Gegend gefahren werden muss, aber egal. Wir von Rei-, äh, Krombacher werben einfach alle anderen nieder.

Erschienen in Ausgabe 3.13

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Nichts bringt Sie so nah heran wie Ihre ganz persönliche Emission.

Begegnen Sie den schönsten Opfern des Klimawandels, solange es sie noch gibt. Auf echten Emissionsschiffen, die Schweröl und Schiffsdiesel verbrennen. Ohne Rußfilter, aber mit höchstem Komfort.

MS Hanseatic – MS Bremen
Emissionskreuzfahrten

Hapag-Lloyd Heizfahrten
Große Folgen. Ganz exklusiv.

Mehr unter  www.russfrei-fuers-klima.de

Erschienen in Ausgabe 2.13

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Nichts Neues.

Wir haben im September die sechste Version unseres iPhones auf dem Markt gebracht - unsere Arbeiter behandeln wir aber immer noch mies.

iSlave 5

Erschienen in Ausgabe 1.13

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Die harte Wahrheit über weiches PVC
Alle reden übers Klima – Kritik an der Chlorchemie klingt doch ökomäßig nach den 80ern. Da kann man’s ja mal versuchen, dachten wir von der PVC-Industrie uns, und haben eine Anzeigenserie entwickelt mit echt coolen Sprüchen wie „PVC ist cool“, „PVC klingt gut“ und „PVC spielt mit“. Vielleicht merkt ja keiner, dass wir immer noch dieses üble Billigzeug verkloppen, das bei der Verbrennung hochgiftige Dioxine freisetzt, das Weichmacher mit nicht genau bekanntem Gefahrenpotenzial enthält (weshalb das Umweltbundesamt rät, „vorsorglich auf Weich-PVC ganz zu verzichten“) und das die Meere verschmutzt, weil es sich kaum zersetzt. Hm. Aber irgendwas ist hier schiefgelaufen.

Erschienen in Ausgabe 6.12

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Gestatten, Rainer Wendt. Führender Lobbyist der deutschen Hühnermäster.

Meine Branche hat ein mieses Image. Wir vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dessen Vizepräsident ich bin, werben deshalb jetzt mal in Holzoptik und machen auf Transparenz. Auf www.deutsches-geflügel.de kann man sich ansehen, wie Masthühner heute produziert werden – nämlich wie Massengut. Wir zeigen aber nicht, dass die überzüchteten Tiere im eigenen Kot stehen, oft krank werden und dann meist der ganze Stall Antibiotika bekommt. Wir Geflügelhalter sind zumeist abhängige Vertragsmäster riesiger Futtermittel- und Schlachtkonzerne, die uns die Hühnchen zu Dumpingpreisen abnehmen. Aber ich habe schon drei 40.000er-Ställe und liefere Wiesenhof mehr als 800.000 Hühnchen im Jahr. Man muss die Sache halt groß aufziehen.

Wo Qualzucht Quantität erzeugt.
Wir, die Geflügelfabrikanten in Deutschland.
 

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Langes Wochenende. Kurz das Klima killen. Einfach so.

Klimawandel hin oder her
ab 99€
mal eben quer durch Europa jetten

z.B. nach Mallorca (trocknet aus), Venedig (säuft ab), Helsinki (taut auf) oder innerhalb Deutschlands – obwohl da überall die Bahn fährt.

Erschienen in Ausgabe 4.12

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„Ich hab's nicht so mit Broteschmieren.“

Ich hasse es, täglich Pausenbrote zu belegen und Äpfel zu waschen. Für das Hungergefühl zwischendurch stecke ich mir und meinen Kindern einfach eine Milch-Schnitte ein. Die enthält zwar mehr Zucker, Fett und Kalorien als Schoko-Sahne-Torte. Aber wir tun einfach mal so, als sei es eine sportlich-leichte Zwischenmahlzeit.*

*Ferrero erhielt deshalb von Foodwatch den Goldenen Windbeutel für die „dreisteste Werbelüge des Jahres 2011“
 

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Ja, aaaber...

9 Tage Mittelmeer 2,3 Tonnen CO2 p.P.*

Ja, das mit dem Klimawandel und der dreckigen Luft, das ist echt blöd. Wir bei AIDA wissen natürlich, dass man solche Themen heute nicht mehr einfach so umschiffen kann, aaaber: Wir sind doch nicht allein Schuld! Jaja, schon gut, wir machen jetzt auch mal auf Umweltschützer, retuschieren auf Werbefotos die Qualmwolken unserer Schiffe weg und trennen an Bord schön den Müll, aaaber: Aufs billige Schweröl verzichten und Rußfilter einbauen? Das machen doch die anderen auch nicht!

*Durchschnittswert für ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff laut Atmosfair-CO2-Rechner

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Er grinst noch immer.
Nur schamloser.
Darf ein Auto Gefühle zeigen? Zum Beispiel für die Opfer des Klimawandels? Der 21st Century Heatle antwortet darauf mit einem breiten Grinsen. Nicht nur die Form erinnert an seine Vorfahren. Auch Verbrauch und CO2-Ausstoß* sind noch so hoch wie beim Käfer vor 40 Jahren. Egal, dass es auf der Erde bis zum Jahr 2100 rund sechs Grad heißer wird. Schnurzpiepe, dass dadurch Dürren, Fluten und Volks-, äh, Völkerwanderungen ausgelöst werden. Hauptsache, mit dem Heatle kann man ordentlich heizen. *Protzmotor mit 147 kW (200 PS), Spritverbrauch, l/100 km innerorts 10,3 / außerorts 6,1 / kombiniert 7,7 / CO2-Emission kombiniert 179 g/km. Zeitgemäße Autos verbrauchen halb so viel.

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Pfui! Drama Unersättlich!
Probieren Sie jetzt den Geschmack von Urwaldzerstörung und Vertreibung!
Unilever kauft drei Prozent der weltweiten Ernte an Palmöl und mischt es beispielsweise in die neue Rama Unwiderstehlich! Obwohl in Indonesien für Palmölplantagen noch immer Urwälder abgeholzt und Menschen vertrieben werden.

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Immer noch – umweltschädlicher Becher
Becher wird künftig vielleicht recycelt.
ActiIrreführus – bringt Ihrer Umwelt leider nichts.

 

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Tödlich. 

Hungerlöhne. Ausbeutung. Selbstmord.

Das iPhone, auch in Weiß nicht unschuldiger. iSlave4

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Die lohnt sich für Bahn- und Stromkonzernchefs.  Jetzt 3 Monate „ausgesetzt“. Satte 25%. So groß ist der Atom-Anteil im Strommix der Bahn. Der Super-Spar-Strom stammt aus dem Risiko-AKW Neckarwestheim. Zwar hat Schwarz-Gelb Block 1 jetzt urplötzlich stillgelegt, aber Block 2 soll laut derzeit „ausgesetzter“ Laufzeitverlängerung, die Bahnchef Rüdiger Grube lautstark gefordert hat, bis etwa 2037 am Netz bleiben. Obwohl auch dieser Reaktor total veraltet ist und in einem Erdbebengebiet steht. Die Bahn riskiert viel.

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